Zweiter Deutscher Gender Kongress am 13.05.2017 in Nürnberg

Am 13.05.2017 findet wohl der zweite Gender Kongress statt

13.05.2017  Nürnberg

DEUTSCHER GENDER KONGRESS
Gender reloaded –
Chancengleichheit für Männer und Frauen in allen Lebensbereichen.

Gender bedeutet Geschlecht. Nicht weibliches oder männliches Geschlecht. Seit den 90´er Jahren jedoch galt: Wo Gender draufsteht, ist Frauenpolitik drin.

Diese Einseitigkeit wird auf dem DEUTSCHEN GENDER KONGRESS aufgehoben. Geschlechterpolitik wird hier in einem ganzheitlichen Sinne verstanden und interpretiert.
Eingeladen sind sowohl Frauen- als auch Männerverbände, die Politik, Medien, Justiz und das Bildungswesen. Grundlage des Diskurses sind gegenseitige Wertschätzung und ein paritätisches und partnerschaftliches Verständnis von Mann und Frau auf Augenhöhe.

Der Kongress möchte einen Beitrag leisten zur Überwindung der bestehenden Polarisierung und der tradierten Rollenmuster in der vorherrschenden Gleichstellungs-, Bildungs- und Familienpolitik in Deutschland.

Zielgruppe

– Mitglieder von Verbänden aus der Jungen-, Männer- und Väterarbeit

– Mitglieder von Verbänden aus der Mädchen-, Frauen- und Mütterarbeit

– Vertreter /-innen aus der Politik, Justiz und den Medien

– Mitarbeiter /-innen aus der Jugendhilfe, den Wohlfahrtsverbänden und der öffentlichen Verwaltung

– Mitglieder von Nichtregierungsorganisationen (NGOs)

– Engagierte Frauen und Männer mit Interesse an ganzheitlicher Geschlechter- und Familienpolitik

vgl auch:

Aus dem Programm 2017:

 

Samstag 13.05.2017 in Nürnberg

09:00 Empfang und Begrüßung
09:10 Grußworte aus der Politik von Vertretern (m/w) der CDU, CSU, SPD, FDP, GRÜNE und LINKE
09:40 Einführungsvortrag „Wie werden heute Frauen diskriminiert und wie Männer“
 
10:00 Einführungsvortrag „Für eine andere Geschlechterpolitik“
10:20 Kurzpräsentationen der Verbände
Referenten und Arbeitsgruppenleiter
11:00 Kaffeepause
11:30 Arbeitsgruppen Panel I
Bildung. Was brauchen Mädchen und Jungen?
Wechselmodell. Die Ausgestaltung nach dem BGH-Urteil vom 1.2.2017?
Medien. Geschlechtsneutrale Berichterstattung in Print, TV und Audio?
Diskriminierung. Wurden früher nur Frauen diskriminiert?
Kuckuckskinder. Wer sind die Täter und wer die Opfer?
Kommunalpolitik. Gleichstellungsbeauftragte auch für Männer?
Familiäre Gewalt. Beschränkt sich häusliche Gewalt auf ein Geschlecht?
Eltern-Kind-Entfremdung. Wie kann der Kontaktabbruch zum Kind verhindert werden?
Umgang. Warum bleibt Umgangsverweigerung folgenlos?
 
12:30 Mittagessen
13:30 Vortrag „Vorsatz und Fahrlässigkeit in der Justiz“
14:00 Vortrag „Defizit in der Gleichberechtigung der Geschlechter“
15:00 Arbeitsgruppen Panel II
Kindeswohl. Wie wird es wissenschaftlich definiert?
Gender Pay Gap. Wie hoch ist der Einkommensunterschied zwischen den Geschlechtern?
Gesundheit. Erfolgen Präventionsprogramme geschlechtsneutral?
Justiz. Geschlechterspezifische Unterschiede in der Strafzumessung?
Quoten. Frauen- vs. Männerquote?
Jugendamt. Wer entscheidet über das Kindeswohl?
Frauen- und Männer-Emanzipation. Geschichte, Gegenwart, Zukunft?
Unterhalt. Rosenheimer Tabelle statt Düsseldorfer Tabelle?
Sprache. Ist geschlechtergerechte Sprache möglich?
Geschlechterpolitik. Geschlechtersensible Gesetzgebung?
 
16:00 PODIUMSDISKUSSION – Geschlechterpolitik 2020
16:00 PRESSEKONFERENZ – Abschluss-Communiqué
16:30 WAHLPRÜFSTEINE – Forderungskatalog an die Parteien zur Bundestagswahl
17:00 Ausblick Kongress 2019 und Verabschiedung
 
17:30 Gründungsversammlung des Bundesverbands Jungen, Männer & Väter e.V., Berlin²
 
19:00 Abendessen
 
20:00 Ausstrahlung des Kinofilms „The Red Pill“ mit deutschem Untertitel
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„Heterosexualität ist eine recht neue Erfindung, es gibt sie noch nicht lange“

Wie sehr feministische Theorie die Realität ausblenden kann erstaunt mich immer wieder. Ganz besonders bei der Idee, dass Heterosexualität, wie man aus dieser Ecke hört, eine vergleichsweise neue Sache sein soll.

Dieser Artikel führt dazu beispielsweise aus:

The 1901 Dorland’s Medical Dictionary defined heterosexuality as an “abnormal or perverted appetite toward the opposite sex.” More than two decades later, in 1923, Merriam Webster’s dictionary similarly defined it as “morbid sexual passion for one of the opposite sex.” It wasn’t until 1934 that heterosexuality was graced with the meaning we’re familiar with today: “manifestation of sexual passion for one of the opposite sex; normal sexuality.”

Whenever I tell this to people, they respond with dramatic incredulity. That can’t be right! Well, it certainly doesn’t feel right. It feels as if heterosexuality has always “just been there.”

Okay, also die Bedeutung von _Wörtern_ hat sich verändert, aber auch das Konzept dahinter?

A few years ago, there began circulating a “man on the street” video, in which the creator asked people if they thought homosexuals were born with their sexual orientations. Responses were varied, with most saying something like, “It’s a combination of nature and nurture.” The interviewer then asked a follow-up question, which was crucial to the experiment: “When did you choose to be straight?” Most were taken back, confessing, rather sheepishly, never to have thought about it. Feeling that their prejudices had been exposed, they ended up swiftly conceding the videographer’s obvious point: gay people were born gay just like straight people were born straight.

The video’s takeaway seemed to suggest that all of our sexualities are “just there”; that we don’t need an explanation for homosexuality just as we don’t need one for heterosexuality. It seems not to have occurred to those who made the video, or the millions who shared it, that we actually need an explanation for both.

Und die Erklärung für Heterosexualität ist auch in der Biology gefunden worden. Sie lautet nicht einfach „Fortpflanzung“, dass geht auch ohne Geschlechter, etwa durch Teilung, sondern der Vorteil ist insbesondere, dass wir damit im „Red Queen Race“ gegen Krankheitserreger mit wesentlich kürzerer Lebensdauer und damit wesentlich schnellerer evolutionärer Anpassungsmöglichkeit einen Vorteil haben. Ich schrieb zu den Vorteilen geschlechtlicher Fortpflanzung:

Der große Vorteil von Sex ist dabei, dass zwei verschiedene Genmaterialien gemischt werden, was verschiedene Vorteile bieten kann:

  • „schlechte Gene“ können aussortiert werden, gute übernommen und angesammelt werden. Bei ungeschlechtlicher Fortpflanzung gilt „alles oder nichts“. Die Zelle teilt sich, es entsteht ein Klon. Hat dieser eine Mutation, dann gibt er sie an seine Nachkommen weiter, aber diese Mutation muss direkt in einem seiner Vorfahren aufgetreten sein, sie kann nicht von einem anderen Stamm übernommen werden (oder nur im wesentlich geringeren Umfang). Ebenso wenig kann man ungünstige Mutationen „loswerden“, wohingegen diese bei zweigeschlechtlicher Fortpflanzung nur in einem Teil der Nachkommen landen können (und mit diesen aussterben können)
  • Unterschiede erhöhen die Anpassbarkeit an besondere Situationen. Ein Gen gegen „Kälteresistenz“ kann in einem besonders kalten Winter bestimmte Nachfahren überleben lassen, ein Gen für einen etwas kräftigeren Schnabel kann sie andere Kerne fressen lassen etc
  • Die „Red Queen Hypothese“:  Sie geht davon aus, dass Tiere mit einem langsameren Fortpflanzungzyklus in einem Wettrennen mit Parasiten und Viren stecken, welches sie zu verlieren drohen, da beispielsweise eine Generation bei einem Menschen 20 Jahre dauert, eine Generation bei bestimmten Viren aber nur ein paar Minuten. Demnach können sich Viren viel schneller auf eine Abwehrmaßnahme zB des Menschen einstellen und eine Mutation, die diese austrickst kann schneller eintreten. Wir laufen in dieser Hinsicht beständig mit den Viren und Parasiten um die Wette und wir müssen – genau wie die rote Königin aus Alice im Wunderland – laufen, um überhaupt auf der gleichen Stelle zu bleiben. Der Genpool führt dazu, dass es Millionen von verschiedenen Varianten von „Menschen“ gibt. Hat ein Virus durch Mutation einen Weg gefunden zB das Immunsystem zu umgehen kann das Immunsystem des nächsten Menschen ein klein wenig anders sein und daher diese Umgehung erschweren oder nicht so effektiv machen. Demnach erschwert ein Genpool die Anpassung an den Wirt, die bei ungeschlechtlicher Fortpflanzung wesentlich schneller eintreten kann.

Gleichzeitig hat dieses System aber Kosten:

Wenn sich ein Lebewesen durch Zellteilung fortpflanzt, dann können Nachkommen schneller produziert werden. Wenn sich ein Wesen durch Klonung pro Generation zweimal fortpflanzt, dann bestehen nach 4 Generationen schon 16 Wesen. Bei sexueller Fortpflanzung bestehen hingegen, weil man immer zwei Wesen braucht, um zwei neue zu schaffen, und sich jedes von diesen zweimal fortpflanzt, immer noch nur 2 Wesen.

Da ist auch noch einmal ausgeführt, dass die Kosten des Sex auch dadurch hochgetrieben werden, dass die Sexualpartner sich finden müssen und insbesondere auch den richtigen Partner finden müssen. Das ist jedoch auch gleichzeitig ein Vorteil, da man so „gute Mutationen“ für seine Nachkommen „hinzuerwerben“ kann. Es hat insofern den Vorteil der sexuellen Selektion, die eine „Höherentwicklung“ fördern kann.

Insofern ist auch der Grund für Heterosexualität etwas komplizierter als die Meisten meinen. Allerdings könnte man ihn auf einer einfacheren Ebene auch schlicht auf: „es ist das bei unserer Spezies bestehende System der Fortpflanzung“ reduzieren.

Homosexualität zu erklären ist hingegen wesentlich schwieriger, schlicht weil dabei keine Nachkommen entstehen und es die Weitergabe der eigenen Gene stark erschwert, wenn man Sex mit dem anderen Geschlecht uninteressant findet.

Die gängigste Erklärung ist daher, dass Homosexualität ein Nebenprodukt anderer Selektionen ist, die auf eine Verbesserung der Weitergabe der Gene im heterosexuellen Sex ausgerichtet sind und dort Vorteile bringen, sei es weil zB weibliche Verwandte von Schwulen durch die gleichen Gene fruchtbarer sind oder die Gebährfähigkeit der Mutter auf diese Weise eher erhalten bleibt. Ein Grund dürfte auch sein, dass wir im Rahmen unserer evolutionären Geschichte immer weiter weg von direkten Austragen intrasexueller Konkurrenz durch Gewalt hin zu Kooperation zumindest in der Gruppe gekommen sind und dabei auch der Testosteronspiegel abgesenkt worden ist und nunmehr näher an der relevanten Grenze liegt, so dass Stress etc sich auch stärker auswirken können.

There’s been a lot of good work, both scholarly and popular, on the social construction of homosexual desire and identity.
Über die Qualität dieser Arbeit werden ich und der Autor wohl verschiedener Auffassung sein: In diesem Bereich gilt aus meiner Sicht der „Primat der Biologie„. Heterosexualität und Homsoexualität kann man nicht verstehen, wenn man sich nicht mit der dahinter stehenden Biologie beschäftigt. Wer über die „Konstruktion“ der Biologie redet, der muss zwingend zumindest die Vorteile geschlechtlicher Fortpflanzung und die Bedeutung der Genweitergabe für die Evolution verstehen.
As a result, few would bat an eye when there’s talk of “the rise of the homosexual” – indeed, most of us have learned that homosexual identity did come into existence at a specific point in human history. What we’re not taught, though, is that a similar phenomenon brought heterosexuality into its existence.

There are many reasons for this educational omission, including religious bias and other types of homophobia. But the biggest reason we don’t interrogate heterosexuality’s origins is probably because it seems so, well, natural. Normal. No need to question something that’s “just there.”

But heterosexuality has not always “just been there.” And there’s no reason to imagine it will always be.

Die Heterosexualität war nicht schon immer „einfach so da“. Da würde ich ihm in der Tat zustimmen. Lange Zeit gab es eben keine geschlechtliche Fortpflanzung und damit weder Heterosexualität noch Homosexualität. Die Sexualität hat sich vermutlich erst vor ca. 600 Millionen Jahren im Neoproterozoikum etabliert. In der Tat gibt es keinen Grund anzunehmen, dass es sie immer gab, selbst die Bibel hat vor die menschliche Sexualität (zumindest) 5 Tage gesetzt.

When heterosexuality was abnormal

The first rebuttal to the claim that heterosexuality was invented usually involves an appeal to reproduction: it seems obvious that different-genital intercourse has existed for as long as humans have been around – indeed, we wouldn’t have survived this long without it. But this rebuttal assumes that heterosexuality is the same thing as reproductive intercourse. It isn’t.

“Sex has no history,” writes queer theorist David Halperin at the University of Michigan, because it’s “grounded in the functioning of the body.” Sexuality, on the other hand, precisely because it’s a “cultural production,” does have a history. In other words, while sex is something that appears hardwired into most species, the naming and categorising of those acts, and those who practise those acts, is a historical phenomenon, and can and should be studied as such.

Or put another way: there have always been sexual instincts throughout the animal world (sex). But at a specific point on in time, humans attached meaning to these instincts (sexuality). When humans talk about heterosexuality, we’re talking about the second thing.

Also die Auffassung, dass Sex und die gesellschaftliche Betrachtung sexueller Praktiken etwas anderes ist. Das ist sicherlich richtig, aber auch die sexuellen Praktiken haben eben über das Begehren einen biologischen Hintergrund, weil dieses Begehren auf Biologie beruht wie Zwillingsstudien zeigen.

Sexualität ist insofern eben gerade keine reine kulturelle Konstruktion. Natürlich kann gleichgeschlechtliche Sexualität auch Funktionen in der Biologie haben, die einen Hang zu diesen Praktiken vorteilhaft machen, aber das ist etwas anderes. Und natürlich kann auch die Lust am Sex gerade im Sinn einer Ausweichsexualität entsprechendes Handeln fördern, aber das bedeutet nicht, dass Begehren rein sozial konstruiert ist.

Hanne Blank offers a helpful way into this discussion in her book Straight: The Surprisingly Short History of Heterosexuality with an analogy from natural history. In 2007, the International Institute for Species Exploration listed the fish Electrolux addisoni as one of the year’s “top 10 new species.” But of course, the species didn’t suddenly spring into existence 10 years ago – that’s just when it was discovered and scientifically named. As Blank concludes: “Written documentation of a particular kind, by an authority figure of a particular kind, was what turned Electrolux from a thing that just was … into a thing that was known.”

Something remarkably similar happened with heterosexuals, who, at the end of the 19th Century, went from merely being there to being known. “Prior to 1868, there were no heterosexuals,” writes Blank. Neither were there homosexuals.

Will der Autor wirklich gerade anführen, dass der Umstand, dass man erst ab einem gewissen Zeitpunkt die Bezeichnung „Homosexualität“ und „Heterosexualität“ hat irgend etwas ändert?

In der Bibel heißt es immerhin schon:

Lev 18,22 EU: Du sollst nicht bei einem Mann liegen wie bei einer Frau; es ist ein Gräuel.

Lev 20,13 EU: Wenn jemand bei einem Manne liegt wie bei einer Frau, so haben sie getan, was ein Gräuel ist, und sollen beide des Todes sterben; Blutschuld lastet auf ihnen.

Das Praktiken, die dazu führten, dass man getötet wurde, nicht unbedingt geeignet waren eine positive Identität auszubilden und das man für das „Normale“ eben keinen besonderen Namen hatte, bedeutet eben nicht, dass es keine Homosexualität oder Heterosexualität gab.

It hadn’t yet occurred to humans that they might be “differentiated from one another by the kinds of love or sexual desire they experienced.” Sexual behaviours, of course, were identified and catalogued, and often times, forbidden. But the emphasis was always on the act, not the agent.

Ich bin mir sehr sicher, dass es auch damals schon genug sexuell behaftete Beleidigungen gegeben hat, vom „Eselficker“ bis zum einem Äquivalent von „Schwuchtel“. Siehe zB „„Wer Männer begehrte, die dem Alter eines eromenos entwachsen waren, wurde als weibisch verspottet. (…) Die Römer haben ihren ebenfalls im negativ wertenden Sinne auf die sexuelle Passivität freier Männer abzielenden Begriff cinaedus wahrscheinlich in hellenistischer Zeit aus dem griechischen Wort kinaidos abgeleitet“

So what changed? Language.

In the late 1860s, Hungarian journalist Karl Maria Kertbeny coined four terms to describe sexual experiences: heterosexual, homosexual, and two now forgotten terms to describe masturbation and bestiality; namely, monosexual and heterogenit. Kertbeny used the term “heterosexual” a decade later when he was asked to write a book chapter arguing for the decriminalisation of homosexuality. The editor, Gustav Jager, decided not to publish it, but he ended up using Kertbeny’s novel term in a book he later published in 1880.

The next time the word was published was in 1889, when Austro-German psychiatrist Richard von Krafft-Ebing included the word in Psychopathia Sexualis, a catalogue of sexual disorders. But in almost 500 pages, the word “heterosexual” is used only 24 times, and isn’t even indexed. That’s because Krafft-Ebing is more interested in “contrary sexual instinct” (“perversions”) than “sexual instinct,” the latter being for him the “normal” sexual desire of humans.

Poststrukturalismus und die aus meiner Sicht naive Überzeugung, dass sich eine Ansicht erst bildet, wenn man ein Wort dafür findet. Aus meiner Sicht macht „wer mit einem Mann liegt, wie mit einer Frau, sollte gesteinigt werden“ recht deutlich, dass man dieses Verhalten weder als normal noch als unproblematisch ansieht.

“Normal” is a loaded word, of course, and it has been misused throughout history. Hierarchical ordering leading to slavery was at one time accepted as normal, as was a geocentric cosmology. It was only by questioning the foundations of the consensus view that “normal” phenomena were dethroned from their privileged positions.

Normal muss noch nicht einmal eine Wertung enthalten. Das Häufige ist normal, das Seltene die Ausnahme. Aber es hat eben häufig auch einen wertenden Charakter. Und die Frage, was häufiger ist, ist eben eine Frage, die nicht der Wertung unterliegt, sondern eine faktische Frage. Die meisten Leute sind heterosexuell.

The emphasis on procreation comes not primarily from Jewish or Christian Scriptures, but from Stoicism

For Krafft-Ebing, normal sexual desire was situated within a larger context of procreative utility, an idea that was in keeping with the dominant sexual theories of the West. In the Western world, long before sex acts were separated into the categories hetero/homo, there was a different ruling binary: procreative or non-procreative. The Bible, for instance, condemns homosexual intercourse for the same reason it condemns masturbation: because life-bearing seed is spilled in the act. While this ethic was largely taught, maintained, and enforced by the Catholic Church and later Christian offshoots, it’s important to note that the ethic comes not primarily from Jewish or Christian Scriptures, but from Stoicism.

As Catholic ethicist Margaret Farley points out, Stoics “held strong views on the power of the human will to regulate emotion and on the desirability of such regulation for the sake of inner peace”. Musonius Rufus, for example, argued in On Sexual Indulgence that individuals must protect themselves against self-indulgence, including sexual excess. To curb this sexual indulgence, notes theologian Todd Salzman, Rufus and other Stoics tried to situate it “in a larger context of human meaning” – arguing that sex could only be moral in the pursuit of procreation. Early Christian theologians took up this conjugal-reproductive ethic, and by the time of Augustine, reproductive sex was the only normal sex.

Ein sehr wesentlicher Punkt dürfte auch sein, dass die meisten Menschen sich sexuell nur von dem anderen Geschlecht angezogen gefühlt haben und daher mit diesem Sex wollten und ihre Abneigung gegen gleichgeschlechtlichen Sex, weil dieser eben nicht ihrem Begehren entsprach, dann mit Begründungen versehen haben.

While Krafft-Ebing takes this procreative sexual ethic for granted, he does open it up in a major way. “In sexual love the real purpose of the instinct, the propagation of the species, does not enter into consciousness,” he writes.

In other words, sexual instinct contains something like a hard-wired reproductive aim – an aim that is present even if those engaged in ’normal‘ sex aren’t aware of it. Jonathan Ned Katz, in The Invention of Heterosexuality, notes the impact of Krafft-Ebing’s move. “Placing the reproductive aside in the unconscious, Krafft-Ebing created a small, obscure space in which a new pleasure norm began to grow.”

The importance of this shift – from reproductive instinct to erotic desire – can’t be overstated, as it’s crucial to modern notions of sexuality. When most people today think of heterosexuality, they might think of something like this: Billy understands from a very young age he is erotically attracted to girls. One day he focuses that erotic energy on Suzy, and he woos her. The pair fall in love, and give physical sexual expression to their erotic desire. And they live happily ever after.

Auch hier wird aus meiner Sicht eher eine künstliche Trennung errichtet. Denn die Begründung über den reproduktiven Instinkt (den es so als Instinkt nicht gibt) ist ja eher ein intellektuelles Nachreichen gewesen, die eine Rechtfertigung für ein Unbehagen geben sollte. Das derjenige damit keine Kinder bekommt dürfte den meisten schlicht egal gewesen sein. Wir können den Aspekt der Fortpflanzung natürlich heute eher ausblenden, weil wir Verhütungsmittel haben und damit ist allgemein ein lockeres Verhältnis zur Sexualität aufgetreten, welches dann auch der Homosexualität zugute kommt.

Without Krafft-Ebing’s work, this narrative might not have ever become thought of as “normal.” There is no mention, however implicit, of procreation. Defining normal sexual instinct according to erotic desire was a fundamental revolution in thinking about sex. Krafft-Ebing’s work laid the groundwork for the cultural shift that happened between the 1923 definition of heterosexuality as “morbid” and its 1934 definition as “normal.”
Will uns dieser Artikel wirklich einreden, dass vor diesem Wechsel Sex zwischen Mann und Frau als „krankhaft“ (morbid) angesehen worden ist? Oder das man es als „abnormal und pervers“ angesehen hat? Eher dürfte das Wort an der Stelle, auf die sich Katz dort stützt von dem Autoren vollkommen anders verstanden worden sein als sein heutiger gebrauch, eher im Sinne einer besonders starken, krankhaften Sexualität.
Der Begriff „Heterosexualität“ ist eine hybride Wortneubildung aus dem Jahre 1868, geprägt vom Schriftsteller Karl Maria Kertbeny aus Griech. ἕτερος heteros ‚der andere‘, ‚ungleich‘ und lat. sexus ‚das männliche und das weibliche Geschlecht‘. Gleichzeitig prägte er als Antonym den Begriff „Homosexualität“. Nach ihm verwendete den Begriff erstmals Gustav Jäger 1880 in der zweiten Auflage seines Buches Die Entdeckung der Seele.[1]
Insofern scheint sich der Autor schlicht an einem vereinzelten Eintrag mit einer anderen Ausrichtung hochzuziehen, die eigentlich keine Rolle spielt und nicht der allgemeinen Verwendung enspricht.

Sex and the city

Ideas and words are often products of their time. That is certainly true of heterosexuality, which was borne out of a time when American life was becoming more regularised. As Blank argues, the invention of heterosexuality corresponds with the rise of the middle class.

The invention of heterosexuality corresponds with the rise of the middle class

In the late 19th Century, populations in European and North American cities began to explode. By 1900, for example, New York City had 3.4 million residents – 56 times its population just a century earlier. As people moved to urban centres, they brought their sexual perversions – prostitution, same-sex eroticism – with them. Or so it seemed. “By comparison to rural towns and villages,” Blank writes, “the cities seemed like hotbeds of sexual misconduct and excess.” When city populations were smaller, says Blank, it was easier to control such behaviour, just as it was easier to control when it took place in smaller, rural areas where neighbourly familiarity was a norm. Small-town gossip can be a profound motivator.

Because the increasing public awareness of these sexual practices paralleled the influx of lower classes into cities, “urban sexual misconduct was typically, if inaccurately, blamed” on the working class and poor, says Blank. It was important for an emerging middle class to differentiate itself from such excess. The bourgeois family needed a way to protect its members “from aristocratic decadence on the one side and the horrors of the teeming city on the other”. This required “systematic, reproducible, universally applicable systems for social management that could be implemented on a large scale”.

Ganz im Gegenteil zu den alten Gesellschaften in der Bibel, die sich nicht differenzierten, sondern schlicht eine fröhliche gemeinsame Steinigung durchführten, wenn ein Mann mit einem Mann schlief. Sehr verbindend.

In the past, these systems could be based on religion, but “the new secular state required secular justification for its laws,” says Blank. Enter sex experts like Krafft-Ebing, who wrote in the introduction to his first edition of Psychopathia that his work was designed “to reduce [humans] to their lawful conditions.” Indeed, continues the preface, the present study “exercises a beneficent influence upon legislation and jurisprudence”.

Krafft-Ebing’s work chronicling sexual irregularity made it clear that the growing middle class could no longer treat deviation from normal (hetero) sexuality merely as sin, but as moral degeneracy – one of the worst labels a person could acquire.

Richtig, eine Sünde, für die Mann gesteinigt wird und die so schlimm ist, dass man ihr noch nicht einmal einen normalisierenden Namen gibt, ist natürlich keine moralische Degeneration und auch kein schlimmes Label: Wir weisen dir hier kein Label zu, aber steinigen müssen wir dich eben leider doch, einfach weil wir das Gemeinschaftserlebnis brauchen, das verstehst du doch sicherlich?

“Call a man a ‘cad’ and you’ve settled his social status,” wrote Williams James in 1895. “Call him a ‘degenerate’ and you’ve grouped him with the most loathsome specimens of the human race.” As Blank points out, sexual degeneracy became a yardstick to determine a person’s measure.

Degeneracy, after all, was the reverse process of social Darwinism. If procreative sex was critical to the continuous evolution of the species, deviating from that norm was a threat to the entire social fabric. Luckily, such deviation could be reversed, if it was caught early enough, thought the experts.

The formation of “sexual inversion” occurred, for Krafft-Ebing, through several stages, and was curable in the first. Through his work, writes Ralph M Leck, author of Vita Sexualis, “Krafft-Ebing sent out a clarion call against degeneracy and perversion. All civic-minded people must take their turn on the social watch tower.” And this was certainly a question of civics: most colonial personnel came from the middle class, which was large and growing.

Stimmt, die Bezeichnung Homosexueller ändert gegenüber der Bezeichnung als „weibisch“, als „cinaedus“ oder wie auch Schwule bei anderen Völkern bezeichnet worden sind, alles.

Though some non-professionals were familiar with Krafft-Ebing’s work, it was Freud who gave the public scientific ways to think about sexuality. While it’s difficult to reduce the doctor’s theories to a few sentences, his most enduring legacy is his psychosexual theory of development, which held that children develop their own sexualities via an elaborate psychological parental dance.

For Freud, heterosexuals weren’t born this way, but made this way. As Katz points out, heterosexuality for Freud was an achievement; those who attained it successfully navigated their childhood development without being thrown off the straight and narrow.

And yet, as Katz notes, it takes an enormous imagination to frame this navigation in terms of normality:

According to Freud, the normal road to heterosexual normality is paved with the incestuous lust of boy and girl for parent of the other sex, with boy’s and girl’s desire to murder their same-sex parent-rival, and their wish to exterminate any little sibling-rivals. The road to heterosexuality is paved with blood-lusts… The invention of the heterosexual, in Freud’s vision, is a deeply disturbed production.

That such an Oedipal vision endured for so long as the explanation for normal sexuality is “one more grand irony of heterosexual history,” he says.

Nur hat diese Darstellung von Freud eben heute keinen Wert mehr, wir haben weitaus bessere Erklärungen gefunden und diese Theorien sind inzwischen überholt.

Still, Freud’s explanation seemed to satisfy the majority of the public, who, continuing their obsession with standardising every aspect of life, happily accepted the new science of normal. Such attitudes found further scientific justification in the work of Alfred Kinsey, whose landmark 1948 study Sexual Behavior in the Human Male sought to rate the sexuality of men on a scale of zero (exclusively heterosexual) to six (exclusively homosexual). His findings led him to conclude that a large, if not majority, “portion of the male population has at least some homosexual experience between adolescence and old age”. While Kinsey’s study did open up the categories homo/hetero to allow for a certain sexual continuum, it also “emphatically reaffirmed the idea of a sexuality divided between” the two poles, as Katz notes.

The future of heterosexuality

And those categories have lingered to this day. “No one knows exactly why heterosexuals and homosexuals ought to be different,” wrote Wendell Ricketts, author of the 1984 study Biological Research on Homosexuality. The best answer we’ve got is something of a tautology: “heterosexuals and homosexuals are considered different because they can be divided into two groups on the basis of the belief that they can be divided into two groups.”

In der Tat gibt es keinen Grund dafür, Homosexuelle oder Heterosexuelle anders zu behandeln. Letztendlich geht es um ein paar Hormone und die darauf aufbauenden Ausrichtungen des Gehirns.

Was nicht bedeutet, dass es keinen Unterschied gibt und das die Heterosexualität gerade erst erfunden worden ist. Beides hat nichts miteinander zu tun.

Though the hetero/homo divide seems like an eternal, indestructible fact of nature, it simply isn’t. It’s merely one recent grammar humans have invented to talk about what sex means to us.

Ja und nein. Es ist weitaus mehr als eine grammatikalische Unterscheidung, die gerade erst erfunden worden ist. Es ist aber gleichzeitig auch kein Grund Leute abzuwerten.

Heterosexuality, argues Katz, “is invented within discourse as that which is outside discourse. It’s manufactured in a particular discourse as that which is universal… as that which is outside time.” That is, it’s a construction, but it pretends it isn’t. As any French philosopher or child with a Lego set will tell you, anything that’s been constructed can be deconstructed, as well. If heterosexuality didn’t exist in the past, then it doesn’t need to exist in the future.

Nur wurde das aber eben gerade nicht belegt.

I was recently caught off guard by Jane Ward, author of Not Gay, who, during an interview for a piece I wrote on sexual orientation, asked me to think about the future of sexuality. “What would it mean to think about people’s capacity to cultivate their own sexual desires, in the same way we might cultivate a taste for food?”

Wahrscheinlich würden wir dann alle schwul werden, jede Menge Sex haben und glücklich sterben. Aber bisher sind alle Bemühungen jemanden umzuerziehen, gescheitert. Wenn Leute schwul blieben, obwohl darauf die Todesstrafe stand (teilweise vollstreckt, mit glühenden Eisenstangen, die in den Anus eingeführt worden) dann wird es durch einfaches „Sein lassen“ erst recht nicht klappen. Heterosexualität ist da nicht anders. Und wenn in einer freien Gesellschaft mit Verhütungsmitteln auch kein Grund für eine Ausweichsexualität auf das eigene Geschlecht mehr besteht (sondern dann lieber auf Pornos, wenn man keinen Sex mit dem anderen Geschlecht bekommt) wird gleichgeschlechtliche Liebe auch deswegen wohl der große Durchbruch versagt bleiben.

Though some might be wary of allowing for the possibility of sexual fluidity, it’s important to realise that various Born This Way arguments aren’t accepted by the most recent science. Researchers aren’t sure what “causes” homosexuality, and they certainly reject any theories that posit a simple origin, such as a “gay gene.” It’s my opinion that sexual desires, like all our desires, shift and re-orient throughout our lives, and that as they do, they often suggest to us new identities. If this is true, then Ward’s suggestion that we can cultivate sexual preferences seems fitting. (For more of the scientific evidence behind this argument, read BBC Future’s ‘I am gay – but I wasn’t born this way’.)

Unwahrscheinlich.

Fewer than half British 18-24 year-olds identify as being 100% heterosexual

Once upon a time, heterosexuality was necessary because modern humans needed to prove who they were and why they were, and they needed to defend their right to be where they were. As time wears on, though, that label seems to actually limit the myriad ways we humans understand our desires and loves and fears. Perhaps that is one reason a recent UK poll found that fewer than half of those aged 18-24 identify as “100% heterosexual.” That isn’t to suggest a majority of those young respondents regularly practise bisexuality or homosexuality; rather it shows that they don’t seem to have the same need for the word “heterosexual” as their 20th-Century forebears.

Wäre interessant da mal die Aufspaltung nach Geschlecht zu sehen. Aber leichte Aufweichungen bedeuten da eben auch nicht viel.

Debates about sexual orientation have tended to focus on a badly defined concept of “nature.” Because different sex intercourse generally results in the propagation of the species, we award it a special moral status. But “nature” doesn’t reveal to us our moral obligations – we are responsible for determining those, even when we aren’t aware we’re doing so. To leap from an observation of how nature is to a prescription of nature ought to be is, as philosopher David Hume noted, to commit a logical fallacy.

Why judge what is natural and ethical to a human being by his or her animal nature? Many of the things human beings value, such as medicine and art, are egregiously unnatural. At the same time, humans detest many things that actually are eminently natural, like disease and death. If we consider some naturally occurring phenomena ethical and others unethical, that means our minds (the things looking) are determining what to make of nature (the things being looked at). Nature doesn’t exist somewhere “out there,” independently of us – we’re always already interpreting it from the inside.

In der Tat wäre es ein naturalistischer Fehlschluss aus der Seltenheit der Homosexualität etwas zu deren Moral herzuleiten. Das eine hat mit dem anderen schlicht nichts zu tun. Was aber eben auch noch nicht dazu führt, dass die Sexualität plötzlich unwesentlich wird.

Until this point in our Earth’s history, the human species has been furthered by different-sex reproductive intercourse. About a century ago, we attached specific meanings to this kind of intercourse, partly because we wanted to encourage it. But our world is very different now than what it was. Technologies like preimplantation genetic diagnosis (PGD) and in vitro fertilisation (IVF) are only improving. In 2013, more than 63,000 babies were conceived via IVF. In fact, more than five million children have been born through assisted reproductive technologies. Granted, this number still keeps such reproduction in the slim minority, but all technological advances start out with the numbers against them.

Socially, too, heterosexuality is losing its “high ground,” as it were. If there was a time when homosexual indiscretions were the scandals du jour, we’ve since moved on to another world, one riddled with the heterosexual affairs of politicians and celebrities, complete with pictures, text messages, and more than a few video tapes. Popular culture is replete with images of dysfunctional straight relationships and marriages. Further, between 1960 and 1980, Katz notes, the divorce rate rose 90%. And while it’s dropped considerably over the past three decades, it hasn’t recovered so much that anyone can claim “relationship instability” is something exclusive to homosexuality, as Katz shrewdly notes.

Und all das ist für die Frage, ob jemand homosexuell oder heterosexuell ist, vollkommen ohne Belang.

The line between heterosexuality and homosexuality isn’t just blurry, as some take Kinsey’s research to imply – it’s an invention, a myth, and an outdated one. Men and women will continue to have different-genital sex with each other until the human species is no more. But heterosexuality – as a social marker, as a way of life, as an identity – may well die out long before then.

Ich würde dagegen wetten. Es steht zuviel Biologie dahinter, die sich so schnell nicht ändern wird. Eher driften wir in die virtuelle Heterosexualität ab.