Männer in Film und Fernsehen: Fight Club

Es gibt einige Filme oder Serien die ich aus maskulistischer Sicht interessant finde. Diese Woche geht (teilweise )es um kurze Versuche dies darzustellen.

Was passiert:

Der namenlose Protagonist arbeitet für einen großen Autohersteller in einer amerikanischen Großstadt als Rückrufkoordinator und führt ein nach außen unauffälliges, an oberflächlichem Konsum orientiertes Leben. Er verabscheut seinen Beruf und leidet seit geraumer Zeit an Schlaflosigkeit. Um diese zu lindern, nimmt er an Selbsthilfegruppen für chronisch Kranke teil, indem er vorgibt, selbst unheilbar krank zu sein. Die Anteilnahme der Gruppenmitglieder bewirkt kurzzeitig, dass die Schlaflosigkeit des Protagonisten verschwindet, zumindest so lange, bis er dort Marla Singer kennen lernt. Sie ist wie er eine Simulantin, die ebenfalls ungerechtfertigt an Selbsthilfegruppen teilnimmt. Als er dies erkennt, fühlt er sich ertappt und unbehaglich und kann wieder nicht schlafen.

Sein Leben verändert sich radikal, als er auf einer Dienstreise im Flugzeug auf Tyler Durden trifft, einen dubiosen Seifenhändler. Nachdem die Eigentumswohnung des Protagonisten bei einer Explosion zerstört worden ist, wendet er sich spontan an Tyler und trifft sich mit ihm in einer Kneipe. Als der Protagonist erwähnt, dass er ein Hotel braucht, suggeriert ihm Tyler, er könne ihn fragen. Nach einigem Zureden bittet der Protagonist ihn um eine Schlafgelegenheit, wofür Tyler als Gegenleistung verlangt, geschlagen zu werden. Daraus resultiert eine sonderbar freundschaftliche Prügelei, bei der sich der Protagonist eigentümlich lebendig fühlt. Als Folge zieht er dauerhaft bei Tyler ein, der sich in einer verlassenen, völlig verwahrlosten Villa einquartiert hat.

Nach weiteren Kämpfen in der Öffentlichkeit schließen sich ihnen weitere Männer an, die ebenfalls den Nervenkitzel einer Schlägerei suchen. Tyler und der Protagonist gründen daraufhin den Fight Club. Die Männer treffen sich regelmäßig im Keller einer Bar, in dem sie gegeneinander kämpfen. Diese Art von Geheimloge ist für den Protagonisten die neue Form einer Selbsthilfegruppe − er ist glücklich. Eines Tages ruft Marla bei ihm an, nachdem sie zu viele Schlaftabletten genommen hat, um ihn um Hilfe zu bitten. Der Protagonist ignoriert sie, doch kümmert sich Tyler um Marla, woraufhin beide eine heftige Affäre miteinander beginnen. Tyler bittet den Protagonisten – sozusagen als Gefallen unter Freunden – dass dieser niemals mit Marla über Tyler redet, woran sich der Protagonist auch hält. Parallel dazu kann der Protagonist mit einer List verhindern, fristlos entlassen zu werden: Zum einen erpresst er seinen Arbeitgeber mit der Wahrheit, dass dieser Autos herstellt, die Sicherheitsstandards nicht entsprechen. Im Büro seines Vorgesetzten verprügelt er sich zudem vor dessen Augen selbst, gibt aber seinem Chef die Schuld daran und bewirkt so, dass er fortan als „freiberuflicher Berater“ weiterhin Gehalt bezieht, ohne arbeiten zu müssen.

Tyler gründet derweil ohne das Wissen seines Mitbewohners das Projekt Chaos, wofür er Gleichgesinnte aus dem Fight Club rekrutiert, die er daraufhin alle in seinem Haus wohnen lässt. Daraus entwickelt sich eine strikt durchorganisierte Armee, die Angriffe auf die öffentliche Ordnung ausführt, wobei es zu einem Todesfall in den eigenen Reihen kommt. Der Protagonist, der unter immer stärkeren Schlafstörungen und Erinnerungslücken leidet, bemerkt nun, dass er die Einsicht in Tyler und dessen Pläne verloren hat. Nachdem Tyler plötzlich verschwunden ist, begibt sich der Protagonist auf dessen Spur. Er erfährt, dass Tyler landesweit weitere Fight Clubs gegründet hat, um die herrschende Ordnung umzustürzen. Dabei erfährt er zu seiner Bestürzung, dass er selbst von allen für Tyler gehalten wird.

Nachdem der Protagonist vor Marla über Tyler geredet und damit Tylers einzige Regel zwischen den beiden gebrochen hat, taucht Tyler in einem Hotelzimmer des Protagonisten auf und offenbart ihm endgültig die Wahrheit über sich und ihn: Er leidet an multipler Persönlichkeitsstörung. Er selbst ist Tyler Durden, der als eigenständige Person nur in seiner Vorstellung existiert, eine souveräne und anarchistische Person, die all das ist und tut, was er nie sein oder tun konnte. Der Protagonist selbst arbeitet als Tyler, wenn er zu „schlafen“ glaubte, er ist teilweise noch er selbst oder er beobachtet Tyler. Er selbst hatte sich damals vor der Kneipe verprügelt, er selbst hatte seine alte Wohnung und sein altes Leben gesprengt. Als Tyler hatte er selbst die Affäre mit Marla und hat einen Plan in Bewegung gebracht, den der Protagonist nun aufzuhalten versucht: Die Zentralen aller Kreditkartenunternehmen sollen in die Luft gesprengt werden, um das Finanzwesen kollabieren zu lassen und jeden Menschen noch einmal „von Null“ anfangen zu lassen. Tyler hat für den Fall vorgesorgt, dass sich sein „Ich“ gegen ihn wenden könnte, so dass sich die Angehörigen des Projekt Chaos nun gegen diesen stellen und er ihnen nur knapp entkommen kann.

In einem Wolkenkratzer kommt es zum Endkampf zwischen dem Protagonisten und seinem anderen „Ich“ – wie zuvor verprügelt sich der Protagonist also faktisch selbst, wobei seine „Tyler“-Seite zunächst die Oberhand behält. An dieser Stelle zeigen Rückblenden, dass Tyler und der Protagonist tatsächlich nur eine Person sind. Der Protagonist überzeugt Tyler, dass er sich – und damit beide Versionen seiner selbst – umbringen wird. Er schießt sich in den Mund, woraufhin man Tyler mit einem Loch im Hinterkopf zu Boden fallen sieht. Der Protagonist hingegen überlebt – er hat sich lediglich durch die Wange geschossen[2]. Tylers Werk kann jedoch nicht mehr aufgehalten werden. Gemeinsam mit Marla, die eigentlich in einem Bus hätte fliehen sollen, aber von den Mitgliedern des Projekt Chaos zum Wolkenkratzer gebracht worden ist, betrachtet der Protagonist die Zerstörung der Finanzgebäude.

Meine Kurzinterpretation:

Die Bedeutungslosigkeit seines Lebens bringt einen Mann dazu ein sexy Alter Ego zu erfinden, dass ihm erlaubt, ein Alphaman zu sein, dem alles egal ist. Er sucht Auseinandersetzung und Kampf um sich zu beweisen, jemand zu sein, in einer Welt, die ansonsten nur einen langweiligen Job bietet, in dem er niemand ist. Er will etwas Großes leisten und ein Anführer sein. Er will in gewisser Weise seine Männlichkeit zurück und sie positiv besetzen: Als jemand, dem Wettbewerb erlaubt ist, der sich mit anderen auf faire Weise misst und nicht in einem anonymen Büro sitzt, der mutig sein kann und dem alles egal ist. Der zu einer Gruppe gehört und deren Anführer ist (zumindest in der Form des Alter Egos). Der aber auch nicht zuviel Verantwortung übernehmen kann und insofern zwigespalten ist, der diese Rolle gleichzeitig abgibt. Der aber auch einen aus seiner Sicht positiven Kampf für andere führt, gegen das System. Fight Club ist ein Ausbruch aus einer langweiligen Welt, in der Statusgewinn schwierig ist und Respekt nicht besteht. In der man nur existiert und nicht lebt. In der man Rücksicht nimmt und alles planbar ist. Seine Parallelwelt ist im vergleich dazu männlicher. Er ist männlicher. Und deswegen gefällt es ihm auf eine gewisse Weise, auch wenn es ihm am Ende Angst macht. Es geht auch um die Liebe einer Frau, weil auch das eben dazu gehört. In seinem Alter Ego lebt er mit ihr alles aus, was er immer ausleben wollte. Er sitzt gleichzeitig daneben und hat Sex mit ihr und hat ihn gleichzeitig nicht, weil er seine alte Rolle nicht aufgeben kann und jemanden braucht, über den er das neue Leben leben kann.

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58 Gedanken zu “Männer in Film und Fernsehen: Fight Club

  1. Kennt einer den zweiten Teil?
    Wobei ich mich bei der gespaltenen Persönlichkeit noch einiges frage:
    1)Würde da echt einer mitmachen, wenn sich so ein Loser selbst verhaut? Ich denke eher nein.
    2) (ich weiß es ist nicht der Punkt des Filmes) so werden doch manche Szenen schwer umsetzbar. Z.B. das in der Fettabsaugklinik, er wirft die Sachen ja über den Zaun zu Jack. Aber da steht doch keiner.

      • Das hast du falsch verstanden.
        Wer es besser machen kann, macht es besser und muss sich nicht damit zufrieden geben, anderen zu sagen, dass sie nicht gut genug sind.

        Es gibt auch einen nicht-gut-genug Maskulismus. Manche müssen Frauen halt jeden Scheiß nachmachen.

        • Ich kann die Kritik schon nachvollziehen, auch wenn es natürlich Christians Sache ist, wie viel geistige Energie er in seine Blogpostings steckt. Aber gerade beim Thema „Filme“ kennen wir die Filme alle. Nacherzählen muss die keiner. Interessant wäre nur eine tatsächliche maskulistische Interpretation, bei der man sich mit Thesen aus der Deckung wagen müsste und darüber Kontroversen entstehen.

        • Wie man bei American Beauty gesehen hat kennen einige Leute die Filme nicht.
          Ich finde es interessant einfach mal Sachen zur Diskussion zu stellen und zu sehen, was sich entwickelt. Zudem interessiert mich auch gerade, wie oft Statusgewin, Steigerung sexueller Attraktivität bzw Zugang zu Sex aber auch Aussteigen aus intrasexueller Konkurrenz sich als Motive in den Filmen zeigen.
          Es finden sich eben die Motive, die evolutionär zu erwarten sind.

        • „Ich kann die Kritik schon nachvollziehen,“

          Und doch ist „besser machen“ die Kritikform der Intelligenten und „du bist doof“ die der Doofen.

        • „Aber gerade beim Thema „Filme“ kennen wir die Filme alle.“

          Ich kenne weder American Beauty, noch Fight Club.

          Aber die Beschreibung von Fight Club erinnert mich vom Grundkonzept her ein wenig an die Reihe „I Robot“, die mir mein Sohn gerade vor ein paar Wochen vorführte (die 1. Staffel).
          Da ist auch einer er selbst und sein (toter) Vater.

  2. Schön ist auch das Verhalten von Marla: Anfangs ist sie die fiese Antagonistin und am Ende — nachdem der Protagonist es ihr ordentlich besorgt hat — das putzige Ding, dass ihn anhimmelt.
    Irgendwie bekomm ich grad Lust auf eine Pepsi.

  3. schließen sich ihnen weitere Männer an, die ebenfalls den Nervenkitzel einer Schlägerei suchen. Tyler und der Protagonist gründen daraufhin den Fight Club. Die Männer treffen sich regelmäßig im Keller einer Bar, in dem sie gegeneinander kämpfen. Diese Art von Geheimloge ist für den Protagonisten die neue Form einer Selbsthilfegruppe – er ist glücklich.

    Mal eine Frage:
    Ist es halbwegs realistisch, dass Männer sich treffen, um miteinander Schlägereien durchzuführen? (also aus den genannten Gründen und Motiven, und nicht, weil sie vielleicht Geld, Ruhm oder Groupies erwarten?)
    Das kommt mir doch sehr merkwürdig vor.

      • Hooligans leben ihre Aggressivität aber gegenüber Außenstehenden aus, nicht innerhalb ihrer Gruppe (oder doch?).
        Kampfsport geht in die Richtung, aber auch da vermute ich, dass andere Motive wie Selbstverteidigung oder Körperbeherrschung (was in einer Prügelei ja weniger im Fokus stehen dürfte) den Ausschlag geben.

        Ich kenne den Film nicht, vielleicht habe ich durch die Beschreibung auch eine ganz falsche Vorstellung gewonnen, aber bei mir kommt es so rüber, als ob sie einfach so ohne Sinn und Verstand aufeinander eindreschen.
        Es geht ja auch nicht darum, per Kampf Meinungsverschiedenheiten auszutragen, was noch einigermaßen verständlich wäre.

        • Dei anonymen Hooligankämpfe sind genau das: Prügeln wegen dem Prügelnwillen ohne Sinn und Verstand. M.E. gibt es da genetische Voraussetzungen.

        • hooligans prügeln sich gegenseitig windelweich. als training? um den Rang festzulegen? vielleicht. sicher aber auch einfach um des Prügelns willen.

          „Ist es halbwegs realistisch, dass Männer sich treffen, um miteinander Schlägereien durchzuführen?“

          halbwegs vielleicht schon. der film hat natürlich nicht den anspruch zu zeigen, wie es wirklich sein kann. sondern er will die krise der männlichkeit in der Moderne darstellen. und das ist durchaus gelungen- der film ist sehr sehenswert. der hauptcharakter hasst sein beengtes würdeloses leben- also schlägt er es kurz und klein. ähnlich wie ein amokläufer oder selbstmordattentäter. dass diese selbstzerstörer fast immer Männer sind ist ja kein zufall. Christians interpretation find ich sehr zutreffend

        • „Ich kenne den Film nicht, vielleicht habe ich durch die Beschreibung auch eine ganz falsche Vorstellung gewonnen, aber bei mir kommt es so rüber, als ob sie einfach so ohne Sinn und Verstand aufeinander eindreschen.“

          dein eindruck von dem film ist durchaus richtig. genau darum gehts dort. wobei „ohne sinn und verstand“ nur eingeschränkt gilt. die prügelei hat nach den maßstäben der gesellschaft in der sie leben und leiden tatsächlich weder sinn und verstand. aber diesen männern, die sich dort kloppen, geht es ja um die schaffung einer neuen archaischen gesellschaft – also um sinnsuche.

        • Vielleicht lässt sich Anne ja damit locken, dass Tyler Durden Brad Pitts beste Rolle ist? Nirgendwo ist er sexier. Und das nicht nur wegen des Bademantels.

        • Doch, aber da gibt es keine Bademäntel. Außerdem hat Hollywood spätestens um die Jahrtausendwende verlernt gute Filme zu machen.

        • In der Doku sind es zwar rivalisierende Gruppen, aber in Wahrheit geht’s nur ums Prügeln, der Anlass ist egal.

        • „Meinst Du?“

          Ja.
          Aber meine Hand lege ich nicht dafür ins Feuer.
          Man könnte mal, wenn man’s wichtig findet, schauen, ob es frauenbetriebene Brad Pitt Tumblrs gibt und dann zählen, wie oft Achilles und wie oft Tyler da zu sehen ist.

        • Das Bild von Tyler ist jedenfalls eine Ikone der Popkultur geworden während Troja vergessen war, bevor die Marketing-Kampagne durch war.

        • OK – also ist es plausibel.

          Das wirft dann noch ein paar Fragen auf:
          * Wie verbreitet sind solche und ähnliche Handlungsweisen (ich meine keinen regulären Kampfsport) bei Männern?
          * Kann man das als Ersatzhandlung sehen (z.B. für Sex)?
          * Gibt es ein Äquivalent für Frauen? (mir fällt keines ein – Kaffeekränzchen, Mädelsabend und Strickkreis sind ja nicht potentiell selbstschädigend)

      • @Anne

        * Wie verbreitet sind solche und ähnliche Handlungsweisen (ich meine keinen regulären Kampfsport) bei Männern?

        dieses *explizite* verkloppt werden wollen wie bei fight club ist nicht sehr verbreitet würde ich sagen. vielleicht schwingt es eher unterschwellig mit. aber gewaltexzesse und sinnlose selbstzerstörung bis zum selbstmord sind gang und gäbe. und das sind auch alles eher männerphänomene. auch z.b. dass verletzungen als ehrenwert gelten, mit denen man sich selbst und anderen unter beweis stellt.

        * Kann man das als Ersatzhandlung sehen (z.B. für Sex)?

        ich würde eher sagen als ersatzhandlung für kampf und körperliche arbeit, die der moderne büromensch eben nicht macht. mit kampf meine ich übrigens nicht die disziplinierte moderne kriegsführung, bei der der soldat ein austauschbarer kampfroboter ist und mit körperlicher arbeit meine ich nicht die stupide moderne fabrikarbeit. dies alles sind *fremdbestimmte* tätigkeiten. wer sie ausübt fühlt sich machtlos und im klassischen sinne unmännlich. dies ist daher für die klassische männliche identät genauso wertlos (oder gar schädlich) wie büroarbeit, schule und steuererklärung. es geht aber bei körperlicher grenzerfahrung, denke ich, um die selbstbehauptung – also darum, sich mächtig zu fühlen (bzw. mächtig zu sein). auch verprügelt zu werden – dies aber überstanden zu haben – ist eine form der selbstbehauptung und daher machtausübung.

        ebenso fühlen sich bzw. sind männer durch sex mächtig (ist bei frauen glaub ich eher nicht so – die sind einfach nur befriedigt oder?). tja und wenn der sex fehlt, kann das vielleicht auch durch gewalt ausgeglichen werden.

        * Gibt es ein Äquivalent für Frauen?

        naja nicht so recht. es gibt das „Selbstverletzende Verhalten“ (z.B. Unterrme ritzen) das machen vor allem frauen. wikipedia:

        „Die Häufigkeit in Deutschland wird mit 0,7 % bis 1,5 % angegeben, was einer Anzahl von rund 600.000 bis 1,2 Millionen Menschen entspricht. Überwiegend sind weibliche Personen von SVV betroffen. Die Angaben schwanken stark zwischen 3:1 (Frauen:Männer) und 9:1 (Frauen:Männer).“

        ich bin mir nicht sicher ob das vergleichbar ist. also ob es beim SVV auch um macht geht oder um was ganz anderes.

        magste eigentlich mal dein profilbild ändern? ich find es etwas anstrengend mich mit deinem hintern über gott und die welt auszutauschen.

    • Zwei Sachen. Erstens meinte der Autor, es ging mir um irgendeinen Club mit Regeln. Könnte auch ein Scheunenbauclub sein. Zweitens ja gibt es, das kann ich bestätigen.

        • Anne die Regeln verkündet Tyler immer. Es geht auch um diese Gemeinschaft, speziell im Projekt Chaos. Das mit dem Scheunenbauclub sagt der Autor in Vorwort.
          Um den Erzähler zu zitieren:“ Im Fightclub wurde nichts gelöst, es war aber auch nichts von Bedeutung.“
          Ich denke, es geht auch darum, snimalusche Instinkte auszuleben. Machst du im Büro weniger.
          War bei mir auch so. Nur Stress und Überlastung. War ein Ventil.

        • Du kannst aber nachvollziehen, dass ein Programmierer programmiert wiel er das mag, oder ein Autist ein Telefonbuch auswendig lernt weil er es mag? Genauso Skifahrer, Skateboarder usw… Im Sinne der Evolution hat das sicher seine Vorteile, so wie die rosa Farbe des Pavians oder das übergrosse Hirschgeweih. Beim Prügeln ist der evolutionäre Vorteil jedoch klarer als klar. So wie das AufdenHinterstarren, alles führt am Ende zu mehr „fitness“. Das Subjekt weiss nur was es gerne tut, nicht warum. Warum besteigst du den Mount Everest? Weil er da ist! Ist doch evident, oder?

        • Es gibt schon obskure Hobbys und Beschäftigungen. An den meisten kann man dennoch irgendetwas Reizvolles feststellen, wenn man danach sucht. Auch wenn man das Interesse selbst nicht teilt, lässt es sich begreifen, dass manche Leute das gut finden.

          Sehr ausgefallene Vorlieben sind aber meistens seltene Nischenthemen, und nicht weiter verbreitet.
          Die beschriebenen Kämpfe innerhalb der Gruppe scheinen aber weder einer Konfliktlösung noch einem Hierarchieaufbau, noch sonst einem sinnvollen Zweck zu dienen, sondern bergen das hohe Risiko (ohne dass dem irgendwelche Chancen oder Nutzen gegenüberstünden) von Verletzungen oder sobstigen Schäden. Ich versteh’s nicht.

          dass ein Programmierer programmiert wiel er das mag

          Es ist faszinierend, wenn zum Schluss ein Programm berauskommt, das genau das macht, was man von ihm erwartet, oder das eine nützliche Aufgabe erfüllt, die z.B. langwierige und fehlerträchtige Routinetätigkeiten übernimmt.

          oder ein Autist ein Telefonbuch auswendig lernt weil er es mag

          Ist doch praktisch, wenn er dann Telefonnummern nicht erst nachschauen muss, wenn er eine braucht.
          Ich habe als Jugendliche u.a. die radioaktiven Zerfallsreihen auswendig gelernt (inzwischen aber längst vergessen).

          Genauso Skifahrer, Skateboarder usw

          Sport ist Mord. Trotzdem kann ich mir vorstellen, dass die Bewegung an der frischen Luft gut tut, und die körperliche Fitness gefördert wird. Es gibt vielleicht auch Bewunderer oder „Statusgewinn“, naja ..

        • Ja war in einer verfahrenen Situation. Hab 7Tage pro Woche eine Arbeit gemacht, die nur Mittel zum Zweck war und nie frei. Alles zu viel.

        • 1st RULE: You do not talk about FIGHT CLUB.
          2nd RULE: You DO NOT talk about FIGHT CLUB.
          3rd RULE: If someone says „stop“ or goes limp, taps out the fight is over.
          4th RULE: Only two guys to a fight.
          5th RULE: One fight at a time.
          6th RULE: No shirts, no shoes.
          7th RULE: Fights will go on as long as they have to.
          8th RULE: If this is your first night at FIGHT CLUB, you HAVE to fight.

      • @Anne: nmA geht es mehr um die Selbsterkenntnis, die man(n) aus einem Kampf gewinnt. Bei wikiquote habe ich gefunden:
        [blockquote]
        „How much can you know about yourself, if you’ve never been in a fight?“
        [/blockquote]
        Also so’ne Art Grenzerfahrung.

        Du kannst den Film ruhig anschauen, Szenen, in denen sich geprügelt wird, machen kaum einen signifikanten Bruchteil des Films aus. Es geht primär um männliche Identität in einer (der) modernen Gesellschaft.

        „You are not your job. You’re not how much money you have in the bank. You’re not the car you drive. You’re not the contents of your wallet. You’re not your fucking khakis. You’re the all-singing, all-dancing crap of the world.“

    • „Ist es halbwegs realistisch, dass Männer sich treffen, um miteinander Schlägereien durchzuführen?“

      Anscheinend schon.
      Ich hatte einen Kollegen, eine Seele von Mensch, friedlich und hilfsbereit, der an den Wochenenden immer in die Niederlande fuhr und dort irgendwas kämpfte, was wohl „Freestyle“ hieß, nahezu alles erlaubte und in D verboten ist.
      Er sah manchmal etwas ramponiert aus, meistens aber relativ normal, was mich zu der Vermutung führt, dass seine Gegner am Montagmorgen nicht mehr so normal aussahen.

      Keine Ahnung, was ihn motivierte, aber anscheinend brauchte er das für sein Lebensglück.

      Ich denke, das Gros der Demonstranten im „Schwarzen Block“ sind in Wirklichkeit auch nichts anderes, als reisende Schläger.

    • @Anne:

      »Ist es halbwegs realistisch, dass Männer sich treffen, um miteinander Schlägereien durchzuführen?«

      Schau Dir mal die Videos von »Holmgang Hamburg« an: Vollkontakt-Schwertkampf mit scharfen Klingen und Äxten im weiteren Rahmen des sogenannten Historischen Fechtens.

      In meinen Augen völlig verantwortungslos – aber die halten sich für die einzig Wahren: »Nur wer scharf und ohne Rüstung kämpft, kann Schwertkampf oder Fechten verstehen.«

    • @Christian

      Diese Interpretation ist sehr bemüht und leider ergeht sie sich darin, zur „Beweisführung“ seiner Thesen kleinsten Spuren nachzugehen, so dass man quasi sagen kann, er sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht, weil er sich auf das Moos an einzelnen Bäumen spezialisiert hat.

      Gruß crumar

  4. Hooligans treffen sich um sich untereinander zu prügeln (Gruppe gegen Gruppe). Im Fight Club ist die Prügelei intern (im Fall wo diese Gewalt nach aussen getragen wird muss das Mitglied explizit verlieren). In beiden Fällen geht es um die Freude an der Gewaltausübung und um ein minimales Regelset das verhindert das es dabei zu zu schweren Verletzungen kommt. In beiden Fällen ist das Regelset mehr in Form eines nicht ausgesprochenen allgemeinen Wissens vorhanden als klar definiert.
    Es ist eine Tatsache, das Gewalttätigkeit (bei vielen Männern) ein euphorisches Gefühl entstehen lässt. Das kann abgemildert sein (in Form körperbetonter Sportarten) oder freier (und dann meist in irgendeiner Form Gesetzeswiedrig ausgelebt). Gerade in einer Zeit in der immer mehr Menschen keinen richtigen Bezug zu ihrem Körper haben und nicht mehr wissen zu was dieser Fähig ist geht dieses Bewusstsein immer mehr verloren.
    Dies dürfte auch ein Grund sein wieso gewisse Gewalttäter (vornehmlich Jugendliche) sich in einen Gewaltrausch steigern und dieses Gefühl nicht mehr sinnvoll kanalisieren können.

  5. Der Film wird überbewertet. Aus kommerziellen Gründen – und um massenkompatibel zu sein – kratzt er nur an der Oberfläche. Über weite Strecken wirkt er wie eine Folge „Jackass“, nur mit besser aussehenden Schauspielern. Ich kenne viele Frauen, denen der Film gefällt. Allein das ist für sich genommen immer ein schlechtes Zeichen. 😉

    Für Interessierte empfiehlt es sich unbedingt, das Originalbuch (1996) von Chuck Palahniuk zu lesen.
    Weitaus besser als der Film beschreibt es den radikalen „opt-out“ eines Mannes, weg von gesellschaftlichen Zwängen, Erwartungshaltungen und Ausbeutung. Praktisch das, was heute auch als ein essenzielles MGTOW-Motiv gilt. Inhaltlich ist das Ganze zeitlos, denn allgegenwärtige Misandrie, Gynozentrismus und eine Verdopplung allein(v)erziehender „Mütter“ haben seit Ende der 90er eine Generation von Männern hervorgebracht, denen ein bißchen „Fight Club“ zweifellos gut tun würde.

    Oder, wie Tyler sagt: “We’re a generation of men raised by women. I’m wondering if another woman is really the answer we need.”

  6. In dem Zusammenhang der Hinweis auf eine Diskussion bei Geschlechterallerlei in Djs Donovan-Triologie.
    Djs These zu Fight Club war „Donovan ist die nachträgliche Buchreihe zum Film.“

  7. Ich mag den Film, war damals lange einer meiner Lieblingsfilme.
    Ich fand es irgendwie cool, aus dem Alltagstrott auszusteigen, nach den eigenen Regeln zu leben.
    Und ich kann mir durchaus auch vorstellen, warum Männer solche Kämpfe machen: Es geht darum, sich zu spüren, seine Kraft zu merken, die Grenzen zu testen und zu spüren.

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