Neue Familienministerin Katarina Barley

Bei der SPD rotiert es:

Die bisherige SPD-Generalsekretärin Katarina Barley wird neue Bundesfamilienministerin. Sie löst ihre Parteikollegin Manuela Schwesig ab, die als Ministerpräsidentin nach Mecklenburg-Vorpommern wechselt. Neuer Generalsekretär wird Hubertus Heil. Das sagte der SPD-Vorsitzende und Kanzlerkandidat Martin Schulz in einer Fraktionssitzung.

Der 44-jährige Heil war von 2005 und 2009 schon einmal Generalsekretär der SPD und übernimmt nun vier Monate vor der Bundestagswahl die wichtige Rolle des Wahlkampfmanagers. Barley hatte den Posten im Dezember 2015 übernommen.

Der bisherige Ministerpräsident in Mecklenburg Vorpommern ist aus gesundheitlichen Gründen zurückgetreten und wird von der bisherigen Familienministerin Schwesig abgelöst. Für diese rückt die bisherige Generalsekretärin Katarina Barley nach, die wiederum von Heil beerbt wird.

Zum Wechsel an der SPD-Spitze auch:

 

Böse Zungen behaupten Barley wird auch deswegen Familienministerin, damit sie nach drei verlorenen Landtagswahlen nicht mehr Wahlkampfmanagerin ist.

Aber dennoch ist es interessant, was Barley bringt:

Barley – Tochter eines britischen Redakteurs der Deutschen Welle und einer deutschen Ärztin[2] – erlangte 1987 das Abitur am Gymnasium Rodenkirchen in Köln. Anschließend studierte sie Rechtswissenschaften an der Philipps-Universität Marburg und absolvierte ein Austauschstudium an der Universität Paris-Süd, das sie 1990 mit dem „Diplôme de droit français“ (Diplom des Französischen Rechts) abschloss.[3] 1993 bestand Barley das erste Staatsexamen und begann bei Bodo Pieroth an der Universität Münster mit ihrer Promotion, die 1998 abgeschlossen wurde. Nach dem zweiten Staatsexamen war sie beruflich zunächst als Rechtsanwältin für Medizinrecht in einer Hamburger Großkanzlei tätig, bevor sie in den Wissenschaftlichen Dienst des Landtags Rheinland-Pfalz wechselte.[4] Danach war sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bundesverfassungsgericht bei Renate Jaeger tätig, später als Richterin am Landgericht Trier sowie am Amtsgericht Wittlich. Seit 2008 bis zu ihrer Wahl in den Bundestag war sie Referentin im Ministerium der Justiz und für Verbraucherschutz in Mainz. Seit 2010 ist Barley Mitglied im Landesbeamtenbeirat von ver.di.

Eine Juristin als Familienministerin wäre immerhin etwas fachkundiger und bei ihrer Arbeit am Bundesverfassungsgericht dürfte sie auch verstanden haben, dass Art 3 GG gleiche Rechte auch für Männer beinhaltet. Ich meine sie hatte so etwas auch mal auf eine Frage von mir auf Twitter angegeben, finde es aber gerade nicht mehr.

Barley ist geschieden und hat zwei Söhne.

Zwei Söhne ist ja immerhin etwas.

SPD-Politikerin seit 1994[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Mit 26 Jahren wurde Katarina Barley Mitglied der SPD. Seit 2005 gehört sie dem Kreisvorstand der SPD Trier-Saarburg an, von 2010 bis Juli 2016 als Kreisvorsitzende.[6] Bei der Bundestagswahl 2013 war sie Direktkandidatin im Bundestagswahlkreis Trier und kam auf 31,1 Prozent der Erststimmen.[7] Über Platz 7 der Landesliste zog sie in den Bundestag ein.[8]

Im Bundestag gehört Katarina Barley als ordentliches Mitglied den folgenden Ausschüssen und Gremien an:

Bundesrichterwahlausschuss
Bundesverfassungsrichterwahlausschuss
Zudem ist sie stellvertretendes Mitglied im Rechtsausschuss.

Barley ist Mitglied der deutsch-britischen Parlamentariergruppe im Deutschen Bundestag. Sie besitzt neben der deutschen auch die britische Staatsangehörigkeit.

Anfang November 2015 schlug der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel Barley als Generalsekretärin der SPD (und damit als Nachfolgerin von Yasmin Fahimi) vor.[9] Barley erhielt am 11. Dezember 2015 auf dem SPD-Bundesparteitag 93 % der Delegiertenstimmen.[10]Im April 2016 schlug sie Juliane Seifert aus der Staatskanzlei Rheinland-Pfalz als Bundesgeschäftsführerin der Partei vor, womit der Posten nach 2012 wieder besetzt wurde.[11] Seit 2016 ist Barley als Vertreterin des Bundes Mitglied im ZDF-Fernsehrat.[12]

Am 30. Mai 2017 wurde bekannt, dass Barley im Juni 2017 neue Bundesfamilienministerin werden soll. Sie tritt die Nachfolge von Manuela Schwesig an, die nach dem Rücktritt Erwin Sellerings als Ministerpräsidentin nach Mecklenburg-Vorpommern wechseln soll.[13]

Ihrer Twitterbio zufolgte bezeichnet sie sich als Feministin:

Katarina Barley katarinabarley Twitter

Katarina Barley katarinabarley Twitter

Es findet sich zumindest ein Tweet, in dem sie eine radikale Feministin positiv erwähnt:

Ich habe gleich mal nachgefragt:

Eine Antwort hat sie noch nicht gegeben, ich hatte aber auch nicht damit gerechnet.

Lucas Schoppe fragte auch bei der SPD nach:

Ein Mann als Familienminister wäre interessant, wobei das Geschlecht aus meiner Sicht relativ egal wäre, es ginge eher um die Ideologie hinter der Person. Ein überzeugter männlicher Feminist als Minister wäre auch nicht besser. Zudem muss man auch immer bedenken, dass ein Minister, der dort Reformen durchsetzen wollte, wohl auch die ganzen Mitarbeiter dort gegen sich hätte, dort dürften viele eher feministisch angehaucht sein. Ich glaube Kristina Schröder war schon ziemlich realistisch in vielen Bereichen der Geschlechterthemen und in ihrer Einstellung durchaus vernünftig, wenn man mal ihre jetzigen Artikel zu dem Thema sieht, konnte aber auch nicht sehr viel umsetzen.

Weiß jemand was über Ansichten von Katarina Barley?

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34 Gedanken zu “Neue Familienministerin Katarina Barley

  1. Viel interessanter ist doch was hier mit Küsten-Barbie passiert.

    Ist die jetzt abgesägt worden, oder soll die als Ministerpräsidentin auf Höheres vorbereitet werden?

    • Es wird zumindest interessant werden, einer Gender-Feministin beim Regieren eines Bundeslandes mit einer 20-prozentigen AfD-Opposition zuzusehen. Man könnte das glatt für ein soziologisches Freiluftexperiment halten. Ich denke, daß sich die SPD in MV noch weiter marginalisieren wird.

      • „Es wird zumindest interessant werden, einer Gender-Feministin beim Regieren eines Bundeslandes mit einer 20-prozentigen AfD-Opposition zuzusehen.“

        lol, genau dasselbe habe ich mir auch gedacht.
        passt auch gut zu ihrem predigen der angebl. gläsernen Decke welche bis heute nicht bewiesen ist

        krass hingegen finde ich das man den Ministerpräsidentenposten einfach so hin und herschien kann wie man möchte,
        ich würde mir als Meckpom Bürger mehr als nur auf den schlips getreten fühlen wenn da einfah jemand vollkommen ungewählt daherkommt, aber das schein gültiges Recht zu sein.

        • @Peloquin:
          Die Bürger wählen nicht den Ministerpräsidenten, sondern das Parlament.
          Es glauben ja auch immernoch Bürger, sie würden den Kanzler wählen, was auch nicht stimmt…

        • @miria

          Die SPD hat in MVP den Wahlkampf aber nur „so hoch“ gewonnen, weil Sellering ein Zugpferd ist/war. Ein zukünftiger MP ist ja quasi die Personifizierung einer Landtagspartei, da zählen auch Sympathien. Ich kann mir Schwesig schon so richtig vorstellen, wie sie in einem Bundesland mit hoher Arbeitslosigkeit, niedrigen Löhnen und Grenzkriminalität die Quotenkanone und das Gender-Pay-Gap-Märchenbuch einsetzt. Ob es hilft, bleibt abzuwarten. Ich denke, es wird der AfD helfen.

        • @Miria: ja, aber je nach Landesverfassung muss der MP Mitglied des Parlaments sein (in MVP offensichtlich nicht). Als Bundeskanzler muss man (soweit ich weiß) MdB sein. (bitte korrigieren, falls mein Schulwissen überholt ist)

      • @Christian

        Ist der GPG in MVP bzw. im Osten nicht sowieso „negativ“, d.h. Frauen verdienen um Schnitt mehr? Gab es da nicht mal einen Artikel bei AE?

  2. (a) Katarina Barley wird neue Bundesfamilienministerin

    Toll, ne? Früher durfte man sowas *vorher* noch wählen

    (b) Eine Juristin als Familienministerin wäre immerhin etwas fachkundiger

    Heiko Maas

    (c) und bei ihrer Arbeit am Bundesverfassungsgericht dürfte sie auch verstanden haben, dass Art 3 GG gleiche Rechte auch für Männer beinhaltet.

    Susanne Baer.

  3. Aus einen absolvierten Jurastudium fachliche Kompetenz ableiten ist nicht möglich (Siehe Heiko Maas). Zum einen ist Gesetze schreiben und Gesetze auslegen zwei völlig verschiedene Dinge und zum anderen ist Jura ein so breites Gebiet, dass man nicht überall den Durchblick haben kann.

    Das sie Feministin und geschieden ist lässt auch eher böses erwarten.

  4. Zeigt doch auch wunderbar, wie wichtig diese Trullas ihr Ministerium für Gedöns selbst sehen, wenn sie einen Bundesministerposten für den eines Landeschefs in MVP (!) sausen lassen.

      • Das ist richtig. Ich frage moch nur, wie das widerspruchsfrei zu ihren Aussagen und Tätigkeiten als Bundes-Frauenministerin geschehen soll ohne das die SPD von jetzt auf gleich in der Versenkung verschwindet.

  5. 1. Das macht natürlich die schöne Aktion #EineBrillefürSchwesig überflüssig.
    2. Bremen oder Saarland wären noch besser gewesen, da weniger Einwohner, aber anstatt in ganz Deutschland ihre Weltsicht „nur“ noch in einem Bundesland verbreiten zu können, ist schon einmal ein Schritt in die richtige Richtung.
    3. Falls Schwesig die nächste Landtagswahl verliert, ist sie perfekt qualifiziert, um wiederum SPD-Bundesministerin zu werden!
    4. Danach kann sie dann, wie von mir schon vehement gefordert, Kanzlerkandidatin werden:
    https://geschlechterallerlei.wordpress.com/2017/01/29/warum-ich-von-der-spd-einen-weiblichen-kanzlerkandidaten-erwartet-haette/
    5. Aber auch in ihrem neuen Job kann sie sofort zur Tat schreiten und aufklären, ob eine Frau als Ministerpräsident nicht 20% weniger verdient. In ihrem Kabinett kann sie 50% Frauen in den Ministerposten durchsetzen.

  6. Endlich macht mal eine was für Frauen. Damit gewinnt die SPD die Wahl! Ich tippe auf 85 %. Schulz hatte sogar 100%, 605 von 605 Stimmen, ein Ergebnis, mit dem selbst Kim Jong Un leben könnte. Beeindruckend, diese Spezialdemokraten.

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