Die zwei größten Fehler des Feminismus (Gastbeitrag)

Ein Gastbeitrag von Frank

Die zwei größten Fehler des Feminismus

Warum studieren heute mehr Frauen als Männer? Weil mehr Frauen Abitur machen. Warum? Weil mehr Mädchen auf das Gymnasium gehen. Warum? Weil in der Grundschule 92% aller Lehrkräfte weiblich sind.

Vor rund 100 Jahren waren es meist männliche Dorflehrer, die Mädchen bewusst oder unbewusst nicht auf das Gymnasium empfahlen, weil Mädchen „das nicht können“. Ihnen fehlte die Empathie für weibliches Denken.
Heute ist es exakt genauso. Nur anders herum. Die Grundschullehrerinnen empfehlen Jungen bewusst oder unbewusst nicht auf das Gymnasium, weil ihnen die Empathie fehlt für männliches Denken. Alle internationalen Studien (1) beweisen, dass Jungen für die gleiche Leistung rund eine Note schlechter bewertet werden als Mädchen.

ERGEBNIS
Zwei Kurven verlaufen exakt proportional ansteigend: Der Frauenanteil bei Grundschullehrern sowie die Gymnasialempfehlungen Mädchen 1960-2010. Und umgekehrt proportional fallend: Der Männeranteil bei Grundschullehrern und Gymnasialempfehlungen Jungen. Jungen erhalten bei gleicher Leistung seltener eine Gymnasialempfehlung als Mädchen (2).

LÖSUNG
Um Gleichberechtigung zu erzielen, gäbe es zwei Lösungen: Förderprogramme für den Beruf des Grundschullehrers. Analog zu MINT-Programmen für Frauen (3).
Und: Die Einführung eines geschlechtsneutralen Multiple Choice Tests in der 4. Klasse zur ergänzenden Bewertung der weiterführenden Schulempfehlung. So wäre die rein weibliche Sicht auf die Leistungen eines Schuljungen ausgeblendet, es gäbe eine neutrale zweite Meinung, den Computer.

PROBLEM MEDIZINSTUDIUM
Im Jahr 1996 traf sich die Kultusministerkonferenz. Die Bildungspolitiker, überwiegend weiblich, hatten sich zuvor abgestimmt. Der Anteil der Medizinstudentinnen solle deutlich angehoben werden. Hintergrund: Die Studienplatzvergabe erfolgte nach Abiturnote sowie Ergebnis des Medizinertests. Schülerinnen erzielen bessere Abiturnoten (bzw. sie werden für die gleiche Leistung rund eine Note besser bewertet als Jungen), männliche Schüler dagegen erzielen bessere Ergebnisse im Test (4). Die feministische Strategie: Abschaffung des Medizinertests. Dann sind Männer draussen aus dem Arztberuf. Mit Erfolg.

ERGEBNIS
Während 1996 der Anteil weiblicher Medizinstudenten bei rund 50% lag, waren schon 2004 2/3 aller Studierenden weiblich. Heute sind an den meisten Hochschulen ¾ aller Medizin-Studienanfänger weiblich (5).

LÖSUNG
Wäre eine Quote (6) sinnvoll? Ausreichend wäre schon die Wiedereinführung eines Medizinertests. Dadurch werden die objektiv wichtigen Fähigkeiten für den Arztberuf ebenso gewichtet wie die Abiturnote. Es würde zu gleich vielen Studenten beiderlei Geschlechts führen.
Nur Baden-Württemberg hat bisher damit begonnen und erste Erfolge erzielt (7).

FAZIT
Beide o.g. Entwicklungen können wohl als die zwei größten Fehler des Feminismus bezeichnet werden. Denn sie beweisen, dass es dem Feminismus von heute nicht mehr um Gleichberechtigung geht sondern um Vormachtstellung, um Macht und Geld. Aufstieg ohne Leistung. Bevorzugung, weil man eine Frau ist.
Quelle: Frank Mehding

(1) vgl. PISA oder „Jungen müssen für eine Gymnasialempfehlung mehr leisten“, http://www.aktionsrat-bildung.de/…/D…/Dokumentation_2009.pdf
(2) vgl. http://www.zeit.de/…/…/grundschullehrer-maenner-beruf-anteilhttps://www.ph-freiburg.de/…/Maennliche_Grundschullehrer_Ma…
(3) vgl. http://www.faz.net/…/maenner-an-grundschulen-herr-lehrerin-…
(4) vgl. https://de.wikipedia.org/…/Test_f%C3%BCr_Medizinische_Studi…
(5) vgl. https://www.destatis.de/…/Indikatoren/LangeReihen/Bildung/l…
(6) vgl. http://www.faz.net/…/zuviel-feminismus-brauchen-aerzte-eine…
(7) vgl. https://de.wikipedia.org/…/Test_f%C3%BCr_Medizinische_Studi…

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46 Gedanken zu “Die zwei größten Fehler des Feminismus (Gastbeitrag)

  1. Man könnte demnach auch sagen, dass mehr Frauen in irgendeinem Berufsfeld ein Zeichen für abnehmende Qualität und sinkendes Niveau des Berufsstand ist.

  2. Ob das die größten Fehler sind? Mir scheint es deutlich schwerwiegender das der Feminismus sich mit dem Islamismus ins Bett legt.

    • Ich weiß gar nicht, ob es sich wirklich um Fehler handelt. Es besteht auch die Möglichkeit, dass dies schlicht gewollt ist. Immerhin ist der Islam eine gute Möglichkeit die westliche Welt von Innen heraus zu zerstören und dies liegt auch im Interesse des Feminismus.

        • Die nehmen die mit ihrer Religion gar nicht ernst und sehen nur den vorübergehenden Bündnisgenossen. Genauso war es zur islamischen Revolution im Iran, die Commis hielten sogar noch zu den Islamisten als sie längst verraten waren.
          So schmeissen sich die Linken heute an jeden ran, hauptsache antiwestlich und vor allem irgendwie „antikapitalistisch“, Saddam, Gaddafi, Assad, „Palästinenser“, whatever.
          Und diese unmenschlich denkenden Typen haben dann noch den moral high ground, „Friedenspolitik“, „Feminismus“ etc. What could go wrong?

        • Und auch diese Mariam will nicht in einem Land leben das von Moslems regiert wird, obwohl sie da doch ihre Ruhe hätte vor den bösen weißen Männer und dieser widerlichen westlichen Gesellschaft.

      • „Immerhin ist der Islam eine gute Möglichkeit die westliche Welt von Innen heraus zu zerstören und dies liegt auch im Interesse des Feminismus.“
        Falsch – wenn du „Der dressierte Mann“ gelesen hast, dann wird dir klar, warum der Islamismus für Frauen so attraktiv ist.
        Er befriedigt die Wünsche von Frauen viel besser als der Turbo-Kapitalismus wo jeder nur an dem gemessen wird, was er zustande bringt. Der traditionelle Islam stellt die Frau als etwas heiliges dar das man hegen und umpflegen muss, während im Kapitalismus der Mann wie auch die Frau nur „hurman resources sind“. Da Männer das aber schon immer waren, kommen sie meist besser damit klar als die Frau, deren eigentliche Aufgabe in der Natur vor allem das gebären von Kindern ist und nicht die eigentliche Arbeit.
        Frauen verstehen unter Freiheit etwas vollkommen anderes als Männer.

        • “ Der traditionelle Islam stellt die Frau als etwas heiliges dar das man hegen und umpflegen muss“
          Das ist schlicht falsch. Es ist immer wieder interessant, wie sich Menschen die Welt nach ihren Vorstellungen zurechtbiegen. Desweiteren ist ein Buch auch kein Beweis des Gegenteils.
          „Frauen verstehen unter Freiheit etwas vollkommen anderes als Männer.“
          Das halte ich auch für komplett falsch. Unter Freiheit verstehen beide Geschlechter das Gleiche. Die entscheidende Frage ist: Will man Freiheit?

        • „Das ist schlicht falsch. Es ist immer wieder interessant, wie sich Menschen die Welt nach ihren Vorstellungen zurechtbiegen. “
          Warum glaubst du denn, dass es nicht so ist?

          „Desweiteren ist ein Buch auch kein Beweis des Gegenteils.“
          Nein, aber logische Inhalte die in einem Buch stehen.

          „Unter Freiheit verstehen beide Geschlechter das Gleiche. “
          Ach ja. Kaum ein Begriff ist so verschieden auslegbar wie der Freiheitsbegriff. Praktisch jeder Mensch versteht darunter etwas anderes. Was verstehst DU denn unter Freiheit?

    • Das liegt schlichtweg daran, dass Linksextreme wie Feministen schon lange ein Bündnis mit Islamisten haben, das geht bis in die 60er zurück.

      • Der „Urknall“ des progressiven Linksseins: der fundamentale Positionswechsel der UdSSR gegenüber Israel mit dem Sechs-Tage-Krieg.

    • Das fasse ich mal alles unter Abwertung und Ablehnung des *Menschlichen* zusammen und stell daneben Ablehnung des Status Quo, des „Kapitalismus“. Der Feminismus strebt eine ganz verschiedene Gesellschaftsordnung an, irgendwas wie Kommunismus oder Faschismus. Feminismus ist ein einziger Fehler.

  3. Ein weiteres Problem mit den Medizinerinnen ist, dass weibliche Ärzte weniger arbeiten als männliche. Frauen legen mehr Wert auf Freizeit. Die Anzahl der Mediziner steigt beständig, die geleisteten Arbeitsstunden stagnieren aber. Ähnliches gilt für Lehrerinnen.

    • Ersteres muss nicht zwangsläufig ein Problem sein: Das ideal des Chirurgen, der 16 Stunden am Stück durchoperiert, dürfte für viele Kunstfehler sorgen. Ich denke von der Einstellung der Frauen zur Work-Life-Balance sollten sich viele Männer eine dicke Scheibe abschneiden. Da kann auch die Allgemeinheit profitieren (weniger Suizide, weniger Arbeitsfehler, etc…).
      Fataler dürfte die Neigung von Frauen sein, sich bevorzugt in bestimmten medizinischen Nischen niederzulassen.

      • In den USA ist das schon der Fall. Dort haben die Jungen Männer im Vergleich zu den Frauen die Zeit die sie mit Erwerbsarbeit verbringen stärker reduziert. Komischerweise wird das, genauso wie die verlängerte Lebenserwartung von Männern, nicht positiv gesehen. Im Grunde gehen alle davon aus das Männer zwischen diesen 4 Varianten wählen:

        1. Vollzeit
        2. Vollzeit
        3. Vollzeit
        4. Gefängnis

      • leider ist es in der Tat so, dass ein gut Teil der Probleme mit Wartezeiten und steigenden Kosten im Gesundheitsssektor der geringeren Flexibilität und dem geringeren Einsatzwillen der Ärztinnen zuzuschreiben ist.

    • Das ist ein guter Punkt – auch wenn man die Einschränkung von Marcio berücksichtigt.

      Im Blog von Arne war vor einigen Monaten genau das das Thema: Frauen neigen dazu, nach ein paar normalen Berufsjahren in Teilzeit zu gehen oder für etliche Jahre gar nicht zu arbeiten, z. B. um der eigenen Familie willen. Sobald das im großen Maßstab erfolgt (weil eben die meisten Ärzte inzwischen weiblich sind), ist die medizinische Grundversorgung der Bevölkerung gefährdet.

      Dasselbe Problem haben wir bei den Gerichten: Auch dort sind die meisten Richter und Staatsanwälte inzwischen weiblich, und viele davon gehen dann in Teilzeit oder hören für etliche Jahre ganz auf zu arbeiten. Auch dieses Problem hat Arne vor einigen Monaten gebracht.

      • Muss man halt mit einplanen. Das spricht nicht gegen Frauen. Und Männer, die nicht Karriere-versessen sind (ich z.B.), fordern Teilzeit auch zunehmend ein. Es gibt, verdammt nochmal, genug Leute, die Medizin studieren wollen und bei Teilzeitarbeit bekommt man ja auch keinen Lohnausgleich, von daher ist das kostenneutral. Der einzige Punkt, den man dagegen anführen könnte, sind die Kosten des Studiums. Aber da lässt sich erstens eine Lösung finden und zweitens jede Menge vollkommen unproduktiver und nutzloser Studiengänge…

        • @AK

          Ganz so harmlos ist das nicht. Es verdoppelt sich einfach alles, wenn alles radikal auf Teilzeit basiert. Doppelt so viel Ausbildung, doppelt so viele Mitarbeiter siehe Arbeitsplatz, siehe Kantine, siehe Human resources, siehe Lohnbuchhaltung, siehe Urlaubsplanung. Dann für spezifisch weiblich: Mutterschutz, Schwangerschaftsvertretung, Elternzeit usw. Das sind Ausfallzeiten, die wirklich existieren.

          Natürlich kann man sagen, die ganze Gesellschaft baut viel zu stark auf die männliche Vollzeitarbeit auf. Aber es gibt objektive Gründe, warum das so ist.

    • Das hab ich mich auch grade gefragt. Faulheit oder Kalkül? Bekommt man pro 1000 Klicks dafür einen Glitzerplüschsattel beim Facebook-MyLittlePonyRanch-Game?

  4. Zwei Kurven verlaufen exakt proportional ansteigend: Der Frauenanteil bei Grundschullehrern sowie die Gymnasialempfehlungen Mädchen 1960-2010.

    Hab das in den angegebenen Quellen nicht gefunden.

  5. @ Frank

    Danke für Deinen wichtigen Beitrag!

    Aber ein Problem hätte ich dann doch – Du schreibst gleich am Anfang:

    „… mehr Mädchen auf das Gymnasium gehen. Warum? Weil in der Grundschule 92% aller Lehrkräfte weiblich sind.“

    Das ist grob verkürzt! *So* kann man das gewiß nicht stehen lassen. Wegen der 92% weiblichen Lehrkräfte kommen doch nicht mehr Mädchen als Jungen aufs Gymnasium!

    Der Zusammenhang müßte doch eher so sein: 92 % weibliche Lehrkräfte, weibliche Lehrkräfte neigen dazu, Mädchen zu empfehlen und Jungen zu blockieren (diese These ist kein Selbstgänger!), somit kommen viel weniger Jungen als Mädchen aufs Gymnasium.

    Meinst Du es so?

  6. Nix für ungut, aber der Text ist großenteils unsauber argumentiert (würde ich analog jeder Feministin vorhalten).

    … weil mehr Mädchen auf das Gymnasium gehen. Warum? Weil in der Grundschule 92% aller Lehrkräfte weiblich sind.

    Diese (Mono-) Kausalität ist deutlich zu platt argumentiert. Mehr Details hierzu s. Feminisierung des Lehrerberufs als unechte Ursache für Bildungsnachteile von Jungen

    Alle internationalen Studien (1) beweisen, dass Jungen für die gleiche Leistung rund eine Note schlechter bewertet werden als Mädchen.

    (1) ist ein Vergleich der deutschen Bundesländer und keine internationale Studie. Komplett daneben als Beleg für internationale Zahlen.

    Für die Behauptung „rund eine Note schlechter“ fehlt ein Beleg. In (1) steht auf Seite 25 etwas ganz anderes, nämlich die für eine Gymnasialempfehlung „zu erreichenden Punkte der Mädchen und Jungen im Lesen“. Der Unterschied ist bei 5 Bundesländern praktisch Null (im Rahmen der Meßgenauigkeit), bei 2 sogar zugunsten von Jungen. Wenn wir länderübergreifende Studentenwanderungen außen vor lassen (Bildung ist außerdem Ländersache), dann müßten in diesen Ländern viel mehr männliche Grundschullehrer vorhanden sein. Sind es aber nicht.

    Bei den anderen Ländern ist der Unterschied in der Größenordnung von 10 Punkten, deutschlandweit bei ca. 6 – 7 Punkten. Eine Differenz von 49 Punkten bedeutet einen Vorsprung bzw. Rückstand von einem Schuljahr. Wieso jetzt auf „rund eine Note schlechter“ umgerechnet werden kann, bleibt unklar.

    Die Notenunterschiede sind außerdem nach meiner Erinnerung deutlich kleiner, eher im Bereich 0.2 – 0.3 auf der Notenskala 1 – 5. Was nicht heißt, daß das gravierende Konsequenzen haben kann, wenn man ein numerus-clausus-Fach studieren will.

    Jungen erhalten bei gleicher Leistung seltener eine Gymnasialempfehlung als Mädchen (2).

    In (2) finde ich das Wort „Empfehlung“ nicht, erst recht nicht „Gymnasialempfehlung“. Mit irgendetwas vertauscht??

    • When mitm recht hat (wovon ich ausgehe, weil ich zwar jetzt keine Zeit zur vertieften Recherche habe, aber mir Vergleichbares in Erinnerung ist), sollte der Artikel korrigiert oder zumindest von Christian mit einer entsprechenden Anmerkung versehen werden. AE ist zu bekannt, um das einfach so stehenzulassen. Unabhängig von der nicht unumstrittenen Frage, inwieweit sachliche Argumentation in derartigen Streitfragen überhaupt zu Fortschritten führen kann, erscheint es mir in jedem Fall kontraproduktiv, sachlich angreifbar zu argumentieren in Artikeln, die jederzeit verlinkt werden können und dann z.B. zur Delegitimierung von im Kern völlig zutreffenden Ansichten dienen.

  7. „Vor rund 100 Jahren waren es meist männliche Dorflehrer, die Mädchen bewusst oder unbewusst nicht auf das Gymnasium empfahlen, weil Mädchen „das nicht können“. Ihnen fehlte die Empathie für weibliches Denken.
    Heute ist es exakt genauso. Nur anders herum.“

    Fabulieren im luftleeren Raum ist das doch!

    Heutzutage ist das Gymnasium die meistbesuchte weiterführende Schulform, etwa jede/r Dritte findet sich dort ein. Das Geschlechterverhältnis lag (im letzten gefunden Berichtszeitraum) in der dortigen Sekundarstufe 1 bei 52 % weiblichen gegenüber 48 % männlichen Schülern, in der Sekundarstufe 2 hingegen schon bei schockierenden^^ 53 % zu 47 %:

    https://www.destatis.de/DE/Publikationen/Thematisch/BildungForschungKultur/Schulen/BroschuereSchulenBlick0110018169004.pdf?__blob=publicationFile

    Wie sollte man da nun eine Umkehrung der Verhältnisse von vor 100 Jahren vermuten können?

    Was wir sehen: ein Geschlecht fühlt sich offenbar übelst benachteiligt von den genannten Verhältnissen.
    Aber was sollten wir jetzt dagegen unternehmen, ab wann täte es das womöglich nicht mehr?

    • „Was wir sehen: ein Geschlecht fühlt sich offenbar übelst benachteiligt von den genannten Verhältnissen.“

      Ich sehe das nicht. Mir scheint Deine Schlußfolgerung in zweierlei Hinsicht falsch zu sein:

      – Das männliche „Geschlecht“ fühlt sich nicht „übelst benachteiligt von den genannten Verhältnissen“, denn die meisten Männer wissen von diesen Verhältnissen gar nichts; sie interessieren sich auch nicht dafür.

      – Es gilt aber auch nicht: einige Männerrechtler fühlen sich „übelst benachteiligt von den genannten Verhältnissen“, denn jene Männerrechtler, die hier opponieren, sind ihrer Schulzeit längst entwachsen, können also von den genannten Verhältnissen nicht benachteiligt werden – warum sollten sie sich dann übelst benachteiligt „fühlen“?

      • Wenn sich keiner benachteiligt fühlte – wogegen opponieren „jene Männerrechtler“ denn dann in diesem Fall? Gegen eine Situation bloß annähernder Ergebnisgleichheit? Fordern sie die absolute?

  8. Ich sehe die teilweise verkürzten Argumentationsketten nicht so pingelig wie andere.

    @Frank Ich mag deinen klaren, schnörkellosen Stil. Danke für den Text und gerne wieder.

  9. „Fabulieren im luftleeren Raum ist das doch!“ (semikolon) Dahinter müsste ein Doppelpunkt stehen, kein Ausrufezeichen – denn die Daten, die dann folgen, sind bestenfalls irreführend. Das Geschlechterverhältnis habe „in der Sekundarstufe 2 hingegen schon bei schockierenden^^ 53 % zu 47 %“ gelegen (aus dem verlinkten destatis-Text, S. 16 ff, tatsächlich 53,4% zu 46,6%). Das ist natürlich keineswegs so lächerlich, wie semikolon es verkauft, weil die Sek2 bekanntlich nicht nur die gymnasiale Oberstufe umschließt, sondern auch Berufsschulen, duale Bildungsgänge, Abendschulen etc. Es heißt also nicht, dass in der gymnasialen Oberstufe die Unterschiede gar nicht so groß wären, sondern dass viele Jungen deutlich mehr als Mädchen die Schule beenden.

    Semikolon vermeidet auch bequemerweise den Blick auf die Schulformen, die besonders wenige Anschlussmöglichkeiten bieten: Der Anteil von Jungen an Förderschulen beträgt 64%, der an Hauptschulen 57 % (aus dem von ihr selbst verlinkten Text, auf denselben Seiten, nur nicht erwähnt).
    Die Erwähnung, dass Jungen mit 48% an Gymnasien und Freien Waldorfschulen unterrepräsentiert seien, wird dort nicht weiter spezifiziert.

    Dabei ist natürlich schon wichtig, wie viele Jungen auch Erfolg haben – schließlich bleiben prozentual mehr Jungen sitzen (was die Menge der Jungen an Gymnasien statistisch ERHÖHT, weil sie ja ein Jahr länger auf dem Schulen sind http://www.spiegel.de/lebenundlernen/schule/debatte-um-ehrenrunde-niedersachsen-will-sitzenbleiben-abschaffen-a-884013.html), sie gehen auch häufiger auf hierarchisch niedrigere Schulformen ab.

    Wichtig wären also Daten dazu, wie viele Jungen und Mädchen eigentlich Abitur machen. Die sind aber gar nicht so leicht zu bekommen. Für Nordrhein-Westfalen ist klar: Im Jahr 2016 lag der Anteil der Abiturientinnen bei 55%, der Anteil der Jungen bei Hauptschulabschlüssen hingegen bei 59,5% http://www1.wdr.de/nachrichten/maedchen-jungen-abitur-100.html.

    Mit einer anderen Untersuchungsgruppe kommt der Bildungsforscher Stephan Sievert zu genau demselben 10%-Abstand zwischen Jungen und Mädchen:

    „Nimmt man den Geburtsjahrgang 1992 als Referenz, schließen aktuell rund 51 Prozent der Mädchen die Schule mit Hochschulreife ab, aber nur 41 Prozent der Jungen. Jungs beenden dagegen häufiger nur die Hauptschule oder scheiden ganz ohne Abschluss aus dem Bildungssystem aus.“
    http://www.spektrum.de/news/warum-jungen-in-der-schule-auf-der-strecke-bleiben/1353755 (Ich mach mir die Schlussfolgerungen nicht zu eigen, aber die Daten sind trotzdem interessant)

    10 Prozent Unterschied auf die gesamte Schülerpopulation gerechnet ist irrwitzig viel – zumal wir eigentlich einen kleinen Jungenüberschuss erwarten müssten, da Jungen 51% der Schülerschaft ausmachen.

    Dazu kommt, dass wir hier statistische Mittelwerte haben. Es fließen also auch Schulen ein, die sich z.B. bewusst darum bemühen, in der Sek1 ein zahlenmäßig ausgeglichenes Verhältnis zwischen Jungen und Mädchen herzustellen. Das bedeutet: Es gibt andere Schulen, in denen die Unterschiede noch deutlich größer sind. Ich selbst habe Gymnasien mit einem Mädchen:Jungen-Verhältnis von 2:1 erlebt.
    Die taz bestätigt für Hamburg diese Erfahrung. Sie schreibt:

    „Die staatlichen Hamburger Gymnasien entwickeln sich immer mehr zu Mädchenschulen. Jungs hingegen machen eher an den Stadtteilschulen Bildungskarriere.“ (Die Stadtteilschulen sind in Hamburg de facto die Geamtschulen.)
    Und:

    „So legten etwa am Vorzeige-Gymnasium Klosterschule, das 2015 als bundesweit einziges Gymnasium mit dem Deutschen Schulpreis prämiert wurde, im vergangenen Juni 83 Mädchen, aber nur 47 Jungen die Allgemeine Hochschulreife ab.“
    http://www.taz.de/!5323093/

    Das sind sehr beunruhigende Zahlen. Sie hängen zumindest z.T. damit zusamen, dass es (vgl. z.B. die Vodafone-Studie „Herkunft zensiert“) zwei große soziale Faktoren gibt für Benachteiligungen bei Noten. Der größte ist die soziale Herkunft (Nachteile für Kinder aus Migrantenfamilien oder sog. bildungsfernen Schichten), der zweitgrößte das Geschlecht (Nachteile für Jungen).

    @ mitm, ich stimme Dir trotzdem völlig zu, dass es ein sehr schwaches Argument ist, Lehrerinnen für die Nachteile von Jungen verantwortlich zu machen. Das wird vielen Kolleginnen auch nicht gerecht. Tatsächlich ist das Problem eher, dass viele Kinder mittlerweile bis über die Hälfte ihrer Kindheit und Jugend hinaus die Erwachsenenwelt als weibliche Monokultur erleben. Die sogenannten „Alleinerziehenden“ sind fast immer Frauen, Kindergärtnerinnen, Grundschullererinnen – und die Tendenz ist, dass auch an den weiterführenden Schulen das zahlenmäßige Übergewicht der Frauen immer größer wird.

    Das bedeutet; Jungen müssen ihre Identität in einem wesentlichen Bereich GEGEN die Erwachsenenwelt suchen, die sie erleben, und in Abgrenzung zu ihr – Mädchen suchen sie IN dieser Erwachsenenwelt. Alle (im Übrigen: schäbigen) Versuche, Jungen für ihre Nachteile selbst verantwortlich zu machen, lassen sich im Hinblick auf diesen Sachverhalt leicht als Ablenkungsmanöver demaskieren.

    Selbst in Zeiten, in denen Mädchen in ihren Bildungsmöglichkeiten erheblich benachteiligt waren, haben sie umgekehrt so eine Situation nie erlebt, wie sie Jungen heute vorfinden. Die weibliche Monokultur in der – familiären wie institutionellen – Bildung ist tatsächlich ein erziehungspsychologisches Großexperiment ohne erkennbaren Sinn, aber potenziell mit beträchtlichen Kosten. Dass die erheblichen schulischen Nachteile von Jungen zu diesen Kosten gehören, liegt nahe. Umso verantwortungsloser sind die Versuche Erwachsener (!), sich die Ohren zuzuhalten und unentwegt „Ist doch alles gar nicht schlimm“ oder „Die Jungen sind selbst schuld“ vor sich her zu trällern.

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