„Berliner Erklärung“ Gemeinsame Forderungen von 16 Frauenverbänden an die Parteien zur Bundestagswahl 2017

Auch 2017 stellen verschiedene Frauenverbände wieder Forderungen:

Berliner Erklärung 2017
Gemeinsame Forderungen von 16 Frauenverbänden
an die Parteien zur Bundestagswahl 2017

Da geht noch was! Die Gleichberechtigung von Frauen in Arbeitswelt und Gesellschaft kommt zu langsam und nicht entschieden genug voran. Es ist höchste Zeit für weitere Schritte – und zwar in der kommenden Wahlperiode: 2018/19 jähren sich zentrale Meilensteine in der Geschichte von Demokratie und Gleichberechtigung: 100 Jahre Frauenwahlrecht, 70 Jahre Grundgesetz mit Gleichberechtigungsartikel und 25 Jahre aktiver Gleichstellungsauftrag.

Unsere zentralen Forderungen an die Politik sind:
1. Gleiche Teilhabe
2. Gleiche Bezahlung
3. Verbindlichkeit, Transparenz und Monitoring von Gleichstellungspolitik

1. Gleiche Teilhabe

Für die Privatwirtschaft fordern wir:

  • für die Aufsichtsräte auch der Unternehmen, die entweder börsennotiert sind oder der
    Mitbestimmung unterliegen, eine feste Geschlechterquote von mindestens 30 Prozent bei
    Neubesetzungen ab 2018 sowie ihre Ausweitung auf alle Unternehmensrechtsformen (SE,
    Ltd & Co KG), auch ausländische (britische Public Limited Company),
  • für die operativen Führungsebenen (Vorstand und zumindest die beiden darunterliegenden
    Ebenen) eine Zielgröße von jeweils mindestens 30 Prozent Frauen sowie die Einführung wirksamer Sanktionen:

    • für den Fall der Nichterreichung der Geschlechterquote in Aufsichtsräten, z.B. leerer Stuhl, Nichtigkeit von Beschlüssen
    • für den Fall, dass die transparente Veröffentlichung von Zielgrößen oder von Gründen für ihre etwaige Nichterreichung unterlassen wird, z.B. finanzielle Sanktionen, Einschränkung des Prüfvermerks
    • für den Fall der Nichterreichung der mindestens 30 Prozent-Zielgrößen z.B. die Pflicht, die Gründe im Einzelnen nachvollziehbar offenzulegen und von einer geeigneten Stelle überprüfen zu lassen, die öffentlich hierzu Stellung nimmt.

Für die Bereiche Medien, Kultur, Medizin und Wissenschaft fordern wir:

  • die paritätische Besetzung der jeweiligen Aufsichts-, Beratungs- und Vergabegremien (wie z.B. Fördermittelentscheidungsgremien, Selbstverwaltungsgremien, gewählte
    Ärztegremien, Berufungskommissionen),
  • die Vergabe öffentlicher Aufträge und Fördermittel an mindestens 40 Prozent Frauen, verbindliche Zielgrößen von mindestens 30 Prozent Frauen in den jeweiligenFührungspositionen.

Für Politik und Parlamente fordern wir:

  • in der kommenden Legislaturperiode für die Wahlen zum Bundestag ein
    verfassungskonformes Paritätsgesetz auf den Weg zu bringen.

2. Gleiche Bezahlung
Das Gesetz für Entgelttransparenz ist ein erster Schritt, um geschlechterspezifische Entgeltunterschiede zu erkennen und zu beheben. Wir halten jedoch weitergehende gesetzliche Regelungen und weitere Maßnahmen für notwendig: u.a.

  • transparente, umfassende Prüfverfahren zur geschlechterdifferenzierten Entgeltanalyse in allen Betrieben mit Betriebsratspflicht,
  • Abschaffung des Ehegattensplittings in seiner jetzigen Form, bei angemessenen Übergangszeiten,
  • gerechte Bezahlung in den sozialen Berufen sowie
  • Einführung eines Unterrichtsfachs Wirtschaft und Lebensökonomie als Pflichtfach sowie eines Pflichtfachs Informatik/Technik.

3. Verbindlichkeit, Transparenz und Monitoring von Gleichstellungspolitik
Die Gleichstellung von Frauen und Männern ist in § 2 der Gemeinsamen Geschäftsordnung der Bundesministerien als „durchgängiges Leitprinzip“ vorgegeben. Wir fordern dessen verbindliche Anwendung, z.B.

  • indem sich alle Ressorts – nicht nur das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend – dieser Querschnittsaufgabe entsprechend qualifizieren und strukturellorganisatorisch aufstellen,
  • durch die Entwicklung eines Nationalen Aktionsplans mit Zielen, Indikatoren und Maßnahmen, um die unter 1. und 2. genannten Forderungen zu erreichen,
  • durch die Erhebung, die Auswertung und das Monitoring relevanter Daten, um die Umsetzung bzw. die Wirksamkeit der für die Forderungen relevanten Gesetze zu evaluieren,
  • durch die Verankerung von wirksamen Sanktionen in den gesetzlichen Regelungen,
  • durch die geschlechtergerechte Vergabe öffentlicher Fördermittel und öffentlicher Aufträge und die Einführung von Gender Budgeting im Bundeshaushalt sowie
  • durch die Einrichtung einer Beratungs-, Service- und Transferstelle, um Gleichstellungspolitik kontinuierlich zu unterstützen.

Business und Professional Women (BPW) Germany, 1.600 Mitglieder in Deutschland, 30.000
Mitglieder in 100 Ländern, Uta Zech, Präsidentin
Deutscher Ärztinnenbund e.V. (DÄB), 1.800 Mitglieder, Dr. Christiane Groß M.A., Präsidentin
Deutscher Frauenrat (DF), Dachverband von 59 Mitgliedsverbänden, in denen mehr als 12 Millionen
Frauen organisiert sind, Mona Küppers, Vorsitzende
deutscher ingenieurinnenbund e.V. (dib), 400 Mitglieder, Sylvia Kegel, Vorstand
Deutscher Juristinnenbund e.V. (djb), 2.700 Mitglieder, Ramona Pisal, Präsidentin
Deutscher LandFrauenverband e.V. (dlv), 500.000 Mitglieder, Brigitte Scherb, Präsidentin
EAF Berlin | Europäische Akademie für Frauen in Politik und Wirtschaft e.V., 2.000
Unterstützerinnen und Unterstützer, Dr. Helga Lukoschat, Vorsitzende
European Women’s Management Development International Network e.V. (EWMD), 470
Mitglieder in Deutschland, 900 Mitglieder europa- und weltweit, Sieglinde Schneider, Präsidentin
FidAR – Frauen in die Aufsichtsräte e.V., 670 Mitglieder, Monika Schulz-Strelow, Präsidentin
Frauen im Management e.V. (FIM): 180 Mitglieder, Bärbel Jacob, Bundesvorstand
Journalistinnenbund e.V. (jb): 400 Mitglieder, Rebecca Beerheide, Vorsitzende
ProQuote Medien e.V., 200 Mitglieder, 5.000 Unterstützerinnen und Unterstützer, Maren Weber,
Vorsitzende
ProQuote Medizin, 700 unterstützende Unterschriften, davon 80 Professoren und Professorinnen,
Prof. Dr. Gabriele Kaczmarczyk, Initiatorin
ProQuote Regie e.V., 1.000 Unterstützerinnen und Unterstützer, Barbara Rohm, Vorsitzende
Verband deutscher Unternehmerinnen e.V. (VdU), 1.800 Mitglieder und Interessentinnen, 16
Landesverbände, Stephanie Bschorr, Präsidentin
Working Moms – Pro Kinder Pro Karriere e.V. (WM), 450 Mitglieder, Ina Steidl, Vorsitzende
Verbandsvorstand

 

Was sagt ihr zu den Forderunge?

Welche lehnt ihr ab, welche würdet ihr auch für richtig halten?

Wie würden entsprechende maskulistische Foderungen aussehen?

Advertisements

76 Gedanken zu “„Berliner Erklärung“ Gemeinsame Forderungen von 16 Frauenverbänden an die Parteien zur Bundestagswahl 2017

  1. Die Sanktionen in der Privatwirtschaft halte ich für falsch. Niemand sollte bestraft werden weil er nicht einer Ideologie folgt, die ja nicht mal die Mehrheit befürworten.

    „die Vergabe öffentlicher Aufträge und Fördermittel an mindestens 40 Prozent Frauen“

    Halte ich auch für falsch. Aufträge sollte an dem mit dem besten Angebot gehen und Förderung sollten die erhalten die es benötigen. Dem Vorschlag zur Folge soll Frauen nur immer Geld zugesprochen werden, ganz unabhängig vom Bedarf. Und dieser Vorschlag erlaubt es Mal wieder das Frauen auch ruhig 90% der Aufträge bekommen, den eine Mindestalter für Männer gibt es ja anscheinend nicht.

      • @Christian

        In drei Punkten, um was es hier m.E. geht.

        Wir erhalten hier einen Einblick in das weibliche Wunschprogramm, die gesamte Gesellschaft in einen weiblichen Selbstbedienungsladen umzugestalten.
        Den Männer selbstverständlich zu finanzieren haben.

        1. Ihnen ist klar geworden, dass die Top-Positionen in den DAX-Unternehmen zu besetzen nicht „nachhaltig“ ist. Deshalb sollen die unteren Führungspositionen ebenfalls per Quote besetzt werden.

        Damit entstehen weibliche „Erbhöfe“ mit Fahrstuhleffekt nach oben.
        Das ist ein Effekt wie bei der Frauenquote für Parteien – schaut euch einfach mal an, wie lange Schwesig gebraucht hat, um einen Ministerposten zu bekommen, Barley ebenfalls. Als Mann die identische Karriere hinzulegen ist unmöglich.

        Der Frauenanteil in den DAX-Unternehmen ist heterogen. Je nach Unternehmen sind sind 10-60% der *Beschäftigten* Frauen. Hoher Frauenanteil: Banken und Versicherungen, um so technologischer es aber wird, desto geringer der Frauenanteil (bspw. Auto und Software).

        Eine *einheitliche* Quote ist für Männer in letztgenannten Sektoren fatal. Faktisch ist bei Einführung davon auszugehen, dass Männer sich *jedwede* Karriereambition abschminken können.
        Logisch, dass der Verband weiblicher Informatikerinnen für eine solche Quote ist – für die ist die Durchsetzung der Forderung wie der zugesicherte Gewinn des Jackpot.
        Jeden Monat.

        Noch genialer: Eine fachliche Qualifikation benötigen Frauen gar nicht. Es reicht völlig aus, irgendein Frauenstudium ergriffen zu haben. Das Signal ist, nicht Frauen müssen sich ändern, sondern die gesamte Gesellschaft hat sich den weiblichen Forderungen anzupassen. Sonst women shaming!

        2. Noch wichtiger als die Privatindustrie sind jedoch alle Unternehmen, die in kommunalem oder staatlichem Eigentum sind oder deren Einflussnahme (Telekom, VW, Post, Bahn, aber auch kommunale Verkehrsunternehmen, Entsorgungsunternehmen usw. usf.) unterliegen.

        Das unterschätzen alle drastisch. In Berlin allein gibt es ca. 80 solcher Unternehmen mit ca. 50.000 Beschäftigten.
        Von der Rechtsform her wurden in den letzten beiden Jahrzehnten haufenweise (kommunale) GmbHs gegründet, die dann natürlich „dringend“ weibliche Geschäftsführerinnen benötigen.
        Praktisch.

        Wenn dann noch die Vergabe öffentlicher Aufträge an eine existierende Frauenquote in Unternehmen gekoppelt wird, bzw. 40% aller Gelder ohnehin an „Frauenunternehmen“ gehen sollen oder Fördergelder quotiert vergeben, so ist das ein dauerhaft gesicherter warmer Posten- und Geldregen.

        Der Verband deutscher Unternehmerinnen e.V. steht selbstverständlich *völlig uneigennützig* hinter einen solchen Forderung.

        Via Politik wird Druck gemacht werden, genau so *in allen Sektoren des öffentlichen Dienstes* zu verfahren.
        Wo sind Frauen noch einmal überproportional beschäftigt?
        War das nicht…?

        3. Es versteht sich von selbst, dass ein solcher Umbau der Gesellschaft ideologisch und juristisch abgesichert werden muss und ebenso, es handelt sich dabei nicht nur um Schaffung von Frauen-ABM, sondern um die Ausweitung einer bereits existierenden feministischen *Bürokratie* (Gleichstellungsbeauftragte, Gender-Professorinnen usw.).

        Da sind zum einen natürlich Gremien von Rundfunkanstalten und die von privaten Medien, welche sich in Zukunft „strukturellorganisatorisch“ (Gaga!) quotiert aufstellen müssen.
        Wenn der „strukturelle“ Einfluss erst mal gesichert ist, wird das auch einen Effekt auf Berichterstattung und das Programm haben.
        Wir können also *inhaltlich* davon ausgehen, dass „Edition F“ demnächst Standardprogramm auf allen Kanälen der öffentlich-rechtlichen sein wird.
        Natürlich muss sich auch die Filmförderung dringend verweiblichen – „Störenfriedas – der FilmFilmFilm“
        Ekel ist kein Argument gegen Gleichstellung!

        Aber all das muss ergänzend:

        – qualifiziert,
        – evaluiert,
        – kontrolliert,
        – rechtlich sanktioniert werden.

        Oder um die Forderung nach „Einrichtung einer Beratungs-, Service- und Transferstelle“ zu übersetzen:

        Es braucht ganz viele Stellen zur

        – Genderberatung, zur
        – Genderqualifikation, zum
        – Genderservice und zum
        – Gendertransfer.

        Gekoppelt mit dem *juristischen Zwang*, diese Geldvernichtungsmaßnahmen aber auch wirklich in Anspruch zu nehmen.

        Zwangsfinanziert durch Männer, versteht sich.
        Das ist die „schöne neue Welt“ aus Sicht von Frauen und anderen Feministinnen. Und es ist die alte, bürgerliche Welt: Per Quote nach oben – eine Position – heiraten = Glück, Geld und ein sorgenfreies Leben.

        Meine Idee wäre, wir setzen dem weiblich/feminin-istischen Ausgabeninstinkt des „gender budgeting“ ein männliches „gender incoming“ entgegen und legen fest, dass ein Geschlecht natürlich nur über das verfügen und das ausgeben kann, was es auch eingenommen hat.

        Wenn wir diese männliche Position politisch durchgesetzt haben, gibt der „gender incoming“-Minister crumar eine Party.
        Euch allen!
        Darf ruhig ein paar Milliarden kosten; das sind Angesichts der real existierenden Frauensubventionierung eh nur peanuts.

        Gruß crumar

        • „Wir erhalten hier einen Einblick in das weibliche Wunschprogramm, die gesamte Gesellschaft in einen weiblichen Selbstbedienungsladen umzugestalten.“

          Bravo @crumar, genau so ist es! Das waren die gleichen Gedanken, welche mir durch den Kopf schossen, als ich diesen Märchenprinzessinnen-Katalog des Wünsch-dir-Was gelesen habe.

          Die Diskussion um „Rosinenpickerei“ ist dabei schon beinah eine zu wohlmeinende Betrachtung, wie du ja in deinem guten Kommentar auch indirekt geschrieben hast.

          Ich frage mich langsam, in welchem irrealen Parallel-Universum solche Frauen eigentlich denn leben, wenn sie angesichts dieser, die Realität nicht widerspiegelnden Forderungen, ebenfalls nicht vor Selbstscham im Boden versinken.

          Na gut, dann eben Fremdscham und Widerstand!

        • @Emannzer

          „Ich frage mich langsam, in welchem irrealen Parallel-Universum solche Frauen eigentlich denn leben, wenn sie angesichts dieser, die Realität nicht widerspiegelnden Forderungen, ebenfalls nicht vor Selbstscham im Boden versinken.“

          Gute Frage.

          Ich habe mich mit gefälschten feministischen Studien in Mengen beschäftigt und habe mich immer gefragt, wie die Fälscher und Fälscherinnen mit den politischen Effekten umgehen, die solche Studien haben.
          Das ist nicht harmlos, was da verbrochen wird.

          Wie rechtfertigt man z.B. vor sich selbst, ein paar tausend Männer über die Klinge springen zu lassen, indem man die Lüge verbreitet, häusliche Gewalt würde *ausschließlich von Männern* begangen werden?

          Wie hieß es doch in einem Artikel seitens der Polizei: „Wenn ihre Frau Sie schlägt und sich dabei den Fingernagel abbricht, dann nehmen wir SIE mit.“ Damit war nicht die Frau gemeint.

          Man muss sich sehr wahrscheinlich suggerieren, dass Männer das *verdient* haben – wegen all der häuslichen Gewalt gegen Frauen in 200 Millionen Jahren Patriarchat.
          Um so länger und weitreichender diese Lügengeschichte „patriarchaler Unterdrückung“ gezimmert wird, desto moralisch gerechtfertigter scheint jede Unmoral zu werden.
          Dass das gleiche „Patriarchat“ per Gesetz dafür gesorgt hat, sie hätten per bürgerlicher Ehe Anspruch auf 50% des Einkommens eines Mannes wird hingegen als *selbstverständlich* genommen, bzw. haben das Männer nur getan, um „Frauen in Abhängigkeit zu halten“.
          So macht frau aus dem Geschlechter*bonus*, qua biologischem Dasein aus der Not entkommen zu sein, für die individuelle Existenz zu sorgen einen Geschlechter*malus*. Und selbst für die materielle Kompensation, die dieses Anrecht ja darstellt, müssen Frauen noch zusätzlich entschädigt werden.
          Sozusagen „Ehe+“.

          Ist ja nicht unclever für die Eigen- und Fremdwahrnehmung.

          In ihrer Denkweise steht ihnen – als Frauen – demzufolge wenigstens „die Hälfte des Himmels“ zu und (als Entschädigung für ihr elendes Dasein in Jahrmillionen) sollen sich Männer gefälligst Gedanken machen, wie sie da rauf kommen.
          Zackzack!

          Deshalb meine logische Forderung an dieses Forum:

          GEBT MIR GELD, ICH WILL MICH UNTERDRÜCKT FÜHLEN!

          Gruß crumar

        • @emannzer @crumar

          So symapthisch ich euren Furor auch finde, ich bin nicht sicher, ob ihr zwei Sachen auseinander haltet: die feminstische Rechtfertigung solcher Ideen und die Resonanzfrequenz des Weiblichkeitsideals dazu.

          Die feminstische Rechtfertigung solcher Ideen geht einerseits darauf zurück, daß Männern den Frauen etwas zu Unrecht nehmen, weshalb Geschlechterrevanchismus die einzig gerechte Reaktion ist. Und andererseits arbeitet hier offenbar die postmoderne Vorstellung, daß alles auf Machtrelationen beruht – auch die Wirtschaft, so daß ein Arbeitsplatz als Teilhabe an der Macht fungiert. Doch in Wahrheit geht es in der Wirtschaft eben oft nicht um Macht und daher auch nicht um irgendeine Form politischer Repräsentation.

          Die Resonanzfrequenz des Weiblichkeitsideals hingegen hat in meinen Augen nichts mit einem dieser Faktoren zu tun. Stattdessen geht es darum, daß wenn Frauen als Menschen schon wertvoller sind als Männer, sich dies doch irgendwo niederschlagen und manifestieren muß. Nun haben die Bevorzugungen von Frauen gegenüber Männern durch Männer im Alltag aber drastisch abgenommen. Es wird immer schwieriger für Frauen, sich wertvoll zu fühlen, insofern sie in männlicher Selbstunterwerfung, männlicher Selbstdemütigung und männlicher Selbstentmündigung angesichts von ein paar Titten und einem akzeptablen Gesicht zu baden. (Manche behaupten übrigens, dies habe biologische Gründe.) Würde aber die Allgemeinheit diese gesetzliche Form der Frauenaufwertung = Vorteile ohne Gegenleistung absegnen, dann wären Frauen nicht mehr auf die schwindende Zulieferung männlicher Komplimente, männlicher Unterordnung und dergleichen angewiesen.

          crumar liest sich so, als wären allein ökonomische Vorteile am Werk. Das streite ich nicht in allen Fällen ab. Aber es ist nicht unbedingt immer die Raffgier von Frauen, die die breite Zustimmung zu solchen Vorschlägen herbeiführt. Die psychologische Funktion von Zuwendungen ohne Gegenleistung liegt oft in dem Nachweis eines Wertes als Frau.

        • Wenn der „strukturelle“ Einfluss erst mal gesichert ist, wird das auch einen Effekt auf Berichterstattung und das Programm haben.

          Ich bin mir sicher, dass es diesen „strukturellen Einfluss“ längst gibt, ebenso den Effekt auf die Berichterstattung.
          Hör und sieh dir doch einfach mal die Nachrichten oder diverse „Nachrichtenmagazine“ an. Oder bspw. auch solche Sendungen wie frau tv.

          Unsere ganze Medienlandschaft präsentiert fast ausschließlich Mädchen/Frauen als Opfer und unterdrückte und Jungen/Männer als Täter und Privilegierte. Männliche Opfer gibt es nicht.
          Und wenn, bspw. wenn ein Unglück oder Terroranschlag passiert ist, kommt praktisch keine Meldung ohne den obligatorischen (männerverachtenden) Hinweis aus, dass unter den Opfer auch Frauen und Kinder gewesen sind.
          Auch Arne Hoffmann hat sich auf seinem Blog schon darüber aufgeregt, dass (sinnggemäß) die „Clowns endlich damit aufhören sollen, so zu tun als wäre ein Unglück weniger schlimm, wenn nur Männer betroffen wären.“

          Bei man-tau.com hat man nach dem Anschlag in Manchester leider ins selbe Horn gestoßen, Erwachsene (insbesondere Männer) sind als Anschlagsopfer textlich vollkommen ausgeblendet worden. Kritik daran liest man offenbar nicht gerne, veröffentlicht einen Kommentar zumindest nicht.

          Die feminstische Rechtfertigung solcher Ideen geht einerseits darauf zurück, daß Männern den Frauen etwas zu Unrecht nehmen, weshalb Geschlechterrevanchismus die einzig gerechte Reaktion ist.

          Wo nehmen Männern den Frauen denn etwas – vor allen Dingen auch noch zu Unrecht?
          Frauen profitieren doch seit Jahrzehnten, sind längst mindestens gleichberechtigt und haben fast überall die Möglichkeit, die Hand aufzuhalten.

        • @Mario

          „Wo nehmen Männern den Frauen denn etwas – vor allen Dingen auch noch zu Unrecht?“

          Ich behaupte nicht, daß das wirklich wahr ist, sondern ich behaupte, daß das seit Simone de Beauvoir Teil jeder feministischen Ideologie ist.

        • @ Mario (mal kurz in eigener Sache) Es waren zwei Kommentare von Dir im Spam-Ordner gelandet, da schau ich tatsächlich nicht jeden Tag rein. Warum sie da landen, habe ich bis heute nicht sicher verstanden – das ist recht unergründlich.

          „Erwachsene (insbesondere Männer) sind als Anschlagsopfer textlich vollkommen ausgeblendet worden.“ Dass „insbesondere Männer“ ausgeblendet worden wären, stimmt nicht. Ich erwähne ja ablehnend Feministinnen, die den Anschlag sofort als spezifisch frauenfeindliche Gewalttat eingeordnet hatten – bevor noch Daten zu den Opfern bekannt waren.

          Ich hab aber tatsächlich Kinder und Jugendliche als Opfer hervorgehoben, und darauf gehst Du in Deinem Kommentar ja auch ein. Das hängt mit der Grundfrage des Textes zusammen. Die Anschläge müssen nach allem menschlichen Ermessen viel Wut hervorrufen, nicht nur bei mir. Diese Wut wird aber (anders als z.B. in den Siebzigern von Schmidt, der sie in einer Haltung der Entschlossenheit gegenüber den Terroristen einfing) in den öffentlichen Diskursen kaum aufgegriffen. Da sie so auch nicht reflektiert wird, halte ich das für gefährlich.

          Dass ein Anschlag sich gezielt gegen das Publikum eines Stars richtet, der besonders Kinder und Jugendliche anspricht, ist aber nun einmal ein Faktor, der mit Sicherheit viele besonders wütend macht.

        • @ Crumar Tatsächlich glaube ich, dass die beste Reaktion auf solche Forderungen ein fröhliches Wenn-schon-gendern-dann-richtig ist. Getreu dem Verständnis von Gendergerechtigkeit als „Querschnittsaufgabe“. Also eben z.B.: Öffentliche Ausgaben nach Geschlecht zu bemessen genau in dem Verhältnis, wie die Geschlechter auch zu öffentlichen Geldern beitragen verdienen.

          Natürlich ist das Quatsch, aber die anderen hier dokumentierten Forderungen sind ja nicht vernünftiger. Welcher Blödsinn dahinter steckt, merkt man eben spätestens dann, wenn dieses Denken in seine Konsequenz geführt wird.

          Frauen würden sich natürlich wehren – sie würden ja nur deshalb zum Steueraufkommen weniger DIREKT beitragen, weil sie Männern zuarbeiten und wichtige Tätigkeiten in der Erziehung wahrnehmen. Das müsste dann aber natürlich heißen: Wo wir Quoten in Männerdomänen brauchen (in der Arbeitswelt, wo Männer im Schnitt stärker engagiert sind), brauchen wir auch Quoten in Frauendomänen (also z.B. in der Kinderbetreuung). Gerichten könnte z.B. auferlegt werden, dass sie mindestens 30% der strittigen Sorgerechtsfälle zu Gunsten der Väter entscheiden müssen.

          Aber im Ernst: Ich kann mir eigentlich kaum vorstellen, dass jemand diese Forderungen erheben kann, ohne dabei lachen zu müssen. Es geht immerhin,und das ist nur EIN Beispiel, um öffentliche Gelder. Die sollen, tatsächlich, nicht möglichst sinnvoll, zu einem möglichst günstigen Kosten-Nutzen-Saldo ausgegeben werden – sondern Priorität soll haben, dass erst einmal Frauen in ausreichendem Maße daran verdienen.

          Wie kommt man eigentlich auf die Idee, solche Forderungen ernsthaft erheben zu können und damit auch noch Anklang zu finden?

        • @Schoppe

          „Wie kommt man eigentlich auf die Idee, solche Forderungen ernsthaft erheben zu können und damit auch noch Anklang zu finden?“

          Ist die Frage ernst gemeint? Soll ich Dir von der SPD, den Grünen, der LINKE, … usw erzählen?

        • @Lucas

          „Frauen würden sich natürlich wehren – sie würden ja nur deshalb zum Steueraufkommen weniger DIREKT beitragen, weil sie Männern zuarbeiten und wichtige Tätigkeiten in der Erziehung wahrnehmen.“

          Die Erziehungsaufgaben einer Frau in einer Familie sind ganz einfach – im Schnitt – unqualifizierte Arbeit.
          Egal auf welchem Gebiet, es handelt sich um praktizierten Dilettantismus.

          Ich nehme das Modell des männlichen Brotverdieners und der Frau, die „dazu verdient“ als gesellschaftlichen Normalfall und zeige auf, was das bedeutet:

          Wenn eine Frau in einem 450 Euro Job (pro Monat brutto) tätig ist und also „dazu verdient“ und dort 450 Euro im Jahr für die Krankenversicherung bezahlt, wird das nie und nimmer ihr Krankheitsrisiko abdecken.
          Die gesamten Sozialversicherungsbeiträge Arbeitnehmeranteil (AN) 1100 Euro im Jahr. Die gezahlten Lohnsteuern = 0 Euro.

          Im Fall einer Vollzeitstelle Mindestlohn ist die Summe aller Sozialversicherungsbeiträge (AN) 3500 Euro im Jahr, dazu kommt noch einmal der Arbeitgeberanteil (AG), den ich der Einfachheit halber ebenfalls mit 3500 Euro annehme.
          D.h. im ersten Fall haben wir insgesamt 2200 Euro (AN+AG) im letzteren 7000 Euro (AN+AG).

          Wieso mache ich das?

          Das feministisch geschmähte Modell der männlichen Erwerbsarbeit gibt m.E. die Basis dafür her, die realen KOSTEN der Sozialversicherungssysteme widerzuspiegeln (incl. Subventionen anderer, natürlich).
          Was der männliche Mindestlohnverdiener in Vollzeit einzahlt, sind – Pi mal Daumen – diese *realen Kosten*.

          Was also heißt: Auf 360 Euro Netto für den 450 Euro-Job bekommt sie *vom Patriarchat* noch einmal geldwerte Einzahlungen in die Sozialversicherungssysteme in Höhe der realen Kosten, abzüglich gezahlter Beiträge als „zweite Lohntüte“.

          Das kann nun leicht berechnet werden: 7000 Euro – 2200 Euro / 12 = 400 Euro im Monat wird ihr vom Patriarchat zusätzlich in die Hand gedrückt, ohne auch nur einen einzigen Cent Lohnsteuern zu bezahlen.

          Die bereits erfolgte *Subventionierung* der Einzahlungen in die Sozialversicherungssysteme ist *höher* als ihr Netto-Lohn.
          Rückwärts gerechnet entspricht der Betrag in Höhe von 400 Euro zu einem Mindestlohn von 8,84 Euro brutto die Stunde einer *bereits bezahlten* Erwerbsarbeit von 45 Stunden im Monat.
          Das ist gesellschaftliche, bzw. um dem ein Gender zu verpassen: Männerarbeit, die hier angeeignet wird.

          Noch einmal: Dieser gesellschaftliche NORMALfall sorgt für ein Lohnsteueraufkommen von 0 Euro von Frau und eine Subventionierung von 4800 Euro im Jahr oder dem Äquivalent von 540 Stunden Erwerbsarbeit zu Mindestlohn, für *jede dieser Frauen*, *jedes Jahr*.

          Nun brauchst du nur noch den Multiplikator finden und kannst dann selber ausrechnen, wie teuer das Subventionsmodell „Frau“ für das „Patriarchat“ im Jahr ist.
          Es ist m.E. das TEUERSTE Unterdrückungssystem aller Zeiten.

          Gruß crumar

        • @Elmar

          Ich kommentieren mal im Text, den ich dazu umgestellt habe.

          „crumar liest sich so, als wären allein ökonomische Vorteile am Werk.“

          Ist so ein bisschen meine Job-Beschreibung, oder?! 😉

          „Die psychologische Funktion von Zuwendungen ohne Gegenleistung liegt oft in dem Nachweis eines Wertes als Frau.“

          Völlig einverstanden.

          „Die Resonanzfrequenz des Weiblichkeitsideals hingegen hat in meinen Augen nichts mit einem dieser Faktoren zu tun. Stattdessen geht es darum, daß wenn Frauen als Menschen schon wertvoller sind als Männer, sich dies doch irgendwo niederschlagen und manifestieren muß. Nun haben die Bevorzugungen von Frauen gegenüber Männern durch Männer im Alltag aber drastisch abgenommen. Es wird immer schwieriger für Frauen, sich wertvoll zu fühlen,“

          Ich mache an dieser Stelle einen break.
          Weil ich dir erstens zustimme, weil ich aber zweitens glaube, das Problem geht noch tiefer.

          Vorab muss ich sagen, dass ich bisher ausschließlich Männer – inklusive meiner Person, versteht sich – für die Externalisierung von (Lebens-) Sinn kritisiert habe.
          Es ist die Haltung, die Beziehung zu einer Frau, die Gründung einer Familie solle oder könne die Rechtfertigung dafür liefern, warum man sich im Hamsterrad fortbewegt, warum man diesen ganzen Scheiß erträgt und aus *diesem* Leben für sich selbst einen Sinn abgewinnt.
          Natürlich möchten jeder Mensch das Gefühl haben, geliebt und gebraucht zu werden.

          Was mich an *diesem* Konzept von Männlichkeit immer gestört hat, ist die Organisation eines Lebens, welches m.E. immer wieder auf „Mein Leben ohne mich“ herausläuft.
          Im Gegensatz zur frauschenden Meinung ist dieser Ansatz in meinen Augen aus *falschen Gründen* altruistisch bis hin zur Selbstaufgabe.

          Weil damit die Verantwortung für das Gelingen des *eigenen*, für das *gute Leben* an andere Menschen delegiert wird.
          Es ist damit eine „Umwegfinanzierung“ und richtig problematisch wird es, wenn ein solches Modell – im Rahmen einer Scheidung/Trennung – zusammenbricht.

          Was ich jedoch verblüfft zur Kenntnis nehme ist, dass ein solches Modell bei Frauen ebenfalls existiert. Der Feminismus thematisiert das natürlich unter dem Aspekt von „Macht“, „Herrschaft“ usw.
          D.h. hier wird doppelt externalisiert und unterstellt, es ist ein Verhalten, das sich einem (internalisierten) Zwang verdankt, welcher wiederum die Herrschaft absichert usw. usf.

          Mein Punkt ist, dass es im Zuge der Gleichberechtigung keinerlei Gründe mehr gibt, warum es ÜBERHAUPT noch ein positives „Weiblichkeitsideal“ geben sollte.
          Es gibt keine weiblichen Bonuspunkte für die Herstellung eines „Heims“ mehr, weil Männer dies ebenfalls gelernt haben, kochen können viele Männer besser als ihre Frauen, in der Kindererziehung erweisen sich Männer als ebenbürtig. Die traditionellen Gründe für das *spezifisch weibliche* „geliebt und gebraucht werden“ verschwinden demnach ebenfalls.

          Bisher hat der Feminismus durch pure Lautstärke es vermocht, diesen objektiven Bedeutungsverlust von „Weiblichkeit“ zu überdecken und ich glaube, dass kreischige „end of men“ hat hohe projektive Anteile.
          Bestandteil einer männlichen Kultur war das Bewusstsein, jederzeit ersetzbar sein zu können – nach meinem Dafürhalten steht diese Entdeckung Frauen noch bevor.
          Bzw. der objektive Bedeutungsverlust von Weiblichkeit wird eingedämmt durch den/einen Statthalter, nämlich den des *bedrohten Weibes*.

          Gruß crumar

    • „die Vergabe öffentlicher Aufträge und Fördermittel an mindestens 40 Prozent Frauen“

      Was für ein Schwachsinn. Wenn ein Autobahnabschnitt geplant und der Auftrag vergeben wird, dann muss erst mal die Strassenbauunternehmung gefunden werden, deren Arbeiter_Innen* zu mindestens 40% Frauen sind.

      Warum nicht schlicht einfach das leistungsunabhängige und bedingungslose Einkommen für Frauen fordern? So etwa der fünffache Harz IV-Ansatz. Ausserdem eine Menstruationszulage, der Geschlechtersolidaritätsbeitrag sozusagen. So eine Art Blutgeld.

      • Naja, das wird nur gefordert…

        „Für die Bereiche Medien, Kultur, Medizin und Wissenschaft“

        In dreckigen und gefährlichen Jobs gibt es keine Frauenquoteforderungen.

  2. Neben der Achse „Frauen / Männer“ sollten die Achsen „Junge / Alte“ und „Arme / Reiche“ genauso berücksichtigt werden. Also den ganzen Text noch zweimal mit Alten und Armen.

    Ausserdem sollte Sexualität als Grundbedürfnis und Grundrecht mit Freifickscheinen garantiert werden. Jeder und Jede muss 52 Freifickscheine pro Jahr einreichen die dann unter allen verlost und nach Vorzeigen eingelöst werden müssen.

    Und Gleichstellung muss jetzt endlich richtig konsequent werden. Alle Lohneinnahmen von allen kommen in einen Topf und es wird an Jeden und Jede genau gleichviel ausbezahlt. Alles andere wäre ungerecht!

  3. Sagt mir, dass das Satire ist!
    Das kann doch kein vernünftiger Mensch ernst meinen.
    Mindestens 30% Frauen in den drei obersten Führungsebenen – die spinnen doch! Wollen die die Wirtschaft total in den Dreck fahren?
    Ich kann nur hoffen, dass die Gestzgebung wenigstens noch so viel Grips hat, dass diese Forderungen nie durchkommen (wobei ich im Hinblick auf Entscheidungen in der Vergangenheit mein Zweifel habe).

    • Besonders bei dem Trend zur Flächen Hierarchie.

      Aber nein, das trifft auch kaum wen – vor allem keine jungen ambitionierten Männer

        • „Feministische Politik ist ist nicht durchdacht.

          In weiteren Nachrichten:
          Die meisten jungen Männer würden lieber Sex als Blumenkohl haben.
          Wasser ist tatsächlich nass.
          Morgen ist später als gestern.“

        • „Selbst wenn man die Bürohilfe zur Abteilungsleiterin macht“ – Darauf wird’s wohl hinauslaufen. Und ich halte das für ein gewolltes Problem. Die Stimmung im Unternehmen wird dadurch nicht unbedingt besser, das liegt dann an angeblicher allgemeiner Frauenfeindlichkeit, deswegen müssen natürlich gleich noch härtere Regeln her, und um die durchzusetzen, braucht es noch mehr Posten in Sachen „Gleichstellung“, die dann selbstverständlich bloß an Frauen vergeben werden können. In den Genuss dieser Posten werden natürlich bevorzugt die Frauen kommen, die bereits in Sachen „Pro Quote“ aktiv sind.

          Ergo: Diese Berliner Erklärung ist nichts weiter als eine Aufforderung an die Politik, die Unterzeichnerinnen auf irgendeine Weise in eine gut vergütete Position zu hieven bzw. solch Stellen überhaupt erst zu erschaffen. Jibbie. Ich hab’s entlarvt.

        • Die Umsetzung würde vor allem darauf hinauslaufen, dass insbesondere der Mittelstand seine Standorte weitestmöglich ins Ausland verlagert.
          Unter solchen Bedingungen kann man nämlich nicht mehr produktiv arbeiten und international konkurrenzfähig bleiben.

          Ha! .. vor ein paar Jahren hatte ich das noch als Aprilscherz.

  4. De Fischer un sien Fru.

    Interessanter als die Details der Forderungen finde ich die Einstellung: Nacktes, ungeschminktes: „GEBT MIR! Womit ich das verdient hab? ICH BIN FRAU!!“

    Was schätzt ihr, wie die prozentuale Verteilung der möglichen Reaktionen bei unsern Bundesbürgerinnen ist? Meine Vermutung:

    20% – „Das wird aber auch Zeit“
    75% – „Äh.. was? Politik interessiert mich nicht“
    4% – „Das wird negative Auswirkung auf die Wirtschaft haben“
    1% – „Das ist ungerecht. Niemand sollte bekommen, wofür sie nichts geleistet hat.“

    • Im Großen und Ganzen könntest du recht haben, @only_me

      Aber:

      Wieviel Prozent dürften wohl der Aussage „Das steht mir zu“ zustimmen, betrachtet man allein die Zahl der s.g. Alleinerziehenden, von denen man das in großer Zahl und immer wieder zu hören bekommt.

      Weibliche ‚Nehmerqualitäten‘ halt!

      Ich tippe in diesem Fall auf eine Ratio von mindestens größer 50. Denn man will ja ’nur‘, was einem zusteht …

    • der einzig interessante Anteil ist der derjenigen Frauen die sich dagegen stellen. Und das wird eine klare Minderheit sein.
      Denn es hat sich in der Geschichte immer gezeigt, dass sich nur eine kleine Minderheit gegen rassistische/sexistische Privilegien gestellt hat.

      • „der einzig interessante Anteil ist der derjenigen Frauen die sich dagegen stellen.“
        Stimmt!
        Auch interessant ist aber, daß es eben nicht um Forderungen der Mitglieder dieser Verbände handelt.
        Insofern liegen Crumar und Emannzer oben falsch mit ihrer Gleichstellung von „Weiblichkeit“, Feministen und Verbandsvorständen.
        Ein Mitglied der Frauenunion beklagt sich darüber, daß gar nicht gefragt wurde, ob man/frau den Wisch unterzeichnen möchte:
        http://www.focus.de/politik/experten/bkelle/gastbeitrag-bleibt-mir-weg-mit-eurer-quote_id_7196368.html

        • aber die Mitglieder nehmen die Privilegien gerne an. Sie mussten sich nicht bemühen (Female Hypoagency) können aber die Früchte ernten und sind auch nicht unangenehm aufgefallen (wenn es denn doch mal schief laufen sollte).

  5. Einige Punkte wurden nicht ganz durchdacht:
    Ich nehme an, dass in Deutschland der Aufsichtsrat auch von den Aktionären gewählt wird. Soll nun deren Stimmrecht eingeschränkt werden oder gleich entzogen werden? Welche neuen Anreize wollen die Frauenverbände schaffen, damit diese Unternehmen ihre Investoren nicht verlieren?
    Was passiert, wenn das Kind krank ist und z.B. eine wichtige Sitzung, ein Geschäftsessen oder sogar eine mehrtägige Gschäftsreise ansteht? Wird dann die betroffene Frau sanktioniert, wenn sie ihren Pflichten nicht nachkommen kann? Dürfen Frauen ohne Kinder bevorzugt werden?
    Bei der Offenlegung und Prüfung der Gründe für die Nichterreichung der Quote, wird dem Unternehmen der bürokratische Aufwand anschliessend entschädigt? Wenn ja, durch die Frauenverbände? Vermutlich werden Revisionsgesellschaften diese Aufgaben übernehmen und die können sehr teuer sein…

    • Die „Einführung eines Unterrichtsfachs Wirtschaft und Lebensökonomie als Pflichtfach sowie eines Pflichtfachs Informatik/Technik“ wäre durchaus überlegenswert – wobei es das, bis auf die „Lebensökonomie“ (was immer das ist) in Bayern bereits so ähnlich gibt.

  6. 1. Für Politik und Parteien ist jegliche Quotierung und Parität rigoros abzulehnen, sonst leben wir dann nicht mehr in einer Demokratie, wo die Bürger die freie Wahl haben, ob sie lieber den Männern oder den Frauen den Vorzug geben, sondern wir haben dann Zwangswahlen nach Gruppen.

    2. Für die Privatwirtschaft: Dort, wo es Monopole gibt, also quasi nur noch zwei, drei Unternehmen, mag eine Quote sinnvoll sein, weil der Wettbewerb offenbar nicht mehr spielt. Beim Rest ist es abzulehnen.

    3. Für die Bereiche Medien, Kultur, Wissenschaft und Medizin müsste ich mir die Sache genauer überlegen. Was sind Vorteile und was sind Nachteile.

      • @Adrian

        Quoten halte ich dort für bedenkenswert, wenn eben der Wettbewerb nicht mehr spielt, wir also Monopole haben, wo für Neueinsteiger die Hürden so hoch sind (z.B. finanzielle Mittel), dass wir dann eben quasi eine „Oligarchie“ haben.
        Beim Genderbudeting muss ich mir die Sache auch noch ein bisschen überlegen, was hier Vorteile oder Nachteile sein könnten.

        • Du hälst Quoten für Monopole also bedenkenswert.
          Warum? Ich verstehe die Intention nicht.

          „Beim Genderbudeting muss ich mir die Sache auch noch ein bisschen überlegen, was hier Vorteile oder Nachteile sein könnten.

          Ich weiß nicht mal was das sein soll.

    • zu 1.) dann musst du die Zweitstimme bei allen Wahlen abschaffen da hier keine Person sondern eine Liste gewählt wird auf deren Zusammensetzung du keinen Einfluss hast.

      zu 2.) Was bringt eine Frauenquote in dem Fall… Nichts bzw. Frauen könnten staatlich geschützt in den Markt eintreten Männer müssten das volle Unternehmerische Risiko tragen… Und wenn Frauen garantiert 40% der Aufträge bekommen würden müssten sie ja noch nichtmal günstiger als die Monopolisten anbieten da sie ja den Zuschlag sowieso bekommen…. damit wird nur zusätzlich zum bestehenden Monopol noch ein paralleles Frauen Monopol geschaffen.

      3.) Warum sollte in Medien, Wissenschaft, Medizin nicht die Besten auswahl gelten sondern eine Quote?

      Ob Frau Newton oder Herr Newton unterm Baum gesessen hätten, hätte für die Gravitation keinen Unterschied gespielt. Wobei Frau Newton hätte vielleicht noch einen Apfelkuchen gebacken. 😉

      Und in der Medizin, meinem Blinddarm ist es auch egal ob ein Chirurg oder eine Chirurgin ihn herausschneidet, wichtig ist nur das die Person den Job richtig mach, das Geschlecht ist irrelevant, der/die Beste sollte den Job bekommen und nicht der dessen Chromosomensatz gerade passt.

  7. Ehegattensplitting abschaffen…. und durch was ersetzen?

    Das Ehegattensplitting ist Aufgrund eines Urteils vom BVerfG (Art 6 GG) zwingend eingeführt damit Ehepaare Steuerlich nicht schlechter gestellt werden.

    Es gibt nur zwei mögliche Alternativen.
    1.) Ein Flat Tax
    2.) oder die Abschaffung der Zusammenveranlagung.

    1.) wird keine Regierung druchsetzen können oder wie will man dem Wähler erklären das zukünftig der Verstandsvorsitzende eines Dax Konzerns den gleichen Steuersatz hat wie die Kassiererin an der Supermarktkasse.

    2.) hier ergen sich riesige Probleme, z.B. Besteuerung des Existenzminimum, Zugewinngemeinschaft und Unterhaltszahlungen und ist richtig Kompliziert.

    Ich glaube der Vorschlag der FDP Steuerklasse V abzuschaffen, so das wenn beide Partner arbeiten automatisch Steuerklasse IV/IV gilt ist die beste Lösung.
    Daurch würde das meiste gejammer gestoppt werden, da sehr viele Menschen (auch Politker) gegen das Splitting mit der „für Frauen ungerechenten Steuerklasse V“ argumentieren weil sie absolut keine Ahnung vom Steuerrecht haben und den Unterschied zwischen Steuerklasse und Steuertarif nicht kennen.

    • Einfach die gemeinsame Steuererklärung für eine Ehegemeinschaft abschaffen?
      Die Ehe ist doch sowieso eine Form der Gütertrennung (mit Zugewinnsausgleich)

  8. Die Forderungen sind echt absurd und ein massiver Eingriff in die Wirtschaft.

    1. Sollen etwa bewährte Mitarbeiter quasi aus politischen Gründen entlassen werden? (Stichwort „Neubesetzungen ab 2018“)
    2. Wenn ein Unternehmen seine bisherigen Führungskräfte behalten will – Müssen die dann extra hoch vergütete (aber eigentlich überflüssige) Arbeitsplätze einrichten, damit trotzdem die Quote erreicht wird?
    3. Auch für ausländische Unternehmensformen soll das gelten? Na prima, Standort Deutschland wird immer „attraktiver“.

    Die Forderungen sind außerdem geradezu hinterhältig.

    1. Selbstverstärkend. Wenn nun also grob ein Drittel der Chefetage mit Frauen besetzt ist – und zwar ganz plötzlich ab 2018 – vielleicht sogar mit Quereinsteigerinnen, die vorher gar nicht im Unternehmen waren – was wird das fördern? Respekt sicherlich nicht, sondern eher Missmut. Und ich bin sicher, das ist auch so gewollt. Denn dieser Missmut wird garantiert als generelle „Frauenfeindlichkeit“ interpretiert werden, weshalb man natürlich NOCH strengere Regeln braucht.
    2. Egoistisch. „Jäii, wir fordern was für ALLE Frauen“ Aufwarchen. Eben das tun die NICHT. Haben die noch nie getan. Das ganze Geweine von wegen „gläserne Decke“ hört man doch heute schon nur von denen, die bereits in einer gut bezahlten Position und/oder „irgendwie in der Politik“ sind. Und auch ausschließlich denen wird eine solche Quote nutzen. Die Reinigungskraft, die Kassiererin, die Altenpflegerin haben genau nichts davon.
    3. Asozial. Das Geld, das für überflüssige, extra geschaffene Quoten-Führungspositionen rausgeblasen werden muss, fehlt dann irgendwo. Kleineren Unternehmen könnte das massiv schaden. Und bei größeren Unternehmen fehlt das Geld dann sicherlich nicht im Aufsichtsrat, sondern „weiter unten“. Also noch mehr Zeitarbeit, noch mehr Werksverträge, noch mehr prekäre Arbeitsplätze, noch mehr Aufstocker. Heißen Dank, auch.

    Ich erkenne da nur ein Ziel: Der Selbstbedienungsladen an gut bezahlten Posten, auf denen man sich nach beendeter/gescheiterter politischer Karriere durchfüttern lassen kann, soll also für eine kleine Elite NOCH weiter vergrößert werden – während das Armutsrisiko für den Rest der Bevölkerung immer weiter wächst. Eine blanke, genau geplante Verarschung unter dem Deckmäntelchen der „Chancengleichheit“.

    • „Das ganze Geweine von wegen „gläserne Decke“ hört man doch heute schon nur von denen, die bereits in einer gut bezahlten Position und/oder „irgendwie in der Politik“ sind. “

      Leider nicht – die bequeme Ausrede um (ggf. prophylaktisch) Scheitern zu Erklärung, ideal sogar durch Fremdschuld ist so „handlich“, dass sie auch gerne anderweitig angenommen wird.
      (Selbst erlebt im Gespräch mit einer (eigentlich) intelligenten jungen Absolventin)

  9. „Für Politik und Parlamente fordern wir:

    in der kommenden Legislaturperiode für die Wahlen zum Bundestag ein
    verfassungskonformes Paritätsgesetz auf den Weg zu bringen.“

    Ich übersetze: „Verfassungskonform“ heisst nichts anderes als „Verfassungsumgehend“.

    Nichts bringt mich mehr auf die Palme als Quoten auf Wahllisten. Ich bin Demokrat, ein Quotenwahlrecht hatten wir im Kaiserreich.

  10. Ein einziges Gejammer. Aber eine wesentliche Forderung fehlt, die es euch Frauen erleichtern würde, ganz normale Teilhabe an allem zu haben: Wenn wir nämlich uns Väter – vor allem nach einer Trennung, aber auch davor – eine gleichberechtigte Elternschaft toleriert und fördert. Dies ist faktisch in allzu vielen Fällen nicht der Fall.

  11. Die Forderungen sind nahezu komplett abzulehnen, unter anderem auch deshalb, weil sie schon längst erfüllt sind. Dass der GPG ein 10 Jahre altes Märchen ist, weiß hier wohl jeder. Ebenso, dass Gleichstellung eben nicht Gleichberechtigung bedeutet – und Frauen längst gleichberechtigt und teilweise sogar besser gestellt sind. Jobvergabe im öffentlichen Dienst, Wehrpflicht, Sorgerecht, Strafrecht etc.

    Nachdenken könnte man theoretisch über die „gerechte Bezahlung“ in sozialen Berufen und über Pflichtfächer in der Schule.
    Gerechte Bezahlung ist aber ein sehr schwammiger, im Grunde nichtssagender Begriff. Denn was ist schon gerechte Bezahlung? Dass Frauen und Männer in bspw. der Pflege zu wenig verdienen, dürfte jedem klar sein. Aber wann ist genug genug?

    Bei den Pflichtfächern würde ich generell auch zustimmen, wir brauchen gut ausgebildete Fachkräfte in technologischen Berufen. Allerdings liegt eben nicht jedem bspw. Informatik, anscheinend ja auch gerade Mädchen nicht.

    Bevor der Selbstbedienungsladen für das weibliche Geschlecht noch mehr ausgeweitet wird, sollte man aber erst mal zusehen, dass bestehende Ungerechtigkeiten eliminiert werden. Pflichten auch für Frauen sind, wie hier schon vorgeschlagen, vielleicht ein erster Anfang.
    Rechte zu haben bedeutet in einem sozialen Miteinander nämlich auch, Pflichten zu übernehmen.

  12. Ein weiteres Beispiel dafür, dass alles, wo „Berlin“ drinsteckt, direkt Richtugn Rundablage wandern sollte. Kann man diese Sickergrube im märkischen Sand nicht endlich mal zuschütten? Komplett schwachsinnige Forderungen die in vielen Bereichen nicht durchsetzbar sind ohne wirtschaftlichen Ruin. Aber hey, da sehnen sich wohl einige nach dem Arbeiter- und Bauern-Staat zurück…

  13. Birgit Kelle hat mal in irgendeinem Interview gesagt, dass sie Mitglied in mehreren Frauenverbänden sei. Das bedeute aber nicht, dass sie zwingend allen Aktionen dieser Verbände vorbehaltlos zustimme.

    Ich erinnerte mich daran, als ich las, dass einer der Verbände der „Verband deutscher Unternehmerinnen e.V.“ ist. Wie kann er ernsthaft solche Forderungen zur Einschränkung der Unternehmerfreiheit seiner Mitgliederinnen stellen?

    Und warum wird es immernoch akzeptiert, dass hier „Frauenquoten“ gefordert werden? Wenn überhaupt irgendetwas diskutabel ist, dann die Forderung nach „Geschlechterquoten“.

  14. Gleiche Bezahlung ist eine Frechheit.
    Ich habe mir in meinem Betrieb den Arsch abgearbeitet. Dem Betrieb auch viel Geld gebracht. Auf die Frage nach mehr Geld kam, dass das eine Kollegin DISKRIMINIEREN würde, die im selben Bereich arbeitet.

  15. Die Forderung nach einem „verfassungskonformem Paritätsgesetz“ ist interessant.

    Dahinter verbirgt sich eine Frauenquote für den Bundestag. Nun sind ähnliche Vorstöße auf kommunaler Ebene (ich meine, in Bremen und Hessen, aber ich google das jetzt mal nicht) an Verfassungsbestimmungen gescheitert. Jeder hat das Recht, zu einer Wahl zu kandidieren und jeder darf seine Stimme abgeben, wie es ihm gefällt. Quoten sind schlicht verfassungswidrig.

    Nun gibt es eine Initiative aus Bayern, die das Ganze auf den Kopf stellt und die Zusammensetzung der Parlamente als verfassungswidrig bezeichnet.

    https://www.aktionsbuendnis-parite.de

    Der Staat müsse die Parteien per Gesetz daran hindern, „im Vorfeld der Wahl männliche Kandidaten aufgrund seit Jahrzehnten verfestigter, maskulin geprägter Strukturen zu bevorzugen“. Meint die Jura-Professorin Silke Laskowski.

    Und: „Wenn da so eine geballte Männermacht die Entscheidungen trifft, dann werden diese Entscheidungen schlicht frauenfeindlich“. Sagt Christa Weil-Schneider, Vorsitzende des ehrwürdigen „Vereins für Fraueninteressen“ in München. Es läuft eine Klage beim Bayerischen Landesverfassungsgericht.

    Interessanterweise gibt es solchen Gesetze wohl schon in anderen europäischen Ländern, unter anderem in Frankreich. Nur für das Nationalparlament nicht, da sind ersatzweise Strafzahlungen möglich.

    http://www.emma.de/artikel/parite-statt-fraternite-334373

    In dem Artikel steht auch, dass die Frauenbeteiligung in Parlamenten ansteigt, je höher das Parlament ist. Im Bundestag ist sie am höchsten, in den Landtagen geringer, in den Kommunalparlamenten am geringsten. Das ist auch klar. Ein Bundestagsmandat ist finanziell und vom Einfluss her am attraktivsten; in Kommunalparlamenten dagegen muss man ohne nennenswerte Bezahlung harte Kärrnerarbeit leisten, Dienst an der Gemeinschaft. Das überlassen die Damen dann doch lieber den Männern.

    Gegen fifty-fifty wäre gar nicht viel einzuwenden und es würde sich auch von selbst einstellen, wenn sich Frauen gleich stark wie Männer politisch engagieren würden. Tun sie aber nicht. Der Frauenanteil in den Parteien beträgt ungefähr ein Drittel, bei den Grünen etwas mehr, bei den Schwarzen etwas weniger. Obwohl keine Frau vom Patriarchat gehindert wird, in eine Partei einzutreten und sich zu engagieren. Sie haben aber andere Prioritäten.

    Die Folge der Quote ist demnach, dass eine ambitionierte Frau rein statistisch doppelt so hohe Chancen auf ein Mandat hat wie ein ambitionierter Mann. Bei Grünen und Linken lässt sich das besichtigen, sie haben mehr Frauen als Männer im Bundestag.

    Das Urteil des Landesverfassungsgerichts verspricht interessant zu werden. Wie ich die feministischen Parteien kenne, werden sie diese Forderung bald auf ihre Fahnen schreiben. Spätestens dann sollten viele Männer merken, dass diese Parteien nicht wählbar sind. Ich bin überzeugt davon, dass die Niederlage des Duos Kraft/Lührmann in NRW auch damit zu tun hatte, dass sie Frauen im öffentlichen Dienst über Gebühr und auf verfassungswidrige Weise bevorzugen wollten. Es gibt einen Tropfen, der das Fass zum überlaufen bringt.

  16. Diese in Teilen verfassungswidrigen Forderungen sind bis auf wenige Ausnahmen abzulehnen. Da wir aber keine Chancen haben, sollten wir auf Schadensbegrenzung hinwirken und das bedeutet: Diese Grenzen müssen auch für Männer gelten, was quasi eine Obergrenze für Frauen gleichkommt. Das wird bei dem absurden Gleichberechtigungsverständnis der Genderkommunisten schon schwierig genug. Ich möchte hier nur auf Berlin und NRW verweisen: In Berlin, wo Gender Budgeting schon implementiert ist, gilt das nur für Frauen, was beispielsweise dazu führt, dass von häuslicher Gewalt betroffene Männer (lt. PKS Berlin knapp 30% im Hellfeld) keinen Cent bekommen, während für Frauen ein hoher einstelliger Millionenbetrag bereitgestellt wird. Oder im „Hochschulzukunftsgesetz“ (https://recht.nrw.de/lmi/owa/br_vbl_detail_text?anw_nr=6&vd_id=14567) in NRW, wo Gleichstellung explizit in §37a(2) ausgeschlossen wird, wenn die Zahl der Professorinnen die der Professoren übersteigt – nach unbestätigten Infos auf Betreiben der Genderprofessorinnen, weil Frauen dann jahrzehntelang keine Chance auf eine Genderprofessur hätten…

  17. Pingback: Frauen fordern “wirksame” Maßnahmen. Bin ich bei. | Lollipops for equality

  18. Die Damen wünschen „Gleiche Teilhabe“. Punkt für Punkt:

    Der Begriff der gesellschaftlichen „Gleiche Teilhabe“ bezieht sich auf allgemeinmenschliche Bedürfnisse. Siehe Wikipedia Partizipation und Teilhabe Behinderter. Sie ist zu verstehen im Kontext von Grundrechten und unantastbarer Menschenwürde.

    Die geforderte prozentuale Zuteilung von Spitzenjobs in Industrie ist zum Einen außerhalb dieses Kontextes; diese Forderung als „Teilhabe“ bedeutet eine Entwertung des Begriffs.

    Zum Anderen blendet er vollständig aus, dass diese Spitzenjobs mit Arbeit und – als Voraussetzung – mit Kompetenz verbunden ist. Stichwort Bestenauslese. Stattdessen wollen die Damen Auswahl nach Geschlecht. Das ist Wiedereinführung von Geburtsrecht.

    Für Medien, Kultur, Medizin, Wissenschaft, Politik gilt das Gleiche.

  19. Die Damen wünschen „Gleiche Bezahlung“.

    Kein Tarifvertrag differenziert nach Geschlecht, weil nach GG Art. 3 verboten.

    Einkommensunterschiede ergeben sich also nur außerhalb der Tarife: nämlich in persönlicher Aushandlung, bei immer nur eine Person Verhandlungspartner des Arbeitgebers ist. Männlich oder weiblich egal: es ist kein anderes Geschlecht anwesend und demzufolge Geschlechtsdiskriminierung schlechterdings nicht möglich.

    Statistisch gemessener Einkommensunterschied beruht also nicht auf Diskriminierung, sondern als Summe individuell ausgehandelter Beträge. Für Ungleichbehandlung der Damen fehlt der Denkansatz.

    Oder juristisch: Gleichbehandlung gibts nur zwischen Individuen, nicht zwischen Gruppen.

    Die Forderung der Damen ist zurückzustellen, bis die benannten logischen Probleme gelöst sind.

  20. Pingback: Programm der „Liberalen Männer in der FDP“ | Alles Evolution

  21. Außer den Forderungen der „Berliner Erklärung“ ist eine Betrachtung wert, was nicht gefordert wird. Beispielsweise werden die wahren Gründe für statistisch niedriges Einkommen der Frauen vornehm ausgeblendet.

    Da wären die Bäckereifachverkäuferinnen, mit schöner Regemäßigkeit stolze Inhaberin eines 450€-Jobs, um dem Arbeitgeber Sozialversicherung zu sparen. Kein Wort dazu?

    Die Tarife bei Friseusen und Kellnerinnen sind so schändlich niedrig, dass die Trinkgelder eingepreist werden – wieder unter vornehmem Verzicht auf Sozialabgaben. (gilt ebenso für die unterzähligen Männer). Keine Aufruf an die Gewerkschaften?

    Pflegeberufe, Kita, Krankenschwestern – von Frauen dominierte Berufe – leiden zusätzlich unter unzureichendem Personalschlüssel. Was ist vom Feminismus zu hören?

    Die Aufzählung erhebt nicht Anspruch auf Vollständigkeit.

    Es gibt also durchaus Nachteile, die – qua Berufs-Präferenz – spezifisch für Frauen gelten. Diese haben eins gemeinsam: sie sind konkret greifbar, und sie werden konkret verschwiegen von den selbsternannten Feminist(inn)en.

    Würden diese Punkte mal ordentlich thematisiert und veröffentlicht, so würde sich schnell zeigen: realer Missstand → konkrete Maßnahme erforderlich → danach Missstand behoben.

    Die Kehrseite: die hauptamtliche Befreiungskämpferin würde dabei arbeitslos. Die Emanzen scheuen darum das Konkrete wie der Teufel das Weihwasser.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s