Was du machen solltest, wenn eine Frau sagt, dass du sexistisch warst

Mal wieder ein großartiger Text, der zeigt, wie autoritär die feministischen Theorien sind:

If you do want to be a feminist, and you find yourself in a conversation with a woman who says she feels that you have said something sexist, here’s a few pointers on how to deal with it.

First of all, if you are more upset about being told that you are being sexist than actually thinking about the problem that has been raised, it means that you are more upset about defending your own ego than validating the experience of the woman in front of you. Sounds a lot like sexism, right?

Oooder man hat recht und sie übertreibt. Oder hat einen falsch verstanden. Oder man versteht tatsächlich mehr von feministischer Theorie als sie. Oder sie kann gar nicht für alle Frauen sprechen und ordnet es schlicht vollkommen falsch ein. Es muss nicht nur um die Bestätigung des männlichen Egos gehen.

I know you think that you “get feminism”, but even feminist women mess up. I say sexist stuff all of the time. Once in a Muay Thai boxing class I said “I kick like a girl”, a comment so cliché that I am actually ashamed of my own lack of imagination. Someone told me I was being sexist, and you know what, I didn’t complain: “Oh my god, I am the least sexist person ever, I’m a woman.” Instead, I said: “Yeah, you’re right. My bad.”

You know why? Because I know the patriarchy has a nasty habit of lodging itself into your brain, and I’m really glad when someone drags it into the light.

Das Argument allein finde ich schon so klasse, dass es sich lohnt den Artikel zu besprechen. Das Argument scheint tatsächlich zu sein:

  • selbst Frauen irren sich bei der Frage, was sexistisch ist und was nicht
  • deswegen sollte man als Mann immer zustimmen, wenn eine Frau einem selbst gegenüber meint, dass das Verhalten sexistisch ist.

Macht in der Tat Sinn.

If a woman is saying you are being sexist, you definitely have to listen, because you’ve never lived life as a woman and don’t know what it is like to face sexism every single waking hour of your life.

Hier nur der Hinweis, dass die Frauen auch nie das Leben als Mann gelebt haben, aber dennoch davon ausgehen, dass sie beurteilen können, ob es dort zu Sexismus kommt.

Und „jede einzelne wache Stunde ihres Lebens?“ Klar, wenn sie nie jemand darauf hinweisen darf, dass sie übertreibt, dann entwickelt sich so etwas.

It is so tedious. While sexism is theoretical to you, it is oh so very real to us, so at least listen to what we have to say. Be thankful that the women around you don’t think of you as a lost cause because “behind every woke man is an exhausted feminist you need to thank.”

Schon eine sehr einfache Weltsicht. Man kann sich anscheinend als Frau nur irren, dass etwas nicht sexistisch ist, aber nie in der Hinsicht, dass etwas sexistisch ist. Was verständlich ist, da letztendlich in diesen radikalen Ideologien alles sexistisch sein kann. Absolut alles.

You’re no longer in denial and you have successfully reached step two.

This bit gets rocky: you actually have to listen to the person who says you have been sexist and think about it. You don’t have to hold your hands up, get down and your knees and pray for mercy from your feminist overladies.

Was sie meint: Du musst nicht. Du solltest aber.

Maybe you didn’t realise until now that you were being sexist: that’s OK. Sexism is so deeply woven into the very fabric of our being that sometimes you can’t see it. The patriarchy isn’t something we opt in and out of, it’s always there. It’s the white noise humming in the background of every interaction. If you still can’t see it or understand it, at least acknowledge that the other person did and listen to what they have to say.

If you’re still denying it even happened then straight to the bloke-not-woke jail. Do not pass go.

If you’ve accepted that it happened: you listened to why we felt what you had to say was sexist, and you’ve taken it on board, then you are on your path to actually being a feminist. Because, guess what: feminism is something you do, not an abstract label you appropriate because women think it is hot.

Wenn du einer von uns sein willst, dann musst du dich absolut unterwerfen und unsere tägliche Unterdrückung anerkennen. Widerspruch ist zwecklos!

Wie bescheuert dieses System ist merkt man wahrscheinlich gar nicht mehr, wenn man erst einmal drin ist.

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40 Gedanken zu “Was du machen solltest, wenn eine Frau sagt, dass du sexistisch warst

  1. iDas Argument allein finde ich schon so klasse, dass es sich lohnt den Artikel zu besprechen. Das Argument scheint tatsächlich zu sein:

    selbst Frauen irren sich bei der Frage, was sexistisch ist und was nicht
    deswegen sollte man als Mann immer zustimmen, wenn eine Frau einem selbst gegenüber meint, dass das Verhalten sexistisch ist.

    Stimmt aber:

    Felix Neureuther sagt nach dem Gewinn der einzigen deutschen Medaille bei den Weltmeisterschaften 2017, nach einer sehr schwierigen Saison, (Alter, Verletzungen, Rückschläge) halt eine sehr emotionale Situation, wo ihm die Stimme versagt und er Tränen in den Augen hat:

    Normalerweise bin ich nicht so eine Pussy

    Eigentlich ist er der typische moderne Mann, sehr hart im nehmen, sehr emotional und empathisch, der sympatischste Skifahrer überhaupt. Und nachdem er sich so überwindet und allen Druck ausgehalten hat, stellt er sich als „Pussy“ dar (was sexistisch ist aber niemand so empfindet).

  2. Hier nur der Hinweis, dass die Frauen auch nie das Leben als Mann gelebt haben, aber dennoch davon ausgehen, dass sie beurteilen können, ob es dort zu Sexismus kommt.

    Hannah ARENDT zu EICHMANN:
    … wie oft ich gelacht habe aber laut (beim Lesen der Vernehmungsprotokolle) Eichmann war ganz intelligent aber diese Dummheit hatte er …. Das habe ich eigentlich gemeint mit der Banalität des Bösen. Da ist keine Tiefe, das ist nicht dämonisch. Das ist einfach der Unwille, sich je vorzustellen, was eigentlich mit dem anderen ist,

    (nur als Appetithäppchen zum Kugeln vor Lachen – Miria über Empathie lesen als Frühschoppen)

  3. While sexism is theoretical to you, it is oh so very real to us,

    Es gibt Hoffnung. Gestern auf Arte – Der kluge Bauch – unser zweites Gehirn:

    Man hat das Mikrobiom ruhiger Mäuse aggressiven Mäusen gegeben und sie wurden dadurch ruhig.

    Social sciences eat this 🙂

  4. Ich finde es erwähnenswert, dass The Independent eine der angesehensten Zeitungen in England ist.

    In der ein Artikel erscheint mit dem Anreisser „While sexism is theoretical to you, it is oh so very real to us, so at least listen to what we have to say – otherwise it’s straight to the bloke-not-woke jail for you

    Das allein ist schon der Beweis, dass Männer nie im Leben Sexismus erfahren, denn Sexismus ist Prejudice + Power, und wer in der angesehensten Zeitung des Landes augenscheinlich unredigierte Texte veröffentlichen kann, hat keine Macht.

    Ich gehe davon aus, dass der gefettete Teil zu mindestens 50% ernst gemeint ist. => Hate Speech Laws.

  5. „While sexism is theoretical to you, it is oh so very real to us“

    Ich weiß nicht wie hier der Altersdurchschnitt ist, aber wer von den Männern musste nicht zum Wehr- oder Wehrersatzdienst, weil er ein Mann ist?

    Und wozu wurden Frauen nochmal gezwungen? 1 Jahr jobben in Australien?

    Feministinnen haben ihre unhinterfragten Glaubensgrundsätze, die i.d.R. falsch oder sogar in der Realität komplett entgegengesetzt sind.

  6. Die Autorin ist übrigens Feministin durch und durch. In einem Artikel über den Umstand, dass Google und Facebook gut daran verdienen, dass sie denen freiwillig ihre Daten in den Rachen wirft:
    now, all you get in exchange for your data is to use these services for free. Hey, like a photograph of someone you would never say hello to in real life and in exchange you can give all your personal information over to a private company. Sounds a like crappy Faustian deal, doesn’t it?

    Ich tu etwas, was ich scheinbar auch lassen könnte.
    Es kostet mich nichts.
    Das ist nicht fair.

    • Hyper-Hyper-Hypoagency

      Once in a Muay Thai boxing class I said “I kick like a girl”, a comment so cliché that I am actually ashamed of my own lack of imagination. Someone told me I was being sexist, and you know what, I didn’t complain: “Oh my god, I am the least sexist person ever, I’m a woman.” Instead, I said: “Yeah, you’re right. My bad.”

      You know why? Because I know the patriarchy has a nasty habit of lodging itself into your brain

      Im Grunde wäre es mir Recht wenn alle meine Kommentare gelöscht und durch ein „Kristy, shut up and make me a sandwich!“ ersetzt werden würden.

  7. Gerade beim Muay Thai sind Frauen mehr als lästig. Trittst du nicht gegen sie an bist du der böse Sexist, trittst du gegen sie an und gewinnst dann sinkst du in der Gunst der anderen Männer (wie kann er nur eine Frau schlagen). Wenn du aber verlierst, dann ist es richtig schlecht (toller Geschlechtsgenosse, verliert sogar gegen eine Frau).
    Deswegen bevorzuge ich „Unnterschicht“ Dojos die meist so nach Testosteron und Schweiß stinken (im wahrsten Sinne des Wortes), dass die meisten Frauen schon aus ästhetischen Gründen einen weiten Bogen darum machen.

    Die wenigen Frauen die dann noch kommen haben, als die Schwänze verteilt wurden, vermutlich gerade ein paar anderen Typen die Fresse poliert.

  8. Paul Elam hat auch für 2 cent zu sagen (naja, 18 Minuten, sind eher 200 cent).

    Schöne Details

    Just remember that giving women the final word, regardless of how long it takes them to get there, even on matters happening within your own mind, is what qualifies you as a male feminist.
    She will tell you when to upset of offended and you can bet it will never be because of anything she said.
    (…)
    Never forget that as a man you have never experienced sexism. I know, I know, some of you rapi… sorry … woke misogynists might even conclude a female telling all males when to talk, what to feel and when to shut up is kinda .. you know .. sexist. But that kind of thinking is just your mansplaining kicking in. Trust me: I have asked real feminist women wether it is sexism when they tell all men to shut up and listen as they define you and to the last one they have assured me it is NOT. It is just them telling the truth which of course only they – as women – are privvy to.
    No sexism in that.
    At all.“

    • [Er adressiert in dem Film feministische Männer]

      Zu dem Absatz: „Be thankful that the women around you don’t think of you as a lost cause because “behind every woke man is an exhausted feminist you need to thank.”“

      Most men become feminist because deep down they want to be a „Good Boy“

      Sure, they piss the rug and whine at night to get attention, but as you can see in a feminists own words, you can still find yourself being tolerated, even praised and rewarded from time to time, if you do your honest best to defer, with your mouth shut and learn all about what real sexism is.
      Do you understand that?
      Good Boy!

  9. Die Überschrift des Artikels lautet

    „Men, if you really think you’re a feminist here’s what to do when a woman says you’re being sexist“

    und der Text selber beschreibt eine der Grundregeln die in männlicher Anhänger des feministischen Kultes befolgen muss. Tut er es nicht, wird er exkommuniziert.

    „otherwise it’s straight to the bloke-not-woke jail for you“

    Also ich persönlich finde das eher was für Hardcore-Masos „listen to what we have to say“ – boah, wie grausam ist das denn wenn man nicht mal dabei lachen darf – aber jedem Tierchen sein Pläsierchen.

    Die Komposition des Artikels deutet den Hintergrund dieser öffentlichen Erläuterung der Glaubensregel an:

    „It takes more than a T-shirt, mate Rex“

    Wenn „feminist“ zu einem Lifestyle-Slogan auf Klamotten wird, verlieren die Hohepriesterinnen ihre Deutungsmacht. Davon sind die Eierstock-Trägerinnen schon etwas angepisst.

    Und natürlich ist so ein Artikel immer auch eine Klickorgie mit großer Aufmerksamkeit für die umgebenden Ads… 😉

  10. Gott sei Dank bekommt man im realen Leben, mit echten Frauen, eher selten ein „das war sexistisch“ an den Kopf geworfen. Selbst wenn es das tatsächlich gewesen wäre, sind die meisten zu konfliktscheu, um das auszuwalzen.

    Meine Antwort darauf wäre vermutlich ein „na klar, das sollte es auch sein“ 🙂

    Mit Kampflesben und SJW, die weder Ironie noch sonst irgendwas verstehen, habe ich keinen Kontakt und würde ihn auch meiden.

    • Am Besten noch mit dem Zusatz. „Na, klar war das sexistisch. Wenn ich Dich nämlich wie einen Mann behandeln würde, dann würdest Du ja erst recht frauentypisch herumplärren, dass man so mit einer Frau niemals umgehen dürfe.“

  11. > Was du machen solltest, wenn eine Frau sagt, dass du sexistisch warst

    Mit den üblichen PUA-Techniken (Agree&Amplify usw.) situationsgerecht kontern. Extra Öl ins Feuer kippen und sie aufziehen. Die Situation ins Absurde eskalieren.

    Wenn sie mitspielt und in die submissive Rolle fällt, super! Wenn sie bösartig wird, full stop, dann ghosten.

    Letztendlich damit genau auswählen welcher Art von Frau man erlaubt Teil seines Lebens zu sein. Feministinnen kriegen den Riegel vorgeschoben, die dürfen was mich angeht ihre fortgeschrittenen Lebensjahre entweder mit mehreren Katzen und/oder einem ‚White Knight‘ an ihrer Seite verbringen den sie innerlich verachten.

  12. „selbst Frauen irren sich bei der Frage, was sexistisch ist und was nicht […] deswegen sollte man als Mann immer zustimmen, wenn eine Frau einem selbst gegenüber meint, dass das Verhalten sexistisch ist.“

    Das ist wirklich selbst auf diesem Gebiet noch ein Klopper. Die eigene FEHLBARKEIT als Begründung zu nehmen, dass einem blind geglaubt werden muss, ist wirklich ein neuer Rekord.

    • Sehr guter Punk!

      Man müßte aber wohl „blind geglaubt“ einschränken auf: blind geglaubt von einem Mann.

      Dein Punkt bleibt von dieser Einschränkung unberührt.

    • Im Prinzip zeigt das ja nur die Verunsicherung von feministischen Frauen. All ihre Theorien dienen nur einem Zweck: Sie müssen sich niemals ihrer Urangst stellen, einer inhaltlichen Auseinandersetzung über ihre Meinung.

      Männer können nicht wie Frauen fühlen. Männer sehen Privilegen nicht. Männer machen andere Erfahrungen. Männer wissen nicht was Sexismus ist.

      Blablabla.

      Alles nur um nicht in die mit sozialen Kosten verbundene Situation zu kommen über die eigene feministische Meinung zu streiten. Die Urangst der Feministin. Weil sie weiß, dass sie verlieren würde. Herrschaftsausübung durch Vermeidung statt Konfrontation….

  13. Bemerkenswert ist oben doch das Zugeständnis: „even feminist women mess up. I say sexist stuff all of the time.“

    Wenn es also selbst gestandenen FeministInnen passieren kann, daß sie häufig sexistische Dinge sagen – was ist dann so schlimm daran?

    Man möchte hierauf entgegnen: Auch FeministInnen sind halt fehlbar – aber darum ist es doch nicht OK, sexistische Dinge zu sagen.

    Aber so einfach ist es nicht. In der Moralphilosophie gibt es einen Slogen, nämlich daß Sollen Können impliziert: Wenn jemand das-und-das tun (unterlassen) *soll*, dann *kann* er das auch tun (unterlassen).

    Wenn wir nun davon ausgehen, daß auch FeministInnen häufig sexistische Dinge sagen, wenn wir weiterhin unterstellen, daß FeministInnen sicher nicht *absichtlich* sexistische Dinge sagen, dann deutet dies darauf hin, daß sogar FeministInnen nicht umhin können, häufig sexistische Dinge zu sagen: sie können nicht anders.

    Was nun von so vorbildlichen Menschen wie FeministInnen gilt, das gilt sicher auch von moralisch so fragwürdigen Subjekten wie Männern: Auch sie können offenbar nicht umhin, häufig sexistische Dinge zu sagen.

    In diesem Fall kann aber für Männer nicht gelten: Sie *sollen* keine sexistischen Dinge sagen (ebenso wenig wie dies für FeministInnen gilt): Sollen impliziert Können, somit impliziert Nicht-Können Nicht-Sollen (gemäß Modus Tollendo Tollens).

    Es ist nicht der Fall, daß Männer / FeministInnen es unterlassen können, sexistische Dinge zu sagen, also ist es nicht der Fall, daß Männer / FeministInnen es unterlassen sollen, sexistische Dinge zu sagen.

    Zu diesem Ergebnis gelangt man, wenn man das obige Zugeständnis „even feminist women mess up. I say sexist stuff all of the time“ ernst nimmt und einige naheliegende Zusatz-Annahmen macht (z. B. daß FeministInnen nicht *absichtlich* sexistische Dinge sagen).

    Dies nur mal als kleine Anregung zum Sonntag … 😉

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