Mein Partner verdient viel mehr als ich und will dennoch, dass ich die Hälfte von allem zahle

Im Guardian wird eine interessante Frage gestellt:

I am a woman in my late 20s with a good career, but I struggle to get by and have £10,000 worth of debt. Some of this I borrowed from my partner to repay a credit card. I have been with him for more than a year and we are talking about me moving in with him. He earns three times what I do and is sensible with money, which I respect. The issue is that he wants to split the mortgage and bills 50/50. Part of me thinks this is fair, but he admits his bills will not increase, so any “rent” I pay will just be an additional number on his spreadsheet. It upsets me that he could help me without any cost to himself, yet won’t. We have talked but haven’t come to an agreement. Am I being unreasonable?

Ich mache mal Umfragen dazu auf, getrennt nach Geschlechtern

Für weibliche Leser

Für männliche Leser:

Ich bin der Auffassung, dass gerade nach erst etwas mehr als einem Jahr er nicht ihre Schulden abtragen muss. Es ist vollkommen okay, wenn er sie hälftig zahlen lässt. Er hätte zwar die gleichen Kosten gehabt, aber er hat ja wenn sie mit einzieht auch weniger Raum zur Verfügung und sie spart zudem das Geld einer eigenen Wohnung.

Interessant würde ich auch finden, woher ihre Schulden stammen. Credit Card klingt immer eher nach Konsum, dann würde ich auf alle Fälle auf ein eigenständiges Bezahlen bestehen, weil es für mich ein schlechtes Zeichen wäre. Aber natürlich kann sie mit der Karte auch anderes gezahlt haben.  Aus meiner Sicht setzt er auch bereits ein schlechtes Zeichen, wenn er bereits jetzt die Zahlung für sie übernimmt.

Advertisements

157 Gedanken zu “Mein Partner verdient viel mehr als ich und will dennoch, dass ich die Hälfte von allem zahle

  1. „Ich bin der Auffassung, dass gerade nach erst etwas mehr als einem Jahr er nicht ihre Schulden abtragen muss.“

    Ja, genau: „Du Schatzi, kannst mir nicht bei meinen $4000 Schulden ein bißchen helfen?“ – „Klar, Baby!“
    *französicher Akzent* 3 Monate später *französicher Akzent*
    „Du Schatzi, das mit uns klappt nicht, ich werde dich verlassen“ – „Wait, wooooo.0t?“

    “ Credit Card klingt immer eher nach Konsum“

    Das dachte ich mir auch.

    • „A man who asks a woman for money is less than a man“ – Wendy Williams, Talkshowmoderatorin mit durchschnittlich 2,4 Millionen Zuschauern pro Tag.

      • Offenbar kein festes Prinzip, denn Zuhälter bringen ja angeblich auf diese Weise ihr Frischfleisch auf die Straße („ich brauch ganz dringend Geld und finde kein Job, aber du könntest doch mal schnell…?). Ob es stimmt, weiß ich nicht, vielleicht nur ein Klischee, vielleicht längst veraltet. Arabische Zuhälter sollen ja angeblich gar nicht viel herumreden.

    • Warum bewertest du es in einer längeren Beziehung anders? Grundgedanke ist das gegenseitige füreinander Eintreten „in schlechten Zeiten“. Vor diesem Hintergrund könnte es Sinn machen, die Schulden seiner Partnerin zu übernehmen. Gewissermaßen, weil sie das langfristig irgendwann irgendwie ausgleicht.

      Aber diese auf Lebenszeit angelegten Verpflichtungen gibt es in der Praxis doch kaum noch. Wenn sie irgendwann den Abflug macht, erhälst du höchstens ein „Danke“ zugehaucht. Davon kannst du dir dann aber auch nichts mehr kaufen.

      In einer längeren Beziehung könnte ich mir bestenfalls vorstellen, dass ich meiner Partnerin einen verbrieften, günstigen Privatkredit gebe, der alle Angaben enthält, die ein Jurist so fordern könnte. Einfach nur für den Fall, dass sie vor dem Abzahlen die Biege macht.

      • „Wenn sie irgendwann den Abflug macht, erhälst du höchstens ein „Danke“ zugehaucht.“
        Als angehender Jurist kann ich dir versichern, dies trifft nicht zu. Die Abwicklung von Geld- und Sachleistungen in nichtehelichen Beziehungen ist ein juristischer Albtraum.

        • Als praktizierender Nicht-Jurist sage ich dir, dass nur die wenigsten Fälle überhaupt angezeigt und verhandelt werden. Eben weil die Verhandlungen bekanntermaßen zäh und teuer sind. Und der Ausgang ist ungewiss.

          • Angezeigt wird hier schon einmal gar nichts. Ich rede hier rein von zivilrechtlichen Ansprüchen. Strafgesetze dürften nur in den Ausnahmefällen erfüllt sein.

        • Nach einem Beziehungsstreit werden die Parteien sich, wenn überhaupt, des gegenseitigen Diebstahls bezichtigen. Ob das dann strafrechtlich verfolgt wird oder zivilrechtlich ist ein irrelevantes Detail.

          Mein Argument ist ja, dass es dazu in den allermeisten Fällen nicht kommt, weil die Nachweise über Eigentumsverhältnisse schwer zu führen sind. Die einzigen, die hier etwas gewinnen können, sind Anwälte.

          • Diebstahl wird grds nur strafrechtlich verfolgt. Außerdem ist es eher unüblich andere in so einer Situation des Diebstahls zu bezichtigen, zumindest dann nicht, wenn man sich vorher Rechtsberatung geholt hat.

  2. Anekdotisch: Ich habe mich in allen früheren Beziehungen für „großzügig“ entschieden. Es ist nie gut ausgegangen.

    Die alte Versorgerrolle.hat ausschließlich eine positive Funktion, wenn sie wegen Kindern nicht arbeiten kann.

    Andernfalls ist die Message an die Frau: Es ist OK, wenn du nicht erwachsen bist, ich übernehm das.

  3. Ich verdiene auch deutlich mehr als meine Frau, aber wir haben einfach ein gemeinsames Konto. Die Frage, wer wieviel von der Miete bezahlt, stellt sich also nicht.

    Hier geht es aber offensichtlich um eine eher weniger feste Beziehung (ein Jahr und bisher getrennte Wohnungen), aber wenn es beider Wunsch ist, zusammen zu wohnen (sprich: wenn er das auch will), fände ich es befremdlich, da solch eine Rechnung aufzumachen. Zumindest, wenn die Schulden mal irgendwenn abbezahlt sind.

    • @el_mocho:

      Genauso sehe ich das auch. Ich hatte mit meinem Partner auch ein gemeinsames Konto. Und spätestens am man mehr gemeinsame Kosten hat (Wohnung, Nebenkosten etc.) finde ich persönlich es recht unsinnig da wir Hälfte Hälfte zu bestehen.

      Hier habe ich aber eher das Gefühl, die beiden haben eine grundsätzlich unterschiedliche Einstellung zum Umgang mit Geld und passen in dem Punkt vielleicht einfach nicht gut zusammen…

      • „finde ich persönlich es recht unsinnig da wir Hälfte Hälfte zu bestehen.“

        Mich würde interessieren, wo dieser Unsinn herkommt und wie eine Überweisung im Vergleich dazu fehlenden Sinn erschafft.

          • „Und spätestens am man mehr gemeinsame Kosten hat (Wohnung, Nebenkosten etc.) finde ich persönlich es recht unsinnig da wir Hälfte Hälfte zu bestehen. “

            Eine gemeinsame Wohnung scheint nach dieser Behauptung etwas am Prinzip der Selbstverantwortung zu ändern. (Denn wenn man in einer WG wohnen will, dann läßt sich ein anderes als 50/50-Verhältnis nur rechtfertigen, wenn die Mieter die Wohnung nicht gleichermaßen nutzen.) Also: Selbstverantwortung impliziert 50/50. Frage: Was ändert eine gemeinsame Wohnung daran?

        • @elmardiederichs:

          Eine WG und eine gemeinsame Wohnung mit dem Lebenspartner unterscheidet sich grundlegend darin, dass das eine eine (meist zeitlich beschränkte) Zweckgemeinschaft ist und das andere eine der ersten Schritte für ein gemeinsames Leben und evtl. Familie.
          Innerhalb einer WG gibt s ebenso Putzdienste etc. das würde ich mir einem Partner ebenfalls lächerlich finden.
          Wie kommst du überhaupt darauf, dass nur 50/50 heißen kann, dass man Selbstverantwortung trägt? Begegnet du dann auch darauf, dich überall 50% mit einzubringen (Klo putzen, kochen, Wäsche waschen etc.)?
          Ich finde es albern, innerhalb einer Beziehung alles aufzurechnen und Strichlisten zu führen, dass hat aber nicht im geringsten damit zu tun, dass Partner, die das nicht machen keine Selbstverantwortung mehr haben!

          • Ich war nur interessiert, die Begründung einr Frau dafür zu hören, daß sie für ihre Gegenwart bezahlt wird. Nur mehr als den Appell an eine gesellschaftliche Norm hattest du ja nicht zu bieten – aufschlußreich.

        • @Miria
          „Innerhalb einer WG gibt s ebenso Putzdienste etc. das würde ich mir einem Partner ebenfalls lächerlich finden.“ Ich fand Putzdienste immer gut, da kam dann kein Gejammer von wegen „du machst aber so wenig und ich mache hier alles“.

          „Ich finde es albern, innerhalb einer Beziehung alles aufzurechnen und Strichlisten zu führen, dass hat aber nicht im geringsten damit zu tun, dass Partner, die das nicht machen keine Selbstverantwortung mehr haben!“
          Ist wie mit Verträgen, wenn es gut läuft sind sie überflüssig, sie sind aber sehr nützlich wenn es schlecht läuft.

        • @Miria
          Jetzt meinst du zwar zwischen WG und Zusammenleben gäbe es Unterschiede, allerdings zeigst du mir nicht auf wo genau diese liegen. Kannst du das bitte nachholen?

          Niemand redet hier von strikt durchreglementierten Putzplänen, das ist ein Strohmann.
          Den du wahrscheinlich deswegen aufbaust, weil du keine elementare Unterschiede feststellen wirst.

          So, und nun wirst du mir schon erklären müssen, warum die Frau nicht ihren fairen Anteil tragen soll. Insbesondere dann wenn sie nur einen Teil >50% an Unterhalt für die Lebensgemeinschaft einbringt.

        • Das kommt natürlich auf die Beziehung an. Ich bin verheiratet und gedenke auch mit meiner Frau zusammen zu bleiben. Ich sehe uns als Ehepaar, und insofern würde es mir nie einfallen, solche korinthenkackerischen Rechnungen aufzumachen.

        • @PfefferundSalz:
          „Ich fand Putzdienste immer gut, da kam dann kein Gejammer von wegen „du machst aber so wenig und ich mache hier alles“.“

          Wenn man das Gefühl hat, dass jemand wirklich dauerhaft mehr macht, dann würde so etwas vielleicht Sinn machen, aber doch nicht generell.

          „Ist wie mit Verträgen, wenn es gut läuft sind sie überflüssig, sie sind aber sehr nützlich wenn es schlecht läuft.“

          Wenn es so schlecht läuft, dass man der Meinung ist, dass Strichlisten und dauerhaftes aufrechnen nötig sind, dann würde ich mal darüber nachdenken, ob das überhaupt Sinn macht mit der Beziehung…

        • @Benjy R.:
          „Jetzt meinst du zwar zwischen WG und Zusammenleben gäbe es Unterschiede, allerdings zeigst du mir nicht auf wo genau diese liegen. Kannst du das bitte nachholen?“

          Einfach nochmal nachlesen! Aber, um es dir hier zu vereinfachen, zitiere ich doch gerne nochmal mich selbst:
          „Eine WG und eine gemeinsame Wohnung mit dem Lebenspartner unterscheidet sich grundlegend darin, dass das eine eine (meist zeitlich beschränkte) Zweckgemeinschaft ist und das andere eine der ersten Schritte für ein gemeinsames Leben und evtl. Familie.“

          „So, und nun wirst du mir schon erklären müssen, warum die Frau nicht ihren fairen Anteil tragen soll.“

          Wie kommst du darauf? Die interessante Frage ist doch viel mehr, was in dem Zusammenhang „fair“ bedeutet.

        • @El_Mocho:
          „Das kommt natürlich auf die Beziehung an. Ich bin verheiratet und gedenke auch mit meiner Frau zusammen zu bleiben. Ich sehe uns als Ehepaar, und insofern würde es mir nie einfallen, solche korinthenkackerischen Rechnungen aufzumachen.“

          Genauso würde ich eine Beziehung auch sehen. Und meiner Meinung nach eben auch nicht vergleichbar mit zeitlich beschränkten Arrangements wie einer WG.

        • @myjalablog
          „Wenn es so schlecht läuft, dass man der Meinung ist, dass Strichlisten und dauerhaftes aufrechnen nötig sind, dann würde ich mal darüber nachdenken, ob das überhaupt Sinn macht mit der Beziehung…“
          Ich mag Strichlisten. Ich hab immer welche gemacht, auch bezüglich Streits. Immer wenn sie einen Streit vom Zaun gebrochen hat gabs einen Strich. Sie wusste, wenn es eine bestimmte Anzahl an Strichen pro Jahr gibt, dann mache ich Schluss. Das Streits z.B. aufgrund des PMS deutlich reduziert.

        • Schöne Methode, ich glaube das kann man allgemein empfehlen.

          Was mich noch interessieren würde: Hat sie das Kontingent ausgeschöpft?

        • @Ih
          „Was mich noch interessieren würde: Hat sie das Kontingent ausgeschöpft?“
          Nein, hat sie nicht. Wir haben uns aber trotzdem nach 8 schönen Jahren im Gegenseitigen Einvernehmen getrennt, weil es einfach nicht mehr gepasst hat. Allerdings sind wir bis heute noch befreundet.

        • @PfefferundSalz:
          „Ich mag Strichlisten. Ich hab immer welche gemacht, auch bezüglich Streits. Immer wenn sie einen Streit vom Zaun gebrochen hat gabs einen Strich. Sie wusste, wenn es eine bestimmte Anzahl an Strichen pro Jahr gibt, dann mache ich Schluss.“

          Klingt ein bisschen zu sehr nach Erziehung. So kann man mit seinem Kind umgehen, aber doch nicht mit seinem Partner…

          • @EvoChris

            Interessanterweise kenne ich über ein paar Ecken eine Prostituierte und sie hat mal erzählt, daß es besonders geschäftsfördernd sei, wenn eine Prostituierte einem Freier einen persönlichen Kontakt und noch besser, eine sich entwickelnde persönliche Bindung vorspiele, als sei der Sex nicht einfach nur ein Geschäft für sie, sondern tatsächlich angenehm und lustvoll. Denn – so berichtet die Dame weiter – nichts bringt Männer sicherer zu einer Prostitutierten zurück und damit erneutes Geld ein, als eine wenn auch vorgespielte persönliche Bindung. Jegliche Art von Sexakrobatik oder was auch immer ist dramatisch weniger wirksam. Aber Männern Gefühle vorzuspielen – das macht die Männer weich, da kommen sie wieder und oft versuchen solche Männer dann die Prostituierten zu retten – wodurch sie dann nur noch leichter und effektiver ausgenommen werden wie die Weihnachtsgänse. Schlußfolgerung: mehr Männer verarschen = mehr Geld. Denn in Wahrheit kann diese Art von Sexualität im Massenbetrieb nicht intim sein: Jede Prostituierte, jeder Mensch würde durchdrehen, wenn er pro Tag mit ca. 15 anderen Menschen emotional Kontakt aufbauen würde.

          • Ich halte das für einen allenfalls marginalen Anteil. Die meisten prostituieren werden nicht darum herumkommen mit sehr sehr vielen Männern Sex zu haben.
            Und es ist sehr einfach eine Prostituierte mit den Trick zu entkommen: nimm dir Gefühle mit, sei dir bewusst, warum sie sie zeigt, geh zur nächsten.
            Wie hoch schätzt du denn den Anteil der Prostituierten, die so arbeiten und bei wie vielen ihrer Kunden?
            Ich würde vermuten es ist ein sehr anonymes Gewerbe, bei den über den Kontakt hinaus nicht viel passiert

          • „Die meisten prostituieren werden nicht darum herumkommen mit sehr sehr vielen Männern Sex zu haben.“

            Offenbar hast du mal wieder meinen Kommentar nicht verstanden.

          • Doch klar. Ich glaube nur, dass du unrecht hast. Die wenigsten werden eine Bindung entwickeln, sondern schlicht anonym Sex haben.
            Eher dürfte es attraktiv sein, besonders guten Service anzubieten und sich ein paar falsche Reviews ins Internet zu schreiben und dann die Männer möglichst schnell zum abspritzen zu bringen und dann in die nächste Stadt weiterzuziehen

          • Ja. Dazu gehört, daß sie in Wahrheit keine haben – eben weil es so viele Männer täglich sind. Es gibt übrigens Freier-Foren, wie ich inzwischen herausgefunden habe. Da kannst du sehen, daß deine wie üblich das Frauenverhalten beschönigenden Winkelzüge Unsinn sind.

    • Das hängt sehr davon ab. Wenn sie 50:50 Hausarbeit verlangt, dann kann Mann auch 50:50 bei den Kosten verlangen, insbesondere dann wenn sie weit weniger verdient. Das hat was mit Aufgabenteilung zu tun.

  4. Beide arbeiten Vollzeit (?), also zahlen beiden 50/50. Wenn sie mit einer Freundin in eine WG ziehen würde, wäre es genauso.
    Was die Schulden angeht: Er könnte ihr mit einem zinslosen Darlehen entgegenkommen, das sie zudem flexibler als bei einer Bank abbezahlen kann. Aber abbezahlen muss sie es. So ist das Leben.
    Bei sehr unterschiedlichen Einkommen ist Zusammenziehen natürlich immer problematisch. Aber dass der besser verdienende Teil nicht den schlechter verdienenden Teil subventionieren möchte, kann ich verstehen. Wenn die Beziehung deshalb in die Brüche geht, ist das zwar total unromantisch (Geld!!!1!!1!), aber berechtigt. Jeder muss für sich selbst wissen, welche Opfer er/sie bringen will. (Gilt im umgekehrten Fall auch für die Frauen, die in einer gemeinsame Wohnung plötzlich mehr Haushaltsarbeit leisten, weil ihr Partner andere Standards hat, und sie es trotzdem wie früher haben möchten. Auch ein Opfer, das man mit sich selbst ausmachen muss.)

    • hm. Ich meine, inzwischen stellt sich die Frage bei mir nicht mehr, da meine Frau wegen der Erziehung unserer Kinder weniger arbeitet, aber schon auch früher verdiente ich deutlich mehr. Für mich war da völlig klar, dass ich dann eben mehr zahlte, nicht, weil ich da einen Versorgungsdruck hatte, sondern weil ich eben mit meiner Freundin auf einem gleichen Lebensstandard leben wollte. Niemals hätte sie als Studentin die Hälfte der Miete zahlen können. Hätte ich deswegen weiter auf WG Niveau wohnen müssen? Oder eben nicht mit ihr zusammenleben? Weiter Carlini futtern? Döner statt Steak?

      • Tom, ich sprach nur davon, dass ich es verständlich finde, wenn einer der Partner das nicht möchte. Wenn er/sie es möchte, gibt es ja keinen Konflikt wie oben beschrieben 😊

      • Nein, es geht wie immer darum nicht übervorteilt zu werden. Deine Frau macht also die Erziehungsarbeit und den Haushalt, dafür bringst du halt die Ressourcen ran. Ist ein fairer Handel.

        Das Szenario hier war ein anderes: Sie verdient sehr viel weniger, und findet es unfair dass 50:50 gemacht wird.
        So ohne weitere Daten kann man das nicht beurteilen. Da es sich erst um 1 Jahr handelt kann man aber schon mal sagen, dass sie sich nicht so haben soll, so gut kennt ihr Partner sie noch nicht.
        Und dann hängt es natürlich auch davon ab wieviel Hausarbeit usw. zu erledigen ist.

        • Wie gesagt, auch früher schon habe ich mehr verdient (ok, wir waren auch schon zusammen student). Klar, wir hätten in der kleinen, ziemlich abgewrackten Wohnung wohnen bleiben und beide weiter die Hälfte zahlen können. Aber.. warum hätte ich meinen möglichen Lebenstil künstlich beschneiden sollen?

    • Was die Schulden angeht: Er könnte ihr mit einem zinslosen Darlehen entgegenkommen, das sie zudem flexibler als bei einer Bank abbezahlen kann.

      Und wenn sie sich dann plötzlich entschließt, 0% gemeinsames Leben zu führen und 0% iherer Schulden zu bezahlen, bleibt er auf den Schulden sitzen? Wozu?

  5. Wenn er nicht vorhat innerhalb von 6 Monaten ein Baby mit ihr zu bekommen, warum überhaupt mit ihr zusammen ziehen? Wie man an der Geschichte exemplarisch sehen kann, macht man sich damit nur einen Haufen unnötige Probleme.

    • Wenn die Partnerin die Hälfte verbraucht, dann muss sie auch die Hälfte bezahlen. Hab ich in der Vergangenheit immer so gehalten. Allerdings hab ich auch nicht über die Verhältnisse meiner Partnerinnen gelebt, selbst wenn ich mehr hatte, sondern so, dass sie mithalten konnte. Das überschüssige Geld hab ich dann gespart.

      • @PfefferumdSalz:
        „Allerdings hab ich auch nicht über die Verhältnisse meiner Partnerinnen gelebt, selbst wenn ich mehr hatte, sondern so, dass sie mithalten konnte.“

        Das ist eben ein Punkt, den wir zu den obigen Personen nicht wissen. Wenn er beispielsweise eine große Wohnung möchte, um sich wohlzufühlen, Ihr aber eine kleine Zweizimmerwohnung reichen würde, wäre es nicht fair, wenn Sie die Hälfte der teuren Wohnung zahlen soll, sich an die diese natürlich nutzt.

        Hatte mal ein paar Dates mit einem Mann, der sehr viel mehr Geld hatte als ich. Zum Essen hatte er bestimmte Vorlieben an Restaurant, die ich aus Kostengründen nie ausgewählt hätte, da fand ich es auch angemessen, dass er bezahlt. Bei gleichem Niveau wechselt man sich eher ab.

        • Kenne das eher umgekehrt. Ich will Frau in ein normales Lokal einladen. Sie schlägt so einen sauteuren Italiener vor. (Ok hab da die Billigheimernummer fahren wollen. Mache da keinen Vorwurf)

        • @truth:
          Wenn man miteinander ausgeht, sollte es eben nicht unbedingt die Pommesbude um die Ecke sein, aber aus meiner Sicht auch genausowenig das Grand Hotel Restaurant (von dem er sich für das erste Date damals glücklicherweise noch abbringen ließ).

        • @Miria
          „Das ist eben ein Punkt, den wir zu den obigen Personen nicht wissen. Wenn er beispielsweise eine große Wohnung möchte, um sich wohlzufühlen, Ihr aber eine kleine Zweizimmerwohnung reichen würde, wäre es nicht fair, wenn Sie die Hälfte der teuren Wohnung zahlen soll, sich an die diese natürlich nutzt.“
          Ja, genau so sehe ich das auch. Bei Ausgaben die ich unbedingt wollte (z.B. ein Urlaub), sie sich den aber nicht leisten konnte, hab ich auch was beigesteuert.

        • Naja ich führ die Frauen dann eher ins Grand Hotel( was immer das ist).
          Also als ich noch gedatet habe, habe ich dann immer in der oberen Klasse was genommen. Bin damit auch besser gefahren.

    • Man kann sich doch einen fixen prozentualen Anteil vom Einkommen festlegen. Z.B. jeder Partner gibt 30% seines Einkommens für Miete aus. Sie verdient zB. 3000€ -> 900€ Mietanteil; und er verdient 1500€ -> 450€ Mietanteil. Zusammen können sich beide eine Wohnung für 1350€ mieten.

  6. „Interessant würde ich auch finden, woher ihre Schulden stammen.“

    üblicherweise konsumbedingt, wie du schon vermutet hast. Aber auch direkt vom Partner gepumpt (wohl auch, um sich „Sachen“ zu kaufen):

    „Some of this I borrowed from my partner to repay a credit card.“

    Übrigens möchte der Typ von ihr auch Übernahme von *seinen* Schulden. Sieht so aus, als liefe da eine Hypothek („mortgage“), vermutlich auf die besagte Wohnung, in die sie zu ihm demnächst ziehen will …. — das kommt hier raus, fast nebenbei:
    „The issue is that he wants to split the mortgage and bills 50/50.“

    • Dann wäre die Teilung ja einfach, die Restschuld anteilig (nach Einkommen) auf beide Partner übertragen. Das fände ich am fairsten. Sie wohnt mit drin, hätte bei ihrem Gehalt aber vermutlich eine viel kleinere Wohnung gewählt, 50% einfordern, wäre demnach unangemessen.

      Was ihre Schulden betrifft, muss man sehen, ob er daran auch profitierte. Ansonsten eher keine Übernahme, es sei denn, sie zahlt ihm anteilig auch noch die bereits beglichene Immobilienschuld…

      Schulden gegen Schulden, immer schön anteilig, sie darf es sich aussuchen 🙂

      • In GB sind Immobilien zT grotesk teuer, die Hypothek könnte sehr wohl im Bereich des Utopischen liegen. Soll sich die Dame da besser überlegen ob sie sich das überhaupt leisten kann. Und auch, ob sich ihr Typ das überhaupt leisten kann …. Dagegen könnte das mit den Kreditschulden ein Klacks sein ….

  7. Wenn ich der deutlich besser Verdienende wäre, würde ich entsprechend mehr bzw. häufiger bezahlen, ohne nun eine Strichliste zu führen, beim Essen gehen z.B. ca. 2 x ich, 1 x sie. Bei größeren Ausgaben wie Urlaubsreisen würde ich fragen, wieviel sie bezahlen kann und dann den Rest bezahlen.

  8. Ich mache das immer davon abhängig, ob die Frau von sich aus auch den Rollenbildern entsprechen will und im Haushalt genauso großzügig ist, wie sie es vom Mann finanziell erwartet. Erwartet sie hingegen eine ungefähre 50/50 Aufteilung im Haushalt, was für mich völlig in Ordnung ist (soweit es sich nicht nur um ihren Haushalt handelt, weil sie die Ansprüche hochgeschra), dann entscheidet sie sich damit zugleich auch für eine 50/50 Aufteilung der finanziellen Kosten und aller anderen etwaigen Belastungen.

    Und Rosinenpicker-Frauen, die neben einer 50/50 Aufteilung des Haushaltes bzw. ihren eigenen diesbezüglichen geizigen Charakters trotzdem vom Mann die großzügie Erfüllung alter Rollenbilder erwarten (Mitversorger, Beschützer, Gentleman, …), die disqualifizieren sich bei mir ohnehin schlagartig und nachhaltig für eine dauerhafte echte Beziehung. Solche Frauen betrachte ich dann nur noch als Frauen, die für Geld Liebesdienste leisten und verabschiede mich innerlich von ihr.

    Wer meint, selbst geizig sein zu dürfen und sich nicht um den anderen bemühen zu brauchen, um den brauche ich mich halt dann auch nicht mehr zu bemühen. Diese einfache Rechnung sollten eigentlich selbst die allerdümmsten Milchmädchen verstehen können. Aber erschreckend viele Frauen haben halt riesen Probleme mit Mathe.

      • @derdiebuchstabenzaehlt
        „Wie sieht ein 50/50 Haushalt in der Praxis konkret aus?“
        Jeder ist abwechselnd dran mit putzen, sein Geschirr wäscht jeder selbst ab und beim kochen, einkaufen und dem wechseln der Glühbirnen wird ebenfalls getauscht. Ist das irgendwie kompliziert?

      • Das ungefähr der gleiche Anteil an Hausarbeit gemacht wird? Dazu zählen AUCH Reperaturen, Gartenarbeit, Handwerkerdinge etc.

        Ich verstehe nicht was die Frage soll. Nicht genau genug quantifizierbar? Was solls, wenn es halbwegs gleich aufgeteilt ist merkt man das schon.

  9. Das Geldproblem in der Beziehung.

    Ich schätze viel hängt von den gemeinsamen Interessen und dem Ausgabeverhalten ab. Es ist schließlich leicht großzügig zu sein, wenn beide die selben Interessen teilen oder beide recht sparsam sind. Ein wirkliches Problem entsteht erst dann, wenn nur der eine gern großzügig Geld ausgibt und dann auch noch die Einkommenslage sehr unterschiedlich ist.

    Die Verschwendung muss dabei nicht weiblich sein. Ich habe zwei Frauen gekannt, die die Fehlausgaben ihrer Exmänner mitzufinanzieren gezwungen waren und deshalb Schulden vor sich herschoben.

    In meiner Ehe arbeiten wir beide Teilzeit, haben wir beide ein ähnliches Ausgabeverhalten, auch wenn ich etwas mehr verdiene, und bisher konnten wir uns bei größeren Investitionen immer einigen, so dass die Vorsichtsregeln, die ich zur Aufteilung des Geldes eingefordert hatte, bisher überflüssig waren. Allerdings ist das, mit dem Fokus auf die Familie, auch leicht. Für die Zeit, in der die Kinder größer sind, plane ich diverse Sachen, die größere Investitionen wären. Während sie gerne wieder in der Welt herumreisen würde. Ich schätze dann muss das Thema nochmal diskutiert werden.

    Würde ich für meine Frau Altschulden begleichen? Das hängt ebenfalls von vielen Faktoren ab:

    1) wie zukunftsfähig schätze ich die Beziehung ein?

    2) waren es einmalige Jugendsünden oder ist sie generell leichtsinnig und ausgabefreudig in Gelddingen?

    3) tritt sie fordernd auf? (das fände ich unverschämt, man darf sich von Frauen nicht erpressen lassen, das ermutigt sie nämlich, sowas öfter zu versuchen)

    4) belasten die Schulden die Familiensituation oder sind sie vergleichsweise marginal?

    Letzten Endes ist es nur Geld, allerdings sollte man Fehlverhalten natürlich nicht noch subventionieren. Umso weiter man in den Ansichten und Einkommen auseinanderliegt, umso genauer muss man hinschauen.

  10. Aufgrund der Infos hier, habe ich die Umfrage nicht beantwortet. Mit den begrenzen Informationen kann ich beide Seiten nachvollziehen.
    Die Frage ist zum Beispiel auch, ob er auf einen gewissen Lebensstandard, der mit höheren Kosten verknüpft ist, besteht und dann von ihr die Hälfte verlangt, was eben nicht fair wäre.

    Ich selbst würde nicht mit einem Partner zusammenziehen, der auf getrennte Konten besteht, ich finde es störend innerhalb einer solchen Gemeinschaft, die zukunftsfähig sein sollte (sonst bräuchte man keine gemeinsame Wohnung) kleinlich alles aufzurechnen.
    Ich habe allerdings auch keine großen Schulden oder ähnliches.

      • @Shitlord:

        Wenn das für euch gut passt, dann ist es ja auch schön so.

        Das einzige Mal, dass ich mit einem Partner zusammengewohnt habe, hatten wir bereits zuvor ein gemeinsames Konto (aufgrund verschiedener Umstände) und für mich ist das definitiv die beste und angenehmste Lösung.

    • Aufgrund der Infos hier, habe ich die Umfrage nicht beantwortet.

      Warum eigentlich nicht? In deinen Beiträgen beziehst du doch auch Stellung, obwohl die Informationen nicht mehr geworden sind.

  11. Geld war bei uns anfangs das häufigste Diskussionsthema.
    Obwohl ich gut verdiente, bestand mein Mann meistens darauf, die gemeinsamen Ausgaben selbst zu tragen.
    Dass ich z.B. Miete zahlen, und mich an den Urlaubskosten angemessen beteiligen wollte, war für mich nur schwer durchzusetzen, und lief meist auf einen Kompromiss hinaus.
    Inzwischen haben wir aber ein Arrangement getroffen, mit dem wir beide zufrieden sind, indem wir nicht nur die Ausgaben, sondern auch die Einnahmen koppeln.

    Es muss jedes Paar wohl selbst einen modus pensitando finden, der die jeweiligen Voraussetzungen und Hintergründe beider berücksichtigt, und den beide ausdrücklich akzeptieren.

    • Kannst du erklären warum dein Mann so drauf ist / wahr? Ich bin jetzt auch noch nicht mehr so jung und eigentlich relativ großzügig, aber einer Frau einen Freifahrtsschein fürs Leben auszustellen… die Motivation hat mich noch nie geritten.

        • Ja nachdem man ihre Beiträge so liest haben sich da ja 2 gefunden… gut für beide. Vielleicht ist das der Grund warum ich nicht so drauf bin… ich hab schon oft genug mitbekommen wie das für Männer nach hinten losgeht.

        • Ich wollte keineswegs den Eindruck erwecken, das was ich mit „Gentleman alter Schule“ bezeichnet habe sei ein empfehlenswertes Modell.

      • Hat nichts mit „Freifahrtschein“ zu tun.
        Er hat ja gesehen, wie sparsam ich mit Geld umgehe, und Konsum vermeide. Hätte ich seine (mir eigentlich unwillkommene) Großzügigkeit ausgenutzt, hätte er sicherlich sehr schnell die Bremse gezogen.

        Sinngemäß hat er immer etwa so argumentiert:
        Es ist sein Geld, und damit kann er machen, was er will, und wenn er es für mich ausgeben will, so habe ich das gefälligst zu akzeptieren. Basta.

        • wie gesagt ich verstehe die Motivation überhaupt nicht, auch wenn sie mir durchaus öfter schon untergekommen ist und auch schon wesentlich häufiger ausgenutzt wurde als nicht.
          „Ich bin so gern mit dir zusammen, du hast zwar dein eigenes Geld, aber ich weiß eh nicht wohin mit meinem, also mach ich dich zu meinem Privatprojekt damit du dein Geld für die lustigen Sachen ausgeben kannst du und ich für all den lebenskraftzerstörenden Scheiß schuften gehe für den man sein Einkommen sonst ausgeben muss!“

          Leider konnte die Evolution diese Kombination an Hirnwindungen noch nicht ausmerzen…. vielleicht einer der Punkte wo Nuture über Nature trimuphiert (von daher, danke Mama).

        • Sinngemäß hat er immer etwa so argumentiert:
          Es ist sein Geld, und damit kann er machen, was er will, und wenn er es für mich ausgeben will, so habe ich das gefälligst zu akzeptieren. Basta.

          Das ist wahrscheinlich eine der wenigen Arten so was zu framen, die tatsächlich funktionieren kann. Klingt, als würde ihm nur das systematische Verständnis fehlen, nicht aber die Instinkte.

        • @Michael

          „wie gesagt ich verstehe die Motivation überhaupt nicht“

          Ist doch eigentlich recht einfach: anderen was zu bezahlen, lässt einen selbst potent (im finanziellen Sinne) und großzügig erscheinen. An sich ein sehr männliches Gebahren. Vielleicht ist ihm Geld auch schlicht nicht so wichtig und er hat genug.

          Allerdings ist ein Verhalten, aus dem man(n) nicht so leicht wieder rauskommt, denn wenn er es irgendwann (von selbst) nicht mehr macht, hängt leicht der Haussegen schief. Gott sei Dank hat er da mit Anne vermutlich einen Glücksgriff gemacht (und sie mit ihm)…

        • @Michael

          Der Autor John Gray („Männer sind vom Mars, Frauen von der Venus“) empfiehlt Männern das Verhalten von Annes Lebensgefährten. Eine Frau, so sagt er, geht keine Verpflichtung ein, wenn sie Geschenke eines Mannes annimmt. Sie solle sie ohne Schuldgefühl annehmen. Und er soll ihr Geschenke machen.

  12. M.E. fehlen einige entscheidungsrelevante Informationen ebenso wie Antwortmöglichkeiten. Deshalb hier meine erste Einschätzung ohne den Artikel nach dem Umbruch weitergelesen zu haben (zur Vermeidung eventueller Verzerrungen durch die Lektüre):

    Sie sind wohl seit gut einem Jahr ein Paar und es geht nur um ein gemeinsames Wohnen. Da scheint mir die Beziehung noch auf einem vergleichsweise unverbindlichen Level. Die endgültige Entscheidung zu gemeinsamen Wirtschaften ist m.E. die Ehe (vorbehaltlich anderweitiger ehevertraglicher Vereinbarung) oder der Entschluss zu gemeinsamen Kindern. Zusammenziehen ist erstmal nur eine Intensivierung, die immernoch viel mit Ausprobieren zu tun hat. Insofern halte ich grundsätzlich eine Kostenbeteiligung für nachvollziehbar.

    Andererseits möchte er, dass sie die Darlehen auf das Haus hälftig mit bedient. Am Ende wird aber allein ihm das Haus gehören, nicht ihr. Somit könnte – hier fehlen die weiteren Informationen – eine hälftige Teilung sie unangemessen benachteiligen. Das wäre insbesondere dann der Fall, wenn sie sich selbst ein entsprechend großes Haus/eine entsprechend große Wohnung zur Miete nicht leisten würde oder wenn die hälftige Darlehensrate signifikant höher ist als die hälftige Miete für ein entsprechendes Objekt.

    Im Übrigen: Eine hälftige Teilung von Alltagsausgaben scheint mir eine mögliche faire Lösung. Bei Wasser, Zahnpasta und Toilettenpapier empfiehlt sich wohl die Aufteilung nach Köpfen. Wer anfängt, die Blätter des Toilettenpapiers zu zählen, sollte nicht zusammenziehen. Ein anderer nachvollziehbarer Maßstab (z.B. prozentual nach Einkommen oder eine Übernahme der Kosten durch einen von beiden) ist auch in Ordnung, wenn sich beide darauf einigen. Deren Beziehung, nicht meine.

    Bei Produkten, die nur einen von beiden betreffen, liegt die Sache grundsätzlich anders. Wenn z.B. nur einer von beiden Kaffee mag, ist die Kostenposition entweder nicht zu teilen oder es sind dann auch die Kosten für den Tee zu teilen, den der andere trinkt. Auch hier ist viel Vereinbarungssache und somit nicht per se etwas, für das es eine richtige Lösung gibt.

    Am problematischsten sind Luxusausgaben, die sich im Beispiel nur er leisten kann (und leisten würde), nicht sie. Will sie etwa einen gemeinsamen Urlaub aus finanziellen Gründen nicht machen, er aber schon, wäre es m.E. fair, wenn Sie den Urlaub nur unter der Bedingung mitmacht, dass er den Urlaub ganz oder zu einem größeren Teil finanziert. Sie muss sich nicht verschulden, er muss sie nicht mit in den Urlaub nehmen. Er kann dann eben überlegen, ob er sie lieber mitnimmt (und über 50% zahlt), ob er den Urlaub an einem weniger exotischen Ziel mit ihr verbringen will (der Baggersee ist vielleicht auch schön), oder ob er alleine fahren möchte (mit eventuellen Konsequenzen für die Beziehung).

  13. Naja, kommt darauf an. Er muss ihr nicht helfen, aber ausnutzen muss er sie auch nicht. Man kann nicht von jemandem, der ein Drittel verdient, die Hälfte von den Dingen verlangen, die einem selbst angemessen sind (das gilt übrigens auch für Lebensmitteleinkäufe: Männer essen meist wesentlich mehr als Frauen, und auch da wäre, wenn man schon so knauserig denkt, wie der Mann oben, Hälfte/Hälfte eher ihr gegenüber unfair; wenn schon genau, dann bitte auch wirklich genau). Da sind weitere Schulden auf ihrer Seite vorprogrammiert.
    Und selbst wenn er unter seinen Verhältnissen wohnt: es muss sich schon auch für sie auszahlen, wenn sie mit ihm zusammenzieht, und nicht nur für ihn. Wenn ich nicht signifikant weniger zahle, als vorher, wenn ich mit jemandem zusammenziehe, dann ist es das für mich nicht wert, mit jemandem Klo, Bad, etc. zu teilen, auf seine ästhetischen Ansprüche bezüglich Wohneinrichtung einzugehen, und nicht nur meine, etc etc., und dann noch das Risiko einzugehen, dass ich ohne Wohnung dastehe, wenn er sich von mir trennt. So schön und toll kann eine Wohnung gar nicht sein. Wenn ich einen Kompromiss eingehen muss (und das muss man, wenn man nicht mehr alleine wohnt), dann soll es bitte auch einen Vorteil für mich haben.
    Ihren Einwurf, dass er ja nicht mehr zahlt, wenn sie einzieht, verstehe ich wiederum nicht, denn nein, die Miete wird zwar nicht unbedingt teurer werden, aber Strom, Warmwasser, etc. sicher sehr wohl. Und sie ist ja kein Kind mehr, das von Mutti und Vati abhängig ist. Und es muss sich ja auch für ihn auszahlen, dass er einen Kompromiss eingeht.

    Und woher ihre Schulden kommen … Dass es von einer Kreditkarte ist, kann trotzdem auch bedeuten, dass sie sich für ihr Studium in Schulden gestürzt hat (das tun so gut wie alle Amis, die keine reichen Eltern haben), oder dass sie ihre eigene Wohneinrichtung abstottern muss, oder ein Auto (ohne kommt man drüben nicht weit), etc. Es muss nicht sein, dass sie bloß konsumiert hat, um des Konsumierens willen. In Amerika wird grundsätzlich alles lieber mit Kreditkarte bezahlt (und wenn man keine hat, gilt man als nicht kreditwürdig), nicht nur Luxusartikel.

    • Edit: wenn es sich um ein Haus handelt, wo er die Schulden gerade abstottert, dann würde ich, wäre ich sie, darauf bestehen, dass mir dann auch ein Teil gehört. Ihm den Kredit mitfinanzieren, und dann kann er mich einfach rauswerfen, sollten wir uns trennen …? Fände ich irgendwie merkwürdig … Sicher ist es im Prinzip nicht anders, als hätte sie Miete bezahlt, aber er profitiert dann von ihr, jedoch umgekehrt nicht, und für eine Partnerschaft finde ich das unangemessen.

        • Hm, nicht zwingend. Der Guardian ist eine britische Tageszeitung. In Großbritannien gibt es kein lateinisches Notariat. Insofern kann man nicht davon ausgehen, dass für die Formwirksamkeit ein Notar hinzugezogen werden muss. Nach meiner Information ist jedenfalls üblicherweise ein Solicitor involviert.

          Im Übrigen weiß man ja im Vorhinein nicht, wie lange das Arrangement so hält. Soll sie dann sofort hälftiges Miteigentum bekommen? Wer trägt die Transaktionskosten. Alles nur mäßig praktikabel.

        • @Christian,
          Ja, schön. Aber er ist ihr Partner, nicht ihr Vermieter. Und da erwartet man schon einen Unterschied, ehrlich gesagt. Es sei denn, er geht von vorneherein davon aus, dass diese Partnerschaft nur vorübergehend ist, aber dann ist es ohnehin fraglich, ob sie zusammenziehen sollen.
          Und ja, zur Not müssten sie eben zum Notar. Es ist doch bei anderen (unverheirateten?) Paaren auch nicht anders, die sich gemeinsam etwas kaufen, oder? Da reicht es doch auch nicht, wenn einer zahlt, und der andere ihm seinen Anteil überweist, dass es beiden gehört, oder nicht? So geschieht es dann halt nicht zeitgleich.

          • Natürlich. Es soll ja nicht umsonst sein. Nur eben ihren eigenen Verhältnissen angemessen. Und das ist Hälfte/Hälfte in der Regel nicht, wenn einer der beiden dreimal so viel verdient, weil das Haus/die Wohnung wahrscheinlich auch wesentlich teurer ist.

        • @Truth,
          würdest du bitte versuchen, nur versuchen, zu lesen, was da steht, nicht was du dir dazufantasierst? Nein, ich meine nicht, dass sie 50% überschrieben bekommen soll, sondern den Anteil, den sie abbezahlt.

      • Shark ich meinte eher, dass ich das zum Anfang einer Beziehung nicht tun würde. Achja wie siehst du es, wenn das Haus abbezahlt ist und sie einzieht. Gibt ja auch Steuern etc.
        Sorry aber dann müssten Frauen ja auch anteilige Bezahlung meines Autos verlangen, wenn ich die Freundin gratis rumfahre.

        • Zu Anfang? Die sind seit einem Jahr zusammen. Von „Anfang“ kann man da nicht mehr wirklich sprechen. Nein, zu Anfang würde das wirklich nur ein sehr dummer Mensch machen.
          Weiß ich nicht. Steht aber auch nicht zur Debatte. Wenn ich ein Haus hätte, würde ich, wenn mein Freund bei mir einzieht, jedenfalls keine Miete für ein abbezahltes Haus verlangen (er ist, wie gesagt, mein Freund, nicht mein Untermieter), dafür aber die laufenden Kosten (Strom, Warmwasser, Instandhaltung …). Natürlich kann das je nach seinem Einkommen mehr oder weniger als die Hälfte sein.

          Und hä? Was meinst du? Das hat doch überhaupt nichts mit obigem Beispiel zu tun?!? Wenn du von deiner Freundin Geld für dein Auto verlangst, dann gehört natürlich ein Teil ihr. Wenn du nur Benzinkosten verlangst, dafür, dass du sie herumkutschierst, dann nicht.

        • Sorry verschrieben. Dann müsste ich von Frauen anteilige Bezahlung eines Autos verlangen, weil ich sie immer gratis fahre. Sie hat ja was davon und ihr Auto nutzt sich nicht ab.
          Also ein Jahr finde ich da sehr früh. Da würde ich sowas nicht tun. Gerade aus persönlicher Erfahrung

      • Ihm den Kredit mitfinanzieren, und dann kann er mich einfach rauswerfen, sollten wir uns trennen …? Fände ich irgendwie merkwürdig … Sicher ist es im Prinzip nicht anders, als hätte sie Miete bezahlt, aber er profitiert dann von ihr, jedoch umgekehrt nicht, und für eine Partnerschaft finde ich das unangemessen.

        Natürlich profitiert sie auch. Sie wohnt schließlich in dem Haus und hätte normalerweise Miete zahlen müssen.

    • Und selbst wenn er unter seinen Verhältnissen wohnt: es muss sich schon auch für sie auszahlen, wenn sie mit ihm zusammenzieht, und nicht nur für ihn.

      Wo ist denn sein Vorteil beim Zusammenziehen? Insbesondere, wenn er nicht mal Geld spart?

      • Wenn er von ihr Geld bekommt, wie es ihrem eigenen Einkommen angemessen ist, spart er immer noch etwas. Er muss nicht 50/50 von ihr verlangen.

        • Deinen Strohmann kannst du stecken lassen. Nein, ich würde nicht „zetern“. Derjenige, der weniger verdient, aber gleichzeitig in einen Haushalt ziehen soll, der demjenigen angemessen ist, der MEHR verdient, sollte nicht die Hälfte zahlen müssen. Ganz unabhängig vom Geschlecht.
          Wenn er die Hälfte für einen wahrscheinlich wesentlich teureren Lebensstandard (man weiß es nicht, aber ich nehme es jetzt mal an, da die Leute nur seltenst UNTER ihren Verhältnissen leben) verlangt, kriegt er zudem das Geld, das er ihr offenbar geliehen hat, nie zurück.

        • Dann wäre ihm aber zu raten, sich eine besser verdienende Partnerin zu suchen. Denn dann würde er mehr sparen. Wenn sie es beruflich nicht so bringt, wieso sollte er das kompensieren?

        • Leute, wir reden hier nicht von einer Geschäftsbeziehung. Es ist in meinen Augen ein Gebot der Fairness, wenn der wirtschaftlich Stärkere mehr Lasten übernimmt.
          Natürlich nur, solange es nicht ums Ausnutzen geht.

          Ich lebe auch in so einer (Einkommens-)Beziehung und wir haben vereinbart, dass sie 60% der Miete (1.000 €) zahlt, ich 40%. Klingt voll krass, aber sie wohnt mit ihren beiden Töchtern hier, beansprucht also über 75% der Fixkosten.
          Alle anderen Kosten teilen wir in etwa 50/50, wobei ich realiter wahrscheinlich mehr zahle.
          Aber mir ist die eine zufriedene Frau an meiner Seite eben wesentlich mehr wert, als viel Geld.

        • Tja, aber das hat er nicht. Und das ist nicht ihre Schuld.

          Stimmt. Aber dann sollte er vielleicht die Augen offen halten, ob er nicht noch was besseres findet? Und dabei wäre es sicherlich hinderlich, wenn sie einziehen würde.

          • Ja, vielleicht sollte er das. Wenn er nur ans Geld denkt, ist es vielleicht für alle Beteiligten das Beste.

        • @Carnofis: Ich versuche Sharki nur deutlich zu machen, welche und wie viele implizite Annahmen ihrer schein-rationalen Argumentation mit „Sparen“ eigentlich zu Grunde liegen.

          Aber mir ist die eine zufriedene Frau an meiner Seite eben wesentlich mehr wert, als viel Geld.

          Die Frage dabei ist heutzutage, ob eine Frau zufriedener damit ist, einen Mann zu haben, der ihr einen Lebensstil finanziert, den sie sich nicht leisten könnte oder ob sie nicht doch glücklicher ist, wenn sie einen Mann haben kann, bei dem sie sein will auch wenn er das nicht tut.

        • @Sharki: Du warst der Meinung, es müsse sich für sie lohnen, einzuziehen? Hast Du jetzt Deine Meinung geändert oder gilt das nur für sie?

          • Versuch doch wenigstens, sachlich zu bleiben. Oder soll ich dich lh-lein nennen?
            Es muss sich für beide lohnen (und das tut es nicht, wenn man statt weniger mehr investieren muss, weil man gezwungen ist, den Lebensstandard jemandem anzupassen, der wesentlich mehr verdient). Aber wenn eine/r nur Profit daraus schlagen will, und zwar so viel wie möglich, dann ist die Beziehung zum Scheitern verurteilt.

            Dass ich (persönlich) nicht mit jemandem zusammenziehen würde, wenn es sich finanziell nicht für mich lohnt, liegt darin begründet, dass ich dann lieber meinen Freiraum in den eigenen vier Wänden hätte, die ich immerhin selbst einrichten kann. Die Beziehung würde ja deswegen trotzdem weiter bestehen. Er könnte ja auch z. B. zu ihr ziehen (gut, in dem Fall ist es vielleicht nicht so, da er bereits dabei ist, ein Haus abzubezahlen, aber generell gesprochen). Dann wäre es völlig in Ordnung, wenn sie sich die Kosten gerecht teilen, und er würde noch erheblich mehr sparen.

        • Shark also das ist der Hammer. Er denkt nur ans Geld. Du erklärst doch ein Zusammenleben muss der Frau keäftige Ersparnisse bringen.

        • Versuch doch wenigstens, sachlich zu bleiben. Oder soll ich dich lh-lein nennen?

          Vielleicht kannst Du da eine Lektion für Deine Kinder mitnehmen: Wenn der Name zu lang und aufgeblasen ist, benutzen alle nur wenig schmeichelhafte Spitznahmen. Wenn Du allerdings mir zu Ehren noch mehr Buchstaben schreiben möchtest, würde mir das natürlich schmeicheln.

          Du sagst, es müsse sich für beide lohnen. Aber wie es sich für ihn lohnt, hast Du immer noch nicht verraten? Und wenn er ans Geld denkt, beschimpfst Du ihn? Sag doch mal: was hat er davon?

          • Ich wusste nicht, dass ich ihn beschimpft hätte. Warum bleibst du nicht einfach bei „Shark“ ohne dieses bescheuerte „i“?
            Ich wiederhole (vielleicht liest du es ja jetzt):

            Wenn er von ihr Geld bekommt, wie es ihrem eigenen Einkommen angemessen ist, spart er immer noch etwas.

            Und er muss sich ihr ja nicht so sehr anpassen, wie umgekehrt. Es ist immer noch sein Haus, seine Einrichtung, seine „Hausregeln“.

        • Ok. Du hast mich erwischt. Das „i“ ist, weil Du so süß argumentierst. Hast Du Dir verdient. 😛

          Wenn er von ihr Geld bekommt, wie es ihrem eigenen Einkommen angemessen ist, spart er immer noch etwas.

          Und ich sagte darauf, dass er sich dann doch besser eine beruflich erfolgreiche Frau suchen sollte, um noch mehr zu sparen. Du gingst davon aus, dass er offenbar Gründe dafür hat, sich für diese und keine andere zu entscheiden. Das bedeutet, dass sie offenbar etwas bietet, für das er eine größere Ersparnis ausschlägt? Und das ist es dann wohl, für das er nach Deiner Vorstellung zumindest durch Opportunitätskosten zahlen soll. Und ich frage, was könnte das wohl sein, für das er da nach Deiner Vorstellung zahlen soll?

          • Das musst du ihn fragen. Er ist derjenige, der ausgerechnet sie ausgewählt hat, und keine reichere Frau. Ich kann ja nur spekulieren.
            Ich halte es prinzipiell für dumm, wenn zwei Leute zusammenkommen, und dann der Reichere der beiden verlangt, dass der Ärmere (von dem der Reichere von Anfang an wusste, dass er ärmer ist), sich seinem Lebensstandard anpasst. Wenn, dann muss er, so finde ich, in einer Beziehung sich entweder dem Ärmeren anpassen (das heißt in dem Fall, er muss in ihre Wohnung ziehen, statt umgekehrt, das würde sowohl ihr, als auch ihm die größte Ersparnis bringen), oder aber er verlangt nur so viel, dass der Ärmere es sich auch leisten kann. Sie muss bei ihm noch etwas zurückzahlen, UND sie soll ihm Miete bezahlen. Nachdem oben die Rede von 50/50 ist, ist es entsprechend sogar noch mehr. Das könnte nicht nur „unfair“ sein, sondern schlicht unleistbar für sie, jedenfalls wenn sie je die Schulden bei ihm loswerden möchte.

            Wie gesagt: die beste und für beide gerechteste Methode, wie sie ihre Schulden los wird und er auch nicht zu kurz kommt, wäre, wenn er bei ihr einzieht, statt umgekehrt. Er scheint, wie ich es aus dem Artikel entnehme, sehr gerne zu sparen. Das wäre die Gelegenheit. Dann müsste man sich auch keine Fragen nach dem nicht-finanziellen „Wert“, den die Frau für ihn hat, stellen.

        • Natürlich, die konkreten Gründe der Beteiligten kennen wir nicht und die sind bei Licht betrachtet für uns hier auch ohne jedes Interesse. Wir diskutieren das hier ja mehr im Sinne eines Gedankenexperiments. Wir versuchen uns in die Lage zu versetzen um daraus Erkenntnisse für unser eigenes Leben zu gewinnen. Die Frage ist also, was steht allgemein hinter solchen Entscheidungen? Welche Kriterien und Wertungen sind verallgemeinerungsfähig und könnten auch für uns selbst gelten?

          In diesem Sinne:

          Was wäre, wenn er bereit wäre bei ihr einzuziehen, aber er will nicht 50% zahlen, sondern nur 100 € von der Wohnung (und wegen mir sein Essen etc. wenn er schon so viel isst). Sein Argument ist: Sie spart ja immer noch 100 € und kann damit ihre Schulden besser bezahlen. Wie wäre das?

          Wir haben es hier eigentlich mit einer gesellschaftlich sehr relevanten Frage des modernen Geschlechterverhältnisses zu tun. Denn in den traditionellen Rollen hat man solche Problem ja dadurch gelöst, dass die Frauen zwar ohne zu zahlen in die größeren Wohnungen und die schöneren Urlaube kamen, dafür dann aber den Haushalt geschmissen haben, weitgehend allein. Wenn nun Frauen aus dieser schrecklichen Unterdrückung befreit werden wollen und der Mann auch Hausarbeit machen soll: Was sollen die Männer dafür eigentlich bekommen? So wie Du Dir das vorstellst ist das ein schlechter Deal.

          • Es wird lächerlich.

            Sie spart ja immer noch 100 € und kann damit ihre Schulden besser bezahlen. Wie wäre das?

            Kindisch. Einfach nur kindisch. Es ist nicht die Rede von einem lächerlich kleinen Beitrag (ich weiß nicht, wie viel in GB Wohnungen kosten, aber 100 Euro bzw. der entsprechenden Betrag in Pound ist, schätze ich, sowohl für sie, als auch für ihn zu wenig). Wenn ich sage „anteilig“, dann meine ich nicht „so wenig wie möglich“, sondern eben „anteilig“.

            Ich habe übrigens nie behauptet, dass es Unterdrückung ist, wenn sich ein konservatives Paar dazu bewusst entscheidet, dass er das Geld heimbringt und sie die Kinder und das Haus hütet.
            Oder wenn einer z.B., damit er weniger zahlen muss, eben mehr im Haushalt macht, als der andere.

        • Dann sind wir uns ja einig, dass Dein Argument albern war? Willst Du Dir ein neues suchen, warum sie nicht 50% zahlen sollte? (Es würde mich übrigens wundern, wenn 100% von ihrer Wohnung mehr als von 50% seiner Wohnung wäre. Alleine Wohnen ist teurer und so groß ist die Einkommensdifferenz noch nicht.)

          • Nein. Du legst mir nur irgendeinen Unsinn in den Mund und erfindest völlig surreale Situationen, in denen es vielleicht eine dumme Idee wäre.
            Übrigens bin ich nicht die Einzige, die der Meinung ist, dass 50% für sie zu viel sind, aber bei den anderen findest du interessanter Weise keine 1000 Gründe, warum ihre Argumente „albern“ sind.

            Die Einkommensdifferenz ist nicht so groß? Dass er DREIMAL so viel wie sie abhebt, ist keine große Differenz?!
            Natürlich kann es sein, dass seine monatliche Rate recht niedrig ist, dann könnte das alles natürlich hinfällig sein.
            Aber wie groß ist die Chance, dass er keinen an sein Einkommen angepassten Lebensstil führt, wo Menschen doch tendenziell eher auf großem Fuß leben? Wenn auch sie einen angepassten Lebensstil führt, dann sind 50% zu seiner Wohnung definitiv mehr, als 100% zu ihrer Wohnung. Erinnere dich: er verdient DREIMAL so viel, wie sie.
            Wenn sie mal dreimal so viel verdienen sollte, wie er, kann sie alles wieder gut machen.

            Und erinnere dich auch an meinen allerersten Beitrag. Ich sagte: „Naja, kommt darauf an.“ Damit meine ich, wenn sein Haus monatlich so viel kostet, wie ihre Wohnung, dann ist es gut und recht, dass er die Hälfte verlangt.

        • Ich habe nur Dein Argument auf vertauschte Geschlechterrollen angepasst und ein wenig überspitzt? Ich dachte wir sind jetzt alle gleich? Nieder mit alten Rollen! War das nicht Dein Ding, kleine Feministin? Befreit die Frau und her mit dem neuen Mann! Wenn das so ist, dann müsste man doch die Verhältnisse einfach umkehren können, oder?

          Ziemlich viele Kosten des Wohnens bleiben weitgehend gleich je Person. Das Wasser, das Gas, der Müll etc. werden nicht gleich teurer, nur weil man in einer besseren Gegend wohnt. Und zwei kleine Wohnungen sind meistens deutlich teurer als eine große.

          Interessant übrigens, dass sie dazu überhaupt keine Angaben macht. Sie sagt nirgendwo „ich kann mir 50% nicht leisten“. Offenbar ist das nicht ihr Problem. Und sie will vielleicht gar nicht darüber reden?

          • „Ich habe nur Dein Argument auf vertauschte Geschlechterrollen angepasst und ein wenig überspitzt?“

            Warum nicht auch z.B. bei Tom (oder all den anderen, die der Meinung waren)?

            „Ich dachte wir sind jetzt alle gleich? Nieder mit alten Rollen! War das nicht Dein Ding, kleine Feministin? Befreit die Frau und her mit dem neuen Mann!
            Wenn das so ist, dann müsste man doch die Verhältnisse einfach umkehren können, oder?“

            Strohmann, Strohmann, Strohmann, strunzdumme, himmelschreiende Übertreibung, Strohmann, Ad Hominem. Ich weiß schon, warum ich so selten Lust habe, hier zu diskutieren. Es ist einfach lächerlich.

            „Ziemlich viele Kosten des Wohnens bleiben weitgehend gleich je Person. Das Wasser, das Gas, der Müll etc. werden nicht gleich teurer, nur weil man in einer besseren Gegend wohnt.“

            Habe ich etwas anders erlebt, aber gut. Von mir aus, weitgehend. Das ändert nichts an der Miete/Hypothek.

            „Und zwei kleine Wohnungen sind meistens deutlich teurer als eine große.“

            Mag sein. Wenn sie aber in seine vielleicht dreimal teurere Wohnung einzieht und dafür die Hälfte zahlen muss, kommt es IHR trotzdem teurer. Ihm kommt es billiger. Davon abgesehen ist Größe nicht das einzige Kriterium.

            „Interessant übrigens, dass sie dazu überhaupt keine Angaben macht. Sie sagt nirgendwo “ich kann mir 50% nicht leisten”. Offenbar ist das nicht ihr Problem. Und sie will vielleicht gar nicht darüber reden?“

            Darum sagte ich auch ganz zu Anfang: „NAJA, KOMMT DARAUF AN.“ Es ist alles eine Spekuliererei. Wobei sie wohl kaum seine Hilfe bräuchte, wenn sie sich so locker seine 50% UND ihm die Schulden zurückzahlen könnte. Aber ja, wir wissen es nicht sicher. Dann passt mein Argument, wie ich oben schon gesagt habe, in dem Fall natürlich nicht. Ich habe auch nie behauptet, dass es in allen Fällen passt. Wie oft jetzt noch?

        • Carnofis
          „Leute, wir reden hier nicht von einer Geschäftsbeziehung. Es ist in meinen Augen ein Gebot der Fairness, wenn der wirtschaftlich Stärkere mehr Lasten übernimmt.

          Natürlich nur, solange es nicht ums Ausnutzen geht.

          …wobei ich realiter wahrscheinlich mehr zahle.
          Aber mir ist die eine zufriedene Frau an meiner Seite eben wesentlich mehr wert, als viel Geld.“

          Finde ich supertoll, wie Du das siehst 🙂 Ganz ehrlich! Bei meinem Freund verhält es sich genauso.

        • Es ist etwas anderes, ob man aus der Sicht dessen, der (mehr) zahlen soll das ok findet, oder ob man aus der Position, der etwas bezahlt haben möchte, dafür argumentiert. Und wie ich schon weiter oben angedeutet hatte, fand ich Deine Argumente sachlich nicht überzeugend und im Wesentlichen auf impliziten Annahmen beruhend, bei denen ich Schwierigkeiten habe, die mit üblichen feministischen Vorstellungen und Werten in Einklang zu bringen.

          Aber wo Du schon mal die einzige ausgewiesene Feministin bist, die sich hier beteiligt: Die Frage, was eigentlich Männer davon haben, wenn sie 50% der Hausarbeit übernehmen sollen aber gleichzeitig trotzdem ihrem höheren Einkommen entsprechend mehr zahlen, ist immer noch offen? Eine feministische Antwort auf die Frage würde mich wirklich interessieren?

          • Aha, weil meine Meinung in dem Punkt nicht dem entspricht, was du dir unter einer Feministin vorstellst, ist sie unlogisch (und Feministen sind natürlich auch alle gleich). Auch gut. Zudem, warum eigentlich? Mein Argument gilt für beide Geschlechter. Ist ja nicht so, dass Männer nicht auch weniger verdienen können.
            Und wenn derjenige, der mehr verdient, dieselbe Meinung hat, ist es nachvollziehbar, während es nicht nachvollziehbar ist, wenn sie derjenige hat, der weniger verdient. Auch wieder was gelernt.

            Die „einzige ausgewiesene Feministin“. Soso. Was ist das eigentlich? Jemand, der mit euch nicht einer Meinung ist? Jemand mit einem Zertifikat, oder so? Wie auch immer … Soweit ich weiß, bezeichnet sich Miria als Feministin. Aber gut, wenn du meinst, sie ist keine …
            Ich fühle mich mal einfach nicht angesprochen – du fackelst hier nämlich weiterhin Strohmänner ab und brichst Grundsatzdiskussionen vom Zaun, und ignorierst nebenbei geflissentlich, dass ich oben schon gesagt habe, dass derjenige, der weniger zahlt, ja zum Ausgleich MEHR, M E H R Hausarbeit machen kann – muss ich es für dich buchstabieren? Mehr bedeutet mehr als der Mann, mehr als 50%.

          • Aha. Also siehst du ein, dass du meine Beiträge höchstens zur Hälfte (quer)liest und dir dann halt irgendwas aus der Nase ziehst, von dem du denkst, dass es meine Position, mein Argument sein könnte.

        • Ich habe schon zur Kenntnis genommen, dass Du Deine Position Stück für Stück in ein anderes Licht gerückt hast um möglichst wenig argumentativ verteidigen zu müssen.

          Aber wir waren uns ja einig geworden, dass Dein ursprüngliches Argument albern war. Wenn Du mir jetzt auch noch anbietest, die Hausarbeit zu machen – wunderbar. Bei den Maskus könntest Du eine steile Karriere hinlegen?

  14. Hier werden 4 Dinge vermischt.
    1. Gemeinsame Haushaltsausgaben: Hier finde ich Kostenverteilung in etwa nach (Netto-)Einkommen den richtigen Weg. Das höhere Einkommen des einen Partners ermöglicht ja erst ein luxuriöseres Leben, das der andere sich sonst wahrscheinlich nicht leisten würde.
    2. Schulden, die sich nicht aus (1) ergeben: Dafür ist erst mal jeder selbst verantwortlich, die würde ich nur in Ausnahmefällen übernehmen
    3. Hauskredit: Offensichtlich gehört ihm das Haus (so interpretiere ich den Text): Da er sein Eigentum abzahlt würde ich ihm schon aus EIgeninteresse raten, das allein zu bezahlen und ggf. von ihr einen Mietanteil verlangen.
    4 Individuelle Konsumausgaben: Sind Sache des jeweiligen Partners.

  15. Also ich finde die entweder oder lösungen mal wieder etwas zu simpel. Dass sie die Hälfte zahlen soll halte ich z.B. auch für unangebracht, denn überschreiben wird er das Haus dabei ja auch nicht hälftig an sie. Aber dass sie kostenlos bei ihm einziehen kann wäre auch unangebracht eine Alternative wäre ja, dass sie 2/3 ihrer alten Miete jetzt zahlt.

  16. Der tief verankerte Sozialstandard der Ehe geht von einem Splittingmodell aus, d.h. er zahlt 75% sie 25% der „bills.“

    So rechnet der Pick-up Artist: Sie ist wahrscheinlich eine 8. Wäre sie eine 10, würde sie nicht einmal darüber nachdenken, bei einem Typen einzuziehen, der nicht 100% aller Rechnungen zahlt, wäre Sie eine 5 würde er nicht einmal darüber nachdenken, sie überhaupt einziehen zu lassen, weil er auch mindestens eine 7 ist, sonst würde er nicht 3 mal so viel verdienen wie sie, andererseits kann er auch keine 10 sein, weil eine männliche 10 großzügig genug wäre, um nicht auf 50/50 zu bestehen.

  17. Ganz einfach heiraten, dann haben die das Ehegattensplitting, und die Steuerersparnis kompensiert – ach, das ist gar nicht in D.?

    Tja, dumm gelaufen.

    Wenn der Einkommensunterschied so ein Drama ist, dann soll sie doch einfach das bezahlen, was sie in ihrer alten Wohnung als Miete zahlte.

  18. Gilt in UK jetzt eigentlich schon diese Nummer, dass 2jähriges Zusammenleben automatisch Unterhaltspflichten bzw. Abfindungsrechte generiert?

    Ich weiß dass das immer mal wieder Thema ist, aber nicht ob dieser feuchte Feministinnentraum (und der von Versorger Sucherinnen) jetzt schon Gesetztescharakter hat.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s