Wenn eine Feministin ausdrücken will, dass sie Männer mag

Stevie Schmidel von Pinkstinks will etwas Positives über Männer schreiben, mal sehen ob ihr meint, dass es positiv ist:

Letzte Woche gab ich einen Vortrag vor einer Gruppe von Gleichstellungsbeauftragten, in der immer wieder ein männerfeindlicher Kommentar oder Witz fiel. Das ist nicht selten. Vielen fällt gar nicht auf, wie diskriminierend Sätze sein können, die mit „Männer sind…“ beginnen. Ich ertappte mich, wie ich freundlich und gekünstelt mit kicherte, bis ich mich nicht mehr leiden konnte und mich traute, meine Gesichtszüge neutral zu lassen. Ich liebe Männer nämlich. Nein, nicht alle, und Männer als Gruppe sind eh schwer zu definieren. Es gibt aber Männer in meinem Leben, die ich sehr gern habe und für die es mir besonders weh tut, wenn auf Männer im Allgemeinen eingehauen wird.

Das finde ich schon interessant formuliert. Es tut ihr für einige Männer in ihrem Leben weh, wenn auf Männer im Allgemeinen eingehauen wird. Also für Männer im Allgemeinen nicht, da scheint sie es durchaus okay zu finden.

Dabei habe auch ich Gewalt von Männern erfahren, bin von Männern verletzt worden und habe große Wut auf ein patriarchales System, das über Jahrhunderte Männer privilegiert hat. Ich glaube nur, dass nicht jeder Mann diese Privilegien feiert.

Das ist erst einmal das feministische Glaubensbekenntnis : Es gibt ein patriarchales System, welches Männer privilegiert, und deswegen sind alle Männer privilegiert. Sie gesteht aber immerhin einigen Männern zu, dass diese auch das System nicht gut finden. Und ich bin durch Männer verletzt worden.

Ergänzt darum, dass nicht jeder Mann ein Schurke sein muss.

Ich kenne Männer, die unter den Ansprüchen an ihre heteronormative Männlichkeit (das ist der Coupon, mit dem man sich die Privilegien abholen darf) gescheitert sind. Alkoholismus, psychische Krankheit, Drogen, Spielsucht, Depressionen und versuchte Suizide sind die häufigsten Dinge, an denen markiert wird, ob ein Mann im System mitspielen durfte.

Alles schlechte ist eben die heteronormative Männlichkeit. Wie sollte es auch anders sein. All diese Erkrankungen treten zwar auch bei Frauen auf, aber bei den Männern sind eben die selbst schuld. Und bein den Frauen natürlich auch.

Das es schlicht eine Folge sowohl einer anderen Biologie als auch einer stärker auf Status ausgerichteten intrasexuellen Konkurrenz ist, die Frauen durchaus mitgestalten und aufrechterhalten kann in diesem Denken gar nicht vorkommen. Und das Frauen das „Privileg“ haben, sich aus diesen Bereichen weitaus eher herauszuhalten und auf die Familie zu konzentrieren oder ihre Arbeitszeiten zu reduzieren, das ist auch nicht vorstellbar.

Ebenso wenig anscheinend wie der Umstand, dass mit Konkurrenz und beruflichen Stress eben auch der Fortschritt und der höhere Lohn verbunden ist, der wieder als Privileg der Männer angesehen wird, der aber einander bedingt.

Ein Alkoholiker mag als Mann trotzdem täglich Privilegien genießen (z.B. fallen saufende Männer weniger auf als saufende Frauen), und die dürfen Feminist*innen auch wütend machen. Ich behaupte jedoch, dass ihn dieser Bonus nicht glücklich macht.

Auch das ist dort eben eine nötige Erklärung: Es gibt keinen Mann ohne Privilegien, saufende Männer fallen eben weniger auf als saufende Frauen. Und deswegen darf man auch auf den Alkoholiker wütend sein, der gar nicht auffällt, nur weil er ein Mann ist. Man könnte natürlich auch andersrum argumentieren: Männer müssen eher funktionieren und verbergen Schwäche anders und gegenüber Frauen greifen Schutzmaßnahmen eher. Aber das passt eben nicht so gut in das sehr einfache Schema.

Gestern, beim Joggen im Park, traf ich einen Bekannten aus Schulzeiten. Ich habe ihn damals immer als Alphatier gesehen, als einen der coolen Jungs, vor deren Clique ich enorme Angst hatte. Man kassierte von ihnen regelmäßig einen Spruch über das eigene Aussehen, der einen an einem Tag als Schlampe, am nächsten Tag als prüde Sau deklarierte. Diese Unberechenbarkeit von Bewertungen von etwas älteren, sehr gut aussehenden und lauten Jungs hielt einen gerne konstant eingeschüchtert. Am besten versuchte man ihnen nicht zu begegnen, wenn sie in der Gruppe beisammen standen.

Auch interessant wie sie die erst einmal alle in eine Gruppe steckt. Ich vermute mal, dass auch die Alphamädchen entsprechende Aussagen machen können, vielleicht auf eine andere Weise, aber die Problematiken von Queen Bees oder anderen Konstellationen der intrasexuellen Konkurrenz gibt es ja in jedem zweiten amerikanischen College- oder Highschoolfilm: Die coolen Mädchen, die andere Ausgrenzen oder sie sozial ächten.

(Ob Jungen das kennen? Eine Angst vor älteren Mädchen, die mit sexuell aufgeladenen Sprüchen und niederschmetternden Urteilen die gesamte Existenz bedrohen können?)

Natürlich kennen Jungs Angst vor Frauen und deren Wertungen. Etwa von Abwertungen als Uncool, Versager, Feigling oder vollkommen uninteressant. Ansprechangst ist auch immer Angst vor sozialer Bloßstellung, ebenso wie die Angst als Orbiter oder in der Friendzone zu landen, weil sie sich nicht für einen interessieren. Männer erfahren wahrscheinlich wesentlich mehr direkte Ablehnung als Frauen, weil sie häufiger den aktiveren Part übernehmen müssen. Und Bezeichnungen wie Nerd oder Creep sind nicht umsonst für Männer entstanden. Vom coolen Mädchen der Klasse als Nerd oder gar Creep abgestempelt zu werden kann ebenso unangenehm sein, wie für alle Frauen trotz aller Bemühungen Luft zu sein.

Dieses Mitglied der ehemaligen Bedrohung arbeitet heute als Erzieher, begrüßte mich herzlich und erzählte, dass er mit Begeisterung unseren Newsletter lese. Ich war verwirrt und wie so oft purzelten Vorurteile und Realitäten durcheinander. Ich sendete Nachfragen an meine grauen Zellen, ob ich von ihm persönlich je einen Spruch oder dumme Anmache kassiert hatte. Mein System hatte keine Antwort außer, dass er Teil von denen war, die mir Angst gemacht hatten. Ist er damit auch schuldig? Und wenn ja, für immer?

Sie weiß also noch nicht einmal, ob er ihr oder jemanden anderen etwas getan hat, aber irgendwie schuldig ist er trotzdem, denn er ist ja ein Mann.

Menschen, auch Männer, verändern sich. In ein Geschlecht, eine Gruppe oder eine Sozialisierung hinein geboren zu werden macht einen nicht primär schuldig und ich empfinde eine große Notwendigkeit von Kulanz darin, diesen Menschen zuzugestehen, dass sie ihre Privilegien nicht sofort als solche empfinden sondern Zeit brauchen, sie zu erkennen.

Wie nett von ihr! Sie ist dafür, dass man Männer etwas Zeit zugesteht, bis sie erkennen, dass sie sich bessern müssen. Und erst dann sollte man sie verurteilen, vorher sollte man sie nur darauf hinweisen, dass sie besser sind.

Alle Männer, die ich Freunde nenne, haben Privilegien als Mann, die mich wütend machen.

Alle Männer, selbst ihre engsten feministischen Freunde, machen sie wütend.

Nehmen wir meinen Pinkstinks-Kollegen Nils: Wie oft wird er von Leser*innen bejubelt, nur weil er – als Mann! – über Feminismus schreibt. Oder meinen Lebensgefährten: Seine Empathie-Leitung ist dank konservativer Erziehung zum „echten Jungen“ länger als meine, was ihn für viele Dinge weniger sensibel macht. Gerade in geteilter Care-Arbeit gibt es dadurch eine unfreiwillige Arbeitsteilung: Manchmal würde ich auch lieber die Wäsche machen als für jedes emotionale Problem Ansprechperson zu sein. Aber ebenso, wie Nils um sein Privileg weiß und immer wieder hinterfragt, ob er sich als Mann zu bestimmten Themen im Feminismus überhaupt zu Wort melden sollte, kann mein Mann seine Baustelle benennen, sie aber nicht über Nacht verändern. Sie sind verhaftet im „Privilegiert-sein“ und können es nicht „einfach wegmachen“.

Die armen Typen. Schon so werden Frauen oft grundlos sauer auf Männer, hier wird es noch einmal potenziert: Selbst Anerkennung und Erfolg dürfen sie nicht einfach so genießen, sie müssen darauf abstellen, dass sie diesen nur als Mann haben und damit Frauen benachteiligen.

Sie können sich aber dazu verhalten, welche Zuschreibungen sie gar nicht wollen und welche Nebenwirkungen mit dem patriarchalen System einhergehen. Wo genau mangelnde Sensibilität ersehnte Nähe behindert oder ungewollte Privilegien zur Ausgrenzung aus einer Gruppe führen, zu der man gerne gehören würde. Deshalb gibt es ab jetzt bei uns den Schwerpunkt „Männer im Feminismus – Feminismus für Männer“, in dem neben Nils Pickert auch das Feministen-Duo „Herr und Speer“ aus Berlin und andere regelmäßig bloggen werden. Über Fragen wie die, die mich täglich bewegen:

Was werden das wohl für Fragen sein:

Wie können Frauen mit ihrer Wut auf Männer umgehen? Was können Männer tun, damit diese Wut weniger wird? Wie kommen wir alle zusammen, zu den gleichen Rechten und Chancen? Und: Welche Männer wollen das überhaupt, und warum?

Sie liebt Männer wirklich, aber sie ist eben auch Wütend auf alle Männer, selbst ihre nächsten, die sich alle Mühe geben. Und da muss nicht etwa sie sich hinterfragen, nein, die müssen dafür sorgen, dass Frauen nicht mehr wütend sind.

Ich freue mich darauf, mehr Feminismus von Männern zu hören und Feminismus für Männer sichtbar zu machen.

Aber nur, wenn sie Frauen damit nichts wegnehmen und das eher unter sich machen, sich brav umerziehen. Denn Männer sind eben doch (Privilegien-)Schweine. Ich habe mit Schmiedel etwas auf der Seite diskutiert. Wer mag kann es sich ja mal anschauen.

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158 Gedanken zu “Wenn eine Feministin ausdrücken will, dass sie Männer mag

  1. Der Anfang ist zum Einrahmen

    Letzte Woche gab ich einen Vortrag vor einer Gruppe von Gleichstellungsbeauftragten, in der immer wieder ein männerfeindlicher Kommentar oder Witz fiel. Das ist nicht selten. Vielen fällt gar nicht auf, wie diskriminierend Sätze sein können, die mit „Männer sind…“ beginnen.

    Zum Glück ist so, dass Sätze, die mit „Männer sind…“ anfangen, nur diskriminierend sein können, es also – aus richtigen Mund – nicht sind.
    Daher kann sie den Rest des Artikels unbeschadet darüber schreiben, was „Männer machen…“, was „Männer haben…“ und wie „Männer sind…“.

    Feminismus scheint mir regelmäßig ein Beleg dafür, dass am Konzept des Penisneids was dran ist.

    • Nick hat es unteren schon geschrieben, die hat den Text nachträglich geändert und aus „Gleichstellungsbeauftragten“ -> „Feminismus-Interessierte“ gemacht.

      War selbst ihr wohl zu dreist von den staatliche finanzierten Männerhasserinnen zu berichten…

  2. Wäre schon lustig wenn es nicht so traurig wäre. Feministen dichten Männer irgendwelche Privilegien an oder denken sich aus was Männer ihrer Meinung nach denken… und das macht sie dann wütend!

  3. Am interessantesten finde ich, dass ein Vortrag von Gleichstellungsbeauftragten (also von Personen, die dafür bezahlt werden um aufzupassen, dass Geschlechter gleich behandelt werden – und kein feucht-fröhlicher Stammtisch von Freundinnen) voller männerfeindlicher Witze ist, bei welchen fröhlich mitgekichert wird.

    Wir erinnern uns: Als Nobelpreisträger und Krebsforscher Tim Hunt einen(!) saloppen Satz über Frauen sagte („Frauen sind…“), gab’s einen weltweiten Shitstorm und er wurde aus allen seinen Positionen gefeuert.

    • @mindph

      Wobei mit „Gleichstellungsbeauftragten“ eine explizite Frauenrunde gemeint ist, denn m.E. haben Männer weder das passive, noch das aktive Wahlrecht, um „Gleichstellungsbeauftragter“ zu werden.

      Wie ernst das Thema „Gleichstellung der Geschlechter“ genommen wird, zeigen die vorgetragenen männerfeindlichen Sprüche und Witze.
      Gar nicht.
      Das sind feministische Ideologinnen, bei denen die stolz nach außen dargestellte Männerfeindlichkeit das Eintrittsticket zur staatlich subventionierten Tätigkeit als professionelle Männerfeindin darstellt.

      Die Besetzung mit Männern, die ein solches Verhalten an den Tag legen, über das öffentlich berichtet wird und sie würden nicht am gleichen Tag zu einer öffentlichen Entschuldigung gedrängt werden oder sogar ihren Posten verlieren ist tatsächlich undenkbar.

      Dass Frau Schmiedel dem Bericht über die illustre Runde nachfolgend über männliche Privilegien im Patriarchat sinniert und wie wütend sie diese machen…

      Ich lese das und mein Kopf schlägt auf dem Tisch auf.
      Mir ist es unmöglich, diesen Geisteszustand nachzuvollziehen und ich gebe mir wirklich Mühe.

      Gruß crumar

      • Frauen neigen zum Narzissmus. Wenn dieser dann noch durch eine Ideologie befeuert und bestätigt wird, kommt man mit Rationalität nicht mehr weiter.

      • „Wobei mit „Gleichstellungsbeauftragten“ eine explizite Frauenrunde gemeint ist, denn m.E. haben Männer weder das passive, noch das aktive Wahlrecht, um „Gleichstellungsbeauftragter“ zu werden.“

        Ja natürlich. Und sexistische Witze sind in Frauenrunden sicherlich nicht selten, genauso wie in Männerrunden. Es ist aber wichtig, dass es Gleichstellungsbeauftragte sind, und eben kein privater Mädelsabend (wo solche Witze, ob von Männern oder Frauen, meiner Meinung nach kein Problem wären, da Privatsache).

      • „Die Besetzung mit Männern, die ein solches Verhalten an den Tag legen, über das öffentlich berichtet wird und sie würden nicht am gleichen Tag zu einer öffentlichen Entschuldigung gedrängt werden oder sogar ihren Posten verlieren ist tatsächlich undenkbar.“

        Naja, Frauen, die sich als Gleichstellungsbeauftragte im Sinne des Wortes sehen und auch Männer unterstützen, wo diese benachteiligt sind, stehen auch sehr schnell auf der Straße.
        Siehe Monika Ebeling.

        • @Carnofis

          Stimmt, ich hatte Monika Ebeling ganz vergessen.
          Mir ist jetzt auch klar, warum sie heraus gemobbt worden ist – sie passte einfach nicht in diese tiefenempathische Runde porentiefer Misandristinnen.

          Gruß crumar

  4. Ich hab nur bis zu den Depris gelesen und frage mich ob da genug Hubraum unter der Haube ist, dass man von ihr erwarten kann auf die Idee zu kommen, dass weißen Männern besonders übel mitgespielt wird.

    Vermutlich nicht …

    • Wo gehen die eigentlich zur Schule? In Dinduhausen? Die beschreibt doch keinen Schulalltag zwischen regulären Gymnasiasten … wobei, aus meiner Grundschulklasse kamen 12,5% bis zum Abitur, vielleicht doch andere Zeiten …

      • Christian triff’s ja.
        „in jedem zweiten amerikanischen College- oder Highschoolfilm“
        Das Gleichstellungsbeauftragte vermutlich gar nicht in der Realität, sondern in einer Hollywoodfilmwelt sich befinden, scheint mir plausible.

        • 58% Abiturquote – wenn jedem Idioten, und die Kommentare unter dem Artikel machen’s deutlich, jenes ich darf mich gluck fühlen Papier ausgehändigt wird (und davon ein viertel auch noch aus NRW oder schlimmer stammt, also schon vor 25 Jahren wertlos war … ) wundert mich dann auch nichts mehr.

          War das schön, wir durften im Unterricht damals Mitschüler doof nennen, wenn wir es begründen konnten. Dumm wäre eine andere Hausnummer gewesen.
          Was ich da beim Überfliegen lesen durfte fällt aber genau in jene Kategorie.
          Schade, an doof konnte man nämlich immer arbeiten.

        • Vor allem, weil vielleicht sich einer hierher verirrt und meint hier in eine Bubble pieseln zu können, hier nun wirklich seltenst drei Kommentare nacheinander sich gegenseitig beipflichten in ihrer Herrlichkeit, so wie dort durch die Bank, mit Ausnahme ‚unseren‘ Christians, demonstriert.

          Die sind etwas wie die US Komiker zur Zeit, die meinen auch die Witze schreiben sich selber und verstehen gar nicht selbst der lebende Joke zu sein.
          Beispiel Kimmel und Cher aktuell, die meinen es war super wenn Obamacare ihre Millionen schonte im Gesundheitswesen (Cher hat nämlich Angst zu sterben wegen Trump …) und kommen gar nicht auf den Gedanken, dass genau dies elementarster Missbrauch eines Systems gewesen sein könnte.

        • Geradezu grandios ja auch, der Satzbau von Frau empathische Akademikerin, früher hätte man sich für sowas geschämt und wäre sich bewusst gewesen, das ist das Niveau einer Grundschülerin mit vielen, vielen Jahren Erfahrung.
          Nun gut, der Deckel passt auch zu gut auf den Topf öffentlicher Dienst, nur war es eben eigentlich nie so gedacht, dass mann selbst denn dümmst anzunehmenden Bürger darstellt, welchen man Versucht in grundschulgerechter Sprache abzuholen, wo man ihn eben in beleidigender Weise zu stehen vermutet.

  5. Oh, die Kommentare dort… Das sind alles herzensgute Menschen dort.
    „Woswehtut“ zum Beispiel

    Christian, ich habe gerade auf deinen Namen geklickt und bin so auf deiner Seite gelandet, in der du dir offenbar diene eigene Filterblase mit frauen- und homosexuellenfeindlichen Schriften und allerlei konservativ bis misogyn eingestellten Freunden geschaffen hast. Es tut mir ehrlich leid, dass du offenbar so große Angst vor Frauen* hast und scheinbar noch mehr davor, dass sie dein Weltbild in Frage stellen. Ich möchte dich bitten, doch einmal zu überlegen, ob du diesen Aufwand betreiben müsstest, wenn deine Vorstellung der Realität gerecht würde. Du müsstest dir zum Beispiel nicht eine Liste neurosexistischer Pampflete zusammen sammeln, wenn du dich nicht von allem, was deiner Wunschvorstellung und Gewohnheit widerspricht bedroht fühltest.

    „Pampflete“… hihihi

      • Mit derselben Gründlichkeit und Ergebnisoffenheit, mit der Feministinnen an jede Analyse rangehen.
        Und mit derselben wissenschaftlichen Präzision, was die Bedeutung von Begriffen angeht.

        „Homophob“ bedeutet zum Beispiel „mag ich nicht, kann ich aber grad nicht argumentieren“

        • Du meinst, eigentlich findet sie Christian rebellisch und sexy, und jetzt möchte sie a) dass er sie in ihrer Eigenschaft als zur-Liebe-fähigen Frau bemerkt und b) dass er ihr seine Männlichkeit beweist, indem er sie mit ein, zwei profunden Argumenten behutsam vom Tisch fegt?

          Je länger ich drüber nachdenke, desto plausibler wird das.

          Hey, Christian, lass da ma nix anbrennen, ey.

        • @only_me

          Brillante Analyse! Vielleicht sind wir als Maskulisten quasi die Rocker der Neuzeit? Ich glaube, ich ziehe los und kauf mir eine Lederjacke…

          Go, Christian!

          Gruß crumar

        • @crumar,

          glaub mir, deine verbale Jacke ist Leder und Rocker genug. Lediglich der Brando’sche weiche Kern könnte mehr ausgefeilt sein. Das „DIR gegenüber würde ich auch Emotionen zulassen, ich kann nicht NUR brilliant argumentieren“…

          Dann wiederum, was willst du mit einer, die weh tut, in der Falle?

        • @only_me

          Natürlich kann man seine Fremdwahrnehmung nicht steuern und ich muss mich an die eigene Nase fassen, wenn ich so ein Bild produziere…

          Ich bin kein separatistischer MGTOW, habe sogar beste Freundinnen und tatsächlich langfristige, seriell monogame Beziehungen geführt, wie alle anderen auch. Eine offene war ebenfalls in meinem Repertoire. Fernbeziehung, fuck buddy, Affäre. Herzschmerz in Mailform, am Telefon und in Briefen all inclusive.

          Und ich bin *wegen* dieser Erfahrungen oder *durch* diese Erfahrungen weder verbittert noch liebes- oder beziehungsunfähig geworden.
          Alles was ich zur Zeit tue, ist eine Abwägung und in mein derzeitiges Leben passt eine Beziehung zu einer Frau nicht.
          Den zeitlichen Aufwand zur Herstellung und Pflege einer solchen Beziehung halte ich für zu hoch, gemessen am Nutzen für mich.
          Ganz abgesehen davon, dass es mir zum Hals heraushängt, zum x-ten Mal meine Lebensgeschichte zu erzählen.

          Aber sonst bin ich gerne bereit, mit Frauen im Alltag und professionell umzugehen und da sind in beiden Fällen tolle dabei.
          Nur eben kein, wo meine Hormone Konfetti werfen.

          Somit bin ich doppelt benachteiligt.
          Nämlich als MGTOW und als Mann.
          Zum Glück fliege ich am Donnerstag wieder außer Landes und treibe mich herum in queeren, house music spielenden clubs.

          Aber sonst: Wozu produziere ich eigentlich das ganze Testosteron und jeden Sekunde 1000 Spermien, wenn Christian Frau Schmiedel „mit ein, zwei profunden Argumenten behutsam“ auf den Tisch legt?

          Ist das fair?
          Ich glaube nicht.
          Außerdem, Christian, was sagt „Südländerin“ eigentlich zu deinen Ausflügen in den Feminismus?
          Du bist doch genügend PU, um ihr „Ach, Christian!“ zu deuten als, sie liegt schon so gut wie flach auf dem Rücken (auf dem Tisch)! 😉

          Gruß crumar

        • @crumar,

          ich habe den Eindruck, du hast meine etwas flapsige Bemerkung viel zu ernst genommen.

          Aber es stimmt schon, es ist nicht fair, dass Christian immer die steilsten Feministinnen rumkriegt.

          Manchmal frage ich mich auch, wie vielen Männern über 30 es wohl so geht, dass sie sich unter den Frauen ihrer Umgebung umschauen und feststellen: Es lohnt nicht.

          Und dann denke ich an Tage wie die Geburtstagsfeier, wo ein Kerl eine rührselige Lobeshymne auf die Frau anhob, wie sehr sie ihm doch mit irgendwelchen -in meinen Ohren trivialen – Ratschlägen immer wieder auf den Weg geholfen habe.
          Und das war nicht das erste Mal, das ich Zeuge so eines Schauspiels wurde.

          Ich vermute, wir haben gar keine Vorstellung davon, wieviele seelisch verkümmerte Männer da draußen rumlaufen.

          Nicht jeder kann sich selbst genügen.

      • Sie muss sich dieses Blog hier tatsächlich etwas gründlicher angesehen haben, Neurologisches gibt’s hier inzwischen nicht mehr so oft.

      • Nee, ich glaube, sie will einen netten, einfühlsamen Eindruck machen und Christian retten, also zumindest seine Seele.
        Oder so.

        Jedenfalls sind Nazi-Vergleiche nur für Leute, die offiziell der Hölle und Beelzebub nicht entgehen werden.

    • Du müsstest dir zum Beispiel nicht eine Liste neurosexistischer Pampflete zusammen sammeln

      Aufgabe – Gender studies
      Erstelle einen Text mit den folgenden Ausdrücken:

      Pampflete?
      Angst vor (starken) Frauen.
      Homosexuellenfeindlich aka. homophob.
      Misogynie.
      Neurosexistische Pampflete (? hä, sollte das nicht neosexistisch heissen?)

      Reines Bullshitbingo.

      Echt jetzt, Christian! Deine neurosexistischen Pampflete sind lediglich Kompensation und Ausdruck deiner dir unbewussten Angst vor starken, unabhängigen Frauen. Deine homophobe Einstellung widerspiegelt dein fragiles Männlichkeitskonzept, welches wesentlich auf Dominanz und Hegemonie aufbaut, um eigene homosexuelle Anteile zu unterdrücken.

      Als diplomierter Küchenpsychologe und kritischer Männlichkeitsforscher weiss ich, wovon ich rede!

      • (? hä, sollte das nicht neosexistisch heissen?)

        Die Madame hat halt irgendwie was von Cordelia Fine gehört, und weiß deshalb besser Bescheid als wir.

      • Wo ist denn eigentlich der Unterschied zwischen sexistisch und neosexistisch?

        Lassen wir hier was neu aufleben, indem wir es in anderen Kontext stellen? oder so?

        • Neosexismus ist die Häresie der Leugnung der immer noch fortbestehenden Notwendigkeit des alleinseeligmachenden Feminismus.

          Der ursprüngliche Begriff war allerdings „Neurosexismus“, ein Konzept von Cordelia Fine, welches endlich die Häresie der Leugnung der absoluten neurologischen Gleichverfasstheit von Männern und Frauen als Werk Satans entlarvt.

  6. „Menschen, auch Männer,“

    Diese immer wieder von Feministinnen vorgetragene sprachliche Trennung von Frau, Mann und Menschen widert mich an.

    Schon mal aufgefallen?

    Typische Sätze von Femis:

    „Frauen sind auch Menschen!“

    „Menschen, auch Männer.“

    Krank!

  7. Ein Gutes hatte die kleine Exkursion ja.
    Wie nun Menschen aus der Sahara, denen böse Zungen aufgrund niedriger Intelligenz Probleme bei der Integration in den Arbeitsmarkt vorhersagen, in qualifizierten akademischen Feldern unterkommen können, das habe ich nun verstanden.

  8. Als „verbitterter Misogynist“ muss ich jetzt auch mal deutlich machen, dass ich Frauen liebe. Also nicht alle. Aber immerhin die mit einer passenden Kombination aus Körbchengröße, BMI und Hüfte-Taille-Verhältnis. Und wenn sie gerne gute Blowjobs geben und außerdem kochen können.

    Dann können wir jetzt hoffentlich den Vorwurf des Frauenhasses zu den Akten legen?

    • Ja, damit können wir den Vorwurf der Müsog.. der mysogü… aaahm der Frauenfeindlichkeit ad acta legen. Bleibt noch der Vorwurf der Fremdenfeindlichkeit!

      Also ich habe nichts gegen Fremde. Einige meiner besten Freunde sind Fremde. Aber diese Fremden sind nicht von hier!! (aus Asterix und Obelix)

  9. Ihren Artikel kann man stark komprimieren und zu einem Satz zusammenfassen:

    „Ich bin neidisch auf Männer.“

    Der Neid macht sie wütend und ihre Heterosexualität lässt sie Männer begehren. Eine innerer Ambivalenz die rationalisiert sein will.

    Interessant *schulterzuck*

    • Neid ? ich weis nicht, sie schreibt ja eher von Wut.
      Was mich immer wieder erstaunt, woher kommt diese unterschwellige Wut, ja vielleicht auch Neid, diese negative Haltung gegen Männer, die Frauen scheinbar angeboren ist ?

      ein Mechanismus, zur Regulation ihrer Lust, damit sie wirklich nur mit den besten Genträgern ficken ?

      keine Ahnung, auf jeden Fall fällt auf, das Frauen, nicht nur „Gleichstellungsbeauftragte“ ein allgemeines Männerbild haben, das sehr negativ ist und von wenig Emphatie zeugt.

        • Na, all die Privilegien, die Männer haben:
          – keine Angst vor anderen Menschen haben zu müssen (weil Männer groß und stark sind)
          – mehr Geld für gleiche Arbeit bekommen
          – keine Angst vor Vergewaltigung
          – überall bevorzugt behandelt zu werden
          usw.

        • Nee, dann würde sie ja ihre weiblichen Privilegien, die es natürlich eigentlich nicht gibt, aufgeben und wenn sie dann weiterhin Männer vögeln wollte, müsste sie schwul werden und das ist nur unwesentlich besser als frau, also bringt das alles nichts und überhaupt, warum soll sie sich ändern, wenn es doch das Patriarchat ist, das falsch ist.

          Also echt.

      • „ein Mechanismus, zur Regulation ihrer Lust, damit sie wirklich nur mit den besten Genträgern ficken ?“

        Solche Erklärungen so formuliert klingen immer enorm billig.

        Die meisten Frauen haben ja keine Wut auf Männer. Genauso wie die meisten Männer keine Wut auf Frauen haben.
        Allerdings haben Männer eben in Beziehungsdingen den Vorteil, dass sie Sex einfach so ohne Beziehung weit aus attraktiver finden und Frauen das weitaus eher im Rahmen einer gewissen Bindung erleben wollen. Das hat schlicht potential für Enttäuschung

        genauso wie Männer weitaus eher bereit wären sich auf eine Frau einzulassen, weil ihr Geschmack „breiter“ ist und sie sich weitaus eher auf was einlassen würden (siehe oben) weil Frauen zudem die passivere Seite besetzt haben. Das hat für Männer ein großes Potential für Enttäuschungen.

        Dazu eben noch die Aspekte intrasexueller komkurrenz, die als Anforderungen des anderen geschlechts erlebt werden.

        Meiner meinung ist aber der Hauptgrund vieler Feministinnen, dass sie sich selbst als nicht der geschlechternorm entsprechend erleben, weil sie eben tatsächlich aus biologischen gründen eher „männlicher“ (oder bei männlichen Feministen weiblicher) sind. Dies führt zu einem Konflikt mit erwartungen aus Rollen, die andere Frauen eben gerade nicht erleben. Für Schmiedel stinkt Pink vielleicht schlicht, weil sie Mädchenspielzeug etc uninteressant fand.
        Da man selbst mit seinen Empfindungen ungern „anders“ sein möchte macht eine universelle Unterdrückung, der man selbst entkommen ist, weitaus mehr sinn als sich einzugestehen, dass die allermeisten anderen Frauen anders sind als man selbst.

        (ob bei ihr auch noch ein transhintergrund mit reinspielt weiß ich nicht, ist vielleicht auch nur der Vorname Stevie)

        • Yep, dieses Problem haben ja auch radikalen Homos. Dabei ist es eine zutiefst egozentrische Sichtweise, da das eigene Empfinden als Ausgangspunkt gesellschaftlicher Analyse genommen wird.

        • @Christian

          Ja schon.
          Aber sie schreibt, für sich in Anspruch nehmend, für ALLE Frauen zu sprechen (darunter geht´s im Feminismus nicht):

          „Wie können Frauen mit ihrer Wut auf Männer umgehen? Was können Männer tun, damit diese Wut weniger wird?“

          Der eigene emotionale Zustand, der keiner weiteren Begründung bedarf als „Patriarchat“ ist das Zentrum des Universums.
          Und jetzt müssen (alle) Männer sich kümmern.
          Um „Frauen“, also um MIHIHICH!

          Fällt ihr der eigene Narzissmus eigentlich noch auf?
          Scheinbar nicht.

          Weiter:

          „Wie kommen wir alle zusammen, zu den gleichen Rechten und Chancen?“

          Nachdem man die Basis akzeptiert hat, dass Frau Schmiedel irgendwie mit ihrer Wut auf Männer umgehen muss, die ihr zu dieser Wut keinen Anlass gegeben haben, während jedoch Männer voraussetzungslos die PFLICHT haben, ihre Wut zu minimieren, kann von „gleichen Rechten und Chancen“ keine Rede mehr sein.

          Fällt ihr die Konsequenz des von ihr selbst geäußerten eigentlich noch auf? Scheinbar nicht.

          „Und: Welche Männer wollen das überhaupt, und warum?“

          Ich finde es an dieser Stelle spannend, dass die Option „Warum NICHT?“ in ihrem Hirn gar nicht existiert. Es gibt nur gute Gründe, sie in ihrem Wahn zu bestätigen – Wiederworte sind gar nicht erst vorgesehen.

          Wo sind eigentlich unsere Psychologen, wenn man sie gerade braucht?
          Da müssen Profis ans Werk!

          Gruß crumar

        • „Ich finde es an dieser Stelle spannend, dass die Option „Warum NICHT?“ in ihrem Hirn gar nicht existiert. “

          „Warum nicht“ ist ja eigentlich klar: Sie haben ja die Privilegien
          (die auch wieder Kosten haben, aber immer noch privilegien sind)

        • @ crumar
          „Gleiche Rechte, gleiche Chancen“ heißt für sie nicht das, was Du darunter verstehst. Und schon ist das Verständnisproblem gelöst.

        • @Adrian

          Nee, ich habe sie nicht missverstanden.

          Sie hat die Forderung: „gleiche Rechte, gleiche Pflichten“ (so ist es nämlich korrekt) nicht nur falsch wiedergegeben.
          Sondern ganz offensichtlich einem Geschlecht „Rechte und Chancen“ zugewiesen und dem *anderen* Geschlecht die *Pflichten*.

          Dass sie damit stinketraditionell argumentiert, ist ihr noch nicht einmal aufgefallen.
          Da bricht sich ihr Unterbewusstsein Bahn…

          Faszinierend.

          Gruß crumar

        • @Christian

          „Warum nicht“ ist ja eigentlich klar: Sie haben ja die Privilegien
          (die auch wieder Kosten haben, aber immer noch privilegien sind)“

          Wieder: Ja, schon.

          Mir ist ihre Ideologie klar, aber wenn sie mit 99% aller Männer reden würde statt über sie, wäre sie irgendwann gefordert, empirische Belege für die Privilegien dieser 99% zu bringen, statt sie nur zu behaupten.
          An irgendeinem Punkt müsste sie sich eingestehen, dass sie keine vorzuweisen hat.

          Ihre Form von Emotionalität finde ich daher bizarr – sie lebt davon, uns Privilegien anzudichten, wobei es sie wiederum erbost, dass wir das nicht (an)erkennen, was sie uns unterstellt.

          Was also darauf hinausläuft, dass sie ganz, ganz böse ist, wenn wir eine andere Wahrnehmung von uns selbst haben als ihre.
          Und sie also richtig *wütend* wird, wenn man ihrer Wahrnehmung der Welt widerspricht.
          Seufz.

          Wie kann man als erwachsener Mensch eine solche Haltung haben? Wer hat das verursacht?
          Kann man wenigstens ihren Eltern die Schuld geben oder „der Gesellschaft“??? 😉

          Das ist so offensichtlich unreif, unsicher und unsouverän, als hätte sie die Pubertät nicht verlassen.

          Gruß crumar

        • „Das ist so offensichtlich unreif, unsicher und unsouverän, als hätte sie die Pubertät nicht verlassen.“

          Ist das nicht Kennzeichen aller Feministinnen?

        • Aber Carnofis!
          Jetzt sei nicht so gemein!
          Nicht alle Feministinnen sind so.

          Gruß crumar

        • „Nicht alle Feministinnen sind so.“

          Ok, ich geb zu, ich kenne nicht alle Feministinnen.
          Miria behauptet ja, eine zu sein. Aber ich fürchte, dass sie den Aufnahmetest bei den „echten“ Feministas vergeigen würde.

        • @Carnofis

          Miria ist sex positive, ihr Ausflug in die Prostitution hat sie sich partout nicht unterdrückt fühlen lassen und Anne schildert die Freuden des *nicht konsensuellen*, ehelichen (!) Sexes aus Sicht einer Frau (!).
          Die würden auf dem großen, feministischen Scheiterhaufen landen. Ohne Test.

          Gruß crumar

        • „Die würden auf dem großen, feministischen Scheiterhaufen landen.“

          Paktieren mit dem Teufel ist schon immer gefährlich gewesen.
          Böse Zungen behaupten, dass die WDR-Feministin Lisa Ortgies ihren Job als Chefin der feministischen Kampfpostille „Emma“ verlor, weil die verheiratete zweifache Mutter vor der Heiligen Alice dem Teufel nicht abschwören und ins lesbische Lager wechseln wollte.
          Der Scheiterhaufen blieb ihr nur deshalb erspart, weil er – noch – verboten ist. Das Verbot, ein Relikt der Aufklärung, die auf dem Weg zum feministischen Paradies gerade rückabgewickelt wird.

        • Haha, ja das ist ein bisschen so, als wenn MRA im weitesten Sinne hingehen würden und anderen Männern Homosexualität verbieten wollten.
          Da würde dann aber zum Glück gelten Logik > Penis.

      • „ein Mechanismus, zur Regulation ihrer Lust, damit sie wirklich nur mit den besten Genträgern ficken ?“

        Gute Frage. Immerhin ist dieser Neid sehr manifest und er ist asymmetrisch. Penisneid kommt extrem viel häufiger vor denn Vaginalneid.

        Dagegen spricht, dass der klassische Neid der Frau ja nicht exklusiv auf Männer gerichtet ist. Vielmehr lebt er sich zum Großteil gegen Frauen aus. Männer rutschen dann in den Neidfokus der Frau wenn sie sehr alltagspräsent sind, ohne dass es eine hormonelle Bindung der Frau an diese gibt. Mit Bindung konvertiert Neid dann zu Bewunderung.

        „auf jeden Fall fällt auf, das Frauen, nicht nur „Gleichstellungsbeauftragte“ ein allgemeines Männerbild haben, das sehr negativ ist und von wenig Emphatie zeugt.“

        Hier ist echt auffällig, dass Frauen sehr gerne Idealisierungen (also im negativen Sinne Dämonisierungen) aus ihrem Kopfkino auf reale Männer projizieren und oft gar keine rechte Lust haben, sich durch Empathie oder auch nur versuchter Objektivität dieses Zerrbild selbst zu zerstören.

        „Frau“ als kulturelles Artefakt lebt halt doch in großen Teilen nur von der strikten Abgrenzung zum anderen. Bei einer Zerstörung des Zerrbildes droht frau ein Verlust der eigenen Identität.

      • dr. caligari
        „Was mich immer wieder erstaunt, woher kommt diese unterschwellige Wut, ja vielleicht auch Neid, diese negative Haltung gegen Männer, die Frauen scheinbar angeboren ist ?“

        Glaubst Du diesen BS ernsthaft?

        • Spielen wir doch mal Occam’s Razor…

          Deine Aufgabe: Finde eine bessere Erklärung für diese Bestsellerliste als Caligaris.

        • Du siehst den Müll aus der feministischen Filter Bubble, produziert für die feministische Filter Bubble, ernsthaft als Beleg für einen generellen Männerhass bei Frauen?

          Ich bewege mich im real life und nur da. Ich feiere gerne, gehe in Clubs und Bars, ich gehe gerne in die Stadt shoppen, ich bin in zwei Sportvereinen, ich gehe mehrmals pro Woche ins Kosmetikstudio und nicht zuletzt gehe ich auch noch meiner Arbeit nach. Ich habe meine Mama und eine Schwester. Ich komme jeden Tag mit zahllosen Frauen in Kontakt und habe einen riesigen Freundinnenkreis. Ich kenne dutzende und aberdutzende von Frauen. Ich kann Dir versichern, dass keine einzige von denen Männer hasst. KEINE!

        • @ Malgorzata

          „Ich kenne dutzende und aberdutzende von Frauen. Ich kann Dir versichern, dass keine einzige von denen Männer hasst. KEINE!“

          Das mag schon sein. Auch ich glaube, dass die Quote männerhassender Frauen eher im unteren einstelligen Bereich liegt.
          Aber diese paar Hyänen bestimmen den politischen Diskurs und treiben auf allen Ebenen die Legislative und die Judikative vor sich her.

        • Ob’s es überhaupt die Konstruktion mit dem Hass (wie hält man so eine Emotion überhaupt ausreichend lange aufrecht) braucht?

          Eine weit verbreitete schräge Sicht auf die Welt reicht doch auch aus.
          Man muss ja nicht Männer hassen, es reicht auch einfach Frauen zu sehr zu lieben.

          Wenn Frauen mehr oder minder durch die Bank noch nicht aufgefallen ist, das die HeForShe Mentalität in einem Maße auf die Spitze getrieben ist, die man nicht mehr guten Gewissen als eine Karikatur ihrer Selbst beschönigen kann, dann lässt sich das nur als schräg beschreiben.

          Den Müll jedenfalls lassen die größtenteils doch alle unwidersprochen stehen und liegen, so das der öffentliche Diskurs einer Damentoilette an Fasching gleicht.

          Die sichtbaren und messbaren Auswirkungen, die auch ihre Söhne und Brüder und Väter betreffen, kommentieren die meisten Frauen doch weiterhin so wie Mutti es einst vorexerzierte.
          Jetzt sind die Mädchen dran!
          Weibliche Physik muss das sein, wie da t² durch fairness geteilt werden soll erschließt sich mit regulärer Logik jedenfalls nicht.

          Ich kann daraus dann nur schließen, das Patriarchat hat den hassenden Feminismus erfunden und institutionalisiert, um all die Unmengen vollkommen wohl geratener normaler Frauen verstummen zu lassen.

          Oder Frauen haben halt ne starke Präferenz dafür ihren Backofen und damit sich selbst für geradezu heilig zu halten.

          Auf ManTau war ein Artikel zu nem Bestseller.
          Der bringt vielleicht was Licht ins dunkel.
          Da ist nämlich die schräge Wahrnehmung schön erklärt.

          https://man-tau.com/2017/04/01/sexueller-missbrauch-als-
          welterfolg/

          Vielleicht wäre es für Frauen spannend nieder zu schreiben was alleine die Überschrift auslöst und mal zu gucken wie es nach der Lektüre ausschaut.

        • „Du siehst den Müll aus der feministischen Filter Bubble, produziert für die feministische Filter Bubble,“

          Das ist kein Müll aus der Filterbubble, das sind ganz normale Buchtitel, die ganz normal auf dem Auslagetisch ganz normaler Buchhandlungen liegen.

          „Ich kann Dir versichern, dass keine einzige von denen Männer hasst. KEINE!“

          Ich kann dir versichern, dass keine von denen Männer liebt. Einzelne, bestimmte Männer vielleicht.
          Aber nicht Männer an sich.

          Das sind alles Frauen, die zum Beispiel Titanic „ach, sooo romantisch“ fanden.

          http://www.youtube.com/watch?v=ITolYeDyKWw&t=648s

        • @adrian

          „Liebst Du denn Frauen an sich?“

          Früher als BluePiller: Ja, klar.

          Heute ist es komplizierter.

          Einer der Gründe, dass ich mir so viel von Jordan Peterson anschaue ist, dass sein Weltbild die Begriffe liefert, das zu erklären: Nämlich, dass es im Bezug auf die Geschlechter im Wesentlichen vier Archetype gibt, die man
          das Gute Männliche
          das Gute Weibliche
          das Böse Männliche
          das Böse Weibliche
          nennen kann.

          Ich liebe das Gute Weibliche.
          Natürlich.

          Mein Problem mit den Frauen von Heute™ ist, dass so viele davon nicht mehr wissen, was das ist.

          Ein Beispiel: Ich habe vor einiger Zeit in einem Kochbuch auf einem alten Bild den Spruch: „Die gute Hausfrau, still und weise, kocht des Mannes Lieblingsspeise“ gesehen.
          Inzwischen mache ich mir einen Spaß daraus, das Bild Freundinnen und Bekannten zu zeigen.
          Alle, ohne Ausnahme, empfinden den Spruch als Zumutung.
          Und alle, ohne Ausnahme, haben gleichzeitig klare Ansprüche an ihre Männer, inwiefern diese für sie dazusein haben.

  10. Ich kenne Männer, die unter den Ansprüchen an ihre heteronormative Männlichkeit (das ist der Coupon, mit dem man sich die Privilegien abholen darf) gescheitert sind.

    Aha, also „Privilegien“, die man plötzlich wieder nicht qua Penis hat, sondern solche, die man sich doch erst verdienen muss.

    Noch ein paar Gedanken dazu, ob die Ansprüche vielleicht doch etwas komplexer sind als die „Erfüllung der heterosexuellen Geschlechternorm“ und Frau Schmiedel wäre auf dem Weg einer Analyse, die die Welt nicht essenzialistisch auf Geschlecht reduziert.

    Die Hoffnung stirbt allerdings zuletzt, sie wird sicher einen neuronalen Knoten finden, der ihre Weltsicht vor dem Absturz bewahrt.

    • Na, es gibt halt so Männer, die schon an so etwas Einfachem wie einem Coupon scheitern. Bei soviel Blödheit muss man doch ein wenig Mitleid haben. Genau hier sieht man, wie Fräulein Schmider Empathie-Arbeit leistet. Natürlich unentgeltlich, weil man es von ihr als Frau so verlangt.

  11. Was halten die anderen Kommentatoren hier eigentlich von van Crevelds „Privileged Sex“?

    https://www.amazon.de/Privileged-Sex-English-Martin-Creveld-ebook

    Ich hab damals beim Lesen leider nicht viele Notizen gemacht, aber ich erinnere mich an einen regelrechten Gish-Gallop von Quellen, die anführen, auf welche Weise es Frauen in der Geschichte leichter oder zumindest nicht schlechter hatten als Männer.
    Streckenweise polemisch, aber eine ziemliche Fundgrube.

      • 10€ vs 45€ ist ein nicht-trivialer Unterschied 😦

        Ich hatte den Link falsch angegeben.

        Es liest sich einfach so weg.
        Ich bin mir aber nicht so sicher, was ich davon halten soll, dass seine Quellenrecherche mit einem immensen und unübersehbaren confirmation bias erfolgt ist.
        Die Masse, die er findet, überwältigt einen allerdings.

        • Ja, der Preis ist gemein, aber bei englischen Büchern ist meine Einstiegshürde einfach zu groß, die lese ich ja dann doch nicht und wenn, dann riskiere ich wichtige Sachen falsch zu verstehen.

          Aber bei amazon sind auch Bewertungen dazu, die evtl. lesenswert sind.

  12. Schmidel liefert ja einfach nur die Standardargumentation von allen, die feindselig gegenüber eine bestimmten Gruppe agieren, diese Feindseligkeit aber leugnen. „Ich habe nichts gegen x, aber…“ Ihr würde das selbst auffallen, wenn jemand etwa sagen würde: „Ich habe nichts gegen Frauen, ich liebe Frauen nämlich, nur ihre gesellschaftlich anerzogene Verlogenheit kotzt mich an.“ Oder sowas.

    Interessant ist immerhin, dass Schmidel auch ein traditionell autoritäres Muster abspult: „So, wie du bist, bist du grundsätzlich schlecht – du hast aber die Chance, besser zu werden, wenn du ganz anders wirst.“

    Traditionell wird so etwas religiös begründet („Du bist schlecht, weil die Welt die Welt des Satans ist – aber die Gnade Gottes holt dich raus.“) oder biologistisch („Du bist schlecht, weil du grundsätzlich Opfer deiner Triebe bist – aber eine rigide Erziehung und Selbstdisziplin erheben dich darüber.“) Schmidel begründet es eben mit einem kruden Sozialkonstruktivismus, der sich allerdings mit den Theorien sozialer Konstruktionen niemals ernsthaft auseinander gesetzt hat: „Du bist schlecht, weil die Gesellschaft dich so gemacht hat – aber wenn du dich grundsätzlich selbst hinterfragst und dich änderst, kannst du zu einem liebenswerten menschlichen Wesen werden.“)

    Dass dem Menschen überhaupt das Potenzial zur Besserung eingeräumt wird, lässt sich dann schon als Beleg der eigenen Liebe werten: „Ich liebe dich so sehr, dass ich mir wünsche, du würdest dein EIGENTLICHES Potenzial entfalten.“ Dass zeigt auch die ungeheure Geschichtsvergessenheit und das politische Desinteresse von Schmidel und denjenigen, die ihr beipflichten.

    Es ist z.B. ein klassischer Topos weißer Rassisten, im Interesse der Schwarzen selbst zu agieren. Als „white man’s burden“ hat Kipling den Kolonialismus bezeichnet: Im Selbstverständnis ging es darum, den Schwarzen zu helfen, ihr Leben lebenswerter zu machen.

    Und in Australien sind noch bis in die siebziger Jahre des 20. Jahrhunderts hinein Aborigine-Kinder aus ihren Familien genommen und in weiße Pflegefamilien oder Heime gesteckt worden – im Selbstverständnis, dass dies nur zu ihrem Nutzen wäre. Klassische Rassisten sehen sich für gewöhnlich eben nicht als Arschlöcher an, sondern als Menschen, die anderen Menschen Gutes bringen wollen. Sie haben nur eben überhaupt keinen Sinn dafür, wie viel Feindseligkeit ihre Haltung prägt.

    Auch Schmidel ist wohl tatsächlich überzeugt davon, dass es für Männer selbst gut wäre, wenn sie sich nur stärker dem anpassen würden, was sie von ihnen möchte. Die absurden Widersprüche in ihrer Position fallen ihr vermutlich tatsächlich nicht auf.

    „Seine Empathie-Leitung ist dank konservativer Erziehung zum „echten Jungen“ länger als meine, was ihn für viele Dinge weniger sensibel macht.“ So äußert sie sich allen Ernstes öffentlich über ihren „Lebensgefährten“, stellt ihn mit großer Selbstverständlichkeit vor beliebigen Anderen als emotionalen Trottel dar und möchte ausgerechnet damit belegen, dass sie Männer liebt.

    Tatsächlich belegt sie natürlich lediglich, dass sie selbst emotional höchst unterbelichtet agiert – aber auch das muss sie nicht merken. Das Problem ist schließlich immer die „hegemoniale Männlichkeit“ des „Patriarchats“ – „Was immer ich auch tu: Ich bin okay, aber du musst an dir arbeiten.“

    • „Und in Australien sind noch bis in die siebziger Jahre des 20. Jahrhunderts hinein Aborigine-Kinder aus ihren Familien genommen und in weiße Pflegefamilien oder Heime gesteckt worden – im Selbstverständnis, dass dies nur zu ihrem Nutzen wäre. “

      Womit Du suggerierst, dass es keinen Unterschied macht und das Leben eines Aborigines und eines weißen Australiers sich qualitativ nicht unterscheidet.

      • Das Spiel: „Wer schafft die krudest mögliche Interpretation von dem was da steht“ hast du auch schon mal besser gespielt.

        Was Schoppe meint, wie er verstanden werden möchte, worauf sich der Absatz bezieht, kurz, der Kontext, steht eigentlich in deutlicher Klarheit nach dem Gedankenstrich.

        Du kannst natürlich auch „Er hat Jehova gesagt!“ rufen…

        • „der Kontext, steht eigentlich in deutlicher Klarheit nach dem Gedankenstrich.“

          Nun ja, auf diesen Kontext habe ich mich ja bezogen. Schoppes Ausführung ergibt nur Sinn, wenn er der Meinung ist, dass es grundsätzlich falsch ist, ein Aboriginie-Kind in ein anderes Heim zu geben.
          Fakt ist aber, dass wir in Europa es nicht tolerieren würden, wenn ein weißes Kind von seinen weißen Eltern so aufgezogen würde, wie es Aborigines mit ihren Kindern tun.

        • Das tut mir leid. Wie kann ich dem abhelfen?

          Das wahrnehmen, was andere meinen, und es in einen sinnbehafteten Kontext betrachten – anstatt immer gleich ob des Lieblingsdämonen „Linke!!“ aufzukreischen und substanzbefreite Unterstellungen zu implizieren.

          Schoppes Ausführung ergibt nur Sinn, wenn er der Meinung ist, dass es grundsätzlich falsch ist, ein Aboriginie-Kind in ein anderes Heim zu geben.

          Das ist der himmelschreiende Unfug einer falschen Dichotomie.

          Zitat Schoppe:

          Und in Australien sind noch bis in die siebziger Jahre des 20. Jahrhunderts hinein Aborigine-Kinder aus ihren Familien genommen und in weiße Pflegefamilien oder Heime gesteckt worden – im Selbstverständnis, dass dies nur zu ihrem Nutzen wäre.

          Das zu kritisieren schließt nicht aus, dass man es auch mal für notwendig halten kann, ein Aboriginie-Kind in ein anderes Heim zu geben.

          Fakt ist aber, dass wir in Europa es nicht tolerieren würden, wenn ein weißes Kind von seinen weißen Eltern so aufgezogen würde, wie es Aborigines mit ihren Kindern tun.

          Erstens ist Europa nicht Australien – in Australien lässt man Eltern generell weit mehr Freiheiten, wie sie mit ihren Kindern umgehen – und zweitens ist „bis in die 70er Jahre des 20. Jahrhunderts“ nicht „im ersten Quartal des 21. Jahrhunderts.

          Bis in die 70er Jahre des 20. Jahrhunderts hat man selbst in Europa niemand die Kinder weggenommen, wenn sie tagtäglich mit dem Rohrstock verprügelt wurden.

        • „Das wahrnehmen, was andere meinen, und es in einen sinnbehafteten Kontext betrachten – anstatt immer gleich ob des Lieblingsdämonen „Linke!!“ aufzukreischen und substanzbefreite Unterstellungen zu implizieren.“

          Von „Linken“ habe ich hier gar nicht geredet. Und ich bin auch nicht der Ansicht, dass meine „Unterstellung“ substanzbefreit ist.
          Aber gut…

        • Von „Linken“ habe ich hier gar nicht geredet.

          Du hast aber gleich (implizit) die Schublade Kulturrelativismus aufgemacht.

          Und ich bin auch nicht der Ansicht, dass meine „Unterstellung“ substanzbefreit ist.

          Warum ich sie für unsubstantiiert halte, habe ich dargelegt.

        • Substanzbefreite Unterstellung

          Die Substanz dafür hast du spätestens mit:
          „Fakt ist aber, dass wir in Europa es nicht tolerieren würden, wenn ein weißes Kind von seinen weißen Eltern so aufgezogen würde, wie es Aborigines mit ihren Kindern tun“

          ..nachgeliefert.

      • @ Adrian:
        „Womit Du suggerierst, dass es keinen Unterschied macht und das Leben eines Aborigines und eines weißen Australiers sich qualitativ nicht unterscheidet.“

        Nö, sehe ich nicht wo Lucas das suggeriert.
        Er stellt lediglich dar, daß die weißen Australier dachten, es wäre für Aboriginy-Kinder besser ohne ihre Eltern und ihr gewachsenes Umfald aufzuwachsen.

        Eine Denke, die übrigens hier in D. bei der grünbraunen Partei auch etabliert ist, was Führer Cem Özdemir 2010 in einem Interview offen zugab, als er sagte, daß Kinder ( besonders die bildungsferner Schichten ) schon von Gesetz wegen mit spätestens drei Jahren in Fremderziehung verbracht werden müßten, damit man ihnen „soziale Grundbildung“ einbläuen kann.

        ( Mist, jetzt habe ich doch noch, wie weiter oben schon befürchtet, Adrian verbal verkloppt und so meine Homophobie bewiesen, schäm … )

        • „als er sagte, daß Kinder ( besonders die bildungsferner Schichten ) schon von Gesetz wegen mit spätestens drei Jahren in Fremderziehung verbracht werden müßten, damit man ihnen „soziale Grundbildung“ einbläuen kann.“

          Da gebe ich ihm grundsätzlich sogar recht.

        • „Da gebe ich ihm grundsätzlich sogar recht. “

          Oops!
          Daß die soziale Grundbildung nicht in Kursen anerzogen wird, sondern sich naht- u. übergangslos aus dem Bindungserleben entwickelt, welches nunmal am optimalsten mit den Eltern funktioniert, war Dir vermutlich noch nicht bekannt?

    • Interessant ist immerhin, dass Schmidel auch ein traditionell autoritäres Muster abspult: „So, wie du bist, bist du grundsätzlich schlecht – du hast aber die Chance, besser zu werden, wenn du ganz anders wirst.“

      Die geistigen Wurzeln des Feminismus liegen eben in erweckungschristlichen Strömungen im angelsächsischen Sprachraum des späten 19. Jahrhunderts. Dort kommt auch der von „Nächstenliebe“ geprägte Rassismus her.

      Das ist zwar nicht unbedingt kontinentaleuropäische Geschichte, aber Feministinnen importieren US-Diskurse immer wieder aufs Neue, um sie in ihren Filterbubbles zu pflegen und sich – vergleichbar mit so manchen evangelikalen communities hierzulande – als kleine, aber feine Bescheidwissergruppe zu fühlen.

      Das Problem ist halt, dass diese Gruppe staatlicherseits, an der öffentlichen Meinungsbildung vorbei, als Vertretung „der Belange der Frauen“ installiert wird.

      So äußert sie sich allen Ernstes öffentlich über ihren „Lebensgefährten“, stellt ihn mit großer Selbstverständlichkeit vor beliebigen Anderen als emotionalen Trottel dar und möchte ausgerechnet damit belegen, dass sie Männer liebt.

      Das ist in der Tat der blanke Hohn. Sie holt damit die erbärmlichsten und dümmsten Geschlechterstereotype aus der Mottenkiste des 19. Jahrhunderts hervor, und entmenschlicht damit latent ihren eigenen „Lebenspartner“. Ekelhaft.

    • „Auch Schmidel ist wohl tatsächlich überzeugt davon, dass es für Männer selbst gut wäre, wenn sie sich nur stärker dem anpassen würden, was sie von ihnen möchte. Die absurden Widersprüche in ihrer Position fallen ihr vermutlich tatsächlich nicht auf.“

      In der Tat:
      „Du bist privilegiert, aber die Privilegierung abzubauen wäre gut für dich“

      Das wird ja teilweise erklärt mit:

      „das Patriarchat gibt der hegemonialen Männlichkeit die größten Vorteile, den anderen Männern aber auch Nachteile“
      Aber die Nachteile werden ja anscheinend vollkommen überdeckt durch die enormen Vorteile, sonst hätten ja Männer keine Privilegien

      Warum sie sich ändern sollten ist ja im Endeffekt: Weil es gerecht ist.
      Ähnlich wie eben gerecht ist, dass in Südafrika die Apartheid aufgehoben wird.

      Man könnte auch anders argumentieren und ich vermute, dass meinen sie eigentlich:
      In einer Gesellschaft in der Frauen Männer unterdrücken gibt es Profitpunkte von insgesamt 100. Davon erhalten Männer 70 und Frauen 30

      In einer gerechteren Welt kann man auch das Potential von Frauen nutzen, deswegen gibt es dort 200 Profitpunkte. Davon erhalten Männer 100 und Frauen 100. Beiden geht es besser.

      Es wäre also ein Kooperationsgewinn, wenn man aus einem Nullsummenspiel ein kooperatives Spiel macht.

      Der Nachweis wird dann geführt durch „weibliche Chefs sind besser“ und „die Wirtschaft vergeudet das Potential von Frauen, wir brauchen in der Wirtschaft qualifizierte Arbeitskräfte“ und „in einer weiblichen gesellschaft gibt es schlicht weniger Stress und weniger Überstunden und Gewalt etc, dass gibt vielleicht kein Geld, aber ein glücklicheres Leben für alle“

      • In einer gerechteren Welt kann man auch das Potential von Frauen nutzen, deswegen gibt es dort 200 Profitpunkte. Davon erhalten Männer 100 und Frauen 100. Beiden geht es besser.

        Gegen eine ernsthaft gemeinte solche Betrachtung als Win/Win-Konstellation spricht allerdings schon die Betrachtung als „aufzugebende männliche Privilegien“.

        Wenn man es wirklich so betrachten würde, dann müsste man Frauen eher ebenfalls die männlichen „Privilegien“ einräumen, anstatt sie den Männern wegzunehmen.

        Es passt auch nicht dazu, dass man feminismusresistenten Männern unterstellt, sie hätten nur „angst um ihre Privilegien“.

        Das Konzept der „Privilegien“ beruht sehr grundlegend auf die Vorstellung eines Nullsummenspieles.

      • Ich denke eher da kommt der Narzissmus wieder zu tragen. Sie erkennt, dass ihr eigenes Wohlergehen von größter Wichtigkeit ist, also müssten das ihrer Sicht nach auch die Männer erkennen. Dass die Männer das nicht erkennen, zeugt von ihrer emotionalen Zurückgebliebenheit.

    • So weit Zustimmung, nur:

      „Klassische Rassisten sehen sich für gewöhnlich eben nicht als Arschlöcher an, sondern als Menschen, die anderen Menschen Gutes bringen wollen. Sie haben nur eben überhaupt keinen Sinn dafür, wie viel Feindseligkeit ihre Haltung prägt.“

      Klassische Rassisten sehen „Rasse“ als bestimmendes (unveränderliches) Merkmal an, nicht Erziehung. Diese Leute waren eben keine „klassischen Rassisten“. Im Gegenteil, sie gehörten zur Sorte unemphatische, besserwissende Gutmenschen, die glauben, man könne und sollte Völker in großem Stile umerziehen, um sie zu beglücken. Damals richtete sich das halt nach außen, heute nach innen. Arroganz und Denkweise sind gleich geblieben…

    • „Als „white man’s burden“ hat Kipling den Kolonialismus bezeichnet: Im Selbstverständnis ging es darum, den Schwarzen zu helfen, ihr Leben lebenswerter zu machen.“

      Liest jetzt vermutlich sowieso keiner mehr, aber der Vollständigkeit halber:
      Meinem Verständnis hat Kipling in „White Man’s Burden“ nicht den tatsächlich existierenden Kolonialismus verteidigt, sondern die Ansicht vertreten, dass der fortschrittliche Westen die ethische und moralische Pflicht hat, rückständigeren Völkern uneigennützig bei ihrer Entwicklung zu helfen. Er grenzte sich damit vor allem gegenüber denjenigen ab, die Kolonialismus generell verteufelten und dafür votierten, andere Völker quasi sich selbst zu überlassen, weil dort schon alles gut sei, so wie es ist (aus dieser Gruppe wurde Kipling größtenteils auf Grundlage dieser falschen Unterstellung, er bejahe den damaligen Kolonialismusstil, intensiv angegriffen – wie auch heutzutage ja viele Anhänger bestimmter Meinungen reflexhaft losschlagen, ohne sich auch nur zu bemühen, die tatsächlichen Ansichten des anderen zu verstehen).

      Natürlich muss man Kiplings Meinung nicht teilen, aber einen Vergleich mit der feministischen Ideologie, wonach Männer sich zu ändern haben, damit sich Frauen besser fühlen, halte ich für unangemessen.

  13. Angenommen ein Mann verfasst diese Version, dann wäre er ein sexistisches Schwein:

    Ich liebe Frauen nämlich. Nein, nicht alle, und Frauen als Gruppe sind eh schwer zu definieren. Es gibt aber Frauen in meinem Leben, die ich sehr gern habe und für die es mir besonders weh tut, wenn auf Frauen im Allgemeinen eingehauen wird. Wie können Männer mit ihrer Wut auf Frauen umgehen? Was können Frauen tun, damit diese Wut weniger wird?

    • „Männer“ durch [beliebige Ethnie] ersetzen ist auch ein beliebtes Spiel.
      „Letzte Woche gab ich einen Vortrag vor einer Gruppe von Integrationsbeauftragten, in der immer wieder ein ausländerfeindlicher Kommentar oder Witz fiel. Das ist nicht selten. Vielen fällt gar nicht auf, wie diskriminierend Sätze sein können, die mit „Türken sind…“ beginnen. Ich ertappte mich, wie ich freundlich und gekünstelt mit kicherte, bis ich mich nicht mehr leiden konnte und mich traute, meine Gesichtszüge neutral zu lassen. Ich liebe Ausländer nämlich. Nein, nicht alle, und Ausländer als Gruppe sind eh schwer zu definieren. Es gibt aber Ausländer in meinem Leben, die ich sehr gern habe und für die es mir besonders weh tut, wenn auf Männer im Allgemeinen eingehauen wird.“
      Oder ein späterer Abschnitt:
      „Menschen, auch Ausländer, verändern sich. In eine Rasse, eine Nationalität oder eine Religion hinein geboren zu werden macht einen nicht primär schuldig und ich empfinde eine große Notwendigkeit von Kulanz darin, diesen Menschen zuzugestehen, dass sie ihre Unintegriertheit nicht sofort als solche empfinden sondern Zeit brauchen, sie zu erkennen. Alle Ausländer, die ich Freunde nenne, haben Gewohnheiten als Nicht-Deutsche, die mich wütend machen. Nehmen wir meinen PI-News-Kollegen Ali: Wie oft wird er von Kamerad*innen bejubelt, nur weil er – als Türke! – über Deutschtum schreibt. Oder meinen Lebensgefährten: Seine Bier-und-Schnitzel-Leitung ist dank konservativer Erziehung zum „echten Moslem“ länger als meine, was ihn für viele Dinge weniger deutsch macht.“

      Ich liebe Männer. Einige meiner besten Freunde sind Männer. Aber mal ehrlich, so einen Hans-Günther mit Stoppelbart und Hoden will frau doch nicht als Nachbarn haben.

      • „Letzte Woche gab ich einen Vortrag vor einer Gruppe von Integrationsbeauftragten, in der immer wieder ein ausländerfeindlicher Kommentar oder Witz fiel“

        Reichlich unplausibel. Gerade Integrationsbeauftragte dürften politisch überkorrekt sein, was nichts anderes bedeutet, als dass sie zwar gegen Deutsche, aber nicht gegen Ausländer hetzen dürfen.

        Der ethnische Konflikt ist zudem anders gelagert, als der zwischen Mann und Frau. Die beiden Geschlechter können letztlich nicht ohne einander und sie biologisch nicht unterscheiden zu wollen, wird von normalen Menschen als blödsinnig erkannt.

        Bei anderen Ethnien gilt das nicht. Man soll sie biologisch nicht unterscheiden (das gilt als rassistisch, obwohl sie oft eindeutig anders aussehen) und man ist eben nicht auf sie angewiesen, im Gegenteil, die Deutschen dürfen gerade teuer für ein gewagtes und schlecht geplantes Sozialexperiment teuer bezahlen…

  14. Ich habe heute Morgen diesen Text dazu in die Kommentare gepostet. Ich bezweifel aber, dass der Kommentar je freigeschalten wird.

    @Lu
    Und Männer bezahlen als Preis für ihre „Privilegien“, dass sie als das Wegwerf-Geschlecht gelten. Und das war schon vor über zweitausend Jahre so. Als im alten Griechenland beispielsweise die ersten Demokratien entstanden, lernten wir in der Schule, waren nur freie, männliche Bürger wahlberechtigt. Was aber meistens nicht dazu gesagt wird ist, dass damit einher ging, sich im Militär für die Gesellschaft zu opfern. In Athen und besonders in Sparta wurden Jungen schon als Kleinkind ausgewählt und hatem Training unterzogen, was nur die Stärksten schafften – alles andere war unwertes Leben. In späterer Geschichte hat sich das fortgesetzt und Männer wurden überall und regelmäßig zur Wehrpflicht herangezogen und auf den Schlachtfeldern verbraucht, und selbst Feministinnen wie Emmeline Pankhurst nahmen dran Teil, als in England Männer öffentlich als Feiglinge bloßgestellt wurden, wenn sie sich nicht Freiwillig zum Kriegseinsatz im ersten Weltkrieg meldeten („White Feather Campaign“). Und bevor jetzt jemand kommt und behauptet, wir hätten ja gar keine Wehrpflicht mehr, lasst mich sagen, dass im Grundgesetz immernoch die Wehrpflicht für Männer verankert ist und mit einer einfachen Mehrheit wieder eingeführt werden kann und mehr noch, es ausdrücklich verboten wird, auch im Verteidigungsfall, Frauen zum Dienst an der Waffe zu verpflichten (freiwillig dürfen sie aber; nennt man dann „Gleichberechtigung“).
    Aber auch im sonstigen Leben ist es so: Männer machen mit Abstand die meisten Überstunden, sind mit über 90% die häufigsten Opfer schwerer und tötlicher Arbeitsunfälle und machen ebenfalls zu 90% die meisten harten, schweren, gefährlichen und gesundheitschädlichen Arbeiten. Wenn Frauen bei der Verdienstlücke aufschließen wollten, müssten sie mindestens 50% aller dieser Arbeiten übernehmen, dafür sehe ich bei allen „Gender Pay Gap“-Kampagnen nicht eine dementsprechende Forderung.
    Männer sterben außerdem bis zu fünf Jahre früher und trotzdem wird für die Gesundheitsversorgung von Männern weniger Geld ausgegeben als für die Gesundheitsversorgung von Frauen. Männer sind häufiger von Gewalt betroffen als Frauen, besonders Gewalt in der Öffentlichkeit von Fremden, die meisten Kampagnen gegen Gewalt beziehen sich aber auf Frauen als Opfer und Männer als Täter, obwohl die Frauen in der Täterschaft längst nachziehen und bald Parität erreicht haben. Das BMFSFJ (in dessen Name „Männer“ nicht einmal vorkommt) sieht aber trotzdem, auch auf Nachfrage, keine Notwendigkeit daran etwas zu ändern.
    In den Medien ist Gewalt gegen Männer Nebensache. In jedem Actionfilm werden Männer zu hunderten umgebracht als wäre es nix und selbst in Comedy gilt es als lustig, wenn eine Frau einem Mann in die Geschlechtsteile tritt, weil er sich ihrer Meinung nach grad wie ein Idiot benommen hat. Als in den USA eine Frau einem Mann den Penis abgeschnitten hatte, weil er sich von ihr scheiden lassen wollte, hat eine Talkrunde aus fünf Frauen sich öffentlich lauthals vor applaudierendem Publikum darüber beeiert wie lustig das aussehen musste – man stelle sich das einmal umgekehrt vor…
    Und auch dieser Artikel beginnt mit Männerfeindlichkeit, wenn die Autorin von männerfeindlichen Witzen „Männer sind…“ schreibt – wohlgemerkt unter Gleichstellungsbeauftragten(!). Als der Nobelpreisträger und führende Krebsforscher Tim Hunt sich einen saloppen Spruch über Frauen erlaubte, gab es einen weltweiten Shitstorm und er wurde aus allen wissenschaftlichen Positionen gefeuert an der Universität London, am europäischen Forschungsrat und der Royal Society.

    Und zum Artikel: „Ob Jungen das kennen? Eine Angst vor älteren Mädchen, die mit sexuell aufgeladenen Sprüchen und niederschmetternden Urteilen die gesamte Existenz bedrohen können?“

    Als ehemaliger Junge kann ich dir sagen: Ja. Das ist eine der größten Ängste als Junge, von Mädchen einen Korb zu bekommen, für das Aussehen und nicht-genug-alpha-sein ausgelacht und runtergemacht zu werden. Von den meisten Mädchen wird auch heute immer noch erwartet, dass der Junge den ersten Schritt macht und sich den Korb einsteckt, aufsteht und es an anderer Stelle weiter versucht. Viele Jungs reagieren darauf mit Schüchternheit und andere mit der Flucht nach Vorn, geben sich laut, aufmüpfig und unanständig. Und selbt die UN-Sonderbotschafterin für Gleichberechtigung und Feminismus, Emma Watson, sagte in einem Interview, dass sie britische Männer nicht mag weil die ihr zu schüchtern seien und sie die Dreistigkeit (boldness) der amerikanischen Männer attraktiv findet.

    Ich möchte dir dazu auch das Buch „Self-Made Man“ der lesbischen Feministin, Philosophin und Kolumnistin Norah Vincent ans Herz legen, für welches sie in einem Selbstversuch 18 Monate als Mann lebte, sich in die klischeehaftesten Männergemeinschaften begab und am Ende an Depressionen litt und ihr Frausein als Privileg betrachtete: „I really like being a woman. … I like it more now because I think it’s more of a privilege.“

      • Mir tut jetzt grad nur leid, dass ich vergessen habe „killallmen“ und „I bathe in male tears“ vergessen habe, obwohl ich es eigentlich miterwähnen wollte.

      • ja aber warum lassen sich die meisten Männer das gefallen und machen auch noch mit. Das ist tragisch.
        Ich selbst sah mich schon gezwungen Männern Gewalt anzutun, aus Notwehr. Es war mir widerlich und lästig, ich fühlte mich mental nicht gut dabei, danach.
        Es waren die typischen Alpha Deppen, die noch stolz sind sich mit anderen Männern zu prügeln.
        Ich verstehe das immer nicht, was Männer dabei finden sich zu schlagen. Ich finde Gewalt gegen Frauen viel erregender.

    • Das sind Perlen vor die Säue. Als ob das irgendeine Feministin nicht wüsste. Sie wissen es natürlich – nur ist ihnen das scheißegal. Ist so ähnlich wie wenn 1940 ein Jude irgendwelchen Nazis erzählt hätte, dass er eigentlich gar kein Banker ist sondern ein armes Schwein – die hätte es genauso wenig interessiert und sie hätten ihn trotzdem umgebracht.

      • Man sollte sich da auch immer der Zahlen bewusst sein, meines Wissens hatte die NSDAP nie mehr als 10% der Bevölkerung als Mitglieder.
        3.9 Mio Ende 1933.
        Davon vermutlich ein nicht unerheblicher Teil mehr Karrieristen als im eigentlichen Sinne überzeugte Nazis.
        Nur so als Hintergrund, wenn einem der nächste Islamverharmloser was vom Pferd erzählen will.
        Braucht also nicht sooo viele gewaltbereite Ideologen.
        Und konformistische Mitläuferinnen haben wir ja mit Sicherheit auch schon ausreichend.

      • Dass man Menschen mit hermetisch abgedichteten Ressentiments nicht mit Argumenten überzeugen kann, ist klar.

        Aber es lesen ja auch andere mit, die vielleicht tatsächlich noch keinen Gedanken daran verschwendet haben, dass „male privilege“ beispielsweise historisch für die meisten Männer u.a. das unter Androhung der Todesstrafe angeordnete Verbluten im Kessel von Stalingrad bedeutete. Oder auch im Stellungskrieg um Verdun.

        „The disposable male“ ist nicht gerade ein Konzept, über das in unserer Gesellschaft allzu oft auch nur nachgedacht wird. Und man muss wohl so einige kognitive Dissonanzen in Kauf nehmen, um es zu verwerfen.

        Weiterhin macht das in Kauf nehmen von kognitiven Dissonanzen dumm. D.h.: Auch wenn sich diejenigen mit hermetisch abgedichteten Ressentiments erfolgreich immunisieren, bezahlen dafür mit ihrer Überzeugungsfähigkeit. Sie müssen ja, um Überzeugend zu sein, dafür sorgen, dass auch andere ihre kognitiven Dissonanzen mitmachen.

        Ob man Feministinnen nun Überzeugt oder nicht, jede Konfrontation mit guten Argumenten macht den Beton härter und damit spröder.

  15. Wie niedlich. Männer die im patriachalen System gescheitert sind, weil sie folgende Symptome aufweisen:
    „Alkoholismus, psychische Krankheit, Drogen, Spielsucht, Depressionen und versuchte Suizide sind die häufigsten Dinge, an denen markiert wird, ob ein Mann im System mitspielen durfte.“
    die verdienen es also nicht, in abwertenden Männerwitzen diskriminiert zu werden. Weil alle anderen ja im System mitspielen durften.
    Nun Ja, wenn man die ganzen Einzelkriterien zusammen zieht, fragt man sich, wer außer mir eigentlich eigentlich im System mitspielen durfte, selbst die Inbegriffe der Patriarchatsvertreter fallen irgendwo unter eine dieser kategorie. Und ich habe nie ein interesse gehabt an dem Sytsem mitzuspielen und bin sicherlich kein Katriarchatsgewinnler, weil ich lieber meine Zeit damit verbracht habe, neben meinem Lebensunterhalt für meine kinder zu sorgen.
    Es ist unglaublich wie sexistisch eine Frau ist, die sich in aller Welt gegen Sexismus stark machen möchte.
    Verdammt und ich sollte vielleicht doch nochmal über einen Selbstmordversuch nachdenken, damit ich von ihr als würdige Mann anerkannt werde.

    • Ui, da gab es wohl Ärger, weil Madame aus dem Nähkästchen geplaudert hat.

      Aus:

      Letzte Woche gab ich einen Vortrag vor einer Gruppe von Gleichstellungsbeauftragten, in der immer wieder ein männerfeindlicher Kommentar oder Witz fiel. Das ist nicht selten.

      ..wurde plötzlich, und ohne jeden Hinweis:

      Letzte Woche gab ich einen Vortrag vor einer Gruppe von Feminismus-Interessierten, in der immer wieder ein männerfeindlicher Kommentar oder Witz fiel.

  16. Ui, da gab es wohl Ärger, weil Madame aus dem Nähkästchen geplaudert hat.

    Aus:

    Letzte Woche gab ich einen Vortrag vor einer Gruppe von Gleichstellungsbeauftragten, in der immer wieder ein männerfeindlicher Kommentar oder Witz fiel. Das ist nicht selten.

    ..wurde plötzlich, und ohne jeden Hinweis:

    Letzte Woche gab ich einen Vortrag vor einer Gruppe von Feminismus-Interessierten, in der immer wieder ein männerfeindlicher Kommentar oder Witz fiel.

    Madame will ja schließlich Vorsitzende der obersten Inquisitionsbehörde werden.

  17. „Ob Jungen das kennen? Eine Angst vor älteren Mädchen, die mit sexuell aufgeladenen Sprüchen und niederschmetternden Urteilen die gesamte Existenz bedrohen können?)“

    Ich bezweifele manchmal, daß diese Leute in der gleichen Welt leben wie ich.

    Jeder pubertierende Junge hat höllische Angst vor sexueller Abweisung, Abwertung und Beurteilung. Die ganze Jugend wird genau durch diese Themen bestimmt.

    Was für eine ignorante F****.

    • “ Eine Angst vor älteren Mädchen, die mit sexuell aufgeladenen Sprüchen und niederschmetternden Urteilen die gesamte Existenz bedrohen können?“

      Pubertierende Mädchen?
      Im Rudel sind sie schlimmer als Wölfe.
      Lieber hätte ich gegen Orks und Trolle gekämpft, als an ihnen vorbei die Schulhofpforte zu passieren.

      • Pubertierende Mädchen?
        Im Rudel sind sie schlimmer als Wölfe.

        ja aber…

        Das Problem ist die gesellschaftliche Situation. Sie wissen genau, daß sie ziemlich unangreifbar sind. Von allen Seiten hören sie, das Mädchen und Frauen das tollste überhaupt auf der Welt sind, das niemand ihnen zu nahe treten darf mit Kritik oder was auch immer, da muss man schon ziemlich charakterfest sein um keine Höhenflüge zu bekommen.

        Wenn sie wüssten, das es gesellschaftlich akzeptiert ist ihnen ordentlich eins. drüber zu ziehen, wenn sie auf Höhenflug sind, würden sie anders agieren.

        Es gab ja daher in vielen Kulturen auch Benimm-Regeln für pubertierende Mädchen, am krassesten und unschönsten aber wirksamsten wohl die Beschneidung. Das war ja alles nicht aus Frauenfeindlichkeit, da oft von Frauen selbst durchgeführt oder kontrolliert, sondern um die soziale Sprengkraft hormonell durchdrehender Teenager-Mädchen unter Kontrolle zu halten.
        Jungs hatten da automatisch eine Beschäftigung im Existenzkampf für die Sippe. Das heute Jungs da auch ins leere laufen ist ebenfalls ein Problem, steht aber hier nicht zur Debatte.
        In Gesellschaften, die unter härteren Bedingungen existieren war es noch notwendiger als heute in der abgesicherten Überflussgesellschaft, das die Sippe einigermaßen funktionierte und keiner aus der Reihe tanzte.

  18. @ Christian
    Das finde ich schon interessant formuliert. Es tut ihr für einige Männer in ihrem Leben weh, wenn auf Männer im Allgemeinen eingehauen wird. Also für Männer im Allgemeinen nicht, da scheint sie es durchaus okay zu finden.

    Da interpretierst du sehr frei. Sie sagt, dass es ihr besonders weh tut bei nahestehenden Männern. Daraus folgt nicht, dass es bei anderen nicht wehtut.

    @Stevie Schmidel
    unter den Ansprüchen an ihre heteronormative Männlichkeit (das ist der Coupon, mit dem man sich die Privilegien abholen darf) gescheitert

    Nennen wir das wichtigste Privileg mal beim Wort: Erfolg bei Frauen.

    Deshalb gibt es ab jetzt bei uns den Schwerpunkt „Männer im Feminismus – Feminismus für Männer“, in dem neben Nils Pickert auch das Feministen-Duo „Herr und Speer“ aus Berlin und andere regelmäßig bloggen werden. Über Fragen wie die, die mich täglich bewegen

    Finde ich gut, dass die jetzt die Männer aus ihrer Sisterhood rausgraulen.

  19. Also mein Kommentar von heute Mittag wurde bisher nicht freigeschalten auf pinksticks.

    Blöderweise habe ich ihn nicht gesichert.

    Alberne Filterblasen.

  20. Ich hatte am Freitag noch einen Kommentar unter dem Artikel geschrieben, der bislang dort nicht freigeschaltet wurde. Liegt vielleicht auch nur am Wochenende… Hier ist aber mein Kommentar dazu:

    „Ich finde es eine ganz interessante Diskussion hier, weil sie deutlich macht, worin die Vorstellung männlicher Privilegiertheit und patriarchaler Strukturen wurzelt. Im Kommentarstrang gibt es eine ganze Reihe empirischer Hinweise darauf, dass Männer keineswegs „privilegiert“ sind – ohne dass dadurch bei anderen entsprechende Überzeugungen auch nur leicht angekratzt oder gar ernsthaft überprüft würden. Dabei würde es ja nicht einmal Herrschaftsstrukturen negieren, wenn deutlich würde, dass Männer und Frauen in unterschiedlichen Bereichen jeweils Vor- und Nachteile erleben.Es böte nur eine Grundlage, solche Strukturen differenzierter zu beschreiben.

    Stattdessen werden hier störende empirische Hinweise als „scheinrationale Argumente“ abgetan. Oder, ein anderes Beispiel: Wir wissen ja, dass die rechtlichen Nachteile von nichtehelichen Vätern vom europäischen Gerichtshof als menschenrechtswidrig und vom Verfassungsgericht als grundgesetzwidrig bezeichnet wurden. Diese massenhaften Menschenrechts- und Grundrechtsverletzungen stehen dann hier als “ Rechte die irgendwo in einem Gesetzestext stehen“ da – als ob es darum gar nicht ginge.

    Tatsächlich ist das eine Argumentation, die um sich selbst kreist. Warum sind Männer privilegiert? Weil wir in einer patriarchalen Gesellschaft leben. Warum ist unsere Gesellschaft als „Patriarchat“ angemessen beschreiben? Weil Männer privilegiert sind. Das ist zirkulär, und damit hat sich die Rede von „Patriarchat“ und „männlichen Privilegien“ ganz von empirischen Daten abgelöst. Eben daher aber ist sie durch empirische Hinweise auch nicht zu erschüttern, nicht einmal durch Hinweise auf schwerste strukturelle Rechtsverletzungen.

    Für mich stellt sich die Frage; Warum gibt es Frauen und Männer, die solche zirkulären Konstruktionen brauchen? Ich bin selbst ein Mann, daher kann ich die Frage für Männer besser beantworten. Ich schätze: Männer, die sich dem Arbeitsmarkt ja im Allgemeinen deutlich rückhaltloser aussetzen als Frauen, machen in hochmodernen Gesellschaften regelmäßig Erfahrungen der Machtlosigkeit, der fehlenden Handlungsmöglichkeiten, der eigenen Belanglosigkeit. Einer der ganz wenigen Bereiche, in denen Männer noch als mächtig und herrschend erleben können, ist ausgerechnet der Feminismus: Da stehen Männer als privilegierte Herrscher da, die allzeit selbst in der Hand haben, was ihnen selbst geschieht. Und selbst, wenn es ihnen schlecht geht – wenn sie nur wollten, könnten sie es leicht ändern.

    Kurz: Gerade weil diese Vorstellung von empirischen Daten und von vielen realen Erfahrungen abgekoppelt ist, bietet sie Männern ein letztes Refugium, sich noch als handlungsmächtige Herrscher erleben zu können.

    Meine eigene Position dazu: Natürlich sind wir nicht vollkommen hilflos (Männer wie Frauen, übrigens). Grundsätzlich aber setzt REALE Handlungsmacht voraus, auch REALE Bedingungen zur Kenntnis zu nehmen…“

    • Lucas,

      gut argumentiert. Und jetzt versetz Dich mal in die Lage von Stevie S.:

      Wie könntest Du da jetzt dagegen argumentieren ohne Dein eigenes Glaubens- und Weltbild in Frage zu stellen?

      Einfach freischalten und stehen lassen geht ja aber auch nicht, weil es als Kapitulation oder stillschweigendes Anerkenntnis gesehen werden könnte…

      Das Glaubens- und Weltbild der Gegenseite ist übrigens gut in dem Beitrag von „Turbine“ erläutert.

      Am Ende ist es bei völlig konträren Positionen eine reine Machtfrage, welche Position Handlungs- und strukturbestimmend ist.

    • Ich bin ja gespannt, ob der Kommentar noch veröffentlicht wird.

      Ich denke: eher nicht. Nach meiner vorläufigen Einschätzung ist das Ganze eher als Image-Kampagne denn als Selbstreflexion oder gar Dialogbereitschaft zu werten. Feminismus hat eben das Image-Problem des Männerhasses, und man betrachtet dieses Problem offenbar auch als reines Image-Problem – und eben nicht als Anlass zur einer kritischen Selbstreflexion. Folglich ist auch in den Kommentaren keine wirkliche Diskussion erwünscht.

      Frau Schmiedel stellt sich selbst ja so dar, als hätte sie Anflüge von Zivilcourage:

      Vielen fällt gar nicht auf, wie diskriminierend Sätze sein können, die mit „Männer sind…“ beginnen. Ich ertappte mich, wie ich freundlich und gekünstelt mit kicherte, bis ich mich nicht mehr leiden konnte und mich traute, meine Gesichtszüge neutral zu lassen

      ..um allerdings doch ganz schnell einzuknicken und den Hinweis darauf, dass es Gleichstellungsbeauftragte waren, die die männerfeindlichen Kommentare oder Witze vom Stapel ließen, kommentarlos zu entfernen. Die Hand, die einen Füttert beißt man eben nicht. Man hat Frau Schmiedel ein Pöstchen im Gleichstellungsapparat angeboten, und sie hat kein Problem damit, sich so billig kaufen zu lassen – so stellt es sich für mich dar.

      Der Aberwitz ist aber ihr Kommentar:

      Nein, in einer Welt, in der Männer nach wie vor besser gestellt sind, kann kein Mann frei von Privilegien sein.

      „Männer sind..“ also doch, auch für sie, nämlich „privilegiert“ – und zwar ohne Ansehen der Person unausweichlich allesamt. Wo sie diese Unausweichlichkeit hernimmt bleibt ihr Geheimnis, denn selbst wenn ich von einem „Patriarchat“ ausgehe fehlt da jegliche logische Konsequenz.

      Der Rassismusforscher Albert Memmi spricht von Differenz, Wertung, Verallgemeinerung und Funktion.

      https://de.wikipedia.org/wiki/Rassismus#Rassismusdefinition_nach_Albert_Memmi

      Differenz:

      „[Der Rassismus] beschränkt sich weder auf die Biologie noch auf die Ökonomie, die Psychologie oder die Metaphysik; er ist eine vielseitig verwendbare Beschuldigung, die von allem Gebrauch macht, was sich anbietet, selbst von dem, was gar nicht greifbar ist, weil sie es je nach Bedarf erfindet“

      Wertung:

      „Der Rassismus ist die Wertung [..]“, er beginnt dort, wo der Unterschied eine Interpretation erfährt und ihm eine (zusätzliche) Bedeutung beigemessen wird, in der Art, dass sie (ab)wertend wirkt und Nachteile für den Bewerteten nach sich zieht. „Erst im Kontext des Rassismus nimmt diese Betonung des Unterschieds eine besondere Bedeutung an [..]“

      Verallgemeinerung:

      Verallgemeinerung wird von Memmi in zweifacher Hinsicht aufgefasst. Sie drückt sich zum einen als „Entindividualisierung“ oder „Entpersönlichung“, die gleichsam mit einer „Entmenschlichung“ einhergeht, zum anderen als „Verabsolutierung“ oder „Verewiglichung“ aus; er spricht in diesem Sinne von einer „doppelten Verallgemeinerung“. „Die Beschuldigung richtet sich fast immer zumindest implizit gegen fast alle Mitglieder der Gruppe, so dass jedes andere Mitglied derselben Beschuldigung ausgesetzt ist, und sie ist zeitlich unbegrenzt, so dass kein denkbares Ereignis in der Zukunft dem Prozess jemals ein Ende machen kann“

      ..wobei die Verewiglichung hier derart gestaltet ist, dass sie bis zum Jüngsten Tag des „Endes des Patriarchates“ gültig ist.

      „Solange Männer und Frauen nicht zu 100% gleichgestellt sind, ist unausweichlich jeder einzelne Mann ohne jedes Ansehen der Person und der Umstände als privilegiert zu betrachten!!“ – Das ist eine derart absurde und weltfremde Behauptung, dass man sie eben nur in einem solchen Kontext lesen kann.

      Funktion:

      Für Memmi dient Rassismus primär der Herrschaftssicherung, Sinn und Zweck des Rassismus liegt in der Vorherrschaft (Memmi, S. 60).[35] Sekundär kompensiert er psychische Defizite, „man festigt die eigene Position gegen den Anderen. Psychoanalytisch gesprochen ermöglicht der Rassismus eine individuelle und kollektive Stärkung des Ichs“ (Memmi, S. 160).[35] „Um groß zu sein, genügt es dem Rassisten, auf die Schultern eines anderen zu steigen“ (Memmi, S. 202).[35]

      Herrschaft ist in modernen Gesellschaften natürlich keine dichotome Angelegenheit, sondern hochgradig vielschichtig und komplex. Herrschaft beinhaltet eben nicht nur uneingeschränkte Machtfülle.

      Wenn Frau Schmiedel ein Pöstchen in der Gleichstellungsbürokratie bekommt, dann hat sie eben weit mehr Herrschaftspotenzial als 95% der Männer. Und um dieses Herrschaftspotenzial zu legitimieren und zu sichern, ist sie eben existenziell auf solche Quasirassismen angewiesen. Andernfalls müsste sie sich nämlich um einen demokratischen Konsens bemühen, und das hat sie eben nicht mehr nötig, wenn sie von der Exekutive (BMFSFJ) – an der Verfassung vorbei – als Werbewächterin inthroniert wird.

      Ohne die Essenzialisierung von Männern als „Privilegienträger“ verlöre sie ihr Geschäftsmodell. Nur dieser Deutungsrahmen – Männer als Unterdrückerkollektiv / Frauen als unterdrücktes Kollektiv – macht die von ihr kritisierte Werbung zu einem gesellschaftlichem Mißstand, der über einer demokratischen Willensbildung steht.

      Sie kann also ihre Kritik an Männerfeindschaft wohl kaum ernst meinen, sie hat sich für ein paar Euro kaufen lassen.

      • Nein, in einer Welt, in der Männer nach wie vor besser gestellt sind, kann kein Mann frei von Privilegien sein. Das liegt nicht an ihm, sondern der Gesellschaftsstruktur.

        Ja, und für ordinäre Rassisten liegt es auch nicht an „ihm“, sondern angeblich an der Genstruktur. „Der Ausländer kann ja auch nix dafür, dass er wesenhaft nun mal nur so sein kann, wie er eben ist“

        Und deshalb müssen wir mit Männern daran arbeiten, dass diese Gleichberechtigung erwirkt wird.

        „Und deshalb müssen wir mit den Ausländern daran arbeiten, dass Gewaltfreiheit erreicht wird. Das kann nämlich nur funktionieren, wenn die Ausländer ihr gewaltbereites Wesen kritisch hinterfragen und in Schach halten! Deshalb brauchen wir einen autoritären Staat und scharfe Gesetze!! Und mehr Gefängnisse!!“

      • @ Nick

        „Andernfalls müsste sie sich nämlich um einen demokratischen Konsens bemühen, und das hat sie eben nicht mehr nötig, wenn sie von der Exekutive (BMFSFJ) – an der Verfassung vorbei – als Werbewächterin inthroniert wird.“

        Was heißt in diesem Zusammenhang „an der Verfassung vorbei“?

        „Nur dieser Deutungsrahmen – Männer als Unterdrückerkollektiv / Frauen als unterdrücktes Kollektiv – macht die von ihr kritisierte Werbung zu einem gesellschaftlichem Mißstand, der über einer demokratischen Willensbildung steht.“

        Und was ist, wenn die demokratische Mehrheit (die bekanntlich aus Frauen besteht) ihr zustimmt und bestimmte Darstellungen verbietet?

        • Was heißt in diesem Zusammenhang „an der Verfassung vorbei“?

          In der Verfassung ist es nicht vorgesehen, dass die Exekutive (Ministerium) eine NGO damit beauftragt, Werbung hinsichtlich politischer Erwünschtheit zu „monitoren“. Frau Schmiedel soll aber mit dieser Aufgabe vom BMFSFJ beauftragt werde.

          Das Ministerium selbst dürfte eine solche Funktion schon gar nicht wahrnehmen, da es sich um Fragen des Geschmackes und der Moral handelt. Ministerien sind zu Neutralität verpflichtet.

          Man versucht, dieses Neutralitätsgebot dadurch auszuhebeln, dass man den Umweg über eine NGO geht.

          Und was ist, wenn die demokratische Mehrheit (die bekanntlich aus Frauen besteht) ihr zustimmt und bestimmte Darstellungen verbietet?

          Das würde rein gar nichts am Neutralitätsgebot der Exekutive ändern.

          Man könnte natürlich ein Gesetz erlassen, aber das dürfte am Bestimmtheitsgebot scheitern. Der Diskurs muss ja zwangsläufig daran scheitern, objektive / intersubjektiv gültige Kriterien für „Sexismus“ aufzustellen.

        • ..die völlige Beliebigkeit – und damit: Willkür – demonstriert Pinkstinks ja selbst:

          https://pinkstinks.de/true-fruits-klarer-fall-von-sexismus/

          Weil also die „juristische Expertin Berit“ „zum Thema promoviert hat“ und befindet, dass „keine Über- / Unterordnung, keine Stereotypisierung, keine sexuelle Verfügbarkeit von Frauen“ stattfindet, zeigt der Sexismusdaumen mal nach oben.

          Er hätte aber mit der gleichen Beliebigkeit nach unten zeigen können, weil: „In der heteronormativen Realität sind es immer Frauen, die beim Oralverkehr schlucken! Und in Anbetracht der ubiquitären rape-culture impliziert das die sexuelle Verfügbarkeit von Frauen!!11!“

          Catherine MacKinnon – die Schöpferin dieses Diskurses – war wenigstens so konsequent zu behaupten, dass im Patriarchat jede heterosexuelle Anspielung Vergewaltigung legitimiere.

        • Zitat (s.O.):

          Denn damit würde man ja die Meinungs- oder Berufsfreiheit der Werbenden grundlos einschränken, ohne sie gegen Art. 3, Satz 2 des Grundgesetzes (Gleichstellungsgebot) abzuwägen.

          Aha. Die Meinungs- und Berufsfreiheit soll also gegen das „Gleichstellungsgebot“ abgewogen werden. Wenn das nicht verfassungsfeindlich ist, dann weiß ich auch nicht.

          Was sollte denn dann noch dagegen sprechen, das Recht auf körperliche Unversehrtheit „gegen das Gleichstellungsgebot abzuwägen“?

          Das (angebliche) Gleichstellungsgebot wird hier über Menschenrechte gestellt.

        • „Aha. Die Meinungs- und Berufsfreiheit soll also gegen das „Gleichstellungsgebot“ abgewogen werden. Wenn das nicht verfassungsfeindlich ist, dann weiß ich auch nicht.“

          „Natürlich kann man sich überlegen, ob man das möchte (Anzüglichkeiten verbieten). Aber wenn Sexualität nicht in diskriminierender Form thematisiert wird sehe ich grundsätzlich kein Problem. Denn damit würde man ja die Meinungs- oder Berufsfreiheit der Werbenden grundlos einschränken, ohne sie gegen Art. 3, Satz 2 des Grundgesetzes (Gleichstellungsgebot) abzuwägen. Und dem Vorgehen gegen (tatsächlich) diskriminierende Werbung tut es mit Sicherheit nicht gut.“

          Grundsätzlich können Grundrechte andere Grundrechte einschränken. Und dann muss eben eine praktische Konkordanz hergestellt werden:
          https://de.wikipedia.org/wiki/Praktische_Konkordanz

          Bei der Meinungsfreiheit gibt es allerdings ohnehin Schranken:

          Art. 5

          (1) Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.

          (2) Diese Rechte finden ihre Schranken in den Vorschriften der allgemeinen Gesetze, den gesetzlichen Bestimmungen zum Schutze der Jugend und in dem Recht der persönlichen Ehre.

          (3) Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei. Die Freiheit der Lehre entbindet nicht von der Treue zur Verfassung.

          Es darf also die Meinung wegen allgemeiner Gesetze eingeschränkt werden, auch aufgrund den gesetzlichen Bestimmungen zum Schutz der Jugend. Damit kann man natürlich einiges an sexuellen verbieten, wenn man das möchte.
          Sie hat recht, dass das hier schwieriger werden würde, wenn man es auf Frauenherabwürdigung stützt. Ich bin nicht ganz sicher, ob sie es hier nur unglücklich ausgedrückt hat

        • @Christian:
          Grundsätzlich können Grundrechte andere Grundrechte einschränken.

          Es gibt aber kein Grundrecht auf eine „sexismusfreie Werbewelt“. Dies aus Art. 3 / 2 GG abzuleiten wäre pure Willkür.

          Mit gleicher „Logik“ könnte man dir auch deinen Blog – und überhaupt jede Äußerung von Evolutionär begründeten Theorien zu Geschlecht – verbieten, weil diese Diskurse doch dem Ziel der „Gleichstellung“ abträglich seien.

          Das wäre eine vollständige Aushebelung der Meinungsfreiheit, weil sich eine solche „Abträglichkeit“ beliebig behaupten lässt. Man könnte ja auch den von Pinkstinks vertretenen Diskurs als „abträglich“ deuten, weil er doch weibliche Hypoagency befördere.

          Es wäre kein Problem für eine rechtspopulistische Regierung, Pinkstinks mit einer solchen „Logik“ zu verbieten. Keine Ahnung, warum unsere Zensurbefürworter immer denken, dass die Zensur sie selbst schon verschonen wird.

          Es darf also die Meinung wegen allgemeiner Gesetze eingeschränkt werden..

          Allgemeine Gesetze sind solche Gesetze, die nicht eine Meinung als solche verbieten, die sich nicht gegen die Äußerung der Meinung als solche richten, die vielmehr dem Schutz eines schlechthin, ohne Rücksicht auf eine bestimmte Meinung, zu schützenden Rechtsgutes dienen, den Schutz eines Gemeinschaftswerkes, der gegenüber der Betätigung der Meinungsfreiheit den Vorzug hat.

          https://www.iurastudent.de/definition/allgemeine-gesetze-isd-art-5-abs-2-gg

          ..auch aufgrund den gesetzlichen Bestimmungen zum Schutz der Jugend. Damit kann man natürlich einiges an sexuellen verbieten, wenn man das möchte.

          Zum Schutz der Jugend – ja. Dann darf man aber keine Bewertung vornehmen, ob der Inhalt „sexistisch“ ist. Dann muss man ausnahmslos jede beliebige Sexualisierung unterbinden.

          Ich bin nicht ganz sicher, ob sie es hier nur unglücklich ausgedrückt hat

          Ich sehe da keine Mißverständlichkeit.

    • Kurz: Gerade weil diese Vorstellung von empirischen Daten und von vielen realen Erfahrungen abgekoppelt ist, bietet sie Männern ein letztes Refugium, sich noch als handlungsmächtige Herrscher erleben zu können.

      Sie bietet Männern und Politikern ein Refugium, um andere Männer zu dämonisieren und sich selbst als Frauenbeschützer und kulturelle „Avantgarde“ aufzuspielen – würde ich sagen.

      • @ Nick Das passt ja zusammen. Klassische bürgerliche Patriarchen haben sich noch weitgehend unangefochten als Beschützer der Frauen (und Kinder) darstellen können. Heute leben viele Männer dafür in viel zu prekären Positionen, gerade in den Milieus übrigens, in denen feministische Positionen besonders nachhaltig vertreten werden.

        Zudem ist es einfach nicht mehr so recht nachvollziehbar, warum Männer eigentlich Frauen schützen sollten, die prinzipiell dieselben Ausbildungs- und Arbeitsmöglichkeiten haben wie sie selbst (in der schulischen Ausbildung haben Mädchen und junge Frauen ja sogar deutlich Vorteile). Dies zudem in einer Welt, in der die Möglichkeiten von Gewaltausübung viel weniger mit der körperlichen Stärke und viel mehr mit der eigenen Position in Institutionen zu tun haben. Die sind Frauen prinzipiell ebenso zugänglich wie Männern.

        Da die Selbst-Inszenierung als Beschützer der Frauen (vor den anderen Männern, natürlich) so überhaupt keine reale Basis mehr hat, bezieht sie sich dann eben auf eine Fiktion, die in sich geschlossen und daher durch empirische Daten auch gar nicht widerlegbar ist.

        • @Lucas:
          Das passt ja zusammen. Klassische bürgerliche Patriarchen haben sich noch weitgehend unangefochten als Beschützer der Frauen (und Kinder) darstellen können. Heute leben viele Männer dafür in viel zu prekären Positionen, gerade in den Milieus übrigens, in denen feministische Positionen besonders nachhaltig vertreten werden.

          Da stimme ich dir allerdings zu. In der Tat ist Feminismusaffinität oft im Milieu der „abgehängten Intellektuellen“ zu finden. Auch für Journalisten wird es immer schwieriger, Fuß zu fassen.

          So manch einer schafft es dann auch tatsächlich, mit Profeminismus etwas Geld zu verdienen.

  21. Das scheint generationenübergreifend zu sein.
    Hier ein Video über ein Video einer jungen Feministin, die mit ein paar Fehleinschätzungen aufräumt, als Nummer fünf zum Beispiel der Idee Feministinnen hätten keinen Humor. Und sofort war ich im Geiste wieder „vor einer Gruppe von Gleichstellungsbeauftragten, in der immer wieder ein männerfeindlicher Kommentar oder Witz fiel. Das ist nicht selten.“.

    Der Beitrag der Pinksticks wird dadurch vor meinem inneren Auge gleich viel lebendiger und somit selbst für mich als Mann, dann auch menschlich verstehbar.

    Also Humar haben sie, das kann man kaum abstreiten.
    Falls man auch der Theorie anhängt Feminismus sei nur der größte Shittest der Natur. (Und zwar für beide Geschlechter)

  22. „Die Lösung“ von Pinkstinks:


    § 7a UWG Diskriminierende Werbung

    (1) Eine geschäftliche Handlung, durch die Marktteilnehmende in diskriminierender Weise angesprochen werden, ist unzulässig, wenn nicht verfassungsrechtlich geschützte Interessen ausnahmsweise überwiegen. Die Diskriminierung kann sich aus der Aussage einer Werbung, ihrem Gesamteindruck oder der Gesamtheit der einzelnen Teile einer Werbekampagne ergeben.

    (2) Werbung ist geschlechtsdiskriminierend, wenn sie Geschlechtsrollenstereotype in Form von Bildern oder Texten wiedergibt oder sich in sonstiger Weise ein geschlechtsbezogenes Über-/Unterordnungsverhältnis zwischen den Personen in der Werbung oder im Verhältnis zu den von der Werbung adressierten Personen ergibt. Werbung ist insbesondere geschlechtsdiskriminierend, wenn sie

    1. Menschen aufgrund ihres Geschlechts Eigenschaften, Fähigkeiten und soziale Rollen in Familie und Beruf zuordnet oder

    2. sexuelle Anziehung als ausschließlichen Wert von Frauen darstellt oder

    3. Frauen auf einen Gegenstand zum sexuellen Gebrauch reduziert, insbesondere indem weibliche Körper oder Körperteile ohne Produktbezug als Blickfang eingesetzt werden oder der Eindruck vermittelt wird, die abgebildete Frau sei wie das Produkt käuflich.

    „Geschlechtsrollenstereotype in Form von Bildern oder Texten“ lassen sich rechtssicher nur vermeiden, wenn auf jegliche Darstellung von Geschlecht verzichtet wird: Bilder von Männern oder von Frauen werden ja in einem kulturellem Kontext gelesen, der natürlich Männern und Frauen „aufgrund ihres Geschlechts Eigenschaften, Fähigkeiten und soziale Rollen in Familie und Beruf zuordnet“.

    Irgendwie scheint man bei Pinkstinks nicht die leiseste Ahnung davon zu haben, wie Kommunikation und Wahrnehmung funktioniert. Geschlecht _kann nicht_ „Geschlechterstereotypfrei“ dargestellt werden.

    Das UWG ist dabei für kleine und mittlere Unternehmen besonders tückisch, weil es Abmahnanwälten eine attraktive Einnahmequelle bietet. Wer kann es sich schon leisten, es bei den dort üblichen horrenden Streitwerten auf einen Prozess ankommen zu lassen? Das erklärte Ziel von Pinkstinks ist es allerdings auch, vordergündig kleine und mittlere Unternehmen zu drangsalieren. Anhand eines solchen UWG ließen sich Abmahnungen nahezu beliebig auf jeden Geschlechterbezug starten.

    Eine Einbettung des Schutzes vor geschlechtsdiskriminierender Werbung in das UWG ist sinnvoll, da sich das UWG schwerpunktmäßig mit der Regulierung von Werbung befasst. Es ermöglicht kollektiven Rechtsschutz und große Durchsetzungsschnelligkeit, bietet also gerade diejenigen Möglichkeiten, die für eine Regulierung geschlechtsdiskriminierender Werbung wünschenswert sind.

    ..weil eben die allermeisten Abmahnungen, aufgrund des hohen Prozessrisikos, gar nicht erst vor Gericht verhandelt werden. Es gilt das Recht des (finanziell) Stärkeren. Aber was anderes als die Förderung des Rechtes des stärkeren (Mannes) kann man von Feminismus erwarten? Der stärkere beschützt eben unsere armen Hascherl am besten.

    Und, natürlich, die absurde Behauptung einer „Gefährdung des Gleichstellungsgebotes“, welche gegen „andere Grundrechte“ „abzuwägen“ sei:

    Fällt geschlechtsdiskriminierende Werbung in den Schutzbereich der Meinungsfreiheit, so heißt das nicht, dass sie zwangsläufig erlaubt sein muss. Die Meinungsfreiheit wird nicht schrankenlos gewährleistet, sie kann etwa zugunsten des Jugendschutzes (Art. 5 Abs. 2 GG) oder auch aufgrund kollidierenden Verfassungsrechts eingeschränkt werden. Aufgrund ihres besonderen, kommerziellen Charakters ist Werbung dabei einfacher einzuschränken als andere Meinungsäußerungen (etwa in der Presse oder an Stammtischen). Im Fall geschlechtsdiskriminierender Werbung überwiegt aufgrund der geringeren Schutzwürdigkeit geschlechtsdiskriminierender Werbung einerseits und der Gefährdungen für die tatsächliche Durchsetzung des Gleichberechtigungsgebots andererseits Art. 3 Abs. 2 Satz 2 GG gegenüber Art. 5 Abs. 1 Satz 1 GG (Gebot der Meinungsfreiheit). Der Eingriff in die Meinungsfreiheit wird also durch das Gleichberechtigungsgebot gerechtfertigt.

    Hier wird also schlicht und einfach eine konkrete Meinungsäußerung (z.B.: „Männer mögen mein Produkt, weil es mit Technik zu tun hat“) letztlich mit der „Begründung“ verboten, dass sie der moralischen Reife der Bürger abträglich sei.

    Natürlich hat Werbung eine geringere Schutzwürdigkeit als andere Meinungsäußerungen, aber eine dubiose und pauschale – willkürliche – Herleitung von „Geschlechterstereotype“ auf „Gleichberechtigung“ ist auch nur eine Meinung, die sicherlich keinen besondereren Verfassungsrang hat.

    Da werden die Köpfe der Juristen im BMJ kollektiv auf die Tischplatte geknallt sein. Deshalb hat man das wohl nicht weiter vorangetrieben haben.

    Und für sowas kriegt man einen Doktortitel.

  23. Feminism machen Gehirn kaputt…

    „So Gender-Studies, funded by the state, indoctrinates women to hate a whole gender? Isn’t that called „institutionalized hate“?“

    Ja – nö, es geht um Männer und da haben Feministinnen festgelegt das es keine institutionalisierte Diskriminierung oder Hass von Männern geben kann – weil Vagiiiiiiiiiiiinnnnnnnnnnnnaaaaaaaaaaaaa!

    • „If you don’t understand why nazis say „jews are evil“ take a nazi-ideology class and I guarantee you’ll get it“

      Aber schaut euch mal die Antworten zu diesem Tweet an:

      Problem ist bloß: Wo sind denn die Feministinnen die keinen Männerhass predigen oder sich nicht lieber auf die Zunge beißen würden als etwas gutes über Männer zu sagen?

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