„9,5 Thesen über den Liberalen Feminismus“

In der FDP gibt neben den neu erschienenen „liberalen Männern“ es auch die „liberalen Feministinnen“. Deren Programm lautet wie folgt:

1. Feminismus ist liberal, Liberalismus ist feministisch.

Feminismus ist ein breites Feld mit vielen verschiedenen Phasen und Strömungen. Grundsätzlich teilt er mit dem Liberalismus aber dieselben Werte: Gleichheit und Freiheit von Individuen und die Ablehnung von Hierarchien. Deshalb dürfen feministische Liberale Freiheitsrechte von Frauen nicht dem linken Spektrum überlassen. Ein gemeinsamer Nenner aller feministischen Strömungen ist die Überzeugung, dass Frauen von gesellschaftlicher Unterdrückung und Einschränkungen in ihrer Lebensgestaltung befreit sein sollen.

Somit setzt sich Feminismus für die positive und negative Freiheit der Frau ein. Gleichzeitig richtet der moderne (liberale) Feminismus auch ein Augenmerk darauf, grundsätzliche Geschlechtergerechtigkeit herzustellen und allen Geschlechtern somit mündige und freie Entscheidungen zu ermöglichen.

2. Schluss mit dem Feindbild Feminismus

Nicht repräsentativ für den Feminismus sind die radikaleren, spezifischeren Strömungen des Feminismus, welche die Geschlechter mit neuen Freiheitseinschränkungen einengen oder Männlichkeit grundsätzlich negativ betrachten. Weder haben linke Strömungen die alleinige Deutungshoheit über den Begriff Feminismus, noch ist Feminismus ein verbrannter Kampfbegriff.

Antifeministische Aussagen passen nicht in eine liberale Organisation, da diese sich immer auch gegen die positiven Gleichberechtigungsbestrebungen des Feminismus richten. Statt ein Feindbild des Feminismus zu zeichnen und zu pflegen, sind Liberale in der Pflicht, eine positive Strömung des Feminismus zu prägen – einen modernen, liberalen Feminismus, der die Kernziele des Feminismus und damit auch des Liberalismus weiter in die heutige Gesellschaft trägt.

3. Ein liberaler Feminismus will einschließen, nicht ausgrenzen

Ein liberaler Feminismus will Frauen nicht zu Ungunsten der Männer emanzipieren, sondern seinen Teil zur Emanzipation und Gleichberechtigung aller Individuen beitragen. Langfristiges Ziel ist es, Diskriminierungen und überholte Rollenzuschreibungen für alle Geschlechter aufzuheben und so die freie Entfaltung jedes Menschen zu ermöglichen. Emanzipation – die Befreiung aus der Abhängigkeit und Unmündigkeit – ist immer eine Befreiung Einzelner aus den Normen und Bevormundungen von gesellschaftlichen Gruppen. Die Emanzipation von Frauen erleichtert dabei die Emanzipation der Männer – und umgekehrt. Denn verschiedene Männer- und Frauenbilder, sowie vom binären Geschlecht abweichende Geschlechter haben ihren Platz in einer liberalen Gesellschaft und tragen zur Verwirklichung eines liberalen Feminismus bei.

Der Handlungsraum Einzelner darf in einem liberalen Gesellschaftsentwurf nur eingeschränkt werden, wenn dies den Freiheitsraum anderer ermöglicht und bewahrt. Genauso darf ein liberaler Feminismus Individuen und Gruppen nur soweit in ihrem Handeln einschränken, wie dies Benachteiligungen von Frauen abbaut und ihre gleichberechtigte Freiheit bewahrt.

4. Gemeinsam verbessern statt gegeneinander kämpfen

Eine Welt völlig frei von Geschlechterstereotypen ist ein Idealzustand, der angestrebt, aber wohl nie vollkommen erreicht werden kann. Im Bewusstsein, dass alle Menschen in unserer Gesellschaft durch Stereotype geprägt sind, strebt ein liberaler Feminismus daher eine versöhnliche, auf das einzelne Individuum bezogene Grundhaltung an. Ziel des liberalen Feminismus ist es nicht, andersdenkende Menschen zu bekämpfen. Stattdessen soll er aufklären und diejenigen Denkmuster abbauen, die vor allem zur Diskriminierung aufgrund von Geschlechterzughörigkeit führen.

5. Feminismus betrifft auch immer Männer

Liberaler Feminismus will Chancengerechtigkeit zur Selbstverwirklichung schaffen – auch für Männer. Nach wie vor gibt es feste Rollenzuschreibungen. Weichen Menschen davon ab oder weisen diese Zuschreibungen zurück, wird dies in vielen Bereichen der Gesellschaft kritisch bis negativ bewertet. Durch Aufbrechen dieser althergebrachten Muster und durch den Einsatz für selbstbestimmte Entscheidungen in allen Lebenslagen kann sich jeder Mensch, unabhängig seines Geschlechts frei entfalten, und es entsteht echte Wahlfreiheit. Dies kann aber nur gelingen, wenn Männer und Frauen sich gemeinsam für einen liberalen Feminismus einsetzen.

Denn: Frauenpolitik ist Männerpolitik ist Gesellschaftspolitik ist Generationenpolitik.

6. Liberalismus verpflichtet. Feminismus auch.

Der liberale Feminismus verpflichtet sich, zivilgesellschaftlich ein Bewusstsein für die mangelnde Gleichstellung und Gleichbehandlung der Geschlechter zu schaffen. Dabei lebt der liberale Feminismus von der freiwilligen Selbstverpflichtung zur Zivilcourage, Selbsterkenntnis und Eigenverantwortung einzelner Individuen.

7. Feministisch ist Ökonomisch.

Frauen, die in vorwiegend männlich geprägten Berufen arbeiten möchten, ob mit oder ohne Kind, sind zu unterstützen. Es muss schon in der KiTa, im Kindergarten und in der Schule begonnen werden, überholte Rollenbilder abzubauen. Es geht darum, Mädchen wie auch Jungen eine freie Berufswahl zu ermöglichen, die ihren Neigungen und Interessen entspricht. Ob Ingenieur.in, Krankenpfleger.in, Kindergärtner.in oder Richter.in – jede und jeder soll sich frei entfalten und das Leben gestalten können. Dazu gehört auch die freie Entscheidung, ob und wie lange er oder sie die Berufslaufbahn zur Kindererziehung unterbricht oder die Arbeitszeit dafür reduziert. Gerade in Zeiten steigenden Fachkräftemangels kann es sich unsere Gesellschaft nicht leisten, auf einen großen Teil der gut ausgebildeten Arbeitskräfte zu verzichten, bloß weil fehlende Betreuungsinfrastruktur oder Jahrhunderte alte Rollenbilder dem immer noch entgegen stehen. Dadurch erhöht sich neben der Gleichberechtigung aller Geschlechter insgesamt auch der wirtschaftliche Selbstverwertungsfaktor von Frauen.

Ein liberaler Feminismus stellt sich nicht gegen marktwirtschaftliche Prinzipien, sondern will Wettbewerbshemmnisse auflösen und Chancen schaffen. Daher ist dieser auch aus ökonomischer Sicht zu begrüßen.

8. Liberale Familienpolitik als gesellschaftliche Verantwortung

Der liberale Feminismus kann nur verwirklicht werden, wenn „Familienpolitik“ mehr ist als Politik für Mütter und Kinder. Familie ist für Liberale der Ort, an dem Menschen, unabhängig von Alter, Geschlecht oder Herkunft füreinander Verantwortung übernehmen und sich gegenseitig unterstützen. Auch spielt die Prägung durch das Jahrhunderte alte Bild der westlichen Kernfamilie die Hauptrolle, auch hier sollte die Definition von Form und Funktion einer Familie überprüft und neu definiert werden. Der Staat sollte verschiedenen Formen von Gemeinschaften ermöglichen, ihr Lebensmodell zu leben. Natürlich soll der Staat nicht alles regeln, aber er kann Strukturen und Voraussetzungen für das Wahrnehmen von gemeinsamen Rechten und Pflichten schaffen, bei denen es vor allem um die Wertschätzung von Fürsorge- und Reproduktionstätigkeiten der Gemeinschaftsmitglieder geht. Es gilt den Individuen zu ermöglichen, ihr Leben gemeinsam zu gestalten und füreinander zu sorgen.

9. Freiheit = Individualismus + Vielfalt

Der liberale Feminismus stellt Forderungen, die zur Verwirklichung einer Gesellschaft mit freien und gleichen Individuen beitragen. Ziel ist eine Gesellschaft, in der Feminismus, Anti-Rassismus, die LGBTI*-Bewegung und alle weiteren Bewegungen gegen überholte hierarchische Strukturen überflüssig werden. Gesellschaftliche Einschränkungen, die sich allein darauf beziehen, welches Geschlecht, welche Herkunft, sexuelle Orientierung oder sonstige Merkmale ein Individuum hat, haben in einer liberalen Gesellschaft keinen Platz!

9,5.

„Frauen, die nichts fordern werden beim Wort genommen – sie bekommen nichts.“

 Simone de Beauvoir

Was sagt ihr dazu?

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60 Gedanken zu “„9,5 Thesen über den Liberalen Feminismus“

    • @vanilla

      Sie haben ja eine interessante Mischung aus „der Feminismus hat radikale Strömmungen, das sind wir gerade nicht“ und „Feminismus sollte nicht angegriffen werden“
      Insofern scheint ihnen der Begriff Feminismus auch wichtig zu sein.
      Sie scheinen auch Frauenpolitik im Vordergrund zu sehen, denn „Denn: Frauenpolitik ist Männerpolitik ist Gesellschaftspolitik ist Generationenpolitik.“

      • „Insofern scheint ihnen der Begriff Feminismus auch wichtig zu sein.“

        ich denke, das wort feminismus an sich ist hier viel bedeutender als der inhalt (der ja völlig schwammig ist). denn für viele menschen ist das label „feminismus“ ein ausweis dafür, dass man grundsätzlich irgendwie auf der richtigen seite steht. wie fixiert die auf das label sind, sieht man besonders schön daran, dass sie unbedingt darauf bestehen, dass „feminismus“ nicht links sein muss. man könnte hier ja einfach sagen, ‚tja dann ist feminismus halt links und wir sind dann halt keine feministen – und kämpfen trotzdem einfach für frauenrechte‘. aber das können sie nicht, denn sie brauchen unbedingt dieses hippe femi-label für die jungen gebildeten wählerschichten.

  1. Eine aus dem Team schrieb auch in einem Artikel:
    http://www.salonkolumnisten.com/warum-der-zeitgenoessische-feminismus-eine-reaktionaere-bewegung-ist/

    Zurück in der Zukunft: Obwohl auch die junge Generation der Feministen gerne gendertheoretisch argumentiert, begeht sie den gleichen Fehler, wie vor ihr schon die Gruppe der französischen Theoretikerinnen. Sie sind so sehr damit beschäftigt, sich von der männlichen Norm abzugrenzen, dass sie weibliche Stereotype wie Schwäche und Hypersensibilität reproduzieren – und Frauen daran hindern, sich in der Leistungsgesellschaft zu behaupten.

    Und das nicht länger nur an amerikanischen Eliteuniversitäten, sondern mittlerweile auch hierzulande. So diskutierten im vergangenen Jahr an der FU Berlin Studenten und Professoren in offizieller Runde über mögliche Maßnahmen, um das „Redeverhalten von dominanten Männern“ in Lehrveranstaltungen zu „bremsen“. Das gleiche Bild von weiblicher Identität also auch hier: Die Frau als schwaches, sensibles Wesen, das sich mit eigenen Argumenten nicht zu wehren vermag.

    Selbst Männer, die Sympathien mit dem feministischen Kampf erkennen lassen, müssen neuerdings mit Sprech- und Denkverboten rechnen. So forderte unlängst eine Autorin von „Mädchenmanschaft.net“, dem Zentralorgan der jungen deutschen Feministen, feministische Männer sollten „öfter mal die Klappe“ halten und Frauen lieber durch „die eigene Unsichtbarmachung“ unterstützen. Die Vorstellung von der Frau als hilfsbedürftigem Wesen ist mittlerweile derart tief ins politische Bewusstsein der Nation eingesickert, dass jede Behörde mit mehr als 200 Beschäftigten gesetzlich dazu verpflichtet ist, eine Frauenbeauftragte einzustellen.

    Doch sexistischen Vorurteile werden nicht von Gleichstellungsbeauftragten gelöst und wir werden sie auch nicht im „Safe Space“ verschwinden lassen können. Sie müssen durch selbstbewusste und mutige Frauen gebrochen werden. Simone de Beauvoir hat Frauen dazu ermutigt, aufzustehen und sich gegen männliche Dominanz zu wehren. Es ist an der Zeit, diesen Kampf weiterzukämpfen.

  2. „Statt ein Feindbild des Feminismus zu zeichnen und zu pflegen, sind Liberale in der Pflicht, eine positive Strömung des Feminismus zu prägen“

    Ich bin ein Liberaler und bin nicht in dieser Pflicht.

    „mangelnde Gleichstellung“

    Sie wissen nicht was sie reden … 🙂

  3. Das ist auch nur Feminismus, der genau wie der Rest (aus männlicher Perspektive) abzulehnen ist.

    Die Emanzipation von Frauen erleichtert dabei die Emanzipation der Männer – und umgekehrt.

    Denn das hier ist schlicht falsch. Die Geschlechter haben im Umgang miteinander grundsätzlich unterschiedliche Interessen und Bedürfnisse, bei denen zwar ein Kompromiss im Sinne von Kooperation möglich ist, eine völlige Durchsetzung der Interessen beider Geschlechter aber nicht. Das bedeutet dann in vielen Aspekten, dass die Steigerung der Freiheit des einen Geschlechts zu Lasten des anderen Geschlechts geht.

    Diesen fundamentalen Konflikt nie offen als solchen zu benennen oder zu zeigen ist dabei ein geradezu klassisches weibliches Erfolgsrezept in diesem Krieg. Daher ist ein „liberaler“ oder „sanfter“ Feminismus viel gefährlicher als ein radikaler.

  4. Nach kurzem Überfliegen:
    * Ich vermisse eine deutliche Distanzierung von Quotenregelungen und anderen frauenspezifischen Fördermaßnahmen.
    * Die Bestrebungen, Rollenbilder und Geschlechterstereotypen aufheben zu wollen, stehen im Konflikt zur Behauptung, sich am Individuum zu orientieren.
    * Die „.in“-Genderschreibweise wirkt auf mich wie ein grundsätzliches Zugeständnis zu Genderismus, aber ohne die Konsequenz, das zugeben zu wollen.

    • dachte genau das gleiche. und ansonsten bleiben sie einfach vage, damit die widersprüche nicht gleich so offensichtlich werden.

  5. Was eine Arschsoße …
    Da muss man schon FDPler für sein, und die eigenen Begriffe mit Glauben statt Inhalt gefüllt haben.
    Zum Glück hab ich nur drei Zeilen davon gelesen.

  6. Es muss ja irgendetwas mit dem unabdingbaren Überzeugung zu tun haben, das Frauen gut sind oder sowas und das sie deshalb so an diesem Begriff festhalten.

    Feminismus kann zu 80% aus Männerhass und Sülze bestehen. Das soll man dann einfach alles wieder vergessen und so tun als ob es die Vergangenheit nicht gibt und sich selbst ein romatisches Bild vom Freiheitskampf imaginieren.

    Schon alleine bei den ersten Absatz kann man zu jeder Aussage eine Gegenaussage von Feministen erfinden. Würde jemand eine Gruppe unterstützen die nach außen hin für Frieden eintritt, aber nachweislich Angriffskriege führt?

    Solange das hier Realität ist:

    gebe ich da recht wenig drauf das Feminismus jetzt nicht mehr Männerhass anfeuert und sexistische Gesetze einführt.

    Actions speak louder than word.

  7. ich seh‘ das paper als eine Form weichgespülterweise die feministisch geprägten Wähler und Wählerinnen zu bedienen…

    Allgemeinplätze im Sinne von „der Feminismus, der keinem weh tut…“ – substanzlos, aber nun kann keine/r jammern, dass im fdp-Sortiment die Tüte mit dem „lila F“ fehlt…

    • Haha, dieser Cartoon ist so true! Auf dieser Seite werden ja oft Links zu ähnlichen Websites eingestellt. Und auf einer dieser Websites wurde wieder ein Link zu einer anderen Webseite eingestellt und auf dieser wiederum ein Link zu einer Anderen, und so kam ich dann schlussendlich zu einem Video, wo ein Kerl (das war so ein rötlich-blonder, der im Übrigen gar nicht mal schlecht aussah, war so ein bisschen ein Intellektuellentyp) einen Pick Up Artist interviewt hat, der mal in einer Talkshow war, wo auch Feministinnen anwesend waren und er hat dann eben, in dieser Talkshow, seine Standpunkte klar gemacht und selbstbewusst vetreten und hat dann gemeint, dass nach der Sendung, als die daran Beteiligten noch etwas unternehmen wollten, eben eine von diesen Feministinnen zu ihm kam und gefragt hat ob er nicht auch mitkommen wolle 🙂

  8. Die alles entscheidende Frage ist:
    Warum will man dann an dem Begriff Feminismus festhalten, wenn er bei jenen, die man ins Boot holen will ein Fußnägel aufrollen erzeugt. Würde irgendwer nationalisozialismus akzeptabler finden nur weil man ein Liberal davor hängt und sich von den Greueltaten, der anderen Anhänger der Ideologie distanziert?

  9. Neulich bei der NPD: Die liberalen Rassisten stellen sich vor…

    Es gibt keinen liberalen Feminismus – genauso weinig wie es den liberalen Rassismus gibt. Sexismus ist und bleibt Sexismus genau wie Rassismus das bleibt. Egal ob Rassismus von SJW oder von Nazis ausgeübt wird, im Kern bleibt er einfach nur widerlich. Das gleiche gibt für den Feminismus – egal ob Charlotte Roche oder Alice Schwarzer – Sexisten sind Sexisten, alles dumme Arschlöcher.

    • In Wirklichkeit gibt es keinen Liberalismus. Wer „Freiheit“ anstrebt, muss immer konkret werden, denn die nächste Frage ist immer: „die Freiheit von welchem Zwang?“.

      So wie Zwänge konkret sind, ist es auch die Befreiung davon. Eine allgemeine „Freiheit“ gibt es nicht, also auch keinen allgemeinen Liberalismus.

      Über Rassismus zu diskutieren, erübrigt sich ebenso, wie über Sexismus. Ohne konkrete Definition redet man immer aneinander vorbei, weil es vollkommen beliebig einsetzbare Allzweckwaffen im politischen Kampf geworden sind…

  10. Man kann im akademischen Sinne auf eine Gesellschaft gucken und zugrundeliegend die Frage haben, wie wirkt sich etwas auf Frauen aus.
    Solange ist es eine unter vielen Methoden.
    Sobald man einen Ismus dran hängt, und das haben diese Sprachvergewaltiger ja auch getan (mag mit dem hohen Juristenanteil kommen, der entfremdet ja vom Deutschen), lässt es sich nicht mehr mit so schönen Fremdworten wie Liberal unter einen Hut bringen.
    Daher Arschsoße (wo auch ein fremdes Wörtchen drin steckt, der Unterschied ist aber, ich begreife das).

  11. Liberalismus und Faschismus schliessen einander aus, also schliessen sich auch Liberalismus und Feminismus aus.

    Feminismus bei den llberalen heisst nach mener Beobchtung, dass das jüngste Mädchen mit der grössten Ausstrahlung bei hochgehaltener Laberund faselfähigkeit den Posten kriegt,
    während bei den Grünen es heisst, dass die lauteste, deutschlandhassendste und hässlichste Frau den Posten kriegt.

    Wenn die FDP gewählt werden will, entsorgt sie alle Feministisch totalitären Züge in ihrem Programm.

    Die Tatsache, dass man sich die Kritik am Feminismus abarbeitet, indem man zu kritis chen Punkten ein Gegenstatement verfasst, ws sich ein bischen nett für Mäner anhört, ädert am Femnismus garnichts. Der Feminismus lässt sich davon nich beeindrucken, das er zu Wahlkampfzwecken ein bischen verharmlost und schöngeredet wird, es ändert sich dadurch auch ichts an der Gültigkeit der Kritik.
    Das mit dem Schönreden und verharmlosen ist schnell vergessen, es ändert nichts und verpflichtet zu nichts.

    Was mir von der FDP als Kadidatin schon untergeschoben wurde ist Teil des Problems, nicht der Lösung. Die ideologisch weichgespülte BWL-Studentin , beseelt vom Verständnis der Welt und voll von aller Weisheit, Mitte 20, nettes Gesicht, wohlklingende inhaltsleere Phrasen dreschend, angepasst und mit dem Metaweltbild des Werbefernsehens als mentalem Hintergrund ist trotzdem eine inkompetente Quotenfrau, die leicht zu instrumentieren ist und immer an der Richtigen Stelle die Hand hebt und weiß, wann sie nichts sagen sollte.

    • „die leicht zu instrumentieren ist und immer an der Richtigen Stelle die Hand hebt und weiß, wann sie nichts sagen sollte.“

      Ganz genau darum geht es. Aus diesem Grund sind solche Ideologien wie der Feminismus auch für Parteien wie der FDP interessant, die dem eigentlich unversönlich gegenüberstehen müssten: Pointiert gesagt: hauptsache ein Lambsdorff sitzt an hoher Stelle in der EU.

  12. „Grundsätzlich teilt … (der Feminismus) mit dem Liberalismus … dieselben Werte: Gleichheit und Freiheit von Individuen und die Ablehnung von Hierarchien.“

    Keine Rede an dieser Stelle davon, dass das, was man heute so als Feminismus sieht, strikt kollektivistisch und anti-Freiheit des Individuums ist? Nur so würde der nachfolgende Satz mit seiner Forderung überhaupt Sinn machen: „Deshalb dürfen feministische Liberale Freiheitsrechte von Frauen nicht dem linken Spektrum überlassen.“ So jedoch hängt er als hohle Phrase im Nirgendwo.

    Völlig die Realität verleugnend ist dann das:

    „Nicht repräsentativ für den Feminismus sind die radikaleren, spezifischeren Strömungen des Feminismus, welche die Geschlechter mit neuen Freiheitseinschränkungen einengen oder Männlichkeit grundsätzlich negativ betrachten.“

    Also: höchstwahrscheinlich sind die Verfasser dieser Grundsatzerklärung lediglich die üblichen SJW-Kollektivisten, die mal wieder über postmodernes Begriffhinbiegen ihre Ideologie verbreiten wollen, hier inden den Begriff „liberal“ kapern wollen. Liberal+ oder sowas. Der Feminismus wird mit allen Mittel missrepräsentiert, weissgewaschen und ihm ein neues Lammfell mit „liberal“ drauf umgespannt.

    Wer ausser den üblichen Feministen kommt auch auf die Idee, dass „Antifeminismus“ sich auch „immer“ gegen „positive Gleichberechtigungsbestrebungen“ richten würden, allein, dass jeder Liberale dem zu folgen hätte? Ohne überzeugende Argumentation natürlich, nur als platte Parole vor die Füsse geschmissen:

    „Antifeministische Aussagen passen nicht in eine liberale Organisation, da diese sich immer auch gegen die positiven Gleichberechtigungsbestrebungen des Feminismus richten.“

    Diese Argumentationsfigur kennt man bis zum Abwinken und ausschliesslich von Vertretern eines radikal-kollektivistischen Feminismus. Ebenso natürlich das „feminism is good for men, too“, das in der schönen neuen Variante von Feminismus wolle jetzt „einschließen“ und nicht mehr „ausgrenzen“ aufgetischt wird.

    Dass man erst mal weitermachen muss mit Frauenquoten, -bevorzugung und Männerdiskriminierung wird hier angekündigt:

    „Langfristiges Ziel ist es, Diskriminierungen und überholte Rollenzuschreibungen für alle Geschlechter aufzuheben und so die freie Entfaltung jedes Menschen zu ermöglichen.“

    Sonst stünde da: „Diskriminierungen jeder Art sind sofort zu unterlassen, *sie widersprechen dem liberalen Grundüberzeugungen fundamentalst* (bitte in fett)“. Also will man die Diskriminierungen (gegen Männer) so lange fahren, bis „Geschlechtergerechtigkeit“ hergestellt ist, dann kann es die „geschlechterlose“ Gesellschaft geben. Ist wohl kein Zufall, dass diese Idee die Phasen der Entwicklung der klassenlosen Gesellschaft wiederspiegelt.

    Mit dieser Wendung dann hier lässt sich jede diskriminierende Massnahme gegen Männer rechtfertigen:

    „darf ein liberaler Feminismus Individuen und Gruppen nur soweit in ihrem Handeln einschränken, wie dies Benachteiligungen von Frauen abbaut und ihre gleichberechtigte Freiheit bewahrt.“

    „Freiheit“ wird hier durch „gleichberechtigte Freiheit“ eingeschränkt, also durch eine „Freiheit“, die der Gleichberechtigung unterzuordnen ist. Nicht 50 % Frauen im Betrieb XY? Oder ein „Paygap“? -> Man kann den Mann nicht einstellen (weil er Mann ist) oder muss seinen Lohn kürzen.
    Im Übrigen läuft das Ganze darauf hinaus, fachlich Qualifizierte im Lohn zu drücken und auf das untere Niveau der Gehaltsempfänger einzupegeln.

    Die zuckersüssen und völlig vagen Auslassungen unter „8. Liberale Familienpolitik als gesellschaftliche Verantwortung“ lesen sich auch wie eine totalitäre Phantasie. „Liberale Familienpolitik“ zieht sich zurück und überlässt das der persönlichen Lebensgestaltung der Leute!

    Insbesondere jede Art der „Föderung des Nachwuches“ ist mit liberalen Grundsätzen nicht in Einklang zu bringen. Warum sollen irgendwelche Leute für die Kinder von irgendjemandem Anderem zahlen?! Für deren Schulen, KiTas etc? Ist das nicht ohnehin Kernbestand eines unterdrückerischen „Patriarchats“, des Obrigkeitsstaats unter Kaiser, Vater- oder Mutterland? (wink, wink, ihr heuchlerischen „Feministen“ von heute!).

    „Gesellschaftliche Einschränkungen, die sich allein darauf beziehen, welches Geschlecht, welche Herkunft, sexuelle Orientierung oder sonstige Merkmale ein Individuum hat, haben in einer liberalen Gesellschaft keinen Platz!“

    Das Schlussplädojer ist vollkommen richtig und absolut liberal. Leider widerspricht es dem gesamten vorangegangen Program.

      • „„Feminismus“ und „liberal“ sind unvereinbare Widersprüche.“

        In Saudi-Arabien bin ich liberaler Feminist, und selbst im Westen kann man gleichzeitig liberal sein und sich schwerpunktmäßig mit Frauenanliegen beschäftigen.

        • Du bist in Saudi Arabien also liberaler Feminist? So wie hier die FDP Feministinnen? Wetten das nicht! Die würden Dir in Saudi Arabien nämlich schön helfen, mit Deinem liberalem Feminismus.

          Feminismus ist also ein sich „schwerpunktmäßig mit Frauenanliegen beschäftigen“? Also genau das was immer am Feminismus festgestellt und diesem vorgehalten wird. Nix mit „Feminismus ist auch für Männer“.

          Nebenbei, wie stellt denn so ein liberaler Feminist fest was Frauenanliegen sind?

        • Liberal bedeutet, dass alle so frei von Zwängen wie möglich sein sollen. Unvermeidbare Kompromisse müssen von den Beteiligten so frei wie möglich ausgehandelt werden, mit möglichst wenig Einmischung der Obrigkeit.

          Liberaler Feminismus heißt, dass die Obrigkeit sich bei jedem Kompromiss auf die Seite der Frau stellen wird und dass sie sich in Kompromisse einmischen wird, in denen sie nichts zu suchen hat, falls ein Resultat droht, in dem die Frau nicht maximal frei ist.
          Die Freiheit von Männern wird nur dann betrachtet, wenn sichergestellt ist, dass die Freiheit keiner Frau bedroht ist.

          Das ist nicht liberal.

          Parteilichkeit ist nicht liberal.

      • Liberalismus kümmert sich nicht um „positive“ Ziele, sondern ist darauf angelegt, den Menschen machen zu lassen und diesen lediglich vor Zwang und Willkür zu schützen.
        Diskriminierung im Privatverkehr ist nicht per se antiliberal, sondern ein Bestandteil der Vertrags- und Versammlungsfreiheit. Ob man Rollenzuschreibungen positiv oder negativ sind, ist eine individuelle Entscheidung.
        Liberalismus ist individuelle Freiheit. Nichts anderes.

        • „Liberalismus ist individuelle Freiheit. Nichts anderes.“

          Eher: letztere ist das Ergebnis und das Ziel des Liberalismus. Um dieses zu erreichen, sind so einige unverzichtbare Rahmenbedingungen notwendig, die also genauso zum Liberalismus gezählt werden müssen wie die individuelle Freiheit.

          Das Wichtigste dabei ist die Herrschaft des Gesetzes und die Gleichheit vor diesem herrschenden Gesetz und dass dieses Gesetz vom besten Verstand und Vernunft erschaffen ist und mit universalistischem Anspruch.

          Daher kann keine Identitätspolitik bzw das Stellen einer Menschengruppe über eine andere liberal sein – weil die die Gleichheit vor dem Gesetz als Prinzip negieren.

          Beim Feminismus ist es die „Gleichstellung“, die dazu dienen soll die Gleichheit der Menschen zu unterlaufen und abzuschaffen.

  13. Wie hier bereits gesagt wurde, ist das nichts anderes als der bereits bekannte Feminismus. Die FDP behauptet, sie dürfe den Feminismus nicht den Linken überlassen.

    Tatsächlich sieht es mir mehr so aus, als würde hier eine weitere linke Idee eine traditionell nicht-linke Partei unterwandern.

    Mann und Frau sind sehr verschieden und wir sollten uns ergänzen und nicht miteinander um ein abstraktes und letztlich wertloses Tauschmittel konkurieren.

    Das Ergebnis des Feminismus sind Rekordzahlen von Dauersingles, eine Relativierung der Familie zu einem Lebensmodell unter vielen und eine katastrophale Geburtenrate.

    Im Grunde wählt man mit der FDP auch keine andere Politik, sondern nur eine andere Farbe.

    • @neukonservativ
      „Das Ergebnis des Feminismus sind Rekordzahlen von Dauersingles, eine Relativierung der Familie zu einem Lebensmodell unter vielen und eine katastrophale Geburtenrate.“

      Das ist alles Folge von gewachsenem Wohlstand und dem materiellen Fortschritt. Mit beiden hat der Feminismus nichts zu tun. Der Feminismus versucht hier nur, seine Ideologie einzubringen, um sich zu verbreiten.

      • So isoliert würde ich den Feminismus nicht stehen lassen.

        Das mit dem Wohlstand ist ein guter Punkt. Aber wenn dann würde ich den Feminismus als eine Folge des Wohlstands sehen. Vielleicht gab es vorher keinen Feminismus, vielleicht gab es die Idee, aber sie hatte einfach keine Chance, weil die Menschen damit beschäftigt waren, zu überleben.

        Ich wüsste jetzt aber nicht, welche andere Idee verantwortlich wäre für die Freigabe der Pille, die Legalisierung von Abtreibungen und die Abschaffung des Schuldprinzips im Scheidungsrecht. Und für das Ende der Sexualmoral und für die Entkopplung von Sex und Fortpflanzung war der Feminismus sicher auch ein gewichtiger ideologischer Wegbereiter.

        Das wirft allerdings eine interessante Frage auf: Kann eine Gesellschaft in dauerhaftem Wohlstand leben und zugleich ihre Familien intakt halten? Oder entwickelt sich unvermeidlich ein extremer Individualismus, der sie in den Niedergang führt? Ist das alles letztlich nur Teil eines geschichtlichen Zyklus, dem wir nicht entrinnen können?

        • „welche andere Idee verantwortlich wäre für die Freigabe der Pille, die Legalisierung von Abtreibungen und die Abschaffung des Schuldprinzips im Scheidungsrecht. Und für das Ende der Sexualmoral und für die Entkopplung von Sex und Fortpflanzung war der Feminismus sicher auch ein gewichtiger ideologischer Wegbereiter.“

          Pille? Das ist das schlichte Produkt von Wissenschaft und Technik und einer Industrie, die damit Geld verdient und Bedürfnissen anderer. Diese Bedürfnisse haben wohl mit „Feminismus“ oder anderer Ideologie nichts zu tun, sondern nur mit der gesteigerten Qualität körperlicher Bedürfnisse.
          Ebenso Abtreibungen. Technik und WIssenschaft machen´s möglich.
          Scheidungsrechts-Vereinfachung: Kapitulation der Justiz vor der Subjektivität der Fälle. Damit wollten die nichts mehr zu schaffen haben. Wenn überhaupt, dann eine Schwächung des Feminismus, denn dieser baut ja gerade alles auf der Subjektivität aus und würde diese „Schuldprinzip“ sicher begrüssen….

          Ich meine ja auch, dass manche Ideen und Ideologien der Praxis vorangehen. Nur Feminismus scheint nicht so ein Ding zu sein…

        • Das ist diese im Westen heuter leider weit verbreitete Idee, dass die gesellschaftlichen Veränderungen, die wir in den letzten 60 Jahren (interessanterweise nur im Westen) gesehen haben ein Produkt des wissenschaftlichen Fortschritts sind. Das soll implizieren, dass der Linksliberalismus keine Ideoloie, sondern eine unvermeidliche und alternativlose Entwicklung ist. Von dieser Denkweise halte ich nichts.

          Abtreibungen gab es vorher auch schon. Die Freigabe von Abtreibungen ist keine „technische Notwendigkeit“. Das sehen wir z.B. am Kulturkampf, der in den USA immer noch mit einer in Europa ungekannten Heftigkeit über dieses Thema geführt wird.

          Der Freigabe von Abtreibungen ging im Westen ein moralischer Kunstgriff voraus und ich versuche das hier möglichst wertfrei darzustellen. Grundproblem der Abtreibung ist, dass hier etwas irgendwie lebendiges getötet wird, das andernfalls als Mensch geboren wird. Das ist moralisch natürlich ein heikles Thema, da hier das in praktisch allen Kulturen geächtete moralische Verbrechen des Mordes nahe liegt.

          Man hat dieses Dilemma aufgelöst, indem man erklärt hat, dass das Leben erst nach x Wochen anfängt und vorher kein menschliches Leben, ergo auch kein Mord vorliegt. Außerdem hat man das Recht der Frau an ihrem Körper über das Recht des Kindes auf Leben gestellt. Die Verantwortung der Frau für den (in der Regel) freiwilligen vorhergehenden Geschlechtsverkehr geht dabei komplett in ihrem Recht am eigenen Körper unter.

          Diese Ideen hat man mit der Zeit bei einer immer größer werdenden Bevölkerungsgruppe populär gemacht und irgendwann war die Zeit gekommen, für eine Gesetzesänderung.

          Die Abschaffung des Schuldprinzips dient dem Feminismus. In der Regel verdient der Mann in einer Ehe mehr. Wenn es ein Schuldprinzip gibt, kannst du als Mann recht bedenkenlos heiraten. Geht die Frau fremd, gibt es halt eine Scheidung und die Frau bekommt im besten Fall nichts. Weil sie war ja schuld am Scheitern der Ehe.

          Heute ist es anders. Du kannst der beste Ehemann der Welt sein. Die Frau kann fremdgehen, sagt sie hat keinen Bock mehr auf dich und du zahlst dich trotzdem dumm und dämlich. Weil per Definition ist ja grundsätzlich niemand schuld am scheitern einer Ehe.

          Der Feminismus hat hier also handfeste Vorteile für die Frau (Individualismus) geschaffen und gleichzeitig die Ehe als gesellschaftliche Institution zu einer Farce gemacht.

        • „entwickelt sich unvermeidlich ein extremer Individualismus, der sie in den Niedergang führt?“

          Warum sollte das der Fall sein? Es ist doch offensichtlich, dass jede Entwicklung bisher von der Notwendigkeit erhöhter Kooperation bestimmt war! Das Ganze ist so einsichtig, dass es extrem schwer vorstellbar ist, dass ein „extremer Individualismus“ hier ein gravierendes Problem darstellen könnte. Eher ist anzunehmen, dass es „wie immer ist“, dass eine kollektivistische Ideologie die Leute ihres Denkvermögens beraubt und sie gegeneinander aufhetzt.

        • Wo siehst du eine Notwendigkeit erhöhter Kooperation?

          Wir können heute (auf kurze Sicht) alle wunderbar alleine Leben, zusätzlich wird das gesellschaftlich meist nicht mal als negativ erkannt, sondern als „Freiheit“ interpretiert.

          Eine individualistische Gesellschaft funktioniert nur auf kurze Sicht. Auf lange Sicht fehlt ihr der innere Zusammenhalt, um mit den wirklich großen historischen Problemen fertig zu werden (die ja nicht für immer verschwunden, sondern nur in größeren Abständen mal an die Türe klopfen).

          Wenn sie zudem keine stabilen Familien bildet und sich nicht in ausreichender Zahl fortpflanzt, kann sie ihre Werte auch an niemanden weiter geben, wodurch diese Werte letztlich wieder verschwinden. Die Evolution macht auch vor gesellschaftlichen Ideen nicht halt.

          Wünschenswert wäre es, einen Mittelweg zwischen Individualismus und Kollektivismus zu gehen und dort zu bleiben. Aber mir scheint als könnte der Mensch gar nicht anders, als immer wieder zu Extremen zu tendieren.

  14. Ich hätte gegen einen echten liberalen Feminismus, der authentisch an humanistisch-liberale Traditionen anknüpft, nichts einzuwenden. Ich hätte auch gegen einen echten sozialistischen Feminismus, der authentisch an humanistisch-sozialistische Traditionen anknüpft, nichts einzuwenden. Ich hätte auch gegen einen echten kommunistischen Feminismus, der authentisch an humanistisch-kommunistische Traditionen anknüpft, nichts einzuwenden. Erst Recht hätte ich gegen einen echten anarchistischen Feminismus, der authentisch an humanistisch-anarchistische Traditionen anknüpft, nichts einzuwenden.

    Von solchen Strömungen des Feminismus, die sich explizit im Kontext bestimmter universalistisch-orientierter, humanistischer politischer Philosophien verorten, erwarten ich dann natürlich auch, dass sie die entsprechenden humanistisch-universalistischen Werte und Prinzipen jener Politischen Philosophie, zu der sie sich jeweils bekennen, ernstnehmen – und das auch in geschlechterpolitischer Hinsicht.

    Dies sollte in meinen Augen für die heutige Zeit selbstverständlich beinhalten:

    – sich glaubwürdig von Männerfeindlichkeit und Ausgrenzung männerrechtlicher Anliegen, welche im heute in westlichen Gesellschaften vorherrschenden Radikalfeminismus und Gender-Feminismus typisch sind, zu distanzieren,

    – das Paradigma des Radikalfeminismus – also jene ideologische Auffassung, in der Frauen und Männer als verfeindete Gruppen betrachtet werden, bei der die eine (Frauen) stets als diskriminiert, unterdrückt und Opfergeschlecht und die andere (Männer) stets als privilegiert, Unterdrücker und Tätergeschlecht konstruiert wird – vollständig hinter sich zu lassen,

    – eine integral-antisexistische Grundhaltung einzunehmen, also eine geschlechtsübergreifende Perspektive auf geschlechtsbezogene Diskriminierungen einzunehmen, welche darauf abzielt Diskriminierungen, soziale Problemlagen und Menschenrechtsverletzungen alle Geschlechter betreffend, in wissenschaftlicher, theoretischer und politischer Hinsicht zu berücksichtigen, auch solche, von denen Jungen und Männer betroffen sind:

    http://www.vaetersorgen.de/Maennerbewegung.html

    https://manndat.de/ueber-manndat/was-wir-wollen

    – an Freiheit und Gleichberechtigung orientierte Männerrechtler – auch solche innerhalb der eigenen Reihen – als berechtigt anzuerkennen, (selbst wenn es bei manchen Fragen mal zu Meinungsverschiedenheiten kommt).

    Ob es sich bei jenen Feministinnen, die den obigen Text verfasst haben, um authentische liberale Feministinnen in diesem Sinne handelt oder ob es sich nur um typische radikale Feministinnen handelt, die lediglich im liberalen Gewand auftreten, wird sich zeigen und ist sowohl hinsichtlich zukünftiger Äußerungen als auch insbesondere hinsichtlich zukünftiger geschlechterpolitischer Bestrebungen zu beurteilen.

    Die Art und Weise, nach der ich feministische Strömungen beurteile, hatte ich u.a. hier etwas ausführlicher beschrieben:

    https://geschlechterallerlei.wordpress.com/2015/10/29/gamergate-und-feminismus/comment-page-1/#comment-7400

    • Ich hätte schon ein Problem mit dem Begriff Feminismus. Warum sollte man überhaupt aus der schlichten Einbeziehung Frauenpolitik einen Ismus machen? Man bezeichnet Sozialpolitik ja auch nicht als Sozialismus. Was folgt daraus, wenn man einen solchen Begriff prägt? Heißt Feminismus: alles muss aus der Perspektive der Frau betrachtet werden?

      • „Heißt Feminismus: alles muss aus der Perspektive der Frau betrachtet werden?“

        Ganz genau das ist die Bedeutung des -ismus.
        Bei politischen Bewegungen sind -ismen häufig Ausdruck eines absoluten Überlegenheitsdenkens. Dies ist auch beim Feminismus der Fall, der bis zur Vergötterung der Frau bzw „des Weiblichen“ geht. Auch wird gerne die ganze Welt als „weiblich“ und quasi-göttlich gelesen („Gaia“).

        -ismus => Massstab aller Dinge

  15. Antifeministische Aussagen passen nicht in eine liberale Organisation, da diese sich immer auch gegen die positiven Gleichberechtigungsbestrebungen des Feminismus richten. Statt ein Feindbild des Feminismus zu zeichnen und zu pflegen, sind Liberale in der Pflicht, eine positive Strömung des Feminismus zu prägen

    Darf man daraus folgern, dass auch das folgende gilt?

    Antimaskulistische Aussagen passen nicht in eine liberale Organisation, da diese sich immer auch gegen die positiven Gleichberechtigungsbestrebungen des Maskulismus richten. Statt ein Feindbild des Maskulismus zu zeichnen und zu pflegen, sind Liberale in der Pflicht, eine positive Strömung des Maskulismus zu prägen

  16. Was im Vergleich zur Männerrechtsgruppe der FDP sofort auffällt: Hier werden keine konkreten Programmpunkte genannt. Man weiß überhaupt nicht, an welchen Stellschrauben die Feministen drehen wollen.

    • Ich denke, das soll auch kein politisches Programm sein, sondern ein Glaubensbekenntnis: ich glaube an den Heiligen Feminismus, auch wenn ich in der FDP bin. Und Feminismus ist kein Grund, nicht FDP zu wählen. Konkrete Pläne braucht man nicht, unsere Politik ist ja schon stramm feministisch.
      Die liberalen Männer dagegen entstehen aus einer extremen Schieflage der Politik, und haben natürlich eine ganze Reihe Punkte, die schnellstmöglich umgesetzt werden müssen – auch wenn ich ihr Programm für noch recht unausgegoren halte.

  17. Es sieht anscheinend so aus, als wollte da jemand der Erholung der Liberalen ein Ende bereiten.
    Feminismus war auch in der Vergangenheit ein sehr probates Mittel um die liberalen Flügel anderer Parteien zu entkernen (bei der PP war es in Echtzeit zu verfolgen und mündete in deren Vernichtung, bei den Grünen wurde die Partei zu einer Verbotspartei umfunktioniert, die sich dahingehend nicht vor CDU/CSU zu verstecken braucht).
    Nie hatte die FDP so viele Chancen für ein gutes Comeback und mit Personal zu punkten, die sollen es bloss nicht versauen.

  18. […]der wirtschaftliche Selbstverwertungsfaktor von Frauen.
    Wenn man nach dem Grund fuer dieses dumme Gesabbel sucht, findet man ihn auch direkt im Text. Die FDP ist nun mal vor allem wirtschafts-liberal, ansonsten haben die’s nicht so arg mit der Freiheit. Alles ausser Wirtschaft ist bei der FDP weder Fisch noch Fleisch. So lange der Zahnarzt/Anwalt was zu beissen hat und den Benz abzahlen kann, ist die Welt in Ordnung.

    Liberaler, Linker, sonstwas Feminismus ist am Ende der gleiche Muell. Die einzig sinnvollen Wortkombinationen fuer Feminismus sind: „anti“ oder „nicht“.

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