Selbermach Mittwoch 113 (17.05.2017)

Das Wetter soll ja schön werden diese Woche.

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56 Gedanken zu “Selbermach Mittwoch 113 (17.05.2017)

  1. Die SPD hat einen Programmentwurf ihres BTW-Programmes online gestellt:

    https://www.spd.de/fileadmin/Dokumente/Beschluesse/Bundesparteitag/170515_Entwurf_WP_nach_PV.pdf

    Für uns sicherlich interessante Punkte finden sich auf

    S. 10:

    „Deshalb wollen wir den Hochschulen und Forschungseinrichtungen
    Anreize für verlässliche Karrierewege
    geben. Unser Ziel ist es, Befristungen zurückzudrängen, Gleichstellung in der Wissenschaft zu verankern und Diskriminierungen entgegenzuwirken. Wir setzen uns für einen Frauenanteil von mindestens 40 Prozent in Führungspositionen in der Wissenschaft ein. Deshalb wollen wir eine verbindliche Quote für alle direkt personalwirksamen Maßnahmen des Bundes.“

    S. 42:

    „Nach Angaben des UN-Flüchtlingshochkommissariats (UNHCR) sind über 50 Prozent der Geflüchteten Frauen und Kinder. Uns ist eine geschlechtergerechte Unterbringung wichtig. Alleinreisende Frauen, Schwangere und Frauen mit Kindern wollen wir besser schützen. Für
    traumatisierte Flüchtlinge und ihre Kinder brauchen wir spezielle Hilfseinrichtungen.Viele Frauen und Mädchen leiden in ihren Herkunftsländern unter sexualisierter Gewalt, Zwangsheirat oder Genitalverstümmelung. Deshalb wollen wir geschlechtsspezifische
    Asylgründe besser anerkennen. “

    Und dann ein ganz langer Abschnitt ab S. 45 (Gleichstellung und Gleichberechtigung), der eigentlich im ganzen „lesenswert“ ist.
    So zB:

    „- Wir wollen, dass Frauen und Männer im Berufsleben gleichgestellt sind und die Lohnungleichheit zwischen Frauen und Männern beendet wird. Frauen erhalten im Durchschnitt 21 Prozent weniger Lohn als Männer.
    – mehr Frauen für MINT-Berufe
    – Führungsgremien sollen jeweils zu 50 Prozent mit Frauen und Männern
    besetzt sein.“

    Und noch ein Punkt, bei dem ich, ob der Chuzpe der SPD, lachen mußte, auf S. 47 (Leben frei von Gewalt und Diskriminierung):

    „Wir nehmen auch Gewalt gegen Männer sehr ernst. Männer, die Opfer von häuslicher und sexualisierter Gewalt geworden sind, benötigen Hilfsangebote. Wir werden daher entsprechende Maßnahmen in den Aktionsplan aufnehmen.“

    Da sind viele gute Gründe dabei, die SPD nicht zu wählen, auch bei den „Nicht-Gender“-Punkten. Jedenfalls aus meiner Sicht.

  2. Was tun, SPD?

    Schon in der letzten Woche war die SPD hier Thema – mit der These, dass ihr weder ein messianischer Kandidat noch ein wunderbar formuliertes Wahlprogramm helfen könnten, sondern nur eine langfristige Erneuerung der Parteistruktur. Was aber kann die SPD überhaupt noch selbst dafür tun? Nach der katastrophal verlorenen Landtagswahl im Stammland Nordrhein-Westfalen braucht diese Frage auch ein paar Antworten.

    https://man-tau.com/2017/05/15/spd-was-tun-nrw/

  3. Die SPD hat einen Programmentwurf ihres BTW-Programmes online gestellt:

    https://www.spd.de/fileadmin/Dokumente/Beschluesse/Bundesparteitag/170515_Entwurf_WP_nach_PV.pdf

    Für uns sicherlich interessante Punkte finden sich auf

    S. 10:

    Deshalb wollen wir den Hochschulen und Forschungseinrichtungen
    Anreize für verlässliche Karrierewege
    geben. Unser Ziel ist es, Befristungen zurückzudrängen, Gleichstellung in der Wissenschaft zu verankern und Diskriminierungen entgegenzuwirken. Wir setzen uns für einen Frauenanteil von mindestens 40 Prozent in Führungspositionen
    in der Wissenschaft ein. Deshalb wollen wir eine verbindliche Quote für alle direkt personalwirksamen Maßnahmen des Bundes.

    Und dann ein ganz langer Abschnitt ab S. 45 (Gleichstellung und Gleichberechtigung), der eigentlich im ganzen „lesenswert“ ist.
    So zB,
    – Wir wollen, dass Frauen und Männer im Berufsleben gleichgestellt sind und die Lohnungleichheit zwischen Frauen und Männern been
    det wird. Frauen erhalten im Durchschnitt 21 Prozent weniger Lohn als Männer.
    – mehr Frauen für MINT-Berufe
    – Führungsgremien sollen jeweils zu 50 Prozent mit Frauen und Männern
    besetzt
    sein.

    Und noch ein Punkt, bei dem ich, ob der Chuzpe der SPD, lachen mußte:

    Wir nehmen auch Gewalt gegen Männer sehr ernst. Männer, die Opfer von häuslicher und sexualisierter Gewalt geworden sind, benötigen Hilfsangebote. Wir werden daher entsprechende Maßnahmen in den Aktionsplan aufnehmen.

    Da sind viele gute Gründe dabei, die SPD nicht zu wählen. Jedenfalls aus meiner Sicht.

        • Ich denke auch, daß das ein Alibi-Punkt ist. Die SPD hat doch gar keinen Überblick über die tatsächliche Lage und die Gegebenheiten, um überhaupt konkrete Abhilfemaßnahmen ableiten zu können. Da wäre es recht interessant, einen SPD-Wahlhelfer mit konkreten Zahlen zu konfrontieren.

    • Ist halt nur ein Entwurf, da sind Fehler nicht ungewöhnlich.

      Entwurf des Leitantrags der
      Programmkommission für das
      Regierungsprogramm 2017

      Das muß natürlich „Oppositionsprogramm“ heißen!

      7 Für eine Gesellschaft, die jedem Menschen respektvoll begegnet. Unabhängig von Geschlecht,…

      Hier fehlt der Hinweis „mit Ausnahme von weißen, heterosexuellen Männern!“

      10 Wir kämpfen für die Freiheit, seine Meinung zu sagen und zu veröffentlichen.

      Hier fehlt „solange diese politisch korrekt ist!“

      10 Für eine freie
      11 Presse und eine unabhängige Justiz

      Kann ganz gestrichen werden.

      11 Wenn wir uns umschauen in Europa und der Welt, sehen
      12 wir diese Werte in Gefahr. Für diese Werte einzustehen, war der Ursprung der
      13 Sozialdemokratie. Dafür stehen wir – damals wie heute.

      Letzten Satz ändern in „Dafür standen wir damals – nicht heute.“

      —–
      Korrektur abgebrochen!
      —–

      Liebe SPD, bitte nochmal überarbeiten!
      Eine Korrektur dieses Entwurfes würde einer Neufassung gleichkommen.
      Gebt euch bitte etwas mehr Mühe!

  4. Ein schönes kleines Video: „The Privilege Game“

    Der Spielleiter ist der Filmemacher selbst, die Dame links außen (in Sitzordnung wie Politik) verkörpert diese Rolle öfters in seinem Werk… und ist dabei erschreckend eindrucksvoll. 😉

  5. Sie nennt sich nicht mehr Feministin, nicht weil sie etwas über MRAs, sondern weil sie etwas über Feminismus gelernt hat.

    Wahrscheinlich mit einer der Gründe warum es im Feminismus so viele Tabu-Themen gibt… und niemand eine andere Interpretation aussprechen darf, die vom feministischen Dogma abweicht.

    • Auch sehr schön der Teil in dem sie erklärte wie sie selbst während der Dreharbeiten das was die Männer erzählten immer wieder in eine Diskriminierung von Frauen umzuwandeln wollte und wie sie auch zuerst den MRAs überhaupt nicht zuhörte, sondern nur darauf wartete das die jetzt endlich mal etwas frauenfeindliches sagen.

      So viel Ehrlichkeit sieht man heute selten.

    • Gute Entwicklung.

      Eine hinreichende Mischung der Trageformen über die Geschlechter hinweg würde jede Sexualisierung der Uniform unterlaufen und wäre ein weiterer Schritt zur Entsexualisierung des öffentlichen Raums.

  6. Was muss man auf einer Anti-MRA-Demonstration blöcken um sie richtig zu treffen? Richtig:

    Free Palestine – unbedingt ein MRA-Thema.

    Auch beliebt sind Anit-MRA-Parolen mit den Themen Atomkraft, Lactose, Butter oder Magarine, Tierpelze und Biogasanlagen. Heiliger Strohsack. Ich wette durch den technischen Fortschritt wird es bald möglich sein bei diesen Dumpfbacken einen negative IQ zu messen!

    • Auch lustig: Sie fragt warum MRAs, wenn sie doch für E-q-u-a-l-i-t-y sind, nicht auf Feministinnen zugehen? Und das fragt sie während vor ihr eine andere Feministin mit ein „I bath in MRA tears“-Schild steht. ^^

  7. Soeben hat sich meine kleine Außenseiter-Prophezeihung, wie das Drama um Trump nun bald dann enden wird, verändert von: er wird als erster US-Präsident im Amt Suizid begehen zu: es wird bloß heißen, er habe Suizid begangen.

    Und jetzt denk ich erfolglos darüber nach welches Lied dann passend wäre…

  8. Was ich wissenswert bzw. interessant fand zuletzt war u.a.:

    http://www.sozialticker.com/frauen-profitieren-kuenftig-gesetzlichen-mutterschutz/

    Lehrerin muss ihr Kreuz ablegen:
    http://www.kath.net/news/59596

    https://www.dailydot.com/upstream/pornhub-union-station-monitors-dc/

    Eine Diskussion hier könnte sich möglicherweise um das heiße Ding von gestern entspinnen:
    https://broadly.vice.com/de/article/eine-gruppe-veganer-food-vlogger-glaubt-dass-menstruation-eine-verschwoerung-ist

    Etliche Ansatzpunkte zum Nachdenken bietet dieser Beitrag für mich jedenfalls.

    Männer werden sogar auch einmal erwähnt, womöglich das Einzige, was Ihr jetzt lesen wolltet:

    „Amenorrhoe wird aktuell zwar nicht mehr unter den Diagnosekriterien von Anorexie angeführt, weil es sich nicht auf Männer anwenden lässt, aber das Ausbleiben der Monatsblutung wurde in der Vergangenheit immer dazu genutzt, Anorexia nervosa zu diagnostizieren.“

    • „“Ich glaube noch immer, dass der Körper über die Menstruation versucht, Giftstoffe auszuscheiden““

      Tampons also in den Sondergiftmüll, zu entsorgen in Castorbehältern … Und dann reden sie immer davon, daß der Penis eine Giftspritze sei. 🙂

  9. Patricia Purtschert über Gender und Kolonialismus

    In einem Interview mit der taz über Gender und Kolonialismus zeigt Patricia Purtschert, Professorin für Geschlechterforschung an der Universität Bern, wieder einmal sehr gut auf, weshalb Identitätspolitik (Frauen, Peoples of Color, Lesben, Schwule, Transmenschen etc.) allein genommen eine unzulängliche politische Strategie ist, um nachhaltige konstruktive gesamtgesellschaftliche Veränderungen zu bewirken.

    https://man-tau.com/2017/05/17/patricia-purtschert-gender-kolonialismus/

    • Immer noch, immer noch und immer noch, wird bei Vergewaltigung vom Mann als Täter und der Frau als Opfer ausgegangen.
      Solange das nich geändert wird, solange herrscht in den Köpfen noch die Idee der moralisch, weil sexuell weniger getriebenen Frau.

      • „Immer noch, immer noch und immer noch, wird bei Vergewaltigung vom Mann als Täter und der Frau als Opfer ausgegangen.“

        Das dürfte eben auch der häufigste Fall sein, gefolgt von Mann vergewaltigt Mann. Ich gehe davon aus, dass die Zahl der Vergewaltigungen „Frau vergewaltigt Mann“ sehr klein ist und noch kleiner wird, wenn man in in Amerika die Fälle herausrechnet, die dort unter „statutory rape“ fallen, also Minderjährige betreffen, oder andere Fälle,bei denen es als Vergewaltigung zählt, weil sie Vorgesetzte war oder aus anderen Gründen nicht mit ihm Sex haben durfte (Der Gefängnisinsasse verführt die Wächterin um seine Position zu verbessern, da sie mit Schutzbezogenen keinen Sex haben darf ist es Vergewaltigung)

        Welchen Anteil an erwachsenen vergewaltigen Männern durch Frauen siehst du denn?

      • @Dummerjan:
        „Immer noch, immer noch und immer noch, wird bei Vergewaltigung vom Mann als Täter und der Frau als Opfer ausgegangen.“

        Das ist wohl der häufigste Fall. Dennoch bin ich in meinem Text gerade nicht nur von dieser möglichen Konstellation ausgegangen.

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