Selbermach Mittwoch 116 (07.06.2017)

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116 Gedanken zu “Selbermach Mittwoch 116 (07.06.2017)

  1. Ich habe einen kleinen (und ironischen) Nachruf auf den Abgang von Manuela Schwesig aus ihren“Frauenministerium“ geschrieben:

    Manuela Schwesig heult, greint und weint

    „Muss i denn, muss i denn, zum Ländele hinaus …“

    Tja, sauber abgesägt. Die kleine Steuerfahnderin aus MVP, das ist die Gegend, wo das „Küstenbarbie“ Schwesig, manche nennen sie auch das Motorschiff „MS-Feministina“, so gerne mal im Neoprenanzug aus dem Heli in die Nord- oder Ostsee springt und Frauen voran brüllt, währenddessen andere, nur männliche Hubschrauberpiloten und Rettungstaucher im oder über Wasser sich sorgend um diese „Damsel in Distress“ (Jungfrau in Nöten) gefälligst zu kümmern haben:

    https://emannzer.wordpress.com/2017/06/03/manuela-schwesig-heult-greint-und-weint/

  2. Because they’re human, was my guess… turns out I was wrong… so very wrong… it’s actually all about butt secks.

    So much of this paper is based on one guy one time saying „Men are fucked“. Feminists will base an entire academic papers worth of hypothesis on a single sentence, second hand, from a book hating on men and masculinity.

    And yet I’m still not surprised…

    • Any discussion about masulinities must be done in a pro-feminist framework… because reasons

      Warum nur soll jede Diskussion über Männlichkeit aus der Perspektive von Leuten gesehen, die Männlichkeit hassen und toxisch finden? Vielleicht damit niemand auch nur ein klein wenig gutes darin sieht?

    • If being fucked feminizes the subject and causes him to surrender power, then surely we must attend to what is being fucked and how that affects one’s claim to power and gender. The phallus is the symbol par excellence of masculinity precisely because its goals is „to become larger, to take up more space, and yield less of it“ as I’ve already noted, but we need to think carefully about what „the transformation of the limp penis into the large, hard phallus“ means precisely because „the expanding phallus is protected by the other side of desire: the closed anus,“ and more particularly, „the tight anus protects masculine space by repelling invasion“. The anus becomes important precisely because it is „impenetrable“ whereas the male body and phallus attached to it „is conquering and inviolable“. My contention here is that what is happening in the men’s right movement is that the feelings that are expressed are located in the fact the body has suddenly become penetrable and it is seemingly being conquered, or at least the men feel that their body, their right to the phallus, and patriarchy are being conquered by a particularly powerful branch of feminism.

      Die Hoax zu schreiben war echt nicht nötig! ^^

      • Das Interessante am Hoax war, finde ich, dass er wunderbar gezeigt hat wie kritikresistent diese Leute sind. Da kamen wie aus der Pistole geschossen die Rechtfertigungen, dass das ja ein Junk-Journal war, dass der Inhalt, trotz expliziter Inhaltsfreiheit der Autoren, ja eigentlich gar nicht falsch sei, dass das Hoax-Paper eigentlich nur die Grundlagen des Postmodernismus bestätigt und und und. Da kann man noch so oft auf New Real Peer Review verlinken, das wird entweder ignoriert oder es wird einem erzählt, dass man es ja nur nicht verstehen würde. Dabei gibt es da nicht einmal was zu verstehen. Das ist alles nur Jargon, und wenn man das durchblickt hat, sind die meisten Paper aus den Gender Studies und so weiter entweder trivial oder Zirkelschlüsse oder, um es mit Pauli auszudrücken, „nicht einmal falsch“. Meist steht einfach nichts drin, nur zwanzig Seiten inhaltsfreies Geschwurbel. Als ob die glauben, dass komplizierte Sprache ausreicht um wissenschaftlich zu sein, dass es auf den Inhalt gar nicht ankommt.

    • @Matze:

      Ich kann mir nicht vorstellen, dass das dargestellte Verhalten tatsächlich für irgendwen normal ist.
      Das ist tatsächlich grausam und ich habe nur eine Bekannte, die mit ihrem (mittlerweile Ex-) Freund so umgegangen ist: keiner fand das normal und der junge Mann tat uns leid.

      • Ja, das die Leute das sich nicht vorstellen können und wollen ist das Problem. Hättest du diese Kommentar eigentlich auch geschrieben wenn er sich an Jungen als Täter gerichtet hätte?

        Mir ist auch kein Fall bekannt bei dem ein Partner den anderen schlägt, aber wenn jemand dem Partner hinterhertelefoniert, verbietet mit Freunden etwas zu unternehmen oder ihn vor Freunden lächerlich zu macht, dann ist meiner Erfahrung nach immer die Frau, die das tut.

        • @Matze:

          Den Punkt „verbietet mit Freunden was zu unternehmen“ kenne ich tatsächlich von beiden Seiten. Ist speziell in anderen Kulturkreisen Normalität.

          Ein Punkt aus der Liste hat mein Ex damals übrigens mal bei mir versucht: Er hat einem Kumpel (zumindest kein Fremder) meine Nummer gegeben, der mal versuchen sollte, ob ich auf eine Anmache eingehe…

        • @Matze:
          „Hättest du diese Kommentar eigentlich auch geschrieben wenn er sich an Jungen als Täter gerichtet hätte?“

          Möglicherweise. Kann ich so nicht sagen. Aber ich kann mir generell nicht vorstellen, dass irgendjemand ein solches Verhalten als „normal“ empfindet innerhalb einer Beziehung – unabhängig welches Geschlecht da jetzt die Beziehungspartner haben.

  3. So, Zeit für Drama und Hyterie, das muss schliesslich auch hier mal sein :

    Laci Green datet einen Antifeministen. Erste Reaktionen liessen nicht lange auf sich warten :

    shoutout to whichever sjw asshole leaked my private info on facebook & sent a torrent of people to harass me and my family for "colonizing".— Laci Green (@gogreen18) 7. Juni 2017

    //platform.twitter.com/widgets.js

    https://pjmedia.com/trending/2017/06/07/tolerance-feminist-youtube-star-harassed-for-dating-political-opponent/

  4. Elisa Gutsche und die „Riege an alten Säcken“ in der SPD

    Elisa Gutsche hat sich im Online-Magazin für Frauen, Edition f, über die Personal-Rochade der SPD ausgelassen, die dazu führte, dass die bisherige Generalsekretärin, Katarina Barley, neu Bundesfamilienministerin wurde. In diesem Zusammenhang nennt sie das Männer-Parteikader der SPD eine „Riege an alten Säcken“.

    https://man-tau.com/2017/06/07/elisa-gutsche-spd/

    • na, wieder mal ein Beleg dafür, dass der Feminismus die Geheimwaffe des Patriarchats sein muss, bzw. konkret dafür, dass die „Riege alter (Männer/Politiker)-Säcke“ sich des Frauenministeriums als Entsorgungsstation für hoffnungsfrohe, unverbrauchte Frauen bedienen!

      Was für ein Intrigantenstadl, diese SPD :mrgreen:

  5. Der Bericht ist zwar schon etwas älter, aber nicht minder aktuell:

    War Adolf Hitler ein Linker?
    […]
    Zu lernen ist, dass alle Ideologien ihre Versprechen nicht halten

    Manche guten Gründe sprechen dafür, dass der Nationalsozialismus politisch eher auf die linke als auf die rechte Seite gehört. Jedenfalls hatte er Zeit seines Bestehens mit dem Totalitarismus Stalins mehr gemein als mit dem Faschismus Mussolinis. Im Italien der Zwanziger- und Dreißigerjahre gab es immer noch die herkömmlichen Klassenunterschiede, während Hitler, nicht anders als die Sozialisten aller Schattierungen, die soziale Gleichschaltung vorantrieb.

    „soziale Gleichschaltung“ → „Gleichstellung“

    […] hat er den von Marx herkommenden Begriff der klassenlosen Gesellschaft einfach durch die Vokabel der „Volksgemeinschaft“ ersetzt und […] als eine Art ständiger Verbrüderungsfeier verkauft.

    „klassenlose Gesellschaft“ → „Volksgemeinschaft“ → „Gender Mainstreaming“

    Eine wie tiefe und anhaltende Sehnsucht der Deutschen er damit ansprach, geht nicht zuletzt daraus hervor, dass die Öffentlichkeit des Landes sich noch immer im Konsens am besten aufgehoben fühlt. Der nach festen Spielregeln ausgetragene Konflikt, der zu den elementaren Voraussetzungen demokratischer Ordnungen zählt, steht bei uns in keinem hohen Ansehen…

    Nicht nur bei uns!
    Auch in anderen Ländern gab es Anhänger der nationalsozialistischen Ideologie. Z.B. in den USA, mit bekannten Größen wie Henry Ford und Charles Lindbergh, oder in England, u.a. mit König Eduard VIII. und der „British Union of Fascists“.
    Und in der Gegenwart sieht es auch nicht anders aus.

    Stattdessen huldigt alle Welt einer Gleichheitsidee, zu deren Eigenart nicht nur gleiche Startbedingungen gehören. Hierzulande will man auch, dass alle gleichzeitig im Ziel einlaufen. Niemand soll den anderen übertreffen.

    → „Chancengleichheit“

    Zweifellos jedenfalls empfand sich keiner der SA-Leute, die unter der Hakenkreuzfahne durch Moabit oder Steglitz marschierten, als Parteigänger irgendeiner „Reaktion“. Wie die Kolonnen der Linken auch, sahen sie sich als Vorhut grundlegender gesellschaftlicher Veränderungen – auch sie wollten die Verhältnisse zum Tanzen bringen. Mit ihnen ziehe, wie sie glaubten und sangen, die neue Zeit.

    → „Social justice warrior“, „Antifa“ u.a.

    Als im Frühjahr 1933 ganze kommunistische Kampfformationen geschlossen in die SA übertraten, wurde das von den roten Parteisoldaten keineswegs als Bruch empfunden, und der Berliner Volkswitz, der diese Einheiten als „Bulettenstürme“ verhöhnte („außen braun, innen rot“) deckt auf, wie nahe beieinander auch die Öffentlichkeit die einen und die anderen wahrnahm. Man wechselte sozusagen nur den Anführer und die Fahne, nicht einmal die Treffkneipe.

    „Rot“ → „Braun“ → „Pink“

    Beide Epochengegner, die sich so erbittert bekämpften, träumten den Traum vom „Neuen Menschen“, der mit ihnen erst die Möglichkeit erlange, sich auf Erden zu verwirklichen; beide machten sich, wenn auch mit scheinbar gegensätzlichen Parolen, auf die Suche nach dem vor Zeiten verlorenen Paradies. Und beide hassten mehr als alles andere die bürgerliche Welt. Wer sich die Jubelschreie in Erinnerung ruft, mit der führende Nationalsozialisten die Zerstörungen der deutschen Städte im Bombenkrieg begrüßten, erhält einen Begriff von der Radikalität ihres Hasses: Goebbels sprach von den „Gefängnismauern“ der bourgeoisen Welt, die jetzt endlich „in Klump geschlagen“ würden, und Robert Ley „atmete auf“: Endlich sei es „vorbei mit der Welt“, die sie verabscheuten. Ein Echo solcher komplexen Erfüllungsgefühle im Untergang des einen Regimes war auch im Aufstieg des anderen vernehmbar: In den frühen Jahren der DDR, als die Machthaber die Reste der bürgerlichen Welt syste-matisch bis auf die innersten Strukturen zerstörten.

    → „Antifa“, „Antideutsche“, „Femen“ etc.

    → Und eine SED- oder Stasivergangenheit scheint heute ja eher Hilfreich zu sein.

    Der auffallendste Unterschied bleibt, dass der Nationalsozialismus sich schon im Programm unmenschlich ausnahm, während der Sozialismus in verschiedenen humanitären Maskeraden auftrat.

    Auch die NSDAP versteckte sich hinter „humanitären Maskeraden“! Z.B. „Nationalsozialistische Volkswohlfahrt“ mit Kinderlandverschickung, Winterhilfswerk u.a., 1. Mai als Feiertag, Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen, u.s.w.
    Und die HJ wurde, genau wie später die FDJ, den Kindern und Jugendlichen als Abenteuer verkauft.

    Zu lernen ist aus dieser Erfahrung, dass alle Ideologien, was immer sie den Menschen weismachen, nie halten, was sie versprechen. Auf dem Papier wirken sie stellenweise verführerisch. Aber wer sich von der Zeit belehrt weiß und vor allem genauer hinsieht, entdeckt im Hintergrund all der idyllisch-egalitären Kulissen stets das nackte Grauen.

    Quelle
    (Hätte ich dort nicht erwartet. Mal sehen, wann die ihr Archiv „säubern“.)

    • „während Hitler, nicht anders als die Sozialisten aller Schattierungen, die soziale Gleichschaltung vorantrieb.“

      Das Rechte des NS kommt aber von der wesentlichen Ungleichheit der Menschen, wie sie der NS sie geradezu religiös gepredigt hat. Bezeichenderweise auch noch im Multikulti-Stil der Anleihe bei den Indern, mit den „Ariern“. Ebenfalls typisch rechts.

      Man kann eher fragen, inwieweit Stalin, Marxismus und Kommunismus nicht ebenso *rechte* Ideologien seien, über „Klasse“, „Soziales Konstrukt“ und einen Essentialismus damit („Das Sein bestimmt das Bewusstsein“ (oder umgekehrt)) verbunden und auch geradezu religiös überhöht. Bei der modernen Linke ist es die Esoterik, die tatsächlich ein Widergänger der „Völkischen Bewegung“ ist, und uns so schöne Dinge wie den „Klimawandel“ und mit all dem anderen Bullshit, der damit verzapft wird, all hail Goodess Gaia!

      • @Alex

        „Man kann eher fragen, inwieweit Stalin, Marxismus und Kommunismus nicht ebenso *rechte* Ideologien seien, über „Klasse“, „Soziales Konstrukt“ und einen Essentialismus damit („Das Sein bestimmt das Bewusstsein“ (oder umgekehrt)) verbunden und auch geradezu religiös überhöht.“

        Per se haben Marxisten nichts damit zu tun und es heißt tatsächlich:

        „Es ist nicht das Bewußtsein der Menschen, das ihr Sein, sondern umgekehrt ihr gesellschaftliches Sein, das ihr Bewußtsein bestimmt.“ Karl Marx

        Wie sich aus dem Satz ergibt, ist er „umgekehrt“ eben KEIN Marxismus mehr.
        Ich finde den Vorgang überhaupt bizarr, dass alle möglichen Menschen über den Marxismus etwas behaupten, was Marxismus sei und er das nachweisbar nicht ist und NICHT SEIN KANN.

        Auf der Basis, dass der Marxismus für sich in Anspruch nimmt, eine wissenschaftlich fundierte Weltanschauung zu sein (was er immer wieder *zu beweisen*, *nicht* nur zu *behaupten* hat!), würde also jeder Marxist bei der Beurteilung der Behauptung: „Geschlecht ist nur ein soziales Konstrukt!“ selbstverständlich eine (Einzel-)Wissenschaft zu Rate ziehen, die zum Thema „Geschlecht“ etwas zu sagen hat.

        Unmarxistisch und unwissenschaftlich wäre es demzufolge, was „Geschlecht“ ist, aus philosophischen Sätzen, aus moralischen Erwägungen oder utopischem Wollen abzuleiten.

        Das ist nicht etwa eine unerhebliche Frage, sondern eine prinzipielle Frage und ergibt sich unmittelbar aus:

        „Die Frage nach der Stellung des Denkens zum Sein, die übrigens auch in der Scholastik des Mittelalters ihre große Rolle gespielt, die Frage: Was ist das Ursprüngliche, der Geist oder die Natur? – diese Frage spitzte sich, der Kirche gegenüber, dahin zu: Hat Gott die Welt erschaffen, oder ist die Welt von Ewigkeit da?

        Je nachdem diese Frage so oder so beantwortet wurde, spalteten sich die Philosophen in zwei große Lager. Diejenigen, die die Ursprünglichkeit des Geistes gegenüber der Natur behaupteten, also in letzter Instanz eine Weltschöpfung irgendeiner Art annahmen (…) bildeten das Lager des Idealismus. Die andern, die die Natur als das Ursprüngliche ansahen, gehören zu den verschiedenen Schulen des Materialismus.“ Friedrich Engels

        Da sich der Marxismus eindeutig für den philosophischen MATERIALISMUS entschieden hat, steht die *marxistische* Antwort auf die Frage „Ist Geschlecht nicht nur ein soziales Konstrukt?“ auf einem Silbertablett vor dir, Alex.
        Denn reformuliert bedeutet diese Frage:

        „Ist Geschlecht nicht nur eine soziale, was in diesem Kontext nicht anderes bedeutet als: GEISTIGE SCHÖPFUNG?“
        Wie du leicht selber sehen kannst, katapultiert dich die Bejahung dieser Frage NOTWENDIG aus dem philosophischen Materialismus.
        Wer behauptet, es gäbe eine „Ursprünglichkeit des Geistes gegenüber der Natur“, befindet sich damit NOTWENDIG im Lager des philosophischen Idealismus und – für was auch immer er oder sie sich hält – hat sich damit vom Marxismus verabschiedet.

        Noch einmal, die Frage: „Ist Geschlecht nicht nur eine soziale, was in diesem Kontext nicht anderes bedeutet als: GEISTIGE SCHÖPFUNG?“ würde demzufolge jeder *Marxist* verneinen.
        Die IDEE, es gäbe einen Marxismus *ohne Kriterien* für das, was eine *auf dem Marxismus* basierende Aussage ist, ist bereits POSTMODERN.

        Wir haben in diesem (verwirrten) Geisteszustand nämlich zwei Sätze:

        „Es ist nicht das Bewußtsein der Menschen, das ihr Sein, sondern umgekehrt ihr gesellschaftliches Sein, das ihr Bewußtsein bestimmt.“

        sowie

        „Es ist nicht das Sein der Menschen, das ihr Bewußtsein, sondern umgekehrt ihr Bewußtsein, das ihr gesellschaftliches Sein bestimmt.“

        und beide sind in diesem Geisteszustand *gleichermaßen* richtig.
        Man kann gegen IdiotInnen wenig ausrichten, außer immer wieder darauf hinweisen, dass nachweisbar nur ein Satz von Marx IST und auch nur SEIN KANN.

        Gruß crumar

        • Es gibt aber im Marxismus noch starke idealistische Überbleibsel; Stichwort „Dialektik“. Marx Position ist eben nicht konsequent materialistisch, er bleibt Hegel verhaftet, indem er Hegels „Geist“ durch die „Gesellschaft ersetzt“.

          Aus meiner Sicht ein Rückschritt hinter den konsequenten Materialisten Ludwig Feuerbach.

        • moin @crumar
          „es heißt tatsächlich:

          „Es ist nicht das Bewußtsein der Menschen, das ihr Sein, sondern umgekehrt ihr gesellschaftliches Sein, das ihr Bewußtsein bestimmt.“ Karl Marx“

          Natürlich, das war Sarkasmus und eine Anspielung auf das magische Denken der Linken heute (bei der das Bewusstsein das Sein schafft). Und wer Marxens Spruch allzu ernst nimmt, der landet bei der „Erkenntnis“, dass Sein und Bewusstsein hier lediglich zum Henne-Ei-Problem wird.

          Der Marxismus ist gar nicht so rational, wie immer getan wird. Zwar gibt es natürlich eine starke Tradition des rationalistischen Politisierens, aber es gibt auch genug Irrationalismus. Wie insbesondere die Schicksalshaftigkeit, mit der sich das utopische Paradies einstellen würde, weil der „Weltgeist“ das jetzt mal so „will“, dass die neue „Arbeiterklasse“ obsiegen würde.

          Vor allem die Richtung des „dialektische Materialismus“ ist in grossen Teilen nichts anderes als Mystik. Und alles schon weit vor dem Postmodernismus, diesen vollkommen vorwegnehmend.

          Vielleicht kämen die Linken mal weiter, wenn sie den Bestand ihres Denkens mal um das marxistische Inventar bereinigen würden, was bei kritischer Betrachtung nur politisch rechts zu verorten ist, wie diese ganze Mystik. Die „materialistischen“ Ansätze sind nicht das Problem, sondern natürlich positiv zu sehen. Dass an der Idee „Das Sein bestimmt das Bewusstsein“ sehr wohl „etwas dran“ ist, kann auch kaum ernsthaft bezweifelt werden. Aber der Weg von einem übertriebenen Glauben an diesen Spruch hin zum Konzept „alles ist soziales Konstrukt“ ist überaus kurz!

        • @crumar:

          Ist ein bißchen OT (ist aber sowieso »Selbermach-« hier), aber bei den Stichworten »Marxismus« und »Postmoderne« fiel mir wieder ein, dass ich vor kurzem auf Ernesto Laclau und Chantal Mouffe gestoßen wurde, bei denen ich nach erstem Drüberschauen den Eindruck hatte, dass sie weder orthodoxe Marxisten noch Konvertiten zur Postmoderne sind, obwohl sie auch auf postmoderne Theorie zurückgreifen – was sie für mich ziemlich interessant macht.

          Hast Du zu denen eine Meinung, die Du in ein paar knappen Sätzen zusammenfassen könntest?

          Danke! 🙂

          @Leszek: ich würde Dir dieselbe Frage stellen, falls Du hier gerade mitliest! 🙂

        • @ Djadmoros

          „Leszek: ich würde Dir dieselbe Frage stellen, falls Du hier gerade mitliest!“

          Chantal Mouffe und Ernesto Laclau verwenden für ihren theoretischen Ansatz die Bezeichnung „Postmarxismus“ (dieser Begriff wird in anderen Kontexten allerdings zum Teil auch anders verwendet.)
          Sie sind der sogenannten zweiten Generation bekannter poststrukturalistischer oder poststrukturalistisch beeinflusster politischer Theoretiker zuzuordnen. Sie vertreten eine Synthese zwischen französischem Poststrukturalismus und einem primär an Antonio Gramsci angelehnten Marxismus, wobei die poststrukturalistischen Elemente meinem Eindruck nach gegenüber den marxistischen überwiegen.

          Chantal Mouffe und Ernesto Laclau sind nicht Teil jenes postmodernen Spektrums, welches der primäre ideologische Träger der postmodernen Political Correctness ist, sie sind im Gegensatz zu Slavoj Žižek oder Julia Kristeva aber auch keine Kritiker der postmodernen PC.

          Ich habe zwei Bücher von Chantal Mouffe quergelesen, sie ist übrigens linke Anarchismus-Kritikerin und verteidigt die parlamentarische Demokratie als Raum für linke Politik. Hier gehen ihre und meine Meinungen also etwas auseinander. 🙂

          Sie vertritt des Weiteren eine „antagonistische“ politische Theorie, nach der es für ein gut funktionierendes politisches Teilsystem schädlich sei zu versuchen die verschiedenen politischen Positionen dauerhaft in einem übergreifenden Konsens aufzuheben. Politik beruhe auf einem in letzter Instanz nicht ausschaltbaren Konflikt, der nie in einen dauerhaften Konsens überführt werden könne, dieser Antagonismus sei nur zu zähmen und zu zivilisieren, aber nicht abzuschaffen. Der Versuch ihn abzuschaffen, bringe u.a. einen Mangel an politischen Alternativen, Politikverdrossenheit und den Erfolg rechter Parteien hervor. Chantal Mouffe plädiert für einen „konstruktiven Linkspopulismus“.

          Bei ihrer antagonistischen Theorie des Politischen führt sie übrigens auf ihre Weise die merkwürdige poststrukturalistische Tradition fort, sich auf politisch rechts stehende Denker als wesentliche theoretische Quellen zu beziehen und zu versuchen Aspekte von deren Theorien für politisch linke Zwecke umzufunktionieren – in ihrem Fall handelt es sich allerdings zur Abwechslung mal nicht primär um Nietzsche oder Heidegger wie bei den klassischen französischen Poststrukturalisten, sondern um Carl Schmitt, in dem sie u.a. einen Vorläufer des Poststrukturalismus sieht.

          Chantal Mouffe:

          „Indem er das Relationale der politischen Identitäten herausstellte, nahm Schmitt mehrere intellektuelle Strömungen vorweg, etwa den Poststrukturalismus, der immer wieder das Relationale aller Formen von Identität hervorgehoben hat.“

          (aus: Chantal Mouffe – Über das Politische. Wider die kosmopolitische Illusion, Suhrkamp, 2007, S. 23)

          Chantal Mouffe hat m.E. eine z.T. sehr andere Art über politische Dinge nachzudenken als ich. Gerade deshalb war für mich die Auseinandersetzung mit ihren Sichtweisen interessant. Ich fand eigentlich alles, was ich bisher von ihr gelesen habe, lesenswert, bin aber bei manchen Themen anderer Meinung als sie.
          Ihre antagonistische politische Theorie beinhaltet m.E. aber durchaus eine wichtige, zu berücksichtigende Teilwahrheit.

          Bei meiner Formulierung zum Beitrag des Poststrukturalismus zu soziologischen Konflikttheorien in jenem Kommentar, aus dem Christian unter dem Titel „Teilwahrheiten und Fehler des Poststrukturalismus“

          https://allesevolution.wordpress.com/2017/05/11/leszek-zu-teilwahrheiten-und-fehler-des-poststrukturalismus/

          einen Artikel gemacht hatte, hatte ich übrigens unter anderem auch an die politische Konflikttheorie von Chantal Mouffe gedacht (aber auch an Foucaults Machttheorie). Ich stimme der politischen Konflikttheorie von Chantal Mouffe nicht völlig zu, der Aspekt des Konsenses wird bei ihr m.E. etwas zu gering gewichtet (und an parlamentarische Demokratie glaube ich sowieso nicht), aber diesen „unaufhebbaren Antagonismus“ im Feld des Politischen, von dem sie spricht, gibt es sicherlich und das sollte man m.E. berücksichtigen.

          Über Ernesto Laclau habe ich bisher nur einen Artikel zur Einführung gelesen, indem es primär um seinen Beitrag zur Weiterentwicklung poststrukturalistischer Diskurstheorien ging. Das hat mich bisher noch nicht so angesprochen, aber ich kenne Laclaus Werk insgesamt noch zu wenig, um es beurteilen zu können.

        • @Leszek:

          Vielen Dank für Deine Einschätzung! Das klingt für mich schon so, als seien die zwei zumindest ein wenig Investition in Lektüre wert. Ich werde mir mal die Schrift besorgen, die sie gemeinsam verfasst haben und die anscheinend als ihr »Klassiker« gilt, »Hegemonie und radikale Demokratie« und dann mal schauen, was mich davon überzeugt oder auch nicht. 🙂

        • @El Mocho @Alex in dieser Reihenfolge

          „Es gibt aber im Marxismus noch starke idealistische Überbleibsel; Stichwort „Dialektik“.“

          Hegel kann einem eigentlich noch mehr Leid tun als Marx, denn Generationen von schwachköpfigen Lehrern und Lehrerinnen haben dafür gesorgt, dass von Hegel hängen geblieben ist, dass sei doch der mit „These-Antithese-Synthese“!

          Rainer Winter stellt in seinem Artikel „Was ist Dialektik?“ voran, es „zeigt die Diskussionserfahrung, dass der Ausdruck Dialektik oft nur als bloßes Schlagwort benutzt wird, um im Vertrauen auf seine geheimnisvolle Wirkung Eindruck zu machen. Häufig werden dann zur „Erklärung“ noch rasch drei weitere Fremdwörter genannt: These, Antithese und Synthese, die ihrerseits aber genau so ungeklärt sind wie das Wort Dialektik selbst und daher zum Verständnis keinen Beitrag leisten. Es wird sich sogar zeigen, dass die schablonenhafte Verwendung dieser Wörter ungeeignet
          ist, den Begriff der Dialektik im Sinne Hegels angemessen zu erfassen.“

          Und jetzt kommt die 10.000 Euro Wette, die du mit *jeder/m* dieser Hohlköpfe abschließen kannst und die du todsicher gewinnen wirst (mit Herv. von mir):

          „Hegel selbst hat sie auch an KEINER Stelle seines Werkes verwendet, um den Begriff der Dialektik zu definieren. Vielmehr gehen die Begriffe These, Antithese und Synthese auf Kant und
          Fichte zurück, die sie aber auch nicht zur Bestimmung von Dialektik, sondern in ganz anderen Zusammenhängen gebraucht haben.“

          Ich beanspruche hiermit 15% deiner Wetteinnahmen für mich. 😉
          Hegel war der letzte aus den „heroischen Jahren“ der Philosophie und ich lese ihn immer noch gerne – Idealist hin oder her.
          „Erben lernen“ sollte für uns selbstverständlich sein – Newton hat 90% seiner Zeit mit alchimistischem Blödsinn verbracht, ich habe nicht mitbekommen, dass wir auf dieser Grundlage seine Verdammung beschließen.

          „Marx Position ist eben nicht konsequent materialistisch, er bleibt Hegel verhaftet, indem er Hegels „Geist“ durch die „Gesellschaft ersetzt“.“ Nope. Es gibt „die Gesellschaft“ bei Marx nicht.
          Wie sollte das funktionieren??? Es gibt „Gesellschaftsformationen“ (diesen von Marx geprägten Ausdruck, den er wiederum der Geologie verdankte wird noch immer verwendet).

          Den Anspruch, die Hegelsche Dialektik materialistisch zu wenden, hat er in der Form, dem Aufbau des „Kapital“ realisiert, mehr dazu von Roman Rosdolsky „Zur Entstehungsgeschichte des Marxschen ›Kapital‹“.

          Zu Alex: „Vor allem die Richtung des „dialektische Materialismus“ ist in grossen Teilen nichts anderes als Mystik.“

          Der „Dialektische Materialismus“ als Begriff ist eine *Herrschaftsideologie* – NICHT „Mystik“. Natürlich *erscheint* es einem wie Religion, wenn man gesellschaftliche „Bewegungsgesetze“ immerhin *auswendig lernen* darf, die so ehern *erscheinen* wie Naturgesetze.

          Der Witz ist, dass das gar nicht zutreffen *kann*.
          Der Charme der Naturwissenschaften besteht daraus, in Experimenten jederzeit den Ausgangspunkt des Experiments A0 wiederholen zu können.

          Angenommen mein Text *hätte* einen Einfluss auf dein Denken, dann kann ich den Ausgangspunkt unserer Diskussion nur wiederholen, indem ich meinen Beitrag *gar nicht erst geschrieben hätte*.
          D.h. im naturwissenschaftlichen Sinne reproduzierbar (A0) ist unsere Diskussion nur, wenn es diese Diskussion gar nicht gibt.
          Das ist weder paradox, noch tautologisch.

          Sondern die „sozialen Gesetze“ unserer Auseinandersetzung werden *aus dieser sozialen Auseinandersetzung* selbst gewonnen, sie schematisch auf *alle anderen*, noch folgenden Auseinandersetzungen zu verwenden ist sinnlos und unproduktiv.

          Daher haben es auch Sozialwissenschaften wesentlich SCHWERER als Naturwissenschaften, weil sich der Untersuchungsgegenstand im Laufe der Untersuchung entwickelt.
          Und der Untersucher Teil des Untersuchungsgegenstands ist.

          Wer hat also ein *Interesse* daran, solche „ehernen Bewegungsgesetze“ der materialistischen Dialektik zu formulieren, die es per se gar nicht geben kann?

          Das zu beantworten ist relativ einfach, wenn ich mir selber in allen strittigen Fragen eine „führende Rolle“ zuschreibe.
          Wenn in „letzter Instanz“ immer die Partei/der Feminismus entscheidet oder da, wo die Partei/der Feminismus gerade steht, was auch immer die „Generallinie“ des Feminismus/der Partei gerade ist, dann ist *politischer Opportunismus* eben die neueste „Wahrheit“.
          Insofern trifft sehr wohl zu, dass Stalinismus ein theoretisches Modell für den Feminismus ist, aber bürgerlicher Gynozentrismus das Modell seiner praktischen Durchsetzung.

          Ich habe „letzte Instanz“ nicht ohne Grund geschrieben, weil die Voraussetzung selbstverständlich ist, dass sich eine ökonomische Frage in eine politische transformieren lässt.
          De Frage ist hier, warum es sich so verhält.

          Gruß crumar

        • @djad

          Der fleißige und belesene Leszek war wieder vor mir am Werk und demzufolge verzichte ich hier.
          Beeindruckend, wie schnell du deine Erkenntnisse in dein Handeln übersetzt, Leszek!

          Gruß crumar

        • @ Djadmoros

          Ich habe „Hegemonie und radikale Demokratie“ selbst noch nicht gelesen, fände es aber interessant zu hören, wie du es beurteilst.

          Also bitte irgendwann erzählen, wenn du es mal gelesen hast. 🙂

        • @Leszek:

          In Ordnung, ich revanchiere mich dann! 🙂

          @crumar:

          Problem njet! Ich dachte nur, ich frag‘ mal bei denen nach, bei denen ich die Wahrscheinlichkeit einer Vorbekanntschaft am größten einschätze. 🙂

        • -crumar
          „Newton hat 90% seiner Zeit mit alchimistischem Blödsinn verbracht, ich habe nicht mitbekommen, dass wir auf dieser Grundlage seine Verdammung beschließen.“

          Eher, dass er auf idiotische Weise sein Vermögen in der South Sea Bubble verspielte. Das macht ihn sogar noch lebensuntüchtiger als Marx, der wenigstens ein solider Schnorrer war 😀

          „Dialektik“ ist auch wenig mehr als die Anspielung auf Platon, auf das Zwiegespräch zur Wahrheitsfindung.

          Wer die Hegelsche Geschichtsphilosophie und deren Mechanismus mit These – Antithese – Synthese beschrieben hat, ist mir unklar. Aber besser die Ansicht „dummer Lehrer“ als die Schopenhauers über Hegel, da ist die erste schmeichelhafter, das sei „der mit der Dialektik“. Oder der andere der Misandrist mit einem Pudel 😉

          „die die Natur als das Ursprüngliche ansahen“

          Es gibt keine „Natur“, die immer ein Gewordenes ist, bzw insoweit man sie objektiv beschreiben kann. Die „Natur“ gegen den „Geist“ oder sonstwas zu stellen, um daraus philosophische Systeme zu gewinnen – kann das objektive Beschreibung gar ersetzen?

          „dass sich eine ökonomische Frage in eine politische transformieren lässt“

          Politik ist praktisch automatisch Ökonomie, bzw eine Folgeerscheinung davon. Das Sein bestimmt ja das Bewusstsein 🙂

        • @ Leszek

          Zu Chantal Mouffe und dem linken Populismus hat Philipp Sarasin das Nötige bzw. Richtige geschrieben.

          Die autoritäre Logik des #Populismus

          Jeder Populismus bezieht sich auf das „We, the People“, das die amerikanische Verfassung von 1787 einleitet. Ist er daher nicht die reinste Form der Demokratie? Nein, denn der Populismus folgt in seiner Verachtung für Institutionen und „Eliten“ einer autoritären Logik.

          http://geschichtedergegenwart.ch/die-autoritaere-logik-des-populismus/

        • @ Mark E. Smith

          Danke, ich bin bei der Befürwortung einer Form von Linkspopulismus von Laclau/Mouffe auch skeptisch, habe aber bisher noch nicht versucht, zu rekonstruieren, was Laclau und Mouffe mit dem Begriff Linkspopulismus genau meinen.

          Die Populismus-Forscherin Karin Priester hat übrigens sogar ein Buch zur Kritik der politischen Philosophie von Laclau und Mouffe geschrieben.

          Aber man kann das Werk bekannter Sozialwissenschaftler oder Geisteswissenschaftler in der Regel nicht objektiv beurteilen, wenn man es nur aus den Schriften ihrer Kritiker kennt, es ist m.E. für ein ernsthaftes Verständnis und den Versuch die jeweiligen Teilwahrheiten zu ermitteln stets nötig, entweder fundierte Einführungsschriften oder Originalschriften zu lesen.
          Mit fundierter Kritik sollte man sich, wenn man sich für ein Thema interessiert, m.E. aber auch stets befassen, weil dies hilfreich ist um die Einseitigkeiten und Fehler einer Sache zu verstehen.

          Wann geht´s weiter mit deiner Artikelreihe zum Populismus?

        • @Mark E. Smith:

          Danke für den Link zu Philipp Sarasin! Dass Laclau/Mouffe für einen »Linkspopulismus« plädieren, habe ich schon mal gehört, allein es dürfte darauf ankommen, was genau sie damit meinen. Und da gebe ich auch Leszek recht: sobald man es genauer wissen möchte, kann man sich nicht mehr nur auf die Schriften von Kritikern stützen, genau darum lese ich ja immer wieder auch »rechte« Texte, von Donovan bis Kubitschek.

          Allerdings scheint das Buch von Karin Priester ziemlich wichtig zu sein, das muss ich dann wohl hinzuziehen.

          An Philipp Sarasins Artikel stört mich allerdings seine Sicht auf den Begriff des »Volks«:

          »Drittens ist der Versuch, den Begriff des Volkes durch einen grossen, als fundamental phantasierten Antagonismus gegenüber den Mächtigen, dem Apparat, dem Staat, dem System, der Elite… zu konstruieren, äusserst problematisch, denn er gleicht dem Rechtspopulismus wie ein Zwilling dem anderen. (…) Das eigentliche Hauptproblem des Populismus aber besteht darin, dass er auf ein „Volk“ referiert, das, wie gerade Laclau/Mouffe gezeigt haben, notwendigerweise und immer schon durch einen Antagonismus gegen aussen konstituiert wurde und wird. Das, was „Volk“ heissen soll, wurde in der Moderne immer als jene distinkte historische, ethnische oder gar „rassische“ Substanz gedacht«.

          Erstens begegnet uns der Begriff des »Volks« im Begriff der Volkssouveränität, d.h. was immer der Begriff substantiell bezeichnet, formal bezeichnet er die Legitimitätsquelle jeglicher demokratischen Regierung.

          Zweitens ist die Ähnlichkeit zu einem rechtspopulistischen Konzept für sich allein noch kein Gegenargument, denn auch der Rechtspopulismus diagnostiziert ja zu Recht einen Krisenzustand der repräsentativen Demokratie.

          Drittens ist der Bezug des Volksbegriffs auf ein »Außen« überhaupt nicht zu vermeiden, solange man nicht ein plausibles Konzept eines »Weltstaats« (oder wenigstens einer Europäischen Union der Völker und nicht nur des Kapitals) vorgestellt hat. Jenseits aller nationalistischen Ideologie sind »Nationen« bis auf weiteres funktionelle Organisationseinheiten, die ein unvermeidliches Durchgangsstadium auf dem Weg zu einer weitergehenden Integration darstellen. Die von Sarasin kritisierte Essentialisierung des Volksbegriffs ist keine notwendige, man kann an dem Begriff auch als formalem festhalten.

          Wenn Sarasin also behauptet: »auch dieser linke Populismus verspricht, aus den Vermittlungsschlaufen von rechtsstaatlich strukturierten Demokratien herausspringen zu können«, dann halte ich das, vorbehaltlich genauerer Quellenlektüre, zunächst einmal für eine Denunziation – denn der Begriff des Rechtsstaats wird von ihm an dieser Stelle eingeschmuggelt. Dass der Populismus bestimmte, historisch gewachsene Verfahren der Demokratie kritisiert, bedeutet noch lange nicht, dass er sich damit außerhalb rechtsstaatlicher Verfahren stellt. Es kommt dann jeweils schon auf die »populistischen« Aussagen im Einzelnen an.

        • @Leszek

          Ich beschäftige mich momentan gerade mehr mit dem Terrorismus auf wissenschaftlicher Ebene. Solle ich Schlaues finden, dann werde ich wohl eher eine Reihe darüber starten.

          Zu der Originalliteratur und den Denkern. Ich staune immer ein bisschen, welche Denker Du liest. Das Problem bei Vielen ist doch, dass sie vollständig ohne empirische Untersuchungen in der Welt herumfabulieren. Da habe ich übrigens viel vom Bourdieu gelernt. Ich glaube, er ist der grösste Kritiker der Postmoderne und der empiriefreien Sozialphilosophie in Frankreich. Also mich interessieren vor allem nur noch Theorien, die durch empirische Forschung gut bestätigt wurden, der Rest ist einfach Zeitverschwendung. 🙂

        • „Das Problem bei Vielen ist doch, dass sie vollständig ohne empirische Untersuchungen in der Welt herumfabulieren. Da habe ich übrigens viel vom Bourdieu gelernt. Ich glaube, er ist der grösste Kritiker der Postmoderne und der empiriefreien Sozialphilosophie in Frankreich“

          Bourdieu verwendet empirische untersuchungen?
          https://allesevolution.wordpress.com/2012/11/30/habitus-nach-bourdieu/

          https://de.wikipedia.org/wiki/Habitus_%28Soziologie%29#Habituskonzept_nach_Bourdieu

          2b. Habitus und Geschlecht: Mit dieser Strukturkategorie ist die Arbeitsteilung zwischen Frau und Mann gemeint. Diese gesellschaftliche Strukturierung ist in jeder Gesellschaft vorfindbar.

          Nach Bourdieu wird durch diese grundlegende Strukturkategorie der Gesellschaft das Herrschaftsverhältnis impliziert. Mit dem Verständnis von Zweigeschlechtlichkeit und mit der Hervorhebung der männlichen Herrschaft ist das Herrschaftsverhältnis in unserer modernen Gesellschaft besonders gut begreifbar. Die Zweigeschlechtlichkeit ist ein Unterscheidungsprinzip, das bei den Individuen von früher Kindheit an besonders ausgeprägt ist. Diese Kategorie hat eine große Bedeutung bei der Herausbildung des Habitus. Geschlechter sind als polare entgegengesetzte Kategorien, nicht wie ein Klassifikationssystem, konstruiert. Das geschlechtsspezifische Verhalten ist im Habitus besonders tief eingeprägt und beeinflusst intensiv das soziale Verhalten.

          Im Zusammenhang mit der Kategorie Geschlecht verwendet Bourdieu den Begriff der symbolischen Gewalt. Mit der symbolischen Gewalt ist eine mittelbare Form der Gewaltausübung gemeint. Charakteristisch für die symbolische Gewalt ist das nicht bewusste Einverständnis der Beherrschten (Frauen) gegenüber der herrschenden Ordnungsvorstellung. Beide Seiten, die Herrschenden (Männer) und die Beherrschten (Frauen), müssen dafür über ein Verhaltenssystem, über einen Habitus verfügen, in dem dieses Herrschaftsverhältnis eingeprägt ist. So muss man sich die Frage stellen, warum auch in unserer modernen Gesellschaft die Gleichberechtigung zwischen Frau und Mann nicht vollkommen stattgefunden hat. Bourdieu erklärt dieses Phänomen damit, dass der Habitus so tief „verwurzelt“[3] ist, dass er die erlernten (patriarchalen) Verhaltensweisen und das geschlechtsspezifische Verhalten in der Praxis (oder besser in der Mehrzahl, den Praxen) des sozialen Lebens „vorstrukturiert“.[4] Dies führe dazu, dass die Frauen unbewusst die männliche Herrschaftsordnung akzeptieren und diese selbst wiederum aktiv reproduzieren.

          das würde ich eher freies fabulieren nennen. Oder meintest du ihn als negatives Beispiel?

        • @Christian:

          »das würde ich eher freies fabulieren nennen. Oder meintest du ihn als negatives Beispiel?«

          Tja, das kommt eben davon, wenn man die Wikipedia für eine zitierfähige Quelle hält. Der Satz

          »Mit dem Verständnis von Zweigeschlechtlichkeit und mit der Hervorhebung der männlichen Herrschaft ist das Herrschaftsverhältnis in unserer modernen Gesellschaft besonders gut begreifbar.«

          ist als Rezeptionsleistung selbst dann vollkommen hanebüchen, wenn man zu Bourdieus schlechtestem Buch zum Thema, »Die männliche Herrschaft«, greift (was daran fragwürdig ist, habe ich hier kritisiert). Dass Bourdieus Ansatz besonders gut geeignet sei, um »das Herrschaftsverhältnis in unserer modernen Gesellschaft« zu erklären, ist eine blanke Erfindung des Wikipedia-Schreiberlings. Da hat er schlicht die wissenschaftliche Kritik an Bourdieu ignoriert.

          Aber das Problem dabei ist nicht, das Bourdieu nicht empirisch arbeitet: Selbstverständlich beruhen die wichtigsten seiner Bourdieus auf empirischen Studien, dass kann auch jeder wissen, der sich ernsthaft mit ihm befasst hat. Entweder auf statistischen Untersuchungen oder auf der ethnologischen Feldforschung in Algerien. Teil der Kritik an Bourdieu ist, dass die Habitustheorie relativ gut auf die von ihm untersuchte kabylische Gesellschaft passt, aber aus verschiedenen Gründen nur begrenzt auf die (französische) Gegenwartsgesellschaft übertragbar ist. Das ist auch das Hauptproblem von »Die männliche Herrschaft«, wo Bourdieu weit unter seinem sonstigen Niveau argumentiert.

          Dass der Wikipedia-Artikel offenbar ausgerechnet diese Schrift zum Thema ausbeutet und damit die Gewichtungen verzerrt, spricht vor allem gegen die Wikipedia, nicht gegen Bourdieu.

        • @djadmoros

          „Das ist auch das Hauptproblem von »Die männliche Herrschaft«, wo Bourdieu weit unter seinem sonstigen Niveau argumentiert. Dass der Wikipedia-Artikel offenbar ausgerechnet diese Schrift zum Thema ausbeutet und damit die Gewichtungen verzerrt, spricht vor allem gegen die Wikipedia, nicht gegen Bourdieu.“

          „Herrschaft“ und „Macht“ zur Beschreibung sozialer zustände, vermischt mit einem abstellen auf rein soziale Konstruktion ist eben eine sehr ungünstige Mischung. Daraus kann eigentlich nur eine fehlerhafte Sicht folgen. Und die Erklärung wird um so schlechter um so mehr Biologie in das Thema einfließen müsste: Unterschiede zwischen Völkern mögen noch vergleichsweise klein sein, aber zwischen den Geschlechtern sind sie enorm. Ohne Biologie kann man Geschlechter nicht verstehen.
          Und auch wenn man auf statistischen Untersuchungen aufbaut, dann kann die Schlußfolgerung daraus eben „freies fabulieren“ sein. Wer einen Unterschied feststellt, der statistisch besteht, der fabuliert dennoch frei, wenn er diesen schlicht auf „Macht und Herrschaft“ zurückführt ohne diese Schlußfolgerung abzusichern und auch „Habitus“ ist da ein Begriff, der zu solchem fabulieren einlädt

        • @Christian:

          »„Herrschaft“ und „Macht“ zur Beschreibung sozialer zustände, vermischt mit einem abstellen auf rein soziale Konstruktion ist eben eine sehr ungünstige Mischung. Daraus kann eigentlich nur eine fehlerhafte Sicht folgen. Und die Erklärung wird um so schlechter um so mehr Biologie in das Thema einfließen müsste«

          Mumpitz! Gerade weil geschlechtsspezifische Arbeitsteilung und geschlechtsspezifische Rollenmuster als solche nahezu universell sind, kann man sie problemlos konstant setzen und sich auf die »sozial konstruierten« kulturellen Variationen konzentrieren. Erst bei spezifischen Problemstellungen, wie sie insbesondere aus den ideologischen Gleichheitspostulaten der Genderista hervorgehen, braucht man notwendigerweise Argumente aus der Biologie.

          Aber hier rede ich empirisch bestätigt zum soziologisch Blinden, die Diskussionen mit Dir zu diesem Thema sind ihre eigene Langzeitstudie.

        • „Mumpitz! Gerade weil geschlechtsspezifische Arbeitsteilung und geschlechtsspezifische Rollenmuster als solche nahezu universell sind, kann man sie problemlos konstant setzen und sich auf die »sozial konstruierten« kulturellen Variationen konzentrieren. Erst bei spezifischen Problemstellungen, wie sie insbesondere aus den ideologischen Gleichheitspostulaten der Genderista hervorgehen, braucht man notwendigerweise Argumente aus der Biologie.“

          Man braucht die Biologie immer dann, wenn man die Unterschiede begründen will. Ich sehe auch nicht, das er „kulturelle Variationen“ bespricht, er geht ja davon aus, dass die männlichen und weiblichen Rollen ein Habitus sind, welche eine Machtkomponente begründen. Damit liegt er eben komplet falsch

          „Aber hier rede ich empirisch bestätigt zum soziologisch Blinden, die Diskussionen mit Dir zu diesem Thema sind ihre eigene Langzeitstudie.“

          Dass, was du machst, ist eine Immunisierungsstrategie. Du tust so als sei ich einfach ein Dickkopf, der eben ohne weitere Belege bei seiner Meinung bleibt.
          Das Geschlechterunterschiede ihren Ursprung in der Biologie haben (zuzüglich einer sozialen Ausgestaltung, die mit dieser in einer Wechselwirkung steht) und nicht ein reiner Habitus sind und das „Macht“ nicht der entscheidene Faktor ist, ist aber durchaus gut belegbar.
          Bourdieu hat all diese Faktoren nicht behandelt. Er blendet alles biologische aus. Das ist um so verwerflicher, weil die männliche Herrschaft von 1998 ist und zu diesem Zeitpunkt die wesentliche Forschung dazu schon vorlag.

          Bourdieu vertritt wenn ich das richtig verstehe, einen reinen Sozialkonstruktivismus der Geschlechter. Eine vollkommen unhaltbare These

        • Bourdieu hat seine Karriere als Ethnologe begonnen, mit Studien zur Gesellschaft der Kabylen in Algerien. An diesem Gegenstand hat er unter anderem die Kodierung der Geschlechtsrollen in dieser Gesellschaft beschrieben, und zwar im Zusammenhang mit der Kodierung der symbolischen Ordnung dieser Gesellschaft. Er hat nicht danach gefragt, warum es überhaupt eine Erfindung namens Geschlechtsrolle gibt, und das muss er auch nicht, wenn er nach der symbolischen Ordnung dieser konkreten Gesellschaft fragt. Denn damit interessiert er sich für das, was die symbolische Ordnung dieser Gesellschaft inklusive ihrer Geschlechtsrollenkodierung von der symbolischen Ordnung anderer Gesellschaften unterscheidet, und genau diese Differenz bzw. das Spezifikum ist der sozialkonstruktivistische Anteil daran. Sein Sozialkonstruktivismus ist hier völlig legitim, weil der Sache angemessen und explanatorisch zureichend.

          In Bezug auf die kabylische Gesellschaft ist die Habitustheorie darum sinnvoll, weil es sich um eine schriftlose, analphabetische, traditionelle Kultur handelt, die ihr Ethos, also ihre Lebens- und Verhaltensregeln, nur zu einem geringen Grad expliziert und reflektiviert, und zum größten Teil als selbstverständliche, feststehende Überlieferung behandelt. Darum spielt die kulturelle Deutung des Körpers darin eine so große Rolle.

          Die biologischen Geschlechtsunterschiede sind dabei eine Konstante, die man als gegeben voraussetzen kann. Denn auf welche Weise auch sich immer geschlechtstypische Verhaltensdispositionen in der Selbst- und Körpererfahrung bemerkbar machen – sie müssen sozial interpretiert werden, im Rahmen einer symbolischen Ordnung gedeutet werden, dem Individuum seitens der Gruppe im Verlauf der Sozialisation plausibel gemacht werden, um einen »Sinn«, d. h. ein Bewusstsein von »Stimmigkeit« zu ermöglichen, denn nur ein solcher Sinn ermöglicht die Ausbildung zuverlässiger verhaltensroutinen.

          Wie schwerwiegend sich diese kulturellen Konstruktionen auswirken, sieht man paradoxerweise gerade daran, dass sie oftmals rigider sind als die Biologie selbst. Ein Mädchen mit zuviel Testosteron, dem eingebleut wird, es habe sich gefälligst nicht wie ein Junge zu verhalten, oder ein homosexueller Junge, haben dann nämlich die kulturelle Arschkarte gezogen, während ihre tatsächlichen Verhaltensdispositionen sich aus einer normalen biologischen Variation ergeben.

          Soweit zur Kabylei. Etwas anders sieht die Sache aus, wenn Bourdieu diese Erkenntnisse aus der algerischen Ethnologie zu übertragen versucht. Denn sein anderer Hauptgegenstand ist die französische Gegenwartsgesellschaft seit dem zweiten Weltkrieg. Hier wird die explanatorische Kraft seiner Habitustheorie darum schwächer, weil das Spezifische des Habitus, die Bindung an ein implizites, körpergebundenes, als selbstverständlich geltendes, gering reflektiertes Verhaltensethos (a) durch den höheren Grad formaler Bildung in solchen Gesellschaften signifikant geschwächt wird und (b) durch den höheren Grad an sozialer Differenzierung nicht mehr auf klare binäre Unterscheidungen reduzierbar ist, wie sie vom Geschlechterdualismus angeboten werden.

          Der Empiriker Bourdieu hat nämlich, das kann man in den »Feinen Unterschieden« oder ersatzweise auch bei mir nachlesen, sehr genau erkannt, dass geschlechtsspezifische Habitus in der modernen französischen Gesellschaft klassenspezifisch gebrochen werden. »Geschlecht« als kulturelle Konstruktion lässt sich hier nämlich nicht mehr unter eine einzige symbolische Ordnung subsumieren, es gibt mindestens drei davon, nämlich in der Arbeiterklasse sowie jeweils eines bei den bürgerlichen Klassenfraktionen mit dominant ökonomischem und dominant kulturellem Kapital, wobei letztere ihre Disktinktionsgewinne häufig daraus beziehen, Geschlechtsrollen per se in Frage zu stellen. Gerade weil die geschlechtsspezifischen Habitus hier aber aufhören, einheitlich zu sein, liegt in den biologischen Argumenten kein explanatorischer Gewinn. Wenn, beispielsweise, der Proletarier sein geschlechtsspezifisches »Virtue signalling« an die Körperkraft und die physische Kapmfbereitschaft bindet, der Intellektuelle aber an den Pazifismus und sein Argumentationsvermögen, dann fügt das biologische Konzept des »Virtue signalling« (oder der biologischen Verhaltensdispositionen) der Erklärung gerade nichts hinzu, denn es beschreibt den invarianten Teil der Explananda.

          Und gerade weil Bourdieu das als solider Empiriker erkannt hat, ist es so ärgerlich, dass er in »Die männliche Herrschaft« hinter den Stand seiner eigenen empirischen Einsichten zurückfällt – aber ausgerechnet dieses Gefälligkeitspamphlet für den Feminismus wird von der Wikipedia gelobt.

          Du bist genau darum ein »Dickkopf«, weil Du beharrlich und vorhersagbar die Spezifität dieser soziologischen Fragestellungen ignorierst. Das Erkenntnisinteresse solcher Studien ist begrenzt, und es ist legitimerweise begrenzt. Es entsteht keine explanatorische Lücke dadurch, dass Bourdieu hier als Sozialkonstruktivist arbeitet, während Deine eigenen Argumente praktisch niemals über die fundamentalistische Beteuerung »Aber die Biologie ist grundlegend!« hinausgelangen. Du verstehst nicht, was Soziologie (und Geschichtswissenschaft, by the way) legitimerweise erklären will, und ich habe die Hoffnung aufgegeben, dass Du es verstehen wirst.

        • „Die biologischen Geschlechtsunterschiede sind dabei eine Konstante, die man als gegeben voraussetzen kann.“

          Macht Bourdieu das denn? Er begründet sie doch gerade sozial. Er hat ja keine Theorie dazu aufgestellt, wie Männlichkeit und weiblichkeit sich auf der Grundlage der biologischen Geschlechterunterschiede zwischen den Kulturen unterscheidet, er hat Theorien zu den Geschlechterunterschieden aufgestellt.

          http://www.deutschlandfunkkultur.de/ueber-maennliche-herrschaft.950.de.html?dram:article_id=133192

          Bourdieu: “ Die Bergbauern der Kabylei haben, über alle Eroberungen und Bekehrungen hinweg (…) bis auf den heutigen Tag Strukturen bewahrt, die (…) eine paradigmatische Form der „phallo-narzisstischen“ Sicht darstellen, wie sie allen mediterranen Gesellschaften gemeinsam sind. Die Einteilung in Geschlechter scheint in der „Natur der Dinge“, wie man so sagt, zu liegen.“

          In diesem patriarchalischen System ist die Frau dem Mann untergeordnet. Das lässt sich bis hin zu der gebeugten Körperhaltung belegen. Hier muss sich der Mann nicht erst groß legitimieren.

          Bourdieu: “ Die Macht der männlichen Ordnung zeigt sich an dem Umstand, daß sie der Rechtfertigung nicht bedarf.“

          Das Herrschaftsmodell der Berbervölker hat Bourdieu auf die moderne westliche Gesellschaft übertragen. Die alten Muster seien hier nur verdeckter und verfeinerter. Es handle sich lediglich um graduelle Unterschiede. Die Gleichberechtigung etwa, wie sie im Grundgesetz verankert ist, täusche:

          Bourdieu: “ So verschleiert die formelle Gleichheit von Männern und Frauen tendenziell auf jeder Ebene, daß die Frauen bei gleichen Voraussetzungen stets die weniger günstigen Positionen bekleiden.“

          Dabei räumt er durchaus positive Veränderungen ein:

          “ Eine der wichtigsten Veränderungen in der Situation der Frauen und einer der maßgeblichen Faktoren für ihre Umgestaltung ist ohne jeden Zweifel der vermehrte Zugang der Mädchen zum Gymnasial- und Hochschulunterricht. “

          „Wir haben unerhört viel erreicht!“ hat Deutschlands populärste Feministin Alice Schwarzer im Rückblick auf 30 Jahre Frauenbewegung einmal geschrieben. Doch da ist Bourdieu sehr skeptisch. Er glaubt nicht an tief greifende Veränderungen. Nach wie vor werden Frauen von Führungspositionen von politisch-wirtschaftlicher Relevanz ausgeschlossen.

          Bourdieu: “ … weil sie maßgeschneidert sind für die Männer. Um eine Position wirklich erfolgreich bekleiden zu können, müßte eine Frau nicht nur über das verfügen, was in deren Beschreibung explizit verlangt wird. Sie müßte überdies eine ganze Reihe von Eigenschaften besitzen, die ihre männlichen Inhaber gemeinhin mitbringen, eine bestimmte körperliche Statur, Stimme oder Dispositionen wie Aggressivität, Sicherheit im Auftreten, „Rollendistanz“, so genannte natürliche Autorität usw., auf deren Ausbildung die Männer als Männer stillschweigend präpariert und trainiert worden sind.“

          Bourdieus Dilemma ist, er möchte dieses Ungeheuer „Die männliche Herrschaft“ mit seinen scharfsinnigen wissenschaftlichen Analysen bannen. Doch je tiefer er seinen Gegenstand betrachtet, umso stärker unterliegt er selbst seiner Magie. So ist ein Buch voller Zweifel und Einwände entstanden, in dem Gleichberechtigung nur als kunstvolle Arabesque, als Fiktion vorkommt.

          Bourdieu hat diese Fatalität wohl selbst gespürt. Dem „fragwürdigen Vergnügen der Desillusionierung“, dem die große englische Schriftstellerin Virginia Woolf sich hingab, sei er nicht erlegen, meint er beschwichtigend. Als Beweis hat er seine Untersuchung ein romantisches „Postskriptum über die Liebe“ angefügt, in dem er seine Utopie, das Wunder der Gewaltlosigkeit beschwört:

          “ … das durch die Herstellung von Beziehungen ermöglicht wird, die auf völliger Reziprozität beruhen und Hingabe und Selbstüberantwortung erlauben (…), die auf dem Glück beruhen, Glück zu schenken.“

          Oder:

          http://www.berliner-zeitung.de/15803468 ©2017

          Wer sich wundert, dass sich auch Jahrzehnte nach der rechtlichen Gleichstellung der Frauen und zahllosen flankierenden Maßnahmen so wenig an der gesellschaftlichen Machtverteilung zu ihren Gunsten geändert hat, der greife zu diesem postum veröffentlichten Essay von Pierre Bourdieu.In seiner Sicht funktioniert die moderne Sozialordnung – wie die kabylische Stammesgesellschaft, die er als junger Soziologe erforscht hat – trotz Gleichberechtigung noch immer wie eine „symbolische Maschine zur Ratifizierung der männlichen Herrschaft“. Ja, sie ist eine besonders wichtige und interessante Form der symbolischen Herrschaft- kaum weniger als die postmoderne Klassengesellschaft, die Bourdieu in der monumentalen Untersuchung der „Feinen Unterschiede“ 1979 analysiert hat.Wie kommt es, dass eine Weltordnung respektiert wird, die den einen nützt, die anderen aber nur einbindet? Stellte sich die Soziologie als konservative Krisenwissenschaft gern die Frage nach der sozialen Kohäsion und ihren Feinden, so wundert sich Bourdieu umgekehrt über das Ausbleiben von Revolten und Revolutionen. Seine „materialistische Theorie der Ökonomie symbolischer Güter“ liefert eine Erklärung. Mit ihr beerbt er nicht nur sprachlich-metaphorisch die obsolet gewordene marxistische Tradition der Kapitalismusanalyse und Gesellschaftskritik.Die Falle des RechtsdenkensDie erklärten Rechte für Arme, Arbeiter und Frauen sind nicht wirkungslos geblieben – aber das Rechtsdenken selbst ist, wie nicht zuletzt die Frauenpolitik lehrt, an Schranken gestossen. Im Recht und seiner Exekution, muss man mit Bourdieu argumentieren, spiegeln sich nämlich nur das Bewusstsein, die Ideen und Ideologien einer Gesellschaft- während die subjektlose, unbewusste Herrschaft des Symbolischen, eingeschrieben in die Körper und den Alltag von Männern und Frauen, die „männliche Soziodizee“ unwiderstehlich reproduziert. Hat man Rechte gewährt, kann man in aller Unschuld den Privilegierten die Schuld geben, wenn sie nichts bewirken und umso überzeugter und überzeugender zur androzentrischen Weltordnung zurückkehren.Es ist Bourdieu entgangen, dass italienische Feministinnen schon vor vielen Jahren die Falle des Rechtsdenkens erkannt und sich die Einschreibung der Frau in die Welt des Symbolischen und die Brechung der männlichen Soziodizee zu einer praktisch-philosophischen Aufgabe gemacht haben. Ausgehend von Freuds Psychoanalyse und den Selbsterfahrungsgruppen der Frauenbewegung, starteten sie tatsächlich eine Revolution, die den Gehorsam der Frauen beenden sollte.Die Revolution der symbolisch vermittelten, unbewussten und rituellen Männerherrschaft ist nur möglich, sagen die so genannten Differenzphilosophinnen aus Italien, wenn die weibliche Genealogie restituiert und mit Autorität ausgestattet wird; Beziehungen nämlich zwischen Müttern und Töchtern und Frauen überhaupt, solchen, die das Patriarchat negiert, verhindert oder lächerlich gemacht hat.Anders als Alice Schwarzer in ihrem damaligen Bestseller vom „Kleinen Unterschied und seinen grossen Folgen“ geht Bourdieu davon aus, dass Geschlechtsunterschiede nicht am Anfang, sondern am Ende der Geschlechtersegregation und der männlichen Herrschaft stehen. Was gewollt und was künstlich konstruiert worden ist, muss am Ende allen, Männern wie Frauen, wie Natur erscheinen – darin liegt das Geheimnis der Männerherrschaft, behauptet Bourdieu. .Die richtige Natur, die es ja auch noch gibt, jene, in der heterosexueller Beischlaf Folgen hat und Frauen Kinder kriegen, wurde nicht nur bei den Kabylen so gedeutet und symbolisch umgesetzt, dass der sichtbare Anteil der Frauen an der Reproduktion zu Gunsten des faktisch fantastischen der Männer praktisch verleugnet wurde. Wer die Bedeutung bloß symbolischer Herrschaft bezweifelt, muss gerade in den patriarchalischen Umdeutungen von scheinbar so evidenten Ereignissen wie Schwangerschaft und Geburt zu schlichten Nichtereignissen ihre Macht erkennen. Auch ausserhalb der Kabylei hat es ja lange gedauert, bis Mediziner einräumten, dass Frauen mehr als warme Gefässe sind, in denen der männliche Samen zur Frucht reift.Vor allem Frauen, die sich dem Terror der symbolischen Männerherrschaft entziehen wollen, gibt Bourdieu nebenher praktische Lebenshilfe mit vielen, manchmal genialen Beobachtungen. Zauberei, Aberglaube, List und Lüge gehören ins Waffenarsenal der Schwachen – dumm wäre es, Frauen mit einer höheren Intuition auszustatten, so dumm, wie es wäre, sie moralisch oder intellektuell wegen dieser Option als minderwertig einzustufen.Einleuchtend auch die Beobachtung, dass schon bei den Kabylen Männer sich durch mannhaftes Handeln auszeichnen,während Frauen nichts können als – da sein. Die mythisch-rituelle Logik privilegiert den diskontinuierlichen Eingriff des Mannes vor der Kontinuität des weiblichen Lebens. Diese Logik ist immer noch aktuell. Mit ihr lässt sich erklären, warum Männer Maschinen lieben und Frauen mit Menschen arbeiten wollen.Und anderes mehr.Erfolgreich geplappertBourdieu, der in diesem Jahr seinen 75. Geburtstag hätte feiern sollen, hat mit der Herrschaft des Symbolischen, gleich,ob sie die Klassen oder die Geschlechter betrifft, eine grosse Entdeckung gemacht, die uns jenseits der Beschwerde- und Opferkultur wichtige politische Optionen ermöglicht. Gerade deshalb ist es schade, dass Bourdieu im widersprüchlichen Gehorsam zur Pariser Intellektuellenszene sich auch hier um einen Jargon bemüht hat, der Leser abschreckt.Schade auch, dass Bourdieu neben den italienischen Philosophinnen der Geschlechterdifferenz Luhmann ignoriert. Vom Systemtheoretiker hätte er die Unterscheidung von Differenz hier und männlicher Machtpolitik dort lernen können. Schon richtig, dass die Unterschiede zwischen Männern und Frauen aus dubiosen Gründen immer gern hochgejazzt wurden. Noch richtiger aber, dass jenseits der Klassen- und Geschlechterkämpfe das endlose Differenzieren, das Plappern der Diskurse über die Geschlechterdichotomie nicht bloß Herrschaft, sondern auch Fortschritt und menschliche Entfaltung befördert hat –

        • „Du bist genau darum ein »Dickkopf«, weil Du beharrlich und vorhersagbar die Spezifität dieser soziologischen Fragestellungen ignorierst“

          Du willst mir hier nicht wirklich mit einer Form des Disziplinverständnisses kommen?
          https://allesevolution.wordpress.com/2011/11/19/machtmittel-im-diskurs-disziplinverstandnis/

          Eine Frage nur unter einem Gesichtspunkt zu sehen lässt die Antwort nicht wahrer werden. Wenn die Lösung zwingend erkenntnisse eines anderen Bereiches mit einbeziehen muss, dann kann man unter Ausblendung dieser nicht zum richtigen Ergebnis kommen

          „Das Erkenntnisinteresse solcher Studien ist begrenzt, und es ist legitimerweise begrenzt“

          Sein Ansatz ist schlicht falsch. Das hat nichts mit begrenzt zu tun.

          „Es entsteht keine explanatorische Lücke dadurch, dass Bourdieu hier als Sozialkonstruktivist arbeitet, während Deine eigenen Argumente praktisch niemals über die fundamentalistische Beteuerung »Aber die Biologie ist grundlegend!« hinausgelangen“

          das die Biologie grundlegend ist lässt sich sehr sehr gut belegen.
          https://allesevolution.wordpress.com/2013/05/08/ubersicht-biologische-begrundungen-zu-geschlechterunterschieden/

          Wie erklärt man denn nach Boudoir CAH, AIS, die Studie von Udry, die Abhängigkeiten von Hormonwerten, die Unterschiede in den Gehirnen und die vielen vielen anderen Indizien aus denen sich das Puzzle zusammensetzt? Und welche Beweise nennt denn Boudieu für seine Schlussfolgerungen?

          „Du verstehst nicht, was Soziologie (und Geschichtswissenschaft, by the way) legitimerweise erklären will, und ich habe die Hoffnung aufgegeben, dass Du es verstehen wirst.“

          Das ist doch hier sehr einfach: Boudieu geht von dem SST aus. Seine einzige Begründung für Unterschiede können damit Macht und Herrschaft sein und „habitus“ als Rollen, aus denen man nicht raus kann und die man gesellschaftlich aufnimmt. Er macht dann den klassischen Fehler, dass er bei Männern mehr Macht sieht, also muss er zwingend ein Unterdrückungsverhältnis annehmen, dass eben bei ihm ganz klassisch durch den Habitus aufrechterhalten werden kann, der in dieser sexistischen gesellschaft besteht.
          Das ist der gleiche Fehlschluss, den auch viele Feministinnen machen und er ist in keiner Weise schützenswert. Er ist schlicht ein sehr einfacher Fehlschluss, dessen Grundfehler das Standard Social Science Modell ist.

        • „sehr genau erkannt, dass geschlechtsspezifische Habitus in der modernen französischen Gesellschaft klassenspezifisch gebrochen werden. »Geschlecht« als kulturelle Konstruktion lässt sich hier nämlich nicht mehr unter eine einzige symbolische Ordnung subsumieren, es gibt mindestens drei davon, nämlich in der Arbeiterklasse sowie jeweils eines bei den bürgerlichen Klassenfraktionen mit dominant ökonomischem und dominant kulturellem Kapital, wobei letztere ihre Disktinktionsgewinne häufig daraus beziehen, Geschlechtsrollen per se in Frage zu stellen. Gerade weil die geschlechtsspezifischen Habitus hier aber aufhören, einheitlich zu sein, liegt in den biologischen Argumenten kein explanatorischer Gewinn. Wenn, beispielsweise, der Proletarier sein geschlechtsspezifisches »Virtue signalling« an die Körperkraft und die physische Kapmfbereitschaft bindet, der Intellektuelle aber an den Pazifismus und sein Argumentationsvermögen, dann fügt das biologische Konzept des »Virtue signallin (oder der biologischen Verhaltensdispositionen) der Erklärung gerade nichts hinzu, denn es beschreibt den invarianten Teil der Explananda“

          Das ist doch nicht seine Hauptthese. Die ist, dass der Mann eine Herrschaft aufgrund des im von der Gesellschaft ermöglichten und durch diesen bedingten Habitus über Frauen ausübt.
          Und natürlich ist die erkenntnis, dass jeder nach Möglichkeit einen besonders hohen Status erreichen will, wenn auch auf verschiedene Weise, ganz ganz wesentlich für das verständnis des Geschlechterunterschiedes und der „Macht“, denn wenn man versteht, dass Status bei Männern sexy ist und zwar wesentlich sexier als bei Frauen, dann versteht man auch, warum Männer eine Zusatzmotivation haben, höhere Positionen als Frauen anzustreben, ohne sie damit unterdrücken zu müssen. und wenn man dann noch versteht, dass Männer auch danach selektiert worden sind, Wettbewerb zu mögen und diesen gewinnen zu wollen, dann versteht man es noch mehr. Dazu muss man sich aber nicht mit Habitus beschäftigen, sondern mit sexueller Selektion auf Status bei Männern und deren Auswirkungen.

        • @Christian:

          »Macht Bourdieu das denn? Er begründet sie doch gerade sozial. Er hat ja keine Theorie dazu aufgestellt, wie Männlichkeit und weiblichkeit sich auf der Grundlage der biologischen Geschlechterunterschiede zwischen den Kulturen unterscheidet, er hat Theorien zu den Geschlechterunterschieden aufgestellt.«

          Schieb‘ mir eine Vereinbarung ‚rüber, auf der steht: »›Die männliche Herrschaft‹ ist ein gnadenlos schlechtes Buch«, dann unterschreibe ich die sofort! Wenn Du mir aber eine Vereinbarung ‚rüberschiebst, auf der steht: »Bourdieu ist ein gnadenlos schlechter Soziologe«, dann unterschreibe ich die nicht, sondern erkläre Dich feierlich zum Dilettanten! Also worüber reden wir nun? Warum ich »Die männliche Herrschaft« für schlecht halte, habe ich bereits mehrfach und auf GA auch recht ausführlich begründet. Dass Bourdieu nun solche »Würdigungen« der Kategorie »nicht-gut-genug« bekommt wie beim Deutschlandfunk, hat er sich selbst zuzuschreiben und geschieht ihm recht. Es ändert aber in der Sache nichts daran, dass damit ein hoch selektives und stark verzerrendes Licht auf sein Gesamtwerk fällt.

          »Eine Frage nur unter einem Gesichtspunkt zu sehen lässt die Antwort nicht wahrer werden. Wenn die Lösung zwingend erkenntnisse eines anderen Bereiches mit einbeziehen muss, dann kann man unter Ausblendung dieser nicht zum richtigen Ergebnis kommen«

          In meinem vorstehenden Kommentar habe ich begründet, warum die Biologie in die betreffenden Problemstellungen gerade nicht zwingend einbezogen werden muss. Bourdieus ethnologische Arbeiten in »Entwurf einer Theorie der Praxis« und »Sozialer Sinn« lassen sich nämlich gerade nicht auf die Problemstellung von »Die männliche Herrschaft« eindampfen. Du bist aber offenbar finster entschlossen, an Deinem Strohmann-Argument festzuhalten. Du zerrst Bourdieu mit Stichworten wie »SST« auf eine Ebene der Allgemeinheit, auf der sich die Mehrzahl seiner Arbeiten nicht befinden, weil Du meinst, ihn dort bequem erledigen zu können.

          »Wie erklärt man denn nach Boudoir CAH, AIS, die Studie von Udry, die Abhängigkeiten von Hormonwerten, die Unterschiede in den Gehirnen und die vielen vielen anderen Indizien aus denen sich das Puzzle zusammensetzt?«

          Nochmal: Bourdieu muss das nicht erklären! Nicht in »Entwurf einer Theorie der Praxis«, nicht in »Sozialer Sinn«, nicht in den »Feinen Unterschieden« oder seinen anderen Hauptwerken, weil seine Problemstellung dort eine andere ist. Entscheide Dich, ob wir über »Die männliche Herrschaft« reden oder über das Gesamtwerk!

          »Das ist doch nicht seine Hauptthese. Die ist, dass der Mann eine Herrschaft aufgrund des im von der Gesellschaft ermöglichten und durch diesen bedingten Habitus über Frauen ausübt.«

          Was Bourdieus Hauptthese ist, kann man nur beurteilen, wenn man wenigstens den größeren Teil seiner Schriften kennt. Was er in Die männliche Herrschaft verbrät, ist nicht seine Hauptthese, sondern ein nachgeschobenes Gefälligkeitspamphlet!

        • „In meinem vorstehenden Kommentar habe ich begründet, warum die Biologie in die betreffenden Problemstellungen gerade nicht zwingend einbezogen werden muss“

          Wir sind uns einig, dass sie für das geschlechterthema zwingend einbezogen werden muss oder?

          „Nochmal: Bourdieu muss das nicht erklären! Nicht in »Entwurf einer Theorie der Praxis«, nicht in »Sozialer Sinn«, nicht in den »Feinen Unterschieden« oder seinen anderen Hauptwerken, weil seine Problemstellung dort eine andere ist. Entscheide Dich, ob wir über »Die männliche Herrschaft« reden oder über das Gesamtwerk!“

          wir sind uns anscheinend zumindest einig, dass er es bei geschlechterthemen hätte einbeziehen müssen.
          Richtig?

          Mit dem anderen Werk habe ich mich nicht so viel beschäftigt.
          Aber auch da überzeugt es mich, nach dem, was ich gelesen habe, nicht wirklich. Seine Erklärungen zum Habitus kranken eben auch dort an dem ignorieren der Biologie, wenn auch vielleicht weniger gravierend. denn er verkennt dennoch wesentliche Hintergründe menschlichen Handelns. Seine Theorien mögen einige Punkte durchaus erklären, aber wenn man statt „Macht“ und „Habitus“ die Biologie einarbeiten würde, wäre das Bild denke ich näher an der realität

        • Früher hätte man den pseudointellektuellen Quatsch von Bourdieu als rechtsextreme Islamophilie gedeutet. Pour Dieux. Heute gilt das natürlich als neolinke Progressivität und wird dementsprechend vom DLF bejubelt.

          Aus der BZ:
          “ Was gewollt und was künstlich konstruiert worden ist, muss am Ende allen, Männern wie Frauen, wie Natur erscheinen – darin liegt das Geheimnis der Männerherrschaft, behauptet Bourdieu.“

          Kein Wunder, dass man dann die Biologie und die Wissenschaft als solche auch noch wegleugnen und als Teil einer grossen Verschwörung hinstellen muss…

          Eine Philosophie, die nur die Macht als wirksames Prinzip kennt, ist immer nur eine billige Politik-Gebrauchs- und Küchenphilosophie, exklusiv für den Faschismus.

          @djad
          „»Bourdieu ist ein gnadenlos schlechter Soziologe«, dann unterschreibe ich die nicht, sondern erkläre Dich feierlich zum Dilettanten!“

          Ist er. Bourdieu ist offenbar Dilettant. Denn kein guter Soziologe kann die Biologie einfach so links liegen lassen wie Bourdieu, dessen Werk am einfachsten als rein politisch motiviert erklärt werden kann. Nichts Besonderes eigentlich, dahingegend wird Wissenschaft regelmässig missbraucht.

          Warum aber soll man einem Fascho-Philosophen folgen, der uns weismachen will, dass alles nur Macht sei und sogar die Biologie eine Illusion dessen?

        • @Christian:

          »wir sind uns anscheinend zumindest einig, dass er es bei Geschlechterthemen hätte einbeziehen müssen. Richtig?«

          Fast richtig: denn Bourdieu nähert sich dem Geschlechterthema auf unterschiedliche Weisen: in den ethnologischen Arbeiten interessiert ihn das Geschlechterthema im Zusammenhang mit der symbolischen Ordnung der Gesellschaft und die Geschlechterthematik folglich spezifisch unter dem Aspekt ihrer »kulturellen Konstruktion«. Das ist in diesem Zusammenhang völlig legitim.

          In »Die männliche Herrschaft« verschiebt er den Fokus tatsächlich auf die Frage, wie »männliche Herrschaft« überhaupt zustandekommt. Hierfür hätte er – im Erscheinungsjahr 1998 – tatsächlich auch auf biologische Argumente eingehen müssen.

        • @Christian:

          »wir sind uns anscheinend zumindest einig, dass er es bei Geschlechterthemen hätte einbeziehen müssen. Richtig?«

          Fast richtig: denn Bourdieu nähert sich dem Geschlechterthema auf unterschiedliche Weisen: in den ethnologischen Arbeiten interessiert ihn das Geschlechterthema im Zusammenhang mit der symbolischen Ordnung der Gesellschaft und die Geschlechterthematik folglich spezifisch unter dem Aspekt ihrer »kulturellen Konstruktion«. Das ist in diesem Zusammenhang völlig legitim.

          In »Die männliche Herrschaft« verschiebt er den Fokus tatsächlich auf die Frage, wie »männliche Herrschaft« überhaupt zustandekommt. Hierfür hätte er – im Erscheinungsjahr 1998 – tatsächlich auch auf biologische Argumente eingehen müssen.

        • Denn auf welche Weise auch sich immer geschlechtstypische Verhaltensdispositionen in der Selbst- und Körpererfahrung bemerkbar machen – sie müssen sozial interpretiert werden, im Rahmen einer symbolischen Ordnung gedeutet werden, dem Individuum seitens der Gruppe im Verlauf der Sozialisation plausibel gemacht werden, um einen »Sinn«, d. h. ein Bewusstsein von »Stimmigkeit« zu ermöglichen, denn nur ein solcher Sinn ermöglicht die Ausbildung zuverlässiger verhaltensroutinen.

          Schon das hier ist ja schlicht falsch. Verhaltensroutinen werden nicht dadurch zuverlässig, dass sie plausibel erscheinen, sondern dadurch, dass sie zur Befriedigung (biologischer) Bedürfnisse führen.

        • Die (erste) spannende Frage ist auch nicht, wie männliche Herrschaft zustande kommt, sondern wozu Männer das überhaupt machen.

        • @Alex:

          »Ist er. Bourdieu ist offenbar Dilettant. Denn kein guter Soziologe kann die Biologie einfach so links liegen lassen wie Bourdieu, dessen Werk am einfachsten als rein politisch motiviert erklärt werden kann. Nichts Besonderes eigentlich, dahingegend wird Wissenschaft regelmässig missbraucht.«

          Ich weiß ja, dass Du zu forsch formulierten Thesen neigst, aber meine Energie für Forendiskussionen ist im Moment leider aufgebraucht. Ich werde Dir jetzt also nicht auch noch auseinanderklamüsern, warum das grober Unfug ist.

        • @lh:

          »Schon das hier ist ja schlicht falsch. Verhaltensroutinen werden nicht dadurch zuverlässig, dass sie plausibel erscheinen, sondern dadurch, dass sie zur Befriedigung (biologischer) Bedürfnisse führen.«

          Das sind Argumente auf unterschiedlicher Ebene. Verhaltensroutinen dürfen der Befriedigung von Bedürfnissen nicht im Wege stehen, wenn sie sich als stabile Praxis etablieren sollen. Das ist ein Argument auf der funktionalistischen Ebene. Wenn die Verhaltensroutine aber nicht »sitzt«, wenn Du also zögerst, bevor Du den Speer nach dem Mammut wirfst, dann ist das Mammut weg und Deine Sippe bleibt hungrig. Das ist ein Argument auf der handlungstheoretischen Ebene. Weil das Verhalten des Menschen nicht mehr instinktgesteuert ist, bedarf es zusätzlich des Plausibilitätsempfindens, um im entscheidenen Moment nicht zu zögern.

        • Handlungsroutinen können auch schlicht auf der Grundlage von Bedürfnissen enstehen. Unser Handeln erscheint uns eben gerade dann logisch und wir blenden andere Optionen aus, weil sie uns unattraktiv erscheinen

        • @lh

          „Schon das hier ist ja schlicht falsch. Verhaltensroutinen werden nicht dadurch zuverlässig, dass sie plausibel erscheinen, sondern dadurch, dass sie zur Befriedigung (biologischer) Bedürfnisse führen.“

          Das wird spätestens dann komplexer, als du es hier darstellst, wenn es 1. bspw. religiös induzierte Verhaltensroutinen gibt.

          Natürlich kann man religiöse Waschungsrituale als Beitrag zur einer besseren Körperhygiene sehen, welche wiederum der Minimierung des Risikos (des Ausbruchs und der Ausbreitung) von Krankheiten dienen und somit die biologische Fitness steigert.

          Aber a. keine Biologie hat diese Vorschriften in die Religion eingeschrieben und es gibt sie – vor allem – b. auch nicht einheitlich in *allen* Religionen.

          Da es aber nur *eine* Biologie gibt, hat diese demnach gleichermaßen plausible und unplausible (nämlich keine) religiösen Verhaltensroutinen erzeugt.
          Was erklärungsbedürftig ist und durch die Biologie selbst *nicht erklärt werden kann*.

          Das ist der Punkt, in dem Christians Ideologie regelmäßig auf die Fresse fällt, den er jedoch gekonnt ignoriert. 😉

          Was mich 2. wiederum an Bourdieu in Sachen Geschlecht abnervt – und ich stimme djad zu, „Die männliche Herrschaft“ ist das mit *Abstand* schlechteste Buch von ihm – ist nicht nur die komplette Ignoranz gegenüber solchen religiösen Verhaltensvorschriften, die der Koran diktiert.
          Sondern er ignoriert damit auch, dass die Vorschriften im Koran für *beide Geschlechter*, bzw. für Mann und Frau auf je spezifische Art und Weise gelten.

          Würde er bspw. anerkennen, dass *der ehrfürchtige Mann* den Blick senkt, *wie diese*, könnte er daraus – nämlich aus dem gesenkten Blick der Frau – nicht den Beweis eines Instruments männlicher Herrschaft zimmern.
          Sondern er müsste sich umgekehrt fragen, warum sich der eine Teil der religiösen Vorschrift bei den Kabylen durchgesetzt hat, der *andere jedoch nicht*.

          Die Basis der religiösen Verhaltensroutine (nämlich, auf welches PHÄNOMEN hier reagiert wird) ist jedoch offensichtlich der Tatsache der Verstädterung geschuldet und die dadurch aufgeworfene Fragestellung, wie sich *wildfremde* Männer und Frauen (also ohne verwandtschaftliche Bande versehen) in diesem Kontext begegnen (können).
          Diese Routine macht unter diesen Voraussetzungen einen zutiefst sozialen Sinn, sozusagen.

          Wenn ich „Religion“ oder „Ideologie“ als „framework“ solcher handlungsleitenden Verhaltensroutinen verstehe, hat Biologie demzufolge nicht nur keine befriedigenden Antworten zu liefern, sondern solche, die den Kern des Problems mit schöner Regelmäßigkeit verfehlen.

          Gruß crumar

        • „Aber a. keine Biologie hat diese Vorschriften in die Religion eingeschrieben und es gibt sie – vor allem – b. auch nicht einheitlich in *allen* Religionen.

          Da es aber nur *eine* Biologie gibt, hat diese demnach gleichermaßen plausible und unplausible (nämlich keine) religiösen Verhaltensroutinen erzeugt.
          Was erklärungsbedürftig ist und durch die Biologie selbst *nicht erklärt werden kann*.

          Das ist der Punkt, in dem Christians Ideologie regelmäßig auf die Fresse fällt, den er jedoch gekonnt ignoriert. 😉“

          Ernsthaft?
          Du meinst bestimmte Vorgaben können immer nur auf eine einzige Weise umgesetzt werden?

          Wir alle müssen uns ernähren und dennoch gibt es tausende von sortieren Speisen. Es kann also keine einheitlichen Stoffe geben, auf die der Körper angewiesen ist.
          Das ist so ungefähr deine Argumention.

          Dazu auch:
          https://allesevolution.wordpress.com/2011/09/03/warum-die-steuerung-uber-gefuhle-so-effektiv-ist-gerade-bei-hoher-intelligenz/

        • @crumar
          „hat Biologie demzufolge nicht nur keine befriedigenden Antworten zu liefern, sondern solche, die den Kern des Problems mit schöner Regelmäßigkeit verfehlen.“

          Weniger als dass die Biologie für jedes Problem eine Antwort so schön feilbieten kann wie das jeder x-beliebige Soziologe in beliebiger Art vermag – so schränkt die Biologie doch wenigstens jene Beliebigkeit ein, die in der Soziologie oder Philosophie eben möglich ist.

          Wie zB die Idee, dass jede Regung jedes Lebenwesens und jedes Kulturprodukt nur der Reproduktion einer „Macht“-Hierarchie dienen könnte oder sollte.

          Gerade damit hat die Biologie schliesslich selbst die leidvollsten Erfahrungen gemacht, nannte sich damals „Sozialdarwinismus“ (und nicht „Postmoderne“).

        • Wenn die Verhaltensroutine aber nicht »sitzt«, wenn Du also zögerst, bevor Du den Speer nach dem Mammut wirfst, dann ist das Mammut weg und Deine Sippe bleibt hungrig. Das ist ein Argument auf der handlungstheoretischen Ebene. Weil das Verhalten des Menschen nicht mehr instinktgesteuert ist, bedarf es zusätzlich des Plausibilitätsempfindens, um im entscheidenen Moment nicht zu zögern.

          Die in der Manosphere berichteten Erfahrungen deuten an, dass solche Dinge sehr viel mit dem Testosteronspiegel zu tun haben, sowohl dem aktuellen als auch dem in gewissen Entwicklungsstadien.

          Crumar hat bestimmt Recht, dass komplexere Handlungsmuster wesentlich kulturell bestimmt werden. Hier habe ich auch gegen eine Habitus-Theorie nichts einzuwenden. Aber gerade in der Frage des Umgangs von Männern mit Frauen lässt sich beobachten, dass sich zum einen kulturübergreifend Ähnlichkeiten zeigen und zum anderen diese auch in einer bestimmten Entwicklungsphase (Pubertät = Geschlechtsreife) plötzlich auftreten und von da an entwickeln. Was sicherlich nicht zufällig auch mit einer Testosteronspitze zusammenfällt.

          Gerade was den Umgang von Männern mit Frauen angeht beobachtet die Manosphere vergnügt, was für fantastisches „Game“ Jungs in einem gewissen Entwicklungsalter ganz intuitiv an den Tag legen. Was sich tatsächlich empirisch beobachten lässt ist, dass dieser „richtige“ Umgang mit Frauen nicht etwa gelernt, sondern im Gegenteil häufig verlernt wird.

          Natürlich hat auch eine Wissenschaft, die nur eine sozial-kulturelle Perspektive auf die Dinge untersucht ihre Berechtigung. Aber die produziert dann eben nur Teilwahrheiten von eingeschränkter Gültigkeit.

          Wenn wir uns mal als Gedankenexperiment vorstellen, wir könnten mit einem Schimpansen in einen intellektuellen Austausch treten und wir würden dem Schimpansen unsere Erkenntnisse über das Sozialverhalten der Schimpansen vorstellen: Was würde er wohl davon halten? Würde er sich und sein Verhalten darin überhaupt wiedererkennen? Ich wette nicht. Er würde wahrscheinlich ganz andere Erkennungsmuster anlegen und ganz andere Dinge für wesentlich halten. Und dabei ganz vieles, was uns als distanziertem Beobachter ohne Möglichkeit des Eintauchens in die Kommunikation von Schimpansen sofort ins Auge springt, völlig übersehen. Und ich denke, uns Menschen geht es ganz genau so. Wir bilden uns ein, unser Verhalten gänzlich aus dem Geschehen in unseren Köpfen erklären zu können aber wir haben keine Ahnung, wie sehr dieses geistige Geschehen (oder sogar das Verhalten, denn schließlich handeln wir nachweislich bevor wir den Entschluss dazu fassen) dabei von ein paar Chemikalien im Gehirn bestimmt wird.

        • @Alex @lh @Christian

          Diesen Satz finde ich so schön, dass ich ihn hier wiederholen möchte:

          „Weniger als dass die Biologie für jedes Problem eine Antwort so schön feilbieten kann wie das jeder x-beliebige Soziologe in beliebiger Art vermag – so schränkt die Biologie doch wenigstens jene Beliebigkeit ein, die in der Soziologie oder Philosophie eben möglich ist.

          Wie zB die Idee, dass jede Regung jedes Lebenwesens und jedes Kulturprodukt nur der Reproduktion einer „Macht“-Hierarchie dienen könnte oder sollte.

          Gerade damit hat die Biologie schliesslich selbst die leidvollsten Erfahrungen gemacht, nannte sich damals „Sozialdarwinismus“ (und nicht „Postmoderne“).“

          Die wissenschaftliche BESCHEIDENHEIT finde ich hier schön, die sich jedoch dem Erschrecken verdankt, dass die eigenen Erkenntnisse politisch MISSBRAUCHT werden können und die Tatsache, dass Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen korrumpierbar sind und sich diesem politischen Missbrauch willfährig zur Verfügung stellen.
          Ohne die Erfahrung, dass Faschisten eugenische Empfehlungen todsicher und Tod bringend ERNST nehmen und in eine mörderische Praxis übersetzen, wäre Biologie nicht politisch erwachsen geworden.

          Diese Bruchlandung einer Theorie, die Herrschaftsideologie wird, steht den Vertretern und Vertreterinnen einer unterkomplexen Theorie, die alles in *vorbestimmten* Mustern einer „Macht-Hierarchie“ sehen möchte noch bevor.

          Und diesen Moment werde ich feiern.

          „Wenn wir uns mal als Gedankenexperiment vorstellen, wir könnten mit einem Schimpansen in einen intellektuellen Austausch treten und wir würden dem Schimpansen unsere Erkenntnisse über das Sozialverhalten der Schimpansen vorstellen: Was würde er wohl davon halten? Würde er sich und sein Verhalten darin überhaupt wiedererkennen? Ich wette nicht. Er würde wahrscheinlich ganz andere Erkennungsmuster anlegen und ganz andere Dinge für wesentlich halten.“

          Der entscheidende Punkt der Differenz eines Schimpansen zu uns Menschen ist, ein Schimpanse *macht* weder ein GEDANKENEXPERIMENT, noch hat dieser die VORSTELLUNG eines Gedankenexperiments.
          Er *exekutiert* das Sozialverhalten eines Schimpansen, er *reflektiert* es nicht.

          Was du in ihn projizierst, er hätte „Erkennungsmuster“, die womöglich „andere Dinge“ für wesentlicher halten würden oder *könnten* bedeutet, du „geheimnist“ in sein *beobachtbares Verhalten* eine *Essenz* eines Verhaltens, von dem du weiterhin annimmst, es bleibt dir verborgen.
          Was anders herum bedeutet, du unterstellst eine beobachtbaren Verhalten per se einen tieferen Sinn, der dir – per se – verborgen bleibt.
          Das ist eine Theorie der *theoretischen Ohnmacht* und die bringt uns nicht weiter.

          „Wir alle müssen uns ernähren und dennoch gibt es tausende von sortieren Speisen. Es kann also keine einheitlichen Stoffe geben, auf die der Körper angewiesen ist.
          Das ist so ungefähr deine Argumention.“

          Du verfehlst eigentlich meinen Punkt.
          Die Aversion gegen Schweinefleisch hat im Judentum und im Islam einen rationalen Kern, denn unter den klimatischen Bedingungen der Region, wo das Judentum und der Islam entstanden ist, ist Schweinefleisch hoch verderblich und daher ist der religiöse Bann nachvollziehbar.

          Unter solch rationalen Gesichtspunkten ist das religiöse Verbot von Garnelen, Shrimps, Tintenfischen und Aal im Judentum auch sehr aussagekräftig, denn es bedeutet, dass das *ursprüngliche Israel* niemals einen direkten Zugang zum Meer hatte.

          D.h. die religiös – und damit kulturell – vermittelten Werte verschaffen uns einen Einblick in die Situation der damaligen Zeit.

          Schönen Gruß
          crumar

        • Bei dem Kommentar hatte ich möglicherweise doch schon zu viel Rotwein und so…

          Bei dem Gedankenexperiment mit den Schimpansen geht es nicht um die Schimpansen, sondern um die Reflektion als Mensch und den Versuch eine andere Perspektive (dazu) zu gewinnen. Ich will den Menschen so distanziert betrachten, wie unsere Verhaltensbiologen Schimpansen betrachten. Ich meine, wir bilden uns ein, so viel höher entwickelt zu sein und deswegen brauche man für das Verständnis des Menschen haufenweise Theorien von „sozialer Konstruktion“, „Habitus“ oder was auch immer. Aber weil unsere „höhere Entwicklung“ nicht nur das, sondern eben auch ein Narzissmus des sich selbst beobachtenden Subjekts ist, befürchte ich, dass viele dieser Theorien im Hinblick auf die Erklärung menschlichen Verhaltens den Blick eher verstellen als erweitern.

          Vielleicht kennt Ihr Stanislav Lems „Solaris“? Eines der Themen, die im Buch breiten Raum einnehmen (aber im Film nicht nennenswert vorkommen) ist eine Wissenschaft, die sich mit den Bewegungen der Substanz auf dem fremden Planeten beschäftigt. Mit perfekten wissenschaftlichen Methoden werden all die Bläschen und Fontänen beschrieben, kategorisiert und es werden Theorien über ihre Abfolgen etc. entwickelt. Was Lem damit meiner Meinung nach sagen will ist: auch und gerade mit wissenschaftlichen Methoden kann man den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen.

    • Wieso Archiv säubern?
      Die TAZ versteht sich doch laut Ines Pohl als neue Mitte.
      Da passt denen der Text doch ins Programm.
      Und deine Anmerkungen würden in den Kommentaren gelöscht werden.

    • während Hitler, nicht anders als die Sozialisten aller Schattierungen, die soziale Gleichschaltung vorantrieb.

      Was Hitler allerdings (abgesehen von den Juden) nicht betrieb, war eine Umverteilung des Eigentums an den Produktionsmitteln. Auch seine Gleichschaltung der Gewerkschaften diente nicht der Verbesserung der Situation der Arbeiter, sondern alleine einer Verbesserung der Situation der Industriellen. Nicht zuletzt deswegen hatte er reichlich Anhänger und Förderer unter den Industriellen.

      Wenn man sich nicht ganz blöd stellt, lassen sich rechte und linke durchaus unterscheiden. Man muss dafür allerdings den Hauptwiderspruch im Auge behalten.

  6. Madrid bans ‚manspreading‘ on buses

    Madrid has moved to ban ‘manspreading’ on its public transport system after feminists convinced the city’s left-wing council that men invading the space of others with their splayed legs was a problem that needed to be tackled.

    http://www.telegraph.co.uk/news/2017/06/07/madrid-bans-manspreading-buses/

    Ein Glück haben Feministinnen ja nichts gegen Männer…

    Frauen dürfen natürlich auch weiterhin soviel Platz wegnehmen wie sie nur können – because equality!

    Spanien ist ein Land das regelrecht männerfeindlich ist. Schon alleine das ein Mann sofort schuldig ist, wenn eine Frau ihn wegen häulischer Gewalt anzeigt. Und die Frauen werden dazu auch noch motiviert, denn jede Frau die einen Mann anzeigt erhält 700€ pro Monat. für 11 Monate, mit einer erneuten Anzeige um weitere 11 Monate verlängerbar.

  7. „Aber was genau wird jetzt zum 1. Juli 2017 geändert?

    Alleinerziehende, deren Ex-Partner nicht oder unregelmäßig für die gemeinsamen Kinder aufkommen, haben künftig Anspruch auf eine höhere finanzielle staatliche Unterstützung: Der Bundestag beschloss, den Unterhaltsvorschuss zu verbessern.

    – Bislang erhalten die Kinder den Vorschuss vom Jugendamt nur bis zum zwölften Geburtstag und höchstens sechs Jahre lang. Künftig entfällt die Befristung, und der Anspruch gilt bis zum 18. Lebensjahr eines Kindes.

    – Die Neuregelung sieht vor, dass der monatliche Unterhaltsvorschuss nach Abzug des zu zahlenden Kindergelds für Kinder bis fünf Jahre bei 150 Euro liegen, für Kinder bis elf Jahre bei 201 Euro und für Kinder bis 18 Jahre bei 268 Euro.

    – Kinder ab zwölf Jahre erhalten den Vorschuss aber nur, wenn sie nicht auf Hartz-IV-Leistungen angewiesen sind oder der alleinerziehende Elternteil zwar Hartz-IV-Leistungen bekommt, aber ein Einkommen von mindestens 600 Euro erzielt.

    Bei den Kosten hat sich der Bund verpflichtet, statt wie bislang ein Drittel nunmehr 40 Prozent der Ausgaben für diese Leistung zu finanzieren. …

    »Eine aktuelle Studie des Statistischen Bundesamtes hat ergeben, dass 87 Prozent der derzeitigen Leistungsbezieher von Unterhaltsvorschuss auch SGB II-Leistungen (Hartz IV) und SGB XII-Leistungen erhalten. Diese Leistungen werden von den Jobcentern und den Unterhaltsvorschuss-Stellen miteinander verrechnet.
    Die Familien, die gleichzeitig Hartz IV beziehen, haben durch die Verrechnung keinerlei finanzielle Vorteile, wenn sie Unterhaltsvorschuss erhalten. Es wäre aus Sicht der Kommunen dann nur transparent und ehrlich, in diesen Fällen Leistungen nach dem Unterhaltsvorschussgesetz gar nicht vorzusehen.« …

    »Im vergangenen Jahr wurden 23 Prozent der vom Staat gezahlten Unterhaltsleistungen wieder eingetrieben, wobei die Unterschiede erheblich sind. Während Bayern 36 Prozent erreicht, schafft Bremen lediglich 14 Prozent. Lässt sich die Spreizung aus Länderebene vielleicht noch erklären mit Unterschieden in der Wirtschaftskraft, gibt es dafür auf kommunaler Ebene (zehn bis 50 Prozent) keine Gründe mehr. Väter in kleinen Kommunen sind vom Rückgriff weitgehend verschont, in Großstädten seltener.« …

    Nicht zu viel und in vielen Fällen gar nichts sollten sich diejenigen erhoffen, die im SGB II-Bezug sind. Und für die Beschäftigung in unserem Land ist das Gesetz eine gute Sache, die Verwaltung braucht mehr Personal.“

    https://aktuelle-sozialpolitik.blogspot.de/2017/06/verbesserter-unterhaltsvorschuss.html

    Ich hasse dieses scheinheilige Scheißsystem.

    • „»Eine aktuelle Studie des Statistischen Bundesamtes hat ergeben, dass 87 Prozent der derzeitigen Leistungsbezieher von Unterhaltsvorschuss auch SGB II-Leistungen (Hartz IV) und SGB XII-Leistungen erhalten.“

      Ist doch schon naheliegend, dass man sich dahingegend abspricht….

      „Die Familien, die gleichzeitig Hartz IV beziehen, haben durch die Verrechnung keinerlei finanzielle Vorteile, wenn sie Unterhaltsvorschuss erhalten.“

      Eben doch. Man lebt ja von der Hand in den Mund. Etwas, was sich solche Leute, die diesen Text geschrieben haben, offenbar nicht vorstellen können.

      • Es wird ihnen aber doch abgezogen, ehe sie was in Händen halten (gleiches bei bspw. Kinder- oder Elterngeld), auch fiktive Anrechnungen gibt es da, sprich die _Einstellung_ von Auszahlungen ohne das die angerechnete (ich sage jetzt mal) Ersatzleistung auch schon bewilligt oder gar gutgeschrieben wurde.

        Wirklich große Scheiße, dass wir uns Leute leisten, die sowas als Job machen (müssen). Ich glaub, ich würd eher verhungern als deren Arbeit zu machen. Schämen jedenfalls würd ich mich arg an deren Stelle. On a daily basis.

        • „Es wird ihnen aber doch abgezogen, ehe sie was in Händen halten (gleiches bei bspw. Kinder- oder Elterngeld), auch fiktive Anrechnungen gibt es da, sprich die _Einstellung_ von Auszahlungen ohne das die angerechnete (ich sage jetzt mal) Ersatzleistung auch schon bewilligt oder gar gutgeschrieben wurde.“

          Das ist die Logik des Systems. Du hast erst alle anderen Möglichkeiten auszuschöpfen, bevor Du Sozialhilfe kriegst. Und wenn Du das nicht tust, tut man eben so, als hättest Du es getan.

          Verlogen ist aber viel mehr, dass tatsächlich gezahlter KU mit einem Sozialhilfeanspruch einer anderen im Haushalt lebenden Person verrechnet werden darf.
          Will heißen: der entsorgte, gut verdienende leibliche Vater eines Kindes zahlt viel Unterhalt, da nach Meinung der Roben das Kind Anspruch auf den Wohlstand des Vaters hat. Wenn nun die Mutter mit einem erwerbslosen Freund zusammenzieht, dann gilt der Unterhalt des Kindes als Teil des Haushaltseinkommens, das anspruchsmindernd angerechnet wird.
          So zahlt der leibliche Vater für sein Surrogat auch noch Geld.
          Ob er seinen Unterhalt verdoppelt oder einstellt, ändert nichts am Haushaltseinkommen, wo sein Kind lebt.

        • Bei gemeinsamem Wohnsitz wird den (neuen) Partnern von Leistungsbezieherinnen nach SGB II allerdings auch nach Möglichkeit das Aufkommen für deren Unterhalt (ggf. inkl. – aus männlicher Perspektive – nicht-leiblichen Kinder) abverlangt.
          Auch scheiße.

  8. „Omma“ kann auch immer nur die gleichen dummen Fragen stellen:

    „Manchester: Das fatale Schweigen

    ….Dieses Schweigen gerade unter den westlichen Feministinnen ist nicht neu. Es tritt immer dann auf, wenn es darum geht, den Frauenhass als Teil des politisierten Islams zu benennen. …. Warum haben die westlichen Feministinnen so versagt? …..“

    http://www.emma.de/artikel/manchester-das-fatale-schweigen-334505

    Die überaus dumme Frage nach den Versagen der „westlichen Feministinnen“ wird natürlich nicht wirklich beantwortet.

    • Die »westlichen Feministinnen« haben natürlich nicht auf Alice Schwarzer gehört – die hat immer die richtige Antwort, ganz gleich, wie die Frage lautet …

      • Das echte Problem, welches eine Schwarzer mit dem modernen Feminismus hat, ist doch nur, dass der nicht mehr so unbedingt männerfeindlich erscheint.

        Komplexere Antworten finden sich zB hier, das liest man viel zu selten:

        The red-black-green-Islamic axis
        http://www.melaniephillips.com/red-black-green-islamic-axis/

        „Perhaps the most striking continuation of fascist ideas under the guise of left-wing progressive thinking lies in the modern environmental movement, with its desire to call a halt to dehumanizing modernity and return to an organic harmony with the natural world. ……“

  9. Haha, nachdem der Daily Stormer sich mal als PewDiePie-Fanseite aufgestellt hat, wurde PewDiePie von linken Medien nur allzu gerne als Nazi bezeichnet.

    Der Daily Stormer unterstützt jetzt Jeremy Corbyn, einen sich sielbst als marxisten bezeichnenden Politiker aus GB, soweit ich weiß. Der Daily Stormer führt sogar Gründe auf warum Nazis ihn unterstützen sollten (z.B. negative Einstellung gegenüber Juden) Ob die linken Medien für ihn jetzt wohl die Nazi-Keule rausholen?

    • Jeremy Corbyn wirkt auch nicht anders als eine fringe nut. Und die solidarisieren sich dann auf die allermerkwürdigste Art. Kann Jermy nix für, wer alles sein „Freund“ ist oder wer ihn wählt …..

      Als politische Figur ist er geradezu surreal, der Corbyn. Fragt sich nur ob die Wahl seiner Partei ein Disaster oder ein grosses Disaster werden wird. Aber man kennt das vom Fussball: der 100%ige underdog hat eben doch noch eine Aussenseiterchance zu haben.

      • „Kann Jermy nix für, wer alles sein „Freund“ ist oder wer ihn wählt …..“

        Ja, bloß wurde das bei PewDiePie absichtlich ignoriert um ihn dann als Nazi darstellen zu können

        • Das Allerbeste daran war ja noch, dass PewDiePie in seinem „umstrittenen“ Gag sich mE klar über den links-progressiven Antisemitismus lustig gemacht hat. Man muss schon bösartig und infam sein, so jemandem dann Antisemitismus zu unterstellen.

          Aber das passt dann perfekt zu einer Presse, die nichts anders macht, als mit den von PewDiePie verhöhnten links-progressiven Ideologemen Israel zu diffamieren.

  10. -> Früher war Beirut das Paris des Nahen Ostens, heute ist Paris der Nahe Osten von Europa geworden. Sehr pointiert.

    • „….the American media has become just like the Arab press, consumed by savvy audiences not for the news it actually publishes but for the various pieces of information disclosed between the lines. In Lebanon, for instance, readers and viewers know which journalists are owned by which political figures or security services. This guy is close to military intelligence, which is controlled by Hezbollah, and this guy is known to be close to the Saudis. Oh, if X is saying Y that’s because A is sending a message to B about C. It’s the same throughout the region, where different regimes speak to each other via the journalists they’re known to control.

      That’s what much of the American press is like now. It’s political warfare among the country’s bureaucrats and the political elites …..“

      http://www.tabletmag.com/jewish-news-and-politics/236473/comey-russia-trump-conspiracy-kremlin

      America’s Descent Into Middle Eastern-Style Conspiracy-Theory Madness, Lee Smith

  11. Ich kann mich nicht erinnern, dass hier schon mal auf die australische Facebook Gruppe „Bad Girls’s Advice“ hingewiesen worden wäre.

    Es ist ein Mustergegenbeispiel, falls mal wieder irgendwo „Frauen sind lieb und nett und ausschließlich Opfer“ behauptet wird.

    Eins der vielen notorischen Beispiele ist die weibliche Haltung zu Domestic Violence. Daily Mail Artikel
    In einem Video von Independent Man:

    • Gewalt von Frauen gegen Männer ist ja nur Verteidigung oder Auflehnung gegen die Unterdrücker und damit immer gerechtfertig. Das ist genau das was Feministinnen predigen und wird dann von Frauen als moralische Rechtfertigung benutzt um ein Arschloch zu sein.

      • Die meisten Frauen brauchen diesen theoretischen Unterbau gar nicht. Gewalt gegen Männer ist schlichtweg nicht so schlimm.
        Genauso, wie ein Bauer sich nichts dabei denkt, junge Kätzchen zu ersäufen, wenn er schon genug Katzen auf dem Hof hat.
        Da kommt die Frage nach Ethik ganz einfach gar nicht auf.
        Sonst müsste man sich ja auch gleich fragen, ob es moralisch OK ist, 5 T-Shirts aus Bangladesh pro Woche zu kaufen.

        • Vielleicht denkt sich der Bauer ja doch eine Menge dabei.
          Ersäufen bedeutet auch, keine Schmerzensschreie.
          Und es gibt Menschen, die töten kleine Kätzchen um sich an solchen Schreien zu ergötzen.
          Soll in Rom zum Spaß passiert sein.
          Vor Jahren ging ein Aufschrei durch’s Netz wegen Chinesischer Cat Crush Filme, eine wirre Variante von Fuß-/Schuhfetischismus.
          Und für den Bauern bedeutet es nur eine Tötungshandlung vorzunehmen, und nicht jedes einzelne Kätzchen des Wurfes erschlagen zu müssen.
          Ich will nicht dem Ersäufen von Kätzchen was Gutes andichten, es scheint nur eben aus der Not heraus so zu sein wie es war.
          Heute haben wir andere Optionen.

        • Nein. Eine Katze im Haus würde meine Nase bemerkt haben. 🙂
          Bei Dir aber kam die Frage der Ethik nicht auf.
          Und in deiner Antwort zeigt sich mir auch wieso.
          Ein Witzchen zu machen scheint Dir wichtiger zu sein.
          Da mag ich falsch liegen.
          Mehr als eine Rückmeldung kann ich da aber auch nicht anbieten.

        • Ach ach,

          ich habe Landwirte in der weiteren Familie. Der Umgang mit Tieren ist (war?) da noch vollkommen undisneyifiziert. Mit „Watt mutt, dat mutt“ sind schon alle ethischen Überlegungen beendet.

          Natürlich kann man darauf mit „Vielleicht…“ reagieren. Mutmaßlich ist alles von hier bis da denkbar.
          Ergibt nur keinen Sinn.

          Aber zu behaupten, dass Männer-schlagen für Frauen den gleichen ethischen Status hat wie Karnickel-schlachten für Bauern (nämlich keinen), das ergibt m.E. sehr viel Sinn. Vor allem, wenn man sich die Messages oben anschaut.

        • „Mit „Watt mutt, dat mutt“ sind schon alle ethischen Überlegungen beendet.“

          Ok, langsam wird ein Schuh draus. Geht mir ähnlich, kenne auch noch ein paar Landwirte.

          Disney ist ein interessanter Stichpunkt. Die liefern uns unsere eigenen alten Weisheiten in verdrehter Form zurück.

          „Watt mutt, dat mutt“
          Und ohne Not(wendigkeit) behandelt kein Bauer Tiere schlecht im Sinne von gedankenlos.

          Ich stimme, wenn ich es richtig begriffen habe, auch bei deinem Satz bezüglich der Frauen zu, rein physisch liegt es auf der Hand, diese gegen einen Mann weiter erheben zu können als gegenüber einer Frau.

          (Kommentarspalten sind wirklich gut darin aneinander vorbeireden zu lassen.)

          Ich denke man kann den Sinn schon abstecken und eingrenzen.
          Bauern haben ja Katzen, Hühner, Rinder und Felder und Gärten nicht zufällig.

          „Natürlich kann man darauf mit „Vielleicht…“ reagieren. Mutmaßlich ist alles von hier bis da denkbar.
          Ergibt nur keinen Sinn.“

          Soviel muss man da nicht mutmaßen. „Vielleicht“ mag da ungeschickte Wortwahl gewesen sein.
          Stammtisch > Internet sag ich da mal.

        • „Genauso, wie ein Bauer sich nichts dabei denkt, junge Kätzchen zu ersäufen, wenn er schon genug Katzen auf dem Hof hat.“

          Es gibt eine Grausamkeit (oder Bereitschaft zur Grausamkeit), die auf Empathielosigkeit gegenüber dem Opfer (oder potentiellen Opfer) beruht. Und diese Empathielosigkeit rührt nicht von einem Defekt des Charakters oder einer Störung der Psyche her, sondern davon, daß das (potentielle) Opfer als „nicht seinesgleichen / ihresgleichen“ angesehen wird.

          Wir haben solche Fälle etwa, wenn Tiere bei lebendigem Leib als Speise zubereitet werden, also z. B. gekocht / gebraten werden („How to cook a live lobster“) oder wenn man sie aufschneidet, damit sie dann – immer noch bei lebendigem Leib – ausgeweidet oder ausgelöffelt werden (z. B. das Gehirn bei Affen).

          Diese Grausamkeit ist möglich, weil die betreffenden Leute diese Tiere nicht als empfindsame Wesen mit einem Recht auf Schmerzfreiheit ansehen …

          So, jetzt komme ich endlich auf Deinen Ausgangspunkt: Wenn nun für viele Frauen Gewalt gegen Männer nicht schlimm oder gar erwünscht ist, dann ist zu befürchten – man müßte dies im Einzelfall natürlich verifizieren -, aber dann ist zu befürchten, daß die Empathieloskeit der Frauen, die sich hierbei manifestiert, eben genau darauf beruht, daß sie Männer als „nicht ihresgleichen“ ansehen – soll heißen: nicht als empfindsame Wesen mit einem Recht auf Schmerzfreiheit, Unversehrtheit usw., kurzum: nicht als wirkliche Menschen.

  12. „Gibt es einen Krieg gegen die Jungen?“ neu von Lucas Schoppe

    https://man-tau.com/2017/06/08/jungen-schule-krieg/

    Na, hoffentlich ist das so! Denn jeder dieser Sorte von „Krieg“ war jedesmal ein unglaublicher Reinfall. Und damit ist es sicher, dass auch dieser „Krieg“ scheitern wird, wir Männer können uns jetzt schon die Hände reiben!

    Dem Eingeweihten ist ohnehin klar, dass das Patriarchat hier eines seiner Scheingefechte führt, um mal wieder von seiner Existenz abzulenken.

    • Ansonsten, zum eigentlichen Artikel, der wie praktisch immer unbedingt lesenswert ist:

      Ist es nicht wunderbar, dass so ein „hegemonial“ unbedingt akzeptierter Bullshit-Konsenz besteht wie der von der „unterlegenen, primitiven und bösartigen Männlichkeit“, auf den man jeden Missstand und jede Fehlentwicklung abschieben kann?

      Insofern sind die Jungs eher als Kollateralschaden eines ungeheuer selbstgerechten und blinden Vorgehens nach ideologischer Verblendung zu begreifen.

      Der Krieg, wenn es einen gibt, wird eher gegen die Vernunft insgesamt und als solche denn gegen Jungs und Männer geführt.

  13. Haha, @ashtweets25 hat natürlich Recht…. Zeigt auf besondere Weise den verengten Fokus der fem. Ideologen, die offenbar um jeden Preis ihre story jeder anderen umhängen wollen…. Wie traurig und albern, dass Mcbeth und der Schulunterricht für dieses Trauerspiel des Männerhasses hinhalten müssen.

  14. In diesem Fall macht der „Gender-Switch“ bei einem „Remake“ sogar mal richtig Sinn! „Die Mumie“

    „Boutella tells USA Today how much she is reveling in the gender switch-up of the title character, saying, “I love that they gave this to a woman. Ahmanet is the definition of a feminist: strong, powerful and opinionated.”“

    http://screenrant.com/sofia-boutella-mummy-2017-ahmanet-feminism/

    dank an Genderama für den Hinweis. Aus der ganzen geplanten Remake-Reihe weiterer Horrorfilme sind so viele Filme, die genauso den Charakter des Feminismus (ungewollt?) zum Thema haben: wie „Bride of Frankenstein“ (A. Jolie, wie passend!) und die „Monsterfrau aus der Lagune“ (noch zu besetzen).

  15. Nein, das Kopftuch hat wirklich nichts mit Feminismus zu tun

    http://www.salonkolumnisten.com/nein-das-kopftuch-hat-wirklich-nichts-mit-feminismus-zu-tun/

    Doch, das Kopftuch hat im modernen Feminismus eine zentrale Stellung, denn es beweist und unterstreicht die Emanzipation im muslimischen Kulturkreis! So sagen es genug moderne Feministinnen und dabei übertönen andere, die das nicht so sehen.

    „Aus Angst vor Rassismus-Vorwürfen arrangiert sich die politische Linke bisweilen selbst mit muslimischen Fundamentalisten.“

    Völlig falsch. Es ist keine Angst vor den Vorwürfen, die jene pro-islamischen Linken *selbst erheben*, sondern es handelt sich um eine revolutionäre Allianz, um den Westen, bzw sein sozio-ökonomisches System abzuschaffen. Heute hält man sich mehr an den Islam und weniger an die Sowjetunion. Wobei zu bemerken ist, dass die SU diese Allianz mit dem Islam vor genau 50 Jahren begründete.

    Diese Argumentation, es sei „Angst vor Rassismusvorwürfen“ ist bar jeder Realität und betrifft höchstens irgendwelche Mitläufer dieser neuen „Linken“, denen der Islam Bündnispartner ist.

    Alles, was dieses Argumentation hier leistet ist, die „Linken“ in als an sich wohlmeinend, nur sehr naiv, in Schutz zu nehmen. Nur nichts Negatives über sie sagen, etwa, dass sie vielleicht gar Terroristensympathisanten und extremistische Anti-Demokraten sind.

    Für die gilt ja bis zu einem gewissen Grad die Meinungsfreiheit. Ab einem gewissen Grad dann aber nicht mehr, da würde das StGB für einspringen. Das wäre mal ein lohnendes Feld für die Polizei — und nicht die verfassungswidrige Ausdehnung derer Aktivitäten auf die allgemeine Meinungsfreiheit (mittelst 2-hörniger Einhörner und ähnlichem Kokulores). Die vor allem von der SPD betrieben wird, das sollte man bei der nächsten Wahl nie vergessen (und diese defacto-Faschisten und Islamliebhaber AB- und WEGWÄHLEN!)

    Übrigens ist das verlinkte Stück von einer Dame geschrieben, die vielleicht diesem ominösen liberalen FDP-Männerkreis nahesteht.

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