Schwulenverfolgung in Tschetschenien

Aus Tschetschenien hört man für mich erschreckendes:

Mehr als 100 Männer sollen von Polizei und Sicherheitskräften festgenommen worden sein. Mindestens drei Männer seien dabei getötet worden, vermutlich sogar mehr, heißt es in dem Bericht der regierungskritischen Zeitung. Sie beruft sich auf Aussagen und Hinweise von Aktivisten sowie auf Quellen aus Behörden, dem Geheimdienst und dem Innenministerium in der Region. Die Männer sollen wegen ihrer „nicht traditionellen sexuellen Orientierung“ oder des Verdachts darauf verfolgt worden sein.

(…)

Offizielle Stellen dementierten die Festnahmen. Sie seien auch gar nicht nötig, sagte Alwi Karimow der Nachrichtenagentur Interfax. Der Sprecher des tschetschenischen Machthabers Ramsan Kadyrow sprach von „Lügen“ und „Desinformation“. Und fügte hinzu: „Man kann niemanden verhaften oder unterdrücken, den es in der Republik gar nicht gibt.“ Sollten solche Leute in Tschetschenien existieren, „müssten sich die Sicherheitsbehörden keine Sorgen um sie machen, denn ihre Verwandten würden sie schon an einen Ort geschickt haben, von dem sie nie wiederkehren könnten.“

(…)

Nun sei aber in Tschetschenien der Befehl für eine „vorsorgliche Säuberungsaktion“ erteilt worden, die auch vor Mord nicht zurückschrecke, heißt es in dem Bericht weiter. Demnach sollen Sicherheitskräfte vor allem über soziale Medien wie etwa den Facebookklon VKontakte Schwule ausfindig gemacht haben. Sie sollen den Männern vorgetäuscht haben, auf der Suche nach Dates und Bekanntschaften zu sein. Meist geschieht dies aber in geschlossenen Chatgruppen. Homo- und bisexuelle Menschen in Tschetschenien würden niemals auf die Idee kommen, ihre sexuelle Orientierung öffentlich zu machen. „Das käme einem Todesurteil gleich“, schreibt die Journalistin Milaschina.

(…)

Viele in der LGBTI-Community haben nun Angst. Sie löschen derzeit alle Beiträge in sozialen Netzwerken, die auch nur den leisesten Hinweis auf ihre sexuelle Orientierung geben könnten. Online verbreiteten sich auch die ersten Meldungen über die Festnahmen und Verfolgungen schwuler Männer. Die Nowaja Gaseta zitiert aus einem Post, den zuvor Nutzer von VKontakte geteilt haben und den die Journalistin Eva Steinlein fürsueddeustche.de übersetzt hat: „Sie haben nicht nur junge Leute getötet, sondern auch erwachsene Männer bis zu 50 Jahren. Unter ihnen sind auch berühmte Persönlichkeiten Tschetscheniens. (…) Der Jüngste ist 16 Jahre alt. Er kommt aus unserem Dorf. In diesen Tagen haben sie ihn völlig zusammengeschlagen hergebracht, er war nur ein Sack voller Knochen. Sie haben ihn vor die Tür geworfen und gesagt, man möge ihn töten. Er soll noch immer nicht ganz bei sich sein.“

Das sind fürchterliche Zustände für die dortigen Schwulen, aber wahrscheinlich ebenso für Transexuelle und Lebsen. Es ist traurig, dass es ein solches Denken immer noch gibt und Menschen deswegen leiden müssen. Auch hier ist die Barbarei näher als man sich das in unserer relativ zivilisierten Welt so denkt.

Auch aus anderen Teilen Russlands hört man von sehr negativen Einstellungen gegenüber Homosexualität. Sicherlich kann man über evolutionäre Wurzeln der Homophobie diskutieren, aber das bedeutet ja nicht, dass man andere einschränken muss oder gar schädigen darf, nur weil sie aufgrund bestimmter pränataler Hormonstände andere Attraktivitätsmerkmale in ihrem Gehirn abgespeichert haben.

Mir scheint, dass dabei zwei starke kulturelle Faktoren eine Rolle spielen:

  • Die kommunistische oder sozialistische Zeit Russlands (oder deren Versuch) förderte ein Gleichheitsdenken und nicht Individualität, wie im Westen und behinderte damit auch einen Wandel zu Toleranz. Wenn eine Gesellschaft auf Gleichheit statt auf Individualität abstellt, dann haben es Subkulturen schwerer. Zudem hatten diese Kulturen damit auch ein starkes Bild der Familie und der „Kinder für den Staat“ was Homosexualität eher in die Nähe eines „Verrats“ stellt. Es wäre auch interessant, was das wesentlich striktere Rollenbild in Russland so gut erhalten hat.
  • die orthodoxe Kirche hat nie eine wirkliche Reformation erlebt und auch keine Konkurrenz mit liberaleren Ansichten gehabt, da sie meinst eine Form des Monopols hatte. Sie ist daher wesentlich konservativer geblieben als westliche christliche Kirchen.

Welche Faktoren spielen aus eurer Sicht da mit hinein?

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50 Gedanken zu “Schwulenverfolgung in Tschetschenien

  1. Zeit.de ist Fake-News. Sowas gibt es in Russland nicht, ich lebte dort 25 Jahre. Ich hatte in meinem Umfeld einige Schwule. Das ist typische Propaganda um der Bevölkerung im Westen einen Krieg gegen Ru zu rechtfertigen. Auch die Stories von „russischen Hackern“ liefern nie Beweise.

    • Für mich gibt es jetzt zwei Möglichkeiten. Entweder du weißt es nicht besser – oder aber du bist ein Lügner.
      youtube ist voll von Videos, die Gewalt gegen Homosexuelle in Russland zeigt, teilweise von offiziellen Stellen, teilweise von Möchtegern-Sheriffs, die Homosexualität mit Pädophilie gleichsetzen (Um es klar zu sagen, weder Schwule noch Pädophile haben eine derartige Hexenjagd verdient!)

      Uiih – jetzt ist mir doch glatt „Schwule“ rausgerutscht. Nach meinem Empfinden sind es aber tatsächlich auch hier meistens die Jungen und Männer, die von diesen gewalttätigen Übergriffen betroffen sind.
      Zumindest insofern ist die Welt also wieder vollkommen in Ordnung.

      • bitte um Links zu Youtube-Videos. Ich habe öfters bemerkt, dass die Deutschen nicht ein Ukrainer (oder andere osteuropäische Staaten) von einem Russen unterscheiden können. Wie sollten sie ein Youtube-Video intepretieren können (fremde Sprache)?

  2. „Aus Tschetschenien hört man für mich erschreckendes“

    Nicht nur für dich. Die Nachrichten sind sehr verstörend.

  3. Verstörend ist es in der Tat.
    Und besonders lächerlich finde ich die meisten Schwulenhasser erst recht dann, wenn ich bedenke, dass sie zwei küssende Kerle verabscheuen – bei einer geilen Lesbenszene (fällt ja auch unter Homosexualität) einen feuchten Traum kriegen.

      • Er meint wahrscheinlich die Reaktion, der Schwulenhasser.
        Es scheint zunächst tatsächlich seltsam, das „Lesbenszenen“ auf Hetero- Männer anziehend wirken.
        Das zeigt wiederum wie sehr der „normale“ Durchschnittshetero
        ein reduziertes Geschöpf ist, das sich nur über die Frau (Sex mit Frauen) definiert. In dem Sinne sind Frauen und Schwule oder sonstwie „Abartige“schon viel „ganzheitlichere Wesen“, als der normale Hetero-Mann.
        Ein normal logisch denkender Hetero müsste doch über jeden Schwulen froh sein, der ist keine Konkurrenz im Wettbewerb um Frauen. Und warum sollte er, ein ganzer Kerl, wie er sich versteht Angst vor Zudringlichkeiten haben, kann er sich als echter Kerl nicht gegen so einen zarten Boy wehren ? Irgendwie hapert’s da männlicher Logik.
        In der Tat kommen mir die meisten meiner Hetero-Geschlechtsgenossen letztendlich doch irgendwie* wie arme Schweine vor. Ständig in der Angst leben nicht bei Frauen anzukommen, nicht für männlich genug gehalten zu werden, immer emotionale Kontrolle wahren müssen etc.

        * trauen sich vielleicht nicht mal das Wort irgendwie zu verwenden, weil das so weiblich unbestimmt klingt ? 🙂

    • Die wenigsten Menschen reflektieren ihr tun und noch weniger reflektieren ihre Gefühle. Genau deswegen ist es heuchlerisch von einfachen oder dummen Menschen zu verlangen etwas zu tun, woran selbst viele intelligente oder studierte Menschen scheitern.
      Wenn man eine Veränderung erwirken will, dann muss man mit den Menschen reden, sie dazu bringen sich selbst zu fragen warum sie dieses oder jenes Verhalten an den Tag legen.

      Da Problem ist doch immer, wir reden nie mit den Rassisten, Sexisten, Feministen, Faschisten usw. – wir reden ÜBER sie, wir urteilen ÜBER sie aber nie versucht einer sie zu verstehen, ihre Gründe warum sie so sind zu hinterfragen. Wir suhlen uns in unserer Gewissheit ihnen überlegen zu sein, besser als sie zu sein und wenn man ehrlich ist, dann braucht man sie auch genau dafür.

      Tatsächlich gibt es viele soziale Experimente die zeigen, dass man das Bild von Minderheiten deutlich verbessern kann wenn man mit den „Hatern“ spricht – Mensch zu Mensch, nicht Fernsehsendung zu Mensch. Aber dafür sind die Gutmenschen immer zu faul, zu feige oder einfach nicht interessiert genug.

      http://www.huffingtonpost.com/entry/black-man-daryl-davis-befriends-kkk-documentary-accidental-courtesy_us_585c250de4b0de3a08f495fc

      • „Da Problem ist doch immer, wir reden nie mit den Rassisten, Sexisten, Feministen, Faschisten usw. – wir reden ÜBER sie, wir urteilen ÜBER sie aber nie versucht einer sie zu verstehen, ihre Gründe warum sie so sind zu hinterfragen. Wir suhlen uns in unserer Gewissheit ihnen überlegen zu sein, besser als sie zu sein und wenn man ehrlich ist, dann braucht man sie auch genau dafür.“

        Ich tausche das „Wir“ gegen ein „Die“.
        Wie oft ich im letzten Jahrzehnt über mich lesen mußte: „Er nimmt seine Eigenanteile nicht wahr“ o.ä., kann ich an meinen Fingern nicht abzählen.
        Jeder, der das äußerte hatte mehr o. weniger aktive Anteile an der Vernichtung meines Kindes als solches.
        Keiner davon war bereit, sich mit mir darüber, oder gar über seine Motivationen dazu zu unterhalten.

        Kurzregel: Labert Dich wer über selbstkritische Reflektion voll, hau ab, der projiziert!

    • @ Mario:
      Schon mal in Erwägung gezogen, daß „homophobe“ Tendenzen und Schwulenhass nix, aber schon mal gar nix miteinander zu tun haben?
      Ich würde vermutlich heftig das Würgen kriegen, wenn Adrian direkt vor meiner Nase irgendeinem Kerl die Zunge in den Hals stopfen würde. Ne Lesbennummer kann ich schon geil finden, wenn die Mädels sexy sind.

      Dadurch verändert sich mein Verhältnis zu Leuten, mit denen ich mich unterhalte, überhaupt nicht. Ich hatte z.B. einen guten Bekannten, Kindergärtner und stockschwul. Wir haben locker und genüßlich über die Widerlichkeiten einer bestimmten Schwulensauna ( kannte ich von Berufs wegen ) abgelästert und ich hätte ihm jederzeit bedenkenlos mein Kind anvertraut.
      Im Laufe des letzten Jahrzehnts hatte ich Kontakte zu verschiedenen Lesben in verschiedenen Beziehungsstrukturen. Okay, eine war jung und sehr hübsch ( und gerade solo ), da tat es mir dann schon ein wenig leid, ob der „Ressourcenverschwendung“.

      Probleme hatte ich aber bis heute noch mit gar keinem Homo, egal welchen Geschlechts. Mir laufen aber auch nie solch quietschende Tunten wie „Olivia“ über’n Weg ( und das ist gut so! )

      Is natürlich klar, daß man sich auch zu Tode relativieren kann.
      Aber das ist kein Grund, sich in primitive Universalpauschalen einzumauern.

  4. „Welche Faktoren spielen aus eurer Sicht da mit hinein?“

    Tschetschenien ist eine autonome Republik innerhalb Russlands, in der der Islam die vorherrschende Religion ist.
    Nix mit orthodoxer Kirche.

    • „Tschetschenien ist eine autonome Republik innerhalb Russlands, in der der Islam die vorherrschende Religion ist.
      Nix mit orthodoxer Kirche.“
      Ich kenne die Ansichten vieler deutscher Russen, die unterscheiden sich nicht großartig von dem was die Tschetschenen machen.

      • Natürlich nicht. Russland und seine Bevölkerung sind vielfach zurückgeblieben und barbarisch. Nichtsdestotrotz ist das, was da in Tschetschenien geschieht, eine neue Qualität, die es in Moskau oder St. Petersburg so nicht geben würde.

        • Adrian
          „Natürlich nicht. Russland und seine Bevölkerung sind vielfach zurückgeblieben…“

          Das gilt nicht nur für Russland, sondern vielmehr für ganz Osteuropa. In Polen, das Land aus dem ich stamme, ist das zwar nicht so extrem, aber die meisten Polen, auch junge(!), haben bezüglich Homosexualität total vorsintflutliche Ansichten.

          Die kommunistischen Gesellschaften waren nur staatlich verordnet fortschrittlich, in der Realität aber spießbürgerlich bis in die Knochen. Das hat sich bis heute nicht großartig geändert.

      • „Ich kenne die Ansichten vieler deutscher Russen, die unterscheiden sich nicht großartig von dem was die Tschetschenen machen.“

        Auffällig ist aber trotzdem, dass es genau dort passiert, wo der Einfluss Putins am kleinsten ist; was nicht heissen soll, dass Putin etwa für Homosexuelle eintritt, aber er hätte jede Möglichkeit gehabt, vor allem, da es parkatisch unter seiner eigenen Nase passiert. Zusammen mit einer starken Verbreitung von HIV würde es den konservativen Kräfen leicht Fallen, entsprechende Aktionen zu legitimieren und durchzuführen. zwischen einer Ablehnung der Homosexualität und einer aktiven Verfolgung liegen Welten.

        Insgesamt ist es auch nicht verwunderlich, denn islamische Staaten richten regelmässig und aktiv Homosexuelle hin, warum, sollte das irgendwo, wo Muslime die Mehrheit stellen anders sein?

    • Aber immer wieder schön zu sehen, der westliche Automatismus, auf dem einen Auge blind, auf dem anderen ein Rind.

        • Das blinde Auge ist jenes mit dem nicht einmal hingeschaut wird welche Religion dort den Ton angibt.

          Hat ein Adrian weiter oben drauf hingewiesen.

          Und das Rinderauge ist es, welches sofort herbeiphantasiert es muss ja das Christentum sein.

  5. „die orthodoxe Kirche hat nie eine wirkliche Reformation erlebt und auch keine Konkurrenz mit liberaleren Ansichten gehabt, da sie meinst eine Form des Monopols hatte.“

    Ja, unter den Kommunisten hatten die aber so ein Monopol, unbeschreiblich … 🙂

  6. „Das sind fürchterliche Zustände für die dortigen Schwulen, aber wahrscheinlich ebenso für Transexuelle und Lebsen. “

    Wäre das erste Mal, dass Lesben gleichermaßen verfolgt würden.

    • das ist nicht so, in den meisten Kulturen sind Lesben egal, haben Frauen zumindest in dieser Hinsicht wesentlich mehr sexuelle Freiheiten als Männer. Aber das hatten wir schon, im Prinzip ist es immer das gleiche, ob Selbstbefriedigung abweichende Orientierung, alles wird beim Mann mehr oder weniger negativ bewertet, was von der Frau als Ziel des sexuellen Interesses abweicht. Die Frau als Zentrum von Allem.
      Muss tief evolutionär verwurzelt sein.
      Bei hetero-Männern kommt vielleicht noch ein uneingestandener Neid auf die hinzu, die nicht von dieser Droge Frau abhängig sind, und auf die Rolle des Ernährers und Beschützers und Orgasmuslieferanten reduziert sind. Zwar sind das zentrale tragende Aufgaben in der Gesellschaft. Aber sie bedingen doch oft eine starke Unterdrückung der freien allseitigen Entwicklung der Persönlichkeit. Auch wenn es ihnen nicht bewusst ist, haben vielleicht viele Männer im Unterbewusstsein eine Vorstellung von dieser Begrenztheit, die sich dann in Hass oder Neid auf Geschlechtsgenossen äußert, die dieser geistig-emotionalen Verstümmelung nicht erliegen.

  7. Warum offeriert eigentlich Mutti Merkel schwulen Russen nicht Asyl (inkl. Haus und grosszügige Rente) in Deutschland? Auch andere amerikanische Länder tun das meines Wissens nicht. Wäre interessant zu wissen warum.

    • Gute Frage, in der Tat. Das wären mal junge Männer die, obwohl aus repressiven Kulturen stammend, hier keine großen Probleme machen würden und mehr als glücklich wären an der westlichen Welt zu partizipieren.

    • Genau das dachte ich auch gleich bei dem Thema. Wäre das nicht im Interesse beider Seiten? Die Tschetschenen würden über uns dumme Deutsche lachen, die wir uns mit ihren „Widernatürlichkeiten“ belasten, die Homosexuellen wären zu großen Teilen froh, woanders hin zu kommen und selbst Flüchtlingsfeinde werden zustimmen, dass von denen nicht wirklich eine Gefahr ausgeht.
      Ganz davon abgesehen, dass es ja sehr viel weniger sein werden, als Kriegsflüchtlinge. Man müsste halt nur klare Regeln einführen, wann jemand als verfolgt anerkannt wird. Nur die Behauptung, schwul zu sein, darf natürlich nicht reichen.

      Zu Merkels Entschuldigung möchte ich aber vorbringen, dass sie vermutlich deshalb nichts sagt, weil es ihr – obwohl die Lage eine andere ist – als Wiederholung ihrer ersten, nicht mehr so populären Einladung und entsprechend mangelnde Lernfähigkeit ausgelegt würde.

  8. LGBT Aktivismus + Internet.
    Man kann hier die Toleranten provozieren, bis auf’s Blut und bekommt dafür auf die Schulter geklopft und Preise und Praise.
    Was im weitesten Sinne AmerikanerInnen nicht in ihre Hohlköpfe bekommen, ist ihr Sender-Empfänger Unverhältnis.
    Sprich, die provozieren auch tief in andere Bereiche herein, und dort bedeutet dies dann Öl ins Feuer zu gießen, und hin und wieder wirft noch jemand Femen als Brandbeschleunigerinnen hinterher.
    Und da wir ja spätestens seit Orlando wissen, das LGBT aktivisten lieber mal ein paar wertlose Fags opfern, statt ein Jota/Hochzeitskuchen ihrer Ideologie aufzugeben, finde ich mit nur 3 Toten ist doch im Endeffekt gar nix passiert.

      • Der Faktor spielt aus meiner Sich da mit herein.
        Man sendet seine Messages weiter als einem lieb sein sollte mit dem Internet.
        Und was hier als ein hart überspannter Bogen wahrgenommen wird, der aber eben zähneknirschend ertragen wird, mag woanders so interpretiert werden, das man besser vorsorglich Säuberungen vornimmt.

        Ich find zB den schwulen Weihnachtsmarkt in Köln scheiße.
        Wusste ich gar nicht bevor ich mal da war.
        Einen Heterosexuellen fände ich auch scheiße.
        Ich mag da einfach in familienfreundlicher Atmosphäre meine Weihnachtsmärkte.

        Und LGBT Aktivisten sind imho oft Arschlöcher, die relativ gedankenlos durch die Gegend provozieren.

        Orlando wäre da mein Paradebeispiel.
        Weil die in ihrem Simpleton Weltbild evangelikale Christen als absolutes Böse definiert haben ist es eine Todsünde einem Schwulen paar keinen Kuchen zur Hochzeit zu verkaufen, aber da man so progressiv ist, wäre es eine noch tödlichere Sünde gewesen die 49 Toten in der Gaybar in Orlando mit dem Islam in Verbindung zu bringen, daher lässt man dort dann lieber ein paar über die Schippe springen.

        Arschlöcher halt.

        Aber wie gesagt, das halte ich nur für einen Einfluss.
        Ich kann jedenfalls gut verstehen, dass wenn man ins Netz guckt mit der Lingua Franka English, jeder dem US Sendebedürfnis ausgesetzt ist und sich seinen Teil dazu denkt, die Anglosphäre selber aber keinerlei Empfangsantennen besitzt für den Rest der Welt.

        Erklärt doch deren Irrsinn recht elegant, oder nicht? 😉

        Vielleicht hab ich aber auch einfach deine Frage fehlinterpretiert.

        • @ Adrian

          Hat dir jemand ins Hirn geschissen?
          Sag das doch einfach.

          „Welche Faktoren spielen aus eurer Sicht da mit hinein?“

          Dies ist die Ausgangsfrage.
          Um die beantworten zu können, muss man etwas nachvollziehen, anders trägt man nur Scheiße bei.

          Womit sich hoffentlich meine Frage an Dich erklärt.

        • „Womit sich hoffentlich meine Frage an Dich erklärt.“

          Jo. In Tschetschenien werden Schwule umgebracht, weil die Bevölkerung dort keine schwulen Weihnachtsmärkte wie in Deutschland will.

  9. Davon abgesehen, dass die Zeit nicht vertrauenswürdig ist, sondern ein transatlantisches Propagandamagazin, ist Tschetschenien islamisch.

    Meines Wissens sind die „Kaukasier“ bzw. Tschetschenen nicht besonders angesehen in Russland, weil sie halt islamisch sind und auch weil sie für mehrere Terroranschläge verantwortlich gemacht werden (Stichwort „schwarze Witwen“ oder „Geiselnahme von Beslan“). Gäbe es in Tschetschenien keine Rohstoffe, hätte man die sicher längst aus Russland rausgeworfen.

    Schwule werden übrigens nicht nur dort getötet, Amerikas bester Freund, die Saudis, tun es z.B. auch:
    https://de.sputniknews.com/panorama/20160123307306272-tod-scharia-saudi-arabien/

    http://www.huffingtonpost.de/peter-koch/saudi-arabien-todesstrafe-fur-schwule_b_9621050.html

    http://www.ferryhouse.ag/staaten-todesstrafe-fuer-schwule/

    und viele afrikanische Staaten. Warum man davon nichts hört? Weil man geostrategisch gerade gegen Russland vorgeht und die Menschenrechte nie mehr als ein billiger Vorwand waren, für die Verbrecher aus Übersee…

    • Ach und natürlich deswegen, weil man gerade dabei ist, Europa mit Muslimen zu destabilisieren. Merke: Muslime sind für die USA immer dann böse, wenn sie im Ausland sind, sind sie hingegen im Inland, sind sie eine schützenswerte Minderheit (selbst wenn sie in Millionenstärke auftreten und kräftig für Nachwuchs sorgen).

  10. Sorry, deine zwei Hauptfaktoren ergeben für mich wenig Sinn.
    Erstens war die Aktzeptanz von Homosexualität in den 90ern größer als heute. Das bedeutet, dass es wohl nicht am alten kommunistischen Regime gelegen hat, das Russland heute eher negativ gegenüber Homosexuellen eingestellt ist. Ich tippe eher darauf, dass das eine Folge der 90er ist. In der Zeit haben die Russen stark gelitten, der Westen hatte ihnen Wohlstand versprochen, der nie eingetreten ist. Daher haben sie sich auch von den westlichen Wertevorstellungen verabschiedet. Das hat wohl den Einfluss der orthodoxen Kirche gestärkt, was zur Folge hat, dass die Russen heute Homosexualität eher ablehnen.
    Was aber eigentlich relativ irrelevant ist, weil zweitens:

    Tschetschenien ist berühmt berüchtigt für seinen islamistischen Terror. Erinnert sich noch jemand an die Geiselnahme in einem Moskauer Theater, wo 150 Leute draufgingen? Das Werk von islamistischen Seperatisten.

    Wahabismus ist dort seit den 90ern auf dem Vormarsch, und die sind weitaus schlimmer als die orthodoxe Kirche es sein kann.

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