Unterhalt nur noch bei Unterschrift (Gastbeitrag)

Ein Gastbeitrag von Frank
Der finanzielle Anreiz ist groß: „Soll ich mich trennen von dem Vater meines Kindes?“ denken viele Mütter spätestens nach der Geburt. Während sie in einer Beziehung gemeinsam so über die Runden kommen und die Frau oft die Hälfte der Kosten wie Miete, Essen etc. trägt, sieht es bei einer Trennung ganz anders aus: Da regnet es buchstäblich Geld für die Mutter. Der Vater muss für alle finanziellen Wünsche der Mutter aufkommen. Anders gesagt: Eine Mutter ist heute dumm, wenn sie mit dem Vater der Kinder zusammen wohnt.
In 9,4 von 10 Fällen bekommt nach einer Trennung die Mutter das Kind zugesprochen. Dazu erhält sie Kindergeld, Kindesunterhalt, Trennungsunterhalt, Steuervorteile und muss keine Umgangskosten tragen. Der Vater verliert sein Kind, muss Kindesunterhalt zahlen, dazu Trennungsunterhalt und hat obendrein noch die Umgangskosten zu tragen. Ist das gerecht?
Dieses veraltete Modell entstammt den 70´er Jahren, als primär der Mann arbeitete und die Familie ernährte. Heute arbeiten fast alle Frauen. An dem Scheidungsmodell jedoch hat sich in Deutschland bis heute nichts geändert.
Jeder Mensch soll nach liberalem Gedankengut seine Entscheidungen frei treffen können. Möchte ein Partner ausziehen – bitte. Nur: Warum darf sie die Kinder mitnehmen? Und warum soll der Vater die Zeche dafür alleine zahlen?
Damit soll bald Schluss sein. Nach einer Initiative der Liberalen Männer sowie der Resolution 2079 des Europarates (1) muss der Gesetzgeber künftig grundsätzlich davon ausgehen, dass beide Eltern die Betreuung der Kinder in etwa hälftig ausführen. Kindesunterhalt gibt es nur noch dann, wenn der Vater freiwillig unterschreibt. Verweigert er die Unterschrift, muss der Gesetzgeber davon ausgehen, dass er zwischen 33 und 66% der zeitlichen Betreuung des Kindes, gemessen an den Übernachtungen, selbst übernehmen möchte. Das kommt dem Kind zugute, denn Kinder brauchen gleichermaßen Mutter und Vater, um eine gesunde Persönlichkeit zu entwickeln. Das belegen 51 internationale Studien (2).
Kommt der Vater der Betreuung dauerhaft nicht nach, ist Unterhalt gemäß der Rosenheimer Tabelle anteilig zu zahlen.
Für Väter, die ihre Kinder nicht betreuen möchten, ändert sich nichts. Sie können sich, wie auch derzeit, durch Unterhaltszahlung von der Betreuung freikaufen (3). Für Mütter, deren Ex-Partner betreuen möchte, ändert sich eine Menge: Viele Mütter haben mindestens eine Woche im Monat asymetrische Arbeitszeiten, d.h. sie arbeiten teilweise vor 8 Uhr oder nach 17 Uhr oder im Schichtbetrieb wie z.B. Ärztinnen, Krankenschwestern, Verkäuferinnen, Polizistinnen, Redakteurinnen etc. In jener Woche betreut künftig der Vater das Kind. Die Mutter kann dann sorgenfrei arbeiten oder Freizeit genießen, ohne sich um ihr Kind kümmern zu müssen.
Alternativ hat sie einen zusätzlichen Tag pro Woche frei. Der heute übliche Umgang ist jedes zweite Wochenende sowie jeden Mittwoch. Künftig gilt: „Mittwoch und Donnerstag ist Papa-Tag!“ D.h. das Kind geht künftig zwei Tage die Woche nach der Schule zum Vater und übernachtet dort.
Das hat auch Vorteile für die öffentlichen Finanzen: Durch diesen einen zusätzlichen Tag entfällt die Barunterhaltspflicht – und damit der Unterhaltsvorschuss durch die Stadt.
Quelle: Frank Mehding, Genderkongress.de
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70 Gedanken zu “Unterhalt nur noch bei Unterschrift (Gastbeitrag)

  1. Wenn die Mutter statt Barunterhalt Kindesbetreuung im Wert von einem Vielfachen des Barunterhalts erzwingen kann, ändert sich an den falschen Anreizstrukturen gar nichts. Eher wird die Trennung dadurch noch lohnender.

    • @lh: Nur wenn du davon ausgehst, dass Kindesbetreuung durch den Vater dem Wunsch der Mutter entspricht. Angesichts der Tatsache, dass in 95% der Trennungsfälle die Mutter das Kind zugesprochen bekommt, ist das allerdings fraglich…

      Die bisherige Regelung verlangt bei der Entscheidung über eine Trennung kein bzw wenig „skin in the game“ auf Seiten der Frau: Sie hat nachher weiterhin die Kinder und ist finanziell versorgt. Die neue Regelung schafft hier Ausgleich, eine Trennung ist nicht mehr konsequenzlos für die Frau. Sie hat nachher ev. weniger Kind und weniger Geld. Skin in the game auf beiden (!) Seiten.

      • Als ob „weniger Kind“ für eine Alleinerziehende eine Belastung wäre. Die sind froh, wenn die Kinder regelmäßig weg sind und sie Zeit haben noch wie Singles auf den Putz zu hauen. Der neue Lover will auch gepflegt werden. Was meinst Du denn warum Semikolon sich so über Väter aufregt, die Umgang verweigern?

        • Oder um es noch deutlicher zu sagen: Ein Kind Vollzeit zu haben, ist Arbeit. Aber ein Kind nur 50% der Zeit zu haben und für den Rest jemanden zu haben, der einem das alles abnimmt und man mal Ruhe hat, ist wahrscheinlich die leichteste und angenehmste Art Kinder zu haben.

        • Du ärgerst Dich darüber, dass Dein Mann nicht so viel bei der Kinderbetreuung mitmacht, wie Du das gerne hättest? Dann trenn Dich doch einfach – dann muss er. Na Großartig.

        • @lh: Du schreibst:
          „Du ärgerst Dich darüber, dass Dein Mann nicht so viel bei der Kinderbetreuung mitmacht, wie Du das gerne hättest? Dann trenn Dich doch einfach – dann muss er. Na Großartig.“

          Nein, eben nicht. Aus dem Beitrag:„Für Väter, die ihre Kinder nicht betreuen möchten, ändert sich nichts. Sie können sich, wie auch derzeit, durch Unterhaltszahlung von der Betreuung freikaufen“

          Was sich ändert ist, dass die Optionen nicht mehr quasi ausschließlich aufseiten der Mutter liegen. Eine Alleinerziehende hat auch jetzt die Möglichkeit die Kinder Betreuen zu lassen, sie kann sich sogar aussuchen ob die Betreuung durch die KITA, eine Kindermädchen oder den Vater passiert. Der Vater hat da im Vergleich wenig Optionen, es heißt oft friss oder stirb wenn die Mutter nicht will. Frag mal Schoppe.
          Es ist notwendig hier einen Ausgleich zu schaffen. Eine Situation in der alle Optionen auf einer Seite liegen ist ungünstig.

        • Die Wahl zwischen 2 vergleichbar schlechten Optionen zu haben ist keine Wahl. Wenn der Vater 50% der Kindesbetreuung übernehmen muss, dann hat er die Wahl entweder seine Karriere an den Nagel zu hängen oder das Kind zu Kosten fremdbetreuen zu lassen, die regelmäßig höher als die Umgangskosten sind.

          Die Verbesserungen liegen wenn dann in den Details. Wenn Wechselmodell nicht mehr beiderseitiger Barunterhalt bedeuten würde, wäre das wahrscheinlich ein Gewinn. Ebenso wenn nicht strikt 50/50 verlangt ist, um vom vollen Barunterhalt wegzukommen.

          Aber im großen und ganzen löst das Wechselmodell und seine gesetzliche Verpflichtung mehr Probleme alleinerziehender Mütter als solche von Trennungsvätern. Das sollte man sich nicht als Lösung aufschwatzen lassen, nur weil man vom Trennungskampf mit der Mutter und ihren Spielchen so verwirrt ist, dass man nicht mehr weiß, was man selbst eigentlich will und braucht.

          • Die Wahl zwischen mehreren Optionen zu haben ist besser als wenige Optionen zu haben. Mehr Optionen erlauben es eher, die jeweils individuell passende Lösung zu verwirklichen. Insofern liegt auch die Bewertung ob die 2 von dir angesprochenen Optionen vergleichbar schlecht sind beim individuellen Vater. Das ist nicht von vornherein fix. Für manche Väter mögen es tatsächlich 2 vergleichbar schlechte Möglichkeiten sein, andere wären vielleicht heilfroh wenn sie die Möglichkeit hätten ihr Kind öfter zu sehen OHNE vom guten Willen der Mutter abhängig (!) zu sein. Nicht: Wenn sie die PFLICHT hätten, so wie du es schreibst („der Vater MUSS 50%…“). Wenn sie die MÖGLICHKEIT hätten.

    • „Wenn die Mutter statt Barunterhalt Kindesbetreuung im Wert von einem Vielfachen des Barunterhalts erzwingen kann, ändert sich an den falschen Anreizstrukturen gar nichts. Eher wird die Trennung dadurch noch lohnender“

      Das ist nur zutreffend, wenn und soweit davon ausgegangen wird, dass die Mutter auch ohne Barunterhalt über ausreichend finanzielle Mittel verfügt. Diejenigen Mütter, die ohne Barunterhalt (mehr) arbeiten gehen müssten, werden zumeist sehr ungern das Geld gegen mehr kinderfreie Zeit tauschen wollen, zumal dann, wenn diese kinderfreie Zeit für die zusätzliche Arbeit draufgeht.

        • Bockmist. Alle Frauen wissen, dass mit 25 spätestens der Zug abgefahren ist. durchschnittlich kriegen Frauen in Deutschland mit 35 Torschußpanik und dann haben sie den Braten im Rohr. Danach ist Ende Gelände. Schluß aus Nikolaus. Und der Mann sucht sich ne neue Tussi (geheim, nebenbei), weil seine Alte ihren geilen jungen Knack-Körper nicht mehr hat. Der Mann kann ja noch raus spazieren abends nachts etc., während die Frau mit Kind zu Hause hockt bzw. hocken muss.

          • „Braten im Rohr. Danach ist Ende Gelände. Schluß aus Nikolaus.“
            Finito, Benito.
            Frech, so’n Pech.
            Schade, Marmelade.
            Rundum zu dumm
            Ach Mist, verpisst.

            Was ich damit sagen will? Du belegst auf beeindruckende Weise,,warum die meisten Trennungen von Frauen ausgehen.

            Chapeau, oder so
            (Doch, doch, das reimt sich auch)

      • Da sind zwei Gründe besonders zu sehn.
        1. Wenn man sich trennt, dann meistens im Bösen. Und dann ist es die beste Form von Rache, dem Ex zum Einen die Kinder wegzunehmen und dann – genau aus der Folge der vorherigen Tat heraus – ihm noch einen Unterhaltstitel aufzuzwingen, mit dem er über Jahre in der Knute gehalten werden kann.
        2. Frauen werden – ob absichtlich oder fahrlässig, weiß ich nicht – über die wahren Unterhaltshöhen einerseits und die Folgen einer mehrjährigen unterhaltsfinanzierten Lebensführung im Unklaren gelassen.

        Eine Frau, die sich mit Trennungsgedanken trägt, kann mit ein paar Mausclicks aus der DüTab erfahren, dass ihr in Deutschland (außer Bayern) 3/7 des Netto-Einkommens des Ehemanns zusteht.
        Beträgt sein Einkommen 3.500 € netto, dann ist sogar eine mittelbegabte Gymnasialabgängerin nach 10 Jahren Hausfraukarriere in der Lage, für sich einen Unterhalt von 1.500 € (zuzüglich ggf. KU) zu errechnen, was sie aus eigener Kraft oft genug nie erwirtschaften würde.
        Tatsächlich sind Unterhaltsberechnungen sehr komplex, da Teile des Unterhalts z.B. auch in die Sozialversicherung einfließen. Und KU schmälert das Netto-Einkommen des Geschassten.
        Am Ende bleiben von den erwarteten 1.500 € nicht einmal 1.000 € übrig.

        Da das eigentlich offene Geheimnisse sind, nehme ich an, dass der Rachegedanke weit mehr im Fokus steht und für seine Befriedigung auch Einbußen im Haushaltseinkommen in Kauf genommen werden.

        • „Beträgt sein Einkommen 3.500 € netto“

          Bei diesem Betrag handelt es sich allerdings schon um weitaus mehr als das monatliche, deutsche Durchschnittsbrutto. Je nach Branche bleiben die utopisch auch noch trotz Führungsposition 40plus (Wochenstunden/Alter des Beschäftigten).

          Es ist viel sinniger, im Normalfall den Normalverdiener (1700 Monatsnetto bei Vollzeit) im Blick zu haben, die 10 % beschäftigten Gutverdiener (als solcher gilt man ab ungefähr 3000 netto) kann man ruhig großzügig ignorieren bei allen diesbezüglichen Überlegungen – die und ihre Familien finden sich nämlich tendenziell eher nicht in Problemlagen vor, die Andere ernstlich (be)kümmern müssten.

          Solltet Ihr das anders sehen: erklärt warum.

        • „Es ist viel sinniger, im Normalfall den Normalverdiener (1700 Monatsnetto bei Vollzeit) im Blick zu haben, …“

          OK, schau’n wir mal.
          Nehmen wir den Fall einer Scheidung und die Frau behält die beiden Kinder 7 und 10 Jahre alt und bezieht noch ein Einkommen von 500 €.
          Da sie gelesen hat, dass ihr 3/7 seines Netto-Einkommens zustehen, rechnet sie mit 728,57 € zuzüglich zum KU, insgesamt also mit 1.830 €. Das ist schon OK für einen Gelegenheitsjob.
          Tatsächlich wird aber vor Berechnung ihres Unterhalts von seinem Einkommen (gemeinsame Schulden und Aufwendungen für die Fahrt zu Arbeit hab ich schon abgezogen) der KU abgezogen, in diesem Fall nach DüTab ’17 sind es zusammen 634 €.
          Da ihm ein Selbstbehalt von 1.080 € zusteht, können wir an dieser Stelle schon aufhören, zu rechnen.
          Die Frau erhält NICHTS und muss mit KU + ihren 500 € auskommen!
          Vor einigen Jahren noch war sie unterhaltsrechtlich den Kindern gleichgestellt, konnte sich also die 620 € mit denen teilen.

          Das ist auch ein Grund, weshalb ich ein so hohes Einkommen gewählt hatte.

          Bei einem Einkommen von 3.500 € kann sie mit einem Elementarunterhalt von ca. 680 € rechnen, also bei Weitem nicht mit den geplanten 1.500 €.

          Ungerecht?

          Nun, ihr Ex überweist in Wirklichkeit 804 € KU, zahlt wie ein Arbeitgeber ihre Sozialversicherung (nach einem irrwitzigen Modus aus der „Bremer Tabelle“) von ca. 270 € (Arbeitgeber- UND Arbeitnehmeranteil), für die anderen Versicherungen noch einmal ca. 165 € und besagten Elementarunterhalt.
          Die arme Mutter hat also mit ihren beiden Kindern ein Haushaltseinkommen von (nachehel Unterhalt ca. 1.100 €, KU 804 €, KiGeld 384 €, Erwerbseinkommen 500 €) 2.800 €.

          Damit kommt man schon über den Winter.

          Dem unterhaltspflichtigen Vater bleibt der Selbstbehalt nach DüTab von 1.560 €.

          1.560 € von 3.500 €.
          Und – wie Christian woanders schrieb – er darf sich keinen weniger stressigen und damit geringer bezahlten Job suchen.

        • Dem scheint die Vorstellung zugrundezuliegen, dass wer mehr verdient einen stressigeren Job besäße. Tatsächlich verhält es sich allerdings i.d.R. andersrum: Gutverdienende Angestellte sind über den Daumen gepeilt diejenigen mit den lockereren Jobs, und dann auch noch allgemein zu weitaus komfortableren Bedingungen als die Masse der Niedriglöhner/prekär Beschäftigten oder auch Normalos! Bei meinem letzten Arbeitgeber aus der „freien Wirtschaft“ bspw. gabs als Gimmick einen noblen state-of-the-art-Fitnessraum kostenfrei für die überwiegend akademisierte Belegschaft – da kann man schon geneigt sein, wirklich freiwillig länger „vor Ort“ sprich „im Betrieb“ zu bleiben als nötig wäre. Oder denken wir an Menschen, zu deren Job-Beschreibung häufige Meetings und sonstige Geschäftsessen gehören („sie nennen es Arbeit“)…

          „Die Frau erhält NICHTS und muss mit KU + ihren 500 € auskommen!
          Vor einigen Jahren noch war sie unterhaltsrechtlich den Kindern gleichgestellt, konnte sich also die 620 € mit denen teilen.“

          Ich erkenne den eingebüßten Vorteil da iwie nicht?!

          Aber ich denke, wir können uns darauf einigen, dass die durchschnittliche Alleinerziehende froh sein kann, wenn der Kindesunterhalt regelmäßig und vollständig auf ihrem Konto eingeht, eigener Unterhalt für sie – also Zahlungen, die ihren hohen Betreuungsaufwand abgelten würden – im Regelfall außer Reichweite liegt.

          Zurück zum selteneren Gutverdiener-Beispiel nochmal:
          „Die arme Mutter hat also mit ihren beiden Kindern ein Haushaltseinkommen von (nachehel Unterhalt ca. 1.100 €, KU 804 €, KiGeld 384 €, Erwerbseinkommen 500 €) 2.800 €.“

          Du warst doch ein paar Zeilen zuvor bei einem „Elementarunterhalt von ca. 680 €“ für sie ausgegangen – also 420 Euro weniger als nun schon wieder behauptet – plus wird nicht auch das halbe Kindergeld zu seinen Gunsten verrechnet? Dann müssten diese drei Menschen entgegen Deiner Vorstellung mit etwas über 1500 Euro im Monat auskommen, so sie tatsächlich auch über ein eigenes Erwerbseinkommen gemäß der kalkulierten 500 Euro netto verfügte, anderenfalls lägen sie schlimmstenfalls bereits ungefähr als „Bedarfsgemeinschaft“ auf bzw. sogar unterhalb des Hartz-Niveaus (ohne staatliche Mietzuschüsse allerdings).

          „Dem unterhaltspflichtigen Vater bleibt der Selbstbehalt nach DüTab von 1.560 €.

          1.560 € von 3.500 €.“

          Womit man als Einzelperson (mit sporadischen Betreuungskosten) selbstredend leicht über jeden Winter kommt ohne zu darben.

          Ungerecht?

          Dafür müsste man auch wissen, wieviel so jemand für sich allein konsumiert/als verfügbares Einkommen veranschlagt, solange er mit seiner Familie einen Haushalt teilt.

          Kommen wir doch zurück auf den Gedanken dieses Beitrags, und da muss ich zunächst mal fragen, denn mir ist nicht ganz klar geworden, ob der Artikelschreiber zusätzlich zum Betreuungs- auch noch den Kindesunterhalt wegfallen lassen wollte bei „ausreichendem erzieherischem Engagement“ des zweiten Elternteils – das womöglich auch schon bereits als erfüllt gelten sollte, so die Kinder jedes Wochenende bei ihm nächtigten (plus die halbe Ferienzeit)?

        • Ach Semi, Du kennst Dich ja auf dem Arbeitsmarkt so gut aus, da kann man gar nicht gegenan argumentieren. 😀
          Ich kann Dir versichern, dass kein Unternehmer – nicht einmal ein feministischer – einem Mitarbeiter freiwillig mehr zahlt, als er muss. Und wenn er mehr zahlt, dann nur, weil die Leistung des Mitarbeiters einen Mehrwert erzeugt.
          Mit 3.500 € Netto trägst Du üblicherweise Personalverantwortung und leitest eine Abteilung. Für die Fehler, die in Deiner Abteilung gemacht werden, hältst Du den Kopf hin – und ich hab inzwischen mehrere Hinrichtungen erlebt.
          Läuft alles rund und die Kollegen arbeiten einander sauber zu, dann hat der Abteilungsleiter wenig Stress, das stimmt. Aber wenn die Kollegen sich nicht grün sind und sich gegenseitig sabotieren, dann werden nicht sie, sondern der Abteilungsleiter nach oben zitiert. Das ist dann lebensverkürzender Stress vom Feinsten. Hab ich auch jüngst erlebt.

          „Ich erkenne den eingebüßten Vorteil da iwie nicht?!“

          Ist nur ein mentaler. Früher konnte sie 200 € als ihren Unterhalt verbuchen, jetzt frisst sie den Kindern deren Unterhalt weg 😉

          „Du warst doch ein paar Zeilen zuvor bei einem „Elementarunterhalt von ca. 680 €“ für sie ausgegangen – also 420 Euro weniger als nun schon wieder behauptet – plus wird nicht auch das halbe Kindergeld zu seinen Gunsten verrechnet?“
          Du musst schon unterscheiden zwischen dem, was er überweist und dem, was bei ihr auf dem Konto (formal) ankommt.
          Die 1.100 € setzen sich zusammen aus
          680 € Elementarunterhalt,
          270 € RV und
          160 € KV, AV etc.

          Das halbe Kindergeld ist beim KU schon berücksichtigt. Es wird ihm auf die Steuer angerechnet, und zwar erstattungsmindernd. Es war eine Voraberstattung von zuviel abgeknüpfter Steuern für die Kinder, Du erinnerst Dich?
          Auf diese elegante Weise bescheißt der Staat noch ordentlich die Trennungs- und nichtehelichen Familien, nämlich dann, wenn die Mutter – wie im Rechenbeispiel – kein steuerrelevantes Einkommen hat, also ihren halben Freibetrag für die Kinder nicht steuermindernd geltend machen kann.

          „Dann müssten diese drei Menschen entgegen Deiner Vorstellung mit etwas über 1500 Euro im Monat auskommen, …“

          Ich kann Deine Rechnerei nicht nachvollziehen.
          Wenn wir die Vorsorgeanteile herausrechnen, hat die Mutter immer noch ein frei verfügbares „Einkommen“ von knapp 2.400 €. Ich weiß nicht, wie hoch die Hartz IV-Sätze sind, kann mir aber nicht vorstellen, dass sie an diese Summe heranreichen.
          Wenn doch, kündige ich sofort 🙂 .

          „Womit man als Einzelperson (mit sporadischen Betreuungskosten) selbstredend leicht über jeden Winter kommt ohne zu darben.“

          Natürlich muss er keinen Hunger leiden, aber schauen wir doch einmal auf die Rahmenbedingungen: er hat üblicherweise eine 40h-Woche, zuzüglich außerordentliche Besprechungstermine – heutzutage auch gern im Ausland. Er muss jeden Morgen früh raus, egal, ob nach einer schwülen Sommernacht oder eisglatten Straßen im Winter. Er trägt Verantwortung für mehrere Mitarbeiter und hat dafür wahrscheinlich weniger Einkommen zur Verfügung, als sie (die Mitarbeiter).
          Kündigen und sich einen weniger stressigen Job suchen darf er nicht. Dafür ist seine Unterhaltspflicht üblicherweise tituliert.
          Ach ja, von den 1.560 € muss er für die Kinder auch die gleichen Fixkosten tragen, wie die Mutter. Er kann als Mieter nicht einfach die Kinderzimmer wegkürzen, wenn sein Nachwuchs nicht bei ihm ist.
          Sie dagegen muss nur die Kinder zur Schule schicken, dann hat sie faktisch Freizeit, zumindest Zeit, die sie sich frei einteilen darf.
          Und wenn ihr der 500 €-Job über den Kopf wächst, kann sie ihn problemlos kündigen, ohne dass irgendein staatlicher Scherge kommt und sie in Zwangshaft nimmt.

          „Ungerecht?“

          Eindeutig ja.

        • „Du musst schon unterscheiden zwischen dem, was er überweist und dem, was bei ihr auf dem Konto (formal) ankommt.
          Die 1.100 € setzen sich zusammen aus
          680 € Elementarunterhalt,
          270 € RV und
          160 € KV, AV etc.“

          Er zahlt von seinem Netto also sozusagen einen Teil des letztlich ihr zugerechneten Bruttos, von dem ihr – abzüglich üblicher Mietkosten – D.V.n. welches reale verfügbare Einkommen für die beispielhaften drei zu versorgenden Personen übrigbliebe?

          „Das halbe Kindergeld ist beim KU schon berücksichtigt. Es wird ihm auf die Steuer angerechnet, und zwar erstattungsmindernd.“

          Und wenn das Kindergeld zur Hälfte auf ihn angerechnet wurde, dann musst Du es bei ihr logischerweise auch abziehen (was Du nicht getan hattest).

          „Ich kann Deine Rechnerei nicht nachvollziehen.
          Wenn wir die Vorsorgeanteile herausrechnen, hat die Mutter immer noch ein frei verfügbares „Einkommen“ von knapp 2.400 €.“

          Ich kann Deine Rechnerei immernoch gar nicht nachvollziehen.

          „er hat üblicherweise eine 40h-Woche, zuzüglich außerordentliche Besprechungstermine – heutzutage auch gern im Ausland.“

          Den zeitlichen Aufwand in Verantwortung für zwei Grundschüler sollte man im Vergleich dazu wie hoch ansetzen? Was die Besprechungstermine und insbesondere die schlümmen Reisen angeht: einerseits versteh ich den Unmut, das ist auch in meinen Augen eine Unart – andererseits zählt das psychologisch für die meisten Arbeitnehmer prinzipiell auch schon wieder unter die „geldwerten Vorteile“ eines höheren Angestelltenverhältnisses: Socialising, gute Verköstigung und allgemein ein Hauch Urlaub auf Firmenkosten und für Entlohnung – Widerstände dagegen sind auf Arbeitnehmerseite wohl nicht grundlos …ja man könnte sagen: absent.

          „Ach ja, von den 1.560 € muss er für die Kinder auch die gleichen Fixkosten tragen, wie die Mutter. Er kann als Mieter nicht einfach die Kinderzimmer wegkürzen, wenn sein Nachwuchs nicht bei ihm ist.“

          Aber kauft er denn dieselbe Anzahl Kleidung, die er auch genauso häufig waschen/trocknen/bügeln müsste? Was ist mit den Hobbys der Kinder oder ihren sonstigen Wünschen? Mit dem Büchergeld bzw. allgemein dem Schulmaterial und dem Eigenbeitrag zur Klassenfahrt bzw. dem sporadischen Klassenausflug/-fest? Beteiligt er sich an Geschenken für die Freunde der Kinder, die sie zum Geburtstag einluden?

          Es wäre m.M.n. schon sehr sehr ungewöhnlich, wenn das Alles und mehr immer einzeln aufgedröselt bzw. tatsächlich exakt hälftig vom „Besuchs-„Elternteil übernommen würde. Und klassische Variablen wie Lebensmittel haben wir dabei noch gar nichtmal erwähnt.

        • Moment… ich glaub gerad, ich hab das mit dem halben Kindergeld verallt. Er zahlt doch nicht etwa mehr Einkommenssteuern, weil ihm das hälftig angerechnet wird? Tze. Wäre kontra-intuitiv.

        • „Ich kann Deine Rechnerei immernoch gar nicht nachvollziehen.“

          680 € Elementarunterhalt, ohne Vorsorgeaufwendungen,
          500 € Einkommen aus eigener Arbeit,
          816 € KU,
          384 € Kindergeld,
          macht
          2.380 €.

          „Den zeitlichen Aufwand in Verantwortung für zwei Grundschüler sollte man im Vergleich dazu wie hoch ansetzen?“

          Niedrig. Und fang nicht an, mir Märchen zu erzählen, ich hab selbst zwei Kids in dem Alter gehabt. Ich kann also die Zeiten durchaus einschätzen.

          „Socialising, gute Verköstigung und allgemein ein Hauch Urlaub auf Firmenkosten und für Entlohnung – Widerstände dagegen sind auf Arbeitnehmerseite wohl nicht grundlos …ja man könnte sagen: absent.“

          (lach) Na, dann mal los, bewirb Dich um diese gutbezahlten Freizeitvergnügen.

          „Aber kauft er denn dieselbe Anzahl Kleidung, die er auch genauso häufig waschen/trocknen/bügeln müsste?“

          Kinderklamotten muss man nicht bügeln. Das tun nur gelangweilte Vorstadttussen, die irgendwie den Tag rumbringen müssen und nicht genug Geld zum Shoppen haben.
          Ich bügel nicht mal meine normalen Arbeitshemden, nur die für die gutbezahlten Freizeitvergnügen in den USA.

          „Es wäre m.M.n. schon sehr sehr ungewöhnlich, wenn das Alles und mehr immer einzeln aufgedröselt bzw. tatsächlich exakt hälftig vom „Besuchs-„Elternteil übernommen würde.“

          Muss er das auch noch? Streng genommen zahlt er nicht die Hälfte, sondern ALLES. Dafür ist nämlich der Barunterhalt angeblich da. Der Unterhalt der Mutter ist mit der Hausaufgabenhilfe abgedeckt.
          Und die Mutter meiner Söhne hat sehr bald auch das drangegeben.

          „Und klassische Variablen wie Lebensmittel haben wir dabei noch gar nichtmal erwähnt.“

          Siehe eben, wenn es ums Futter bei Mutter geht.
          Und bei Papa leben die lieben Kleinen auch nicht von Luft und Liebe.

        • 816 € KU,

          von dem Du in diesem Fall das halbe Kindergeld schon abgezogen hattest (das ihr aber in Gänze überwiesen wird und auch nicht von ihm beansprucht werden kann, solange das Kind seinen überwiegenden Lebensmittelpunkt bei – beispielhaft – ihr hat)?

          „macht
          2.380 €.“

          Gut, ok.
          Das gleichberechtigt auf alle diese Familienmitglieder umgelegt wären 800 Euro pro Nase um jeweils Wohnen sowie den Löwenanteil von Essen, Moblitität, Freizeit, etc. abzudecken.

          Sein entsprechender Wert (ergo der Selbstbehalt, Euer eigentlicher Kritikpunkt an dem Gesamtkonstrukt?) müsste für unser Gutverdiener-Beispiel nun Deiner Vorstellung nach wo in etwa liegen, damits unterm Strich als gerecht gelöst gelten könnte?

          Wenn ich richtig mitkomme, liegt er um ein Drittel drunter – selbst wenn seine Betreuungsleistung die klassischen anderthalb bis zwei Tage pro Woche (im Normalbetrieb) nicht überschreiten?

          „Niedrig. Und fang nicht an, mir Märchen zu erzählen, ich hab selbst zwei Kids in dem Alter gehabt. Ich kann also die Zeiten durchaus einschätzen.“

          Ach… Du warst mal ne Zeit lang nicht Vollzeit-berufstätig? Wieviele Jahre genau? Und dann bist Du wieder eingestiegen mit welchem Stundenumfang und welcher Entlohnung? Und das hat keinen Karriereknick für Dich bedeutet?
          ^^

          „(lach) Na, dann mal los, bewirb Dich um diese gutbezahlten Freizeitvergnügen.“

          Ich mache ausschließlich, was mir als sinnvoll und richtig einleuchtet. Mit etwas Geld verdienen können ist allein noch nicht sinnstiftend. Tut mir leid, dass so Wenige in dieser Welt klar sehen.

          „Ich bügel nicht mal meine normalen Arbeitshemden, nur die für die gutbezahlten Freizeitvergnügen in den USA.“

          Und dann wirst Du noch respektiert in Deinem Arbeitsumfeld? *lach*

          „Muss er das auch noch? Streng genommen zahlt er nicht die Hälfte, sondern ALLES. Dafür ist nämlich der Barunterhalt angeblich da. Der Unterhalt der Mutter ist mit der Hausaufgabenhilfe abgedeckt.“

          Ob er das müsste? Solange sie frei über den Kindesunterhalt verfügen kann (im Allgemeinen) nicht.

          Aber wir waren ja schon zu der Einsicht gelangt, die ich hiermit nochmals wiederhole, dass ohnehin nur die vom Gutverdiener Getrenntlebende unterhalten sprich persönlich kompensiert wird für all ihre Leistungen im Zusammenhang mit der Kinderbetreuung.

          Wie regelmäßig hattest Du die Hausaufgaben noch gleich betreut? Bist mit den Kindern zum Arzt gegangen o.ä.? Und wie hattest Du das noch im Alltag grob skizziert geregelt mit den vielen regelmäßigen wie auch außergewöhnlichen Einkäufen für die lieben Kleinen – auch zeitlich gesehen in etwa hälftigem Umfange?^^

          Personal shopper würden aufm Markt auch richtig Geld kosten… aber für Frauen ist das ja angeblich eine Art Hobby und daher logischerweise unentlohntes „Freizeitvergnügen“. Im Gegensatz zu den Hobbys der Karrieristen (Essen, Trinken, Reisen, sich-selbst-vor-anderen-produzieren, in den ganz üblen Regionen auch Golf spielend usw.), die ihr nutzloses öffentliches Rumlungern und Ressourcen verbrauchen offiziell als Arbeitszeit verbuchen dürfen – ohne, dass man ihnen dafür einen Vogel zeigt wies eigentlich sachlich angemessen wär.

    • Ich weiss nicht, die es in Deutschland aussieht, aber in der UK und Amerika gibt es sehr hohe Anreize, sich scheiden zu lassen, weil du mehr Sozialhilfe/Unterstützung als Frau bekommst, wenn dein Partner praktisch kein Einkommen hat. Ich bin mir sicher, Christian hat das auch schon früher mal gepostet. Der Effekt ist statistisch deutlich messbar.

      • In Deutschland trifft dies nicht zu. Den grundsätzlich muss man auch als alleinerziehende Mutter dann arbeiten, wenn das Kind schon aus dem Kleinkind alter raus ist. Zumal es schwierig ist mit Sozialhilfe + Kindergeld besser zu stehen als mit geringen Einkommen des Mannes + Kindergeld. Zumal man bei geringen Einkommen des Mannes nach der Scheidung kaum Unterhaltsansprüche durchsetzen kann, da die Freibeträge greifen.

    • „Das eine Frau durch Trennung finanziell besser steht ist völliger Blödsinn.“ (Henrik) Wenn eine nichtverheiratete Mutter sich trennt, hat sie in den ersten drei Lebensjahren des Kindes Anspruch auf Betreuungsunterhalt in der Höhe ihres vorherigen Verdienstes (eine ex-verheiratete hat Anspruch auf Unterhalt entsprechend der Scheidungsvereinbarung). Dazu kommen der Kindesunterhalt und das Kindergeld. Grundsätzlich liegen ihre finanziellen Ansprüche über Jahre hinweg also deutlich über ihrem eigenen vorherigen Verdienst durch Erwerbsarbeit – und das, ohne überhaupt noch Erwerbsarbeit leisten zu müssen.

      Begrenzt wird das durch die finanziellen Möglichkeiten des Vaters – weshalb Mütterverbände ja seit Jahren wütend versuchen, dessen Selbstbehalt nach unten zu drücken (Weshalb sollte auch ein Vater, der voll arbeitet, mehr Geld zur Verfügung haben als das untere Sozialhilfeniveau?).

      Das bedeutet: Wenn die Mutter einen solventen Kindesvater zur Verfügung hat, dann verbessert sich ihre finanzielle Situation möglicherweise durchaus erheblich gegenüber einer Situation, in der sie sich mit diesem Vater gemeinsam über die Aufteilung von Kindesbetreuung und Finanzierung der Familie verständigen muss. Die deutsche Gesetzgebung ist allerdings sehr ungünstig für Mütter, deren Ex-Partner nicht gut verdienen – die geraten möglicherweise in finanzielle Schwierigkeiten, weil sie zwar theoretische Ansprüche haben, aber niemanden, der sie bedienen kann. Daran werden auch Drohungen mit Führerscheinentzug etc. nichts ändern, die sind reine Symbolpolitik.

      Das bedeutet auch: Die „Alleinerziehungs“-Politik, für die besonders Sozialdemokratinnen wie Edith Schwab und ihr Alleinerziehendenverband stehen, ist eine Politik für eine relativ kleine Gruppe von Frauen aus gehobenen bürgerlichen Milieus. Eine Selbstbedienungspolitik, grundsätzlich auf Kosten der Kinder und der Männer, aber eben auch auf Kosten von relativ vielen Frauen.

      • „Wenn eine nichtverheiratete Mutter sich trennt, hat sie in den ersten drei Lebensjahren des Kindes Anspruch auf Betreuungsunterhalt in der Höhe ihres vorherigen Verdienstes“
        Also steht sie schlechter. Nehmen wir folgendes Beispiel: Frau verdient 2.000 Euro und Mann verdient 2,000Euro. Das faktische Einkommen (das Geld auf das sie zugreifen können) liegt damit bei 4.000 Euro, da man in einer Beziehung sein Ausgaben in der Regel gemeinsam koordiniert (zumindest die wichtigen Sachen).
        Situation nach der Trennung: Frau betreut Kind alleine und arbeitet nicht mehr. Unterhaltsanspruch: 2.000Euro Das Problem: Freibetrag des Mannes, sie kann hier also nicht vollen Unterhalt bekommen. Selbst wenn man Kindergeld hinaufrechnet steht sie somit finanziell deutlich schlechter.
        Das schreiben Sie ja selber weiter unten. Deshalb verstehe ich den Einwand nicht wirklich.

        • Der Bezugspunkt ob sie nach einer Trennung besser steht ist ihr Einkommen, nicht das fiktive Familieneinkommen. Das ist ja gerade das verrückte: Sie kann die Familie durch Trennung auflösen, aber finanziell soll bitte alles so bleiben wie vorher??? Keine Familie = kein Familieneinkommen.

          • Aber es bleibt ja gerade nicht finanziell so wie vorher, dass ist ja gerade mein Punkt. Es geht finanziell in der Regel nach unten.

          • Das Gesetz ist aber so beschaffen, dass die Situation für sie so wie vorher sein soll. Das einzige was dem entgegensteht ist die Leistungsfähigkeit des Mannes (ist ja gar nicht einzusehen dass die Typen auch noch selber Geld zum Leben brauchen anstatt nur für sie zu arbeiten…). D.h wenn es für sie finanziell nach unten geht, dann nicht deswegen weil es so im Gesetz steht, sondern weil der Mann auch selbst von irgendwas leben muss. Wenn er allerdings genug verdient, dann IST es für sie so wie vorher.
            Und auch wenn sie durch den Freibetrag des Mannes nicht den vollen betreuungsunterhalt erhält stellt sich die Frage wie es zusammen mit kindesunterhalt und Kindergeld aussieht. Und schließlich: das alles sind ANSPRÜCHE, die sie leistungslos bekommt.

          • „Das Gesetz ist aber so beschaffen, dass die Situation für sie so wie vorher sein soll.“
            Eben nicht, sie hat ja gerade keinen Anspruch auf das „Familieneinkommen“. Sobald das Kind alt genug ist muss sie arbeiten, es sei denn es stehen wichtige Belange des Kindes entgegen.
            „das alles sind ANSPRÜCHE, die sie leistungslos bekommt.“
            Das ist nicht korrekt. Sie muss sich natürlich um das Kind kümmern. Wenn das Kind beim Mann ist, dann hat sie Kindesunterhaltsansprüche nicht.

          • „Eben nicht, sie hat ja gerade keinen Anspruch auf das “Familieneinkommen”.“

            Das habe ich ja vorhin gemeint: „So wie vorher“ kann sich sinnvollerweise nur auf IHR Einkommen in der Partnerschaft beziehen, NICHT auf das Familieneinkommen. Sie verdient vorher X € durch Arbeit, nachher hat sie Anspruch auf Y € betreuungsunterhalt. Im Gesetz steht dass X=Y. ZUSÄTZLICH gibt es noch Kindesunterhalt und Kindergeld. Wie würdest du das denn bezeichnen?

            „Das ist nicht korrekt. Sie muss sich natürlich um das Kind kümmern.“

            Muss sie das? Darum geht es mir ja gerade, sie hat Optionen. Sie kann die Kinder in die Kita geben, oder mit dem Geld ein Kindermädchen bezahlen, oder oder oder.

            „Wenn das Kind beim Mann ist, dann hat sie Kindesunterhaltsansprüche nicht.“

            Wie attraktiv diese Option für Frauen ist, sieht man an der großen Zahl an Trennungsfamilien bei denen die Kinder beim Mann sind… die Entscheidung OB diese Option verwirklich wird liegt selbstverständlich bei der Frau, der Mann hat hier wenig mitzureden.

          • „Sie kann die Kinder in die Kita geben, oder mit dem Geld ein Kindermädchen bezahlen, oder oder oder.“
            Dann muss sie arbeiten, sofern sie eine angemessen Tätigkeit findet.

          • Warum? Wo steht geschrieben, dass man arbeiten muss um seine Kinder in die Kita zu geben oder von einem Kindermädchen betreuen zu lassen? Das ist ja gerade der Punkt: Sie hat ANSPRUCH auf Geld (leistungslos), wie sie das verwendet kann sie frei einscheiden.

            Wenn man in der Partnerschaft 20h/Woche arbeiten muss für 1400€, und nach der Trennung ungefähr denselben Betrag leistungslos bekommt, kann man, äh frau, schonmal ins Grübeln kommen…

        • Ein Fall aus meinem Umfeld. Hoffe, ich bekomme die Situation richtig zusammen:

          Beide leben getrennt. Auch geografisch. Der Lebensmittelpunkt des Kindes ist bei der Mutter. Beide sind auf Hartz IV. Sie bekommt, wenn ich mich richtig erinnere, zusätzlich noch Unterhalt (und noch etwas anderes, keine Ahnung, was). Er hat das Kind regelmäßig 3 Tagen in der Woche und übernimmt in der Zeit natürlich auch die Kosten.

          Da er auf Hartz IV ist und der Kostendruck durch sein Kind sehr hoch ist, hat er versucht, die Zeit, in der sein Kind bei ihm ist, „verrechnen“ zu lassen. Prinzipiell ist das möglich. Die Agentur verlangt allerdings als Nachweis, eine Unterschrift der Kindesmutter. Ihr würde dann der Bezug im gleichen Maße gekürzt, wie es ihm hinzugerechnet würde. Diese Unterschrift würde er nie bekommen.

          Insgesamt ist die Situation für ihn so, dass er nach Abzug aller Kosten für sich 100€ zum leben hat. Davon spart er etwas, damit er seinem Kind in der gemeinsamen Zeit etwas zu essen kaufen kann. Er traut sich verständlicher Weise nicht, allzu fordernd aufzutreten, weil er ein Herzleiden hat. Die Kindesmutter bräuchte das bei der Agentur nur erwähnen und die Chancen sein Kind widerzusehen, würden gen Null tendieren. Offenbar sähe das System aufgrund der Krankheit des Vaters das Kindeswohl gefährdet.

          Er kann nichts machen. Ausser darauf hoffen, dass sich für ihn zukünftig eine bessere Situation ergiebt. Und bis dahin wird er eine Menge Kröten schlucken müssen.

        • Das macht mich sprachlos. Letztlich kommt das einem Kündigungsverbot gleich.

          Der Artikel ist ja nicht sehr ergiebig, was seine Motive angeht. Niemand scheint zu fragen, was oder besser wer (!) ihn zu diesem Schritt bewogen hat.

        • Passend zum Thema wurde Israel vor kurzem auch deutlich frauenfeindlicher:

          „In a landmark decision, the Supreme Court ruled on Wednesday that divorced women should also participate in child support payments. The dramatic ruling brings to an end the current norm, whereby fathers are solely responsible for alimony, even if their wives earn more than they do.“

          http://www.timesofisrael.com/in-landmark-ruling-court-says-women-can-pay-child-support/

          Aber natürlich kann man von Frauen nicht das erwarten, was man offensichtlich von Männern erwarten kann:

          „The ruling, handed down by an expanded bench of seven justices, applies in cases where the children are aged 6 to 15, and was in response to petitions lodged by two divorced fathers.

          Fathers will continue to pay all child support for children below the age of 6.“

          Men get always the better deal… feminist say.

      • Wuenschen kann man sich viel, und oft ist es dann gar nicht so toll wenn es wahr wird.

        Aus allen relevanten Studien geht folgendes hervor: In den ersten beiden Lebensjahren des Kindes wird die Mutterbindung verfestigt. Wenn die Mutter fuer mehr als ca. 2 Stunden nicht verfuegbar ist schuettet das Baby Unmengen von Stresshormonen aus, was zu Verhaltensaenderungen fuer den Rest des Lebens fuehren kann. Zw. dem 2. und 4. Lebensjahr findet die praegende Sozialisierung statt, in der Vater und Spielgefaehrten eine wichtige Rolle spielen. Bis zum 7. Lebensjahr scheint auch eine Praegung auf sexuell dimorphes Rollen-Verhalten stattzufinden, was beim Fehlen des Vaters auch schief gehen kann.

        Es waere im oeffentlichen Interesse (d.h. alle anderen, die die Fehlentwicklung des Kindes spaeter ertragen und ggf. bezahlen muessen) die leiblichen Eltern dazu zu bringen die gemeinsame Verantwortung fuer ihr Kind mindestens bis zum 7. Lebensjahr zu uebernehmen. Das waere im Sinne des wirklichen Kindeswohls aber auch zum Wohl der Gesellschaft. Kleiner Nebeneffekt: Eltern, die „gezwungen“ werden sich gemeinsam um ihr Kind zu kuemmern verbessern relativ haeufig ihre Zweierbeziehung wieder. Erwachsene sind in der Lage ihr Verhalten bewusst zu aendern, Kinder in der fruehen Phase nicht. Anstatt Unsummen in Kitas, Anwaelte, Familiengerichte, Jugendaemter zu investieren, waere der Gesellschaft viel mehr geholfen, wenn sich Psychologen, Sozialarbeiter usw. um praktische Hilfestellung fuer problematische Kleinfamilien kuemmern (also der Job, den frueher mal die Grossfamilie gemacht hat).

        Was wuerdet ihr von der folgenden martialisch klingenden Massnahme halten:
        Wenn die Eltern sich zerstreiten und trennen wollen und alle psychologischen Intensivmassnahmen fehlschlugen. Das Damoklesschwert. Entweder ihr rauft euch zusammen oder 1.) das Gericht gibt das Kind zur Adoption frei und 2.) Jedes Elternteil wird gezwungen haelftigen Kindesunterhalt an die Adoptiveltern zu zahlen.

        • „Aus allen relevanten Studien geht folgendes hervor: …“

          Ich steh solchen „Studien“ äußerst kritisch gegenüber und halte sie für Gefälligkeitsarbeiten für alleinerziehende unterhaltsinteressierte Mütter.
          Dem Säugling ist es ziemlich wurscht, wer ihn betreut. Jede vertraute Person kann mit gleichem Erfolg diese Funktion ausfüllen, also auch der Vater.

          „Entweder ihr rauft euch zusammen oder 1.) das Gericht gibt das Kind zur Adoption frei und 2.) Jedes Elternteil wird gezwungen haelftigen Kindesunterhalt an die Adoptiveltern zu zahlen.“

          Ist gottseidank weder rechtlich, noch gesellschaftlich durchsetzbar. Die deutsche Familienjustiz hat mit ihrer eugenisch ausgerichteten Spruchpraxis schon fast zwei Generationen Schaden an Kindern und Familien angerichtet, da fehlte es noch, ihr ein so weites Zugriffsrecht einzuräumen.

    • „Das eine Frau durch Trennung finanziell besser steht ist völliger Blödsinn.“
      Nein, numerisch ist das völlig korrekt. Trennungsunterhalt+Kindesunterhalt + Kindergeld macht mehr als die Hälfte des Nettoeinkommens eines verheirateten Mannes aus, sofern kein Mangelfall vorliegt. Wie der Bedarf des Kindes hier zu Buche schlägt ist dabei offen. Da jedoch der größte Teil and Kleidung, Einrichtung und Spielzeig bereits bezahlt ist sollte das auch effektiv so sein.

      • „Da jedoch der größte Teil and Kleidung, Einrichtung und Spielzeig bereits bezahlt ist sollte das auch effektiv so sein.“
        Kennen Sie vielleicht nicht, aber Kindern haben die nervige Angewohnheit zu wachsen. Kleidung hält da nicht lange.

        Den Rest habe ich weiter oben bereits ausführlich dargestellt.

        • Sorry, Henrik, Deine Beiträge sind zu unfundiert und zu sehr vom Bestreben des Mißverstehens getrieben, als dass ich darauf antworte. Dargestellt hast Du nichts, vor allem nichts, was irgendwie auf relevantes Wissen dazu schließen ließe.

  2. – Weil sie der Kerl anödet
    – Weil sie feministischer Propaganda glauben
    – oder sie oft genug schlicht doof sind!

    – UND ganz besonders because lawyers

  3. Wenn man im Familienrecht sowohl für Väter als auch für Kinder etwas verbessern will, dann sollte man anfangen Anreize (vor allem für Mütter) schaffen, sich nicht zu trennen. Und je leichter und angenehmer man das Leben für „Alleinerziehende“ macht, umso mehr Anreize sich zu trennen schafft man.

    Es gibt heute nur noch eine bestimmte Schicht, in der Familie (zum Wohl der Kinder und unter bester Wahrung von Väterrechten) noch funktioniert: Die etwas bessere Mittelschicht oberhalb des Medianeinkommens. Denn in dem Bereich bedeutet zusammenbleiben einen erheblichen Gewinn an Lebensstandard und Status. Die Eltern müssen in den Bereich alles selbst finanzieren, sie werden nach unten nicht gleich von der Grundsicherung aufgefangen. Und erst indem sie zusammenbleiben und sich die Kostenineffizienzen von getrennten Wohnungen, doppelten Kinderzimmern und Umgangskosten sparen, erreichen sie diesen besseren Lebensstil mit dem schöneren Haus und dem SUV. Und siehe da: diese Eltern bleiben überwiegend zusammen und sie produzieren außerdem noch recht viele Kinderchen.
    Unterhalb dieser Schicht gibt es nicht viel zu verlieren, wenn man sich trennt und oberhalb ist genug Geld da, um auch bei Trennung den Lebensstil zu halten, jedenfalls für die Frau. Also wird sich in diesen Schichten fleißig getrennt.

    Worauf ich hinauswill: Familie ist sowohl für Kinder als auch für Väter die beste Lösung. Und Familie ist kein romantischer Zeitvertreib, sondern vor allem eine Wirtschaftsgemeinschaft, indem man sowohl bei Kosten als auch bei der Arbeitsteilung (Kindesbetreuung) Effizienzvorteile hat. Wenn man daher aus männerrechtlicher Sicht im Familienrecht etwas verbessern will, dann sollte das Ziel sein, Trennung so wenig lohnenswert wie möglich, ja sogar unangenehm und schwierig machen.

    Man Vorschlag ist wie gehabt die (bedingungslose) Abschaffung jeglichen Barunterhalts. Die soziale Vaterrolle existiert nur daraus, dass Mütter Väter brauchen. Und solange sie den Vater jederzeit durch einen Barunterhaltsanspruch (oder einen Anspruch auf Kinderbetreuung in ihrer Abwesenheit) ersetzen kann, braucht die Mutter keinen Vater.

    • Noch was zur sozialen Vaterrolle:

      Kinder brauchen einen sozialen Vater, der für sie da ist. Aber Mütter brauchen das nicht. Mütter brauchen Geld, einen Liebhaber und ggf. noch Kinderbetreuung. Wenn Familie die beste Methode ist, um diese Bedürfnisse zu befriedigen, bekommt man Familien. Aber wenn getrennt leben zur besten Methode wird, diese Bedürfnisse unter einen Hut zu bringen, dann werden Frauen sich mehr und mehr für dieses Modell entscheiden. Insbesondere wenn es auch kein soziales Stigma mehr trägt.

      • Das sehe ich sehr ähnlich. Funktionierende Familien sind in vielerlei Hinsicht – privat und gesellschaftlich – von Vorteil. Leider geht der Zeitgeist in die entgegengesetzte Richtung, und zwar in einem Maße, dass es teilweise schon Mut erfordert, über die Vorzüge einer „normalen“ Mutter-Vater-Kind(er)-Familie zu sprechen…

      • Du schreibst ja oben:
        Die Frau braucht Geld, Zeit und Sex

        Durch das Wechselmodell würde ja das Geld in dem Sinne auf das gesetzt werden, was die Frau selbst erarbeiten kann.

  4. „Soll ich mich trennen von dem Vater meines Kindes?“ denken viele Mütter spätestens nach der Geburt.

    Citation needed.

    „Da regnet es buchstäblich Geld für die Mutter.“

    Das halte ich für unrealistisch.

    „Eine Mutter ist heute dumm, wenn sie mit dem Vater der Kinder zusammen wohnt.“

    Unsinn.

  5. eine Trennung nur aus finanziellen Gründen halte ich für völlig unrealistisch. Kommt hier keiner auf den Gedanken, daß es andere, viel schwerwiegendere Gründe geben könnte? Und noch etwas, nicht nur Frauen sind gehässig und nachtragend. In meiner Familie gibt es beide Extreme!

    • „daß es andere, viel schwerwiegendere Gründe geben könnte“

      Bei den meisten Scheidungen nämlich „Ich bin nicht glööööcklich… Das hab ich mir anders vorgestellt.“

      Die Antwort, wie man die Beteiligten dazu bringen kann, das Problem zu lösen, statt den Knoten einfach durchzuhauen, hat dann allerdings ganz viel mit Finanzen zu tun.

      Man kann natürlich auch den zynischen Standpunkt einnehmen und davon ausgehen, dass die allermeisten viel zu wenig Persönlichkeit haben, Beziehungsprobleme zu lösen statt zu vermeiden. Dann bleibt nichts als die Scheidungsrate für gut zu heißen. Vielleicht alternativ die Hürde vor Hochzeiten höher schrauben. Ehe nur nach psychologischer Begutachtung auf Kompromiss- und Deeskalationsfähigkeit.

  6. Der Artikel enthält zu viele Ungenauigkeiten:
    „In 9,4 von 10 Fällen bekommt nach einer Trennung die Mutter das Kind zugesprochen.“
    In einer Trennung wird per se erst mal nichts zugesprochen. Es muß dafür ein Antrag an das Familiengericht gestellt werden. In den meisten Fällen jedoch erfolgt eine privatrechtliche Regelung.
    „Dazu erhält sie Kindergeld, Kindesunterhalt, Trennungsunterhalt, Steuervorteile und muss keine Umgangskosten tragen.“ Es fehlen die Riesterförderung und Rentenpunkte.
    Die Steuervorteile sind falsch, denn während der Trennung haben beide diese. Die Umgangskosten müssen erst nach einer familiengerichtlichen Festlegung allein getragen werden und werden sowohl auf den Kindesunterhalt als auch den Trennungsunterhalt angerechnet unter dem Titel „trennungsbedingter Mehraufwand“.
    Was leider überhaupt nicht im beitrag berücksichtigt wird ist, daß der Vater, der sich engagiert der Idiot ist. Denn er hält die gesamte Infrastruktur für sein Kind vor zusätzlich zum Umgang vor. D.h. er bezahlt oft ein kinderzimmer, Einrichtung, Kleidung usw zusätzlich zu Kindesunterhalt ohne die Steuervorteile der vorwiegend betreuenden Personm, gar nicht zu reden von den Rentenpunkten etc. je mehr der Vater sich engagiert, desto mehr Aufwand er hat, desto teurer kommt ihn das finanziell. Wenn man kein Gutverdiener ist, bringt einen das schnell an die Grenzen der finanzielle Leistungsfähigkeit.
    M.a.W. die unengagierte Mutter erhält finanzielle Anr eize und der engagierte Vater wird bestraft.
    Hier sind Unterhalts-und Steuerrecht eine unheilige Allianz eingegangen.

  7. „Die Umgangskosten müssen erst nach einer familiengerichtlichen Festlegung allein getragen werden und werden sowohl auf den Kindesunterhalt als auch den Trennungsunterhalt angerechnet unter dem Titel „trennungsbedingter Mehraufwand“.“

    Das ist nicht richtig. Die Umgangskosten hat der Barunterhaltspflichtige allein zu tragen, soweit sie nicht unverhältnismäßig hoch sind UND von der Unterhaltsempfängerin – z.B. durch Wegzug in eine entfernte Stadt – allein verursacht. Diese Regelung greift nicht erst, wenn sie durch ein Gericht getroffen wurde, sondern in dem Augenblick, wo die Barunterhaltspflicht festgestellt wurde – egal durch wen.
    Die Umgangskosten führen zu KEINER Minderung des Barunterhalts!
    Es sei denn, die Mutter hat ein signifikant höheres Einkommen als der Vater und die Wahrnehmung des Umgangs sonst gefährdet wäre.

    Die übliche Spruchpraxis, eigenes Engagement von Vätern unterhaltsrechtlich unberücksichtigt zu lassen, ist in der Tat ein Skandal und ein unlösbarer Widerspruch zu der BGH-Maxime „Barunterhalt und Betreuungsunterhalt sind unterhaltsrechtlich gleichwertig“

    • “ Die Umgangskosten hat der Barunterhaltspflichtige allein zu tragen, soweit sie nicht unverhältnismäßig hoch sind UND von der Unterhaltsempfängerin – z.B. durch Wegzug in eine entfernte Stadt – allein verursacht. “
      Es liegt hier ein falsches Bild von Scheidungen vor.
      Das Scheidungsverfahren regelt ohne weitere Anträge nur den Versorgungsausgleich und die Scheidung selbst. Sorgerecht, Umgangsrecht usw usf. bedürfen eines besonderen Antrags, können in der Scheidung mitbehandelt werden (Verbundverfahren) oder eben separat – und zwar alle.
      Wird also vor Gericht ein Antrag auf Regelung des Umgangs gestellt, so erfolgt die Entscheidung über die Umgangskosten in aller Regels so wie oben von Dir dargestellt. Die Umgangskosten werden jedoch als trennungbedingter Aufwand von dem Einkommen des Barunterhaltspflichtigen bei der Unterhaltsberechnung abgezogen. Sollte das nicht geschehen sein – ab zum Anwalt mit allen belegen über den Aufwand des Umgangs.Trägt die betreuende Personen Aufwände des Umgangs werden diese natürlich gegen Nachweis gegengerechnet.
      Bei mir machen z.B. die trennungsbedingten Mehraufwände 300 Euro/Monat aus, die vom Nettoeinkommen abgesetzt werden.

      • „Das Scheidungsverfahren regelt ohne weitere Anträge nur den Versorgungsausgleich und die Scheidung selbst. Sorgerecht, Umgangsrecht usw usf. bedürfen eines besonderen Antrags, können in der Scheidung mitbehandelt werden (Verbundverfahren) oder eben separat – und zwar alle.“

        Das ist Phänomen ALLER Gerichtsverfahren, dass sie nur den Antragsgegenstand behandeln. Ich kenne zwar einen Vater, dem das Sorgerecht für seine Tochter entzogen wurde, als die Mutte nur das ABR beantragt hatte (um unterhaltsberechtigt zu werden), aber das ist „eigentlich“ nicht rechtens.
        Doch wir sind ja im Familienrecht, da herrschen andere Regeln (seine Tochter lebt inzwischen bei ihm).

        „Die Umgangskosten werden jedoch als trennungbedingter Aufwand von dem Einkommen des Barunterhaltspflichtigen bei der Unterhaltsberechnung abgezogen.“

        Vom nachehelichen Unterhalt, bzw. Betreuungsunterhalt ja, nicht aber vom KU.
        So hatte ich auch oben meine Berechnung dargelegt.

        • „Auch beim Kindesunterhalt werden diese berücksichtigt.“

          Gut, ich will nicht behaupten, dass ich die allgemeine Familienrechtsprechung noch so intensiv verfolge, wie noch vor 10 Jahren, aber damals wurden Umgangskosten definitiv nicht berücksichtigt. Und ich kann mir nicht wirklich vorstellen, dass sich daran was geändert hat.
          Bedarfsmindernd wurden sie nur in Mangelfällen wirksam, also wenn das verbliebene bereinigte Netto-Einkommen unter dem Selbstbehalt lag. Und selbst da wurden die Väter gern noch über den Tisch gezogen.

          Hier macht die Anrechnung allerdings auch Sinn, weil der Vater sonst den Unterhalt zahlt und sich das Geld für den Umgang – einschließlich des dafür notwendigen Kinderzimmers – vom Sozialamt holt.
          Hatte vor 10 Jahren einer unserer Väter in Aachen erfolgreich eingeklagt 🙂

          Und wenn es noch eine höhere Priorität für Familienrichter gibt, als die, Müttern als Prätorianergarde zur Verfügung zu stehen, dann die, sicherzustellen, dass dem Staat aus dem Familienstreit keine dauernden Kosten erwachsen dürfen.

        • Aus den Leitlinien zur Düsseldorfer Tabelle:

          „Bei einem über das übliche Maß hinausgehenden Umgangsrecht können dadurch bedingte hohe Mehraufwendungen (z.B. Fahrt- und Unterbringungskosten) zu einer Herabstufung um eine oder mehrere Einkommensgruppen der Düsseldorfer Tabelle oder zum Absehen von einer erforderlichen Höherstufung führen.“

          Bei einem Vater berechtigte dem BGH zufolge das „über das übliche Maß hinausgehende Umgangsrecht“ (da geht mir bei dem Begriff schon wieder das Klappmesser in der Hosentasche auf) – also jedes 2. Wochenende und einen Tag in der Woche ohne Umgangswochenende – mit einem Betreuungsanteil von 40% zu einer Einstufung in eine niedrigere Einkommensgruppe – im konkreten Fall nur nicht zu der „erforderlichen“ Höherstufung.
          Eine „Einsparung“ in Höhe von 16 € für einen anerkannten Mehraufwand von 400 €.

          Der BGH zu dem Fall: „Insbesondere die Kosten für das Bereithalten von Wohnraum zur Übernachtung von Kindern bleiben bei einem im üblichen Rahmen ausgeübten Umgangsrecht unterhaltsrechtlich in der Regel schon deshalb unbeachtlich, weil es typischerweise angemessen und ausreichend ist, die Kinder in den Räumlichkeiten mit unterzubringen, die dem individuellen Wohnraumbedarf des Unterhaltspflichtigen entsprechen“ (BGH XII ZB 234/13)

          Ich kann also keine wirklich unterhaltsmindernden automatischen Tatbestände erkennen, die über das sog. „bereinigte Netto-Einkommen“ hinausgehen.

    • Trennungsbedingter Mehrbedarf:
      „Als „trennungsbedingter Mehrbedarf“ werden gemäß § 1581 BGB jene erhöhten Lebenskosten bezeichnet, welche durch die doppelte Haushaltsführung nach Trennung von Eheleuten entstehen. Der trennungsbedingte Mehrbedarf kann sowohl vom Unterhaltsberechtigten als auch vom Unterhaltspflichtigen geltend gemacht werden: beim Unterhaltsberechtigten ist er als ein Bestandteil des Unterhaltsbedarfs anzusehen, während er beim Unterhaltspflichtigen ein Posten ist, welcher gegebenenfalls zu einer Reduzierung der Unterhaltszahlungen führen kann.

      Um den trennungsbedingten Mehrbedarf zu berechnen, werden die Kosten, welche während der Ehe entstanden sind, denen gegenüber gestellt, die nach der Trennung anfallen.

      Auch einmalige Kosten werden als trennungsbedingter Mehrbedarf anerkannt, wie Maklergebühren und Umzugskosten. Anschaffungskosten für Haushaltsgegenstände hingegen werden nicht als Mehrbedarf anerkannt.“
      http://www.juraforum.de/lexikon/trennungsbedingter-mehrbedarf

      Du brauchst einen besseren Anwalt ;-).

      • „Du brauchst einen besseren Anwalt ;-).“

        Sicher nicht 😀
        Hier sollte nur zwischen Unterhalt für die Mutter und Unterhalt für die Kinder unterschieden werden.
        Beim KU sind die Anforderungen für einen höheren Selbstbehalt weit höher, als beim ne U, oder BU.

  8. Hier sollte Gleichberechtigung eingeführt werden.
    Gleiche Zeit mit den Kindern, gleiche Euros zum Unterhalt. Alles andere wäre Über/untermenschentumsideologischer bullshit. Egal welches Merkmal, egal ob rot, grün oder braun, fascho ist und bleibt fascho.

    • „Hier sollte Gleichberechtigung eingeführt werden.“

      Wird es, mein Bester. Wird es 😉

      Inzwischen hat es sich auch bis in die höchsten Kreise herumgesprochen, dass die derzeitig praktizierte Unterhaltsrechtsprechung Frauen motiviert, keine Erwerbstätigkeit aufzunehmen und so für ihre Altersvorsorge einzuzahlen. Die direkte Folge ist die Altersarmut besonders unter den barunterhaltsgefütterten Müttern.
      Will man aber, dass die Frauen mehr erwerbstätig sind, muss die Betreuung der Kinder sichergestellt werden. Sie einfach wegzugeben und den Alten blechen zu lassen, ist aber schon lange gerichtlich gestoppt worden. Man muss also den – sehr oft durchaus auch willigen – Vater der gemeinsamen Kinder einbinden können.
      Das wird aber nur funktionieren, wenn die väterliche Betreuung adäquat gewürdigt wird. Die BGH-Maxime an Väter „Betreuen UND Zahlen“ wird sich nicht durchsetzen können, da auf dieser Basis jeder Vater jederzeit z.B. aus beruflichen Gründen als zuverlässiger Betreuer aussteigen kann. Eine durchsetzbare BetreuungsPFLICHT lässt sich so nicht realisieren.

      „Alles andere wäre Über/untermenschentumsideologischer bullshit.“

      Nicht „wäre“, es IST ganz profane Eugenik, die die obersten deutschen Gerichte betreiben.

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