„Begeistert euch für Weicheier“ (weil das feministisch richtig ist)

Stevie Schmiedel appelliert an die Frauen, Weicheier gut zu finden, weil sie selbst merkt, dass diese nicht gut ankommen:

Dieser Text ist ein Plädoyer zur Aufwertung des Begriffs „Weichei“. Ein Traum von einer Welt von T-Shirts, auf denen „Weichei und stolz drauf“ steht, eine Ode an Männer, die mit toxischen Männlichkeitskonzepten hadern, an ihnen scheitern, aufstehen und überzeugt „Vergiss es, ich lass das einfach so“ ausrufen.

Er ist aber genau so ein Appell an Frauen, sich diese Weicheier mal genauer anzuschauen. Oder besser: Nicht so sehr den Aggregatszustand der Eier, sondern ihre eigenen Erwartungen an „sie“. Woher genau kommt ihre libidinöse Prägung, ihre Abneigung gegen jede Konsistenz, die nicht der gängigen James Bond-Härte entspricht?

Eine Traumwelt, in der sich Männer sich so verhalten, dass sie nicht als attraktiv wahrgenommen werden und Frauen beständig versuchen müssen, dass zu ignorieren, weil es ideologisch richtig wäre, andere Männer attraktiv zu finden.

Die Alternative, nämlich sich einmal damit zu beschäftigen, warum Männlichkeit eben gerade nicht als attraktiv wahrgenommen wird und warum Männlichkeit damit keineswegs nur toxisch ist, stellt man lieber nicht an.

Immerhin wird erkannt, dass die Erwartungen der Frauen und deren Auswahlverhalten dazu beiträgt:

Neulich saß ich mit einer guten Freundin beim Wein, die rumjammerte, dass sie – als Feministin – eben keinen Mann haben kann. DIE wollten ja alle, dass sie – käme ein Kind – zuhause bleibe während er Karriere mache. DIE könnten alle nicht kochen und DIE würden auch noch erwarten, dass sie die Hemden bügele, wenn sie von der Arbeit käme. Sie verkehrt eher unter Wirtschaftsleuten. Was ja nicht heißt, dass man in seiner Freizeit, auf Parship oder in nächtlichen Clubwelten nicht andere Szenen frequentieren kann. Lila Pudel sind sicher auch in der Wirtschaft anzutreffen, unter Sozialwissenschaftlern, Künstlern oder Pädagogen trifft man sie trotzdem eher. Hat man aber bestimmte Vorstellungen, was DIE verdienen sollen, damit man sich gemeinsam den Tauchurlaub auf Bali leisten kann, legt das einen Filter fest.

Das eine Rollenumkehr selten gewünschst ist, dass die meisten Frauen allenfalls einen Mann wollen, der sie unterstützt, aber eben keinen Hausmann, wird, geht da auch etwas unter.

Aber nicht nur bei Unternehmer*innen und Wirtschaftsfrauen* finden wir hehre Ansprüche an die Kerle. Auch geerdete Vorstellungen, wie er beim gemeinsamen Zelturlaub das Wolfsrudel verjagt oder sie unter den Sternen auf seinen Armen trägt macht es Männern nicht gerade einfach, sich in einer Welt voll Ansprüchen zu orientieren. Wie neulich ein guter Freund zu mir sagte: „Es fällt mir so schwer, zu sagen, dass ich etwas nicht kann oder nicht weiter weiß. Ich habe das Gefühl, Mann zu sein heißt: Immer die Übersicht haben, immer voraus zu gehen, immer alles unter Kontrolle haben. Paddeligkeit ist so unsexy!“

Für eine Feministin wahrscheinlich nicht erklärlich und kaum zu ertragen: Da mögen die einfach alle toxische Männlichkeit. Fordern sie aktiv an. Lehnen andere Männer ab.

Meiner Freundin habe ich entgegen geschmettert, dass sie doch selbst schuld sei, wenn sie auf das ewig gleiche Männerbild setzt und sich nie und nimmer einen Partner auf einem Bruttogehalt von 2.200 Euro vorstellen könnte, der dafür aber ein begeisterter Sozialarbeiter ist. Die Antwort kam prompt: Und wie bitte, sollte der sie und die Kinder dann ernähren, wenn sie arbeitslos wird? Trotz manch emanzipierter Ansichten sitzen Geschlechterrollen doch tief

Oder gar einen, der Teilzeit arbeitet und noch weniger verdient. Auch schön, dass sie es schlicht auf die Geschlechterrollen zurückführt, wenn sich dort eine klare Anspruchshaltung zeigt, nachdem der Mann einen gewissen Lebensstandard abzusichern hat.

Auch das ist etwas, was im Feminismus kaum vorkommt: Dass es bequemer und sicherer für die Frau sein kann, den besseren Lebensstandard über den Mann abzusichern und das es eben meist gerade keine Unterdrückung ist, sondern eben eher eine Anspruchshaltung, die mit feministischer Theorie nicht zu vereinbaren ist, weil man in der nur Opfer sein kann, und nicht Profiteur.

vgl. auch:3030

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75 Gedanken zu “„Begeistert euch für Weicheier“ (weil das feministisch richtig ist)

  1. Bis zum Beweis des Gegenteils gehe ich davon aus, dass keine einzige Feministin oder Genderstudiesstudentin das Konzept Sexuelle Selektion verstanden hat.
    Dabei gibt es eine enge Verzahnung und Zusammenarbeit zwischen Genderstudies und Biologen, wie uns seit kurzem beteuert wird.

    • Ganz im Gegenteil, sie verstehen es intuitiv sehr gut. Gerade deswegen versuchen sie ja 1. die Konkurrenz untereinander auszuschalten (hübsche Frauen gelten dann als „objektifiziert“) und 2. durch das ständige Shaming die Betas von den Alphas auszusortieren. (Nehmt die Worte nicht zu genau, ihr wisst was ich meine)

  2. Zumindest – und das ist für eine Feministin bereits eine erstaunliche geistige Leistung – hat sie erkannt, dass auch Frauen Geschlechtsrollen prägen

    • @ Adrian Das finde ich auch. Da der Text von Schmiedel aber trotzdem noch enorme Macken hat, zeigt das nur, an wieviel Blödsinn wir mittlerweile gewohnt sind. Wenn ein Text mal nicht rundum blind und vorurteilsbeladen ist, erscheint er sofort als Lichtblick.

      @ Christian Ich hatte hier kommentieren wollen, dachte dann aber, ein Kommentar gleich bei Frau Schmiedel selbst ist besser. Ich denke, er wird noch freigeschaltet, sonst kopiere ich ihn nochmal hierher.

      • Leider ist bei Pinkstinks noch niemand dazu gekommen, meinen Kommentar freizuschalten, deshalb poste ich ihn doch mal hier. Einfach zur Sicherheit, falls er aus Versehen untergeht. Ich beginne mit einem Zitat aus Schmiedels Text:

        „Woran wir aber sehr viel eher arbeiten können, als uns einfach so zu akzeptieren, wie wir sind, ist unser Begehren.“ Die Beschäftigung mit sich selbst als Arbeit ansehen zu können, ohne mit der Wimper zu zucken – das ist schon sehr privilegiert.

        Ich finde es trotzdem schön, dass hier in dem Text deutlich wird, dass auch Frauen Bedingungen schaffen, unter denen Männer leben und agieren, nicht nur umgekehrt. Aber was folgt daraus? Es geht hier nicht (oder bestenfalls einmal indirekt) darum, was Frauen TUN sollten – weiterhin, ganz wie in klassischen bürgerlichen Konzepten, steht im Mittelpunkt, welchen Mann sie WÄHLEN. Dieses Muster bleibt unverändert – nur das jetzt zu Abwechslung mal andere Männer gewählt werden sollten.

        Keine Rede davon, wie Frauen es bewerkstelligen können, zu den Einkommen oder zum Steueraufkommen zumindest auf Sicht ihre Hälfte beizutragen. Auch keine Frage, wie denn Frauen ihr politische Engagement– als Beispiel: in allen Parteien deutlich unter der Hälfte der Basisarbeit, auch bei den Grünen – steigern können. Schon gar keine Rede davon, natürlich, wie Frauen zu so unangenehmen und umstrittenen Tätigkeiten wie der Landesverteidigung gleichermaßen beitragen können.

        Die wesentliche gesellschaftliche ARBEIT bleibt völlig selbstverständlich weiterhin Männern überlassen – bei Frauen reicht es vollkommen, wenn sie AN SICH SELBST arbeiten. Ihr Job ist es hier nicht, tätig zu werden – sondern durch ihre Partnerwahl die richtigen Männer mit den richtigen Tätigkeiten zu fördern.

        Das bleibt ein antiquiertes Konzept, auch wenn es neu gefüllt werden soll. Da aber geraten dann Form und Inhalt in Konflikt: Wenn die wesentliche Tätigkeit der Frau die Wahl des richtigen Mannes ist, dann sind es weiterhin die Männer, die wesentliche gesellschaftliche Tätigkeiten zu leisten haben. Dann aber werden natürlich zwangsläufig Männer bevorzugt, deren Leistungsbereitschaft größer erscheint als die anderer Männer: Keine Chance für „Weicheier“ (übrigens ein dämlicher sexualisierter Begriff, ein Parallelbegriff zum ebenfalls dämlichen „frigide Zicke“).

        Notwendige Arbeit wird so von Frauen an Männer delegiert und kann dann in ihrer Bedeutung ignoriert werden: Ist ja eh Männersache. Auch das entspricht antiquierten – sozusagen: toxischen – Weiblichkeitskonzepten.

  3. Also Weichei oder toxische Männlichkeit…

    Ich denke das Frauen ein deutlich größeres Interesse am Erhalt von Geschlechterrollen haben, zu mindestens die der Männer, wie Männer selbst. Die öffentliche Darstellung ist natürlich eine andere.

    Das Feld mit diesen Männern, die den hohen naturgesetzlichen Ansprüchen von heutigen Frauen genügen, wir in Zukunft auch immer kleiner:

    „By 2015, American men 31 to 55 were working about 163 fewer hours a year than that same age group did in 2000. Men 21 to 30 were working 203 fewer hours a year.“

    Die Männer haben immer weniger Lust auf Arbeit.

    „während er Karriere mache.“ – Weiß jemand von einer Studie wie viel Prozent der Leute überhaupt Karriere machen wollen. Es wird immer so getan als ob das der Lebenssinn von vielen Menschen ist. Wahrscheinlich auch ein Zeichen das die Debatte von Uni-nahen Akademikern geführt wird.

    • @Matze

      Die eigentliche Frage ist doch, in wie vielen Jobs ist eigentlich eine solche „Karriere“ überhaupt drin?

      Macht ein Sachbearbeiter für Vertragsänderungen bei Versicherungen Karriere? Wie? Welche?
      Welche Karriere macht eine Grundschullehrerin, eine Krankenschwester, ein Metzger, ein Elektriker?

      Hier steht „Karriere“ für den glücklichen Ausgang beruflicher Selbstverwirklichung – als wäre das für alle Berufe und Positionen überhaupt möglich.

      Von daher ist die nach individuellem „wollen“ zwar eine berechtigte Frage, aber die eigentliche ist m.E. zu hinterfragen, ob die in der Absicht verborgene Behauptung auf ein „können“ trifft.

      Ich würde nämlich behaupten, eine solche Behauptung ist nicht einmal in erster Linie Kennzeichen eines elitären Bewusstseins, sie ist für 90% aller arbeitenden Menschen zutiefst *irreal*.

      Gruß crumar
      (Organisation MGTOW)

      • „… sie ist für 90% aller arbeitenden Menschen zutiefst *irreal*.“

        Würde ich aus meiner Berufs-Erfahrung heraus genau so bestätigen. Ich arbeite als freier Berater in den Branchen Pharma und Medizintechnik. In meinem Arbeitsbereich – Qualitätssicherung – gibt es praktisch keine Beförderung od. dgl.

        Man muß dazu sagen, daß einige Firmen dazu übergegangen sind, viele ihrer qualitativen Mitarbeiter ständig zu befördern – dies aber nur scheinbar. Da werden alle möglichen neuen Rollen und Organisations-Stufen erfunden: „Organisator“, „Koordinator“, „Mentor“, „Administrator“, „Sachkundiger Mitarbeiter“ und und und. Dafür gibt’s dann im Monat 2,19 Euro mehr Gehalt – de facto sind das bloß symbolische Maßnahmen, um die Mitarbeiter ein wenig zu motivieren und bei Laune zu halten.

        Selbst in Firmen, die eine ausgeprägte Hierarchie aufweisen, ist Beförderung und damit echte Karriere häufig nicht möglich, weil viele dieser Firmen Beförderungen an der bestehenden Hierarchie vorbei durchführen. Das sind die sogen. Kronprinzen und -prinzessinnen, die plötzlich auf Stufe 3 der Hierarchie stehen, obwohl sie die unteren Stufen 7, 6, 5 und 4 gar nicht durchlaufen haben.

        Ja, nee – „Karriere“ hießt für die meisten der normalen Mitarbeiter einfach: ich bin nicht gefeuert worden – noch nicht.

        • Im Informatikbereich ist Karriere sogar unattraktiv, zumindest in den meisten Firmen, da damit zwangsweise Personalverantwortung und Papierschubserei einhergehen (Teamleiter, Projektmanager usw.) womit man gute Techniker normalerweise jagen kann.

          Die besseren Firmen (die Minderheit) führt deshalb tatsächlich Pseudoverbesserungen ein, etwa den „senior“-Titel, damit die irgendwie die zwangsweisen Gehaltssteigerungen begründen können. Ein riesiges affiges Theater, allein die jährlichen Personalgespräche. Bin immer froh, wenn die vorbei sind…

    • Ich denke das Frauen ein deutlich größeres Interesse am Erhalt von Geschlechterrollen haben, zu mindestens die der Männer, wie Männer selbst. Die öffentliche Darstellung ist natürlich eine andere.

      Das ist etwas, was die sogenannten Geschlechterforscher (tatsächlich Genderideologen) in ihrer Inkompetenz schlicht nicht wahrnehmen können oder nicht wahrhaben wollen. Darum ist eine solche „Geschlechterforschung“ völlig nutzlos.
      Die Genders tun so, als müssten sich nur und ausschliesslich die Männer ändern und nur die Männer. Die seien das ärgerliche Hindernis, das den Weg ins Gender-Utopia mit ihrer reaktionären Verhaftung in tradierten Geschlechtsrollen versperrt, während die superprogressiven Frauen voranschreiten und längst sämtliche tradierten Verhaltensmuster hinter sich gelassen hätten. Das ist bullshit im Quadrat.

      • „Das ist etwas, was die sogenannten Geschlechterforscher (tatsächlich Genderideologen) in ihrer Inkompetenz schlicht nicht wahrnehmen können oder nicht wahrhaben wollen. Darum ist eine solche „Geschlechterforschung“ völlig nutzlos.“

        Denen geht es nur um ihre radikale Revolution. Diese Leute sind eine Art westlicher, christlicher Taliban (um das mal bildlich auszudrücken). Die „Beziehung der Geschlechter“ interessiert sie an sich nicht die Bohne, das ist nur das Vehikel, mit dem sie ihre Revolution vorantreiben wollen. Der gezielte Einsatz von „Amoralität“ usw, um die Gesellschaftsordnung zu untergraben. Die haben seit den Anarchisten vor 150 Jahren gar nichts dazugelernt und leben immer noch in dieser Vergangenheit.

        Mittlerweile sind sie ja sogar selbst die sexual-feindlichen und reaktionären Spiesser, deren Gegensatz sie immer sein wollten 😀

        • @Alex
          Interessante Interpretation. Was ist an diesen Genderideologen eigentlich christlich, wenn Du sie als ‚christliche Taliban‘ bezeichnest? Ich kann an denen nämlich gar nichts christliches entdecken.

        • @Maesi
          Ohne mit der Wimper zu zucken, würde ich den Genderglauben und überhaupt den Glauben der „progressiven Linken“ als eine weitere Spielart der in der Geschichte immer wieder auftauchenden christlich- fundamentalistischer Sekten sehen. Wie alle diese apokalyptischen Sekten pushen sie eine ultimative Entscheidungsschlacht zwischen Gut und Böse bzw kündigen diese an. Hier ist das Reich des Teufes die Überwindung des „Patriarchats“. Die immer extrem stark betonte „Erbsünde“ findet sich auch wieder, „Sexismus“, „Rassismus“, „Kolonialismus“ – ewige Busse als „Weisser, männlicher Hetero“ notwendig! Der Eifer, Fundamentalismus und die Intoleranz sind auch vergleichbar.
          Man kommt nur deshalb nicht so schnell drauf, weil die Genderisten und progressiven Linken sich vom Christentum demonstrativ distanzieren. Auch das haben die christlichen Apokalyptiker auch immer gemacht und den mainstream verteufelt.
          Vor allem Erbsünde, aber auch der Manichäismus der Apokalyptik ist klar christlichen Ursprungs. Die progressive Linke hat das (unbewusst) vollkommen übernommen und schickt sich an, damit eine neue Leitkultur, ja einen neuen Glauben, zu begründen.
          Sag mal einer, Kultur spielte keine Rolle…

      • Dürfte auch ein Generationen-Thema sein. Ich selbst bin Nachwuchsführungskraft und müsste (meinem CV nach) mit Hochdruck nach oben streben. Stattdessen sträube ich mich eher gegen die nächste Stufe (was selbstredend keiner meiner Chefs auch nur im Ansatz versteht). Die Gesamtrechnung sieht aber immer so aus: Mit der Beförderung bekommst du jedes Mal etwas mehr Geld (durch progressive Besteuerung oft nur noch symbolische Zuwächse), dafür aber deutlich mehr Arbeitszeit, Stress und Druck. In der Summe sinkt dein Stundenlohn teilweise und deine Lebensqualität sinkt. Wenn man es finanziell nicht nötig hat (keine Frau zu alimentieren) – warum sollte man so masochistisch sein?

  4. Hoffentlich ist Stevie auch klar, dass die Präferenzen und Entscheidungen 50jähriger Feministinnen für männliche Geschlechterrollen nicht sonderlich relevant sind. Wenn das „arme Weichei“ das neue männliche Ideal werden soll, dann müsste Stevie dafür sorgen, dass die Emily Ratajkowskis dieser Welt plötzlich auf arme Weicheier stehen.

  5. Ich verstehe nicht, wie man diesen Schwachsinn Aufmerksamkeit zuteil kommen lassen kann, eben teilt, kommentiert und Verbreitung sichert.
    Wieso kann man diesen Schwachsinn nicht einfach ignorieren?

  6. Don Alphonso hat das Thema übrigens viel besser aufgearbeitet:

    Die Vorstellung, die Männer könnten weniger tun und weicher werden, würde bedeuten, dass die Ansprüche der Frauen sinken. Oder umgekehrt: Wenn die Ansprüche der Frauen an Männer sinken, müssten sie auch nicht mehr so erfolgsorientiert sein. Das wäre dann der Beitrag der Männer zum Gelingen des Gesellschaftsumbaus – der Beitrag der Frauen wäre noch einfacher.

    Sie müssten sich bei der Partnerwahl nicht mehr nach oben orientieren, lange Partner gegeneinander abwägen, und eine neue Garderobe für das erste Treffen kaufen. Sie sollten einfach dem Partner aus der Oberschicht entsagen und langfristig einen Partner wählen, der von Anfang an nicht die geringsten Ambitionen und auch keinerlei Aussicht auf sozialen Aufstieg hat. Das wäre für eine Generation vielleicht nicht wirtschaftlich lukrativ, würde aber den Reichen und Ambitionierten vor Augen führen, dass die früheren Qualitäten und heutigen Laster einfach nicht mehr gefragt sind. Wer vermögend, leistungsbereit und privilegiert ist, muss erkennen, dass seine Vermehrungschancen ebenso wie die Zahl der verfügbaren Frauen gegen Null gehen. Wir sehen schon Ansätze dazu in der Prantlhausener Zeitung, die Männer zu Problemfällen erklärt – jetzt müssen nur noch die Frauen mitziehen, und ihre Präferenzen für alte Privilegien der Problemfälle aufgeben, und deren Träger sexuell ächten. Jeder Porschefahrer auf der Maximilianstrasse muss sehen, welche attraktiven Frauen sich von weichen, zarten Politologen und Sozialforschern das Babboe-Lastenrad fahren lassen. (…)

    Man muss das nur wollen und allgemein propagieren, dann gelingt auch die Transformation. Und jede Frau kann das selbst tun: Einfach dort, wo sie früher bei Tinder schleunigst wegwischte, nun einen Heiratsantrag machen. (…)

    Wenn wir uns einig sind, dass Männer wie ich ein Problem darstellen, und es obendrein geniessen, ein Problem zu sein, weil wir gerne Frauen mit grossen Strohhüten und freiem Bauchnabel benzinverschwenderisch durch die Gegend fahren, muss sich alles ändern. Den Benzinpreis tut mir nicht weh, die Reparaturen tun mir nicht weh, die Kampagnen über neue Männlichkeit lese ist nicht – merken werde ich es erst, wenn niemand mehr neben mir auf dem Alcantaraleder oder auf der Terrasse am Tegernsee sitzen will. Es liegt an den Frauen, Nein zu sagen und die kühle Vernunft dorthin folgen zu lassen, wo das gleichgestellte Herz längst schlagen sollte.

    http://blogs.faz.net/stuetzen/2017/06/27/sieben-polyamore-zwerge-fuer-schneewittchen-7924/

    • „Wenn die Ansprüche der Frauen an Männer sinken, müssten sie auch nicht mehr so erfolgsorientiert sein.“

      Aus dem Sekundärpatriarchalismus:

      Bourdieu (1997, 1998) zufolge ist dies einer der wichtigsten Effekte der auch bei uns andauernden männlichenHerrschaft mit ihren von der männlichen „libido dominandi“ angetriebenen männlichen Spielen, in denen die Männer zwar Macht und Ansehen akkumulieren, aber auch gefangen sind (das Privileg als Falle), während die Frauen dem Ausschluss von diesen Spielen den „luziden Blick“, das Durchschauen der Unsinnigkeit der den Spielen zugrunde liegenden Konkurrenzkämpfe verdanken.

      • @Matze

        Hach! Dieser niedliche bürgerliche Fe_mimimi_nismus schon wieder:

        „während die Frauen dem Ausschluss von diesen Spielen den „luziden Blick“, das Durchschauen der Unsinnigkeit der den Spielen zugrunde liegenden Konkurrenzkämpfe verdanken.“

        Es muss ihnen in der Tat zutiefst unsinnig erscheinen, weil Frauen historisch das RECHT auf den GEWINNER dieser „unsinnigen Spiele“ haben.
        Frauen haben das RECHT auf das RESULTAT der männlichen Konkurrenz – also muss „Konkurrenz“ etwas *zutiefst männliches* sein, ist der lustige Kurzschluss.

        Kurz die Analogie zum feministischen Denken: GLEICHBERECHTIGUNG wäre die Chance, an diesen „unsinnigen Spielen“ zu gleichen Konditionen wie Männer teilnehmen zu können.
        Alle würden an der PRODUKTION des gesellschaftlichen Reichtums gleichberechtigt teilnehmen und diesen produzieren.
        In GLEICHSTELLUNG verbirgt sich mit dem Anspruch auf „Ergebnisgleichheit “ jedoch die Konzentration auf die VERTEILUNG des *bereits produzierten* gesellschaftlichen Reichtums. Wir dürfen frei raten, welches Geschlecht für welche Aufgaben vorgesehen ist.

        Noch einmal mein obiger Satz:
        „Frauen haben das Recht auf das RESULTAT der männlichen Konkurrenz.“
        Ist identisch mit: „Frauen haben das Recht auf das RESULTAT des produzierten gesellschaftlichen Reichtums.“
        Die tiefe Überzeugung, es STEHE IHNEN ZU, sei quasi ihr Anspruch auf die Hälfte das *Familieneinkommens*, einfach wegen „biologischer Existenz“ finde ich in seiner unerschütterlichen Gewissheit unheimlich.

        Diese zum Ausdruck kommende moralische Überlegenheit, den Arbeitsprozess für ein „unsinniges (männliches) Spiel“ zu halten – überhaupt für ein SPIEL – entstammt m.E. den Hirnen von Frauen, die sich noch nie im Leben die eigenen Finger schmutzig machen mussten, gleichwohl der Meinung sind, dass sie es nie tun MUSSTEN, mache sie moralisch überlegen.

        Dass ich diese Soße jemals für kapitalismuskritisch gehalten habe, das ärgert mich wirklich.
        Aber man muss wirklich durch die Schule der MRM gegangen sein, um solche Sätze zu durchschauen.

        Gruß crumar
        (Organisation MGTOW)

        • Das bläst ins gleiche Horn, wie diese Frauen die behaupten das Frauen im Besitz einer höheren Wahrheit sind zu der Männer nicht die Fähigkeit haben sich Zugang zu verschaffen. Selbstredend zu deren Weltbild haben Männer natürlich keine solchen Zugang zu einer eigenen Wahrheit, die Frauen verschlossen bleibt.

          Es ist nicht weiter, die damit zu erklären das diese Frauen sich einfach nicht mit dem männlichen Standpunkt auseinander setzen wollen oder gar berücksichtigen wollen das es sowas überhaupt gibt. Empathisches Geschlecht und so…

          https://allesevolution.wordpress.com/2017/06/01/die-wissenschaftskriege/#comment-295015

        • „Frauen haben das RECHT auf das RESULTAT der männlichen Konkurrenz“

          Ich bin ja kein gelernter Politologe, aber dieses Konzept habe ich viel allgemeiner mal bei einem Gespräch mit einer gewerkschaftlich engagierten Person erlebt, und es erscheint mir unabhängig von Frauen ein Grundkonzept egalitärer Ideologien zu sein.

          Das Argument lautet: einzelne Personen rackern sich mehr oder weniger ab, gewinnen dabei ggf. gegen Konkurrenz und haben hinterher mehr wirtschaftlichen Erfolg; den konnten sie aber nur haben, weil die Gesellschaft als ganzes ihnen ein Umfeld geboten (um nicht zu sagen konstruiert) hat, in dem sie ihren Ehrgeiz austoben konnten. In diesem Sinne war die Gesellschaft an dem Erfolg maßgeblich mitbeteiligt und darf ihren Anteil von ca. 75% (Spitzensteuern + Sozialabgaben) daran zu Recht verlangen. Radikal zuendegedacht folgt daraus der Einheitslohn für alle und die Ablehnung der Idee, jemand könne persönliche Verdienste haben, die ihm alleine zustehen.

          Dieses egalitäre Konzept wird von Feministinnen sowohl innerhalb einer Paarbeziehung als auch auf gesellschaftlicher Ebene zwischen Frauen und Männern als Kollektiven benutzt.

          Kurioserweise übersieht man die Konkurrenz zwischen bzw. Ungleichheit von Frauen auf gesellschaftlicher Ebene: Zuendegedacht – Gleichstellung total! – hätten die wirtschaftlich erfolglosen Frauen ein Recht auf Teilhabe am Reichtum der erfolgreichen Frauen. Die Idee ist aber vermutlich zu unpopulär und überfordert selbst bei Feministinnen die weibliche Solidarität.

        • @mitm

          „Das Argument lautet: einzelne Personen rackern sich mehr oder weniger ab, gewinnen dabei ggf. gegen Konkurrenz und haben hinterher mehr wirtschaftlichen Erfolg; den konnten sie aber nur haben, weil die Gesellschaft als ganzes ihnen ein Umfeld geboten (um nicht zu sagen konstruiert) hat, in dem sie ihren Ehrgeiz austoben konnten. In diesem Sinne war die Gesellschaft an dem Erfolg maßgeblich mitbeteiligt und darf ihren Anteil von ca. 75% (Spitzensteuern + Sozialabgaben) daran zu Recht “

          Über die Höhe kann man streiten, aber vom Prinzip her, ist es genau so. Eine Gesellschaft erfolgreich aufrecht zu erhalten, kostet, von der Infrastruktur über Bildung bis zur Verteidigung. Einer Gewerkschaft, die „Umverteilung“ fordert, kann man dabei durchaus auch ein gewisses Recht zu Forderungen einräumen, da sie ja diejenigen vertritt, die den Löwenanteil der Arbeit machen. Aber selbstverständlich muss auch die Gesellschaft finanziert werden und sie kann es sich nunmal nur von denen holen, die es haben. Das ist trivial.

          Dass der Anteil von Schmarotzern immer weiter steigt, und damit die Abgabenquote, ist hingegen ein Ärgernis. Ich unterstelle Merkel übrigens auch, dass sie mit der Zuwanderung den Sozialstaat zerstören möchte (den Linken nicht, die sind zu dumm, um zu kapieren, was passiert), da der außerhalb Europas als seltsamer Irrweg gesehen wird. Wahrscheinlich glaubt die Frau, dass der in „der Globalisierung“ ohnehin nicht zu halten ist. Und natürlich würde sie den bedingungslosen Freihandel nie in Frage stellen, der ist unverhandelbar…

          „Radikal zuendegedacht folgt daraus der Einheitslohn für alle“

          Das ist nicht „zu Ende gedacht“, das ist wieder typisch deutsch, alles als Dichotomie der Extreme begreifen zu wollen, statt einen gangbaren Mittelweg zu akzeptieren. Wenn man nach deiner Vorstellung das Gegenteil „zu Ende denkt“ sind wir mitten im härtesten Manchester-Kapitalismus, in dem die einen beinahe leistungslos in unglaublichen Wohlstand leben, während die anderen im Dreck wühlen müssen und da auch nicht mehr rauskommen.

        • Allerdings, die Gewerkschaften sind ja nicht von marxistischen Ideologen ins Leben gerufen worden, sondern von den Arbeitern selber, zur Verteidigung legitimer Interessen. Ansonsten würden wir hier auch nicht mehr verdienen als in Bangladesh.

          Das zu ändern ist der Sinn von Merkels Massenzuwanderung, sehe ich genau so.

    • Die Lösung ist einfach! SPD und Grüne (und natürlich auch die Mutterkreuzler der CDU) aufgepasst!

      Einfach ein Gesetz machen, welches das „Heiraten nach oben“ für die Frau unmöglich macht. Eine Ungleichheit von Vermögen, Renten- oder sonstige Ansprüche bei Paaren darf es nicht geben, etwaige Ungleichgewichte sind der Staatskasse zuzuführen! Macht endlich mal hin mit der Geschlechtergerechtigkeit. Sind ja unerträgliche soziale Ungerechtigkeiten, die nach wie vor hierzulande herrschen.

      • Ach Du Anfänger!

        natürlich muss man ein gesetz verabschieden, dass es diesen Männerschweinen verbietet Frauen, die nicht mehr als sie Lohn erhalten und mindestens einen gleichwertigen akademischen Abschluss haben, Frauen mit der Ehe zu knechten.

        • Warum verbietet man die Ehe nicht gleich ganz?

          Sie ist doch ein Werkzeug des Patriarchats, eines der stärksten! Das ist Feminimus 101.

          Aber natürlich wird das nie geschehen, denn sie nehmen ihren eigenen Mist nicht mal wahr, den sie selbst verzapft haben. Stattdessen wird Ehe für Alle gefeiert. Ja, das ist toll: Unterdrückung für alle, statt die Unterdrückung abzuschaffen.

        • Immer dran denken dass Feministen Kultspeak sprechen, nicht deutsch.

          Eine Ehe mit Rechten und Pflichten lehnen sie ab. Pflichten beispielsweise wären für Männer die Versorgung und für Frauen der Beischlaf.

          Das wollen Feministen nicht, da sind ja Pflichten und Abhängigkeiten enthalten.

          Was sie mit „Ehe“ meinen ist ein Ausbeutungskonzept, bei dem der staatliche Knüppel das Plündern des Mannes absichert.
          (Wobei dies zugegebendermaßen in den USA weit schlimmer ist als hier. Und ich werde das hier auch ständig betonen.)
          Daher sind sie gegen Ehe und feiern doch die Ehe. Deutsch vs. Kultspeak.

  7. Ist doch klassische Anspruchshaltung. Der Mann ist Versorger und soll den Haushalt schmeißen.
    Erinmert mich an meine Ex:“ Dein Papa ist so faul, der hilft nie im Haushalt. “
    Ich: „Meine Mutter arbeitet Teilzeit und mein Vater ist selbständig und arbeitet sieben Tage die Woche. Der versorgt die Mama auch finanziell. “
    Ex: „Das hat damit nix zu tun. Der soll trotzdem was machen. “
    Da wars mir dann zu doof.
    Besonders, da sie mir kurz vorher gesagt hat, wenn wir Kinder haben, ist sie Hausfrau. Mein geringerer Verdienst war auch egal, dann soll ich mir einen anderen Arbeitgeber suchen.

  8. „Dr. Stevie Meriel Schmiedel, Deutsch-Britin, ist promovierte Dozentin für Genderforschung“

    Aber von Psychologie scheint sie keine Ahnung zu haben. Sonst würde sie nicht einen so negativ besetzten Begriff wie Weichei promoten, das kann nur schief gehen.

    Und dann noch so einer in ihrem Text: „Lila Pudel sind sicher auch in der Wirtschaft anzutreffen, unter Sozialwissenschaftlern, Künstlern oder Pädagogen trifft man sie trotzdem eher.“ Ist lila Pudel inzwischen der Kosename für männliche Bekannte von Pinkstinkserinnen? Wie depressiv muß man als Mann eigentlich sein, um freiwillig in diesen Kreisen zu verkehren?

    • Das mit dem „Lila Pudel“ ist ein weiterer Hinweis, dass Schmiedel ihr Publikum kritisiert, verarscht, ironisiert, was auch immer.
      Und: natürlich kann die Autorin sich damit rausreden, dass dieser Begriff vereinnahmt gehört und damit „positiv besetzt“ werden muss!
      Das ist kein Femi-Text von der Stange imo.

      „Wie depressiv muß man als Mann eigentlich sein, um freiwillig in diesen Kreisen zu verkehren?“

      Wenn du es geschickt machst bietet die Szene dir jede Menge Frauen, die dir das Frühstück ans Bett bringen…. Ist aber nichts für echte Weicheier 😀

      • „Wenn du es geschickt machst bietet die Szene dir jede Menge Frauen, die dir das Frühstück ans Bett bringen…. Ist aber nichts für echte Weicheier“

        Wahrscheinlich reicht bei denen umgekehrte Psychologie, wie bei kleinen Kindern, ala „du als Frau lässt dich sicher gern verwöhnen, ich mach dir das Frühstück“ – „nein, nein, lass mich nur machen“ 🙂

        Aber wer will eine Frau aus der Szene? Frauen sind so schon kompliziert genug, warum auch noch eine hyper-selbstbewusste, linke, schizoide Aktivistin (mit der Gefahr eine Transe zu erwischen)? Wenn man unglücklich werden will, sicher eine gute Idee.

        • Gefahr? Da die die selbe Ausstattung hat, verwöhnt sie dich besser. Und auf eine Art ist sie ja auch Mann und kann sich bessrr einfühlen. Also auch ein besserer Partner.

        • @Truth

          „Gefahr? Da die die selbe Ausstattung hat, verwöhnt sie dich besser.“

          Na ja, es gibt welche mit solcher Ausstattung und welche mit solcher. Auf Männer stehen vermutlich vor allem die Transen mit männlicher Ausstattung und Frauenkleidern. Geschmackssache.

          „Und auf eine Art ist sie ja auch Mann und kann sich bessrr einfühlen. Also auch ein besserer Partner.“

          Sie/er ist Transe und wenn ich das ganze Transengekreine so sehe und höre, dann glaube ich nicht, dass die mich verstehen…

    • Einfacher Trick, ihr Artikel.

      Wenn sie die anderen Mädels dazu überreden kann, auf Weicheier umzustellen, bleiben ihr mehr Alpha-Tierchen. Eine Generation weiter gedacht: Ihre Alphatierchen haben dann die Weicheier-Tierchen als Konkurrenten.

    • Ich finde auch, dass sie das Bild „Weichei“ erheblichst überstrapaziert insbesondere, wo sie auch nochmal gesondert vom „Aggregatszustand der Eier“ spricht.

      „Wann sind denn die Eier eines Mannes weich?“ ist ja sogar die falsche Frage, vielmehr müsste sie lauten: „Wann hat ein Mann denn harte Eier“?. Und die Antwort wäre im Groben (so ich mich nicht täusche) doch: nur bei Kälte und kurz vorm Kommen.

  9. lol, die Geschäftsführerin von diesem Femiverein ist die Jammer-Femis leid und verarscht sie: sie sollen sich am besten schlaffe Weicheier zulegen — weil das ihrer eigenen Jämmerlichkeit entspricht? Vor allem aber, das macht sie im Laufe des Textes klar, sollten die Jammer-Femis Ansprüche runterschrauben: Es gäbe etwas „Geerdeteres“ als „Tauchurlaub auf Bali“ und „beim gemeinsamen Zelturlaub das Wolfsrudel verjag(en)“ oder „Schönheitsterror“ mitzumachen. „Trotz manch emanzipierter Ansichten sitzen Geschlechterrollen doch tief.“ — komischerweise besonders bei Feministinnen.

    „Ich freue mich aber über jede coole Frau über 45 in meiner Umgebung (und davon gibt es so viele), die mit dem Alter den Traum vom Marlboro Mann aufgegeben und damit ihr Selbstwertgefühl gerettet haben.“

    Daraus spricht für mich die pure Ironie. Wahrscheinlich ist, dass ihre Umgebung aus höchst uncoolen über 45-ern besteht, die vom veganen und rauchfreien Marlboro Man träumen, der einen zum Tauchurlaub nach Bali entführt oder besagtes Wolfsrudel mit dem blossen Händen erdrosselt 😀

    Die allgemeine Enttäuschung, die so ein „ungeerdetes“ Idealbild zeitigt, wird sicher durch ständige Erfahrungen mit Abziehertypen hervorgerufen, die hier mit „wollen dann Frühstück ans Bett“ umschrieben werden. Ein nicht kleiner Teil der links-alternativen Szene scheint ja aus solchen Abziehern, Nassauern und Zecken zu bestehen. Die machen erst auf den grossen Frauenversteher und dann „make me a sandwich“: bitte zum Frühstück ans Bett.

    Sich vom „glattgezogenen Traummann-Ideal“ zu verabschieden als Forderung an die eigene Mannschaft, äh Frauschaft, ist daher wirklich mal emanzipativ zu nennen!

    Das mit der Empfehlung der Weicheier ist aber extrem kontraproduktiv. Denn diese Abziehertypen, vor denen eigentlich gewarnt werden soll, machen häufig einen auf Weichei.

    • Ich würde eher glauben, dass sie (ob nun bewusst oder unterbewusst) ihre Ansprüche herunterschraubt, da ihre attraktiven Jahre ohne Ausreden vorbei sind. Erst jetzt kann sie das auch von ihren Kollegen verlangen.

      Nichts neues unter der Sonne.

      • Ich hab aus dem Text eine starke Genervtheit wahrgenommen und die ironische Distanz. Habe ich sehr zum Vergnügen in der Doppeldeutigkeit lesen können. Wenn die das unabsichtlich so geschrieben hat, ist es natürlich noch komischer. Aber ich fürchte, die kapiert, dass sie in einem ideologischen Abbruchhaus sitzt und ist all die Spinner mit ihrem Anspruchsdenken leid. Und dann kann ich sogar Sympathie mit diesem feministischen Text empfinden 🙂

    • Feminismus, ob man es glaubt oder nicht, schädigt hauptsächlich Frauen.
      Ich weiß ich weiß, das sieht aufgrund der Dämonisierung von Männern anders aus. Allerdings brauchen Männer keine Frau. Ein Mann wird in seinen 20ern depressiv sein wenn er keine abbekommt, aber das legt sich auch. Er überlebt ohne eine.

      Umgekehrt aber… nun, sagen wir unverpartnerte Frauen sind eigentlich immer sehr unglücklich. Je älter umso schlimmer.

  10. @Christian:

    „Die Alternative, nämlich sich einmal damit zu beschäftigen, warum Männlichkeit eben gerade nicht als attraktiv wahrgenommen wird und warum Männlichkeit damit keineswegs nur toxisch ist, stellt man lieber nicht an.“

    Kann es sein, dass das erste „nicht“ da fälschlicherweise reingerutscht ist? Irgendwie macht der Satz sonst keinen Sinn für mich.

  11. Das Tragische daran ist, dass solches Hinterfragen bei Frauen viel, viel zu spät einsetzt. Nach 40, wenn alles gelaufen und nix mehr zu machen ist.

    Die sog. „Weicheier“, „Betas“, die grosse Schar der Ausselektierten, haben sich bis 40 damit arrangiert dass die Dinge eben so sind wie sie sind, und sind dann nicht mehr beziehungsfähig. Weil sie nicht mehr wollen oder nicht mehr können.

    Und dann wachen sie auf, die ach so coolen 40+ jährigen mit ihren vorher eingefrorenen Eizellen, ausgestossen aus den Harems der Alphas, weil zu alt, gescheitert an der simplen Arithmetik dass 80 % der Frauen auf der Strecke bleiben wenn nur 20 % der Männer als würdig erachtet werden.

    Alter und Einsamkeit kommen dann mit Wucht und viel schneller als das längst sinnlose, zaghafte und verunsicherte Tappsen in die andere Richtung, und sie teilen das Schicksal der Männer die sie zuvor hochnäsig alleine gelassen haben.

    • Habe da neulich was gelesen von einer im Elitepartner Forum. Ü40 sollen sich Männer bitte in die Friendzone abschieben lassen. Das wäre da normal zum testen und die Männer wären ja dumm, reißaus zu nehmen. Das wäre ja nur, weil die sich nicht weiteremtwickelt habem seit der Jugend.

  12. Oh, ich bin gerade über einen geilen Artikel gestolpert, der den ganz großen Bogen spannt und auch hier mit reinpasst, ich zitiere mal:

    „Beängstigenderweise schreibt Urwin, dass es keinen einzigen Fall in seinen Studien gab, dass eine Kultur die sexuelle Befreiung der Frauen einschränkte, nachdem sie gelockert wurde. Eine feministische Gesellschaft und Zukunft ist ein Widerspruch. Dies ist auf lange Sicht nicht aufrecht zu erhalten. Auf der Grundlage der Vergangenheit wird eine Gesellschaft, die feministische Werte beschwört, in kurzer Zeit aufhören zu existieren. Deshalb sehen wir keine feministischen Gesellschaften, abgesehen von sehr kurzen Zeitspannen am Ende von großen Imperien.“
    https://schluesselkindblog.wordpress.com/2017/04/20/warum-frauen-staaten-zerstoeren-und-andere-unbequeme-tatsachen/

    Was anderes, als genau das, ist oben beschrieben? Feministinnen wollen selbst nicht, was sie fordern und sind zu dumm, die Folgen ihres Handelns zu erkennen. Bedenke worum du bittest, es könnte dir gewährt werden!

    Schreibt auch wieder eine Frau. Auch wieder mit Anspielungen auf das Wahlrecht und die Islamisierung.

    Ich bin ja der Meinung, dass eine „feministische Gesellschaft“ auch selektiv auf das Erbmaterial wirkt. Mit unbekannten Folgen für die Entwicklung von Männern und Frauen. Offenbar spielt das aber historisch keine Rolle, denn vorher zerstören die Frauen die Gesellschaften, die ihnen diese Freiheiten gewährten.

    Allerdings bin ich mir bei der Kausalität nicht sicher, kann auch umgedreht sein, erst in zerfallenden Gesellschaften, bekommen Frauen überhaupt Gelegenheit zur Machtausübung.

  13. Ich kann von mir behaupten, noch nie einen James Bond-Film angesehen zu haben, aber das nur am Rande…

    „Paddeligkeit ist unsexy“

    Als ich meinen Mann vor mehr als 14 Jahren kennenlernte, besaß er nicht bloß keinen Führerschein, hatte gerade sein Pädagogik-Studium beendet und arbeitete weniger als Teilzeit – ein entscheidender Moment dafür, dass ich den Angriff auf ihn (der mich optisch auf den ersten Blick bereits umgehauen hatte) wirklich wagte, war folgender:

    ich hatte ihm angeboten, ihm bei seinem Umzug zu helfen (sprich vor allem den Transport zu gewährleisten), und fand mich so nach wenigen Tagen des Kennens mit ihm mehrmals in Möbelhäusern wieder. Wir waren nicht allein, Freunde, z.T. auch sein Vater waren mit, und ich habe mich (selbstredend) was die Beratung anging sehr im Hintergrund gehalten und hauptsächlich sein Verhalten beobachtet. Ehrlich gesagt wirkte er recht verpeilt und unsicher darüber, was genau er wollte – war dabei aber durchweg völligst entspannt und richtig gut gelaunt. Nach und nach wurd mir klar: GENAU SO JEMANDEN brauchte ich in meinem Leben – das totale Gegenteil von mir zu der Zeit.

    Dann kam der eigentliche, besagte Moment: wir verließen ein Cafe und er ging – paddelig – ohne seinen Rucksack voran, den ich ihm nachtrug. Die Art, wie er mich da dankbar anlachte & das Kompliment, das er mir daraufhin machte … spätestens da schien mir: der kann so jemanden wie mich aber auch gut gebrauchen!

      • ?

        Um das Abstraktionsniveau ein wenig zu heben: die moderne Ansicht über Partnersuche scheint zu sein, dass man erst sein Leben soweit auf die Reihe bekommen haben sollte – auch, um ihn oder sie nur als Kirsche auf dem Sahnhäubchen des eigenen, perfekten Daseins anzunehmen.

        Find ich zum einen unrealistisch, und außerdem bin ich skeptisch, wie stabil solcherart zustandegekommene Beziehungen sein könnten.

        Man sollte sich m.E.n. eher für jemanden entscheiden, dessen Stärken und Fehler besonders gut zu den eigenen passen – und dafür muss man die eigenen wie auch die des Gegenübers „bloß“ klar sehen.

        Love is work in progress

        • Ja, gibt schon auch Frauen, die unkonventionelle Männertypen wählen oder auf ungewöhnliche Kriterien acht geben.

          Habe meine Frau auch während meines Studiums kennengelernt. Als ich kein Geld hatte und nicht gerade Alpha-Ausstrahlung. Setzt allerdings selbst auch eine gewisse Kompromissbereitschaft und einiges an Glück voraus.

    • Schön erzählt 😉
      War ja fast eine damsel-in-distress-Story mit vertauschten Rollen.

      „der kann so jemanden wie mich aber auch gut gebrauchen!“

      Das Gefühl, gebraucht zu werden, ist neben Sex und Emotionen glaube ich in vielen Fällen ein wesentliches nichtfinanzielles Argument für eine Eheschließung bzw. Partnerschaft, ebenso dafür, Kinder zu bekommen. Widerspricht natürlich rein finanziellen Betrachtungen und verlangt ein gewisses Maß an Altruismus. Der ist Teilen der Generationen X und Y ziemlich gründlich aberzogen worden, da dominieren Selbstbezogenheit, Selbstoptimierung und eben feministisch inspirierte Machtorientierung.

  14. Mein Eindruck ist, der Feminismus steckt voller solcher eierlegende Wollmilchsäue. Das betrifft die Männerwahl, die Karriere, die Erziehung und der eigene Aufwand den man betreiben muss. Das zwischen und bei den Sachen ein Gleichgewicht finden muss und man nun mal nicht alles haben kann scheint unter den Tisch zu fallen. Möglicherweise weil man dort die Ansicht des Merowingers aus der Matrix teilt und meint Entscheidung sei nur Illusion, entstanden zwischen denen mit Macht und denen ohne. Entsprechend müssen sich Leute mit Macht nicht entscheiden, weil sie sowieso alles haben können. Was natürlich kompletter Unsinn ist. Das man dies trotzdem glaubt würde zumindest erklären warum Mary Sues bei Feministen so äußerst beliebt sind.

  15. Toxische Männlichkeit… auch Männnlichkeit genannt… erschafft Zivilisation. Daher soll sich der Autor ins Knie ficken. *micdrop*

    Wenn der Autor (nicht Christian natürlich) etwas gegen Männlichkeit hat soll er in den Dschungel ziehen.

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