„Sind die Jungs die neuen Verlierer?“ (in der Schule)

Ein interessanter Artikel im Spiegel bringt folgendes:

  • Mädchen haben tatsächlich im Schnitt bessere Schulnoten. Das Land Nordrhein-Westfalen zum Beispiel hat für das Jahr 2007 eine Geschlechterstatistik zu den Abiturnoten erstellt: Demnach hatten 40 Prozent der Jungen eine Abiturnote, die schlechter als 3,0 war – aber nur 33,4 Prozent der Mädchen. Auch andere Untersuchungen belegen den Vorsprung der Mädchen. Nur: Neu ist das keineswegs. Bereits in den Siebzigerjahren fiel dem Erziehungswissenschaftler Karlheinz Ingenkamp der Notenvorsprung der Mädchen auf. In Großbritannien stieß eine Untersuchungskommission sogar schon hundert Jahre zuvor auf das gleiche Phänomen.
  • Interessant ist eher, dass der Rückstand der Jungen so lange nicht weiter problematisiert wurde. Das mag damit zusammenhängen, dass Jungen zwar schon lange die schlechteren Noten hatten, am Ende aber doch häufiger die höheren Schulabschlüsse erzielten. In den Fünfzigerjahren ging nur jedes dritte Abiturzeugnis in der Bundesrepublik an eine junge Frau. Warum sollte man die Tochter in den Nachkriegsjahren auch aufs Gymnasium schicken, wenn ihr doch ein Leben als Hausfrau und Mutter vorherbestimmt zu sein schien? Dieses Geschlechterklischee gilt glücklicherweise nicht mehr. Die Folge: Seit den Neunzigerjahren ist mehr als die Hälfte der Abiturienten weiblich

Also ein Problem, welche in der Anzahl der Abschlüsse untergegangen ist.

Damit ist nun auch die Frage ins Bewusstsein gerückt: Warum tun sich Jungen in der Schule schwer? Einiges scheint auf biologische Ursachen hinzudeuten. So kommen zum Beispiel mehr Jungen als Mädchen mit einer – mehr oder weniger starken – geistigen Behinderung zur Welt und scheitern daher auch häufiger in der Schule. Forscher machen dafür Defekte auf dem X-Chromosom verantwortlich. Frauen haben zwei dieser Chromosomen und können solche Defekte deshalb eher kompensieren.

Mädchen sind in ihrer Entwicklung außerdem schneller als Jungen, lernen oft früher das Lesen und kommen früher in die Pubertät. Es gibt aber auch Untersuchungen, die Entwicklungsvorteile zugunsten der Jungen ausmachen, etwa beim mathematischen Denken. (Einen kurzen Abriss dazu finden Sie hier in einem Aufsatz der Bildungsforscherin Margrit Stamm.)

In der Tat sollte man sich davor hüten hier das Äquivalent zum Gender Pay Gap im Maskulismus aufzubauen: Ein schlechtere Note muss noch nicht eine Diskriminierung belegen-

Es mag also durchaus Unterschiede geben, die angeboren sind. Wer aber alles auf die Biologie schieben will, macht es sich zu einfach. Internationale Vergleichsstudien zeigen, dass die Geschlechtergefälle höchst verschieden ausfallen können – also Kultur, Erziehung und das Bildungssystem ebenfalls einen gewichtigen Einfluss haben müssen. In Israel verfehlten im Pisa-Test zwölf Prozent mehr Jungen als Mädchen grundlegende Kompetenzniveaus. In Shanghai dagegen war der Geschlechterunterschied minimal. (Die Pisa-Auswertung zur Geschlechtergerechtigkeit finden Sie hier.)

Auch das könnte natürlich an biologischen Unterschieden liegen, aber auch an anderen Faktoren.

Auch Männer geben Jungen die schlechteren Zensuren

Manche sehen den Grund für den Nachteil der Jungen in einer „feminisierten Schule“. Auf den ersten Blick mag das einleuchten: Die Schule ist heute ein Frauenarbeitsplatz: Rund 71 Prozent der Lehrkräfte in Deutschland waren im Jahr 2013 weiblich, an den Grundschulen waren es sogar 90 Prozent.

Wären mehr männliche Lehrer also die Lösung? Wohl kaum, meint der Bildungsforscher Marcel Helbig, der verschiedene Studien zum Thema ausgewertet hat. Jungen haben demnach keine besseren Noten, nur weil sie von männlichen Lehrern unterrichtet werden – auch Männer geben Jungen die schlechteren Zensuren.

Woran liegt es dann? Die Haupterklärung seien Rollenbilder der Jungen und ihr Verhalten im Unterricht, schreibt Helbig. Ähnlich argumentieren auch die Pisa-Forscher in ihrer Studie und führen zum Beleg verschiedene Kennwerte an:

  • Mädchen strengen sich mehr an: In Deutschland verbringen 15-jährige Mädchen im Durchschnitt 5,5 Stunden pro Woche mit Hausaufgaben. Die Jungen investierten nach eigenen Angaben nur 3,8 Stunden.
  • Lesen bildet, aber Jungen meiden es: 72,5 Prozent der befragten Mädchen in Deutschland gaben an, dass sie zum Vergnügen lesen – aber nur 45,1 Prozent der Jungen.
  • Jungen schätzen den Wert der Schule geringer ein als Mädchen: 93,7 Prozent der Mädchen in Deutschland lehnen die Aussage ab, die Schule sei Zeitverschwendung. Unter den Jungen weisen nur 85 Prozent diesen Satz zurück.

Sich für die Schule anzustrengen, vermuten die Forscher, gilt in Jungen-Cliquen häufiger als uncool. Erfolg in der Schule hat man oder eben nicht – sich darum zu bemühen, passt offenbar nicht zum häufig vorherrschenden Männlichkeitsideal. Ein richtiger Junge soll Lehrer eher infrage stellen, statt ihren Anweisungen zu folgen. Unter Mädchen scheint die Vorstellung dagegen weitaus akzeptierter zu sein, dass gute Noten auch mit Mühe und Arbeit zu tun haben.

Das wären ja in der Tat auch deutliche Unterschiede.

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104 Gedanken zu “„Sind die Jungs die neuen Verlierer?“ (in der Schule)

  1. Was mir in dem Artikel fehlt, ist ein deutlicher Hinweis auch auf Ungleichbehandlung durch Lehrer. Ich habe dieses Thema noch kürzlich mit meinen Eltern diskutiert. Mein Vater (Gymnasiallehrer) erzählt, das durchschnittliche Engagement seiner Schülerinnen sei gleich demjenigen seiner Schüler. Mit dem Unterschied, dass es bei den Jungen da mehr Extremfälle an beiden Enden der Skala gebe, also extrem fleißige Schüler sowie extrem „nicht arbeitende oder störende“ (aus welchen Gründen auch immer) Schüler. Er sagt auch, dass die schlechten oder störenden Schüler aufgrund Sorgen, Ermahnungen usw. häufiger im Gedächtnis bleiben und er somit selbst dazu tendieren würde, dieses Verhalten auf die gesamte Geschlechtergruppe zu verallgemeinern, wenn ihm dieser Mechanismus nicht bewusst wäre. Meine Mutter ist bei einem anderem Gymnasium als Nachhilfelehrerin in der Nachmittagsbetreuung angestellt und berichtet immer wieder von Jungs, die ihr richtig leid tun, die sowas sagen: „Wie, ich hab jetzt zwei Mal pro Woche Mathe bei Ihnen? Sie erklären ja richtig gut. So viel Aufmerksamkeit hab ich noch nie von einem Lehrer bekommen. Die Frau XY beantwortet immer nur die Mädchenfragen.“ oder auch „Die XY ärgert mich immer. Die sitzt hinter mir. Aber der Lehrer glaubt immer, dass ich Schuld bin. Weil ich mich irgendwann umdrehe und die Mädchen machen ja angeblich nie was.“
    Das ist zwar jetzt natürlich nicht per se verallgemeinerbar, spricht aber schon für eine Ungleichbehandlung, die mindestens ebenso entmutigend ist wie ungleiche Noten.

    • Rein anekdotisch nur mein ehemaliges Gymnasium betreffend, aber von 15% der Lehrer war einfach bekannt, das Mädchen es ne Note einfacher haben.
      Die Gründe reichten von Notgeilheit über ‚die Hüten später eh nur das Haus, also kein Schaden angerichtet‘ bis zur 2. Welle Feministin die sich auch nicht schämte zu sagen, nicht das Ergebnis zählt, sondern das Verhalten.
      Dazu die Tendenz Tränen im Unterricht vermeiden zu Wollen.

      Die Einstellung von Jungs zum Lernen negiert sowas nicht, die verfestigt sich nur umso mehr. Und ich glaube entlang der sozialen Line umso stärker.

      Unser Schulsystem zementiert ja eine gewisse Unterschichtenverachtung, Auf dem richtigen Bildungspfad jedenfalls.

  2. Bitte nicht immer wieder Marcel Helbig, der kontinuierlich hervorgeholt wird, um die Bildungsdiskriminierung von Jungen wegzulabern. Mit ihm haben wir uns schon intensiv beschäftigt. Siehe zum Beispiel

    https://sciencefiles.org/tag/marcel-helbig/

    https://sciencefiles.org/2017/03/28/paedagogen-luegen-wie-bildungsnachteile-von-jungen-aus-der-welt-geredet-werden-sollen/

    https://sciencefiles.org/2011/04/18/weder-jungen-durch-lehrerinnen-benachteiligt/

    https://man-tau.com/2015/09/18/marcel-helbig-und-die-aggressionen-gegen-jungen/

    https://manndat.de/jungen/jungen-sind-fauler-die-stunde-der-pseudowissenschaftler.html

    Die eigentlich interessanten Fragen sind doch:

    Warum beziehen sich auch die Leitmedien immer wieder auf diesen einen Menschen, der die Jungendiskriminierung wegreden will?

    Warum wird er auch hier als jemand behandelt, von dem wir in der Männerszene noch nie gehört haben und der neue Argumente hervorzubringen hat, mit denen wir uns noch nicht beschäftigt haben?

  3. Ich werde hier jetzt einen Kommentar hinschreiben, den ich vor einer Weile bei Sueddeutsche und yougov zum Thema „Können Männer Feministen sein?“ geschrieben habe, um zu erklären, weshalb ich diese Frage für mich mit „Nein!“ beantworte.
    Erst kommmt die kurze und dann die lange Variante. Da ich immer viel schreibe,wenn ich traurig bin und keiner den ganzen Müll am Stück lesen kannn, hier eine Minimalzusammenfassung meines Fazits aus meinen Erfahrungen:
    Eine kleine aber signifikante Zahl von Lehrerinnen lebt ihre Animositäten gegen das männliche Geschlecht in ihrem Beruf durch Handgreiflichkeiten udn verbale Herabsetzungen aus, weil sie glauben, dass das richtig ist. Sie werden dadurch von ihren Kollegen und Kolleginnen mit einem ähnlichen Weltbild unterstützt und gedeckt, weil diese glauben, dass es Mädchen und Frauen schwerer haben als Jungen und Männer und die Jungen deshalb zurechtgestutzt werden müssen.

    Kurze Variante:
    Ich bin kein Feminist, weil
    – Ich in der Schule durch Lehrerinnen, Schülerinnen und Schüler misshandelt wurde.
    – Mir mit dem Hinweis „Jungen dürfen Gewalt erfahren“ Hilfe von Behörden und Opferhilfsorganisationen verweigert wurde.
    – Ich weiß, dass andere Jungen meiner Generation Ähnliches erlebt haben, im Gegensatz zu Mädchen, denen ohne Umschweife in jeder Situation geholfen wurde. Dass Mädchen geholfen wird befürworte ich, sehe aber keinen Grund, weshalb nicht auch Jungen geholfen werden soll.
    – Diese unhaltbare Situation meines Erachtens einer der Gründe für das schlechte Abschneiden von Jungen in der Schule und für ihre erhöhte Neigung zum Selbstmord gegenüber gleichaltrigen Mädchen ist. Die gegenwärtig landläufige Meinung, dass Jungen in der Schule versagen, weil sie sich von alten Rollenvorstellungen verabschieden müssen halte ich deshalb für falsch. Im Übrigen zeigen alle bisherigen PISA-Studien, dass Jungen bei gleicher intellektueller Leistung im Schnitt schlechter in der Schule bewertet werden als Mädchen.
    – Die genannten Benachteiligungen als „positive Diskriminierung“ Eingang in die feministische Literatur gefunden haben und mit teils beachtlicher Gewalt umgesetzt werden.
    Wenn aber Feministinnen die oben genannten Ungleichbehandlungen von Jungen und Mädchen, jungen Frauen und jungen Männern, für gerechtfertigt halten, dann müssen Sie sich die Frage gefallen lassen, wie sie ruhigen Gewissens öffentlich verkünden können, Feminismus sei eine Bewegung für Gleichberechtigung von Männern und Frauen. Das ist sie nämlich, gemessen an den Handlungen von Feministinnen und Feministen, nicht.

  4. Ich habe mich dagegen entschieden, meinen kompletten jetzt.de Kommentar – er ist ja auch noch online – hier aufzukochen. Aber mein Fazit stelle ich noch zu der Zusammenfassung die noch weiter oben steht; es tut mir leid, falls ich sehr bitter wirke, aber ich habe Einiges mitgemacht, nicht nur in der Schule und es fällt mir sehr schwer sachlich zu bleiben und nicht emotional zu werden, wenn es um Schulpolitik geht, weil ein großer Teil der Geschichte immer unter den Teppich fällt.

    wieder zum jetzt.de-Kommentar:

    Ich möchte es aber nicht bei Anekdoten belassen, die Sie nicht nachprüfen können. Ich möchte Ihnen noch an zwei Beispielen verdeutlichen, Ich möchte es aber nicht bei Anekdoten belassen, die Sie nicht nachprüfen können. Ich möchte Ihnen noch an zwei Beispielen verdeutlichen, weshalb ich der Ansicht bin, dass Gewalt gegen Jungen ein Problem ist, dem wir uns als Gesellschaft absichtlich verschließen. Zum Einen kämpfen wir zurecht gegen die barbarische Praxis der weiblichen Genitalverstümmelung, die zu viel Leid geführt hat und immer noch führt. Gleichzeitig haben wir die gleiche Praxis an männlichen Säuglingen gesetzlich erlaubt und damit institutionaliseirt. Man möge mir nachsehen, dass ich nicht ausführe weshalb ich die beiden Untaten für vergleichbar halte und gleich zum zweiten Beispiel komme. Es kam im letzten Jahr heraus, dass die Parei die Grünen eine Rolle beim sexuellen Missbrauch an etwa 1000 Jungen in Berlin in den 1980er Jahren spielten. Auf diesen Missstand durch die Frauen der Alternativen Liste hingewiesen, erklärten die Frauenvereinigungen der Grünen, dass ein Aufdecken des Missbrauchs von Jungen von der Frauenarbeit ablenken könne und deshalb nicht geahndet werden solle. Wer es nicht glaubt, kann es hier nachlesen: https://gruene.berlin/sites/gruene-berlin.de/files/benutzer/henriette.kluge/bericht_komm_aufarbeitung_gruene_berlin_.pdf
    Ich bin sehr froh, dass es wenigstens Anlaufstellen für Frauen und Mädchen gibt, die Gewalt erlebt haben. Es wäre alles noch viel furchtbarer, wenn niemandem geholfen würde.

    Nachdem ich aber Ihre Frage beantwortet habe, liebe Mädchen aus der Sueddeutschen Redaktion, lassen Sie mich bitte ebenfalls ein oder zwei Fragen stellen:
    Ich habe in meinem Beitrag deutlich gemacht, dass es Gewalt gegen Jungen in Deutschland gibt, die der an Mädchen in nichts nachsteht. Dennoch werden Jungen, die Hilfe benötigen, von Hilfsorganisationen immer wieder abgewiesen, mit dem Hinweis, dass sie nur für Mädchen tätig seien, auch wenn das aus deren Selbstbeschreibung nirgends hervorgeht. Dies geht oft mit Beschimpfungen einher, wenn man als Junge angibt, dass Mädchen oder Frauen als Täter beteiligt sind. Wie ist dieser Zustand mit ihrem Wunsch nach Gleichberechtigung zu vereinbaren?
    Dies führt mich zu der zweiten Frage:
    Wenn sie in diesem von mir aufgeführten Punkt, der Meinung sind, dass Jungen und Männern hier keine weitere Gleichberechtigung benötigen – aus welchem Grunde auch immer – wie können Sie dann von sich behaupten Feministinnen zu sein? Denn wie Sie selbst nicht müde werden zu betonen, ist das Alleinstellungsmerkmal einer Feministin ihrer Streben nach Gleichberechtigung!

    • Danke für Deine wichtigen Beiträge!

      Hier ein nebensächlicher Punkt (nebensächlich in Bezug auf das Thema „Benachteiligung von Jungen im Bildungssystem“) – Du schreibst:

      „Auf diesen Missstand durch die Frauen der Alternativen Liste hingewiesen, erklärten die Frauenvereinigungen der Grünen, dass ein Aufdecken des Missbrauchs von Jungen von der Frauenarbeit ablenken könne und deshalb nicht geahndet werden solle.“

      und verweist im Link auf diesen Untersuchungs-Bericht der Grünen (Mai 2015). Ich denke, Deine These ist richtig, frage mich aber doch, welche Belege Du hierfür in dem genannten Bericht der Grünen siehst? Ich habe dort nur die folgende Stellen gefunden:

      „Innerhalb der Frauenbewegung, die um die Öffentlichkeit und Akzeptanz des Themas Missbrauch von Mädchen kämpfte und sich durch das Thema Missbrauch von Jungen („wieder rücken die Jungen/Männer in den Vordergrund und verallgemeinern das
      Thema“) wieder übergangen fühlte, war das Thema Pädophilie nicht sehr interessant. Es wurde außerdem als Konkurrenz abgelehnt.“ (Seite 65 f.)

      „Das Thema Missbrauch und sexuelle Gewalt gegen Mädchen wurde vornehmlich von den Frauenpolitikerinnen der Fraktion parlamentarisch behandelt und vorangetrieben. Erst 1994
      wurden Jungen auch in der Fraktion Bündnis 90/DIE GRÜNEN (AL)/UFV ausdrücklich als Zielgruppe der Präventions- und Hilfsangebote im Zusammenhang mit sexuellem Missbrauch in den Blick genommen.“ (Seite 69.)

      „Es ist auffällig, dass sich die AL-Fraktion beim Thema sexueller Missbrauch stark auf Mädchen konzentrierte. Wahrscheinlich tat sie dies, um die weiteren Bemühungen, den § 175 StGB abzuschaffen,
      nicht zu gefährden, da die CDU-Fraktion die Argumentationslinie, man müsse diesen wegen des Jugendschutzes aufrechterhalten, fortführte.“ (Seite 72.)

      „Am 22. September 1986 folgte ein umfassender Antrag zu Hilfen für sexuell misshandelte Mädchen. Außer der Forderung nach Verbot von Pornographie mit Kindern und einem kurzen Verweis auf die Statistik bezüglich sexuellen Missbrauchs von Mädchen und Jungen in der Familie in der Begründung bezog sich der Antrag ausschließlich auf Mädchen.“ (Seite 75.)

      „Auffällig bei beiden Abgeordneten sei nach Darstellung der Frauengruppe gewesen, dass sie sich eindeutig gegen jeglichen
      Missbrauch von Mädchen durch Männer aussprachen, allerdings beim Thema Sexualität zwischen Jungen und Männern entweder auf Nichtwissen über die Folgen für die Jungen (Pulz) oder wenigstens für die Utopie einer Einvernehmlichkeit (Eckert) plädierten.“ (Seite 80.)

      „Verschiedene Gruppen (Schwule, Frauen) innerhalb der AL waren auf den heterosexuellen Mann als Sexualstraftäter fixiert. Dies führte dazu, dass gleichgeschlechtlicher Missbrauch durch Männer verharmlost und Missbrauch durch Frauen gar nicht thematisiert wurde.“ (Seite 84.)

      „Vor allem in den sozial benachteiligten Bevölkerungsgruppen habe es Opfer außerfamiliären pädosexuellen Missbrauchs gegeben. […] es handelte sich aber immer um Jungen. Seitens der linken Männer habe es bis Ende der 1980er Jahre für diese Opfer so gut wie keine Unterstützung gegeben. Ihr wurde entgegnet: „[…] Bei Jungen ist es vielleicht nicht so schlimm, bei Mädchen viel schlimmer. Im pädosexuellen Bereich ist das ja einvernehmlich, wir üben keine Gewalt aus.“ Als sie bei Wildwasser berichtete, dass sie von einer großen Gruppe Jungen wisse, die außerhalb der Familie von Pädosexuellen missbraucht werde, wurde ihr entgegnet: „Wir kümmern uns hier um Mädchen“.“ (Seite 85.)

      „Diese einseitige Wahrnehmung von sexueller Gewalt und sexuellem Missbrauch führte dazu, dass sexuelle Übergriffe auf Jungen verharmlost wurden und der Missbrauch von Mädchen [oder Jungen] verübt durch Frauen gar nicht thematisiert wurde. Die betroffenen Jungen wurden nicht mit Empathie wahrgenommen.“ (Seite 86.)

  5. Ich denke, dass das Problem vor allem darin zu suchen ist, dass Jungs einen natürlichen Bewegungsdrang haben. 45 Minuten (oder manchmal sogar 90 Minuten) stillsitzen kann eine Qual sein. Ich denke, dass das ganze Unterrichtskonzept für den Arsch ist. Eigentlich müssten sich Sport (nicht Schulsport) und Lernseasions abwechseln um so die Aufmerksamkeit zu fördern. Daneben gibt es sicher noch eine genetische Komponente wie im Artikel beschrieben wobei dies auch nur eine billige Ausrede sein kann um Jungs nicht zu fördern, denn aus der Epigenetik weiß mann, dass epigentische Modifikationen einen Genfehler „korrigieren“ kann wenn man das richtige Verhalten der Eltern (z.B. Zuneigung) dem Kind angedeihen lässt.

    Ein andere Problem ist natürlich auch die unfaire Beurteilung durch Lehrer, weswegen ich für Tests als einzige Note bin welche dann auch von einem schulfremden Lehrer zu korrigieren sind.

    Abgesehen davon sind die meisten LehrerINNEN auch echt unfähig. Lehrer werden halt vor allem diejenigen, die gerne einen abgesicherten Arbeitsplatz mit 3 Monaten Urlaub (jaja spart euch das Gequarke – das ist die Realität) haben wollen. Ich komme aus einer Lehrerfamilie und meine langjährige Ex auch – die Geschichten waren immer die selben.
    Allerdings gibt es auch echt gute und engagierte Lehrer, die fordern aber auch fördern. Schade, dass die nicht mehr verdienen und die unfähigen Lehrer weniger.

    • In einem Bildungssystem, in welchem der genderistische Mythos „Geschlecht ist sozial konstruiert“ immer wichtiger wird, ist für Geschlechtsunterschiede kein Platz. Und wohl so ziemlich jede Lehramtsstudentin hat Kurse in Gender-Studies absolviert (alle Frauen, aber auch die wenigen Männer die ich kenne, welche Erziehungswissenschaften, Lehramt, Sozialpädagogik ect. studieren, sind während ihres Studiums zu glühenden Anhängern des Genderkultes geworden.) Mir fällt das daher auf, weil ich in der Familie Pädagogen älterer Schule habe, welche ihr Studium vor den 60ern und 70ern abgeschlossen hatten, als es diesen Blödsinn an den Universitäten noch nicht gab. Während diese ältere Schule noch in Genetik unterrichtet wurde und auch die Psychologie des unterschiedlichen Verhaltens von Geschlechtern in ihrem Studium behandelte, dreht sich bei Absolventen jüngerer Schulen alles um Gender, „toxische Männlichkeit“ und die angebliche Benachteiligung von Frauen und Mädchen in allen Teilen der Gesellschaft.

      Es liegt auf der Hand, dass in solchem Klima kein Platz ist für Verhaltensunterschiede zwischen den Geschlechtern, und daher gelten für Jungen, die sich nunmal anders verhalten als Mädchen, eher das Stereotyp von Raufbolden, anstrengenden Bengels, Störenfriede oder schlicht schlechte Menschen.

      Die Tatsache, welche auch duch alle genderistische Hypothesen nicht wegzudiskutieren ist, dass die Pubertät bei Jungen etwa drei bis vier Jahre später einsetzt, wird dabei schlicht ignoriert. Gerade in der Zeit, die für Kinder am wichtigsten in der Schule ist und in welcher die Kompetenzen gebildet werden sollen, welche sie im späteren Leben und in ihrer Karriere brauchen, haben Mädchen in der Pubertät einen Vorsprung von mehreren Jahren. Wenn die Kinder die weiterführende Schule betreten, dann sind die Mädchen bereits in der späten Phase der Pubertät während für Jungen diese gerade erst beginnt. Bei Jungen ist die Pubertät geprägt davon, dass das Testosteron beginnt das Kind zum Mann zu machen. Körperbehaarung wächst, Muskelwachstum setzt ein und Jungen überholen die Mädchen in Körpergröße und Körperkraft. Der hang zum kompetitiven Verhalten und der Bewegungsdrang wächst beim Jungen stärker als beim Mädchen aber auch der Energiebedarf und das Schlafbedürfnis. Und genau in dieser Zeit, also wenn Jungen und Mädchen sich zum ersten mal in ihrem Leben nicht nur in Details sondern in offensichtlichen physischen und psychischen Merkmalen unterschieden, sind Jungen zusammen mit Mädchen gezwungen, die Schulbank zu drücken, Prosa und Lyrik zu lesen und irgendwelche Sachen auswendig zu lernen. Dass das nicht reibungslos von statten gehen kann, liegt auf der Hand – es sei denn, man behauptet einfach steif und fest, dass es keine biologischen Unterschiede der Geschlechter gäbe und das Jungen, die plötzlich nicht mehr klarkommen, halt einer „toxischen Männlichkeit“ verfallen sind, der man entgegenwirken muss, damit sie später im Leben genauso oft heulen dürfen wie Mädchen.

    • @PfefferundSalz:
      „Abgesehen davon sind die meisten LehrerINNEN auch echt unfähig.“

      Ich hoffe, du meinst damit jetzt Lehrer beiderlei Geschlechts. 😉
      In dem Fall stimme ich dir 100% zu.
      Ich finde der größte Fehler am Schulsystem ist, dass die Ergebnisse der Schüler zu über 90% von den Lehrern abhängen.
      Ob ein Schüler gut oder schlecht in der Schule ist, lernen will oder nicht, ist völlig egal: Wenn ein Lehrer ihn mag, gibt’s gute Noten, im anderen Fall nicht. (Und Schüler, die etwas mehr Bewegungsdrang haben, sind hier eindeutig im Nachteil).
      Auch das fachliche Wissen ist traurigerweise sehr davon abhängig wie gut ein entsprechender Lehrer erklären kann. (Ich gebe seit einigen Jahren in Mathematik Nachhilfe und meine Schüler sind häufig nach kurzer Zeit annährend Klassenbeste, obwohl sie zuvor auf einer 4 oder sogar 5 standen – da kann mir keiner erzählen, dass es an den Schülern liegt)
      Das Problem ist dabei in erster Linie, dass Lehrer nicht kontrolliert werden. Was manche Lehrer sich leisten, dafür wäre jeder normale Arbeitnehmer schon zig mal gekündigt worden – aber beim Lehrer interessiert das keinen.

      • „Ob ein Schüler gut oder schlecht in der Schule ist, lernen will oder nicht, ist völlig egal“

        Dazu kommt noch, dass es eigentlich der Job der Lehrer wäre, bei Schülern die Motivation zum Lernen zu wecken, sie für den Stoff zu begeistern und zu bestmöglichen Leistungen zu bringen.

        Wenn also ein durchschnittlich intelligenter Schüler in der Schule versagt, ist das meist die Schuld der Lehrer (und zu einem kleineren Teil des Elternhauses), nicht aber die der Schüler.

        • @mindph:

          „Dazu kommt noch, dass es eigentlich der Job der Lehrer wäre, bei Schülern die Motivation zum Lernen zu wecken, sie für den Stoff zu begeistern und zu bestmöglichen Leistungen zu bringen.“

          Genau das sehen die meisten Lehrer leider nicht..
          Ich hatte mal eine Unterhaltung mit einem Lehrer, der einfach völlig resigniert ist. Er hat Hausaufgaben aufgegeben (in dem Wissen, das die Schüler die Aufgaben sowieso nicht bearbeiten) und die gleichen Aufgaben dann in der nächsten Schulstunde bearbeiten lassen. So dass die Schüler, die tatsächlich Zuhause etwas gemacht haben sich über die verschwendete Zeit geärgert haben. Der Lehrer hat die Schüler also motiviert, wenig bis nichts zu machen.
          Als ich den darauf angesprochen habe, weil ich finde, dass das genau in die falsche Richtung geht, kam als Antwort nur, was er denn machen solle, wenn die Schüler nichts Zuhause machen.
          Statt einfach weiter zu machen und so den faulen Schülern zu zeigen, dass sie sich anstrengen müssen, wenn sie mitkommen wollen, hat er mit seiner Methode den fleißigen gezeigt, dass es keinen Sinn macht sich anzustrengen…

        • Mein Mathe- und Physiklehrer in der Mittelstufe (eins der besten Lehrerexemplare, die man sich nur denken kann, was der geleistet hat hab ich wirklich erst später begriffen) hatte folgenden Grundsatz:

          Hausaufgaben sind nur für diejenigen, die es nicht verstanden haben bzw. noch nicht sicher sind. Wer sie aber nicht macht, muss sich an der Tafel beweisen.

        • „Genau das sehen die meisten Lehrer leider nicht..“

          Ja keine Ahnung was die glauben, was für einen Job sie sich ausgesucht haben. Das ist wie als wenn ein Elektriker beim Kunden mit den Schultern zucken würde: „Ja keine Ahnung, was soll ich denn machen, wenn die Sicherung ständig rausfliegt?“

        • @Semikolon:
          „Hausaufgaben sind nur für diejenigen, die es nicht verstanden haben bzw. noch nicht sicher sind. Wer sie aber nicht macht, muss sich an der Tafel beweisen.“

          Finde ich recht gut. Hatte auch mal eine Mathelehrerin, die Aufgaben zur freiwilligen Vertiefung mitgegeben hat, die aber nicht verpflichtend waren. Aber ihre wäre es nicht im Traum eingefallen, dass dann in der nächste Stunde zu machen.

  6. macht Feminismus dumm? Oder nur vergesslich? Arne Hoffmanns Buch „Rettet unsere Söhne“ erschien 2009. Wenn sich so viele nicht so gerne mit dem Schwachsinn des Feminismus auseinandersetzen würden, könnten Sie sich konkret um Jungs und ihre Söhne kümmern. Heute. Jetzt. Aber man ist ja viel zu sehr damit beschäftigt, die absoluten Argumentationsstränge der Gender- und Feministen Wissenschaftlich (hihi!) auseinander zu nehmen. Da hat man für konkretes arbeiten, und sei es auch nur schreiben für die eigene Sache natürlich keine Zeit.
    (Als ob je ein Sohn durch einen Blogbeitrag gerettet worden wäre!!!?)
    Macht nur weiter so…
    Labern. Ekelt. Mich. An.
    „Ändere dich selbst. Das ist alles, was du tun kannst, um die Welt zu verbessern.“ (Ludwig Wittgenstein)

    • In diesem Fall kann ich Thomas zumindest teilweise verstehen. Der unendliche Zirkel, alles noch mal und noch mal und noch mal durchzukauen, wozu in den Blogs schon vor Jahren viel Text geschrieben wurde, nur um nicht aktiv werden zu müssen, nervt.
      Verlinkt man die alten Artikel, kommt hier sofort die Frage „Was waren denn damals die Argumente?“ Reine Beschäftigungstherapie: „Schreibe die alten Argumente von damals ab, weil du dich ja bestimmt auch langweilst und deine Zeit irgendwie füllen möchtest. Das große Problem der Männerbewegung ist nämlich: zu viel Zeit, zu viel unbeschäftigtes Personal.“

      • Ist ja auch irgendwie ein Hobby. Und sich über die blöden Feministennüsse aufzuregen kann ja auch Spaß machen. Eine Änderung über Blogs oder Publikationen zu erwarten ist wie der Versuch durch auf den Boden stampfen die Erdrotation anzuhalten. Es ist sinnlos. Letztlich muss jeder seine eigenen Lektionen aus diesen Blogs ziehen und die Einzige die mir dazu einfällt ist MGTOW – also sich dem System, wie auch immer, zu verweigern.

        • Quasi alle Frauen zeigen den Empathy Gap.
          Quasi keine Frau findet an dem Beisatz „…darunter auch Frauen und Kinder“ etwas bemerkenswert.
          Quasi jede Frau ist für Gleichberechtigung UND Gleichstellung, aber „Wer Frauen haut, ist feige“
          Quasi alle Frauen stehen voll hinter „Mehr Rechte für Frauen“ wollen aber von „mehr Pflichten“ nichts wissen.
          Quasi alle Frauen glauben an die Mär des Guten Weiblichen und des Bösen Männlichen.

          Quasi keine Frau hat konkret SCHULD am derzeitigen Zustand, aber quasi alle sind das Öl im Getriebe.

          Frauen in ihrer mangelnden Reflektion und ihrem Schwimmen im feministischen Mainstream haben VIEL mehr Kritik „verdient“, als ein paar Kommentatoren jemals leisten können.

        • Dem stimme ich zu, wenn MGTOW weit aufgefasst wird, und nicht als simple pauschale Ablehnung von Frauen.
          Das größte Problem scheint mir tatsächlich zu sein das zu vielen normalo-heteros gar nicht bewusst ist, welche vielen Benachteiligungen sie in unserer Mainstream-Kultur haben (es gibt natürlich Nischen, wo das nicht der Fall ist). Im Gegensatz dazu wissen viele Frauen trotz allen (gespielten) Gelabers darüber wie schwer sie es haben nur allzu genau, daß sie am längeren Hebel sitzen und sehr viele Vorteile auf ihrer Seite haben, schlicht im Schnitt das bessere Leben haben gegenüber Männern.

      • Für mich waren und sind die Blogs letzten Endes Kristallisationskeime: Wir wabern wie Moleküle in einer Salzlösung durch die Blogosphäre und bleiben an den Kristallisationszentren hängen, zu denen wir die höchste Affinität aufweisen. Manchmal wächst der Kristall nicht weiter, weil die Zahl der Moleküle, die sich dort anlagern könnten nicht groß genug ist – um im Bild zu bleiben: es wird eine Außernseitermeinung vertreten. Oder der Kristall wächst amorph und nimmt keine klare Strktur an – weil zu viele unterschiedliche Meinungen angezogen werden, die keinen gemeinsamen Nenner finden. Das ist aber in der Männerbewegung immer weniger der Fall. Es gibt immer mehr klare Positionen, die von immer mehr Menschen mitgetragen werden. Ich will darauf hinaus, dass man sieht, wie hoch der Leidensdruck geworden ist, wenn man bedenkt wie sehr die Zahl der Kommentierenden in männerrechtlichen Blogs gestiegen ist und wie sehr diese Meinungen auf Kommentarbereiche in anderen Medien übergreifen. In anglophonen Ländern ist das weit mehr der Fall als bei uns, aber jeder muss selbst wissen, was er oder sie mit den Informationen und Eindrücken anstellt, die man hier sammelt: Kaum jemand von uns ist zum Redner geboren, der die Massen begeistert und wenn man sich die Geschichte ansieht, ist das auch gut so. Jeder Mensch kann aber in seinem Umfeld kleine Änderungen vollbringen oder von ihnen beeinflusst werden. Ich selbst habe dadurch den Mut gewonnen, über meine Erfahrugen zu sprechen. Ich würde mir manchmal wünschen, dass mehr von den Jungen, von denen ich weiß, dass sie auch Blogs wie Genderama und AllesEvolution lesen und ähnliche Erfahrungen wie ich gemacht haben, sich zu Wort melden würden. Denn dies würde zu einem kooperativen Effekt führen können, der letztendlich von den altehrwürdigen Medien irgendwann nicht mehr ignoriert werden würde. In meinem direkten Umfeld lasse ich nicht mehr zu, dass Frauen mit einer gewissen Neigung andere zu schikanieren mich mit Sprüchen wie „Du weißt ja gar nicht wie es ist im Dunkeln allein zu sein!“ oder „frauen haben es ja viel schwerer!“ stummschalten und meine Schuldgefühle ausnutzen. Es gibt jetzt von meiner Seite Widerspruch und zum Teil erhalte ich dann auch von anderen Schützenhilfe. Diese Frauen sind ihr Weltbild betreffend nie herausgefordert worden und reagieren völlig unterschiedlich: Manche sind verunsichert, andere wütend, aber ein paar wenige denken nach. Ein anderer Effekt des Blog-Lesens ist, dass es beim Entscheidungen finden hilft. Je mehr ich lese, desto klarer wird mir, dass es für mich bei der Bundestagswahl mit großer Sicherheit die FDP wird. Zu mehr sinnvollen Taten bin ich leider derzeit nicht imstande. Ich bin leider momentan lediglich Profiteur der harten Arbeit der Leute, die in der Praxis männerrechtliche Themen beackern. Dennoch wollte ich auch gerne eine Lanze für die Blogs brechen 😉

      • „Der unendliche Zirkel, alles noch mal und noch mal und noch mal durchzukauen“

        Alles? Nein, also bitte. Keiner der Links geht hierauf ein:
        „Bereits in den Siebzigerjahren fiel dem Erziehungswissenschaftler Karlheinz Ingenkamp der Notenvorsprung der Mädchen auf. In Großbritannien stieß eine Untersuchungskommission sogar schon hundert Jahre zuvor auf das gleiche Phänomen.“

        • Dein Link belegt das aber jetzt nicht, ne?
          Was man da stattdessen lesen kann z.B.:
          „In other words, boys who match girls on both test scores and behavior get better grades than girls do, but boys who don’t are graded more harshly“

          Es gibt ne Menge Mädchen, die furchtbar still sind, also eigentlich nie irgendwie auffallen. Manche von ihnen schreiben gute Noten, die sich dann auch nicht in ihren Endzensuren so wiederspiegeln. Aber höchstwahrscheinlich stärker noch als in Fällen von lautstark störenden Schülern (nein, das sind nur Jungs. Aber häufiger).
          Warum sollte das nicht verständlich sein?

        • 1.) Mein Ausgangspunkt war: Jungen werden bei gleicher Leistung schlechter bewertet als Mädchen. Das lässt sich auch immer wieder zeigen und steht nicht im Widerspruch zu dem von mir verlinkten Artikel.

          2.) Wird oft stillschweigend angenommen – Du bist mit dieser Meinung ja beileibe nicht allein, dass das auffällige Verhalten vieler (du sagst ja selbst, es nicht alle seien) Jungs die Ursache für deren schlechtere Benotung sei. Das ist aber eine unüberprüfte Annahme, die ich aus meiner persönlichen Erfahrung und meiner Erfahrung als Nachhilfelehrer zurückweisen möchte. Viele Lehrerinnen benehmen sich ohne Ansehen der Person ihres männlichen Schutzbefohlenen ihnen gegenüber wie Zoowärter und machen auch keinen Hehl daraus, dass sie Jungen schlicht nicht mögen. Viele Lehrerinnen sagen auch rundheraus, dass sie Mädchen besser bewerten. Dass ein Teil der Schüler – also Kinder – sich dann eben nicht wie Musterschüler verhält, wenn sie vonseiten der Lehrerin sabotiert werden, ist aus Perspektive der Schüler verständlich.

          3.) In den 70er Jahren galt „das katholische Mädchen vom Lande“als Bildungsverlierer. Das wurde von der Bildugspolitik als großes Problem und als Signal zum Handeln aufgefasst. Wenn Jungen benachteiligt werden sind sie selbst schuld. Diese Doppelmoral sollte eigentlich ins Auge fallen.

          Ich kann mich ja viel beklagen, aber das hilft nicht weiter;was will ich eigentlich:

          ZUr Zeit und seit einer ganzen Weile rekrutieren sich angehende Lehrer aus dem schlechtesten und unmotiviertesten Drittel eines Abiturjahrgangs (m/w). Diese Leute sind auch dann überfordert, wenn sie auf eine emotional ausgeglichene Klassengemeinschaft stoßen. Die sind häufig weder pädagogisch noch fachlich in der Lage mit einer Klasse umzugehen. Von diesen Leuten kann man dann auch nicht erwarten, dass sie auf die spezifischen Bedürfnisse bestimmter Gruppen eingehen. Meiner Erfahrung nach – eine andere habe ich nun einmal nicht – sind männliche Schüler bei einer fachlich kompetenten Lehrerin auch eher ruhig und aufmerksam und bei einem fachlich inkompetenten Lehrer auch eher unruhig. Ich würde das Problem also auf der Ebene der Lehrer zu lösen versuchen.

        • „Jungen werden bei gleicher Leistung schlechter bewertet als Mädchen. Das lässt sich auch immer wieder zeigen und steht nicht im Widerspruch zu dem von mir verlinkten Artikel.“

          Jungen werden sogar besser bewertet als gleichgute Mädchen, wenn sie auch im Sozialverhalten überzeugen können, steht da.

          Bleiben wir noch kurz bei den Schülern mit gleichguten Klassenarbeitsergebnissen. Sollten NUR diese zählen? Und wer eher mündlich im Unterricht überzeugen kann hat fortan Pech? Und wer hier Nichts beitragen kann oder darüber hinaus sogar stört wird durch die Nicht-Berücksichtigung der Mitarbeit belohnt?

          Seit fast 25 Jahren geb ich ja Nachhilfe (den jüngsten Erfolg feierte ich – Premiere – in Französisch, einmal einen – langen – Nachmittag investiert und auf die Schock-Fünf erreichte mein Schützling ein „gut“ mitsamt dem schriftlichen Vermerk „Du kannst es ja doch!“), und die längste Zeit bin ich schon der Überzeugung, dass Heim-/Einzel-/Kleinstgruppenunterricht in jedem Fall bessere Ergebnisse zeitigt und auch insgesamt humaner ist als das Schulsystem (unsere Große würde womöglich widersprechen, sie hält mich – nicht nur, aber gerade auch in Mathematik – für schrecklich streng, viel schlimmer als ihre Lehrer *ggg*. Normal misch ich mich übrigens überhaupt nicht ein, sie ist in praktisch Allem Einser-Kandidatin und ich möchte, dass sie ihre schulischen Erfolge auch einzig sich selbst zurechnen kann)

          „In den 70er Jahren galt „das katholische Mädchen vom Lande“als Bildungsverlierer. Das wurde von der Bildugspolitik als großes Problem und als Signal zum Handeln aufgefasst.“

          Aber verrat mir doch mal, was die Politik dann konkret für diese Mädchengruppe erreichen konnte.

        • Erstmal herzlichen Glückwunsch zu Deinem Erfolg mit Deiner Schülerin 🙂 Super Sache, ich wünsche Euch beiden weiterhin viel Erfolg!

          Zu den besser bewerteten, überdurchschnittlich sozialen Jungen:

          Wenn eine Besser-Bewertung aufgrund des Geschlechts erfolgt, dann ist das unter KEINEN Umständen richtig, egal in welche Richtung das geschieht!

          Es ist aber nicht die Regel, dass Jungen gegenüber Mädchen bevorzugt werden und es geht ja nach dem Abitur weiter: Ein Beispiel ist der Medizinertertest der Uni Wien (http://www.spiegel.de/lebenundlernen/uni/medizinstudium-in-wien-frauen-bei-aufnahmepruefung-bevorzugt-a-848316.html); der betroffene Student hat gegen die Uni prozessiert und meines Wissens verloren. In Deutschland wird vorsichtiger mit diesem Thema umgegangen. Es gibt bei verschiedenen Life Science Studiengängen an verschiedenen Unis inoffizielle Frauenquoten, die erfüllt werden sollen, aber inoffiziell heißt auch, dass ich hier außer Anekdoten nichts Konkretes habe. Aber auch hier gibt es reine Frauenstudiengänge und Seminare sowie Kurse nur für Frauen.

          Was das Benotungssystem angeht: die Frage zielt auf meine Einlassung zum Thema Verbesserungen im Bildungssystem ab, oder?
          Das Bewertungssystem über Klassenarbeiten, mündliche Bewertung und Strafen habe ich mit keiner Silbe erwähnt, weil ich es nicht für falsch halte. Ich habe ganz konkret gesagt, was ich meine und denke und ich werde kein Jota davon abweichen. Die Klassenatmosphäre wird neben der Zusammensetzung der Klassengemeinschaft maßgeblich durch die Lehrperson beeinflusst. Die gleiche Klasse kann beim einen Lehrer ruhig und beim nächsten Lehrer laut sein, je nachdem wie sich der Lehrer gegenüber der Klasse benimmt. Es gibt einen Haufen männlicher Idioten unter den Lehrern, die niemals auf eine Horde Kinder hätten losgelassen werden dürfen und es gibt eine Menge Jungenhasser unter den Lehrerinnen, die Jungen schlechter bewerten und sie verbal herabsetzen, weil sie Jungen sind. Ich glaube nicht, dass männliche Lehrer für Jungen grundsätzlich bessser sind oder weibliche Lehrer grundsätzlich besser für Mädchen. Ich glaube, dass kompetente Lehrer für alle Kinder gut sind. Und als einen Aspekt dieser Kompentenz sehe ich eben auch, dass die Lehrer ihren Schülern, unabhängig von Geschlecht oder Herkunft, neutral begegnen – und DAS TUN SIE MEHRHEITLICH NICHT. Ergo sind aus meiner Sicht vor allem inkompetente Lehrer das Problem. Und wenn alle Lehrer, die meine Anforderungen an Kompetenz erfüllen, irgendwann Frauen sind, dann bin auch ich mit einer Frauenquote von 100% bei Lehrern einverstanden.

          Was Deine letzte Frage betrifft, stehe ich auf dem Schlauch; ich weiß nicht, worauf Du hinaus willst; wird hatten eine Zeit, in der eine Benachteiligung von Mädchen in der Schule augenscheinlich war; es wurden Schulreformen durchgeführt und jetzt haben wir den anderen Fall…ich verstehe wie gesagt die Frage nicht

        • Meine Eltern haben beide noch erlebt wie von Lehrerseite aus mit körperlichen Züchtigungen gearbeitet wurde, die Generation davor erst recht. Meintest Du das mit Schulreformen?

        • Semikolon, DNAKE für das GEspräch, ber ich jetzt genug
          lass uns das thema wann anders besprechen oder es lassen, ich beschäftige mich nicht ohne grund mit dem theam

        • Hm. Du bist mir die Antwort schuldig geblieben, was die Politik für das katholische Arbeitermädchen vom Lande konkret (sonst noch) erreicht haben sollte, über welche Reformen und Förderungen genau Du sprichst.

          Ich bin ja höchstpersönlich original katholische Arbeitertochter vom Lande, Baujahr 80, und ich hätt nicht die leiseste Ahnung, inwiefern ich von einer speziellen Förderung hätte profitieren können sollen.

          Nichtmal den als „Diskriminierung von Jungs“ von Euch verstandenen Girls Day gabs bis zu meiner Abiturzeit.

          Ja, auf der Uni dann, viel später, DA hab ich tatsächlich auch mal an einem 2-tätigen vom Genderbüro angebotetenen Rhetorik-Kurs nur für Frauen teilgenommen.

          Aber zu einem allgemeinen „Bevorzugungs-„Vorwurf taugt der reale Output dieses Diskurses überwiegend und mehrheitlich sicher nicht.

        • Hi Semikolon,

          ich gebe Dir noch eine konkrete Antwort, versprochen; ich habe Deinen Wink verstanden.

          Bitte lass mir damit ein bisschen Zeit. Ich war ein sehr guter Schüler und das hat mir einen Teil meiner Schulzeit gerettet, weil ich so anderen Schülerinnen und Schülern helfen konnte und mich so nach einer Weile integrieren konnte. Ich habe ziemlich viel ziemlich Schlimmes mitgemacht und an manchen Geschichten waren Lehrerinnen direkt beteiligt. Hilfe wurde mir von verschiedenen Seiten verweigert, einmal mit der Begrüdnung, dass Gewalt in der Schule eine Lappalie sei, mit der man sich im Oberschulamt nicht befassen möchte (paraphrasiert) und an anderer Stelle wurde ich darauf hingewiesen, dass ich keine Hilfe bräuchte, weil ich als Junge ohnehin privilegiert sei. Ich habe schon einige unangenhme Erfahrungen mit Frauen gemacht, die Fürungspositionen innehatten und sich offen als Feministinnen bezeichneten. Ich habe nicht vor diese Erfahrungen auf alle Feministinnen auszuweiten und ich habe auch wundervolle Erfahrungen mit vielen Frauen gemacht, die ich nicht missen möchte. Es fällt aber vielen Frauen schwer zu akzeptieren, dass auch Frauen Täterinnen sein können. Ich habe es oft genug am eigenen Leib erlebt und ich weiß, dass die Täterinnen nicht zur Rechenschaft gezogen werden. Muss ich mit leben, ist nicht schön, geht aber. Ich blende nicht aus, dass Männer Frauen schreckliche Dinge antun und angetan haben: von Vergewaltigungen über das Schlagen von Ehepartnern und zwar nicht nur im muslimischen Kulturkreis; aber es gibt auch einen durchaus großen weiblichen Täterkreis und es gelingt einem männlichen Opfer kaum solche Fälle zur Anzeige zu bringen. Gleichberechtigung funktioniert nur, wenn beide Seiten, Männer und Frauen, die gleichen Rechte auch durchsetzen können und im Bereich Opferhilfe ist das einfach nicht der Fall;
          ich erwarte von Dir keine Zustimmung, Du hast eine andere Sicht auf die Dinge, aber da Du so offen und ehrlich warst, von Dir zu erzählen, dachte ich, ich sollte es Dir gleichtun;

          wie gesagt: Du bekommst von mir noch die Antwort, die ich Dir schulde aber nicht mehr heute

        • Ok, die Antwort:

          Das Bild der „katholischen Arbeitertochter vom Lande“ ist durch den Soziologen Ralf Dahrendorf als Beispiel einer klassischen Mehrfachbenachteiligung gewählt worden (=> benachteiligte Schicht, benachteiigte Region, benachteiligtes Geschlecht). Dahrendorf hat sich mit Konflikttheorie beschäftigt und den Begriff der sozialen Rolle, also der Erwartungshaltung der Gesellschaft an das Individuum, in Deuthscland eiingeführt. Zu den grundlegenden Reformen, die sich als Folge der soziologischen Diskussion um Bildungsgerechtigkeit ergaben gehören das Hamburger Abkommen zur Vereinheitlichung des Schulwesens von 1964, aus dem die Bildungsreform von 1969 hervorging, die Bildungspolitik als gemeinsame Aufgabe von Bund und Ländern deklarierte und weitere Vereinheitlichungen forcierte. 1970 wurden Kindergärten als elelmentare Bildungseinheit anerkannt.
          Welche konkreten Vorteile ergeben sich damit für Dich? Zunächst einmal nur diejenigen,die sich auch für den katholischen Landjungen genauso ergäben: Die Vergleicbarkeit Eures Abiturs mit dem anderer Regionen. Dass das nicht so wirklich geklappt hat, ist ja allgemein bekannt.
          Was rein weibliche Fördermaßnahmen wie Karriereseminare, den Girls Day, Frauenquoten für Studiengänge und Kollegialorgane sowie Studierendenwohnheime angeht. Ic bewerte das tatsächlich höher als Du es anscheinend tust, denn ich hätte gerne einige dieser Maßnahmen in Anspruch genommen, auch die Hilfe im Falle erlittener Gewalt, konnte ich aber nicht. Anscheinend hat der akademische Feminismus an der Stelle ins Schwarze getroffen: Wer über ein Privileg verfügt, der sieht es als so selbstverständlich an, dass er (in dem Fall sie), es gar nicht mehr als Privileg wahrnimmt.
          Dabei ist am Girl’s Day ja nicht der alberne Tag an sich das Wichtige, sondern die Tatsache, dass durch ein Heer an Gleichstellungsstellen (vulgo: Frauenbeauftragten) auf kommunaler und Landesebene ein beträchtlicher politischer Druck auf Unternehmen und Institute aufgebaut wird, sich der Frauenförderung anzunehmen. Diese Maßnahmen waren erfolgreich, 64 % aller seit 2003 neu geschaffenen Stellen in Deutschland und dem europäischen Ausland zusammengefasst, gingen an Frauen.

          Zum Thema Jungendiskriminierung gab es noch ein paar weitere Artikel, die ich vorhin in meiner Linksammlung nicht gefunden hatte.

          http://www.independent.co.uk/news/education/education-news/female-teachers-accused-of-giving-boys-lower-marks-6943937.html

          http://www.telegraph.co.uk/men/thinking-man/our-education-system-must-stop-ignoring-its-bias-against-boys/

          http://ftp.iza.org/dp5973.pdf Die Studie beschäftigt sich mit Bildungsnachteilen von Jungen in Grundschulen.

          Deutsche Berichte findet man zu dem Thema kaum, letztes Jahr gab es einen einsamen Bericht in der FAZ, der nicht wesentlich über die anderen Artikel hinausgeht, was den Informationsumfang betrifft.

          http://www.faz.net/aktuell/beruf-chance/campus/geschlechterrollen-in-der-schule-faul-fahrig-junge-12145909.html
          Einen interessanten Artikel der sich mit dem Zusammenhang zwischen Befürwortung einer Frauenquote bei weiblichen Lehrkräften und ihrer Bewertung von Schülerinnen und Schülern beschäftigt, finde ich gerade nicht, liefere ich noch nach, wenn ich daran denke.

          Einen habe ich noch:
          http://www.spiegel.de/lebenundlernen/schule/geschlechter-studie-schulen-benachteiligen-jungen-massiv-a-612997.html

        • „Welche konkreten Vorteile ergeben sich damit für Dich? Zunächst einmal nur diejenigen,die sich auch für den katholischen Landjungen genauso ergäben: Die Vergleicbarkeit Eures Abiturs mit dem anderer Regionen.“

          Das gilt – würde ich behaupten – für mein Bundesland (NRW) seit 10 Jahren (in Form des Zentralabiturs), trat also in Kraft beinah eine Dekade nach „meiner Zeit“ (und stellt auch einen Hauptgrund dar, weshalb unsere Töchter nicht mehr aufs Gymnasium „müssen“. Jetzt ist es nämlich relativ egal wo Du Dein Abi machst, zu meiner Zeit war das noch recht wichtig).

          Strenggenommen haben wir als handfestes Benachteiligungs-Diskurs-Ergebnis immer noch nicht viel mehr greifen können als das Verbot von Körperstrafen (das natürlich bei Weitem nicht bloß katholischen Arbeitermädchen vom Lande zugute kam), flächendeckend in der gesamten BRD (und auch für Privatschulen) verbindlich seit 1997 oder sowas… (please correct me if I’m wrong).

          „Was rein weibliche Fördermaßnahmen wie Karriereseminare, den Girls Day, Frauenquoten für Studiengänge und Kollegialorgane sowie Studierendenwohnheime angeht. Ic bewerte das tatsächlich höher als Du es anscheinend tust, denn ich hätte gerne einige dieser Maßnahmen in Anspruch genommen,“

          Och Du, ich hätte auch nix dagegen gehabt, ich weiß ziemlich genau, was mich bei einem Girls Day interessiert hätte z.B..

          Du willst also im Grunde genommen nur die Gruppe der hiesigen Frauen im Alter von irgendwas bis ca. 30 als extremst gepampert kritisieren, weil es punktuell Angebote für sie gab/gibt, oder was sonst?

          „Deutsche Berichte findet man zu dem Thema [Bildungsnachteile von Jungs] kaum,“

          Das Bildungs- und Ausbildungsproblem der Jungs wird zurecht primär (seit langen Jahren) diskutiert als Problem der männlichen Menschen mit (offensichtlichem) Migrationshintergrund. Was Maskus für Jungen allgemein an Nachteilen behaupten, gilt im Wesentlichen bzw. verstärkt gerade für insbesondere (auch) türkischstämmige.

          Man könnte also die elende Fixierung der deutschen Öffentlichkeit auf die „Kopftuchmädchen“ (als angenommen benachteiligte Teilgruppe) anprangern – gerad wo die besonders auch im Vergleich zu ihren Brüdern sonst nicht negativ auffallen.

          Man könnte die etwa viermal so häufige häusliche Gewalt, der sie im Vergleich mit den anderen Jungs ihrer Altersgruppe ausgesetzt sind, thematisieren, versuchen die Gründe zu ersinnen etc..

          Man könnte eventuell (weitere) Hilfspakete für diese Gruppe maßzuschneidern.

          Falls Du selbst ne gute Idee hierzu wüsstest, dann hau ruhig raus.

          Aber den nicht-Unterschicht-Jungen ohne Migrationshintergrund als irgendwie gesellschaftlich benachteiligt anzusehen, DAS schaffen wenn Du mich fragst wahrlich nur reinste Ideologen.

        • @Semikolon

          Katholischer Arbeiterjunge vom Land hier BJ 81 spätere Nachrüstung zum Sohn einer geschiedenen Katholikin.
          Eine ganz klassische Benachteiligung ergab sich daraus, dass auf dem katholischen Lande meist schon der Weg zur Schule ausreichte der Bildung einen Weg in den Weg zu setzen.
          Beispielsweise stand mein Gymnasium niemand in meiner Familie zur Verfügung.

          Oh, mir fällt gerade dies ins Auge:

          „Aber den nicht-Unterschicht-Jungen ohne Migrationshintergrund als irgendwie gesellschaftlich benachteiligt anzusehen, DAS schaffen wenn Du mich fragst wahrlich nur reinste Ideologen.“

          Sowas schreibt nur eine herzlose Ratte.

          Und das in einem Land in dem wir vor gar nicht langer Zeit mal noch zumindest so viel Herz und Anstand hatten, das es zumindest eine geheuchelte Debatte über das Elend von Kindern im Harz 4 Bezug diskutiert haben.

          So eine widerwärtige Persönlichkeit die sich hinter einem dünnst gestricktem Mantel von Betroffenheit für’s gerade Angesagte
          einmummelt.

          ekelerregend

        • WEelchen Teil von „ICH HABE KÖRPERLICHE GEWALT IN DER SCHULE DURCH SCHÜLER UND LEHRERINNEN ERLEBT!“ hast Du eigentlich nicht verstanden?

          Ich bin weder aus der Unterschicht, noch habe ich die Schule in einer Zeit besucht, in der Körperstrafen noch erlaubt waren. Ich bin vier Jahre jünger als Du und habe die schlimmste Zeit in der 90ern erlebt und weiß, dass es in den frühen 2000ern weitergegangen.

          Für Jungen sind Körperstrafen eben nur offiziell verboten, werden aber noch ummgesetzt und Mädchen werden verschont. Das ist auch heute noch so. Es ist wie beim Priester-Pädophillie Skandal oder bei der Mafia: Alle wissen, dass da etwas ist aber niemand will etwas gewusst haben.

          Und, wenn man versuchrtsich zu wehren, ist man eh schon privilegiert, zu unwichtig und die Frauen, die man frat haben es ja so viel schwerer und können ja selbst nichts für irgendetwas, weil sie es auch schwer hatten. Keine von denen hat so schwere körperliche Gewalt erlebt, aber schwer hatten sie es.

          Das ist die Dskriminierung von der ich spreche!

          Das sind übrigens auch Sachen, die ich in den anderen Kommentaren an Dich erwähnt habe.

        • Im Übrigen habe ich bereits gesagt, was mein Vorschlag ist, steht alles in den anderen Kommentaren an Dich und bedarf keiner großartigen Reformen:
          Lehrerinnen und Lehrer mit einem psychischen Problem, die ihren Schülern gegenüber nicht neutral begegnen können, dürfen ihren Beruf so lange nicht ausüben, bis ihr psyhcisches Problem im Griff ist. Lehrer müssen auf ihrem Fachgebiet und pädagogisch kompetent sein, aber das sind sie nicht.
          Hlr auf, um alle Sachen, die dir nicht passen selektiv herum zu lesen.
          Es ist leider so, dass manche Lehrerinnen Sadistinnen sind und das an der Schule ausleben. Ich habe es selbst eben nur bei Lehrerinnen erlebt. Im Gymnasium hat eine eben aausgenutzt, dass ich oh hein schon der Schwächste im Klassenverband war. Ich habe aber auch außerhalb der Schule hässliche Sachen erlebt und es hat gute zwanzig Jahre gedauert, bis endlich Hilfe bekommen habe. Es geht mir noch lange nicht gut und das wird noch eine Weile so bleiben.

          Ich habe aber ehrlich gesagt das Gefühl, dass ich für Dich hier nur Stichwortgeber bin und empfinde Deinen Anteil am Gspräch alles andere als konstruktiv. Wenn Du nicht nochetwas anderes als schnippische Kommentare für mich übrig hast, dann lass es uns hier bitte abbrechen. Ich denke, dass alles gesagt ist, was es zu sagen gibt.

        • „Für Jungen sind Körperstrafen eben nur offiziell verboten, werden aber noch ummgesetzt“

          Was für Gewalt willst Du denn konkret von Lehrerinnenseite aus erlebt haben und warum hast Du das nicht gemeldet?

        • Mit sieben Jahren bin ich das erste Mal von einer Grundschullehrerin ins Gesicht geschlagen worden, weil ich mit der linken Hand schrieb. Es gab auch Linkshänderinnen in der Klasse, aber die konnte sie ja nicht einfach schlagen, weil man Mädchen ja nicht schlagen darf, Jungs schon.

          Nach dem Übertritt ins Gymnasium kam ich in eine Klasse, in der ich der einzige Schüler aus meiner alten Grundschule war. Ich wurde schnell ausgerenzt und konnte nur schwer wenige Freunde finden, die mir bei den Übergriffen, die ich nun zu erdulden hatte, auch nicht helfen konnten. Zunächst wurde ich nur verfolgt, geschlagen und getreten. Gegenstände wurden mir entwendet und versteckt oder zerstört. Von den Lehrerinnen, die ich um Hilfe und Schlichtung bat, bekam ich zu hören, dass es für Jungen normal sei, Gewalt zu erleben. Ich solle dies akzeptieren. Eine Lehrerin, die mich „besonders ins Herz geschlossen“ hatte, erjklärte, dass ich mich mit meinem Übergewicht und meiner Kleidung zur Zielscheibe mache. Sie forderte von mir, das Essen einzustellen und schlug mir das Pausenbrot auch vor anderen aus der Hand, wenn sie mich mit einem sah. So geschützt durch die Lehrerinnen, ließen einige Mädchen und Jungen sämtliche Hemmungen fallen und kam zu Exzessen bei denen ich teilweise entkleidet und mit Gegenständen penetriert wurde. Diese Vorkomnisse verschwieg ich bei meinen Eltern. Ein Gesuch um Hilfe bei Oberschulamt in meinem Bundesland war zuvor mit einem Fax beantwortet worden, „ob man wegen solcher Lappalien jetzt die Schule räumen solle?“ Hilfsorganisationen, bei denen ich heimlich um Rat zu fragen versuchte, lehnten mich ab, mit der Auskunft, dass man sich nur um Mädchen kümmern könne. Es kämen zwar häufig Jungen mit ähnlichen Problemen, aber auf die sei man nicht spezialisiert. Ich müsse eider gehen.
          Ich magerte auf 53kg bei einer Größe von 1,76m ab udn wurde einmal von einer Lehrerin gefragt, ob alles in Ordnung sei. Als ich dies mit einem Kopfnicken bejahte, sagte sie mir ich sähe richtig gut aus. Damit war die Sache erledigt.
          Da ich keine Hilfe erhielt und auch nicht erhalten konnte, versuchte ich, mir selbst zu helfen. Ich lernte hart und fand in meinen schulischen Erfolgen nach einer Weile die Selbstbestätigung, die ich dringend benötigte.
          Ich wurde in meinem Leben noch mehrere Male von Frauen sexuell belästigt und habe noch das ein oder andere Mal eine schwere Zeit durchgemacht. Das letzte Mal begann vor inzwischen fünf Jahren, als eine Kollegin begann mich sexuell zu belästigen. Hier möchte ich aus verschiedenen Gründen noch weniger ins Detail gehen, als ich das vorher getan habe; aber ich musste auch hier feststellen, dass ich keine Hilfe erhalten konnte – zumindest nicht direkt. Wäre der Fall umgekehrt gewesen, hätte ich zu einer Frauenbeauftragten oder Ombudsfrau gehen können, aber ich musste schnell feststellen, dass mir der Weg versperrt ist. Zwei Jahre später bin ich unter der Retraumatisierung zusammengebrochen und hat dann nicht mehr lange gedauert, bis ich eine großartige Therapeutin gefunden habe.

      • @Arne: „Der unendliche Zirkel, alles noch mal und noch mal und noch mal durchzukauen, wozu in den Blogs schon vor Jahren viel Text geschrieben wurde, nur um nicht aktiv werden zu müssen, nervt.“

        Diese Meta-Debatte hatten wir auch schon ein paar Mal 😉 (sage ich mal als jemand, der erst vor 4 Jahren aktiv geworden ist).

        @PfefferundSalz: „sich über die blöden Feministennüsse aufzuregen kann ja auch Spaß machen.“

        Meine Rede …

        @turbulent_flow: „Für mich waren und sind die Blogs letzten Endes Kristallisationskeime:“

        Sehe ich genauso (allerdings nicht so chemieaffin).

        „Es gibt immer mehr klare Positionen, die von immer mehr Menschen mitgetragen werden.“

        Dazu hat mMn die Masku-Blogosphäre wesentlich beigetragen. Die ist nämlich nach meinem Eindruck eine Art kombinierte Nachhilfeschule und Think-Tank. Ohne die Trockenübungen auf den Masku-Blogs hätte praktisch niemand eine Chance in Debatten gegen kampferprobte Profifeministinnen, die mit allen Tricks arbeiten.

        „wie sehr diese Meinungen auf Kommentarbereiche in anderen Medien übergreifen.“

        Die frühere hegemoniale feministische Deutungshoheit in den Medien ist auf dem Umweg über die Foren der großen Zeitschriften (in denen man weitaus mehr Leute erreicht als in der Masku-Blogosphäre) mMn inzwischen klar gebrochen. Mir fällt auf, daß parallel die Stimmenanteile der Grünen und der SPD massiv gesunken sind. Korrelation ist keine Kausalität, aber Zufall ist das auch nicht.

        „bei der Bundestagswahl mit großer Sicherheit die FDP wird“

        siehe https://tom174.wordpress.com/2017/03/31/geschlechterthemen-im-wahlprogamm-der-fdp

  7. „Sich für die Schule anzustrengen, vermuten die Forscher, gilt in Jungen-Cliquen häufiger als uncool.“

    Was für eine bahnbrechende Erkenntnis! Schon vor 30 Jahren musste man nur einen einzigen Tag in der Schule verbringen, um sofort zu merken, dass es so war (und vermutlich ist).
    Rebellion erntete Bewunderung, und sich zu weigern, für die Schule zu arbeiten, gehörte für Jungs zum guten Ton. Je öfter man es schaffte, Lehrer zur Weißglut zu treiben, desto beliebter war man. Wer dagegen halbwegs mitarbeitete und mittlere bis gute Noten hatte, galt als Streber und war der Feind.
    Dagegen kann ich mich nicht erinnern, dass jemals ein Mädchen als Streberin bezeichnet worden wäre oder wegen guter Noten angefeindet worden wäre.

    Unter denen, die vorzeitig von der Schule abgingen – von der Schule geflogen, die Schulart gewechselt (wegen der Noten), durchs Abitur gefallen – waren ausschließlich Jungs, aber ebenso waren die 20% mit den besten Abiturnoten auch nur Jungs.

  8. Ich komme immer mehr zu dem Schluss, dass geschlechtergetrennte Schulen eine gute Idee sind. Die beiden Geschlechter sind doch in der Entwicklung und Allgemein zu verschieden, um ihnen in einer Institution gerecht zu werden.

      • Was ist daran ein safe space, aus einem sachlichen Grund zwei Gruppen zu trennen. Sind Wettkämpfe nur für Frauen safe spaces? Unterschiedliche Niveaus werden wir im Durchschnitt immer haben, schlicht aufgrund der biologischen Differenzen.

        • Außer in Sport sehe ich keinen sachlichen Grund für eine Trennung.

          Die unterschiedlichen Niveaus gibt es zwar im statistischen Mittel. Der Überlappungsbereich ist aber so groß, dass eine Trennung IMHO keinesfalls gerechtfertigt ist, da sie gerade diejenigen Schüler benachteiligt, die problemlos mit der jeweils anderen Gruppe mithalten könnten.
          AFAIK gibt/gab es in einzelnen Jahrgangsstufen z.B. in „Natur und Technik“ eine Trennung. Die führte nur dazu, die unterschiedlichen Durchschnittsniveaus noch weiter auseinander zu spreizen.

          • Wenn man sich die Leistungen anschaut, ist der Unterschied schon ziemlich groß. Meist allerdings zugunsten von Mädchen, sonst würde viel mehr über dieses Thema geredet. Ich rede auch nicht davon, dass Niveau in „Mädchenschulen“ zu senken. Aber aufgrund der unterschiedlichen Entwicklungsgeschwindigkeit könnte man bei getrennten Schulen eine Menge Feintuning betreiben.

        • Unterschiedliche Leistungsklassen (im Leistungssport) sind aber etwas anderes als eine absolute Trennung in der Schule nur aufgrund des Geschlechts.

        • Die Trennung ist aber nicht absolut sondern nur bei Wettkämpfen oder in Ligen, weil Männer im Schnitt körperlich Leistungsfähiger sind als Frauen. In vielen Vereien/Sportarten trainieren Frauen und Männer nicht getrennt.

          • Eine Geschlechtertrennung in der Schule ist nach dieser Logik auch nicht absolut. Schließlich können Männer und Frauen gemeinsam lernen.

    • Halte ich für Gefährlich, die Abschaffung der Geschlechtertrennung ist etwas was den Westen ausmacht, das wir das Individuum in den Mittelpunkt stellen. Wenn wir nicht damit Aufhören die Menschen in Gruppen einzuteilen und zusätzlich auch noch anfangen sie zu Separieren, dann befürchte ich kommt sowas dabei raus.

      • Sehe ich nicht so. Die Abschaffung der Geschlechtertrennung in der Bildung mag zwar eine heilige Kuh für viele Liberale sein, ich sehe das aber kritisch. Außerdem ist meiner Ansicht nach dem Individuum im geschlechtergetrennten System besser Rechnung getragen, da man sich an seine Bedürfnisse besser annähern kann. Schließlich muss man nicht auch noch auf das jeweils andere Geschlecht Rücksicht nehmen.

        • Die Argumentation ergibt keinen Sinn.

          Wenn ich auf die Individuen eingehe dann zählt das ganze Individuum mit allen seinen dutzenden Attributen und es wird nicht auf ein einzelnes Attribut reduziert.

          Aber warum sollte man dann Individuen die in allen Attributen bis auf eines identisch sind ausgeschlossen werden?

          P.S.
          Ersetz mal in deiner Argumentation Geschlecht durch Religion, Herkunft, Gewicht, Links/Rechtshändigkeit usw.

          • Der Unterschied zwischen Mann und Frau ist weit mehr als nur „ein Attribut“. Männer und Frauen sind sehr verschieden und sie entwickeln sich verschieden bzw. in unterschiedlichen Tempo.
            Der Vergleich mit Religion, Herkunft und Gewicht macht keinen Sinn, da diese keine gesetzten Sachen sind oder keinen Einfluss auf Lernverhalten haben.

        • Wenn wir nicht damit Aufhören die Menschen in Gruppen einzuteilen…

          Die Aufteilung in die Gruppen Mann und Frau stammt nicht vom Menschen, sie ist bilogischer Natur!

          Aber auch in unserer Gesellschaft ist es üblich Menschen in Gruppen „aufzuteilen“, wenn es Gründe dafür gibt.

          Siehe z.B. das Strafrecht. Hier werden die Gruppen anhand des Alters eingeteilt. Dabei liegt der durchschnittliche Entwicklungsstand zugrunde.
          Auch im Wahlrecht wird anhand des Alters in wahlberechtige und nicht wahlberechtige Gruppen eingeteilt.

          Und auch die Einteilung nach Geschlechtern ist heute normal.
          Hier scheint die Entscheidung allerdings feministischen Grundsätzen zu unterliegen, wann es als Diskriminierung (also verboten) oder als Gleichstellung (also erlaubt, bzw. sogar vorgeschrieben) gilt.

          Eine Einteilung in der Schule in Jungs- und Mädchenklassen – besonders in den ersten Jahren, wenn die Kinder ersteinmal die Grundlagen lernen – ermöglicht Lehrpläne und Unterichtsmaterialein gezielt auf die unterschiedlichen Bedürfnisse dieser Gruppen zuzuschneiden.

          Z.B. Thema Lesen:

          Wenn man im Kindergarten fragt, wer ein Geschichte mit Rittern und Drachen hören möchte, melden sich nahezu alle Jungs, während Mädchen die Ausnahme bilden. Geht es um Prinzessinnen und Pferde, ist es genau umgekehrt.
          Kinder können sich umso besser konzentrieren (und damit lernen), je mehr sie ein Thema interessiert, und umso schlechter, je mehr sie sich langweilen.
          Filmindustrie, Verlage usw. wissen das, hier gibt es Jungs und Mädchen auch als getrennte „Zielgruppen“.

          Ein gemeinsamer Unterricht setzt voraus, das es keinen Unterschied gibt.
          Kann es sein, daß sich hier die Gleichstellungsidiologie schon früh durchgesetzt hat?

          Es geht nicht darum, das Mädchen und Jungs unterschiedliche Dinge lernen, oder unterschiedlich bewertet werden sollen, sondern sie mit der für sie am besten geeignetsten Methode zu unterrichten!
          Und es bedeutet auch nicht alle Fächer und Jahrgangsstufen.

        • Wir reden hier über Schule nicht über Kindergarten,

          Koedukation gibt es in Deutschland seit der Weimarer Republik… also mal lange lange lange vor dem ganzen Gleichstellungsschwachsinn.

          Gemeinsamer Unterricht setzt nicht voraus das es keine Ungleichheit gibt sonst müsste man jede Person einzel unterrichten.Denn die Unterschiede innerhalb der Gruppe Männer sind größer als die zwischen Männern und Frauen.

          Das kann man jetzt so noch ewig weiterführen..

          Aber ich hab keinen Bock mir weiter hier Ad Hominem Argumente anzuhören, das ist keine Diskussionsgrundlage

        • Wir reden hier über Schule nicht über Kindergarten,

          …besonders in den ersten Jahren, wenn die Kinder ersteinmal die Grundlagen lernen…
          Im Kindergarten kann man sehr gut erkennen was Kinder interessiert, um dann in der Grundschule dieses Wissen zu nutzen.

          Koedukation gibt es in Deutschland seit der Weimarer Republik… also mal lange lange lange vor dem ganzen Gleichstellungsschwachsinn.

          Koedukation hat eine lange Tradition. Bis Ende des 19. Jahrhunderts erteilte man aus praktischen Gründen im Bereich der Elementarschulen, den heutigen Grundschulen, für Mädchen und Jungen gemeinsamen Unterricht. Da es in der Regel nur einen Dorfschullehrer gab, war der gemeinsame Unterricht von Kindern aller Altersstufen die Regel.
          https://de.wikipedia.org/wiki/Koedukation#Allgemeines
          Dies hatte also „praktische“ Gründe, was auch damit zu tun hatte, daß es für die Mehrzahl der Arbeiter ausreichte Grundwissen im Lesen, Schreiben und Rechnen zu besitzen.

          Unter dem Druck der bürgerlichen Frauenbewegung (s. auch Hedwig Kettler, Gründerin des Frauenvereins „Reform“) und der Jugendbewegung um die Jahrhundertwende gelang es Anfang des 20. Jahrhunderts, die Jungengymnasien für die Mädchen zu öffnen. In der Weimarer Republik entwickelte sich die Koedukation allmählich
          https://de.wikipedia.org/wiki/Koedukation#Erste_H.C3.A4lfte_des_20._Jahrhunderts
          Auf dem Gebiet der späteren DDR wurde die Koedukation 1945 eingeführt, jedoch erst in den 1950er Jahren konsequent durchgesetzt, in der Bundesrepublik Deutschland wurde sie in den 1950er und 1960er Jahren zum allgemeinen Schultyp. West-Berlin, Hamburg, Bremen und Hessen machten in den 1950er Jahren den Anfang, in den 1960er und 1970er Jahren folgten alle anderen Bundesländer.[2] In Baden-Württemberg z. B. erfolgte die Einführung 1966.[3] In Österreich wurde die Koedukation an öffentlichen Schulen 1975 eingeführt.[4]
          https://de.wikipedia.org/wiki/Koedukation#Zweite_H.C3.A4lfte_des_20._Jahrhunderts

          Denn die Unterschiede innerhalb der Gruppe Männer sind größer als die zwischen Männern und Frauen.

          Les` mal den ersten Satz deines Kommentares!

    • Ich erinnere an diese Geschichte:

      At first, Laurie couldn’t decide which kind of tea she wanted. The camomile, which used to be her favorite for lazy evenings at home, now reminded her too much of Carl, who once said, in happier times, that he liked camomile. But she felt she must now, at all costs, keep her mind off Carl. His possessiveness was suffocating, and if she thought about him too much her asthma started acting up again. So camomile was out of the question.

      Meanwhile,

      Advance Sergeant Carl Harris, leader of the attack squadron now in orbit over Skylon 4, had more important things to think about than the neuroses of an air-headed bimbo named Laurie with whom he had spent one sweaty night over a year ago. “A.S. Harris to Geostation 17,” he said into his transgalactic communicator. “Polar orbit established. No sign of resistance so far…” But before he could sign off a bluish particle beam flashed out of nowhere and blasted a hole through his ship’s cargo bay. The jolt from the direct hit sent him flying out of his seat and across the cockpit.

      http://www.snopes.com/college/homework/writing.asp

      Man kann im Unterricht entweder Kamillentee behandeln oder intergalaktische Kriege. Nicht beides gleichzeitig.
      Wählen Sie jetzt aus, wen Sie zu Tode langweilen wollen.

      Alternativ könnte man natürlich den verschiedenen Interessen getrennt gerecht werden, wenn man dafür nicht heilige Kühe schlachten müsste.

      • Genau es gibt ja keine Geschichten die Jungs und Mädchen interessieren.

        Und alle Jungs mögen Geschichten über Intergalaktische Kriege und Frauen sind nur eine Rührseligen Emotions Themen interessiert.

        Und man kann auch nicht abwechseln mal A mal B geht ja nur immer A oder immer B

        Es ist doch eher so das man im Deutschunterricht die dinge Behandelt die im Lehrplan stehen bzw. die der Lehrer gut findet.

        • Und es ist ja auch überhaupt nicht gut für das spätere Leben, wenn man gelernt hat Dinge die einem nicht zu 100% Liegen trotzdem zu erledigen.

        • „Genau es gibt ja keine Geschichten die Jungs und Mädchen interessieren“

          Offensichtlich nicht, denn wenn es sie gäbe, würden sie ja nicht von quasi allen Deutschlehrerinnen ignoriert werden.

          „Und alle Jungs mögen Geschichten über Intergalaktische Kriege und Frauen sind nur eine Rührseligen Emotions Themen interessiert.“

          Nur dumme Menschen können nicht unterscheiden zwischen „deutliche Trends“ und „alle“.

          „Und man kann auch nicht abwechseln mal A mal B geht ja nur immer A oder immer B“

          Wieviele Deutschlehrerinnen können und wollen das? 2%? 4%? Wieviele haben überhaupt jemals gelernt, dass das eine gute Idee wäre? 1%? 2%?

          “ bzw. die der Lehrer gut findet.“

          Das sollte heißen:“…die die Lehrerin gut findet.“ Jene Lehrerin, die mit deutlichem Trend lieber Kamillentee behandelt als Sachbücher oder Abendteuerromane.

          „Und es ist ja auch überhaupt nicht gut für das spätere Leben, wenn man gelernt hat Dinge die einem nicht zu 100% Liegen trotzdem zu erledigen.“

          Ah, du bist also auch der Meinung, Jungs haben selbst schuld. Müssten halt einfach nur pflichtbewusster sein.

        • „Genau es gibt ja keine Geschichten die Jungs und Mädchen interessieren“

          Als bestes Beispiel eignet sich hier wohl Astrid Lindgren:

          Astrid Lindgen hat sehr wohl Bücher fü Jungs und Mädchen geschrieben, wie z.B. Pipi Langstrumpf und die Bullerbü-Reihe.

          Die Mehrzahl ihrer Werke richtet sich aber klar an Jungs oder Mädchen.
          Ronja Räubertochter und die Madita-Reihe sind beispielsweise typische Mädchenbücher, während Karlsson vom Dach und die Kalle Blomquist-Reihe Bücher für Jungs sind.

        • @ Herr Unbekannt

          Spät, aber vielleicht nicht zu spät, mein Kommentar.

          Astrid Lindgren ist auch mir eingefallen.
          Eine andere, von beiden Geschlechtern gleichermaßen geliebte Autorin war Enid Blyton.
          Ihre „5 Freunde“-Reihe war, wie ihre „Rätsel um …“-Reihe ständig in der Schulbibliothek vergriffen.
          Von Pipi Langstrumpf brauchte man gar nicht zu träumen.

          Ich kenne die heutigen Kinder- und Jugendbücher nicht mehr, kann mir aber vorstellen, dass im Zusammenhang mit der Diskussion um die angeblich benachteiligten Mädchen explizit an diese gerichtete Bücher geschrieben werden.
          Was Jungs interessiert, ist derzeit einfach „Äh, bäh“.

          Allerdings – wenn ich zurück in meine Schulzeit (späte 60er, frühe 70er) sinniere, waren Blyton und Lindgren auch damals eher die Ausnahme. Die meisten Autoren schrieben dezidiert für ein Geschlecht.
          Was nicht heißen soll, dass z.B. „Die drei ???“, oder Erich Kästner nur von Jungs gelesen wurde.
          „Hanni und Nanni“ dürften allerdings reine Mädchenbücher gewesen sein.

    • Henrik,

      sehe ich auch so.

      Das wäre zielführend um die Jungs nach formalen Kriterien in schulischen Leistungen noch besser zu machen (die werden ja allzuoft in den Medien nur deswegen schlechtgeschrieben weil man damit das Selbstwertgefühl der Mädchen pushen will)

      Es wäre auch zielführend um den naturwissenschaftlich-technisch begabten Teil der Mädchen besser ansprechen und fördern zu können. Derzeit geht hier viel Potential verloren, da in gemischtgeschlechtlichen Klassen ein hoher Segregationsdruck von innen heraus besteht.

      Gewichtigstes Argument gegen die generelle Aufhebung der Koedukation:

      Da 1-Kind-Familien statistisch dominieren und Mehrkinderfamilien nicht automatisch auch beide Geschlechter beeinhalten, gäbe es gesellschaftlich gesehen keinen Raum mehr wo sich beide Geschlechter in einem per se asexuellen Kontext begegnen könnten.

      Mit den Rahmenbedingungen wäre das heutige Partnerwahlschema (Die Frau wählt den Mann aus) nicht mehr haltbar und man müsste wieder zu Partnerzuweisungen zurückgehen. Was dann wiederum die Trennung erschweren würde und die Frau wieder stärker bindet.

      Am Ende wären die Frauen die Gekniffenen 😉

      • Es wäre auch zielführend um den naturwissenschaftlich-technisch begabten Teil der Mädchen besser ansprechen und fördern zu können. Derzeit geht hier viel Potential verloren, da in gemischtgeschlechtlichen Klassen ein hoher Segregationsdruck von innen heraus besteht.

        Wie kommst du darauf, Peter? Gerade das Gegenteil ist der Fall.
        Mädchen, die von einem naturwissenschaftlich-technischen Unterricht, der speziell auf Mädchen ausgerichtet ist und sich an ihren Interessen orientiert, stärker angesprochen werden, sind bestimmt nicht besonders dafür begabt.
        Von so einer Geschlechtertrennung profitiert vielleicht das Mittelfeld (das später mit MINT eh nichts mehr zu tun hat), aber keineswegs die höher begabten.

        Was den „Segregationsdruck“ betrifft, so muss man den aushalten können. Im Berufsleben muss man das auch.

        • Ob jetzt Unterricht an reinen Mädchenschulen speziell auf Mädchen ausgerichtet sein muss oder wäre?

          Dass sich Mädchen in Mädchenschulen stärker den MINT-Fächern zuwenden bzw. weniger stark abwenden als in gemischgeschlechtlichen Schulen ist allerdings ein Phänomen hierzulande aber auch in anderen Ländern (z.B. USA)

          Siehe auch hier:

          https://www.welt.de/wirtschaft/karriere/bildung/article138162646/Warum-Maedchen-ohne-Jungs-besser-lernen.html

          Die misandrischen Thesen darin würde ich aber verwerfen. Vielmehr scheint es mir eher so zu sein, dass der Anpassungs-
          und Abgrenzungsdruck der geschlechtshomogenen Gruppe schwächer ist, wenn es keine unmittelbare Abgrenzungsreferenz gibt.

          „Was den „Segregationsdruck“ betrifft, so muss man den aushalten können. Im Berufsleben muss man das auch.“

          Kinder sind halt Kinder und noch keine Erwachsenen. Vergiss nicht, wir schreiben hier über Lebensalter wo „Jungs sind doof“ und „Mädchen sind doof“ Allgemeingut ist 😉 Und die Pubertät setzt dann noch ne Ladung Hormone drauf…

      • @ Peter

        „Es wäre auch zielführend um den naturwissenschaftlich-technisch begabten Teil der Mädchen besser ansprechen und fördern zu können.“

        Ich geb Dir prinzipiell recht und bin selbst bereit, die Koedukation in allen Fächern (außer Sport), über die gesamte Schulzeit und um jeden Preis in Frage zu stellen, wenn ich sie auch grundsätzlich befürworte.

        Aber, faktisch scheint Annes Sorge berechtigt.
        Wir haben zwei Mädel, die auf ein katholisches Mädchengymnasium gingen. Die Jüngere wollte dann nach einem Umzug wegen des immens langen Schulwegs auf eine koedukative Schule wechseln und das letzte Schuljahr dort absolvieren.
        Eigentlich wollte sie Chemie studieren und hatte in dem Fach auch sehr gute Noten. An der koedukativen Schule sah sie aber keine Schnitte mehr. Dort war man schätzungsweise 1 Schuljahr weiter, als am Mädchengymnasium.
        Die Trennung hat ihr also direkt geschadet, aber spätestens an der Uni wäre Schluss gewesen.
        Oder willst Du dort auch eine Geschlechtertrennung einführen.
        Und im Berufsleben?

        • Carnofis,

          ein Jahr vor dem Abitur mit dem Stoff ein Jahr zurückzuliegen spricht in der Tat nicht für dieses Mädchengymnasium.

          Das Zentralabitur sollte eigentlich sicherstellen, dass am Ende ein vergleichbarer Wissensstand – zumindest theoretisch – vorhanden ist.

          Diese Prüfungen sollten natürlich identisch sein.

          Sonst besteht in der Tat die Gefahr, dass die Mädels ihre Schulzeit ausschließlich damit verbringen, Topflappen zu häkeln, Lieder zu singen und ihre Namen zu tanzen…(was nicht heißt, dass sie das nicht auch lernen sollten, aber halt nicht nur 😉

          Ob es einen signifikanten Schock gibt, wenn die Jungs und Mädchen dann nach der lauschigen Schulzeit an den Hochschulen aufeinandertreffen?

          Gute Frage…

  9. In anderthalb Wochen finden auch wieder Girls‘ Day und Boys‘ Day statt.
    Ein weiteres Indiz für eine ungerechtfertigte Diskriminierung.
    Die Möglichkeit, in interessante Berufsfelder hineinzuschnuppern, sollte unabhängig vom Geschlecht gewährt werden.

    • „Die Möglichkeit, in interessante Berufsfelder hineinzuschnuppern, sollte unabhängig vom Geschlecht gewährt werden.“

      Dafür gibts schließlich das (je nach Bundesland zwei- oder dreiwöchige) Praktikum, sagt der Praktiker.

      • Ich hab mir damals übrigens in einer Vespa- und BMW-Motorradwerkstatt eine Stelle gesucht (nicht, weil ich diesen Berufswunsch hegte, sondern weil ich mich in meiner Zukunft auf einer fetten BMW-Maschine sah und dachte, es wäre sehr praktisch da schon insides zu haben). Das war extremst einfach, allerdings entgegnete der Inhaber gleich als Erstes auf meine Anfrage: „Dir ist aber schon klar, dass Du niemals einen Ausbildungsplatz erhalten würdest?“

        • Ich hatte noch nichtmal vom Feminismus gehört zu dem Zeitpunkt, könnt ich schwören. Ich war ein 15 Jahre altes, blondiertes Mädchen und schob seine diesbezügliche strikte Ablehnung nicht einmal auf mein Geschlecht, sondern natürlich klar auf meine Körpergröße (auch damals schon 150 cm. Weil sich das nichtmehr änderte – was ich mich zu dem Zeitpunkt noch weigerte vollends anzuerkennen – hab ich übrigens nichtmal den Motorradführerschein gemacht. Meine Traummaschine hätt ich eh nicht fahren können. Zwar behauptete mein Fahrlehrer, wir könnten das auf- und abspringen an roten Ampeln z.B. üben, aber das kam mir doch sehr sehr albern vor…)

        • Die meisten Schüler/-innen haben kurz vor ihrem Praktikum noch überhaupt keinen konkreten Wunsch und machen sich auch wirklich wenig Gedanken darüber. Wer frühzeitig weiß was er will, hat schon hervorragende Chancen. Jedenfalls größere als zu jedem anderen Zeitpunkt in seinem Leben.

          • Um so sinnvoller wäre es, ihnen einmal im Jahr einen Tag lang Einblick in möglichst viele unterschiedliche Berufe zu ermöglichen, und diese Auswahl nicht künstlich rein aufgrund des Geschlechts zu beschränken.

        • Was bringt ein Tag? Kaum was, ne?
          Es ist ne schöne Abwechslung, ein Ausflug halt, aber der typische Praktikumseffekt – Schule ist aber nicht so anstrengend! – muss da ausbleiben.

  10. Es ist tatsächlich müßig, dieselben Argumente nochmal aufzuschreiben, die einen Klick entfernt schon mehrfach nachgelesen werden können. Ich gehe nur auf einen Punkt ein, der recht neu ist, die „Äquivalent zum Gender Pay Gap“.

    Erstens: Der sogenannte Gender Pay Gap ist, so die Kritiker des Begriffs, weitgehend auf Berufsentscheidungen erwachsener Frauen zurückzuführen – für die sie selbst Verantwortung tragen. Die schulischen Nachteile von Jungen lassen sich aber, da es hier um Kinder geht, nicht in ähnlicher Weise ganz in die Verantwortung der Kinder (und minderjährigen Jugendlichen) stellen. Hier kann mit Recht erwartet werden, dass Erwachsene Verantwortung für Kinder zu tragen hätten.
    Äquivalent dazu jedoch eine Verantwortung von Männern für Frauen zu fordern, ist gegenüber beiden Geschlechtern bescheuert.

    Zweitens: Frauen sind beruflich weniger präsent, weil – so Kritiker des Gender Pay Gaps – ihnen andere reale Möglichkeiten zur Verfügung stehen.
    Gerade erst hat Graublau ja bei Geschlechterallerlei darauf aufmerksam gemacht, dass bei Männern die Heiratshäufigkeit SINKT, wenn sie weniger verdienen – und dass bei Frauen die Heiratshäufigkeit STEIGT, wenn sie weniger verdienen. https://geschlechterallerlei.wordpress.com/2017/04/14/fundstueck-sinkende-einkommen-bei-maennern-fuehren-zu-weniger-bei-frauen-zu-mehr-ehen/ Einer von vielen Belegen dafür, dass für Frauen die Ehe weiterhin eine selbstverständlich verfügbare Möglichkeit ist, den eigenen Lebensunterhalt zu sichern – während Männer sich ganz auf den Beruf konzentrieren müssen. (Natürlich: Das ist keine Unterstellung an jede einzelne Frau, beschreibt aber allgemeine Optionen.)
    Jungen in der Schule haben nirgendwo eine ähnliche reale Alternative zur Verfügung. Sie können nicht einfach eine halbwegs verlässliche Karriere als Computerspieler antreten, wenn sie keine Lust auf Schule haben. Auch hier klappt die Konstruktion einer Äquivalenz also nicht.

    Dritter Unterschied: Während der Gender Pay Gap parteipolitisch und medial aufgeblasen wird, zelebriert wird bei solchen Veranstaltungen wie dem Equal Pay Day – werden die deutlichen schulischen Nachteile von Jungen seit Jahrzehnten heruntergeredet. Marcel Helbig zum Beispiel hat damit Karriere gemacht, hat mittlerweile gar eine Professur – er ist aber ein wissenschaftlicher Windbeutel, der einfach politisch opportune Positionen liefert und ohne Zögern in Kauf nimmt, dass er damit den Kindern, um die es geht, erheblich schadet.

    Wer die Nachteile von Jungen mit dem „Gender Pay Gap“-Gerede gleichsetzt, übernimmt damit eigentlich schon Helbigs Positionen. Die Gleichsetzung suggeriert nämlich, auch bei den Hinweisen auf Jungenbenachteiligungen ginge es lediglich um ein aufgeblasenes mediales Phänomen.
    Tatsächlich aber ist das Desinteresse am Thema ein Beleg dafür, wie wenig Wert Kinder – und insbesondere männliche Kinder – in heutigen politischen Debatten besitzen.

  11. Schon klar, ein Einzelfall ist nicht repräsentativ: Aber ich (männlich) habe mich in der Schule nicht besonders angestrengt, es hat mich einfach nicht interessiert und die Note hat nicht so einen wahnsinnigen Motivationscharakter auf mich gehabt.
    Es ist daher wichtig festzuhalten, dass NOTE = BEGABUNG x EINSATZ

    Meine schlechteren Noten sind also auf mein (geschlechterbedingtes?) Verhalten zurückzuführen und keine Diskriminierung.
    Genauso ist es keine Diskriminierung, dass ein Maschinenbauer mehr verdient als eine Absolventin im Fachbereich taiwanesischer Homöopathie.

    Könnten wir bitte mit diesem gleichmachen („Gleichstellung“) aufhören? Chancengleichheit, niedrige Eintrittshürden und gut ist es. Danke.

    • Du schreibst: „Meine schlechteren Noten sind also auf mein (geschlechterbedingtes?) Verhalten zurückzuführen und keine Diskriminierung.“

      „Also“? Also – was? Daraus, daß Du Dich in der Schule weniger angestrengt hast als (z. B.) viele weibliche Schüler, folgt eben nicht, daß Du bei der Notengebung nicht dennoch diskriminiert worden bist.

      Man müßte Deine Benotung vergleichen mit der Benotung von weiblichen Schülern, die sich vergleichbar wenig angestrengt haben: Vielleicht bist Du für *dieselbe* schlechte Leistung *schlechter* benotet worden als die entsprechenden weiblichen Schüler. Das müßte man halt prüfen.

      Nur mal so als autobiographischer Hinweis: Ich habe mich in der Schule immer angestrengt, immer alle Hausaufgaben gemacht, immer für die Klausuren rechtzeitig gelernt. Ergebnis: In den Klausuren in der Regel die Note 4 oder 5. Ich glaube nicht, daß sowas vielen weiblichen Schülern passiert ist …

  12. Ich glaube Manndat hat das Thema schon genug durchleuchtet
    https://manndat.de/

    Was man ansonsten hierbei sieht, sind die Feministische Doppelmoral, und manipulative „Studien“.

    – Doppelmoral:
    Wer sagt, daß es weniger Frauen in den MINT-Bereichen gibt daran liegt, das sie sich – freiwillig – für andere Bereiche entscheiden, wird als Frauenfeindlich bezeichnet.
    Aber zu behaupten Jungs seien schlechter in der Schule weil sie faul und dumm sind, ist völlig in Ordnung.

    Wenn es in irgendwelchen lukrativen Bereichen weniger Frauen als Männer gibt, ist das ein „riesiges“ Problem, etwas, das man so schnell wie möglich ändern muß. Es fließen Fördergelder wie von Zauberhand aus dem Staatlichen Füllhorn. Unzählige Förderprogramme, Werbekampagnen etc..
    Schlechtere schulische Leistungen bei Jungs? Kein Problem!

    – manipulativ:

    ● Mädchen strengen sich mehr an: In Deutschland verbringen 15-jährige Mädchen im Durchschnitt 5,5 Stunden pro Woche mit Hausaufgaben[!]. Die Jungen investierten nach eigenen Angaben nur 3,8 Stunden.

    Wenn jemand für eine gestellte Aufgabe länger braucht als jemand anderes, bedeutet das nicht automatisch, daß er sich mehr anstrengt.
    Und es sagt nichts über die Qualität des Ergebnisses aus.

    ● Lesen bildet, aber Jungen meiden es: 72,5 Prozent der befragten Mädchen in Deutschland gaben an, dass sie zum Vergnügen[!] lesen – aber nur 45,1 Prozent der Jungen.

    Wie die Verteilung wohl wäre, hätte man nach „etwas zu lernen“, „sich zu informieren“ o.ä. gefragt. Mädchen „unterhalten“ sich – Jungs sich kleine Erfinder, Forscher und Entdecker.
    Quantität sagt nichts über Quälität aus!

    ● Jungen schätzen den Wert der Schule geringer ein als Mädchen: 93,7 Prozent der Mädchen in Deutschland lehnen die Aussage ab, die Schule sei Zeitverschwendung. Unter den Jungen weisen nur 85 Prozent diesen Satz zurück.

    Das sagt reichlich wenig über das Lernverhalten aus.
    Da es die Schulpflicht gibt, man also zur Schule muß, kann jemand sie als Zeitverschwendung empfinden, aber dennoch sein bestes geben, um gute Noten zu bekommen.
    Beim Schwimmen in der Schule hielt ich die Frei- und Fahrtenschwimmabzeichen für unnötig, dennoch habe ich mich (erfolgreich) angestrengt sie zu bekommen.

  13. Interessant für mich ist, dass bei einem anonymisierten standardisierten weitestgehenden Multiple-Choice-Test Männer sogar besser abschneiden als Mädchen, während bei einem nicht anonymisierten nicht standardisierten Test Mädchen besser abschneiden.
    Das lässt doch gewisse Rückschlüsse zu. wer behauptet hier könne es keine Diskriminierung geben bei der Beurteilung der Arbeiten, dem ist nicht zu helfen. Noch viel interessanter ist es meines Erachtens wenn man sich Unetrichtsmethodik als Auch Stoff anschaut, auch hier diskriminiert die feminsierte Schule.
    Das Argument, dass Jungen nicht lernen wollen und nur sich gegenseitig belohnen wenn Sie den Unterricht stören, halte ich auch für ein fehlerhaftes Argument. Rund um mich herum sehe ich Jungs die durchaus außerschulisch sich mit Themen beschäftigen, wie z.B. Chemiebaukasten oder Elektrotechnik.

  14. Pingback: Gedanken zu getrenntem (MINT-)Schulunterricht | ☨auschfrei

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