„Linksradikale wohnen noch bei der Mutter“

Die Bildzeitung verweist auf eine Studie des Verfassungsschutzes:

Eine neue Studie des Verfassungsschutzes beschreibt den durchschnittlichen linksradikalen Gewalttäter: Er ist männlich, 21 bis 24 Jahre alt, hat trotz mittlerer Reife meist keinen Job.

Diese Studie macht den Ruf der Linksradikalen in Deutschland sicherlich nicht besser. Der Verfassungsschutz hat mit einer neue Studie, die der „Bild“-Zeitung exklusiv vorliegt, den linken Durchschnitts-Täter in Berlin ermittelt. Mit durchaus verblüffenden Fakten: 92 Prozent der Linken wohnen noch bei Mama. Doch damit nicht genug.

„Die meisten politisch motivierten Gewaltdelikte kommen aus der linken Szene“, sagt Berlins Innensenator Frank Henkel (52, CDU) der „Bild“. Von 2009 bis 2013 gab es insgesamt 1523 linke Gewalttaten, mehr als doppelt so viele wie von 2003 bis 2008.

Weitere Details der Studie:

  • 873 Verdächtige sind ermittelt worden, davon sind 84 Prozent Männer und 16 Prozent Frauen. 73 Prozent sind zwischen 18 und 29 Jahre alt
  • Neun von zehn linken Gewalttätern gaben als Beziehungsstatus ledig an
  • 34 Prozent haben mittlere Reife, 29 Prozent Abitur. Jeder dritte ist arbeitslos. 50 Prozent stammen aus Friedrichshain-Kreuzberg oder Neukölln
  • In 95 Prozent der Gewalt-Fälle geht es um Landfriedensbruch, Körperverletzung, Brandstiftung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte

Ich hatte ja schon mal angeführt, dass Beleidigungen häufig dem evolutionären Partnerwert betreffen:

  • „wohnt noch bei Mama“ ist noch nicht selbständig, nicht erwachsen, braucht noch die Unterstützung der Eltern, der besondere Verweis auf die Mutter verstärkt das Bild eines Kindes
  • ist arbeitslos: Hat keinen Status
  • ist ledig: Kommt nicht bei Frauen an.

Natürlich gilt weiterhin, dass sich Status nach der jeweiligen Gruppe richtet, der das Umfeld angehört. Innerhalb derer kann es auch „Cool“ sein, dass man gegen das System kämpft und sich nicht kapitalistisch verhält. Der gewalttätige Kampf gegen den Staat kann dort ebenfalls „virtue Signalling“ sein. Und das ganze kann sogar eher auf eine „Kurzzeitstrategie“ ausgerichtet sein, bei der man keine Beziehung, sondern nur Sex hat. Inwiefern dies der Fall ist wäre interessant, ob es der Verfassungsschutz auch ermittelt hat, wäre interessant.

Auch die sonstigen Kausalitätsrichtungen wären interessant: Ist „keinen Job haben“ hier Virtue Signalling oder schließen sich Leute, die keinen Job haben eher einer Szene an, die anderes Virtue Signalling erlaubt und aus der Schwäche eine Stärke hat („Ich habe keine Ressourcen, weil ich keine will und gegen das System bin, ich lasse mich nicht einordnen, sondern bleibe unabhängig und setze mich über die Regeln hinweg“). Wahrscheinlich verstärkt sich beides gegenseitig.

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94 Gedanken zu “„Linksradikale wohnen noch bei der Mutter“

  1. „Linksradikale wohnen noch bei der Mutter“

    Nein, die überwältigende Mehrheit von Menschen mit linksradikalen Einstellungen wohnt natürlich nicht bei der Mutter.

    Diese Studie behauptet lediglich, dass die Mehrheit linksradikaler Gewalttäter aus Berlin noch bei der Mutter wohnt.
    Die große Mehrheit von Menschen mit linksradikalen Einstellungen sind aber keine Gewalttäter. Manche Linksradikale sind sogar strikte Anhänger gewaltfreier Aktionsformen.

    Die Mehrheit linker Gewalttäter sind zwar linksradikal – meist Personen aus der autonomen Szene, welche schwerpunktmäßig eine linke Jugendsubkultur darstellt. Selbst in der autonomen Szene sind Gewalttäter aber nicht die Mehrheit.
    Des Weiteren gibt es unter linken Gewalttätern aber auch eine Minderheit, die von ihren Einstellungen her nicht linksradikal sind.
    Und inwieweit – falls die Ergebnisse der Studie zutreffen sollten – diese auf andere Städte/Regionen übertragbar ist, ist ebenfalls unklar.

    Studien zu Strömungen der radikalen Linken sind erfahrungsgemäß nicht selten schlampig konzipiert, beruhen oft auf geringen Kenntnissen, manchmal sind es klar Fake-Studien. Ob dies hier der Fall ist, kann ich nicht beurteilen.

    • Es ist ja definitionssache, was man als linksradikal wertet. Sie hier anscheinend antifa und co

      Meinst du, dass Berlin da einen Sonderfall bildet?

      Was wäre denn aus deiner Sicht der Grund, warum diese Art von linksradikalen „bei der Mutter“ wohnt?

      • @Christian

        Irgendwas stimmt an der Aussage von „Berlins Innensenator Frank Henkel (52, CDU)“ nicht.

        Erstens ist der genannte Zeitraum merkwürdig, er endet nämlich 2013.

        Für 2015 hingegen hier eine aktuellere Quelle:

        „Die Zahl der Gewalttaten in Berlin, die dem linken politischen Spektrum zugeordnet werden, haben sich im ersten Halbjahr 2015 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mehr als halbiert.

        Wurden von Januar bis Juni 2014 noch 263 „linke“ Gewalttaten registriert, sind es für denselben Zeitraum 2015 nur noch 122.“

        http://www.tagesspiegel.de/berlin/polizei-justiz/polizei-statistik-2015-zahl-linker-gewalttaten-in-berlin-halbiert-sich/12201754.html

        Wieso bezieht er 2017 (!) keine aktuellere Statistik mit ein?
        Das riecht förmlich nach CDU-Propaganda.

        Nächster Punkt sind die ungleichen Vergleichszeiträume:

        2003-2008: 6 Jahre
        2009-2013: 5 Jahre

        Entweder kann man 2004-2008 mit 2009-2013 vergleichen oder 2003-2008 mit 2009-2014.

        Wer sich hier der Willkür bei der Zusammensetzung bedient, macht sich bei mir sofort verdächtig.

        Gruß crumar

        • „Irgendwas stimmt an der Aussage von „Berlins Innensenator Frank Henkel (52, CDU)“ nicht“

          Würd ich auch sagen.
          Rechte Gewalttäter begehen mehr Körperverletzungen, Brandstiftungen, Sprengstoffexplosionen, Erpressungen und Räube als „Linksradikale“. Und das auch schon nach offizieller Lesart.

        • „Rechte Gewalttäter begehen mehr Körperverletzungen, Brandstiftungen, Sprengstoffexplosionen, Erpressungen und Räube als „Linksradikale“.“

          Quelle?

        • Ach mimimimimi, gefaellt dir eine Statistik nicht muss das CDU-Propaganda sein. Aber vielleicht hat er 2014 aufgehoert, weil seitdem die Polizeistatistiken vom jeweiligen Innenminister politisch korrekt gebuerstet werden.

          Ist Leszek aus Paris wieder zurueck? 😀 ROFL
          Auf Youtube gibt’s von Lauren Southern einige Paris Videos vom 1. Mai; volles Antifa Programm mit Molotw-Cocktails, Boellern, Steinen usw.

        • Ich hab die auch jahrelang klein geredet und rechte Gewalt aufgebauscht.
          Man lernte ja 13 Jahre lang in der Schule, dass dies das Richtige ist.
          Aber irgendwie zweifel ich immer mehr daran.
          Ich hab nun so viele Hoaxes gesehen was rechte Gewalt betrifft (den NSU zähle ich übrigens dazu mittlerweile) und so viele sehr glaubwürdige Aufnahmen echter Linker Gewalt, wie ich sie eben früher den Rechten angedichtet habe :-(.

        • „Laut unserem Bundesinnenminister stieg 2015 die Zahl der politisch motivierten Gewalttaten Rechter um knapp 35 % gegenüber dem Vorjahr auf gerundet 23.000 – und die der Linken um 18 % auf keine 10.000“

          Das ist die politisch motivierte Kriminalität inklusive Propagandadelikte, die es so auf der linken Seite nicht gibt. Bei den Gewaltdelikten sieht es etwas anders aus: 2015 stiegen sie gegenüber dem Vorjahr auf der rechten von 990 auf 1408, und auf der linken von 995 auf 1608.
          Quelle: Bundesverfassungsschutzbericht 2015

        • Können wir vielleicht kurz einen Exkurs über Berufsdemonstranten bzw. Demosold einschieben? (ich hab da was aufzuholen)

          Seriöse Medien tun das ja komplett als „Satire“ ab – sciencefiles schien sich hingegen recht sicher, hier keiner Ente aufgesessen zu sein:

          „46 Vereinigungen käuflicher Demonstranten, so genannte Demonstrationsprostituierte, von Arranca e.V. Kirchheim, Graswurzel Netzwerk e.V. Weimar über die JUSOS in der SPD Thüringen und die Naturfreundejugend bis zum Stadtjugendpfarramt Jena, dem Studierendenrat der Uni Jena und dem Verein zur Förderung von Demokratie und Toleranz e.V. Weimar wurden von der Landesregierung im Zeitraum vom 18. Februar 2012 bis zum 20. April 2015 für ihre Teilnahme an einer Gegendemonstration bezahlt. Insgesamt 41.263,20 Euro hat das Land Thüringen an professionelle Demonstranten verteilt, damit diese an 9 Gegendemonstrationen teilnehmen.“

          https://sciencefiles.org/2015/09/24/kaeufliche-demonstranten-41-26320-euro-vom-land-thueringen-fuer-die-richtige-gesinnung/

          Was sagt ihr denn dazu?

        • @Christian @luisman

          1. Kurz bei google books nachgeschaut und jetzt weiß ich auch, warum der CDU-Henkel diese merkwürdige Aufteilung vorgenommen hat (sonst müsste ich alle PMK-Berichte von Berlin pro Jahr einzeln durchgehen, zu viel Aufwand für diese Fälschung):

          „Bei den Straftaten mit linksextremistischen Hintergrund insgesamt stellt das Jahr 2009 mit insgesamt 4734 Straftaten Höhepunkt der Jahre 2003-2012 dar. Das Jahr 2004 war mit insgesamt 1440 Straftaten am geringsten belastet.

          Wolfgang Jochims: PMK in Deutschland 2003-2012

          Anzunehmen ist, dass sich die bundesweiten Ergebnisse auch in den Verteilungen der einzelnen Bundesländer nach Jahren finden lassen.

          Selbstverständlich, luisman, liegt der PMK-Bericht von 2015 für Berlin schon vor, wie ich berechtigt angenommen habe:
          https://www.berlin.de/polizei/verschiedenes/polizeiliche-kriminalstatistik/

          Ist aber für meine Argumentation zur Entlarvung seiner Fälschung nicht relevant.

          Hätte er das Jahrfünft ab 2011-15 genommen und verglichen mit 2006-2010, dann wäre 2009 mit den meisten Straftaten von 2003-2012 in der letzteren Gruppe vorgekommen.

          Ergo wäre seine Aussage als Propaganda-Lüge schnellstens enttarnt worden.
          Durch seine Gruppierung der Daten gewinnt seine Halbwahrheit aber wenigstens eine Anscheinsplausibilität, er ist nur saublöd bei seiner Fälschung vorgegangen.

          Merk dir das, luisman!
          Auch Fälschungen müssen akribisch geplant und durchgeführt werden. Du solltest bei der KFN in Lehre gehen, das sind besonders gewiefte Fälscher; nicht bei den Rechten, die sind zu doof. 😉

          2. Ich hatte nie große Sympathien für Autonome, Antifa etc. und habe mich demzufolge auch nicht in ihrem Milieu aufgehalten, die Wahrscheinlichkeit, dass sie bspw. bei meiner ehrenamtlichen Arbeit für Gewerkschaften auftauchten, war annähernd Null (und das empfand ich als besser so).

          Ihr habt m.E. eine falsche Vorstellung von der Linken generell.

          Die Schnittmenge von denjenigen, die in diversen Zusammenhängen sich politisch engagieren mit denjenigen, die z.B. in besetzten Häusern und für alternative Lebenskonzepte kämpfen ist nicht groß. Ich war und bin eher aus Prinzip solidarisch oder sympathisiere mit dem *Versuch*. Das heißt aber nicht, ich wollte jemals so leben. Nach kurzem Selbstversuch (besetztes Haus, Kibbuz) ist diese Lebensweise nichts für mich.
          Muss jeder selbst entscheiden.

          Man hat asdlo mit dem Klientel u.U. an der Uni zusammen studiert und ist in die gleichen Kneipen, Clubs gegangen evtl. auch gemeinsam auf Demos gewesen – und das war es.
          An der Uni waren die eher „der politische Gegner“, bei den meisten für mich relevanten politischen Aktivitäten waren sie nicht existent. Gremienarbeit mit der Antifa? Wohl kaum.
          Mit wem man aber zusammen ein Bier getrunken hat, war der/die Linke, mit dem man zusammen Bildungsseminare gestaltet oder Plakate geklebt hat und mit dem/der man zusammen ein Papier verfasste.

          D.h., wenn du fragst: „Welche Kriterien zur Abwertung genutzt werden und wie man als antifa Status aufbaut?“ kann ich dir das nicht beantworten, weil ich es nicht weiß und weil es mich – ehrlich gesagt – auch nicht interessiert.

          Gruß crumar

        • @Semikolon

          Keine Ahnung, ob die folgenden Zahlen stimmen (kann das bei bei den offiziellen Seiten jedenfalls nicht auf die Schnelle finden), aber nach den folgenden Zahlen betragen bei den rechten Straftaten ca. 70% Meinungsdelikte, die Linke entweder nicht begehen können oder halt bei Linken halt auch nicht so scharf verfolgt werden. Linker Rassismus (weißer heterosexueller Mann) wird halt nicht verfolgt und im Mainstream großflächig frei ausgelebt, während bei einer ähnlichen rechten Äußerungen man durchaus mit einem Verfahren wegen Volksverhetzung nicht ausschließen könnte.

        • @xyz
          Danke fuer die Quelle.Man sieht dass die Statistik kuenstlich aufgeblaeht wird, um Rechte als schlimmer darzustellen. Hammer und Sichel an die Wand zu malen oder Stalin/Mao zu zitieren ist weder ein Propagandadelikt, noch Volksverhetzung. Der Nazikram ist es halt per Definition. Ich halte beides fuer gleichermassen dumm, und beides dem Begriff Straftat nicht wuerdig.

          Irgendwo (Quelle finde ich grad nicht) wurde auch mal aufgelistet, dass die Polizei gehalten ist Gewaltdelikte gegen Auslaender und Sachbeschaedigung gegen deren Einrichtungen immer den Rechtsextremisten zu unterstellen, auch wenn sich herausstellt dass es gar nicht so war. Ich wuesste nicht dass die Polizei das selbe macht bei typischen Antifa Straftaten (wie z.B. Autos abfackeln).

          @crumar
          „Ich hatte nie große Sympathien für Autonome, Antifa etc.“
          „Ich war und bin eher aus Prinzip solidarisch oder sympathisiere mit dem *Versuch*.“
          „Nach kurzem Selbstversuch (besetztes Haus, Kibbuz)“
          Hoere Dir einfach mal selber zu und ich bin mir sicher Du wirst die Inkonsistenzen Deiner Aussagen erkennen. Naja, die Hoffnung stirbt zuletzt. Wuerde ich so ne Nummer bringen, wuerdest Du mich – zurecht – in der Luft zerreissen.

          Desweiteren habe ich wohl klar gemacht, dass ich den Polizeistatistiken seit einigen Jahren nicht mehr ueber den Weg traue. Selbst wenn der Betrug der SPD (Sylvester Koeln usw.) offiziell auffliegt, machen die trotzdem so weiter als ob nichts gewesen waere. Wenn jetzt ein CDUler die selbe Betrugsmasche mal versucht muss das mit Deiner Perzeption abgrundtief boese sein. Aus meiner Sicht ist der eine Sauhaufen genauso korrupt wie der andere Sauhaufen. Enjoy the decline und so…

      • „Meinst du, dass Berlin da einen Sonderfall bildet?“

        Berlin ist ein Sonderfall: hohe Kriminalität, hohe offizielle Arbeitslosenquote und ganz allgemein wäre die Nation sogar besser dran ohne – im Gegensatz zu den meisten anderen Vergleichsfällen, die min. Dank Tourismus und so unterm Strich von ihrer Hauptstadt profitieren.

        Jemand sollte eine Mauer drum bauen^^

        • Interessehalber: gibbet eigentlich jemanden hier, der sich erinnert für den Umzug Bonn-Berlin gewesen zu sein?
          Ich – damals zarte 11 Jahre alt – empfands als pure, unverständlichste Geldverschwendung.

        • Also ich würds jetzt auch nicht mehr rückgängig machen.
          Aber dumm wars rational und unter ökonomischen Gesichtspunkten betrachtet schon.

        • „Und weshalb“?

          Weil Bonn ein Symbol der alten Bundesrepublik ist, eine Erinnerung an die Zeit, als 17 Millionen Deutsche vom politischen Selbstbestimmungsrecht ausgeschlossen waren.
          Die Bonner Republik war immer als Provisorium konzipiert. Und Berlin war immer die Hauptstadt eines geeinten Deutschlands.

        • Bonn war so schön verschlafen.
          Politik und Medien weniger miteinander verhurt.
          Und den Bundestag zu Besuchen war mit 35 Minuten Busfahrt drin. (Und zum Glück waren wir weit genug weg, was auch die Bonner Beamten zu schätzen wussten und ihre Kids bewusst gen Süden zur Schule schickten, um ja ein NRW Abur zu verhindern ;-))
          Tolle Zeiten in den Rheinauen.
          Also bevor die Freundin von Bereicherern in Schäubles Sinne mit Zwangsaufsüdung beglückt wurde.

        • Die Bonner Republik hatte was gemütliches, bescheidenes.

          Und jetzt denk mal nur an das Drama um DAS neue Symbol Berlins … jüngste Schlagzeilen, gute 2000 Tage nach Verstreichen des offiziellen Eröffnungstermins:

          Mutige klicken auch regelmäßig:
          https://www.flughafen-berlin-kosten.de/

          Heulen möchte man da.

        • Berlin ist ein wertloser Haufen Abfall, der zu einer Parodie einer Hauptstadt aufgeschichtet wurde. Arm, aber scheiße. Einfach aus der Bundesrepublik werfen. Für die paar noch tatsächlich arbeitenden Menschen und Firmen könnte man Anreize schaffen, nach Deutschland zu ziehen, der Rest kann sehen wo er bleibt und die ganze „Gentrifizierung“ wieder rückgängig machen. Da freuen die sich doch, wenn wieder ordentlich Fäkalien und Spritzen in den Hausfluren rumliegen ohne, dass sich irgendein fieser Schwabe darüber beschwert. Kiezflair, nur echt mit drei Sorten sexuell übertragbarer Krankheiten.

        • Na, also^^… für Berlin gilt Ähnliches wie für die USA: hat bestimmt ein paar schöne Ecken da, das Problem sind die Einwohner 😉 … und der Senat natürlich – der übrigens schon mehrmals seit Nicht-Inbetriebnahme über ein Nachtflugverbot des BERs verhandelte. Mit sowas z.B. verdient jemand wie Frank Henkel dann sein Geld…

          Stichwort Schwaben: verwundert eigentlich, dass DIE die Füße noch so still halten angesichts des zweiten aktuellen Groß-Baudebakels (Kostensteigerung von zweieinhalb auf über zehn Milliarden… laut Planung!).

        • Bonn ist Hauptstadt geworden auf Betreiben von Konrad Adenauer, der in der Nähe wohnte und dem der Weg nach Frankfurt, dass als Sitz des ersten demokratischen gesamtdeutschen Parlamentes von 1848 nahe gelegen hätte.

          Berlin hingegen war deutsche Hautstadt von 1871 bis 1945, überwiegend in Zeiten der Diktatur. Ist aus meiner Sicht kein Pluspunkt.

        • Ich bin für Nürnberg als Hauptstadt. Ist einfach eine schöne Stadt und liegt sogar halbwegs zentral. Und in Franken gibt’s Schäufele und das beste Bier.

    • „Studien zu Strömungen der radikalen Linken sind erfahrungsgemäß nicht selten schlampig konzipiert, beruhen oft auf geringen Kenntnissen, manchmal sind es klar Fake-Studien.“

      Kannst du das auch beweisen? Ansonsten klingt das genauso wie das was Feministinnen zu Studien sagen in denen der Gender Pay Gap so gut wie nicht vorhanden ist oder z.B. auch männliche Opfer von häuslicher Gewalt einen Großteil der Opfer ausmachen.

    • Ja vielleicht sollte Leszek mal eine Definition von Linksradikal bieten.

      Ich würde darunter Linke verstehen, die ihre Vorstellungen ohne Kompromissbereitschaft gegen Andersdenkende durchsetzen wollen. Ebenso auch für Rechtsradikale.

    • > Die große Mehrheit von Menschen mit linksradikalen Einstellungen sind aber keine Gewalttäter.

      Und aus welcher seltenen, nicht-schlampigen Nicht-Fake-Studie wissen wir das?

  2. Das mit „bei Mama wohnen“ ist im wesentlichen eine Folge der Hartz-Regelungen für Unter-25-Jährige, die praktisch einer Entmündigung junger Erwachsener gleichkommt
    Wir Alten konnten ja als junge Revoluzzer noch Eltern und Staat den Finger zeigen indem wir mit 18 auszogen und frech zum Sozialamt gingen.
    Das geht heute gar nicht mehr. Ein höchst effektiver Schlag gegen jugendliche Protestkultur der damals ohne grossen Widerstand durchgezogen wurde.
    Und anstatt sich wieder ihre vollen Rechte zu erkämpfen, lassen diese jungen Deppen sich von der Genderia als lila Pudel im Kampf für Unisex-Toiletten instrumentalisieren … sie verdienen es nicht anders.

      • Ach, tu doch nicht so scheinheilig, alter Sozial-Darwinist. Als ob Arbeit in Hülle und Fülle verfügbar wäre.
        Wir haben damals zwischendurch auch immer mal wieder Jobs gemacht, als man auch als Hiwi noch halbwegs was verdienen konnte, und es gab bezahlbaren Wohnraum.
        Auf den jungen Revoluzzer von heute warten nur unbezahlbare Wohnungen und unbezahlte Praktikanten-Stellen. Jeder Versuch auszubrechen führt da in Obdachlosigkeit.

        • Ne, Chris, Du bist hier derjenige der gern auf zwei Hochzeiten tanzt und sich nicht recht entscheiden kann ob er sozial oder sozial-darwinitisch tendiert.
          Oben schreibst Du noch Sätze wie „Ich hatte ja schon mal angeführt, dass Beleidigungen häufig dem evolutionären Partnerwert betreffen“, wo man dann denken könnte dass Du über rohe Selektion hinausdenkst, und weiter unten reagierst Du dann mit primitivem Beissreflex gegen Leute ohne Arbeit.
          Vor Hartz hatte man als junger Mensch noch das Recht auf ein eigenständiges Leben mit Essen und Dach über Kopf. Heute wird einem das doppelt abgesprochen. Es ist nicht mehr verfügbar und man hat auch kein Recht mehr drauf. Wer sich politisch motiviert querstellt landet in der Obdachlosigkeit, und wer bereit ist sich zu unterwerfen ebenfalls. Da muss man ja bei Mutti bleiben.
          Mir ist das immer noch schleierhaft wie an sich intelligente Leute wie Du die dratischen Folgen von Rationalisierung, Robotisierung, Globalisierung etc. auf den Arbeitsmarkt komplett ausblenden und sich dem reaktionären Arbeitslosen-Bashing hingeben können a la „Schon fies, wenn man jetzt arbeiten muß „.

        • @Christian

          Es gibt einen guten Grund, warum es einmal besetzte Häuser gab; selbst als die regulär Miete zahlten, bekam man ein WG Zimmer für 100 DM in Berlin.
          Der sonst übliche Satz waren 300 DM.
          Wer Altbau nahm mit Dusche in der Küche und WC auf der halben Treppe konnte aber billiger wohnen.

          Diese ganze „Romantik“ der schönen Altbauten in Zentrumsnähe oder in *heute* schicken Vierteln existiert noch nicht so lange, wie du anscheinend glaubst. Vor einer Renovierung heizte man im Winter eher nach außen und nach oben. Unter der 3,80 hohen Decke war es schön warm…

          Der Prenzlauer Berg in Berlin war mal ein „Nachtjacken-Viertel“, wie mein Vater zu sagen pflegt.
          Heute parken da die Audi TT und Borsche Boxster in zweiter Reihe.

          Die legendären „Gentrifizierungsprozesse“, also der Rückzug der Menschen, die vormals die „Speckgürtel“ bevölkerten in die Innenstadt hat sowohl ärmere Menschen an die Außenränder gedrängt, als auch für jüngere Menschen den Wohnraum exorbitant verteuert.
          Viele sind z.B. gezwungen von Kreuzberg – einem heutigen Hip-Viertel – nach Neukölln oder Wedding zu ziehen aus eben diesem Grund.

          Nächster Punkt: Schüler-BAföG gibt es so gut wie gar nicht mehr, Studenten-BAföG immer weniger.
          M.W. ist der Höchstsatz des letzteren bei 740 Euro.
          Es war früher durchaus realistisch, die Differenz zwischen dem BAföG und den realen Lebenshaltungskosten in den Semesterferien zu erarbeiten.
          Um so teurer die Mieten, desto schwieriger wird das.

          Aus diesem Grund reagiere ich persönlich auch so allergisch auf Beschimpfungen a la „Hotel Mama“.
          Hier wird mal wieder den Individuen die Schuld für Verhältnisse übereignet, für die sie nichts können.
          Die – ganz im Gegenteil – staatlich so hergestellt werden.

          Man kann sich als Jugendlicher für das Gut der Selbstständigkeit einschränken und bescheiden (s.o.).
          Aber irgendwann wird das einfach unrealistisch, weil es nicht zu bewerkstelligen ist.
          Dies dann den Jugendlichen als „freiwillige“ und „faule“ Entscheidung unterzujubeln ist infam.

          Gruß crumar

        • @ crumar
          „Prenzlauer Berg in Berlin war mal ein „Nachtjacken-Viertel“, wie mein Vater zu sagen pflegt.
          Heute parken da die Audi TT und Borsche Boxster in zweiter Reihe.“

          Gut so. Ein Beleg dass es noch genügend wohlhabende Menschen gibt.

          „Viele sind z.B. gezwungen von Kreuzberg – einem heutigen Hip-Viertel – nach Neukölln oder Wedding zu ziehen aus eben diesem Grund.“

          Warum sollten Leute ohne viel Geld auch die exklusiven und nachgefragten Innenstadtwohnungen bewohnen sollen?

          „Studenten-BAföG immer weniger.“

          Gut so. Bafög hat dazu geführt, dass es immer mehr Studenten gibt, diese vorzugsweise Blödsinn – Sozialwissenschaften – studieren und damit Ihre Pubertät um Jahre ausweiten.
          Studiengebühren fürs Sozialwissenschaften sind längst überfällig.

          „Aber irgendwann wird das einfach unrealistisch, weil es nicht zu bewerkstelligen ist.“

          Es ist zu bewerkstelligen. Wenn man natürlich verwöhnt ist und unrealistische Ansprüche stellt…

        • „Warum sollten Leute ohne viel Geld auch die exklusiven und nachgefragten Innenstadtwohnungen bewohnen sollen?“

          Weil sie das Bedürfnis dazu haben. Das reicht.

        • @vorhergehende

          Als Nicht-Berliner ist für euch natürlich schwer vorstellbar, dass die architektonische Aufteilung in Vorderhaus und Hinterhäuser in Berlin den Zweck hatte, eine räumliche Segregierung von reich und arm zu verhindern.
          D.h. es war der Versuch, Menschen unterschiedlicher sozialer Schichten gemeinsam wohnen zu lassen.

          „Warum sollten Leute ohne viel Geld auch die exklusiven und nachgefragten Innenstadtwohnungen bewohnen sollen?“

          Weil Dank dieses historischen Versuchs Pariser Verhältnisse nicht entstanden sind, dass ärmere Menschen in die Peripherie der Stadt abgedrängt werden, mit a. den negativen Folgen, die die Entstehung solcher Banlieus mit sich gebracht hat.
          Und b. machen diese Menschen mit Kaufkraft in der Regel genau die Berliner Szene in kürzester Zeit zunichte, deretwegen sie in diese Viertel gezogen sind (die Ironie des Schwabentums).

          Es entstehen sozial homogene Milieus, wie das am Prenzlauer Berg, in denen es von Genderisten nur so wimmelt.
          Diese Klientel wird auch nicht mit der Nase auf schiefe soziale Verhältnisse gestoßen, die nicht der eigenen Bauchnabelschau entsprechen, weil sie in ihrem Stadtteil nicht existieren.

          Gruß crumar

        • „Bafög hat dazu geführt, dass es immer mehr Studenten gibt, diese vorzugsweise Blödsinn – Sozialwissenschaften – studieren und damit Ihre Pubertät um Jahre ausweiten.“

          Noch so’n Klischee und ich fall um.

          Ich bin so ein BAFöG-Höchstsatz-Empfänger – und hab Ingenieurswissenschaften studiert, eine Chance, die ich, Sohn eines Arbeiters, der 6 Mäuler zu stopfen hatte, ohne BAFöG nie gehabt hätte.

          Sozialwissenschaften werden überwiegend von Frauen „studiert“ und – ich bin sicher – da bestimmt auch eher von den Sprösslingen höherer Einkommensschichten.
          Wer schon als Kind gelernt hat, sich nach der Decke zu strecken, der studiert keine brotlose Kunst und beeilt sich, weil er nämlich oft genug auch mit BAFöG noch den Eltern auf der Tasche liegen muss.

          Aus welcher Klasse kommst Du eigentlich, wenn Du so eine dicke Lippe riskierst?

          Ach ja, ich hatte zusätzlich noch das Glück, BAFöG nur auf Volldarlehen bezogen zu haben. Ich durfte 25 kDM in meinen ersten Berufsjahren, noch dazu als junger Vater, zurückzahlen. Das war verdammt hart.

      • »Schon fies, wenn man jetzt arbeiten muß wie die Eltern um ohne bei denen zu wohnen protestieren zu können«

        Wenn man gegen ein System demonstrieren will, dass auf Erwerbsarbeit basiert, dann ist das tatsächlich fies. Ein System, in dem Du Erwerbsarbeit leisten musst, um die Ressourcen zu besitzen, um gegen das System zu demonstrieren, ist relativ stabil gegen eben solche Störungen.

        Entweder die Demonstranten haben nicht genug Ressourcen: Dann grenz sie als Regierung aus, mit sozialem Druck: Hartz-IV-Faulpelze und Bei-Hotel-Mama-Wohner. So finden sie meist nur spärliches Gehör außerhalb ihrer Leidensgenossen. Und diese Leidensgenossen haben wie gesagt nicht die Ressourcen, um gegen das System zu protestieren. Andere Gruppen suggeriere man Angst um Ressourcen: „Seht nur: Die Faulpelze lassen es sich auf eure Kosten gut gehen.“

        Oder bringt sie als Regierung dazu, im System zu leben. Wer über Erwerbsarbeit (und Networking) genug Ressourcen beschafft, um relativ effektiv Protest bekunden zu können, der muss mit Risiken wie Statusverlust und Ressourceneinschränkung rechnen. Zumindest wenn er zu offensiv gegen das System zieht. Im ärgsten Fall fällt die Person von dieser Gruppe in die sozial geächtete und verliert Status und Ressourcen. Im anderen Extrem verliert die Person sämtliche Motivation gegen das System zu ziehen. Schließlich hat man es ja auch geschafft und wieso soll es anderen dabei besser gehen?

        »Und mein Kommentar richtet sich nicht gegen Leute ohne Arbeit oder solche, die keine finden, sondern gegen Leute, die meinen, dass der Staat (=andere Leute, die Arbeiten) oder ihre Eltern mit deren Arbeit ja für sie zahlen können.«

        Dein Kommentar richtet sich an einen bestimmten „Genotyp“: Mensch, der sich parasitär aushalten lässt. Der lässt sich aber nicht fehlerfrei über den „Phänotyp“ – Mensch, der nicht arbeitet – erschließen. Daher hab ich das Gefühl, crumar und Du reden aneinander vorbei.

        • „Wenn man gegen ein System demonstrieren will, dass auf Erwerbsarbeit basiert, dann ist das tatsächlich fies. Ein System, in dem Du Erwerbsarbeit leisten musst, um die Ressourcen zu besitzen, um gegen das System zu demonstrieren, ist relativ stabil gegen eben solche Störungen.“

          Es erscheint mir wenig konsequent, wenn man dann seine Eltern arbeiten lässt.
          Wie soll es denn außerdem sonst gehen? Gibt es überhaupt ein System, dass nicht auf Erwerbsarbeit beruht?

          Warum sollte die Gemeinschaft denn überhaupt verpflichtet sein einem Ressourcen zu geben,die andere durch Erwerbstätigkeit erworben haben?

          Ernsthaft: Was genau soll dazu denn die alternative sein abseits einer Ausgliederung aus der Gesellschaft und einem Rückzug in eine urtümliche Gesellschaft, in der man als Jäger und Sammler lebt und sich selbst versorgt?

        • »Es erscheint mir wenig konsequent, wenn man dann seine Eltern arbeiten lässt.«

          Oder seine Freunde. Und Bekannte, die man einigermaßen leiden kann. So etwas nennt man dann Revolution, oder nicht? Sobald man eine scheinbar bessere Alternative hat und die Leute davon überzeugt.

          Aber klar, gibt es hier viele Trittbrettfahrer vom Schlage „Man müsste mal …“ Stammtische gibt’s auch bei den extrem Linken 😉

          »Warum sollte die Gemeinschaft denn überhaupt verpflichtet sein einem Ressourcen zu geben,die andere durch Erwerbstätigkeit erworben haben?«

          Mir fallen zwei Gründe ein.

          Solidargemeinschaft. Kinder, Alte, Schwache und Gebrechliche, Veteranen (Senioren) und Versehrte … Ich weiß, das sind nicht unbedingt die, die Du im Kopf hast. Das beruht allerdings auf zwei Gegebenheiten, die heutzutage arg wackeln.

          (1) Respekt innerhalb der Gemeinschaft den anderen gegenüber. Vor allem von Seiten der „Ausgehaltenen“ gegenüber den „Erwerbern“. Dazu gehört in aller erster Linie die Erkenntnis, dass sie einen aushalten. Und dürfte der Hauptpunkt Deiner Aussage sein. Aber auch Respekt von den „Erwerbern“ gegenüber den Ausgehaltenen, nicht komplett über sie zu bestimmen. („Solange Du Deine Füße unter meinen Tisch stellst, …“)

          (2) Gemeinschaftssinn. Weil die Person zu meinem Team / Stamm / etc. gehört. Im besten Fall trägt die Person Werte bei, die nicht durch Produktivität und Erwerbsarbeit als solche gemessen und optimiert werden können. Z.B. Pflege und Kultur (z.B. Theater). Vielleicht widersprechen ihre Ansichten den eigenen, erweitern aber dennoch den eigenen Horizont.

          Allerdings … keine Gemeinschaft ist dazu verpflichtet. Dann kriegt jeder die Euro, die man in die Sozialkassen einzahlt in die eigene Tasche. Und es obliegt den eigenen sozialen Kompetenzen, sich für Alter und Unfall etc. abzusichern. Dadurch wird schon mal niemand ausgehalten, den man nicht kennt und den man nicht leiden kann.

          Die Frage ist, was macht man mit Verlierern eines solchen Systems? Die wird es gemäß Power-Law-Verteilung durchaus geben. Wegschauen? Aushalten? Ausgliedern? Auslöschen?

        • „Es erscheint mir wenig konsequent, wenn man dann seine Eltern arbeiten lässt.
          Wie soll es denn außerdem sonst gehen? Gibt es überhaupt ein System, dass nicht auf Erwerbsarbeit beruht?“

          Na klar: Kommunismus. 🙂

          „Was genau soll dazu denn die alternative sein abseits einer Ausgliederung aus der Gesellschaft und einem Rückzug in eine urtümliche Gesellschaft, in der man als Jäger und Sammler lebt und sich selbst versorgt?“

          Manche halten ja ein bedingungsloses Grundeinkommen für die Alternative zur Erwerbsarbeit, aber auch da müssen erstmal Menschen arbeiten, um Güter zu produzieren, die dann von den arbeitslosen Grundeinkommensbeziehern konsumiert werden können.

          • „Na klar: Kommunismus“

            Gerade nicht:

            „Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seiner Leistung“
            bzw
            Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen!“

            Der Kommunismus hasst Leute, die schmarotzen. Sie landen dort dann eben in Umerziehungslagern oder werden eingeteilt.

            https://de.wikipedia.org/wiki/%C2%A7_249_StGB_der_DDR

            § 249. Beeinträchtigung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit durch asoziales Verhalten.

            (1) Wer das gesellschaftliche Zusammenleben der Bürger oder die öffentliche Ordnung und Sicherheit beeinträchtigt, indem er sich aus Arbeitsscheu einer geregelten Arbeit entzieht, obwohl er arbeitsfähig ist, wird mit Verurteilung auf Bewährung, Haftstrafe oder mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren bestraft.

            (2) Ebenso wird bestraft, wer der Prostitution nachgeht oder in sonstiger Weise die öffentliche Ordnung und Sicherheit durch eine asoziale Lebensweise beeinträchtigt.

            (3) In leichten Fällen kann von Maßnahmen der strafrechtlichen Verantwortlichkeit abgesehen und auf staatliche Kontroll- und Erziehungsaufsicht erkannt werden.

            (4) Ist der Täter nach Absatz 1 oder 2 oder wegen eines Verbrechens bereits bestraft, kann auf Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren erkannt werden.

            (5) Zusätzlich kann auf Aufenthaltsbeschränkung und auf staatliche Kontroll- und Erziehungsaufsicht erkannt werden.

        • @ Christian

          „Der Kommunismus hasst Leute, die schmarotzen. Sie landen dort dann eben in Umerziehungslagern oder werden eingeteilt.“

          Nicht im echten Kommunismus. Da ist alles ganz anders. 😉

          • @jc Denton

            Auch so etwas, was die meisten theoretischen Kommunisten wahrscheinlich nie bedenken. die gehen meist davon aus, dass alle glücklich an einem Strang für das kommunistische Gemeinwohl kämpfen und niemand aus der Reihe tanzt oder Stöcke dazwischen wirft, weil er dann selbst einen Vorteil hat.
            Dann mag so etwas klappen.
            wir sind eben keine Ameisen.

        • @ Christian

          Ich denke nicht, dass die menschliche Natur selbst dem Kommunismus im Wege steht. Es ist ja durchaus theoretisch ein Zustand denkbar, in dem alle wesentlichen materiellen Bedürfnisse ohne Arbeit befriedigt werden können. Das ist eine Frage der vorhandenen Technologie, des Kapitals und der Rohstoffe sowie der Bevölkerungszahl. Problematisch wird es erst bei immateriellen (Sex, Status) oder kollidierenden (begehrte Wohnorte: „Haus am Strand“) Bedürfnissen.

          • @JC Denton

            Was sind denn „Alle materiellen Bedürfnisse“`? Das umfasst ja dann schnell auch das neuste Iphone oder die Louis Vitton Tasche. Materielle Bedürfnisse sind eben auch auf Status ausgerichtet.
            Und wegen der fehlenden Wettbewerbsfähigkeit zum einen und dem Umstand, dass er Luxusartikel als Bedürfnis gar nicht erfassen kann wird der Kommunismus da immer ein Defizit haben.

        • @ Christian

          „Was sind denn „Alle materiellen Bedürfnisse“`? Das umfasst ja dann schnell auch das neuste Iphone oder die Louis Vitton Tasche. Materielle Bedürfnisse sind eben auch auf Status ausgerichtet.“

          Alle WESENTLICHEN materiellen Bedürfnisse wie Nahrung, Kleidung und Wohnung in der Standardausführung.

          „Und wegen der fehlenden Wettbewerbsfähigkeit zum einen und dem Umstand, dass er Luxusartikel als Bedürfnis gar nicht erfassen kann wird der Kommunismus da immer ein Defizit haben.“

          Entweder muss den Menschen das Bedürfnis nach Luxusartikeln (=Güter, die nicht jeder haben kann bzw. Wünsche, die nicht jedem erfüllt werden können) ausgetrieben oder ein Verteilmechanismus eingerichtet werden. Dieser Mechanismus muss logischerweise auch Verlierer produzieren, und solange er nicht auf Zufall beruht, auch Konkurrenz/Konflikte. Unglückliche Menschen wird es also auch im Kommunismus geben, aber vielleicht lösen ja Drogen dieses Problem?

        • Vielleicht könnte man sich den Kommunismus als ein üppiges bedingungsloses Grundeinkommen in Kombination mit der weitgehenden Automatisierung der Arbeitswelt vorstellen. Die Vergesellschaftung der Produktionsmittel ist dazu wahrscheinlich nicht nötig.

        • „Wenn man gegen ein System demonstrieren will, dass auf Erwerbsarbeit basiert, dann ist das tatsächlich fies.“

          Auf was soll es denn sonst basieren? Auf Facebook likes oder retweets? Ich habe den Eindruck dass das fast schon so ist; besonders gelikte bekommen einen Nichtstu-Job in einer SPD-nahen Stiftung.

          Das Fiese finde ich ist dass man den Befaehigten, die arbeiten, massiv Geld abknoepft und die Nicht-Befaehigten und Unwilligen in Sozialwohnungen sperrt und mit Aldi-Futter abspeisst. Ich wuerde denen die man in der Wirtschaft nicht braucht oder die keine Lust zum Arbeiten haben sagen: Hier hast Du 1000qm Acker, da stehen 20 Baeume die Du faellen kannst um ne Huette zu bauen, da stehen 3 Sack Saatgut, ne Muttersau und ein paar Huehner. Sieh zu wie du rumkommst.

          Bzgl. Solidargemeinschaft und Gemeinschaftssinn: Dafuer brauchte man zigtausend Jahre lang keinen Staat, sondern eine Familie und natuerlich gewachsene Gemeinschaften. Die letzteren versucht man seit den 70’ern systematisch zu zerstoeren, mit dem Ziel jeden Einzelnen vom Staat abhaengig zu machen. Selbstzerstoerung muss man halt moegen 😉

      • Ne, fies ist, das faktisch kein H4 Empfänger über ein paar Tage irgendwohin vereisen kann um gegen irgendwas zu demonstrieren.
        Und charakterlos ist …
        Aber das muss ich ja bestimmt nicht erklären.
        Perlen vor die und so.

        • @verstandistkeinerda

          https://www.urlaubsguru.de/reisemagazin/hartz-iv-urlaub/

          Grundsätzlich können Erwerbslose 6 Wochen im Jahr Urlaub nehmen, wobei sie in dieser Zeit 21 Tage finanziell unterstützt werden. Ab dem 22. Tag Ortsabwesenheit kann es sein, dass Leistungen gekürzt werden.

          Das heißt konkret: Wer länger als drei Wochen Urlaub am Stück macht, bekommt nur Geld für drei Wochen ausgezahlt, eine vierte Urlaubswoche wird nicht unterstützt. Man sollte also unbedingt darauf achten, dass man wirklich höchstens 21 Tage am Stück weg ist. Die bei den meisten üblichen 14 Tage sind also gar kein Problem. Wer länger als 6 Wochen am Stück weg ist, bekommt sogar schon in den ersten drei Wochen, die im Normalfall unterstützt werden, kein Geld. Das ist ganz schön tricky. Allerdings bedeutet diese allgemeine Urlaubsregelung nicht, dass die Ortsabwesenheit für den geplanten Zeitraum auch garantiert vom Sachbearbeiter bestätigt wird. Hartz-IV-Empfängern steht letztendlich kein rechtssicherer Anspruch zu.

          für einen Tag an einer Demo teilnehmen erscheint mir noch unproblematischer. Merkt ja noch nicht einmal jemand. Und zur Not teilt man mit, dass man in der Stadt persönlich eine Bewerbung abgeben wollte und macht das dann auch.

        • Ich hab übrigens noch nie irgendwo gegen irgendwas demonstriert. Und ich war auch nur einmal in meinem Leben beim Arbeitsamt um für ein paar Monate – das Ende war bereits absehbar – Arbeitslosengeld I zu beantragen. Vor der Einführung von Hartz IV war das. Ich werde tun was immer ich tun muss um zu verhindern, jemals bei der „Agentur“ aufzuschlagen, das ist mal sicher.

  3. Na, das erklärt zumindest, warum die so wenige Skrupel haben, Andersdenlenden lebenswichtige Infrastruktur zu zerstören. Auto und Haus anzünden, die Fenster einschlagen, Farbbeuztel schmeissen, Kinder und Partner einschüchtern und mit Gewalt angehen.
    Die haben nie für soetwas arbeiten müssen, haben noch nie für Kinder sa sein müssen, kennen deren Nöte nicht und haben auch wohl noch keine Partnerschaftlichen Verluste hginnehmen müsssen. Insbesonders, wenn sich ein Partner verflüchtight, weil der Gegenpart ständiger ungerechter , niederträchtiger Angriffe ausgesetzt ist.

    Ich werd nie verstehen, wieso linke Linke sich für gut halten , Wenn ich deren Verhalten in der politischen Auseinandersetzung betrachte, kann ich nur Worte wie: gemein, hinterhältig, niederträchtig, butal, bösartig, verlogen, doppelmoralisch, …. etc pp. verwenden, um das angemessen zu beschreiben.

    • „kann ich nur Worte wie: gemein, hinterhältig, niederträchtig, butal, bösartig, verlogen, doppelmoralisch, …. etc pp. verwenden“

      Ja, das sind ganz schön „linke Gesellen“, diese Linken 😉

      Wobei mich die Verschubladung ja schon irgendwie nervt. Jeder der sich einer bestimmten Ideologie, Bewegung oder Partei hundertprozentig zugehörig fühlt, sollte mit ordentlich Skepsis bedacht werden, denn meistens fehlt da der Intellekt. Schon deshalb, weil links und rechts subjektiv, themenabhängig und viel zu ungenau definiert sind.

      Eigentlich kann man immer nur zu einer Sachfrage eine konkrete Position vertreten.

      Oder kurz: die „Linken“ die du so wahrnimmst, sind die Cretins, die an jeder Ideologie dran kleben. Das linke Spektrum wurde in letzter Zeit auch ordentlich ausgewaschen, da sind nur noch die Hundertzehnprozentigen übrig, die medialen Krakeeler in ihrer Parallelwelt und die wenigen die anderer Meinung sind, aber sich nicht mehr trauen sie zu sagen. Die anderen sind alle längst „Nazi“.

      • Man sollte die geistigen Brandstifter an den Schreibtischen und Lehrpulten in den Amtsstuben und den Redaktionen nicht die Verantwortung absprechen, weder im Herbeiführen, noch im Verharmlosen.

        Gruß vom Hippie-Nazi!

        • Es wird wie immer sein: die meisten sind zu wichtig und können nicht so leicht ersetzt werden. So war es nach den Nazis und so war es nach der DDR.

          Aber es wäre schon sehr befriedigend, wenn wenigstens der mediale Sektor ein bisschen entrümpelt würde, dort treiben sich zuviele m.E. vollkommen Unverantwortliche und Irre herum.

    • Schön.

      freut mich immer, wenn einer die Alten zitiert, eine Fundgrube.

      Zum Thema selbst, im Prinzip sind ob links rechts, die meisten zu Gewalt neigenden Unterprivilegierte. Das ist in allen Kulturen so. Das es meist Männer sind ist klar, da in wohl kaum einer Kultur Frauen unterprivilegiert sind. Sie haben nicht die Probleme wie Männer sich einen Platz in der Gesellschaft zu erkämpfen.

      Frauen beschäftigen sich anderen mit anderen Dingen,

      „Women scream and run around
      To dance upon the battleground
      Like wild demented horses“

      oder so.

      ist zwar nicht von Goethe, aber auch schön.

    • Ich glaube nicht, dass Linksradikale schwach sind. Wirklich schwache Menschen, die tatsächlichen Verlierer, begehren nicht auf. Revolutionen wurden in der Menschheitsgeschichte immer von einer kleinen, relativ gut gestellten, intellektuellen Elite initiiert und befeuert, die sich vor allem durch ihren Narzissmus auszeichnet.

  4. J. Peterson erwähnte mal, dass es eine unglaublich hohe Korrelation zwischen dem sog. GINI Koeffizienten und Gewaltbereitschaft in v.a. jüngeren Bevölkerungsschichten gibt.

    Siehe z.B. diesen Artikel:
    „Dem entspricht es, wenn der so genannte GINI-Index, ein weiteres statistisches Maß für die Gleichverteilung von Einkommen, herangezogen wird: Im weltweiten Vergleich steht Deutschland in den letzten Jahren relativ gut da, mit Werten zwischen 25 und 30, nur ganz wenige Staaten (v.a. in Skandinavien) sind „gleicher“ in ihrer Einkommenstruktur, die meisten erheblich ungleicher (Quelle: CIA world factbook).

    Was ist dran an der Behauptung, ungleiche Verteilung führe zu Gewalt?
    Dies ist in der Tat in der weltweit vergleichenden Kriminologie ein beobachtbarer Zusammenhang: Tendenziell führt eine ungleiche Verteilung, ein eklatanter Abstand zwischen arm und reich, auch zur vermehrten Gewalttätigkeit, Südafrika (GINI: 65) Brasilien (GINI: 56) sind Beispiele, auch USA (GINI:45) und Russland (GINI:42) haben ein sehr viel höheres Maß an Gewalt zu verkraften als Nord- und Westeuropa.

    Aber es kommt dabei nicht nur auf „gerechte“ Einkommensverteilung an, sondern auch auf Bildungs- und Aufstiegschancen. Wer in einer Wohlstandsgesellschaft einen größeren Anteil der Bevölkerung quasi vom Wohlstand ausschließt und auch für die Kinder kaum Chancen bereithält, der darf sich tatsächlich nicht über steigende Gewalt wundern. “

    Jemand, der vom Temperament her links ist und einen IQ von 100 hat, hat in unser Gesellschaft wenig Aussichten auf langfristigen Status.
    Da scheinen Kurzzeitstrategien verlockender.

      • Das liest man schon seit Jahren. Die „Elends“gebiete Deutschlands liegen dabei aber vor allem im Osten und in NRW, in Gegenden also, die regelmäßig Links/SPD/Grün wählen und/oder die reich an „Fachkräften“ aus dem islamischen Kulturkreis sind.

        • „Das liest man schon seit Jahren“

          Das kann wohl seit Jahren als Fakt gelten.

          Für den Rest deines Posts müsstest du aber noch die Richtung der Kausalität begründen.

          • „Das kann wohl seit Jahren als Fakt gelten.“

            Keine Ahnung. Eine Verelendung der BRD sehe ich jedenfalls nicht.

            „Für den Rest deines Posts müsstest du aber noch die Richtung der Kausalität begründen.“

            Kausalität habe ich nicht.
            Ich stelle einfach mal in den Raum, dass Migranten aus dem islamischen Kulturkreis eher in sozialen Brennpunkten als in Villenvierteln leben (und das bereits in der vierten Generation) und dass sozialdemokratische Wirtschaftspolitik eher den Mangel verwaltet als die Wirtschaft zu stärken.

          • Gerade in Deutschland ist das Gefälle von traditionell SPD/Grün geführte vs traditionell CDU/FDP geführte Länder so auffällig, dass man sich fragt wieso nciht alle CDU/FDP wählen.
            Eigentlich müssten sich alle in Deutschland an Bayern ein Vorbild nehmen.

    • „Jemand, der vom Temperament her links ist und einen IQ von 100 hat, hat in unser Gesellschaft wenig Aussichten auf langfristigen Status“

      Ach was, er kann auch auch als linker ein Arbeiter sein und gutes Geld verdienen.
      Das sollte sich eigentlich nicht ausschließen.
      Linke gibt es nun wirklich in allen Bereichen

      • Ach, du nu wieder. Dass selbst von dir immer wieder „Aber es gibt auch Frauen über 1.80m“ kommt, finde ich wirklich erstaunlich.

        Die stärkste Korrelation zwischen politischer Ausrichtung und den Big Five ist:
        Linke haben hohe Werte in Openness und niedrige in Conscientiousness.
        (Sie sind also neugierig und kreativ, aber nicht sehr ordentlich oder fleißig)
        (zum Beispiel Quelle)

        Um aus Neugierde und Kreativität eine Karriere zu machen, brauchst du aber auch Intelligenz.

        Das ist bei einem IQ von 100 eher schwierig.

        Lohnenswert zu dem Unterschied auch diese Podiumsdiskussion:

  5. Ehrlich gesagt, wundert es mich ein wenig. Der harte Kern der linksradikalen Szene, die ich in meiner Jugend in den 90igern und 00-ern im Osten kennenlernte, war eher so der Typ „von zu Hause abgehauen“.

    Zumindest äußerlich. Heruntergekommen, oft stinkend und besoffen, mit vielen Hunden, bettelnd und pöbelnd in der Innenstadt, wohnhaft meist in besetzten Abbruchhäusern. Sehr MadMax mäßig.

    Allerdings halt nur der harte Kern, das Spektrum reichte weit ins bürgerliche, ich war sogar mal mit einem „Linksextremen“ befreundet, der mit mir das Abitur machte.

    Inwieweit die gewalttätig waren, weiß ich nicht. Damals griffen die noch nicht alles an, sondern das blieb schön in der extremen Szene. Skinheads gegen Punks sozusagen. Uns Normalos hat das weniger interessiert, die Skins und später die Hooligans galten als aggressiver und gefährlicher. Aus dem Weg ist man aber allen gegangen.

    Dass Gewalttätigkeit besonders bei jungen Single-Männern ohne Verantwortung auftritt, wundert mich nicht die Bohne. Dürfte in rechten Kreisen nicht anders sein.

    Emotional kann ich das sogar nachvollziehen. Persönlicher Frust, der sich in der Peergroup auf einen externen Feind hochschaukelt, oft vollkommen irrational und destruktiv. Sehr tierhaft. Sehr wild. Sehr rücksichtslos. Ich habe da einiges erlebt, was mich verwirrt hat. Von Jugendlichen die die Sitzpolster in der Bahn aufschlitzten, Skindheads die ihr Bier in den Kinderwagen eines Schwarzen kippten, ein „normaler Jugendlicher“ der einen Obdachlosen zusammengeschlagen hat usw.

    Mit dem Alter gibt sich das dann, entweder die gehen bei irgendeiner Aktion drauf, landen im Knast oder fangen sich irgendwie.

    • Nachtrag: meines Erachtens gehen Männer heute zu spät ins echte Leben und sie werden dort auch nicht mehr selbstverständlich aufgenommen.

      Es fehlen bindende Rituale, die den jungen Männern Respekt entgegenbringen und im Gegensatz Verantwortungsübernahme einfordern.

      Es gibt (für Frauen auch, aber auf andere Weise) kaum etwas Destruktiveres, als Arbeitslosigkeit. Bei Männern ist diese fast zwangsweise mit frustrierendem Single-Dasein verknüpft. Aber auch das Leben als Student, mit Mitte zwanzig fast mittellos, ohne praktische Erfahrung, ohne gesellschaftliche Wertschätzung, Bittsteller bei Profs, Eltern und Unternehmen ist nicht gerade erbaulich und sorgt für manchen gestörten Charakter.

      • »Es fehlen bindende Rituale, die den jungen Männern Respekt entgegenbringen und im Gegensatz Verantwortungsübernahme einfordern.«

        Das dachte ich letztens bei dem Beitrag „Wie ich über das Nachdenken …“ — solche Rituale sind für den Übergang von Junge zu Mann im Hinblick auf Verantwortungsübernahme und „Aushalten können“ in vielen Kulturen anzutreffen und geradezu verpflichtend.

        Gibt’s da auch Beispiele für Frauen, die einen solchen Übergang symbolisieren? Abgesehen von Geburt und Menstruation?

        • Ich denke da ist/war es oft die Ehe. Da Frauen ja schon immer gerne jung verheiratet wurden, brauchte man für sie vermutlich nichts anderes.

          Männer konnten ja eigentlich erst dann „unter die Haube“, wenn sie ihre Familie auch ernähren konnten. Also zeitigstens nach einer Lehre, spätestens nach der „Walz“ oder etwas Vergleichbarem.

          Die Lehrzeit war auch damals schon kein Zuckerschlecken („Lehrjahre sind keine Herrenjahre“ usw.) aber sie begann halt i.d.R. schon viel zeitiger im Leben, war kürzer und wurde vermutlich oft durch Rituale aufgewertet und jeder wusste: wenn ich da durch bin, bin ich vollwertig und kann heiraten.

          Auch waren damals im Alltagsleben alle noch ganz anders gefordert und eingespannt. Man hing nie in der Luft, gebraucht wurde jede Hand.

          Man neigt leicht dazu, diese Zeit zu romantisieren, obwohl sie knüppelhart war. Fakt ist aber auf jeden Fall: mit der Industriealisierung wurde alles ordentlich auf den Kopf gestellt und einiges sollte man wohl noch nachjustieren…

  6. Psychologisch ist das für mich alles ganz verständlich. Das sind Leute, die Grund haben, frustriert zu sein; aber was mich erschreckt, ist die Gewaltbereitschaft, und die unbedingte Überzeugung, im Recht zu sein, und gleichzeitig sich niemandem gegenüber zu legitimieren zu haben. Wir tun was wir wollen, gegen das Schweinesystem und seine Bullen.

  7. Was ich mich bei solchen Erhebungen immer frage ist: Wie wird denn festgestellt, ob eine Straftat links- oder rechtsradikal motiviert ist? Fragen die den Täter? Oder gibt es einfach eine Liste und wenn mindestens 3 Punkte erfüllt sind, gilt die Tat als eingruppiert? Also Antifa-Aufnäher, besoffen und Auto angezündet = linksradikal?
    Das gilt natürlich im besonderen beim Vergleich der Häufigkeiten von links- zu rechtsmotivierten Straftaten…

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