Eine Frau zum Orgasmus bringen

Dies ist ein Gastartikel von Aurelie

Der weibliche Orgasmus ist kein „Mythos“, den es zu entschlüsseln gilt, und er ist auch nicht kompliziert. Komplex, ja – aber welcher körperliche Vorgang ist nicht komplex?

Wenn ich im Folgenden über Frauen schreibe, so heißt das nicht, dass sich darin jede Frau wiederfinden muss. Es geht vielmehr um eine grobe Richtung, deren individuelle Ausgestaltung jeder Frau oder jedem Paar selbst obliegt. Da ich alles andere als allwissend bin, ergeben sich sicherlich in den Kommentaren noch weitere Anregungen. Man lernt schließlich nie aus.

Der wichtigste Faktor, wenn es ums Kommen geht, ist Zeit. Frauen haben in der Regel eine andere Erregungskurve als Männer. Wie ein Elektroherd, der etwas braucht, bis er so richtig warm ist, dafür aber lange (nach)glüht. Das männliche Äquivalent ist der Gasherd: an – aus bzw. Flamme da – Flamme weg. Ein Orgasmus braucht also – neben der richtigen Technik – Zeit. Die gute Nachricht: Während der Aufwärmphase gibt es viel Richtiges und wenig Falsches. Spricht: Es geht vor allem darum, den Körper und insbesondere die Vulva bereit zu machen, sie aufzuwärmen. Dazu braucht es kein Kerzenlicht-Eros-Ramazotti-Getue, sondern angenehme und stimulierende Berührungen. Eine praktische Stellung, die das gegenseitig entspannt ermöglicht, ist sich gegenüber zu sitzen mit angewinkelten Knien. Wer sich nur der Frau widmen möchte, der kann sie bitten, sich auf den Rücken zu legen, während man sich neben sie legt oder zwischen ihre Beine setzt.

Beim Aufwärmen geht es wie gesagt nicht darum, so schnell wie möglich alle möglichen „magische“ Knöpfe zu drücken, um endlich am Ziel anzukommen. Langsame, wertschätzende Berührungen ebnen dagegen den Weg. Der ganze Körper kann miteinbezogen werden.

Wenn sich der Schwerpunkt der Berührung langsam Richtung Vulva nähert, kann ein hochwertiges Öl (bspw. reines Mandelöl), das Ganze intensivieren. Viele gehen automatisch davon aus, dass die eigene Feuchtigkeit ausreicht. Für eine ausgiebige Massage der gesamten Vulva trifft das in der Regel nicht zu. Manche Frauen scheuen sich, zusätzliche Lubrikation einzufordern, weil sie denken, das würde dem Mann sexuelle Unlust signalisieren. Davon sollte man sich freimachen.

Von dem Gedanken, dass die Vagina jederzeit sexuell aufnahmebereit ist, sollte man sich ebenfalls freimachen. Auch wenn das zugegebenermaßen ein schöner Gedanke ist 🙂 Viele Frauen haben verlernt, auf sich zu hören und zu spüren, wann sie wirklich bereit zur Penetration sind. Je länger man(n) also abwartet, bis man mit den Fingern oder dem Penis eindringt, umso angenehmer wird das in der Regel für die Frau sein. Die Vagina wird mit steigender Erregung weiter, größer und besser durchblutet.

Kleiner Exkurs beendet. Wir sind also bei der Vulva bzw. deren Massage. Dabei es gibt einige Massagetechniken, die ich im Folgenden aufzähle. Wichtig ist, dass du diese Massagegriffe ohne Hektik und möglichst langsam ausführst. Wie gesagt: Je länger du bei jedem Griff verweilst, umso größer ist die Chance eines Orgasmus. Am besten können die Massagegriffe ausgeführt werden, wenn die Frau auf dem Rücken liegt und ihre Beine gespreizt und leicht angewinkelt sind.

Nimm deine ganze Hand und lege sie mit den Handflächen nach unten über die gesamte Vulva. Übe dabei leichten Druck aus, sodass sie deine Hand gut spüren kann. (Dieser Griff eignet sich auch gut, um zwischen den anderen Griffen durch eine kleine Pause die Erregung zu steigern.)

Nimm die großen und danach die kleinen Schamlippen jeweils einzeln zwischen deine Finger und massiere sie (sanft).

Drücke die kleinen Schamlippen mit deinen beiden Daumen zusammen und verschiebe sie gegenseitig (auch versetzt).

Mit den äußeren Handkanten die inneren und äußeren Schamlippen umfassen und wie beim Feuermachen sanft gegeneinander reiben.

Mit zwei Fingern fährst du die inneren und äußeren Schamlippen nacheinander oder gleichzeitig in langen Strichen von oben nach unten entlang und umgekehrt. Ein Finger kann dabei gleichzeitig (bewegungslos) auf der Klitoris liegen.

Die Klitoris zwischen Daumen und Zeigefinger mit leichten Drehbewegungen massieren, ohne die Vorhaut vorher zurückzuziehen. Die andere Hand ruht auf der Vulva.

Mit der einen Hand die Vorhaut der Klitoris zurückziehen und wieder loslassen, mit der anderen Hand die Vulva halten.

Die Klitoris mit einer Fingerspitze direkt massieren. Probiere sehr, sehr sanfte, jedoch kontinuierliche Bewegungen.

An dieser Stelle unbedingt auf genügend Lubrikation und die Reaktion deiner Partnerin achten oder fragen, ob die direkte Berührung der Klitoris so angenehm ist. Falls nicht, beginnst du von vorne oder bittest sie, dir zu zeigen, welche Berührungsintensität für sie angenehm ist. Manchmal reicht eine kleine Modifikation. Wenn ihr eine Intensität gefunden habt, die für sie angenehm ist, bleib dabei. Je nachdem, wie erregt deine Partnerin ist, ist dies bereits der Punkt, an dem sie nach einer gewissen Zeit einen Orgasmus erreicht. Falls nicht, kannst du wieder die anderen Massagegriffe anwenden und später auf die direkte Massage der Klitoris zurückkommen.

Nach der Massage der Klitoris könnt ihr zur Penetration übergehen. Falls du mit den Fingern vorfühlen möchtest, um ihre Bereitschaft (und ihre Lust) weiter zu steigern, erkunde den Scheideneingang (nur den Eingang) langsam mit einem Finger. Das ist der empfindlichste Bereich der Scheide. Umfahre Klitoris und Scheideneingang in einer Achter-Bewegung. Auf die G-Punkt-Massage gehe ich an dieser Stelle nicht mehr ein. Mit den beschriebenen Griffen erreicht man denke ich bereits angenehme Ergebnisse. Selbst wenn sich kein Orgasmus ergibt, so ist die Penetration nach einer solchen Massage etwas völlig anderes.

Wer sich nach dem Beitrag nach dem männlichen Massage-Äquivalent fragt – keine Sorge, das gibt es. Und es lohnt sich für jede Frau (jeden Mann), das ebenfalls zu erlernen.

Nocheinmal: Geschlechter als Spektrum oder als Pole

Leser Only_Me verlinkte zwei interessante Grafiken:

Das erste zeigt die Vorstellung der Geschlechter aus feministischer Sicht:

Geschlechter aus feministischer Sicht

Geschlechter aus feministischer Sicht

Ein Spektrum verschiedenster Ausrichtungen, bei dem man keine zwei Geschlechter bilden kann. So scheinen sich Feministen die „Geschlecht“ vorzustellen. Wobei diese teilweise vielleicht auch da widersprechen würden, weil sie es eher als ganz verschiedene Ausrichtungen sehen würden.

Die andere Sicht ist diese hier:

Zwei Geschlechter

Zwei Geschlechter

Da hätten wir zwei deutliche Poole, dazwischen nur sehr vereinzelt wirkliche Zwischenformen. Dabei wäre zu bedenken, dass die meisten Unterschiede zwischen Männern und Frauen in bestimmten Eigenschaften eher so aussehen:

Körpergröße Männer Frauen

Körpergröße Männer Frauen

 

Wobei die Körpergröße, die hier dargestellt wird, schon einen sehr großen Unterschied aufweist, andere Unterschiede sind deutlich kleiner. Allerdings zeigt sich in der Summe der Unterschiede oft ein wesentlich deutlicheres Bild, welches dann eher schon der obigen sehr getrennten Darstellung entspricht, vgl zB für die Messung weltweiter Unterschiede in der Persönlichkeit:

The uncorrected multivariate effect size for observed scores was D = 1.49 (with 95% CI from 1.45 to 1.53), corresponding to an overlap of 29%. Correcting for score unreliability yielded D = 1.72, corresponding to an overlap of 24%. The multivariate effect for latent variables was D = 2.71 (with 95% CI from 2.66 to 2.76); this is an extremely large effect, corresponding to an overlap of only 10% between the male and female distributions (assuming normality).

Auch diverse andere Tests kommen oft zu dem Ergebnis, dass man mit bestimmten Variablen bezogen auf Verhalten und Interessen mit hoher Wahrscheinlichkeit das Geschlecht vorhersagen kann zB an Verhalten auf Facebook mit 93%

Auch dies spricht dafür, dass es eher Pole als ein gleichverteiltes Spektrum ist.

vgl auch:

 

„Liebe Feministinnen, wir haben eure Beteuerungen, dass ihr Männer nicht hasst satt“

Leser Matze zitierte in einem Kommentar eine gute Stelle aus einem Artikel beim Toy Soldier:

Here is a note: if your movement has existed in its current form for over 60 years, and since its inception people assumed you hated a group, and people still assume your movement hates that group, perhaps it is time to admit your movement hates that group.

Feminists frequently complain about people, particularly men, assuming feminism is about hating men. Wherever would people get this idea? It is not as if feminists write articles about how all men are potential rapists until proven otherwise. It is not as if feminists use hashtags mocking male feelings or threatening to kill men. It is not as if they target socially awkward males and accuse them of feeling entitled to sex with women. It is not as if feminists claim that all men belong to a global hegemony intent on oppressing women for some unspecified reason.
That never happens.

In der Tat sind die Beteuerungen ermüdend, weil der Feminismus ein sehr schlechte Bild von Männern hat – sie sind die Unterdrücker. Ich habe zu diesem Punkt schon sehr viele Diskussionen geführt und gehe inzwischen dazu über, dem Gegenüber folgende Frage zu stellen:

Wenn Feminismus nichts gegen Männer hat, kannst du mir dann einen feministischen Artikel nennen, indem es um Männer geht, in dem Männer positiv dargestellt werden oder der ihnen gegenüber zumindest neutral ist?

Aus meiner Sicht müsste das in einer Bewegung, in der es um Männer und Frauen Themen geht, die aber Männer nicht hasst ohne Probleme möglich sein.

Meist kommt dann nichts. Reaktionen sind entweder „Such doch selber“ oder Schweigen, mitunter auch die Verlinkung von Artikeln, in denen es darum geht, dass Männlichkeit böse ist, aber Männer sich davon befreien könnten und dann auch nicht mehr böse wären, wenn sie tagtäglich ihre Privilegien hinterfragen und Buße tun. Also Artikel, in denen es darum geht, dass gegenwärtig die meisten Männer böse sind, aber gut werden könnten. Das wird dann als Nichthass ausgegeben.

 

Brüste oder Hintern?

Wo ich gerade schon Twitterfragen aufgreife: Hier noch eine ganz wesentliche, auch passend zu der ganzen Religiosität um Ostern:

 

„Sind die Jungs die neuen Verlierer?“ (in der Schule)

Ein interessanter Artikel im Spiegel bringt folgendes:

  • Mädchen haben tatsächlich im Schnitt bessere Schulnoten. Das Land Nordrhein-Westfalen zum Beispiel hat für das Jahr 2007 eine Geschlechterstatistik zu den Abiturnoten erstellt: Demnach hatten 40 Prozent der Jungen eine Abiturnote, die schlechter als 3,0 war – aber nur 33,4 Prozent der Mädchen. Auch andere Untersuchungen belegen den Vorsprung der Mädchen. Nur: Neu ist das keineswegs. Bereits in den Siebzigerjahren fiel dem Erziehungswissenschaftler Karlheinz Ingenkamp der Notenvorsprung der Mädchen auf. In Großbritannien stieß eine Untersuchungskommission sogar schon hundert Jahre zuvor auf das gleiche Phänomen.
  • Interessant ist eher, dass der Rückstand der Jungen so lange nicht weiter problematisiert wurde. Das mag damit zusammenhängen, dass Jungen zwar schon lange die schlechteren Noten hatten, am Ende aber doch häufiger die höheren Schulabschlüsse erzielten. In den Fünfzigerjahren ging nur jedes dritte Abiturzeugnis in der Bundesrepublik an eine junge Frau. Warum sollte man die Tochter in den Nachkriegsjahren auch aufs Gymnasium schicken, wenn ihr doch ein Leben als Hausfrau und Mutter vorherbestimmt zu sein schien? Dieses Geschlechterklischee gilt glücklicherweise nicht mehr. Die Folge: Seit den Neunzigerjahren ist mehr als die Hälfte der Abiturienten weiblich

Also ein Problem, welche in der Anzahl der Abschlüsse untergegangen ist.

Damit ist nun auch die Frage ins Bewusstsein gerückt: Warum tun sich Jungen in der Schule schwer? Einiges scheint auf biologische Ursachen hinzudeuten. So kommen zum Beispiel mehr Jungen als Mädchen mit einer – mehr oder weniger starken – geistigen Behinderung zur Welt und scheitern daher auch häufiger in der Schule. Forscher machen dafür Defekte auf dem X-Chromosom verantwortlich. Frauen haben zwei dieser Chromosomen und können solche Defekte deshalb eher kompensieren.

Mädchen sind in ihrer Entwicklung außerdem schneller als Jungen, lernen oft früher das Lesen und kommen früher in die Pubertät. Es gibt aber auch Untersuchungen, die Entwicklungsvorteile zugunsten der Jungen ausmachen, etwa beim mathematischen Denken. (Einen kurzen Abriss dazu finden Sie hier in einem Aufsatz der Bildungsforscherin Margrit Stamm.)

In der Tat sollte man sich davor hüten hier das Äquivalent zum Gender Pay Gap im Maskulismus aufzubauen: Ein schlechtere Note muss noch nicht eine Diskriminierung belegen-

Es mag also durchaus Unterschiede geben, die angeboren sind. Wer aber alles auf die Biologie schieben will, macht es sich zu einfach. Internationale Vergleichsstudien zeigen, dass die Geschlechtergefälle höchst verschieden ausfallen können – also Kultur, Erziehung und das Bildungssystem ebenfalls einen gewichtigen Einfluss haben müssen. In Israel verfehlten im Pisa-Test zwölf Prozent mehr Jungen als Mädchen grundlegende Kompetenzniveaus. In Shanghai dagegen war der Geschlechterunterschied minimal. (Die Pisa-Auswertung zur Geschlechtergerechtigkeit finden Sie hier.)

Auch das könnte natürlich an biologischen Unterschieden liegen, aber auch an anderen Faktoren.

Auch Männer geben Jungen die schlechteren Zensuren

Manche sehen den Grund für den Nachteil der Jungen in einer „feminisierten Schule“. Auf den ersten Blick mag das einleuchten: Die Schule ist heute ein Frauenarbeitsplatz: Rund 71 Prozent der Lehrkräfte in Deutschland waren im Jahr 2013 weiblich, an den Grundschulen waren es sogar 90 Prozent.

Wären mehr männliche Lehrer also die Lösung? Wohl kaum, meint der Bildungsforscher Marcel Helbig, der verschiedene Studien zum Thema ausgewertet hat. Jungen haben demnach keine besseren Noten, nur weil sie von männlichen Lehrern unterrichtet werden – auch Männer geben Jungen die schlechteren Zensuren.

Woran liegt es dann? Die Haupterklärung seien Rollenbilder der Jungen und ihr Verhalten im Unterricht, schreibt Helbig. Ähnlich argumentieren auch die Pisa-Forscher in ihrer Studie und führen zum Beleg verschiedene Kennwerte an:

  • Mädchen strengen sich mehr an: In Deutschland verbringen 15-jährige Mädchen im Durchschnitt 5,5 Stunden pro Woche mit Hausaufgaben. Die Jungen investierten nach eigenen Angaben nur 3,8 Stunden.
  • Lesen bildet, aber Jungen meiden es: 72,5 Prozent der befragten Mädchen in Deutschland gaben an, dass sie zum Vergnügen lesen – aber nur 45,1 Prozent der Jungen.
  • Jungen schätzen den Wert der Schule geringer ein als Mädchen: 93,7 Prozent der Mädchen in Deutschland lehnen die Aussage ab, die Schule sei Zeitverschwendung. Unter den Jungen weisen nur 85 Prozent diesen Satz zurück.

Sich für die Schule anzustrengen, vermuten die Forscher, gilt in Jungen-Cliquen häufiger als uncool. Erfolg in der Schule hat man oder eben nicht – sich darum zu bemühen, passt offenbar nicht zum häufig vorherrschenden Männlichkeitsideal. Ein richtiger Junge soll Lehrer eher infrage stellen, statt ihren Anweisungen zu folgen. Unter Mädchen scheint die Vorstellung dagegen weitaus akzeptierter zu sein, dass gute Noten auch mit Mühe und Arbeit zu tun haben.

Das wären ja in der Tat auch deutliche Unterschiede.

Selbermach Samstag 234 (15.04.2017)

Welche Themen interessieren euch, welche Studien fandet ihr besonders interessant in der Woche, welche Neuigkeiten gibt es, die interessant für eine Diskussion wären und was beschäftigt euch gerade?

Welche interessanten Artikel gibt es auf euren Blogs? (Schamlose Eigenwerbung ist gerne gesehen!)

Welche Artikel fandet ihr in anderen Blogs besonders lesenswert?

Welches Thema sollte noch im Blog diskutiert werden?

Für das Flüchtlingsthema gibt es andere Blogs

Ich erinnere auch noch mal an Alles Evolution auf Twitter und auf Facebook.

Es wäre nett, wenn ihr Artikel auf den sozialen Netzwerken verbreiten würdet.

Die Rolle von Testosteron und dem Y-Chromosom bei der Maskulinisierung des Gehirns

Eine interessante Studie dazu, welchen Anteil das Y-Chromoson bzw. Testosteron bei der Maskulinisierung des Gehirns hat:

Women with complete androgen insensitivity syndrome (CAIS) have a male (46,XY) karyotype but no functional androgen receptors. Their condition, therefore, offers a unique model for studying testosterone effects on cerebral sex dimorphism. We present MRI data from 16 women with CAIS and 32 male (46,XY) and 32 female (46,XX) controls. Methods: FreeSurfer software was employed to measure cortical thickness and subcortical structural volumes. Axonal connections, indexed by fractional anisotropy, (FA) were measured with diffusion tensor imaging, and functional connectivity with resting state fMRI. Results: Compared to men, CAIS women displayed a “female” pattern by having thicker parietal and occipital cortices, lower FA values in the right corticospinal, superior and inferior longitudinal tracts, and corpus callosum. Their functional connectivity from the amygdala to the medial prefrontal cortex, was stronger and amygdala-connections to the motor cortex weaker than in control men. CAIS and control women also showed stronger posterior cingulate and precuneus connections in the default mode network. Thickness of the motor cortex, the caudate volume, and the FA in the callosal body followed, however, a “male” pattern. Conclusion: Altogether, these data suggest that testosterone modulates the microstructure of somatosensory and visual cortices and their axonal connections to the frontal cortex. Testosterone also influenced functional connections from the amygdala, whereas the motor cortex could, in agreement with our previous reports, be moderated by processes linked to X-chromosome gene dosage. These data raise the question about other genetic factors masculinizing the human brain than the SRY gene and testosterone.

Quelle: Role of testosterone and Y chromosome genes for the masculinization of the human brain

Zu CAIS hatte ich schon etwas geschrieben:

Komplette Androgenresistenz ist ein Zustand, bei dem der Körper aufgrund der fehlenden oder defekten Rezeptoren kein Testosteron erkennen kann. Letztendlich zeigt sich damit der gleiche Effekt, der auch auftreten würden, wenn der Körper überhaupt kein Testosteron produzieren würde.

Da diese Personen einen weiblichen Phänotyp haben müssten sie im übrigen von der Sozialisation her typische Frauen sein.

Es zeigt sich aber, dass diese Frauen sich als ganz besonders weiblich ansehen und sich auch ganz besonders weiblich verhalten

Das passt zu der in der Biologie vertretenen Theorie, dass die Hormone eine Ausrichtung der Gehirne vornehmen, mit Testosteron in die männliche Richtung, ohne Testosteron in die weibliche Richtung. Es handelt sich aber tatsächlich nicht um eine binäre Ausrichtung, sondern mit einem höheren bzw niedrigeren Testosteronstand können sich andere Werte ergeben. Nach dieser Studie richtet sich die Formatierung aber nicht nur nach dem Testosteronstand, anscheinend wirken sich einige Gene über das Y-Chromosom auch direkt aus.

Dafür sind die CAIS Frauen eine gute Testgruppe, da bei ihnen Testosteron nicht wirkt. Das legt nahe, dass alle Effekte, die dennoch von dem sonst bei Frauen anzutreffenden in Richtung der Männer abweichen, auf das Y-Chromosom zurückzuführen sind.

Aus der Studie:

Women with CAIS have a 46,XY karyotype; they are born with testes that secrete male-typical or elevated amounts of testosterone prenatally and postnatally because they lack functional androgen receptors due to mutations of the androgen receptor (AR) gene [Cheikhelard et al., 2009; Hughes et al., 2012; Quigley et al., 1995]. Individuals with CAIS are thus born with female external genitalia, develop a female phenotype, are reared as girls, and undergo a feminizing puberty as a result of the aromatization of their testosterone to estradiol [Cheikhelard et al., 2009]. Due to secretion of antimüllerian hormone (AMH) from the sertoli cells of the testes, female internal genitalia do not develop and no uterus is formed, and therefore CAIS is often presented as primary amenorrhea. Studies using quantitative measures of psychosexual development indicate that individuals with CAIS have a female gender identity, show female-typical gender role behavior, and are most often androphilic (sexually attracted to men) [Koolschijn et al., 2014; Masica et al., 1971; Walhovd et al., 2010]; CAIS occurs in approximately 1–5 per 100,000 births [Mendoza and Motos, 2013].

Comparisons among women with CAIS, 46,XY males, and 46,XX female controls provide a unique opportunity to study the separate effects of testosterone and sex chromosome genes on the sexual differentiation of the brain.

We investigated this, using MR measurements of cortical thickness (Cth) and subcortical structural volumes. We also carried out DTI of fractional anisotropy (FA) indexing structural (axonal) connections in the brain, and resting state fMRI indexing cerebral functional connections. Sex differences have been reported in all these metrices, but the underpinnings of these differences may vary with the specific metric, and also between different neuronal networks. To better understand these complex interactions, multimethodological investigations of the same study groups would therefore be required, which are scarce in the literature, especially for populations with rare conditions. Based on previous studies suggesting pruning effects of testosterone [Fernandez et al., 2003; Rasgon et al., 2005], and its stimulating effect on white matter tracts [Rametti et al., 2012; van Hemmen et al., in press], we hypothesized that Cth of the parietal lobe (and probably also the occipital lobe) would be greater in both 46,XX women and women with CAIS, whereas the FA values in the long white matter tracts (the corticospinal tract, superior and inferior longitudinal fascicle, the fronto-occipital fascicle, and perhaps also the corpus callosum [CC]) would be lower compared to 46,XY men. Given our previous comparative studies between XXY men and controls suggesting that both testosterone and X-chromosome gene dosage could influence the amygdala [Savic and Arver, 2014], it was an open question as to whether the limbic and paralimbic networks would be affected by testosterone. This also applied to the caudate and putamen volumes for which we did not have a primary hypothesis.

Es geht also insbesondere darum, ob bestimmte Regionen des Gehirns eher wie sonst bei Frauen oder wie bei Männern ausgestaltet ist.

Zu den Ergebnissen:

Our results support the notion that testosterone has significant effects on cerebral structure. They accord with earlier observations of inverse correlations between partietal and occipital Cth and testosterone levels [Bramen et al., 2012; Nguyen et al., 2013a; Nopoulos et al., 2000; Savic and Arver, 2014], which were explained by the pruning effects of testosterone on cortical neurons. Because androgen receptors are expressed particularly in the parieto-occipital lobe [Abdelgadir et al., 1999; Goldstein et al., 2001; Simerly et al., 1990], testosterone effects on Cth are expected primarily in these regions. The present results suggest that testosterone also has effects on structural connections, indexed by FA values, which were higher in male controls, particularly in the long tracts—the cortico-spinal tract and the superior and inferior longitudinal tracts, and the CC. Notably, women with CAIS displayed lower FA values compared to 46,XYmen despite having similar intracranial volumes (ICV; Table 4). Testosterone’s stimulating effects on the white matter have been reported previously [Rametti et al., 2012; van Hemmen et al., in press], although some found also a negative association between testosterone levels and white matter integrity [Peper et al., 2015; Rametti et al., 2012; van Hemmen et al., in press]. A finding especially interesting from a behavioral perspective, was that functional connections between the amygdala and the ACC were stronger among women with CAIS (and female controls) compared to male controls. These connections are essential for emotional perception and modulation, they are reported to differ between men and women [Savic and Lindstrom, 2008; Wolk et al., 2010] and seem to be moderated by both testosterone and estrogen [Price et al., 2016]. Administration of testosterone to middle-aged women diminished orbitofrontal cortex activity and its effective connectivity with the amygdala during a matching task using angry and fearful faces [Ducharme et al., 2016]. Administration of estrogen to postmenopausal women, conversely, is reported to increase the amygdala–PFC connectivity [Weaver et al., 2014], and these connections are found to be stronger in women with higher estrogen levels [Nguyen et al., 2013b]. The women with CAIS in this study had low to moderate estrogen levels and also no effect of testosterone. The present findings, thus, accord with the view that the amygdala prefrontal connections are moderated by both estrogen and testosterone, and add to the discussion about the underpinnings of sex differences in regard to these neuronal connections that are important for emotional and stress-related processes. In line with some reports on sex hormonal effects during pubertal development [Herting et al., 2015; Peper et al., 2009] it is also possible that estrogen influenced the thickness of the left temporal, cortex, which was smaller in CAIS women and female controls than in male controls.

Sex Chromosome Gene Effects
A less predicted finding in the present study relates to the observed “masculine pattern” in several nodes of the motor network. That the motor cortex of women with CAIS was thinner than in control women and similar to that of control men is congruent with our hypothesis, based on studies of 47,XXY men, that the motor cortex is coded by X-chromosome genes, [Lentini et al., 2013; Marzelli et al., 2011; Savic and Arver, 2014]. More difficult to attribute to X-chromosome gene dosage are the results of caudate measures, because this structure is found to be smaller in women with 45,X0 as well as in men with 47,XXY compared to sex matched controls, thus, independently of the number of X-chromosomes [Marzelli et al., 2011; Savic and Arver, 2014]. The relative volume of the caudate is usually larger in females compared to male controls [Raz et al., 1995], a gender difference that seems to be present already before puberty [Giedd et al., 1997], but which, according to some [Herting et al., 2012; Mukherjee et al., 2012; Nguyen et al., 2013a; Nopoulos et al., 2000] but not all data [Koolschijn et al., 2014], also undergoes pubertal changes. The present data, with similar caudate volumes in male controls and women with CAIS, indicates that there was no major effect of testosterone. An alternative mechanism would be SRY-independent Y-chromosome gene mediated processes, indeed suggested by animal data, the four core genotype model in rats, which creates XX “males” and XY “females” [Arnold and Chen, 2009]. Overall, the present data, together with other recent studies [Savic and Arver, 2014] of rare conditions in humans such as sex chromosome aneuploidy provide important complement to the initial seminal studies of the 4 core genotype model emphasizing that brain sex differences stem from a complex mix of both hormonal and genetic mechanisms. Additional investigations in humans are, however, needed to further disentangle the specific biological underpinnings of sex differences, for example in the caudate volumes.

Hier ist also noch einiges an Forschung zu leisten.

Schicksal, Vorherbestimmung und Religion

Ostern ist eine gute Zeit für atheistische Artikel, die auch immer Gegenstand dieses Blogs sind:

Heute soll es einmal um das Thema „Schicksal“ und „Vorbestimmung“ gehen:

Das Christentum kennt in seinen Schriften einiges an Prophezeiungen, etwa die Ankunft von Jesus und auch der Umstand, dass er sich Opfern musste, aber auch diverse andere wie etwa Hesekiel 26.

Wie macht Gott das nach Vorstellung der Gläubigen?

Lenkt er die Leute aktiv und greift in ihren Willen ein? Sind die Leute also Marionetten von Gott und er selbst hat quasi als mittelbarer Täter Tyrus Töchter erschlagen und sich selbst in Form seines Sohns verurteilt, nicht begnadigt, und gekreuzigt?

Oder „sieht er die Zukunft“ und alles Tun ist vorherbestimmt, unabänderlich? Was ja auch schon interessant ist, weil es dann außerhalb der Macht selbst Gottes ist, es also eine „Höhere Ordnung“ gibt, der selbst Gott unterworfen wäre.

Oder ist diese höhere Ordnung gar selbst eine Wesenheit, ein Gott eine Klasse höher, der die eigentliche Macht hat und Gott  gelegentlich erzählt, was er so machen wird?

Was bindet Gott an die von ihm benannte Prophezeiung und warum wird eine solche überhaupt gemacht?