Wer hat es schwerer in der Schule, Jungen oder Mädchen?

Ein Spiegelartikel zu der Frage, wer es in der Schule schwieriger hat, Jungen oder Mädchen. Die Autorin ist Mutter und sieht die Lage wie folgt:

Sie gesteht erst folgende „offizielle Lage“ zu:

Elternabend, 8. Klasse. Eine Mutter moniert, dass die Kinder gerade so wahnsinnig viel lernen müssen: die vielen Hausaufgaben und Referate, und dann auch noch das Kunstprojekt. Ob man dafür nicht wenigstens den Abgabetermin verschieben könne? Jetzt ist deutlich zu sehen, wer einen Sohn und wer eine Tochter hat. Zustimmendes Nicken: Mädcheneltern. Irritierte Blicke: Jungseltern. Darunter auch ich. „Welches Kunstprojekt?“

Ich höre gerade das erste Mal davon, auch von dem Lernpensum. Anderen Eltern mit Söhnen geht es ähnlich. Denn unsere Jungs machen sich vor allem in der 7. und 8. Klasse eins nicht: Stress in der Schule. Anders als manches Mädchen.

Das sind natürlich alles Klischees! Es stimmt NICHT, dass Mädchen in der Schule alle lieb und fleißig sind und gerne Mandalas ausmalen und dass Jungs alle faul und wild sind und eine miese Handschrift haben. Aber TENDENZIELL ist nicht ganz von der Hand zu weisen, dass viele Jungen in der Schule anders drauf sind als Mädchen.

Bildungsforscher haben daraus in den vergangenen Jahren immer wieder abgeleitet, dass Jungs es in der Schule schwerer haben als Mädchen. Weil der Unterricht einfach mehr auf ausmalfreudige Mädels zugeschnitten sei. Von einer Jungskrise war die Rede.

Und ja, wenn Jungen an Lehrer geraten, denen ausmalfreudige Mädchen am liebsten sind, kann das schwierig werden. Plus: Mädchen bekommen im Schnitt bessere Noten, wechseln häufiger aufs Gymnasium, landen seltener auf Förderschulen…, haben es also leichter.

Ich halte die Klischees im Schnitt auch nicht für falsch. Mädchen sind eher angepasster, Jungs machen häufiger Blödsinn und folgen dem Unterricht weniger. Das ist eine Beobachtung, die ich schon von einigen Lehren gehört habe. Aber natürlich nur im Schnitt. Genug Jungen arbeiten auch genauso mit und machen ihre Aufgaben, und es gibt auch faule Mädchen.

Sie schildert dann das Folgende:

Statistisch betrachtet ist das alles richtig – und trotzdem falsch.

Statistiker werten Zahlen aus, Eltern hören sich den Schulfrust ihrer Kinder an, und da haben Töchter mindestens genau so viel zu bieten wie Söhne. Beim letzten Kneipenabend mit anderen „Mädchenmüttern“ – aus der Klasse meiner Tochter – kamen diverse Geschichten auf den Tisch, die zeigen, dass Mädchen in der Schule oft genug ziemlich ungerecht behandelt und eben nicht bevorzugt werden:

7. Klasse, neue Sitzordnung: Lea muss mal wieder neben Torben sitzen, das dritte Schuljahr in Folge. Torben stört immer wieder, beleidigt andere, auch Lea. Sie will deshalb nicht schon wieder neben ihm sitzen. Aber die Lehrerin bleibt dabei. Torben verhalte sich dann ruhiger, und Lea könne ihm helfen, sagt sie. Lea habe sich zwar etwas verschlechtert, aber Torben sei neben ihr besser geworden. „Deshalb bleibt das jetzt so.“

8. Klasse, Bio: Joana wird in eine Referatsgruppe eingeteilt, drei Mädchen, zwei Jungen. Die Mädchen arbeiten immer wieder am Thema, die Jungs machen nicht mit. Die Mädchen verteilen Aufgaben für zu Hause, auch an die Jungen. Sie erledigen ihren Part aber nicht. Die Mädchen schreiben ihnen deshalb auf Karteikarten, was sie im Referat sagen sollen. Das machen sie. Am Ende bekommen alle eine Zwei.

5. Klasse, Sport: Die Lehrerin teilt die Klasse zum Fußballspielen in zwei Gruppen ein, getrennt nach Jungen und Mädchen – und damit offenbar auch getrennt nach „guten“ und „schlechten“ Fußballern. Zwei „schlechte“ Jungen müssen zu den Mädchen. Dort wiederum regt die Lehrerin an: „Carla, du spielst gut. Geh du mal zu den Jungs rüber.“

9. Klasse, Geschichte: Der Lehrer teilt Gruppen für Referate ein: drei Mädchen und Tim. Aber Tim macht nicht mit. Die Mädchen fordern ihn mehrfach auf, aber er hat keine Lust. Die Mädchen halten das Referat schließlich allein, Tim steht daneben. Am Ende gibt der Lehrer allen eine Drei minus: Inhaltlich sei das Referat zwar gut gewesen, aber die Mädchen hätten Tim „nicht integriert“.

Bereits der Ansatz ist natürlich wenig neutral. Natürlich fallen Mädchenmüttern eher die Punkte auf, wo ihre Kinder benachteiligt sind.

Ein Kommentator unter dem Artikel schreibt dazu passend:

Meine beiden Söhne hatten das auch schon andersrum: Mädchen, deren Beitrag zu Referaten bescheiden bis nicht vorhanden war. Und natürlich gab es das auch schon mit anderen Jungs. Und — jetzt kommt’s: auch mit meinen. Das Problem ist eher, wer gerade besonders schwer an Pubertät erkrankt ist. (Leiden tun vor allem die anderen.) Momentan kann ich mir jeden Tag anhören, dass es in Mathe und Physik nicht voran geht, weil bestimmte Mädchen (natürlich nicht alle) nichts raffen und darauf natürlich besondere Rücksicht genommen wird. Es sei einfach nur noch langweilig. Macht’s nicht so sehr am Geschlecht fest. Noch nicht mal am Individuum.

Ein anderer schreibt:

Ok, aus den persönlichen Beobachtungen von Frau Silke Fokken werden nun Schlüsse für die Allgemeinheit gezogen, oder wie? In meiner Schulzeit wurden Jungs aufgefordert, nicht so oft aufzuzeigen, wenn der LehrerIn eine Frage stellte. Dies würde die Mädchen verunsichern. Die Jungs sollten also auf Wortbeiträge zu Gunsten der Mädchen verzichten. Einige unserer Nerds wurden gerade in Mathe oder Physik von einigen Mädels geradezu belagert um ihnen die Hausaufgaben zu erledigen, die haben dann mitgemacht in der Hoffnung vielleicht mal eine Freundin abzukriegen, was aber natürlich nie geklappt hat. So gibt es immer zwei Seiten einer Medaille, das die eine Seite solcher persönlicher Erlebnisse es aber sogar als Kolumne auf SPON schafft, ist etwas verwunderlich

Und ein weiterer Kommentar:

Mit Verlaub, aber selten hat mir ein Text bei SPON soviel Anlass dazu gegeben, mich zu echauffieren. Es ist schon eine Kunst (wenn auch heutzutage keine seltene mehr), alles, alles aber auch wirklich alles zu Ungunsten des männlichen Geschlechts zu deuten. „Mädchen haben gemeinhin mehr Erfolg in der Schule? Das kann nicht damit zusammenhängen, dass es Jungs oft schwerer haben. Mädchen sind einfach fleißiger.“ – oder – „Mädchen A arbeitet mehr, als Junge B? Das kann nichts mit den Herangehensweisen der konkreten Kinder zu tun haben. Jungs heimsen sich einfach grundsätzlich die Lorbeeren der Mädchen ein.“ Meine Schulzeit ist noch nicht lange her. Und, glauben Sie mir, so, wie Sie es schildern, ist es nicht. Trotzdem aber ist Ihre Geisteshaltung die allgemein anerkannte: Jungs und Männer werden schlichtweg für faule Stücke gehalten. Viele Lehrerinnen – die gegenüber Lehrern ja in der Überzahl sind – machen daraus letztlich auch keinen Hehl. So werden Jungs, die sich tatsächlich nicht sehr für die Schule begeistern können, erst recht demotiviert. Die Jungs werden zu Verlierern, und das weibliche Geschlecht darf sich moralisch weiter überlegen fühlen, denn es ist ja ‚tendenziell‘ fleißiger.

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39 Gedanken zu “Wer hat es schwerer in der Schule, Jungen oder Mädchen?

  1. „aber die Mädchen hätten Tim „nicht integriert“.“

    Typisch Type. Hat nicht verstanden, dass das Integrationsdiktat nicht gilt, wenn WHMs davon profitieren würden.

  2. Also, Zu der Mädchenmüttergruppe: Ich habe ja nun selber auch ein Mädchen, und die Referatserfahrung kenne ich von meiner Tochter mit ihren Klassenkameradinnen Genauso, auch ohne das Jungen in der Gruppe sind. Meine Tochter hat sich jedes Mal drüber geärgert. Ist leider scheisse so, bei Gruppenarbeiten, aber hat nichts mit Mädchenbenachteiligung sondern eher mit „Performer/-Innen“-Benachteiligung bei Gruppenarbeiten.
    Zum Sport: Wenn die beiden Gruppen aus zwei Feldern dann untereinander Spielen, hat das auch nichts mit ;Mädchen benachteiligung zu tun, sondern damit, dass durch die aufteilung in bessere spieler und Schlechtere Spieler vermutlich eher ein Spiel zustande kommt, wenn man die Leute in einer Leistungsklasse Spielen lässt, ansonsten sind die Guten spieler immer am Solo-Spielen. Zu meiner Schulzeit haben wir aus diesem Grund vermutlich nie Fußball gespielt, weil es denn Immer zwei Mädchen- und zwei Jungenmannschaften gegeben hätte. Bei anderen Ballsportarten waren die Unterschiede nicht ganz so groß. Aber dass der Lehrer halt nach Leistung und nicht nach Geschlecht differenziert, zeigt er ja, wenn er bessere Mädchen in die „Jungengruppe“ steckt.
    Und das mit der Sitzordnung… Naja ist doof, aber hat das Mit Mädchenbenachteiligung zu tun? Ist eher wieder in der Kategorie Performerbenachteiligung, und aufgrund des unterschiedlichen Geschlechtes sieht sich der Störenfried wohl noch weniger motiviert mit ihr gemeinsam Unterrichtsferne Dinge zu machen. Wenn sich ihre Noten dadurch merklich verschlechtert, muss man als Eltern da wohl mal ein Wort mit der Lehrerin reden. Meine Tochter hatte in ihrer Schule auch so ein Mädchen, welches des persönliche exorzismusprojekt der Klassenlehrerin war, da war auch in den ersten acht jahren jeder in den Arsch gekniffen, der neben ihr sitzen sollte. und meistens waren das dann auch die besoinders braven, die sich von ihr möglichst wenig haben ablenken lassen.
    Das sind aber alles nicht wirklich ernsthafte Fälle von Mädchenbenachteiligung.

    • Referate zu meiner Schulzeit waren immer ein Nervenspiel. Der, der in der Gruppe zuerst diese verloren hat machte die ganze Arbeit. Es sei denn das Thema interessierte alle, dann arbeitete jeder.

  3. Die Lehrerin teilt die Klasse zum Fußballspielen in zwei Gruppen ein, getrennt nach Jungen und Mädchen – und damit offenbar auch getrennt nach „guten“ und „schlechten“ Fußballern. Zwei „schlechte“ Jungen müssen zu den Mädchen. Dort wiederum regt die Lehrerin an: „Carla, du spielst gut. Geh du mal zu den Jungs rüber.“

    Geradezu vorbildlich ist diese Trennung nach Leistungsstand, bei der individuelle Leistungsunterschiede stärker gewichtet werden als Geschlecht, aber sich offenbar doch signifikante Häufungen ergeben.

    Zu getrenntem Unterricht (isbesondere MINT-Fächern) gab es auf meinem Blog vor einigen Wochen diese Diskussion:
    https://auschfrei.wordpress.com/2017/04/18/gedanken-zu-getrenntem-mint-schulunterricht/

    • Das ist doch eigentlich, was Gleichberechtigung meint, oder? Also wenn nicht nach Geschlecht sondern nach Leistung geurteilt wird. Vielleicht würden in einem Lesezirkel in der „besseren“ Gruppe auch mehr Mädchen sitzen, weil Mädchen im Lesen oft besser sind als Jungen.

      Vielleicht sollte man die Gruppen nur nicht „Jungen“ und „Mädchengruppe“ nennen sondern eher so wie es mit Grund und mit Leistungskursen ist.

      • Ganz genau!
        IMHO ist der Lernerfolg am größten, wenn der Leistungsstand innerhalb einer Gruppe möglichst homogen ist.
        Dabei gibt es zwar – je nach Fach und Thema – eine Korrelation mit dem Geschlecht, aber da das Geschlecht nicht das alleinige, ausschlaggebende Kriterium ist, wird eine Aufteilung nach Leistungsfähigkeit individuellen Abweichungen viel besser gerecht.

      • Sind sie das denn? Lesen Mädchen ‚besser‘?
        Auf meinem Deutsch Leistungskurs damals hätte man diese Fragestellung gar nicht anwenden können.
        Ließen sich Mädchen und Jungen am selben Maßstab bemessen, wäre die Frage beantwortbar. Einfach.
        Scheitert aber an der Wirklichkeit.
        Ich hatte großes Glück, einen sehr harten Lehrer, den alle sieben Schüler im LK zu schätzen wussten.
        Vor den Prüfungen ließ er uns wissen, dass eines der drei Themen von ihm noch nie im Abitur besser als 4 Punkte bewertet wurde.
        Zwei Jungen verstanden dies als Herausforderung.
        Einer bekam fünf Punkte.
        Der Leistungsstand muss auch nicht sonderlich homogen sein.
        Etwas verstanden und begriffen zu haben, das bedeutete früher einmal, man kann es jemand anders in einfachen Worten erklären. Dies war mal ein Lernziel. Ganz besonders in einem Fach, welches die Muttersprache beibringen soll.
        Eltern müssen vielleicht auch mal unangenehme Fragen stellen. Auch sich selbst.
        Warum denn Schule?
        Damit was gelehrt wird?
        Damit was gelernt wird?
        Damit was begriffen wird?
        Damit man sich zu etwas berufen fühlen kann?

        ‚Reisen bildet!‘ Da hätte ich Zweifel.

        • Zumindest bei dem, was einem in der Schule so zum Lesen vorgesetzt wird. „Der Fänger im Roggen“ habe ich da noch gern gelesen, Emilia Galotti war aber eine Qual (und zur Aufklärung gibt es sicherlich bessere Literatur) und was wir im LK lesen mussten, weiß ich gar nicht mehr, irgend eine Schnulze zum deutschen Naturalismus, die mich schon nach der ersten Seite angewidert hat. Zur Klausur hab ich mir ne Rezension im Internet durchgelesen und irgend nen Bullshit dazu geschrieben und trotzdem noch 10 Punkte bekommen (hauptsächlich wegen der vielen Rechtschreibfehler).

          Wenn da mehr Action, Entdecker- oder Abenteuer-Geschichten dabei wären, würden Jungen auch mehr lesen. Das gibts auch in klassisch. MANNdat hat da auch ein paar Empfehlungen zusammen gesammelt:

          https://jungenleseliste.de/

  4. 8. Klasse, Bio: Joana wird in eine Referatsgruppe eingeteilt, drei Mädchen, zwei Jungen. Die Mädchen arbeiten immer wieder am Thema, die Jungs machen nicht mit. Die Mädchen verteilen Aufgaben für zu Hause, auch an die Jungen. Sie erledigen ihren Part aber nicht. Die Mädchen schreiben ihnen deshalb auf Karteikarten, was sie im Referat sagen sollen. Das machen sie. Am Ende bekommen alle eine Zwei.

    Das mag es geben. Ich habe auch schon die Erfahrung andersherum gemacht: 4. Klasse, Sachunterricht: Wir bauen ein Fahrzeug mit frei wählbaren Antrieb, es arbeiten immer ein Mädchen und ein Junge zusammen. Ergebnis: Die Jungen tüfteln und probieren und versuchen das letzte Quentchen Geschwindigkeit aus ihrer Antriebsidee herauszuholen, die Mädchen schauen zu und beteiligen sich nicht.

    Scheint die gleiche Situation zu sein, aber das Urteil ist vermutlich eher: Durch die demonstrative Zurschaustellung von technischer Dominanz wurden die Mädchen strukturell benachteiligt und aus dem Projekt gedrängt. Wir brauchen besondere Förderung der Mädchen

    Wenn wir diese ganze Geschlechterchose konsequent zu Ende denken, wird das auf geschlechtergetrennten Unterricht hinauslaufen. Das bedeutet, der Feminismus will nicht zurück in die 50iger, sondern zurück in Zustände um 1920.

  5. Wenn Mädchen in der Schule besser sind, dann sind sie einfach fleißiger, intelligenter und halt einfach toller als Jungen. Jungen müssen sich halt den Mädchen anpassen, um besser zu werden.

    Wenn Männer mehr Firmen gründen und mehr Chefposten inne haben als Frauen, dann ist es „das Patriarchat“. Männer müssen aktiv systematisch benachteiligt werden (gesetzlich verordnete Quote), damit Frauen gleichziehen können.

    Mädchen und Frauen sind niemals Schuld. Wie man es auch dreht, es sind immer Jungen und Männer (aka „Patriarchat“) in die Verantwortung zu nehmen.

    • Da kann doch nur eine Verschwörung dahinter stecken, die Frauen auch noch zwangsverheiratet und zwangsschwängert und das in der westlichen Welt im 21. Jahrhundert!

    • @mindph

      es ist zumindest das was medien und pseudowissenschaftler mit aller macht und dazugehörigem krampf (schier endlose doppelstandarts) versuchen der gesellschaft einzureden, es funktioniert nur immer weniger.
      gottseidenk sind es gerade immer mehr jungen und junge männer welche dagegen opponieren.

      feministische mythen zu entlarven wird selbst auf jugedplattformen wie YouTube deutschland immer erfolgreicher.

      • Dafür gibt es einen Grund.
        Frauen sind ja nicht dumm.
        Die sehen sich das nun in der Dritten Generation an.

        Ich hatte vor einigen Wochen hier mal im Samstagsthread die Frage gestellt, ob schon einmal jemand eine Feministin hat sterben sehen, das war etwas dumm formuliert und wurde daher nicht so wahrgenommen, wie ich es mir dachte.

        Aber wir haben es mittlerweile mit Frauen zu tun, die haben Feminismus erlebt. Über ihre Großeltern und Eltern und die wenigen gebliebenen familiären Verästelungen und sind nun selbst Eltern und beginnen eine Ahnung zu entwickeln.

        Gerade die letzten Tage und Schritte im Leben, die bringen sowas zu Tage.

        Ich weiß auch nicht zu beurteilen, ob das ein guter Blickwinkel hier ist, ich für mich, konnte daraus aber Dinge besser begreifen.

  6. Die Frauen stehen doch so auf Gruppenarbeiten, oder hab ich das falsch mitbekommen? In einer Gruppe heißt es aber „Mitgefangen – Mitgehangen“, das muss auch mal gelernt werden.
    Ich selbst stand immer auf Einzelarbeiten – keinen Bock für die faule Gruppe mitzuarbeiten was ein Vorteil aber auch ein Nachteil sein kann.

    Zwischen 13-16 war die Schule für mich die Hölle – irre langweilig wo es so viel interessanteres zu entdecken gab. Nach Ende der Pubertät wurde ich aber in hervorragender Schüler und habe bei meinem Fachabitur welches ich auf dem 2. Bildungsweg erwarb hervorragende Noten erbracht. Alles hat seine Zeit und da Frauen anders ticken als Männer bräuchten sie auch eine andere Art von Unterricht, weswegen ich ein starker Verfechter von geschlechtergetrennten Schulen bin. Jungs und Mädchen ticken halt anders und gerade in der Pubertät ist das so offensichtlich, dass nur ein lobotomisierter Feminist das nicht erkennt.

    Vielleicht sollte man einfach mal Feminist als Synonym für Dummkopf etablieren, statt „dummer Sau“ also „feministische Sau“ sagen oder statt „das war jetzt dumm“ „das war jetzt feministisch“ sagen.

  7. In der Planung gelten Mädchen als so ne Art Schmiermittel.
    In der Praxis aber könnt ich nicht pauschal bestätigen, dass es sich leichter mit ihnen arbeiten ließe.

    Die anstrengendsten Schüler einer Gruppe identifiziere ich wohl normalerweise unter den Jungs (was z.B. mit daran liegt, dass die „Störer“-Mädchen m.E.n. weitaus regelmäßiger dem Unterricht gleich ganz fernbleiben).

    Die interessiertesten allerdings auch, und das sogar überdeutlich (was ebenfalls seine Gründe hat).

    Ich habe mich übrigens dieses Jahr Karneval mit besoffenem Kopp dabei erwischt, wie ich im Gespräch mit Freunden sexistische Kackscheiße reproduzierte, Dinge sagte in der Art von: „Jungs haben zumindest fast immer irgendein Spezialinteresse, manche Mädels aber gucken wie ne Kuh, völlig hohl…“, worauf meine Freundin sinngemäß entgegnete: „ich wär auch eher ne Jungsmutter, da käm ich viel besser mit klar als mit diesem Rumgezicke“… nuja, und da fiel mir halt erst auf wie ungerecht wir gerade waren gegenüber unseren eigenen Kindern, letztlich.

    Seufz.

    • Kinder und Betrunkene lügen nicht.

      BTW zu dem Stören von Jungen: Das geht oft in wirklichkeit von den Lehrer(innen) aus, die mit dem Verhalten von Jungen einfach nicht klar kommen.

      So lange die Schule Jungen wie defektive Mädchen behandelt, wird und die weibliche Bravheit als Maß aller Dinge gilt, wird sich das auch nicht verändern.

      http://www.faz.net/aktuell/beruf-chance/campus/geschlechterrollen-in-der-schule-faul-fahrig-junge-12145909.html

      Es sollte endlich akzeptiert werden, dass Geschlechter nun mal unterschiedlich ticken. Das gilt insbesondere in der Schule, da dort die Kinder in einem Alter sind, wo die Geschlechtsunterschiede am deutlichsten zum Tragen kommen: Der Pubertät. Allen Gender-Studies und „Gender is a social construct“ Geplapper zum Trotz, verlaufen männliche und weibliche Pubertät immer noch komplett unterschiedlich. Und wenn Mädchen bereits reifen, sind Jungen noch im Kindesalter, deren Pubertät setzt später ein und verläuft in etwa der Hälfte der Zeit und hat auch andere Auswirkungen auf die Persönlichkeit.

      • „Kinder und Betrunkene lügen nicht.“

        Ach, Unfug.

        Ich mein jetzt auch nicht, dass das gelogen war, nur: bloß weil ich seltenst mal Spezialinteressen der Mädchen in Erfahrung bringe, heißt das ja noch nicht, dass sie tatsächlich keine besäßen (und sie als „hohl“ zu bezeichnen, weil sie so ruhig sind, geht natürlich an sich überhaupt nicht).

        Die Jungen platzen damit sehr leicht raus, überhaupt scheinen sie weitaus mehr Grund oder Anlass zu sehen (bei bzw. mit mir) in Kommunikation zu treten.

        „BTW zu dem Stören von Jungen: Das geht oft in wirklichkeit von den Lehrer(innen) aus, die mit dem Verhalten von Jungen einfach nicht klar kommen.“

        Übern Daumen gepeilt komm ich eben besser mit den pubertären Jungs als ihren Klassenkamaradinnen zurecht, ich hab auch schon männliche Lehrer erlebt, die an Einzelnen, die ich als engagiert wahrnahm, zu verzweifeln schienen.

        Um die Frage des Threads zu beantworten: ich denke, in der Grundschule haben Mädchen es klar leichter (Entwicklungsvorsprung, anerzogene Angepasstheit), ab der Pubertät sind dann aber tendenziell Jungs im Vorteil – gerade auch aufgrund des höheren Lehrerinnenanteils, letztlich heterosexualitätsbedingt.

        Wo Mütter biologisch so voreingestellt sind, dass sie höherwertige Milch für ihre Söhne als für ihre Töchter produzieren, darf man eigentlich auch insgesamt ein mehr oder weniger unbewusst ablaufendes Programm zur bevorzugten Behandlung des männlichen Geschlechts unterstellen, und daran sind die kleinen Prinzen nunmal gewöhnt, weshalb sie sich schon übelst diskriminiert fühlen können, wo sie bloß zu den Mädchen gleichbehandelt werden (sollen).

    • 🙂

      Du erwischst dich einmal besoffen Kackscheiße reproduzierend, und daraus ziehst du die Lehre, von Jungs als kleine Prinzen sprechen zu müssen?

      Und das scheint so ein dringendes Bedürfnis zu sein, dass dann sogar die Milchleistung der Mutter begutachtet werden muss, damit wir wissen, Jungen bekommen DLH+ prämierte Milch produziert von den Müttern und Mädchen im Besten Fall die normale.

      Worin liegt denn der Entwicklungsvorsprung der Mädchen, ich mag mir ja gar nicht ausdenken, was passieren würde, bekäme mal eines die gute Milch, und was wären deren „Spezialinteressen“?

      Bei uns waren damals Dinosaurier Spezialinteresse oder Sport und draußen gemeinsam spielen. Vielleicht liegt’s auch am Landei sein, aber so besonders spezial war es dann doch nie, dass nicht so oder so, man miteinander sich spezialisierte.

      Oder denke ich einfach zu tumb und heute haben neunjährige Interessen wie Heikus zu schreiben?

      Ich hab mich zum Beispiel daran erfreuen können als eine Nichte mit neun die Fibonacci Folge beim Spaziergang mit mir zusammen gerechnet hat, danach haben wir sie dann gemalt.

      Was lerne ich daraus? Ich freu mich schon darauf, wenn meine Neffen ein paar Zahlen addieren können werden.

      Könnte es nicht auch sein, das Sprache eben verräterisch ist, und euch klar wird, vielleicht hauen die Theorien nicht so ganz hin?

      Ihr packt vielleicht die Jungs weniger mit Samthandschuhen an, Männer müssen’s so oder so, und weil Kinder groß werden wollen und vielleicht auch ernst genommen dabei, öffnen sich Jungs naiv wie wir nun mal sind Lehrerinnen einfacher und Mädchen leider nicht, und deshalb guckt die eine hohle Kuh dann die andere hohle Kuh an?

      Ist nur ein Gedanke, ich halte dich nicht für eine hohle Kuh, sondern für unser SemiKuhlchen, aber da sich nun in meinen Augen die Kuh und Prinz Thematik durch deine Posts zog …

  8. In meiner Schulzeit wurden Jungs aufgefordert, nicht so oft aufzuzeigen, wenn der LehrerIn eine Frage stellte.

    „Wenn der Lehrerin…“ Besser kann man nicht zeigen, wie dämlich gendern ist. 😉

    Interessant finde ich ja die Behauptung, Mädchen würden auch ungerecht behandelt und benachteiligt werden, im Zusammenhang mit dem Sportunterricht. Vielleicht habe ich ja etwas falsch verstanden.

    5. Klasse, Sport: Die Lehrerin teilt die Klasse zum Fußballspielen in zwei Gruppen ein, getrennt nach Jungen und Mädchen – und damit offenbar auch getrennt nach „guten“ und „schlechten“ Fußballern. Zwei „schlechte“ Jungen müssen zu den Mädchen. Dort wiederum regt die Lehrerin an: „Carla, du spielst gut. Geh du mal zu den Jungs rüber.“

    Zwei schlechte Jungen werden also „besser gestellt“, indem sie in die schlechtere Mädchenmannschaft gesteckt werden, anstatt sie von der guten Jungenmannschaft durchgeschleift zu werden.
    Carla spielt gut und soll deshalb in die bessere Jungenmannschaft, wovon sie natürlich profitieren wird. Sie ist aber die Benachteiligte?

    Ich bin mir im Übrigen sicher, dass Jungen mehr benachteiligt und weniger gefördert werden in der Schule. Ein Lehrerpaar in meiner Verwandtschaft macht keinen Hehl daraus, dass so etwas vorkommt.
    Von denen weiß ich übrigens, dass der Spruch „Kevin ist kein Name, sondern eine Diagnose“, tatsächlich im Lehrerumfeld herumgeistert.

    Außerdem dürfte für so ziemlich jeden nachvollziehbar sein, dass man auf Störenfriede, die Jungen ja angeblich immer sind, nicht unbedingt gut zu sprechen ist. Und wer einem auf den Geist geht, den wird man sicherlich auch schlechter bewerten, als den angepassten braven Streber oder ein liebes, kleines Mädchen.

  9. Am Ende gibt der Lehrer allen eine Drei minus: Inhaltlich sei das Referat zwar gut gewesen, aber die Mädchen hätten Tim „nicht integriert“.

    Es wird hier so dargestellt, dass der Lehrer enttäuscht von den Mädchen ist. Es könnte aber auch einfach eine Vorgabe gewesen sein, dass bei Gruppenarbeiten keine Einzelnoten vergeben werden. Bei dem anderen genannten Beispiel war es andersrum: die Jungs wurden aufgewertet aufgrund der Leistung der Mädchen. (Am Ende bekommen alle eine Zwei.)

    Das ist eben die Kehrseite des Inklusionsgedanken. Gleiches Problem hier: Torben stört immer wieder, beleidigt andere, auch Lea. Sie will deshalb nicht schon wieder neben ihm sitzen. Aber die Lehrerin bleibt dabei. Torben verhalte sich dann ruhiger, und Lea könne ihm helfen, sagt sie. Lea habe sich zwar etwas verschlechtert, aber Torben sei neben ihr besser geworden.

    Aber warum überhaupt verwendet die Autorin ausschließlich (!) diese Beispiele aus Gruppenarbeit, fällt ihr nichts anderes ein? Es geht doch viel allgemeiner um die Frage, ob es Mädchen leichter haben.

    Zudem kann sie als Mutter gar nicht wissen, was sich wirklich zugetragen hat, sie war schließlich nicht dabei. Typisch für den Spiegel, so ein unseriöses Zeug in die Diskussion zu werfen.

  10. Mädchen bekommen im Schnitt bessere Noten, wechseln häufiger aufs Gymnasium, landen seltener auf Förderschulen, haben es also leichter. Statistisch betrachtet ist das alles richtig – und trotzdem falsch.

    Statistiker werten Zahlen aus, Eltern hören sich den Schulfrust ihrer Kinder an, und da haben Töchter mindestens genau so viel zu bieten wie Söhne.

    -> Meine drei, vier persönlichen Anekdoten (als Mutti eines Sohnes oder einer fleißigen Tochter, siehe Überschrift) haben mehr Relevanz als alle Statistiken. Was die Mütter nichtfleißiger Töchter zu melden haben, tut nichts zur Sache.

    • Vor allem wird HIER gegen die Statistiken argumentiert, während bei den Bereichen bei denen man aus ideologischen Gründen mehr Frauen haben will aus genau solchen stumpfen Statistiken sofort und jeden Widerspruch mit der Frauenfeindlich-Keule abwehrend auf Frauendiskriminierung geschlossen wird.

    • „Statistiker werten Zahlen aus, Eltern hören sich den Schulfrust ihrer Kinder an, und da haben Töchter mindestens genau so viel zu bieten wie Söhne.“

      Nur um das hervorzuheben:
      Es ist nicht entscheidend, dass Kindern die Zukunft verbaut wird, sondern das relevante Kriterium ist, wie laut angehende Frauen jammern.

      • Es ist überhaupt nicht klar, wie sie zu ihren Beispielen gekommen ist. Mag aber sein, dass Schülerinnen eher zum Jammern neigen.

  11. Wieviel Prozent eines Jahrgangs machen Abitur?
    Vierzig der Jungen und sechzig der Mädchen?
    Dann müsste man ja annehmen dürfen, dass die Jungs, entlang der Normalverteilung sogar erheblich intelligenter sein dürften.
    Davon ausgehend die Aufteilung in die Bildungswege funktioniert noch halbwegs so wie angedacht.

    • Spätere Klassentreffen. Zu sehen, die sind nach 10 Jahren noch schöner geworden, als man sie in Erinnerung hatte, ist eine Freude.
      Und später muss man so oder so zusammen im Berufsleben miteinander auskommen.
      Stünden nicht auch viele andere Weichen im Land falsch, sähe die Idee von getrennten Unterricht vermutlich weniger attraktiv aus.

  12. Der erste zitierte Kommentator sagt es ziemlich gut: Was hat das alles mit Geschlechtern zu tun? Man sammelt halt annekdotische Fälle, in denen Mitglieder der Outgroup schlecht wegkommen. Aber noch nicht einmal die sind geschlechterspezifisch.

    Gerade die beiden Referatsbeispiele sind doch allgemein und in verschiedenen Kombinationen bekannt. Und das Sportbeispiel ist doch gerade ein Fall, in dem NICHT das Geschlecht, sondern die Leistung entscheidet – was dem sportlichen Wettkampf doch wohl zuträglich sein dürfte. Dass man sie, weil es die Verteilung so nahelegt, „Jungs-“ und „Mädchengruppe“, statt einfach A & B nennt, ist etwas unklug, aber der Fall erzählt ja gerade davon, dass das Geschlecht hier NICHT das entscheidende Kriterium ist.

    • Sport, es dürfte kaum besser geworden sein, war früher wirklich an den Zahlen aufzeigbar, zu ungunsten von Jungen.
      Einfach mal Rekorde mit den Anforderungen für ein Sehr Gut vergleichen. Warum ein Mädchen, wenn es 75% der Rekordleistung erreicht besser benotet wird als ein Junge der 75% erreicht, hielt ich immer für recht eindeutig benachteiligt.

      • Warum sollte man Rekorde als Maßstab nehmen? Was ist, wenn bei Frauen die Rekorde stärker als bei Männern von der Normalleistung abweichen?

        • Ich gehe einfach mal davon aus professionelle Athleten geben 100%.

          Woran könnte man besser festmachen, wie weit gesprungen, wie schnell gerannt und wie weit geworfen werden muss?

          Meine Vermutung wäre sogar, bei Frauen, die ja weniger stark Extreme herausbilden, wäre dies immer noch ein Vorteil für Mädchen.

          Deine Vermutung mag ebenso richtig sein.
          Vielleicht läge dies aber daran, das Männer häufiger eine Karriere im Sport anstreben als Frauen, schwer zu sagen.

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