Doppelte Belastung für Frauen durch Vereinbarkeit von Beruf und Familie?

Die Süddeutsche bespricht eine Studie, nach der sich die Belastung von Männern und Frauen in der Familie nicht stark untersheidet:

Vor allem für Frauen sind Kind und Karriere eine doppelte Belastung, heißt es. Doch Psychologinnen kommen jetzt zu einem anderen Schluss.

Zu den vielen Gewissheiten in der endlosen Diskussion über die Vereinbarkeit von Karriere und Familie zählt, dass vor allem Frauen unter der Doppelbelastung leiden. Das populäre Bild besteht aus gestressten Müttern, die sich zwischen den Ansprüchen von Kindern und Arbeitgebern zerreiben, während Väter rücksichtslos Karriere machen und sich dabei nicht von den Bedürfnissen ihrer Familien irritieren lassen. Doch dabei scheint es sich um eine Legende zu handeln, denn Männer leiden ebenso, wenn sie versuchen, allen Ansprüchen gerecht zu werden. Das zeigt eine Studie, die Forscher um Kristen Shockley von der University of Georgia im Journal of Applied Psychology veröffentlicht haben.

Für die Arbeit wertete das Team um die Psychologin mehr als 350 Einzelstudien mit insgesamt etwa 250 000 Teilnehmern aus – ein sehr großer Datensatz, der für die Qualität der Veröffentlichung spricht. Etwa die Hälfte der analysierten Studien stammt aus den USA, die anderen aus Europa und Asien. „Im Wesentlichen haben wir kaum belastbare Beweise dafür gefunden, dass Frauen und Männer in unterschiedlichem Ausmaß durch die Vereinbarkeit von Beruf und Familiebelastet werden“, sagt Shockley.
Geringe Unterschiede identifizierten die Forscher nur bei Doppelverdienerpaaren: In dieser Konstellation klagten Mütter geringfügig häufiger darüber, dass Familienangelegenheiten ihre Arbeit beeinträchtigten; und Väter, dass die Arbeit ihr Familienleben störe. Doch diese Differenzen seien so gering, dass sie kaum praktisch relevant seien, so die Forscher.

Die Ergebnisse stehen in starken Kontrast zur öffentlichen Wahrnehmung der Problematik. Das Thema werde in den Medien fast ausschließlich als Frauenthema diskutiert, so Shockley. Dadurch drehe sich die Diskussion im Kreis: „Frauen hören von anderen Frauen, dass sie mit dem Problem kämpfen und alleine dadurch entsteht die Erwartung, dass sie größere Schwierigkeiten haben werden als Männer, Beruf und Familie zu vereinbaren“, sagt die Psychologin.

Also eine gleich große Belastung durch die Vereinbarkeit, aber eine einseitige Debatte, die nur auf die Frau abstellt.

Männer thematisierten ihre Probleme hingegen zu wenig – offenbar, dafür sprechen einige Studien, weil sie fürchten, dadurch Nachteile im Beruf zu erfahren. „Ich glaube, dieses Schweigen schadet Männern“, sagt Shockley, „sie müssen sich auch durchbeißen und erleben den gleichen Arbeits-Familien-Stress wie Frauen, aber niemand erkennt das an.“

Hauptmotiv für die Studie war es, empirische Belege zu sammeln, ob und wie sich das Geschlecht auf das Stressniveau auswirkt, der durch den Spagat zwischen Büro und Kinderzimmer entsteht. Ein lobenswerter Ansatz, denn die Debatte rund um Geschlechtergerechtigkeit wird vor allem durch Emotionen und weniger durch nüchterne Daten angetrieben.

In der Tat. Und auch diese Studie wird wenig daran ändern.

Dass Frauen und Männer gleichermaßen darunter leiden, an zwei Fronten an ihren eigenen Ansprüchen zu scheitern, sei auch nicht davon abhängig, wie gerecht das Zusammenleben der Geschlechter in einer Gesellschaft organisiert sei. Der einzige Unterschied, für den sich in Studien Indizien finden lassen: Wo Gleichberechtigung in besonderem Ausmaß erreicht ist, wird offenbar Verhalten erst recht durch die Geschlechterbrille betrachtet und interpretiert. Das könnte erklären, dass der Konflikt zwischen Beruf und Karriere in den westlichen Ländern als fast reines Frauenthema diskutiert wird.

Mehr Gleichberechtigung bewirkt stärkere Geschlechterrollen. Das hier zumindest bekannte Gender Equality Paradox.

Vgl. auch:

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48 Gedanken zu “Doppelte Belastung für Frauen durch Vereinbarkeit von Beruf und Familie?

  1. „Im Wesentlichen haben wir kaum belastbare Beweise dafür gefunden, dass Frauen und Männer in unterschiedlichem Ausmaß durch die Vereinbarkeit von Beruf und Familiebelastet werden“, sagt Shockley.“
    Das entspricht im wesentlichen auch meinen persönlichen Erfahrungen, bzw. Erfahrungen aus dem Familen- und Freundeskreis.

    „Männer thematisierten ihre Probleme hingegen zu wenig“
    Sehr wichtiger Punkt. Frauen sind demgegenüber eigentlich nur am plärren und heulen, wodurch natürlich subjektiv der Eindruck entsteht, sie würden tatsächlich auch mehr leisten, bzw. sie hätten die größeren Probleme. Wenn sie mal ein Staubkorn weghaucht, ist das ein Großereignis, von dem jeder erfahren muss und was mindestens einen Eintrag in die Geschichtsbücher wert ist. Dadurch wird die Legende/der Mythos von „gestressten Müttern, die sich zwischen den Ansprüchen von Kindern und Arbeitgebern zerreiben“ gut am Leben erhalten.

    • Publish or perrish – ich kenne einen der hat jeden noch so kleinen Scheiß veröffentlicht. Der ist jetzt Professor an einer Uni, während die anderen welche qualitativ hochwertigere Paper geschrieben haben immer noch die schlecht bezahlten Unijobs machen und es vermutlich nie zum Professor bringen werden.
      Es ist imminent wichtig, jeden noch so kleinen Erfolg maximal auszuschlachten, gerade im Kapitalismus. Aufmerksamkeit ist alles deswegen sind Frauen auch im Kapitalismus erfolgreicher als in anderen Gesellschafts- und Wirtschaftssystemen.

      • Sehr richtig ! es ist deshalb das stabilste attraktivste und erfolgreichste System, weil es den Interessen von Frauen am meisten entspricht und die Männer zu Höchstleistungen animiert.
        Deshalb sind ja alle typischen äußeren Herrschaftsmerkmale der aristokratischen Gesellschaft, wie aufwändigere Kleidung und Körperpflege, Privilegien die über das allgemeine Rechten und Pflichtensystem der Gesellschaft hinausgehen, kein Zwang arbeiten zu müssen, etc. heute von Herrschaftsmerkmalen zu weiblichen Merkmalen umgedeutet worden.

        im Übrigen:
        „Die Ergebnisse stehen in starken Kontrast zur öffentlichen Wahrnehmung der Problematik.“ liest man immer wieder, ist aber falsch. Es ist nicht die öffentliche Wahrnehmung, sondern zunächst die öffentliche Darstellung.

        „Doch dabei scheint es sich um eine Legende zu handeln, denn Männer leiden ebenso, ..“

        Diese Legende ist der Grundpfeiler des Funktionierens der gynozentrischen Gesellschaft. Feminismus ist nur so dumm diese Legende durch Überstrapazierung selbst zu zerstören.

    • Wenn ich mal Whiteknighten darf: Es wird den Frauen eingetrichtert dass das geht.
      Tut es aber nicht, wird niemals gehen.

      Sie können es garnicht besser wissen, da die Ideologen ständig das Gegenteil runterbeten.

    • Frauen haben vermutlich den gleichen Trieb Kinder zu bekommen wie ein Mann den Trieb hat Frauen zu vögeln. Die Frauen sind auf ihre Weise vermutlich genauso Opfer ihrer Biologie wie Männer. Dass Frauen eine wie auch immer geartete Karriere machen finde ich allerdings ganz gut – dann liegen sie nämlich Männern nicht auf der Tasche rum.

    • Aus der Conclusion (S.16):
      „In conclusion, despite apparent widespread lay beliefs and me-
      dia depictions of substantial gender differences in WFC, our meta-
      analysis, which cumulates more than 30 years of research and
      more than 350 studies on this topic, compellingly demonstrates
      that men and women across a wide range of family and work
      circumstances are more alike than different in their reports of WIF
      and FIW— challenging conventional wisdom. Existing theories
      predicting gender differences in WFC are complex and often
      contradictory, and our path analysis results suggest that only some
      of these theories (i.e., rational view for WIF and FIW and asym-
      metrical permeability for WIF) are supported by data. Further-
      more, a more complete picture regarding why there are (or are not)
      gender differences in WFC emerges when multiple theoretical
      perspectives are integrated. However, it also appears that unknown
      processes and mechanisms are likely given the pattern of results.“

    • Letztens hatten wir ja ein sehr ähnliches Thema, die feministische Falschaussage „Frauen leisten viel mehr unbezahlte Arbeit im Haushalt als Männer“ bzw. die zeitliche Gesamtbelastung und deren Ursachen. Dort wie bei diesen neuen Papier zeigt sich immer wieder, daß man unterscheiden muß zwischen:

      1. tatsächlichen Belastungen / meßbaren Effekte und ggf. (oft spekulativ) deren Ursachen

      2. gefühlten Belastungen / subjektiven Wahrnehmungen (typische Umfrage: „Fühlen Sie sich diskriminiert?“), die stark von 1. abweichen können bzw. das glatte Gegenteil sein können

      3. der Berichterstattung über beides in der Presse, die wesentlich zu 2. beiträgt

      • Ein schönes Beispiel warum der Unterschied zwischen erklärenden und vorhersagenden Modellen wichtig ist. (Punkt 1. in der Liste von mitm)

        Man kann ganz wunderbare evolutionspsychologische Erklärungen finden, warum Männer eher über Family-interference-with-work (FIW) klagen, und Frauen eher über work-intereference-with-family (WIF). Hunderttausende Jahre menschlicher Entwicklung, dass hinterlässt Spuren im Gehirn und im ganzen Verhalten, deshalb ist es nicht weiter verwunderlich wenn Männer eher … und Frauen eher …

        Ich schulde Chrisitan noch eine Antwort hierauf https://allesevolution.wordpress.com/2017/07/17/frau-in-gefahr/#comment-300937, das passt jetzt hierher.

        Die evo-psych ERKLÄRUNG mag richtig sein, und sie hat auch unbestreitbar einen wissenschaftlichen Wert. Der Fehler passiert allerdings in dem Moment, wo man große ERKLÄRFÄHIGHKEIT einer Theorie gleichsetzt mit großer VORAUSSAGEFÄHIGKEIT. Das ist der conflation error. Dadurch kann folgende Situation auftreten: An den tatsächlichen DATEN zeigen sich die vohergesagten Effekte nicht oder nur in geringem Maße. Im wesentlichen gibt es keine Unterschiede zwischen Männern und Frauen was die Belastung durch die Vereinbarkeitsfrage betrifft.

        Wenn so etwas auftritt dann handelt es sich nicht zwangsläufig um mangelhafte Wissenschaftlichkeit aufseiten der Evo-Psych Theorie. also im Sinne von „haben falsch operationlisiert, fehlerhaft Daten erhoben, fehlerhaft ausgewertet“ oder dergleichen. Ich denke der Großteil der Studien wurde gewissenhaft durchgeführt.
        Ich denke es handelt sich mehr um ein Phänomen auf der meta-Ebene, geboren aus dem Wunsch des Menschen seine Umwelt zu VERSTEHEN. Da liegt die Frage nach dem WARUM nahe, und das ist auch richtig so. Viele bedeutende wissenschaftliche Entdeckungen haben ihren Ursprung in dieser Frage. Allerdings besteht dadurch auch die Tendenz, vieles auf das WARUM zu verkürzen, im Sinne von „nur darauf kommt es an“. Damit kann man leicht die tatsächlichen Verhältnisse ein bisschen aus den Augen verlieren. Das oft zitierte „Eine Korrelation ist keine Kausalität“ geht in diese Richtung. Da schwingt oft eine gewisse Geringschätzung für die Korrelation mit, ungefähr so „das ist ja NUR eine Korrelation, finde doch erstmal die richtige Kausalität (die ist nämlich viel wichtiger)“.

        Vielleicht sollte man analog zum Gender Paradoxon ein „Erkärung vs Daten Paradoxon“ einführen. Es könnte folgendermaßen lauten: Je mehr sich die Wissenschaft auf das WARUM (Kausalität) konzentriert, desto weniger praktischen Anwendungswert haben die Theorien.

        Tatsächlich zeigt sich, dass auch einfache Korrelationen durchaus einen wissenschaftlichen Wert haben. Das gesamte Feld des machine learning mit neuronalen netzen basiert quasi ausschließlich auf Korrelationen, dort wird explizit KEINE Aussage über Kausalitäten gemacht. Und diese Modelle sind im Moment der state of the Art in vielen Bereichen, sei es Spracherkennung („ok google“ zum smartphone funktioniert erst vernünftig seit für die Spracherkennung neuronale Netze verwendet werden), autonomes Fahren, „intelligente“ Robotik, Bild und Musterekennung (wie schafft es facebook eigentlich bei jedem Foto mit quasi 100% Genauigkeit die Gesichter zu manrkieren, nebst den dazupassenden Namen?) usw.

        Es ist dafür durchaus eine gewisse Überwindung vonnöten, die Korrelation einfach Korrelation sein zu lassen und NICHT sofort nach dem WARUM zu fragen. Ich denke besonders hier in diesem Forum dürfte das vielleicht nicht einfach sein. Die Daten sind wie sie sind, man kann darin bestimmte Muster (Korrelationen) erkennen UND PUNKT. Keine weitergehende Frage nach dem warum oder eine Erklärung das ist so weil…

        Ich möchte damit nicht sagen dass die Frage nach dem warum unwichtig sei. In einer Welt, die so komplex ist und die sich so schnell ändert wie unsere, ist es aber oft kontraproduktiv, speziell in Fragen in denen die soziale Komponenten eine Rolle spielt. Denn verglichen mit dem feststellen einer Korrelation ist die Antwort auf das warum sehr viel schwieriger zu geben, erfordert mehr Zeit und Ressourcen. Bis dahin hat sich eventuell schon wieder alles geändert. Zum anderen VERHINDERT eine zu große Konzentration auf das Warum wissenschaftlichen Fortschritt, nämlich dann wenn es den (unvoreingenommene) Blick auf die Daten verstellt. Genau das wurde in dem paper zur Vereinbarkeitsfrage vorexerziert.

        Und letztlich ist es für eine gesellschaftspolitische Korrektur einer Schieflage zweitrangig, warum genau diese Schieflage besteht. Um korrigierende Maßnahmen zu ergreifen muss ich nur wissen DASS eine Schieflage besteht, nicht zwingend WARUM. Wobei die Frage was eine Schieflage ist natürlich extra und mit der gebotenen Ernsthaftigkeit beantwortet gehört. Die Tatsache dass Frauen im Schnitt weniger verdienen als Männer ist z.b. keine.

        • „Der Fehler passiert allerdings in dem Moment, wo man große ERKLÄRFÄHIGHKEIT einer Theorie gleichsetzt mit großer VORAUSSAGEFÄHIGKEIT. Das ist der conflation error. Dadurch kann folgende Situation auftreten: An den tatsächlichen DATEN zeigen sich die vohergesagten Effekte nicht oder nur in geringem Maße. Im wesentlichen gibt es keine Unterschiede zwischen Männern und Frauen was die Belastung durch die Vereinbarkeitsfrage betrifft.“

          Dass man menschliches verhalten nur sehr eingeschränkt für den Einzelnen voraussagen kann ist ja relativ klar und da wird auch niemand widersprechen. Demnach ist das aus meiner Sicht bereits der falsche Ansatz. Es geht eher darum TENDENZEN um Schnitt zu benennen und Erklärungen für Unterschiede zu finden, die eine Einordnung und bessere Einschätzung von Verhaltenstendenzen ermöglichen.

          Das ist ja im übrigen bei sozialen Erklärungen nicht anders. Selbst wenn jemande sehr konservativ erzogen wurde und in einer sehr konservativen Gesellschaft lebt kann er sich unkonservativ verhalten. Wir können die Tendenz einer Gruppe zu einem bestimmten Verhalten voraussagen, aber nicht das verhalten des Einzelnen. Und gerade wenn man bestimmte Verhaltensweisen nicht als „Anordnung zu einem verhalten“, sondern als Motivation zu einem bestimmten Verhalten ansieht, dann wird auch klar, dass andere Motivationen immer hineinspielen können und damit eine Einzelbetrachtung nur sehr eingeschränkte Informationen liefert. Wir müssten dazu jeweils die Gemengelage der verschiedenen Motivationen kennen um mit höherer Wahrscheinlichkeit eine Prognose abgeben zu können.

          Mir kommt bei der Diskussion zu kurz, dass man zwar das Verhalten nicht voraussagen kann, dass aber dennoch Motivationen die Wahrscheinlichkeit eines bestimmten Verhaltens erhöhen.
          Ich hatte bereits als Beispiel angeführt, dass jemanden Geld für eine bestimmte Entscheidung geboten wird, die diese für ihn attraktiver macht.
          Ein anderes Beispiel wäre, dass man bei einem Würfel auch wenn man die Wahrscheinlichkeiten kennt nicht vorhersagen kann auf welche Zahl er fällt. Wenn der Würfel aber auf einer bestimmten Seite anders gewichtet ist, dann wird er häufiger auf bestimmte zahlen fallen. Natürlich sagt das das ergebnis des Wurfes nicht voraus. Aber es ist ein wichtiger Faktor, wenn man Prognosen über eine Vielzahl von Würfen anstellt.
          Wenn wir jetzt zwei Spiele hätten, bei denen einmal mit gleichmäßigen Würfeln gespielt wird und einmal mit Würfeln, die 5 und 6 deutlich häufiger als Ergebnis haben, dann verwundert es auch nicht, wenn sich die Spieler in dem einen Spiel anders verhalten als in dem anderen Spiel, also in dem zweiten häufiger auf 5 und 6 setzen oder für andere Ergebnisse höhere Gewinnauszahlungen ansetzen.

          Diese Unterschiede in den Wahrscheinlichkeiten (=Motivationen) fallen nicht weg, wenn man anführt, dass man das Ergebnis eines Wurfs nicht vorhersagen kann. Und auch wenn diese Unsicherheit besteht bleibt der Grund interessant.

          Das Ausblenden des Grundes führt hingegen zu schlechten Ergebnissen, weil man damit die geänderten Wahrscheinlichkeiten nichts berücksichtigt. Wer versucht, das Verhalten der Spieler des zweiten Tisches anders als mit dem Würfel und seinen Eigenschaften zu erklären, der erhält Schwachsinn. Nehmen wir mal an, dass die 5 und die 6 für die Tendenz stehen Zeit mit den Kindern zu verbringen (der Gewinn wären „glückspunkte“ für Lebensführung), dann könnte man natürlich anführen, dass die Frauen unlogisch spielen oder durch falsche informationen dazu gebracht werden, auf nur 2 Zahlen zu setzen, während die Männer auf alle Zahlen setzen.
          Noch schlimmer wird es, wenn man im ersten Spiel eine Gewichtung auf 1 und 2 in den Würfeln hätte, sagen wir sie stehen für Status und Geld. geht man immer noch davon aus, dass beide Spiele gleich sind und ignoriert die verschiedenen Gewinne, dann kommt man zu gänzlich falschen Ergebnissen

        • Um den Gegensatz „Einzelfall vs (Gruppen)Tendenz “ geht es nicht.

          „Mir kommt bei der Diskussion zu kurz, dass man zwar das Verhalten nicht voraussagen kann, dass aber dennoch Motivationen die Wahrscheinlichkeit eines bestimmten Verhaltens erhöhen.“

          Das bestreitet niemand. Allerdings gibt es eine Vielzahl von Motivationen, die auf viele Unterschiedliche Weisen die Wahrscheinlichkeiten von unterschiedlichen Verhaltensweisen beeinflusse. Diese Verhaltensweisen interagieren wiederum untereinander auf unterschiedliche Arten. Kurz: Oftmals ist die Sache zu komplex, um es auf eine simple Erklärung zurückzuführen. Genau darauf habe ich vorhin hingewiesen, auf den (mitunter zwanghaften) Wunsch, die ERKLÄRUNG zu finden.

          „Wer versucht, das Verhalten der Spieler des zweiten Tisches anders als mit dem Würfel und seinen Eigenschaften zu erklären, der erhält Schwachsinn.“

          Ich habe den Eindruck, du hast Schwierigkeiten mit dem Konzept ein Verhalten zu beobachten ohne es ERKLÄREN zu wollen, ohne den GRUND herauszufinden.
          Dabei ist für die Entscheidungen des täglichen Lebens, für das soziale Miteinander, der Grund nicht so wichtig. Wichtig ist die Fähigkeit Zusammenhänge und Häufungen zu erkennen. WARUM die Häufung in dieser Form auftritt ist hingegen zweitrangig. In deinem Beispiel mit dem Würfel, um einen guten Tip abgeben zu können brauchst du nur zu wissen, dass 5 und 6 öfter kommen. WARUM diese beiden Zahlen öfter kommen ist nebensächlich. Ein Modell welches diesen Umstand erklärt ist ein netter Bonus, für die Entscheidung ist NUR das Wissen um den Zusammenhang wichtig. Und das ist wesentlich einfacher zu erlangen: Man muss nur beobachten (nicht: erklären).

          Mit anderen Worten: Eine gute datenbasierte Heuristik ist in vielen Fällen einem komplizierten Regelsystem, welches das Phänomen erklärt bzw zu erklären versucht, vorzuziehen. Die Forschung über Stereotype bestätigt das.

          Der Punkt dabei ist: Es kommt mehr auf die Zusammenhänge und Struktur in den Daten an, weniger auf die Gründe für die Zusammenhänge und die Struktur. Eine gute Heuristik hat den Vorteil, dass sie meistens richtig ist (sonst wäre es keine gute Heuristik).
          Ein Regelsystem ist hingegen vor allem für den Verstand sehr attraktiv: Man muss nur die Punkte nacheinander abarbeiten und schon fällt am Ende eine Entscheidung heraus. Endlich Schluss mit der Ungewissheit angesichts der komplizierten Welt! Hier kommt die Maschine die mir ERKLÄRT wie und warum ich Entscheidungen treffen soll. Je komplizierter die Welt, desto verzweifelter die Suche nach einfachen Antworten.

          Wohin das führt, hat man 2008 bei der Finanzkrise gesehen: Diese wurde ausgelöst durch komplizierteste ökonomische Modelle, die aufgrund einer Vielzahl von Modellen und Regeln Risikobewertungen vorgenommen haben. Diese Risikobewertungen wiederum waren die Grundlage, aufgrund derer Tausende von Anlegern und Spekulanten ihr Geld investiert haben. Sie haben sich auf die Bewertungen verlassen, denn diese haben ja wissenschaftlich ERKLÄRT, wie der Markt funktioniert. Vorne Daten rein, hinten Ergebnis raus.
          Nur die dumme Realität hat nicht mitgespielt, denn die hat sich nicht an die ERKLÄRUNGEN der ökonomischen Modelle gehalten: Kein Risikomodell hat den Crash vorausgesagt, im Gegenteil, bis zum Schluss wurde genau dort investiert wo es nachher am heftigsten gekracht hat.

          Mit einer guten Heuristik wär das nicht passiert.

          Regelsysteme haben ihre Berechtigung, aber wenn man darüber den Blick für die Daten, die tatsächlichen Verhältnisse verliert, sind sie nutzlos.

        • „In deinem Beispiel mit dem Würfel, um einen guten Tip abgeben zu können brauchst du nur zu wissen, dass 5 und 6 öfter kommen. WARUM diese beiden Zahlen öfter kommen ist nebensächlich.“

          Nur ist das bei menschlichen Verhalten eben nicht so einfach, weil es komplexer ist als ein Würfel.
          Das „Gewicht“, welches den Menschen mehr zu einem Verhalten ziehen lässt, ist vielschichtiger. Die einfachste Beschreibung des „Gewichts“ ist oft die Beschreibung dessen, was evolutionär damit erreicht werden sollte und wie das ausgestaltet worden ist.
          Wer zB nur beobachtet „Früher trugen Männer Stöckelschuhe, heute Frauen“, der erkennt recht wenig. Wer aber davon ausgeht, dass beide verschiedene Signale senden sollten, deren konkrete Ausprägung abgestimmt wird auf Zeit und Situation, der kann weitaus mehr damit anfangen.

        • „Nur ist das bei menschlichen Verhalten eben nicht so einfach, weil es komplexer ist als ein Würfel.
          Das “Gewicht”, welches den Menschen mehr zu einem Verhalten ziehen lässt, ist vielschichtiger. Die einfachste Beschreibung des “Gewichts” ist oft die Beschreibung dessen, was evolutionär damit erreicht werden sollte und wie das ausgestaltet worden ist.“

          Du bist lustig. Zuerst erklärst du mir, menschliches Verhalten wäre komplex, vielschichtig und nicht so einfach zu erklären (Genau dasselbe habe ich übrigens in den beiden langen Beiträgen zum Ausdruck gebracht.) Im nächsten Satz willst du mir auch schon eine, O-Ton, einfache Beschreibung des gerade eben noch als kompliziert und komplex charakterisierten Verhaltens verkaufen.

          „Wer zB nur beobachtet “Früher trugen Männer Stöckelschuhe, heute Frauen”, der erkennt recht wenig.“

          Und da ist wieder der zwanghafte Drang zu einer Erklärung.
          Ich habe eine Frage an dich: Angenommen, jemand hat „nur“ diese Beobachtung, von der du sagst es sei recht wenig. Was genau fehlt dieser Person, um vernünftig entscheiden zu können, welches Schuhwerk für einen Besuch in der Oper angebracht ist? Mit „angebracht“ meine ich hier, ohne dass die Person angestarrt wird wie ein bunter Hund. Eine ziemlich komplexe Entscheidung, oder? Angesichts des Mangels an Information geradezu unlösbar. Und keine Erklärung weit und breit…
          Trotzdem schaffen es an die 100% der Opernbesucher mit traumwandlerischer Sicherheit die richtige Entscheidung zu treffen: Sie werden nicht angestarrt wie eine bunter Hund. Erstaunlich.

          Ich formuliere mit deinem Schuh-Beispiel absichtlich eine praxisrelevante Frage, du kannst Opernbesuch auch durch Kinobesuch ersetzen. Der Punkt ist, es geht um etwas was direkt aus dem praktischen Lebensalltag der Menschen kommt. Eine historische Einordnung verschiedener Kleidungskonventionen fällt nicht in die Probleme des täglichen Lebens, das ist eine völlig separate (durchaus interessante) Spezialfrage.
          Um dort draußen in der Welt zurechtzukommen, reicht in der Regel Mustererkennung (=Korrelation), kombiniert mit ein paar allgemeinen Heuristiken. Erklärungen (Kausalitäten) sind dazu nicht notwendig.

          Die Aufgabe von Wissenschaft ist es hingegen, nach dem WARUM zu fragen, die Kausalitäten zu finden. Es hat schon einen Grund, warum Wissenschaft in unserer westlichen Zivilisation so hoch angesehen ist, es ist immerhin die Basis unseres Lebensstandards. Der Wert einer Theorie bemisst sich aber nicht nur an der Erklärungskraft, sondern auch an der Vorhersagekraft. Bei den Naturwissenschaften ist die Vorhersagekapazität oft automatisch recht hoch: Wenn die Theorie nicht stimmt und Käse voraussagt, stürzt das Flugzeug ab. Die Vorhersagekraft wird sozusagen implizit geprüft (sonst funktioniert das Ding nämlich nicht), daher ist es in Ordnung wenn man sich hauptsächlich auf die Erklärung, auf die Frage nach dem Warum konzentriert.
          Bei sozialen Themen ist das anders. Hier ist es aufgrund der hohen Komplexität (Untersuchungsobjekt Mensch, freier Wille und so) umso wichtiger, die Vorhersagekraft extra und ausführlich zu testen.
          Die meisten Evo-Psych Theorien sind sehr erklärungslastig. Verhalten X tritt auf, WEIL… Es ist nicht klar wie große ihre Vorhersagekraft ist. Das ist unabhängig davon, ob die Erklärung richtig oder falsch ist. Eine hohe Erklärkraft bedeutet nicht automatisch hohe Vorhersagekraft. Ein Modell mit unklarer bzw. begrenzter Vorhersagekraft ist praktisch wenig relevant.
          Umgekehrt: ein Modell mit hoher Vorhersagekraft ist praktisch nützlich. Dazu muss das Modell nicht einmal eine Erklärung anbieten. Es reicht, wenn die Vorhersagen stimmen.

          Wenn ich höre: „Männer sind …, Frauen sind …“ – OK (solange die Behauptungen grundsätzlich mit meiner Heuristik übereinstimmen).
          Wenn ich höre „Männer sind … WEIL, Frauen sind … WEIL“, dann bin ich erstmal misstrauisch.

        • „Ich denke es handelt sich mehr um ein Phänomen auf der meta-Ebene, geboren aus dem Wunsch des Menschen seine Umwelt zu VERSTEHEN. Da liegt die Frage nach dem WARUM nahe, und das ist auch richtig so. Viele bedeutende wissenschaftliche Entdeckungen haben ihren Ursprung in dieser Frage. Allerdings besteht dadurch auch die Tendenz, vieles auf das WARUM zu verkürzen, im Sinne von „nur darauf kommt es an“. Damit kann man leicht die tatsächlichen Verhältnisse ein bisschen aus den Augen verlieren.“

          Sehr interessante These. Als R&D-Mensch stellt sich mir natürlich täglich die Frage nach dem Warum.
          Aber Du hast recht, manchmal hilft sie nicht weiter und manchmal führt sie sogar in die Irre.

          „Es ist dafür durchaus eine gewisse Überwindung vonnöten, die Korrelation einfach Korrelation sein zu lassen und NICHT sofort nach dem WARUM zu fragen.“

          In der Tat.
          Aber erzähl das mal einem 3-jährigen Kind 😉 .
          Die Frage nach dem WARUM ist wohl so tief in unserer Psyche verankert, dass wir sie gar nicht umgehen können.
          Anders gesagt: es ist mental schwieriger, die Welt so zu akzeptieren, wie sie ist, als sie verstehen und ändern zu wollen.

        • „Die Frage nach dem WARUM ist wohl so tief in unserer Psyche verankert, dass wir sie gar nicht umgehen können.“

          Schön gesagt!

          „es ist mental schwieriger, die Welt so zu akzeptieren, wie sie ist, als sie verstehen und ändern zu wollen.“

          Den Wunsch nach Verstehen kann ich voll und ganz nachvollziehen. Das unterstütze ich auch. Schwierig wird es m.M.n. bei dem „ändern“-Teil.
          Den statischen, unbelebten Teil der Welt kann der Mensch ja recht gut verstehen und einfach ändern. Anders sieht es bei sozialen Phänomenen aus, bzw alles wo der mensch selbst als Untersuchungsgegenstand auftaucht. Hier tun sich ein paar prinzipielle Probleme auf. Die Gleichsetzung von hoher Erklärkraft = hohe Voraussagekraft (und damit Nützlichkeit), die bei Physik u.ä. gut funktioniert hat, greift beim Mensch manchmal nicht mehr, noch weniger bei sozialen Phänomenen. Das ist einfach zu komplex.

      • @mitm @ Adrian

        Auch wenn es schon bekannt ist, möchte ich an dieser Stelle noch einmal betonen, wie wichtig der von mitm geprägte Begriff der „Sprachhypnose“ ist.

        Das feministische Mantra, permanent die weibliche „Doppelbelastung“ zu betonen, hat den Effekt, dass wir alle etwas glauben sollen, was nicht existiert.

        Entscheidend ist nicht, dass Frauen „doppelt“ oder „dreifach“ belastet sind.
        Arbeitet eine Frau
        – 4 Stunden am Tag in Erwerbsarbeit und leistet
        – 1 Stunde um Haushalt und
        – 3 Stunden um Kinderbetreuung, so ist das ein faktischer 8-Stunden-Tag.

        – Arbeitet der Mann 8 Stunden Erwerbsarbeit,
        – leistet ebenfalls 1 Stunde im Haushalt und
        – 1 Stunde Kinderbetreuung, dann hat er in Addition 10 Stunden gearbeitet.

        Man kann sehen: In Addition von Erwerbs-, Haus- und care-Arbeit hat der MANN objektiv mehr Arbeit geleistet.
        Es wird aber gar nicht auf der Basis der empirischen Realität argumentiert, sondern sprachhypnotisch damit gearbeitet, dass weibliche „Doppelbelastung“ als weibliche MEHRARBEIT *empfunden* wird.

        Die feministische Propaganda zielt erkennbar darauf, „gefühlte Belastungen“ *an Stelle* der objektiven Realität zu setzen. Das ist der weiblich-feministische „frame“, in dem dann „Gerechtigkeit“ zwischen den Geschlechtern verhandelt wird. Neues „gerecht“ ist die Aufteilung von Hausarbeit und care-Arbeit 50:50 – dass die Frau nur 33% des Familieneinkommens erzielt ist in der Diskussion irrelevant.
        In der Praxis läuft diese „neue Gerechtigkeit“ auf 7 Stunden Arbeit für Frauen und 11 für Männer heraus.

        Jeder Versuch, *auf* die traditionellen Ansprüche an Männer die modernen aufzusatteln läuft auf MÄNNLICHE Mehrarbeit hinaus – das ist der rosa Elefant im Raum.
        Der Witz an der medialen Debatte ist, diese schreiende Ungerechtigkeit als „gerecht“ zu verkaufen. Nicht „equality“ ist das Problem, sondern dass hier sichtbar *Ungleichheit* als „Gleichheit“ verkauft wird.

        Subcomandante crumar
        (Organisation MGTOW)

        • „dass hier sichtbar *Ungleichheit* als „Gleichheit“ verkauft wird.“

          Das ist der einzige Sinn des Feminismus. Deshalb hält man sich diese Fanatiker überall in den Medien und in der „Wissenschaft“.
          Ein extrem wertvoller Dienst, da ist der Feminismus wirklich alternativlos.
          Und die Leute glauben sogar noch, Feminismus stünde für „Gleichheit“ lol, besser geht es nicht!

        • Das ist das, was ich immer sage. Der Mann ist weiterhin der Versorger, der mit seiner Tätigkeit alle ernährt. Die Frau „spielt“ ift nebenher.
          Wie mein Vater bei sowas sagt: „Du lebst gut von meiner Faulheit „(wenn man mehr Haushalrshilfe will.)

        • Im Prinzip ist Feminismus die Forderung jegliche Privilegien (also echte) und allen Wohlstand zu bekommen ohne im Gegenzug Verantwortung zu tragen und Arbeit zu leisten.

          Man würde ja meinen das würde die Frauen glücklich machen. Tut es aber nicht. Egal wie viel Geld man ihnen hinterherwirft, gibt es folgende nicht auflösbare Probleme:

          1. Ganz gleich wieviel Diversity man ihnen hinterherwirft, in der Praxis muss die Arbeit erledigt werden. Karrierefrauen können deswegen nicht in einem sinnvollen Maße Mutter sein
          2. Ohne Mann ist Frau unglücklich. Dies hat sehr stark mit alten Instinkten zu tun, da sie in der Urzeit ohne männlichen Beschützer schlicht draufgehen würde.
          3. Dank Hypergamie werden Frauen immer nach oben „partnern“ wollen. Das geht nur wenn es einen „Earnings Gap“ gibt, den die Männer meistens mit mehr Arbeit kreieren müssen. (Nein Hypergamie ist nicht böse, es ist rein anthrozentrisch betrachtet ein funktionierender Instinkt, da jede Generation einen Tick besser ist als die vorherige. Ungezügelte Hypergamie ist allerdings ein übel) Völlige Parität kann und wird es nicht geben weil Punkt 2.
          4. Frauen sind faktisch nur zwischen 15 und 35 Jahren fruchtbar. Wenn die Karriere vorne ansteht wird es in der Regel nichts mit dem Kinderwunsch. Und nein, liebe Frauen, bitte projeziert nicht eure eigenen Wünsche auf die Männer. Männer interessiert eure Karriere nicht. Genausowenig wie euch seine Emotionalität interessiert.

  2. Doppelte Belastung ist auch so ein Scheinskandal, der nur durch die Jammeraffinität des weiblichen Geschlechts überhaupt in den Schlagzeilen ist.
    Fakt ist: Wenn man sich zwei Aufgaben aufhalst (Kind und Job) hat man nun mal eine Belastung mehr (1+1=2, wobei 2 doppelt soviel ist wie 1) . Quelle Surprise!

  3. Typisch toxische Maskulinimimität: Chris berichtet von Gefühlen und verweist auf ZDF (Zahlen, Daten, Fakten), die das widerlegen…
    Das muss doch bitte mal aus weiblicher (vulgo feministischer) Sicht betrachtet werden und nicht mit WHM-Statistik …

  4. Sehr, sehr interessant. Die Feministinnen haben das Thema in die Wahrnehmung der Öffentlichkeit aus ihrer Sicht gehieft und nun bleibt es bei dabei, dass Vereinbarkeit und Familie und Beruf ein klassisches Frauenthema sei. Dabei haben wir Väter genau das gleiche Problem … oder eben nicht.

    Vielen Dank für den Hinweis. Es gilt auch für andere Familienthemen.

  5. „Stress“, „Belastung“ etc sind lediglich pseudowissenschaftliche Narrative, die aus der Irrationalismus-Giftküche der Postmoderne kommen. Besonders in der New Age-Bewegung ausgebrütet, hat jeder Menge „Psychologen“ einen Grund fürs Kurpfuschen geliefert („life-work-balance“).

    Eine der erfolgreichsten Kampagnen gegen die verhasste Moderne, nein – wohl die allererfolgreichste – von denen! Ist auch ganz tief in die seriösen Naturwissenschaften eingedrungen, zB über die Krebs-Forschung.

    • Der Feminismus ist, was die Verbreitung des Ganzen angeht, ein sehr kleiner Fisch! Und folgt lediglich im Rahmen des „progressiven Intersektionalismus“, nichts Originelles hier.

    • „Die Gleichberechtigung ist erst dann kein Thema mehr, wenn es selbstverständlich ist,
      dass eine absolut unfähige Frau in den Aufsichtsrat eines Daxunternehmens berufen wird.“

      So macht man die Idee der Gleichberechtigung nur verachtenswert, indem man sie mit „absoluter Unfähigkeit“ und aus dem Ruder gelaufener, allgemeiner Korruption direkt in Verbindung bringt.
      Auf ganz ähnliche Weise wurde vor knapp 100 Jahren die Demokratie verunglimpft, als Hort der Korrumpiertheit. Der entscheidene Unterschied zu damals: während man sich früher vehement distanzierte, opfert man sich heute mit unbegrenzter Solidarität mit den an die Wand gemalten Zuständen. Man sieht, die Feinde der Demokratie und Gleichberechtigung haben erheblich dazugelernt!

      Und stylischer sind sie auch noch: „FrauenPower Outfit: Klassisches -ich liebe dieses Label-ZIGZAG StrickHose von MISSONI.“

      • Das Konzept der Gleichberechtigung ist verachtenswert. Weil wir nicht gleich sind.
        Solange Frauen nicht die gleiche Verantwortung tragen wie Männer (was nie passieren wird, weil Frauen dazu schlicht nicht fähig sind) ist die Idee der Gleichberechtigung Wahnsinn.

        Das sieht reaktionärer aus als es ist. Kinder sind auch nicht gleichberechtigt zu erwachsenen, dennoch würde niemand sagen dass sie unterdrückt sind.

        • @Benjy
          Gleichberechtigung hat aber mit mit tatsächlichem Gleich-Sein gar nichts zu tun. Das zielt nur darauf ab, dass verschiedene Menschen gleiche Rechte haben sollen. Nichts weiter als das.

          „Solange Frauen nicht die gleiche Verantwortung tragen wie Männer (was nie passieren wird, weil Frauen dazu schlicht nicht fähig sind) ist die Idee der Gleichberechtigung Wahnsinn.“

          Selbst wenn es so wäre, wäre dies weder falsch noch „Wahnsinn“. Denn die Gleichberechtigung räumt nur gleiche Rechte ein. Jemandem, der keine Verantwortung tragen kann, wird also nur nicht *prinzipiell* ausgeschlossen, aber in der Realität muss er sich trotzdem bewähren.
          Wenn du also glaubst, dass Frauen unfähig sind, kannst du trotzdem nichts gegen die Gleichberechtigung haben. Weil du dich ja drauf verlassen kannst, dass die Frauen sowieso nirgendwohin kommen.
          Vielleicht fruchtete die feministische Propaganda bei Dir, die Gleichberechtigung und „Gleichstellung“ zu austauschbaren Begriffen machen will?

          „Kinder sind auch nicht gleichberechtigt zu erwachsenen, dennoch würde niemand sagen dass sie unterdrückt sind.“

          Kinder sind, was zB das Menschenrecht anbetrifft eben doch gleichberechtigt mit Erwachsenen. Sogar privilegiert, weil man die fehlende Selbstständigkeit anerkennt, wofür die Erwachsenen gradestehen müssen.

        • „Solange Frauen nicht die gleiche Verantwortung tragen wie Männer (was nie passieren wird, weil Frauen dazu schlicht nicht fähig sind) ist die Idee der Gleichberechtigung Wahnsinn.“

          Natürlich sind Frauen dazu fähig. Du laberst den gleichen Scheiß wie Feministen. Und Gleichberechtigung ist kein Wahnsinn. Sie ist das einzige sinnvolle wenn man die Freiheit schätzt

    • Zaehlt
      1. atmen
      2. mit der Freundin am (Freisprech)-Telefon quatschen
      3. Selfies auf Instagram posten
      4. zwei Stunden warten bis der Braten im Ofen fertig ist
      als 4-fach Belastung, wenn man das alles gleichzeitig macht?

      • Nur wenn du eine Frau bist!

        Wenn du Frau bist, ist „atmen“ eine *Arbeit*, weil das Patriarchat Frauen die Luft zum atmen abschnürt, um sie zum schweigen zu bringen.
        Als Mann ist „atmen“ hingegen eine *Tätigkeit*, die er nur verrichtet, um die patriarchale Unterdrückung aufrechtzuerhalten, indem er Frauen die Luft wegatmet, die sie so sehr brauchen würden, um die patriarchale Unterdrückung zu bekämpfen!
        Da „Scheißarbeit“ stereotypisch mit Frauen konnotiert ist, kann „scheißen“ demzufolge nur *weibliche Arbeit* sein, während Männer sich durch ihr scheißen nur vor der gleichberechtigten Teilhabe an der Hausarbeit drücken wollen, respektive diese Zeit nutzen, um Karriere zu machen.

        Siehst du, es ist ganz einfach!
        Und nun schreibe auch du eine feministische Studie.

        subcomandante crumar
        (Organisation MGTOW)

  6. Väter halten die Klappe, dafür jammern Mütter umso mehr. Schlussendlich haben aber Männer und Frauen, die Karriere UND Kind möchten, null Mitleid verdient. Sie entscheiden sich bewusst für einen stressigen Job und für weniger Freizeit. Und Kinder haben ist kein Hobby, das man ab und zu mal macht.

        • Wobei mindestens einer schon gut verdienen sollte. Sobst kann man sich Kinder nicht leisten.
          Wobei Karriere eh nur wenige machen.

        • @Truth

          Dazu sage ich knallhart: Wenn du dir keine Kinder leisten kannst, dann schaff dir keine an. Es ist nicht so als würden die völlig überraschend vom Himmel fallen, und es ist auch nicht so als wäre Frau in einer Schwangerschaft gefangen, da gibt es etliche Exit-Szenarien.

          Und nein alleinerziehende Mütter sind meist schlechte Mütter. Das ist und bleibt mein Standpunkt, zuviele negative Datenpunkte sind mit alleinerziehenden Müttern verbunden.

      • Tja, hätte sie mal den Vater nicht verlassen, dann würde sich die Frage nicht stellen.
        Genau deswegen sollte Frau einen PARTNER haben. Damit a) die Versorgung sichergestellt ist und b) die Kinder zu erwachsenen aufgezogen werden können.

        Verzeihung, aber die Korrelation zwischen alleinerziehnden Müttern und diversen übel in der Gesellschaft wie Imprisonment, Ausreißern, Kriminalität etc. ist einfach zu stark als das ich sie da vom Haken lassen würde.

        • Umso wahnsinniger ist es, dass die alleinerziehenden Mütter so glorifiziert werden! Als ob sich vom nächstbesten schwängern lassen, eine riesen Leistung wäre!
          Wenn der Vater verstorben oder eine Gefahr für die Familie ist, ist das natürlich etwas anderes.

  7. „Männer thematisierten ihre Probleme hingegen zu wenig“

    Das ist wie immer das Problem. Männer thematisieren nicht – und wenn sie es doch tun, kriegen sie von Feministen „Male tears“ und „Cry me a river“ zu hören. Aber das interessiert ja niemanden.

    • Siehst du, scheiß drauf was Feministen sagen. Das allein ist eigentlich schon ein eine Kapitulation.
      Männer beschweren sich allerdings vor allem deswegen nicht weil Männer Macher sind. Sie lösen Probleme, sie jammern nicht darüber. Und natürlich weil die Arbeit zur Identifikation des Mannes beiträgt.

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