Hohe Unterhaltsansprüche bzw. Zugewinnansprüche – wodurch rechtfertigen die sich eigentlich heutzutage?

Gerade gab es mal wieder zwei extreme Meldungen:

Die erste Mitteilung:

Teurer Rosenkrieg in London: Ein britisches Gericht hat einen Milliardär dazu verurteilt, seiner Ex-Frau umgerechnet rund 537 Millionen Euro zu zahlen – die höchste je in einem solchen Verfahren bekannt gewordene Summe.

Das entspricht 41,5 Prozent des vom Gericht angenommenen Vermögens des 61-jährigen Mannes. Der Londoner High Court entschied am Donnerstag, dass die Summe für die 44-jährige Frau angesichts des bisherigen Lebensstils gerechtfertigt sei. Das Gericht nannte bei der Bekanntgabe des Urteils nicht die Namen der früheren Eheleute.

Der aus dem Kaukasus stammende Mann hatte ein Vermögen im russischen Energiesektor gemacht. Anteile an einer von ihm gegründeten Firma verkaufte er 2012 für 1,37 Milliarden Dollar. Die Ehefrau argumentierte vor Gericht, dass das Vermögen während der langjährigen Ehe aufgebaut worden sei.

Russische Medien gehen davon aus, dass es sich bei dem Milliardär um den Oligarchen Farchad Achmedow handelt, einen Geschäftsmann mit Wurzeln in Aserbaidschan. Seine Daten decken sich zumindest mit den Angaben des Gerichts: Achmedow ist 61 Jahre alt, zuletzt schätzte das Magazin „Forbes“ sein Vermögen auf 1,3 Milliarden Dollar.

Bislang lag die höchste Abfindungssumme einer in London verhandelten Scheidung bei 337 Millionen Pfund. Soviel wurde 2014 der Ex-Frau von Chris Hohn zugesprochen, einem Investmentbanker.

Man darf davon ausgehen, dass die Ehefrau zu diesem Aufbau nichts beigetragen hat, aber sie hat eben die Kinder erzogen und nach wie vor gehen viele Rechtsordnungen davon aus, dass ihr damit die Hälfte an dem oder zumindest ein großer Anteil an dem in der Ehe aufgebauten Vermögen zusteht.

Die zweite Mitteilung:

Der römische Kassationshof, Italiens höchstes Gericht, hat nun entschieden, dass der Medienunternehmer und frühere Ministerpräsident seiner Ex und Mutter dreier gemeinsamer Kinder für die Zeit seit ihrer Trennung, ab 2007, definitiv zwei Millionen Euro Unterhalt überweisen muss – und zwar für jeden Monat, rückwirkend. Miriam Bartolini, wie die frühere Schauspielerin mit bürgerlichem Namen heisst, soll sich mit den Zuwendungen jenen Lebensstandard finanzieren können, den sie während der Ehe genossen hatte. Es war ein Leben in Opulenz. Dazu gehörte ein Dutzend Bediensteter: Köche, Sekretäre, Fahrer, ein Butler, Bodyguards. Für Haar- und Fusspflege wurden nur die besten Fachkräfte ins Haus bestellt. Den Sommer verbrachte das Paar in einer Luxusvilla auf Sardinien, in der Karibik lag eine Jacht. Zwei Millionen pro Monat also, das sind ungefähr 70 000 Euro am Tag. Damit lässt sich wohl etwas anfangen.

Berlusconi fand es unfair, dass er so viel Geld zahlen soll

Lario hatte das Ende ihrer Ehe vor zehn Jahren mit einem offenen Brief in der Presse bekannt gemacht. Sie schrieb darin: „Ich ziehe den Vorhang.“ Sie könne nicht bei einem Mann bleiben, der mit Minderjährigen verkehre. Sie nannte ihn einen „Drachen“ und die Mädchen „Jungfrauen“, die sich ihm offerierten gegen etwas Berühmtheit und Geld. Die Italiener hielten die blumige Sprache damals für Metaphern, doch das sollte sich bald ändern. Lario forderte drei Millionen Euro im Monat und erhielt sie in erster Instanz auch zugesprochen. Ein Berufungsgericht verringerte die Summe dann auf zwei Millionen, worauf Berlusconi, dem das noch immer viel zu viel war, den Kassationshof anrief. In der Wirtschaftskrise, beteuerte er, sei er „deutlich ärmer“ geworden, seine Firmen schrieben Verluste. Es sei unfair, dass er so viel Geld zahlen müsse.

Nun, die obersten Richter sahen es anders. Berlusconi, sagten sie, sei noch immer einer der reichsten Männer der Welt. Die Diskrepanz zwischen seinen Einkünften und jenen Veronica Larios seien so relevant, dass die Vergütung statthaft sei – wenigstens für die Jahre der Trennung, da der Bund der Ehe juristisch noch intakt war. Geschieden sind die beiden erst seit 2014. Die richterliche Unterscheidung zwischen Trennung und Scheidung ist deshalb wichtig, weil sie die nächste Front im Rosenkrieg eröffnet.

Vergangene Woche hatte der Kassationshof nämlich in einem ähnlich gelagerten Fall beschlossen, dass ein Mann, ein ehemaliger Minister, von der Pflicht entbunden wird, seiner Ex den Lebensstandard aus Ehezeiten zu finanzieren. Das Urteil gilt als historisch: Wer sich selber unterhalten kann, soll das fortan nach der Scheidung tun müssen – notfalls eben auf bescheidenerem Fuße. Berlusconi hofft nun, dass das Prinzip auch in seinem Fall gilt, und geht in Berufung gegen die Unterhaltszahlung, die nach der Scheidung beschlossen wurde: 1,6 Millionen Euro im Monat. Ganz illusorisch ist die Zuversicht nicht. Das Vermögen Veronica Larios wird auf 85 Millionen Euro geschätzt. Von wegen Dornen des Lebens.

Und auch hier hat es nichts mit ihr zu tun, dass er dieses Einkommen hat und ihr diesen Lebensstil bieten konnte. Sie wäre ohne ihn niemals in der Lage gewesen in dieser Weise zu leben. Und 2 Millionen PRO MONAT ist ein für den Lebensunterhalt ist eine groteske Summe.

Natürlich fällt es etwas schwer Mitleid mit Berlusconi zu haben und er wird daran auch nicht zugrunde gehen.

Aber es macht aus meiner Sicht deutlich, dass hier ein Recht besteht, welches schlicht und ergreifend nicht mehr gerecht ist. Grundgedanke war früher sicherlich die Gleichberechtigung der Frau und der Umstand, dass diese als diejenige, die sich um die Kinder kümmert, eben nicht Karriere machen kann und überdies auch der Gedanke, dass die Ehe eben auf ewig geschlossen wird und der Frau eine gewisse Position verbleiben soll, sie nicht befürchten muss, gegen eine jüngere ausgetauscht zu werden und dann mittellos zu sein.

Aber wie rechtfertigt man diese Art der Ehe heute noch? Um den in anderen Kontexten verwendeten Satz zu bringen: Wir haben das Jahr 2017.

Heute können Frauen selbstverständlich beruflich tätig sein, sie sind es auch üblicherweise und die Ehe wird auch nicht mehr für die Ewigkeit geschlossen, Frauen müssen sich darauf einstellen, dass sie sich selbst ein Leben, ein Vermögen und eine Position aufbauen müssen.

Aus meiner Sicht sollte das Eherecht einem nicht ermöglichen in jedem Fall an dem Vermögen und dem Einkommen des anderen teilzuhaben oder einem einen Lebensstandard garantieren.

Es sollte sich insofern auf eine Regelung beschränken, die einem erlaubt, kooperativ Kinder groß zu ziehen oder auch andere Arbeitsverteilungen vorzunehmen, wofür ich einen Nachteilsausgleich für vollkommen ausreichend halten würde.

Wodurch soll man wenn man davon ausgeht, dass Männer und Frauen gleichberechtigt sind und grundsätzlich jeweils in der Lage sind, sich selbst zu unterhalten, solche Ausgleichszahlungen moralisch rechtfertigen?

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116 Gedanken zu “Hohe Unterhaltsansprüche bzw. Zugewinnansprüche – wodurch rechtfertigen die sich eigentlich heutzutage?

  1. Janet Jackson ist auch ein bemerkenswerter Fall. Dort gab es aber eine Ehevertrag, nach der er ihr 100 Mio für 3 Jahre Ehe zahlt oder so und noch Mal 100 Mio wenn sie ein Kind von ihm kriegt. Mit ärztlicher Unterstützung war wohl beides möglich. Nach drei Jahren hat sie noch eine Kind gekriegt und 3 Monate später hat sie sich scheiden lassen – 200 Mio reicher. Wenn sie jetzt noch auf ihr „Recht“ pocht, kann sie wahrscheinlich noch Mal 300 Mio von ihm abkassieren. Die Gerichte werden ihr da mit Sicherheit helfen. Eiskalt!

    • Plan B

      Oh Mann! Frauen haben einen „Plan B“

      Das klingt nicht sehr romantisch: Laut einer Studie für die britische Zeitung „Daily Mail“ hat jede zweite der befragten 1.000 Frauen einen Ersatzpartner für alle Fälle in petto. Verheiratete Frauen sind da sogar noch gefährdeter, als Frauen mit Beziehungen ohne Eheversprechen.

      • Das scheint mir auch eher Wunschdenken zu sein. Aber man muss sich schon fragen was das für eine Beziehung ist, wenn der Partner sofort weg ist, sobald man mal nicht mehr oben ist.

  2. Man darf davon ausgehen, dass die Ehefrau zu diesem Aufbau nichts beigetragen hat

    Wieso „darf“ man das?
    Keine Ahnung, wie das in diesem konkreten Fall war, aber eine völlig pauschale, unbegründete Annahme dieser Art ist nicht gerechtfertigt.

    • Weil sie meines Wissens nach Hausfrau war und mit dem Gas Geschäft nichts zu tun hatte

      Wärst du denn dafür, wenn man zumindest prüfen müsste, ob sie einen Anteil hatte bzw wenn man einen Nachteilsausgleich durchführen würde, bei dem einbezogen wird, dass sie sein Vermögen vermehrt hat?

          • Auch wenn sie sich aus dem operativen Geschäft herausgehalten hat, könnte z.B. ihre Anwesenheit bei repräsentativen Anlässen oder ihre Rolle als Gastgeberin gegenüber Kunden wesentlich zum geschäftlichen Erfolg beigetragen haben.
            Solche Auswirkungen sind nicht objektiv zu beziffern, können aber entscheidend sein.

        • Ein Geschäft, dessen Erfolg wesentlich davon abhängt, dass die Frau repräsentativ ausschaut und eine gute Gastgeberin gegenüber Kunden ist, hätte ich auch gern. Was für eine Geschäftsidee würdest Du denn da empfehlen?

          • Sofern du nicht ins Zuhältergeschäft einsteigen willst, ist es nun doch nicht so einfach.
            Aber solche Aspekte _können_ durchaus das Zünglein an der Waage sein, das den Ausschlag gibt, ob ein wichtiger Auftrag erhalten wird.
            Unternehmerischer Erfolg hängt von vielen Variablen ab, und das häufig nicht-linear.

        • Mir fiel auch nur die Zuhälterei ein…

          Das eine gute Frau schon hilft, will ich gar nicht bestreiten. Aber dass der Vorteil dadurch so groß ist, 50% des Gewinns aus dem Geschäft zu verlangen, halte ich für Bullshit.

        • Wenn sie aktiv zum Aufbau beigetragen hätte, wäre es nur fair, ihren Anteil daran angemessen mitzuberücksichtigen.

          Na immerhin ist sie ja schon für ihre „unbezahlte Care-Tätigkeit“ fürstlich entlohnt worden. (Wobei ich unterstellen würde, dass ein Großteil der Arbeit von Haushälterin und Kindermädchen geleistet worden sind. – Die übrigens auch ihr Mann bezahlt hat.)
          Ihren bisherigen Lebensstandard hat ihr ihr Kerl ja schließlich finanziert. Das sollte dann vielleicht auch mitberücktsichtigt werden.

          • Selbstverständlich sollte das berücksichtigt werde.
            Ich gehe aber davon aus, dass sich keine allgemeingültigen Regeln finden lassen, die den Gegebenheiten jedes Einzelfalls gerecht werden.

            Dass der „bisherige Lebensstandard“ ausschlaggebend für die Höhe der Abfindung ist, halte ich nicht für sinnvoll.

  3. Das Konstrukt Ehe ist nicht mehr rett- oder reformierbar. Ein derartiger Vertrag sollte beiden Parteien bestimmte Rechte und Pflichten geben, die in einem fairen Verhältnis zueinander stehen. Bei der Ehe hat man im Verlauf der letzten 100 Jahre aber alle Pflichten der Frau ersatzlos abgeschafft. Keine Frau muss heute aus Gründen der Ehe mehr irgendwas. Die klassischen Pflichten des Mannes sind währenddessen weitgehend unangetastet geblieben, wodurch für Männer ein miserabel schlechter Deal übrig geblieben ist.

    Wenn nun ein Mann so bedürftig nach Anbindung an die Frau ist, dass er sie heiratet, dann signalisiert er ihr damit eine Menge Dinge, die für ihre Attraktion zu ihm verheerend sind. Aus Sicht einer Frau gilt daher in Bezug auf die Ehe: Jeder Mann, der sie heiraten würde, ist es nicht wert geheiratet zu werden (oder vielleicht auch: nicht wert mit ihm verheiratet zu bleiben) und die anderen würden sie halt nicht heiraten.

    • „Ein derartiger Vertrag sollte beiden Parteien bestimmte Rechte und Pflichten geben, die in einem fairen Verhältnis zueinander stehen.“
      Tut er in der Regel.
      „Bei der Ehe hat man im Verlauf der letzten 100 Jahre aber alle Pflichten der Frau ersatzlos abgeschafft.“
      Vielleicht sollten Sie ein Lehrbuch über Familienrecht schreiben. Ihre Ansichten sind, nun sagen wir mal, interessant.
      Ja, die Frau hat keine Pflichten in der Ehe mehr. Also außer der Pflicht zur Führung der ehelichen Lebensgemeinschaft, die Pflicht für den angemessen Unterhalt der Familie zu sorgen, die Pflicht zur Rücksichtnahme auf den Partner in wichtigen Entscheidungen, die Pflicht zum Beistand in persönlichen Angelegenheiten des Partners, die Pflicht im Fall der Arbeitsunfähigkeit ihres Partners diesen mitzuversorgen (sogar nach der Trennung/Scheidung),…
      Wahrlich, die Frau hat keine Pflichten mehr.

        • „Pflichten ohne Durchsetzungsmöglichkeiten sind Unsinn.“
          Darüber kann man streiten, spielt hier aber keine Rolle, denn einige der genannten Pflichten sind durchsetzbar.

        • “ … denn einige der genannten Pflichten sind durchsetzbar.“

          Wenn du meinst. Weißt du denn auch VORHER welche durchsetzbar sind und welche nicht? Auf solchen Pflichten kann man keine Lebensentscheidungen aufbauen.

      • Hast Du etwa geheiratet, oder warum bist Du so angepisst?

        Also außer der Pflicht zur Führung der ehelichen Lebensgemeinschaft

        Darunter verstand man früher (unter anderem) Sex miteinander zu haben. Zu den diesbezüglichen Pflichten gibt es auch noch sehr erheiternde Rechtssprechung aus den 50ern und 60ern. Spätestens mit der Einführung der Strafbarkeit der Vergewaltigung in der Ehe (was es definitionsgemäß bei einer bestehenden Pflicht nicht geben würde), existiert diese Pflicht nicht mehr.

        die Pflicht für den angemessen Unterhalt der Familie zu sorgen

        Dem sich derjenige der nicht Hauptverdiener war und entsprechend niedrigeres Einkommen unterhalb der Selbstbehalte haben dürfte, sehr leicht (etwa durch Scheidung) entziehen kann. Es bleibt allenfalls Kindesunterhalt, bar oder natural.

        die Pflicht zur Rücksichtnahme auf den Partner in wichtigen Entscheidungen, die Pflicht zum Beistand in persönlichen Angelegenheiten des Partners

        Dann schreib doch mal ein Lehrbuch darüber, wie man diese Pflichten einklagt und durchsetzt.

        die Pflicht im Fall der Arbeitsunfähigkeit ihres Partners diesen mitzuversorgen (sogar nach der Trennung/Scheidung),…

        Auch diese Pflicht trifft praktisch nur einen Hauptverdiener. Wer gar nicht genug verdient, um mehr als Kindesunterhalt + Selbstbehalt zu haben, schuldet gar nichts. Insbesondere auch keine verstärkten Anstrengungen sein Einkommen zu verbessern.

        Also im Ernst, Jungs: Wer von Euch ehrlich glaubt, seine geringer verdienende Ehefrau würde ihn schon versorgen, falls es ihm mal schlecht geht, sollte lieber zum Arzt gehen.

        • Ich bin nicht verheiratet, habe aber eine Allergie gegen Leute, die Blödsinn erzählen. Es tut mir sehr leid, dass ich Ihren Schwachsinn nicht unkommentiert stehen gelassen habe.

          Warum nehmen Sie eigentlich an, dass der Hauptverdiener immer der Mann ist?

          „Wer von Euch ehrlich glaubt, seine geringer verdienende Ehefrau würde ihn schon versorgen, falls es ihm mal schlecht geht, sollte lieber zum Arzt gehen.“
          Also ich würde nicht zum Arzt, sondern vor Gericht gehen. Ich habe nämlich einen Anspruch, der sogar über die Scheidung hinwegwirkt. Im Gegensatz zu Ihnen beschäftige ich mich etwas mit der Rechtslage, bevor ich im Internet herumheule.

        • Dann solltest Du das vielleicht nochmal gründlicher tun. Ich habe nämlich gleich 2 staatliche Bescheinigungen, in dem Rechtsgebiet als Richter tätig sein zu dürfen.

        • „Im Gegensatz zu Ihnen beschäftige ich mich etwas mit der Rechtslage, bevor ich im Internet herumheule.“

          Hier ist nicht das Internet und nur du heulst.

          Welche Rechtslage meinst Du denn? Die Papierlage oder die Rechtswirklichkeit?

        • „Es tut mir sehr leid, dass ich Ihren Schwachsinn nicht unkommentiert stehen gelassen habe.

          Schwachsinn?
          Nun, wo lh recht hat, hat er recht.
          Ihre Gegenbeispiele haben durchweg nur einen ideellen Wert, der nach einer Scheidung nicht einklagbar wäre und auch in der Ehe der Frau nur wenig bis gar nichts abverlangt.
          Das Schlimmste, was ihr passieren könnte, wäre eine Versagung von Unterhaltsansprüchen, weil sie ihren Mann in der Ehe wegen Steuerhinterziehung beim Finanzamt angeschwärzt hat (gab so ein Urteil).
          Ansonsten erfüllt eine Ehefrau die Pflicht zur Rücksichtnahme auf den Partner schon, wenn sie nichts tut und ihm aus dem Weg geht, wo immer sie kann.
          Auch die Drohung, ihren Ex-Ehemann nach der Scheidung mit versorgen zu müssen, wenn dieser während der Ehe erwerbsunfähig wird, greift nur, wenn die Frau schon WÄHREND der Ehe selbst ein Einkommen bezog, das auch nach der Ehe überhaupt genug für Unterhalt abwirft.
          Der Anteil solcher Ehen dürfte sich unter 10% bewegen.
          Das Risiko für Ex-Ehefrauen ist also generell überschaubar.

        • Ergänzung: in meiner recht großen Verwandtschaft ist schätzungsweise jede zweite Ehe geschieden, würde ich so überschlägig sagen.
          In keinem einzigen Fall gibt es einen Netto-Transfer von Unterhalt an den Ex-Mann. In ALLEN Fällen fließt – oder floss – das Geld zur Frau.
          In einem einzigen Fall trat der beschriebene Fall von dem erkrankten Mann ein, wonach die Frau, die die Scheidung beantragte (was er am gemeinsamen Frühstückstisch durch den Brief vom Amtsgericht erfuhr), sie zurückzog, als sie erfuhr, dass sie unterhaltspflichtig werden würde.

          Er lebte danach im Keller seines Hauses, während sie mit den beiden Kindern oben weiter residierte.
          Wie’s ausging, weiß ich nicht, weil ich die Familie dann aus dem Blick verloren hab.

        • „Das Schlimmste, was ihr passieren könnte, wäre eine Versagung von Unterhaltsansprüchen, weil sie ihren Mann in der Ehe wegen Steuerhinterziehung beim Finanzamt angeschwärzt hat (gab so ein Urteil).“

          Och, da gabs wohl schon noch andere einschlägige Urteile, sonst würde ja auch nicht (angeblich) in mehr als jedem dritten Scheidungsfall darum gestritten werden können, ob der Unterhaltsberechtigte sich schuldhaft verhalten habe und daher sein bzw. ihr Anspruch verfallen sei:

          „§ 1579 BGB besagt, dass der Unterhaltsanspruch zu versagen, herabzusetzen oder zeitlich zu begrenzen ist, wenn die Zahlung grob unbillig wäre. Grobe Unbilligkeit kann vorliegen bei Ehebruch, Betrug, Beleidigungen. … Einer der häufigsten Scheidungsgründe ist die Untreue. Statistisch sind in etwa 35 Prozent der Fälle Eifersucht, Untreue oder ein neuer Partner die Gründe, die eine Ehe scheitern lassen. Knapp die Hälfte der Deutschen hält einen Seitensprung für unverzeihlich.

          Und trotz grundsätzlicher Aufgabe des Verschuldensprinzips spielt die Schuldfrage für etwaige Unterhaltszahlungen eine große Rolle, wenn der Unterhaltsberechtigte fremdgegangen ist. Allerdings unterscheiden die Familiengerichte nach der Schwer der Schuld, also danach, ob es sich um eine einmalige Angelegenheit handelte oder um einen andauernden fortgesetzten Ehebruch.

          So genügt ein einmaliger Seitensprung in aller Regel nicht, um alle Unterhaltsansprüche des untreuen Ehegatten sofort verwirken zu lassen. Anders bei wiederholten Fremdgehen, mehrfachen intimen Beziehungen zu wechselnden Partnern, siehe BGH IVb ZR 348/81. …

          Zieht ein Ehepartner aus und bei einem Freund ein, so kann der Unterhaltsanspruch dadurch ebenfalls in Gefahr sein. Auch ein Zusammenleben ohne sexuelle Kontakte sei ausreichend, weil durch eine intensive freundschaftliche Beziehung die geistig-seelische Ehegemeinschaft aufgehoben werde, urteilte das Kammergericht Berlin unter dem Az. 19 UF 1296/88.

          Im Scheidungsverfahren werden nicht nur Seitensprünge des anderen, sondern auch das eigene sexuelle Leistungsvermögen bewertet, da, und da ist die herrschende Interpretation des Gesetzes noch recht altmodisch, der regelmäßige Vollzug der Ehe auch heute noch zu den wechselseitigen Pflichten eines verheirateten Paares gehört. Wenn also der Partner, der eine Affäre begonnen hat, nachweisen kann, dass er diese nur deshalb begonnen hat, weil der eigene Gatte beharrlich jedweden sexuellen Kontakt verweigert hat, liegt nach Auffassung der meisten Gerichte meist kein „schwerwiegendes, einseitiges Fehlverhalten“ mehr vor, s. etwa OLG Hamm, Az. 8 UF 109/10. …

          Wer seinem Ehemann mit dem Küchenmesser bedroht oder ihn mit einem Gegenstand von hinten niederschlägt, verwirkt in der Regel seinen Unterhaltsanspruch. Kleinere Tätlichkeiten der Eheleute wie etwa Ohrfeigen oder das Werfen mit Geschirr werden unterschiedlich bewertet. Selbst der BGH sah das in einem Fall als nicht unterhaltsrelevant an (BGH IVb ZR 82/84). …

          Niemand solle genötigt werden, einen Menschen zu unterhalten, der sich ihm gegenüber feindselig verhalte. Die Ansprüche, die die Frau vor dem Schlag erworben habe, müsse der Mann aber begleichen (BGH IVb ZR 8/82).“

          http://www.familienrecht-heute.de/news/unterhalt-ehegatte/schuldprinzip-laesst-anspruch-auf-unterhalt-entfallen.html

        • „Och, da gabs wohl schon noch andere einschlägige Urteile, sonst würde ja auch nicht (angeblich) in mehr als jedem dritten Scheidungsfall darum gestritten werden können, ob der Unterhaltsberechtigte sich schuldhaft verhalten habe und daher sein bzw. ihr Anspruch verfallen sei:“

          Für den Mann lohnt sich ja auch in solchen Fällen ein Rechtsstreit, weil selbst ein teurer Gerichtsprozess u.U. billiger ist, als eine lebenslange Unterhaltsfron.

          Ich freu mich, dass ich in Deinem Link mit meinen Einwänden jedenfalls bestätigt werde.
          Was fehlt, aber vielleicht auch nicht unbedingt auf die Website gehört, wäre ein Hinweis, dass Frauen noch nie einen pauschalen Anspruch auf lebenslangen Unterhalt hatten, diesen aber regelmäßig geltend machen konnten, weil der BGH die gesetzlichen Ausnahmetatbestände zu Regelfällen umfunktionierte, die Eigenverantwortung der Frauen also negierte.

  4. Für welchen Nachteil sollte es – in diesen Fällen – einen „Nachteilsausgleich“ geben?

    Bei den Summen, die die Ehemänner verdient haben, dürfte das Leben wohl kaum mit einer Durchschnittsehe vergleichbar sein.

    In dieser Preislage kümmern sich Angestellte um Haus, Küche, Garten etc.
    Und selbst die Kinder dürften in erster Linie von eine „Nanny“ versorgt werden. Sobald die Kinder alt genug sind, kommen sie auf eine Eliteinternat.

    Diese Frauen haben während, und durch ihrer Ehe, Zeit, Geld, und reichlich „Vitamin B“, um sich etwas aufzubauen.

    Allein was sie an Schmuck und anderen Wertgegenständen während der Ehe bekommen haben, könnten sie wohl locker ein sorgenfreies Leben führen.
    Hinzu die Möglichkeit auch später daraus Profit zu schlagen, durch Interviews, Bücher etc. Für ein „Mein Leben mit…“ würde sich wohl leicht Verlag und Ghostwriter finden lassen.

    Die Ehefrau argumentierte vor Gericht, dass das Vermögen während der langjährigen Ehe aufgebaut worden sei.

    Hat der Mann Erfolg, ist es das gemeinsame Vermögen.
    Macht er Schulden, hat sie damit nichts zu tun.

    • „Für welchen Nachteil sollte es – in diesen Fällen – einen „Nachteilsausgleich“ geben?
      Bei den Summen, die die Ehemänner verdient haben, dürfte das Leben wohl kaum mit einer Durchschnittsehe vergleichbar sein.“

      Ohne die Ehe hätte sie sicherlich eben nicht die Kinder betreut oder das Hauspersonal beaufsichtigt, sondern gearbeitet. Die Frau von Berlusconi beispielsweise war Schauspielerin, man könnte ermitteln, was sie geschätzt verdient hätte, wenn sie das weiter betrieben hätte, und dann schauen, wo sie einkommensmäßig heute steht. Dann müsste er unter auferlegung einer Erwerbsobliegenheit ihrerseits entsprechend einen Ausgleich zahlen. Der würde sich aber eben nicht an ihrem Lebensstandard in der Ehe ausrichten, sondern an dem, den sie ohne ihn vielleicht gehabt hätte.

      • Das wäre fair, wenn sie dafür die Kinder verliert.
        Sie hat ihre Karriere nicht IHM geopfert. Sie hat ihre Karriere beendet, um FÜR SICH Kinder zu haben und die Zeit mit denen zu genießen.

        • @only me

          Klar hat sie die auch für ihn „geopfert“. Er wollte ja auch, dass sie die Kinder betreut und vielleicht auch nicht, dass seine Frau irgendwelche kleine Rollen mit Liebschaften etc spielt. Er wollte sie eben für sich, aus dem Berufsleben ausgegliedert, weil ihr Gehalt angesichts seines Gehalts vollkommen vernachlässigungsfähig war.

          • Wenn ein Mann bereit ist, der Frau ihren Traum von Familie zu erfüllen und dem auch gute Seiten abgewinnen kann, das dann hinterher so darzustellen, dass die Frau sich für den Mann geopfert habe, ist nicht weniger als grotesk.

          • @only me

            Ich glaube da unterschätzt du, dass viele Männer es durchaus gut finden, wenn jemand sich um den familiären Part kümmert und ihnen da den „rücken freihält“. Sie erkennen an, dass da viel Arbeit hinterstecken kann und wollen auch, dass ihre Kinder nicht fremdbetreut werden.

          • @Christian,

            ich unterschätze gar nichts.

            Dass du die Entscheidung der Frau, ihren eigenen Lebenstraum zu erfüllen, als „Opfer“ inszenierst, bleibt aber grotesk.

        • „ich unterschätze gar nichts. “

          Hier gebe ich Christian recht.
          Selbst unter den entsorgten Vätern gibt es einen erstaunlich hohen Anteil, der der Meinung ist, dass die Frau in der Ehe zuhause die Kinder zu betreuen habe.
          Die sollen dann auch Unterhalt zahlen, finde ich.

          • „Die sollen dann auch Unterhalt zahlen, finde ich.“

            Darum geht es mir nicht.

            Mir geht es darum, ob die Bemessung der Höhe als Kriterium haben kann, dass sie ihm „etwas geopfert“ habe.

            Kann es angehen, dass er sie dafür kompensieren muss, dass sie nicht 10 Jahre lang durch eine 70-Stunden-die-Woche Tretmühle gegangen ist, sondern stattdessen die wesentlich angenehmere und sinnstiftendere Zeit mit den Kindern hatte?

            Da geht es nicht um Unterhalt ja oder nein.
            Da geht es darum, ob eine Regelung, die sie jeden Risikos („Ich hab dann mal Kinder und wenn das schief geht, dann bekomme ich von ihm das Gehalt, das ich mir mit viel viel Anstrengung selbst vielleicht hätte erarbeiten können.“) enthebt, fair ist. Und darauf laufen alle „Kompensierungs“-Ansätze hinaus:
            Sie soll durch die Scheidung keine Einbußen haben. Ob er dadurch am Existenzminimum kratzt (oder auch „nur“ auf die Hälfte zurechtgestutzt wird), ist egal.

            Also: Maß, nicht ja/nein.

        • Selbst unter den entsorgten Vätern gibt es einen erstaunlich hohen Anteil, der der Meinung ist, dass die Frau in der Ehe zuhause die Kinder zu betreuen habe.
          Die sollen dann auch Unterhalt zahlen, finde ich.

          Wenn die Männer ihre Frauen entsorgen würden (weil zu alt etc.), ok. Da wäre ich bei Dir. Aber wenn die Frau den Mann entsorgt? Nein, nix, null. Da ist sie dann selber schuld.

        • „Mir geht es darum, ob die Bemessung der Höhe als Kriterium haben kann, dass sie ihm „etwas geopfert“ habe.“

          Den Satz versteh ich nicht. Aber ich glaub, wir gehen da weitgehend konform.
          Ich bin der Meinung, wenn eine Frau sich gesetzlich gar nicht erst gegen den Willen ihres Partners aus dem Berufsleben ausklinken darf, dann kann sie später auch keinen Unterhalt geltend machen. Es sei denn für Betreuungsunterhalt bei gemeinsamen Kindern.
          Den aber auch nur, wenn der Vater sich an der Betreuung nicht beteiligen kann, darf, oder will.
          Und „dürfen“ darf nicht an unterhaltstaktischen Gründen scheitern.
          Ich will die üppige Unterhaltsrechtsprechung auf ein echtes Minimum kürzen.
          Das hätte ganz nebenbei auch den netten Nebeneffekt, dass der Anteil der Frauen in Führungspositionen steigt, weil sich Frauen dann generell nicht mehr so fröhlich aus dem Berufsleben verabschieden können.

      • Ohne die Ehe hätte sie sicherlich eben nicht die Kinder betreut oder das Hauspersonal beaufsichtigt, sondern gearbeitet.

        Gerade durch ihre Ehen hatten sie die Möglichkeit zu arbeiten!
        „Und selbst die Kinder dürften in erster Linie von eine „Nanny“ versorgt werden.“

        Gerade sie hatten Vorteile, die sie ohne diese Ehen nicht gehabt hätten!
        „Diese Frauen haben während, und durch ihrer Ehe, Zeit, Geld, und reichlich „Vitamin B“, um sich etwas aufzubauen.“

        Die Möglichkeiten von Veronica Lario dürften durch die Ehe nicht gesunken, sondern gestiegen sein!
        Und offensichtlich hat sie die Resourcen ihress Mannes für sich genutzt:
        „Veronica Lario hält 38 % der Anteile an der Tageszeitung Il Foglio“ (https://de.wikipedia.org/wiki/Veronica_Lario)
        Und nach der Scheidung (2009) auch gleich von der Ehe provitiert:
        „Maria Latella: Tendenza Veronica. BUR, Mailand 2009“ ist ihre Biographie.

        das Hauspersonal beaufsichtigt

        😀 Der ist echt gut!

        • @herrunbekannt

          „Gerade durch ihre Ehen hatten sie die Möglichkeit zu arbeiten!“

          Aber ihre von beiden gewollte Arbeitsteilung war ja anscheinend, dass sie sich um Kinder etc kümmert. Dran müssten sich schon beide festhalten lassen, wenn sie das nicht einseitig gemacht hat

        • Es gab hier doch gerade keine Arbeitsteilung!

          In dieser Preislage kümmern sich Angestellte um Haus, Küche, Garten etc.
          Und selbst die Kinder dürften in erster Linie von eine „Nanny“ versorgt werden.

          Welche Aufgaben hat sie denn übernommen?
          Mit den Kindern spielen?

          Es geht hier um Millardäre!

          • @herr unbekannt

            Ich würde ihr durchaus auch einen nachteilsausgleich zugestehen, wenn sich beide einig waren, dass sie nur „Freizeit“ mit den Kindern verbringt, jedenfalls aber nicht arbeitet. Denn das er vielleicht der Auffassung war, dass seine Frau eben aufhören sollte irgendwelche Soaps zu drehen oder in anderen Fällen vielleicht in einem Büro zu sitzen, dass kann ja eine normale Absprache sein, die für beide Sinn macht

        • Du versuchst hier krampfhaft eine Frauendiskriminierung (Benachteiligung von Frauen) zu deuten, wo es keine gibt!

          Diese Frau hatte durch die Ehe keine Nachteile – sie hatte Vorteile!

      • @Christian

        Der Default-Güterstand der typisch deutschen Ehe ist in der Tat die schlechteste Variante für den dt. Durchschnittsmann. Daher sollte er auf Gütertrennung, zumindest aber Gütergemeinschaft bestehen.

        Überraschend finde ich allerdings Berlusconis Naivität, würde man ihn doch als typischen alpha-male einschätzen. Er scheint aber doch in erster Linie ein neureicher Trottel gewesen zu sein. Ich vermute, dass bei „altem Geld“, Hochadel etc. Eheverträge üblich sind, die dicker als das BGB sind.

        • „Der Default-Güterstand der typisch deutschen Ehe ist in der Tat die schlechteste Variante für den dt. Durchschnittsmann. Daher sollte er auf Gütertrennung, zumindest aber Gütergemeinschaft bestehen.“

          Gütergemeinschaft ist in der Regel eher ungünstiger?

          • @clovis

            was wäre denn im Fall Berlusconi bei der Gütergemeinschaft passiert?

            Tipp:
            § 1416
            Gesamtgut

            (1) 1Das Vermögen des Mannes und das Vermögen der Frau werden durch die Gütergemeinschaft gemeinschaftliches Vermögen beider Ehegatten (Gesamtgut). 2Zu dem Gesamtgut gehört auch das Vermögen, das der Mann oder die Frau während der Gütergemeinschaft erwirbt.
            (2) Die einzelnen Gegenstände werden gemeinschaftlich; sie brauchen nicht durch Rechtsgeschäft übertragen zu werden.
            (3) 1Wird ein Recht gemeinschaftlich, das im Grundbuch eingetragen ist oder in das Grundbuch eingetragen werden kann, so kann jeder Ehegatte von dem anderen verlangen, dass er zur Berichtigung des Grundbuchs mitwirke. 2Entsprechendes gilt, wenn ein Recht gemeinschaftlich wird, das im Schiffsregister oder im Schiffsbauregister eingetragen ist.

        • @Christian,

          wie das bei Berlusconi genau ist, weis ich nicht, aber die Gütergemeinschaft ist insofern besser als die Zugewinngemeinschaft, als die Gattin hälftig an den Verlusten beteiligt ist, sollte das Paar Vermögensschäden während der Ehe hinzunehmen haben.

          • @clovis

            dann wäre die Gütergemeinschaft für bestimmte Fälle besser, aber die meisten Familien haben ja keine großartigen schulden abgesehen von denen auf dem Haus und da werden die Banken eh üblicherweise beide mit in die Haftung nehmen. Die nachteile der Zugewinngemeinschaft kann man also schon dann wegbekommen, wenn Kredite nur gemeinsam aufgenommen werden.
            Die Zugewinngemeinschaft bietet aber andere Vorteile: bei der Erbschaft, bei der Frage, wer was behält etc.

            Wer als Unternehmer eine Gütergemeinschaft vereinbart, damit seine Frau auch am Verlust beteiligt ist, der ist überaus schlecht beraten. Denn bei der Zugewinngemeinschaft behält er zumindest die vollständige Kontrolle über seinen Betrieb, selbst wenn er etwas auszahlen müsste. Bei der Gütergemeinschaft wäre sie aber voll beteiligt. Ganz abgesehen davon, dass er sich die Möglichkeit nimmt, dass er bei ihr Vermögen in Sicherheit bringt (der Ehegatte als Spardose, ggfs mit Rückübertragungsklauseln für den Fall der Scheidung).

            Die Gütergemeinschaft ist effektiv tot. Wählt abgesehen von ein paar Steuermodellen keiner mehr heute

            (dann eher die modifizierte Zugewinngemeinschaft)

          • @clovis

            Man kann nicht einfach nur einen Güterstand wählen, sondern man kann diese auch zusätzlich modifizieren.

            Momentan ist dabei der modifizierte Zugewinnausgleich die Sache, zu der einem die meisten juristen raten werden. Man vereinbart, dass für den Fall, dass die Ehe anders als durch den Tod endet ein Zugewinnausgleich nicht stattfindet. Damit hat man den Zugewinn für die scheidung effektiv ausgeschlossen, allerdings behält man die Vorteile gegenüber der Gütergemeinschaft für den Fall, dass die Ehe durch den Tod eines von beiden endet. Dann hat man nämlich die Vorteile, dass man einen Teil als Zugewinn erhält und damit Erbschaftssteuerfrei und hat auch noch andere Vorteile, die man ja üblicherweise auch will, wenn die Ehe gut läuft.

        • @Christian

          Das man einen Ehevertrag vorschlagen bzw. auf einem bestehen kann, war mir bewusst.

          Eine Zivilehe nach jüdischem Muster fände ich aber weitaus eleganter (siehe unten).

    • Üblicherweise nimmt die Rechtsordnung – und zwar mit erstaunlicher Parallelität innerhalb des christlichen Abendlandes – für die Dauer der Ehe einen Ehekommunismus an. Darauf beruht die Vermögensteilung bei Scheidung.

      Der Nachteilsausgleich ist das rechtliche Konstrukt, das für den nachehelichen Unterhalt herangezogen wird. An diesem Prinzip hat sich durch die jüngeren Gesetzesnovellierungen auch nichts wesentliches geändert. Da dieser Nachteilsausgleich auf mehr oder weniger willkürlichen Fiktionen bzgl. einer was-wäre-wenn Biographie bezieht, hat der Gesetzgeber gewisse Spielräume bei den Berechnungsprinzipien, aber im Grunde handelt es sich dabei um die säkularisierte Form des christlichen Eheverständnisses als unkündbarer Vertrag.

  5. Hm. Von den Millionenbeträgen mal abgesehen.. Ich finde das in Ordnung. Meine Frau und ich gaben uns das Versprechen, für einander zu sorgen. Auf diesem Versprechen ist unser Lebensmodell aufgebaut. Die Entscheidung, Kinder zu bekommen, die Entscheidung, dass meine Frau nur Teilzeit arbeitet…
    Die Arbeit meiner Frau in der Familie ist mindestens genauso wertvoll, wie mein Erwerbsjob, von daher sind die Zugewinnansprüche für mich selbstverständlich.
    Über fortwährenden Unterhalt kann man streiten, aber zumindest eine Übergangszeit ist für mich unstrittig.
    Die Ehe ist schon etwas anderes als einfach nur eine langjährige Beziehung, man muss nicht heiraten, wenn man es tut kann man es mit oder ohne Ehevertrag tun. Aber genauso wie bei der Berufswahl möge hinterher niemand sagen, er habe es nicht gewusst 😉

    • „aber zumindest eine Übergangszeit ist für mich unstrittig.“

      Nur Extremisten würden darum streiten.

      Aber nach vielen Jahren, wenn beide längst einen neuen Partner haben, soll er ihr immer noch monatlich was überweisen?

      „Bis ans Lebensende“ und „Den Lebensstandard während der Ehe aufrechterhalten“ finde ich nicht argumentierbar.

      • „„Bis ans Lebensende“ und „Den Lebensstandard während der Ehe aufrechterhalten“ finde ich nicht argumentierbar.“
        Ist auch in Deutschland nicht Rechtslage.

          • Aber wenn er hier im Blog über eine Reform des Eherechts spricht, dann muss diese ja wohl in Deutschland geschehen. Schließlich wohnt er (meines Wissens) in Deutschland und die meisten der Leute hier sollten auch aus Deutschland sein. Wenn überhaupt haben wir nur Einfluss über dt. Gesetzgebung.

        • @henrik

          Der Lebensstandard während der Ehe ist immer noch Grundlage der Unterhaltsberechnung. Daraus folgt ja der Halbteilungsgrundsatz
          § 1610
          Maß des Unterhalts

          (1) Das Maß des zu gewährenden Unterhalts bestimmt sich nach der Lebensstellung des Bedürftigen (angemessener Unterhalt).
          (2) Der Unterhalt umfasst den gesamten Lebensbedarf einschließlich der Kosten einer angemessenen Vorbildung zu einem Beruf, bei einer der Erziehung bedürftigen Person auch die Kosten der Erziehung.

          Gerade bei sehr gut verdienenden wird dann eine „konkrete Bedarfberechnung“ vorgenommen, die im Prinzip nicht nach oben begrenzt ist.

          • Dies ist ein super Beispiel dafür, warum man Normen nicht einfach aus dem System reisen sollte. § 1602 I schränkt die Unterhaltsberechtigung massiv ein. Eine gesunde erwachsene Frau ist in der Regel nicht außerstande sich selbst zu unterhalten und schon gar nicht bis an das Lebensende.
            Somit ist meine Aussage korrekt.

        • „§ 1602 I schränkt die Unterhaltsberechtigung massiv ein.“

          Das ist der Brüller des Tages.

          Für die Mitlesenden, in § 1602 (1) BGB steht: „Unterhaltsberechtigt ist nur, wer außerstande ist, sich selbst zu unterhalten.“
          Relevanter für Scheidungsfälle ist § 1569,1 BGB „Grundsatz der Eigenverantwortung“.
          Dort steht: „Nach der Scheidung obliegt es jedem Ehegatten, selbst für seinen Unterhalt zu sorgen.“
          Nur zur Ergänzung: es handelt sich NICHT um eine zeitlich neue Regelung im Rahmen der letzten Unterhaltsrechtsreform von 2008.
          Wenn er nicht schon älter ist, dann gilt § 1569 mindestens seit der Scheidungsrechtsreform von 1977.
          In der Praxis hat der BGH die Ausnahmetatbestände, die doch zur Unterhaltsberechtigung (der Frau) führten, in den nachfolgenden 30 Jahren immer weiter ausgebaut.
          Ich habe hier schon Beispiele zitiert, wonach Männer zu – UNBEFRISTETEN – Unterhaltszahlungen verknackt wurden, in einem Fall, obwohl die Ehe faktisch nur 4 Tage! bestand (de jure einige Monate, wobei die Ehepartner getrennt lebten, weil ihr Haus noch in Bau und nicht bezugsfähig war).
          In einem anderen Fall hatte ein Mann nach 30 Jahren! – vergeblich – um Einstellung der Unterhaltspflicht gebeten, weil er in Rente ging und die Belastung unverhältnismäßig sei.

          Im Referentenentwurf zur Unterhaltsrechtsreform von 2008 wurde kritisiert, dass die deutsche Justiz sich bei der Ermittlung von Unterhaltsansprüchen für Ehefrauen regelmäßig am obersten Ende des rechtlich Möglichen bewegen würde.
          Nicht von Ungefähr kam der Spruch: „Einmal Arztfrau, immer Arztfrau“.

          § 1569 KANN die Unterhaltsberechtigung massiv einschränken. Aber von der Möglichkeit wurde bis vor wenigen Jahren faktisch kein Gebrauch gemacht.
          Dass er heute überhaupt mehr Beachtung findet, liegt weniger an einem gestiegenen Rechtsbewusstsein der Justiz, als vielmehr an der Erkenntnis, dass exzessive Unterhaltszahlungen an die Ex-Frau die Neugründung einer Familie massiv behindert.

          Wo der Mann keine neue Familie zu versorgen hat, schützt ihn auch heute die §§ 1569 und 1602 (1) BGB nicht.
          Es gibt keine gesetzliche PFLICHT, Unterhalt zeitlich und in der Höhe zu begrenzen, sondern nur die Möglichkeit.

          • @carnofis

            „Ich habe hier schon Beispiele zitiert, wonach Männer zu – UNBEFRISTETEN – Unterhaltszahlungen verknackt wurden, in einem Fall, obwohl die Ehe faktisch nur 4 Tage! bestand (de jure einige Monate, wobei die Ehepartner getrennt lebten, weil ihr Haus noch in Bau und nicht bezugsfähig war).“

            Dann bestand die Ehe nicht 4 Tage und man hätte eben einen Scheidungsantrag stellen sollen. Wie lange waren sie denn dann noch verheiratet? Die Rechtsprechung geht bei gegenwärtiger Lage davon aus, dass eine Befristung bei Ehen von 25+ Jahren nicht mehr erfolgt. Natürlich muss man die Befristung üblicherweise beantragen.

            „In einem anderen Fall hatte ein Mann nach 30 Jahren! – vergeblich – um Einstellung der Unterhaltspflicht gebeten, weil er in Rente ging und die Belastung unverhältnismäßig sei.“

            Das ist ein klassischer Abänderungsgrund. Wobei Abänderungen voraussetzungen haben, eben beispielsweise, dass man diese formell geltend macht und dann abänderung auch bei Gericht beantragt. Wenn diese Voraussetzungen nicht eingehalten werden, dann kann das gericht eben erst ab einem späteren Zeitpunkt abändern

        • „Dann bestand die Ehe nicht 4 Tage und man hätte eben einen Scheidungsantrag stellen sollen.“

          Mist, es scheint, dass ich das Urteil überschrieben habe.
          Ich hab zwar noch ein BGH-Urteil mit dem Datennamen, aber ein einen anderen Fall als Inhalt. Liegt daran, dass ich damals viele Urteile erstmal in einer Word-Datei gesammelt und später nach Sichtung vereinzelt hatte.
          Das Urteil stammt von 1993 und weil der BGH seine Entscheidungen erst ab dem Jahr 2000 zugänglich gemacht hat, kann ich es auch nicht mehr recherchieren 😦

          Zur Ehedauer guckst Du bitte auf meinen Text. Dort stand: „obwohl die Ehe faktisch nur 4 Tage! bestand (de jure einige Monate, …“
          Ich weiß, dass ne Ehe erst mit der Scheidung beendet ist. Aber für den nachehelichen Unterhalt ist bestenfalls die Dauer von Eheschließung bis zur Rechtshängigkeit der Scheidung maßgeblich.
          Im benannten Fall hatten die beiden Kontrahenten irgendwann im April des Jahres geheiratet und sind im September ins neue Haus gezogen. Nach vier Tagen hat die Frau die Scheidung eingereicht. Daher die Unterscheidung zwischen de facto und de jure.
          Da für den Unterhaltsanspruch als Begründung regelmäßig ehebedingte Nachteile für die Frau herangezogen wurden und werden, kann hier nur der Zeitraum von vier Tagen genannt werden.
          Die Vorinstanz hatte auch den Unterhaltsanspruch der Frau aus diesem Grund verneint, während der BGH – sich selbst widersprechend – hier die Meinung vertrat, dass die Dauer der Ehe nur indizierenden Charakter habe, für sich allein aber kein Ausschlussgrund sein dürfe.

          An anderer Stelle hatte der BGH festgelegt, dass eine Ehe, die nicht länger als zwei Jahre gehalten hat, grundsätzlich als kurz, eine Ehe, die mehr als drei Jahre gehalten hat, nicht mehr als kurz zu gelten habe. (BGH XII ZR 89/97)
          Hintergund dieser Entscheidung ist der § 1579 BGB, wonach ein Unterhaltsanspruch zu versagen oder herabzusetzen ist, wenn die Ehe nur von kurzer Dauer war.

          • „Das Urteil stammt von 1993 und weil der BGH seine Entscheidungen erst ab dem Jahr 2000 zugänglich gemacht hat, kann ich es auch nicht mehr recherchieren“

            Das kann ja durchaus sein, dass war ja dann vor der Möglichkeit einer Beschränkung.

            „Da für den Unterhaltsanspruch als Begründung regelmäßig ehebedingte Nachteile für die Frau herangezogen wurden und werden, kann hier nur der Zeitraum von vier Tagen genannt werden.“

            Früher galt „einmal Zahnarztfrau immer Zahnarztfrau“, Nachteile mussten gar nicht geprüft werden. Erst nach den Reformen werden Ehedauer und ehebedingte Nachteile überhaupt geprüft.

        • „Früher galt „einmal Zahnarztfrau immer Zahnarztfrau“, Nachteile mussten gar nicht geprüft werden. Erst nach den Reformen werden Ehedauer und ehebedingte Nachteile überhaupt geprüft.“

          Auch früher galt unverändert der Grundsatz der Eigenverantwortung, Christian.
          § 1569 BGB a.F. „Kann ein Ehegatte nach der Scheidung nicht selbst für seinen Unterhalt sorgen, so hat er gegen den anderen Ehegatten einen Anspruch auf Unterhalt nach den folgenden Vorschriften.“ (Fassung 2004)
          In der neuen Fassung wurde lediglich mit dem oben zitierten Satz die Eigenverantwortung nochmal ausdrücklich betont.
          Man kann sie aber auch ohne die explizite Betonung in der alten Fassung herauslesen.
          Das Unterhaltsrecht war – und ist immer noch eingeschränkt – ein Lex BGH zugunsten von Frauen. Gesetzlich war „einmal Arztfrau, immer Arztfrau“ nicht möglich.

        • „Da sie das aus eigenen Kräften nicht erreichen kann steht ihr Aufstockungsunterhalt zu“

          Der BGH hat eine Erwerbsobliegenheit bis 2008 regelmäßig verneint! Das ist was anderes, als Aufstockungsunterhalt.
          Der BGH war der Meinung, dass eine Frau, wenn sie in der Ehe nicht arbeitete, sich auch nach der Scheidung nicht so schnell um eine Erwerbstätigkeit bemühen muss.
          Faustregel: die arbeitsfreie Zeit brauchte nicht kürzer als die halbe Ehezeit zu sein.
          Danach griff einer der gesetzlichen Ausnahmeregelungen – und irgendwann der Unterhalt wegen Alters.

    • Die Arbeit meiner Frau in der Familie ist mindestens genauso wertvoll, wie mein Erwerbsjob, von daher sind die Zugewinnansprüche für mich selbstverständlich.

      Arbeitet deine Frau denn umsonst in der Familie oder finanzierst du während dieser Zeit ihren Lebensstandard?
      Ich vermute mal, dass sie nur mit ihrem Teilzeit-Job keine großen Sprünge machen wird.
      Unbezahlte Care-Arbeit ist genau so ein Märchen wie der Gender Pay Gap.

    • „Ich finde das in Ordnung. Meine Frau und ich gaben uns das Versprechen, für einander zu sorgen. Auf diesem Versprechen ist unser Lebensmodell aufgebaut. Die Entscheidung, Kinder zu bekommen, die Entscheidung, dass meine Frau nur Teilzeit arbeitet…
      Die Arbeit meiner Frau in der Familie ist mindestens genauso wertvoll, wie mein Erwerbsjob, von daher sind die Zugewinnansprüche für mich selbstverständlich.“

      Was wäre denn, wenn man ansprüche zB erst ab kindern oder jedenfalls ab nicht mehr beiderseitiger Vollerwerbstätigkeit aufgrund Arbeitsteilung rechnet?

      „Über fortwährenden Unterhalt kann man streiten, aber zumindest eine Übergangszeit ist für mich unstrittig.“

      Auch da wäre ja die Frage, in welcher Höhe das erfolgen muss. Was spricht denn dagegen, dass sie das bekommt, was sie auch verdienen würde, wenn sie vollzeit gearbeitet hätte?

      „Die Ehe ist schon etwas anderes als einfach nur eine langjährige Beziehung, man muss nicht heiraten, wenn man es tut kann man es mit oder ohne Ehevertrag tun. Aber genauso wie bei der Berufswahl möge hinterher niemand sagen, er habe es nicht gewusst 😉“

      Das ist ja das Problem: Die meisten haben keine Ahnung, welche ansprüche damit verbunden sind.

      • „Was wäre denn, wenn man ansprüche zB erst ab kindern oder jedenfalls ab nicht mehr beiderseitiger Vollerwerbstätigkeit aufgrund Arbeitsteilung rechnet?“
        Man kann durchaus darüber streiten, ab wann eine Familie eine Familie ist. Sobald man aber die Vorteile wie z.B. das Ehegattensplitting geniest, sollte man auch mit der Verantwortung leben.
        Ich mag da komplett aus der Zeit gefallen sein, aber das, was unsere Familie alles erreicht hat, hätte keiner von uns alleine geschafft. Das war ein Teamding, es bedingte sich alles.
        Es wird niemand gezwungen, standesamtlich zu heiraten, Es spricht gar nix dagegen, dass man sich so vor seinen Freunden die Liebe verspricht und eine Party feiert.

    • @tom174

      Im endeffekt ist das ganze eine Form des Prisoners Dilemmas. kooperation führt zu der besten Bindung und einem gemeinsamen Erfolg. Es ist nur unsicherer geworden, ob der andere nicht irgendwann defect spielt. Jetzt kann man die hohen Ansprüche als Erhalt der Kooperation sehen, aber eben auch als Anreiz sie zu beenden. Man kann die hohen potentiellen Kosten auch von vorneherein als Anlass sehen, dass man die Kooperation in dieser Form nicht eingeht.

      Alles hängt insofern von der Sicherheit ab, mit der man davon ausgeht, dass beide kooperieren werden oder sich selbst bei einem Defect noch fair verhalten.

      • Gut beobachtet. Die Ehe als „Prisoners Dilemma“ zu bezeichnen, dürfte insbesondere mit Blick auf das klassische christliche Eheideal Zustimmung ernten. Es sollte aber nicht übersehen werden, dass dieses Ideal zwar noch immer einen hohen sozialen Stellenwert genießt (behaupte ich mal), die tatsächlichen Spielregeln aber gründlich verkorkst worden sind, insbesondere durch die Reformen der 70er Jahre und dem seitdem omnipräsenten Legislativen herumdoktern an diesem Themenkomplex. Aus einem im Prinzip beiderseits unkündbaren Vertrag wurde ein beliebig einseitig kündbarer Vertrag gemacht. Bekanntlich steigt die Wahrscheinlichkeit einer Kooperation in einem Gefangenendilamma erheblich, sofern sich die Spielsituation absehbar unendlich oft wiederholt.

        Ich will damit nicht unbedingt dem christlichen Eheideal das Wort reden. Tatsächlich erscheint mir die jüdische Ehe als die bessere Variante. In Bezug auf die allermeisten Aspekte gibt es keinen relevanten Unterschiede, allerdings ist im Judentum die Ehe nicht gleichermaßen sakralisiert wie in der christlichen Tradition. Sie ist selbst in der strengen chassidischen Tradition scheidbar, allerdings analog zur Eheschließung nur durch Zustimmung beider Eheleute, was eine deutlich bessere Symmetrie darstellt, als die gründlich verkorkste moderne Zivilehe. Als Referenz kann ich nur mit einem Roman dienen, allerdings einem, dessen Autor als profunder Kenner des chassidischen Judentums gelten kann: Isaac Bashevis Singer „Die Familie Moschkat“

        • Ich bin kein Freund der Religion, aber im Hinblick auf die Ehe ist diese Institution meiner Ansicht nach schon verloren, wenn es nicht „bis das der Tod Euch scheidet“ gilt.

          Denn der Grund dieser Regelung ist es, der Frau zwar 1 Gelegenheit zum Ausleben ihrer Hypergamie zu geben, aber danach soll das Monster in eine Kiste im Keller. Wenn man das Monster durch die Möglichkeit zur Scheidung wieder rausholt, macht die ganze Bindungsgeschichte keinen Sinn mehr. Denn dann hat die Frau keinen besonderen Anreiz mehr, sich um das Wohlergehen des Mannes und seinen Erfolg zu kümmern. Sie kann sich ja einfach einen anderen suchen, wenn es ihrer nicht mehr bringt.

        • @Ih

          Sie kann sich ja einfach einen anderen suchen, wenn es ihrer nicht mehr bringt.

          Kann sie nicht, wenn sie dafür die Zustimmung ihres Mannes braucht.

  6. Wer heiratet ist dumm, das kann ich nur wiederholen. Vor allem ist er deswegen dumm, weil er nicht versteht, dass er nicht die Frau alleine heiratet, sondern auch Pflichten des unsichtbaren 3. übernimmt der immer mit dabei ist, des Staates. Der Staat, der für Frauen all das übernommen hat, was früher der Ehemann gemacht hat (Schutz, Sicherheit, Altersversorgung, usw.) möchte natürlich nichts bezahlen und darum lässt er, wie ein richtiger Alpha den dummen Beta, also den Ex-Ehemann dafür bezahlen.
    Deswegen rate ich jedem nicht zu heiraten. Es macht keinen Sinn. Selbst wenn man Kinder hat macht es keinen Sinn sondern kostet nur verdammt viel Geld. Ich kenne mehrere die an einer Trennung und den Ansprüchen zerbrochen sind, psychisch und finanziell. Und wofür macht man das? Um ein bisschen geliebt zu werden und ab und zu mal ne Muschi zu haben? Schön dumm.
    Zeige mir ein Ehepaar und ich zeige dir eine Schlaue und einen Dummen.

    • qpfefferund salz

      „Deswegen rate ich jedem nicht zu heiraten. Es macht keinen Sinn. Selbst wenn man Kinder hat macht es keinen Sinn sondern kostet nur verdammt viel Geld. Ich kenne mehrere die an einer Trennung und den Ansprüchen zerbrochen sind, psychisch und finanziell. Und wofür macht man das? Um ein bisschen geliebt zu werden und ab und zu mal ne Muschi zu haben? Schön dumm.“

      Es gibt allerdings auch sehr viele, die mit der Ehe sehr glücklich sind, das sollte man auch nicht vergessen.

      • „Es gibt allerdings auch sehr viele, die mit der Ehe sehr glücklich sind, das sollte man auch nicht vergessen.“
        Die gibt es sicher aber es gibt halt auch genauso viele die unglücklich in einer Ehe sind und noch mehr die unglücklich nach einer Scheidung sind. Ich verstehe schon die Gründe warum Menschen heiraten – bestimmte Gesellschaften fordern es, man will von einem tollen Menschen geliebt werden, Kinder, Familie und regelmäßig Sex haben aber die Kosten werden nicht transparent angegeben. Jeder Mobilfunkvertrag währe schon weit früher als sittenwidrig juristisch in der Luft zerrissen worden aber bei dem Ehevertrag (und nix anderes ist es) profitiert der Staat und der will diesen natürlich beibehalten.

    • „Selbst wenn man Kinder hat macht es keinen Sinn sondern kostet nur verdammt viel Geld.“
      Ihnen ist schon klar, dass Sie bei Kindern auch der Mutter Unterhalt leisten müssen wenn es schlecht läuft. Da hilft auch das Unverheiratsein nichts. Die Steuervorteile der Ehe lassen Sie komischerweise auch komplett unter den Tisch fallen, dabei geht es je nach Einkommensverteilung um nicht unerheblich Summen.

      • „Die Steuervorteile der Ehe lassen Sie komischerweise auch komplett unter den Tisch fallen, dabei geht es je nach Einkommensverteilung um nicht unerheblich Summen.“
        Letztlich ist es eine Rechnung – zahle ich, auf die Lebenszeit berechnet mehr oder weniger in einer Ehe. Klar, wenn die Frau faul zu Hause rumsitzt während der Mann arbeitet kann man schon Steuern sparen – aber dafür muss man die Frau versorgen, was auch nicht billig ist. Wenn beide gleichviel verdienen sparen sie kaum was, trotzdem kann es bei einer Scheidung verdammt teuer werden.
        Wie ich schon oben schrieb – ich kann ja verstehen warum die Leute heiraten aber ich denke die Motive sind, bei objektiver Betrachtung mehr als schwach. Da vielen Männer die Ehe aber aus einer sehr emotionalen Ebene heraus betrachten sind sie nicht objektiv. Und ich fand stark emotional handelnde Menschen schon immer ziemlich dumm.

        • @ Henrik

          Wenn beide gleichviel verdienen, während der Ehe, sparen sie kaum was und danach kann es trotzdem teuer für den Mann werden.

          Was wenn die Hausarbeit samt Kinderaufzucht teilig war und die Frau jetzt die Arbeit einschränkt um die armen, durch die Scheidung angeblich traumatisierten, Kinder in Vollzeit bespielen will und deshalb die Arbeit Arbeit sein lässt?

          Ein „es kann teuer werden“ ist kein „es wird teuer werden“.

          Ist das nicht zu verstehen?

          Wenn Du die Ehe für so toll hältst, heirate halt … 🙂

      • Dann bist du aber in vielen Fällen gar nicht interessant um geheiratet zu werden. Deswegen ist ja auch ein Hausmann bei Frauen eher ein Objekt zum drüber lachen – egal was die Feministen sagen.

        • Man kann ja mehr verdienen als die Frau *bis* man heiratet, was ja nun nicht allzu schwer ist. Wenn sie dann geht, weil man weniger arbeitet, soll sie halt gehen; da weiß man dann auch schnell, was man hatte. Meine ist geblieben, aber vielleicht hatte ich natürlich auch nur Glück.

        • Das ist gar keine so schlechte Idee. „Jetzt wo ich mir eine Frau zum Heiraten geangelt habe, trete ich mal kürzer“. Es ist ja leider so, dass Frauen mit ihren sexuellen Reizen im Prinzip dasselbe tun.

  7. „die Ehe wird auch nicht mehr für die Ewigkeit geschlossen“
    Wenn ich sowas schon lese… Natürlich wird die Ehe auf Ewigkeit geschlossen, auf was denn sonst? Auf drei Jahre befristet? Die Ehe ist rechtlich immer noch ein Bund fürs Leben, daran endet die Möglichkeit der Scheidung, die es zumindest theoretisch in fast allen Gesellschaften gab, nichts.

    Ich finde es auch sehr problematisch hier mit Beispielen aus verschiedenen Rechtsordnungen aufzuwandern. Das Familienrecht ist auch innerhalb der EU Kompetenz der Mitgliedsstaaten und muss deshalb von Land zu Land betrachtet werden. Ich kenne mich weder mit dem italenischen, noch mit den britischen Familienrecht aus(Sofern die Ehe im Fall des Ölmillardärs überhaupt britischen Recht unterworfen war). Deshalb kann ich darüber kaum reden.

    Außerdem steht es jeden Frei die Ehe nicht einzugehen, denn dies ist immer noch die beste Absicherung gegen Unterhaltszahlungen.

    • „Ich finde es auch sehr problematisch hier mit Beispielen aus verschiedenen Rechtsordnungen aufzuwander“

      Es geht hier nicht um eine juristische Einschätzung, sondern um eine ethische.

      • Wo liegt dort der Sinn? In allgemeinen ethischen Standards kann man die Rechtsordnung nicht reformieren. Und wenn er gegen diese „ungerechtigkeiten“ vorgehen will, dann muss dies in einen gesetzlichen Kontext in Deutschland erfolgen.

      • „Es geht hier nicht um eine juristische Einschätzung, sondern um eine ethische.“

        Ethisch fragwürdig ist an diesen Beispielen einzig, wie ein Mensch solchen Reichtum „erarbeiten“ können sollte.

        • Wenn wir deiner Vorstellung von „arbeiten“ folgen würden, wären wir wohl nie aus der Höhle hinaus gekommen. Wobei ich das nicht so schlecht gefunden hätte – da hätten dann die Frauen meist 10 Kinder und hätten genug zu tun als sich über Feminismus Gedanken zu machen. Und die Männer wären mit ihren Jungs zusammen Mammuts jagen. Klingt eigentlich gar nicht so schlecht.
          Und die Alte verstirbt ja mit 20%iger Wahrscheinlichkeit bei jeder Geburt, so dass man auch öfter mal ne Neue hat – jedenfalls bis man selbst mit Mitte 30 in Gras beißt.

    • „Ich finde es auch sehr problematisch hier mit Beispielen aus verschiedenen Rechtsordnungen aufzuwandern. Das Familienrecht ist auch innerhalb der EU Kompetenz der Mitgliedsstaaten und muss deshalb von Land zu Land betrachtet werden. Ich kenne mich weder mit dem italenischen, noch mit den britischen Familienrecht aus(Sofern die Ehe im Fall des Ölmillardärs überhaupt britischen Recht unterworfen war). Deshalb kann ich darüber kaum reden.“

      Das ist richtig, die Beispiele wollte ich aber auch nicht rechtlich besprechen. Sie sind so auch im deutschen Recht möglich, denn es gilt im Zugewinn ja der Halbteilungsgrundsatz und es käme auch genau darauf an, ob das Vermögen innerhalb der Ehe aufgebaut worden ist und im Unterhalt müsste man ebenfalls eine „konkrete Bedarfsberechnung“ vorlegen, was sie braucht, damit sie wie bisher leben kann.

      Und daran wollte ich die moralischen Fragen anknüpfen

      vgl auch:

      https://allesevolution.wordpress.com/2011/12/10/anspruche-bei-scheidung-bzw-beendigung-der-ehe/
      https://allesevolution.wordpress.com/2012/07/04/ein-beispiel-fur-unterhalt-bei-hohem-einkommen/
      https://allesevolution.wordpress.com/2013/02/14/nachehelicher-unterhalt-und-erhaltung-der-ehelichen-lebensverhaltnisse/

    • „Wenn ich sowas schon lese… Natürlich wird die Ehe auf Ewigkeit geschlossen, auf was denn sonst? Auf drei Jahre befristet?“

      Seehofers ehemalige Konkurrentin um den CSU-Vorsitz, Gabriele Pauli, hatte ja den Vorschlag geäußert, eine Ehe nach 7 Jahren automatisch auslaufen zu lassen, es sei denn, beide Partner wiederholten (immer wieder) ihr „ja“.

      http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/ihre-juengste-idee-pauli-fordert-ehe-auf-zeit-1460009.html

      Schon irgendwie ne dumme Idee, weil von der Intention her GG-widrig, würd ich behaupten.

    • „die Ehe wird auch nicht mehr für die Ewigkeit geschlossen“
      Wenn ich sowas schon lese… Natürlich wird die Ehe auf Ewigkeit geschlossen, auf was denn sonst? Auf drei Jahre befristet?

      Sehe ich auch so.

      Mit etwas rechnen zu müssen, ist nicht gleich etwas zu erwarten!

      Wenn jemand z.B. ein Unternehmen gründet, muß er damit rechnen, daß es nicht funktioniert. Er erwartet aber, daß er Erfolg hat.
      Sonst würde es (fast) keine Firmengründungen geben.

    • „Wenn ich sowas schon lese… Natürlich wird die Ehe auf Ewigkeit geschlossen, auf was denn sonst? Auf drei Jahre befristet? Die Ehe ist rechtlich immer noch ein Bund fürs Leben, daran endet die Möglichkeit der Scheidung, die es zumindest theoretisch in fast allen Gesellschaften gab, nichts.“

      Es sollte doch vollkommen klar sein, was damit gemeint ist:
      natürlich ist die Ehe unbefristet, genau wie ein Mietvertrag. Aber damit ist er nicht „für die Ewigkeit geschlossen“, man kann beides kündigen. Und das eben heute vergleichsweise leicht. Eine Scheidung konnte beim Verschuldensprinzip effektiv blockiert werden, heute ist das nicht mehr möglich, die meisten ehen werden geschieden, auch wenn nur einer will, das Gesetz sagt, dass nach spätestens drei Jahren Trennung die Zerrüttung vermutet wird. Man braucht eben keine päpstliche Genehmigung mehr.
      Ich wollte insofern schlicht darauf hinweisen, dass die Ehe heute weitaus leichter und mit weitaus weniger gesellschaftlichen Nachteilen beendet werden kann und das natürlich die Rechnung verändert.

  8. Der Default-Güterstand der typisch deutschen Ehe ist in der Tat die schlechteste Variante für den dt. Durchschnittsmann. Daher sollte er auf Gütertrennung, zumindest aber Gütergemeinschaft bestehen.

    Überraschend finde ich allerdings Berlusconis Naivität, würde man ihn doch als typischen alpha-male einschätzen. Er scheint aber doch in erster Linie ein neureicher Trottel gewesen zu sein. Ich vermute, dass bei „altem Geld“, Hochadel etc. Eheverträge üblich sind, die dicker als das BGB sind.

  9. „Aber es macht aus meiner Sicht deutlich, dass hier ein Recht besteht, welches schlicht und ergreifend nicht mehr gerecht ist.“

    Sind derart absurd hohe Vermögen/Einkommen „gerecht“? Haben die das ehrlich „erarbeitet“?

    Antwort: natürlich nicht. Vielleicht waren sie besonders clever, sehr geschickt, sehr skrupellos, sehr gut vernetzt, zur richtigen Zeit am richtigen Ort etc. es sei ihnen gegönnt. Aber den Ehefrauen, die auch zur richtigen Zeit am richtigen Ort waren, durchaus auch.

    Ist ja nicht so, dass man das mit einem Ehevertrag nicht ausschließen könnte. Und seien wir ehrlich: die Hälfte von „unbegreiflich viel“ ist immer noch „unbegreiflich viel“.

    Ich finde es durchaus beeindruckend, dass man hier- und da, noch Urteile gegen solche Oligarchen fällen kann. Und volkswirtschaftlich gesehen, ist es ohnehin besser, das Geld verteilt sich, statt sich zu konzentrieren…

    Aber letztlich ist es nur eine politische Geschmacksfrage. Derart absurder Reichtum unterliegt nur noch partiell einer Art bürgerlicher Moral.

  10. mit großem interesse habe ich den beitrag und viele kommentare gelesen.
    zum scheidungsrecht und der unterhaltspflicht möchte ich ein beispiel aus der verwandtschaft anführen.
    eine tante von mir hat mit ihrem mann eine einfamiliendoppelhaushälfte im jahr 1974 bezogen.
    beide waren berufstätig in der gleichen fabrik, die füller und filzstifte etc produziert hat.
    gut zwei jahre nach bezug des hauses gab es krach im paradies.
    der onkel verlangte von der tante mit dem arbeiten aufzuhören.
    gerüchteweise soll der onkel eifersüchtig gewesen sein, weil der vorarbeiter der tante immer mal wieder mit der tante flirtete.
    so weit so gut.
    vor gut 10 oder 12 jahren trennte sich die tante vom onkel, weil er fremdgegangen ist.
    das ging sogar soweit, dass der onkel seiner geliebten eine wohnung finanzierte.
    nun ist die tante in die jahre gekommen und bezieht altersrente, die recht schmal ausfällt, weil sie ja in den 70ern mit dem arbeiten aufhörte.
    in einem gespräch mit der tante erzählte sie mir, sie hätte sich dagegen nicht wehren können, weil im bgb stand, dass der ehemann bestimmen könne ob die ehefrau arbeite oder nicht.
    soweit mir bekannt wurde das scheidungsrecht 1977 reformiert.
    damit entfiel auch das recht des ehemannes, der ehefrau das arbeiten verbieten zu können.

    heute ist es so, dass wenn der onkel keine freundin hat, er den kontakt zu seiner ex sucht. mein argument, er benutze sie nur, hat nicht gezogen, denn tante war sieht das nicht so.
    alles reden war zwecklos.
    aus einem anderen grund musste ich den konatkt zur tante einstellen.
    das ist vier jahre her.
    noch heute sehe ich tante und onkel durch mein städtchen radeln. immer mal wieder.

    der onkel mutierte bei anderen freundinnen, die mit ihm schluß machten sogar zum stalker. er konnte nicht verdauern, dass er mal der abgelehnte partner war.
    das ging soweit, dass seine exfreundin bei gericht verfügen ließe, der onkel dürfe sich ihr nicht bis auf … nähern.

    die geschichte hat nicht viel mit dem blogbeitrag gemeinsam, denn in diesem fall ging es nicht um millionen, die nach der trennung zu verteilen waren, sondern um das deutsche recht des ehemannes, der ehefrau das arbeiten zu verbieten, was gottseidank abgeschafft wurde.

    • sondern um das deutsche recht des ehemannes, der ehefrau das arbeiten zu verbieten, was gottseidank abgeschafft wurde.

      Finde ich auch. Untergebene Ehefrauen sind sehr unterhaltsam. Das Hierarchie-Gefälle und Herumkommandieren macht die dauergeil.

    • @Genorama

      nun ist die tante in die jahre gekommen und bezieht altersrente, die recht schmal ausfällt, weil sie ja in den 70ern mit dem arbeiten aufhörte. in einem gespräch mit der tante erzählte sie mir, sie hätte sich dagegen nicht wehren können, weil im bgb stand, dass der ehemann bestimmen könne ob die ehefrau arbeite oder nicht.

      1977 wurde tatsächlich eine Großreform des Gesamten Ehe- Familien- und Scheidungsrechts vorgenommen, das seit 1900 also ungefähr seit Bestehen des BGB galt, Bei dieser Reform wurde unter anderm das Recht des Ehemannes zu bestimmen, ob die Frau arbeiten darf/muss abgeschafft.Allerdings wurde gleichzeitig auch die Teilung der Rentenanwartschaften im Scheidungsfall eingeführt, unabhängig von der individuellen Arbeitstätigkeit. Das heißt, die Rente Ihrer Tante mag schmal sein, aber nicht schmäler als die Ihres Onkels.

  11. „Nachteilsausgleich“ wofür? Dafür, daß die Frau jahrelang ihren Kinderwunsch bequem und wohlfinanziert ausleben konnte, während der Mann sich jeden Tag 12 Stunden unter massivem Versagensdruck den Arsch im Job aufgerissen hat, um die Kohle ranzuschaffen, die er ohne Familie nie gebraucht hätte? Um sich dann im Trennungsfall von einer feministischen DJB-Familienrichterin vorwerfen zu lassen, „er habe sich nicht genug um die Kinder gekümmert“?
    Nö, lass mal.

    • „Dafür, daß die Frau jahrelang ihren Kinderwunsch bequem und wohlfinanziert ausleben konnte, während der Mann sich jeden Tag 12 Stunden unter massivem Versagensdruck den Arsch im Job aufgerissen hat, um die Kohle ranzuschaffen, die er ohne Familie nie gebraucht hätte? “

      halte ich für eine Darstellung, die häufig falsch ist.
      Viele Männer sind lieber auf der arbeit als wegen der Kinder auszusetzen. Sie sind durchaus damit einverstanden und froh darüber, dass diesen Part die Frauen übernehmen. Und die meisten Männer haben keinen 12 Stunden tag, auch keine Versagensängste und kein Problem damit, solange die Beziehung gut funktioniert. Sie fühlen sich nicht ausgebautet und würden es denke ich auch nicht anderes wollen bei jungen Kindern.

      • Diese Männer sehen das tatsächlich häufig so. Selbst wenn die Beziehung nicht gut läuft. Aber die Frage ist, ob das nur die Rationalisierung der eigenen Schwäche und vermeintlichen Ausweglosigkeit ist, oder tatsächlich eine sinnvolle Entscheidung.

        Ich persönlich bin ein Auto-Narr. Und wenn ich solche Ehen sehe, wo die Frau den neuen 90.000,- € SUV fährt, und der Mann sich immerhin für 8.000,- € einen alten 3er kaufen darf um damit zum ICE zu fahren, der ihn zur Arbeit bringt, dann habe ich erhebliche Zweifel an dem Modell.

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