Mike Pence und nicht alleine mit einer Frau essen gehen

In den USA wird gerade über Mike Pence diskutiert:

Aus einem Artikel darüber:

Dass verheiratete Männer mit einer anderen Frau als ihrer eigenen ohne Hintergedanken essen gehen, beispielsweise aus beruflichen Gründen, ist für die meisten Menschen eigentlich kein Diskussionsgrund. Anders ist das beim US-Vizepräsidenten Mike Pence, der ein strenggläubiger evangelikaler Christ ist. Er befolgt die Regel, niemals alleine mit einer Frau außer seiner eigenen, Karen Pence, in einem Raum zu sein oder essen zu gehen. Benannt nach dem berühmten amerikanischen Prediger Billy Graham wird diese Regel auch „Billy Graham-Regel“ genannt. Sie soll vor „Untreue und Unzucht“ schützen.

Das führte zu Protest:

Aus dem Artikel geht hervor, dass Pence an keinen Veranstaltungen ohne seine Frau teilnimmt, bei denen Alkohol ausgeschenkt wird. Er wolle seine Ehe schützen, indem er sich keinen Versuchungen aussetzt. In den sozialen Medien wird diese These seither heiß diskutiert, vor allem weil es gerade im politischen Betrieb nicht unüblich ist, dass Gespräche unter vier Augen geführt werden. Für Clara Jeffery, Chefredakteurin des linksliberalen Magazins Mother Jones ein Beispiel dafür, dass Frauen und Männer nicht gleich behandelt werden. Sie schreibt auf Twitter: „Wenn Pence nicht mit Frauen allein essen will, wird er keine Frauen in führende Positionen berufen. Wie soll eine Frau Stabschefin werden, oder seine Anwältin, oder Kampagnenmanagerin?“

In der Tat limitiert das auch als VizePräsident Gespräche mit Frauen. Er müsste dann zu solchen vertraulichen Gesprächen jemanden mitnehmen oder diese nur an Orten stattfinden lassen, wo eh andere Personen vorhanden sind.

Die MarySue schreibt dazu:

A piece in the Washington Post today on Vice President Mike Pence’s wife, Karen, and their marriage contained a few details involving Pence’s aversion to eating in the company of other women without his wife present. Naturally, this struck some people as odd, other people rushed in on defense for some reason, and now it’s all trending on Twitter.

Pence’s strict dining rules were actually revealed way back in 2002, as the Post notes, “In 2002, Mike Pence told the Hill that he never eats alone with a woman other than his wife and that he won’t attend events featuring alcohol without her by his side, either.” Apparently, either Mike Pence has no friends or colleagues who are women who he’s ever had reason to grab a meal with, or he’s deliberately avoided doing so—neither of which are great options.

First of all, I’d venture a guess that any woman in politics, or any other field for that matter, has had to eat alone with a man who was not her husband, because men are ubiquitous in the business world. The fact that avoiding women has apparently been easy for Pence is, on its own, pretty awful. Then, if he’s avoiding these mealtime situations on purpose, there’s the fact that he’s treating literally any woman as some kind of temptation rather than a human being who should be treated the same as any other human being, with no special rules based on gender. Also, if this is how Pence’s rules for interacting with the world work, they’re incredibly heteronormative, but hey, we can’t act like that’s a surprise coming from Mike Pence.

Andere verstehen das gut und verweisen darauf, dass in solchen Situationen schnell Gerüchte entstehen:

Natürlich kommt auch der Vorhalt, dass er damit anführt, dass ER sich nicht beherrschen könne und dass das natürlich Rape Culture ist.

Als strikte Regel kommt es mir auch sehr übertrieben vor. Ich würde einem Politiker auch nicht raten, dass er sie so mitteilt. Aber bei vielen Treffen könnte es natürlich sehr hilfreich sein.

Wobei ich vermute, dass ein Vize Präsident eh immer Personenschutz dabei haben wird, was das Problem sicherlich auch einschränkt.

Was meint ihr?

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47 Gedanken zu “Mike Pence und nicht alleine mit einer Frau essen gehen

  1. Ich denke Trump hat Pence als Schutz vor Attentaten als Vizepräsidenten auf gestellt. Jeder Attentäter muss dann im Hinterkopf behalten, dass wenn er Trump tötet Pence Präsident wird.

    Pence ist nicht nur einer der sich für so schwach hält, dass er nicht mal alleine mit einer Frau essen kann, selbst wenn die 60 Jahre alt, sondern das ist auch einer der denkt das man Schwule heilen kann:

    und das Kreationismus als gleichwertige Theorie an Schulen unterrichtet wird:

    http://www.awdnews.com/political/mike-pence-wants-creationism-taught-in-public-schools-darwin-is-just-a-theory

  2. Pulp Fiction hat das vor 20 Jahren auf den Punkt gebracht: „Would you give a guy a foot massage?“

    Die Dummheit einer Ideologie lässt sich daran messen, wieviel Realitätsverweigerung sie erfordert.

    • Das Gespräch ist göttlich. (heute22:50h ZDF NEO)

      Travolta versteht, dass sein Chef einen Mann umgebracht haben soll weil er seiner Frau die Füsse massiert haben soll.S.L. Jackson versteht das nicht und Travolta fragt „würdest du auch einem Mann die Füsse masssieren“ und lacht.

      Später sitzt Travolta (voll auf Heroin) mit der Frau (sie voll auf Koks) in einem Restaurant und es funkt eindeutig zwischen den beiden. Dann als Travolta die Gerüchte über den Mord durch Fussmassage erwähnt sagt Thurman „Das ist ja komplett bescheuert“.

      Das schöne dabei ist, dass man so 15 Minuten lang darüber nachdenkt, ob das ein Grund sein könnte jemanden zu ermorden. Und dann nachdem das Problem gelöst ist, weil bescheuert, und es funkt zwischen den beiden fällt sie nach einem erotischen Tanz ins Kokainkoma, einfach göttlich.

  3. Als Unternehmer kann ich ihn nur beglückwünschen. Ich lasse bei Einzelgesprächen mit Frauen auch immer die Tür auf. Ein bisschen Paranoia ist besser als später vor dem Richter zu sitzen.

    • Das geht mit seit der Aufschrei-Kampagne 2013 so ähnlich. Vorher hätte ich mir auch wenig dabei gedacht, mit einer Frau geschäftlich alleine in einem Raum zu sein. Gelernt habe ich durch die Kampagne, wieviele Fettnäpfe da herumstehen und daß nahezu jedes Verhalten je nach Tageslaune als Sexismus interpretiert werden kann, und daß ich das Risiko, daß mir daraus ein Strick gedreht wird, total unterschätzt habe. Frauen lästern ja gerne mit ihren besten Freundinnen ausgiebig darüber, was ihnen bei allen möglichen Männern nicht paßt. Früher blieb dies weitgehend hinter verschlossenen Türen. In der Zeit der (a)sozialen Medien wird das ggf. schwarz auf weiß protokolliert und zu einer Zeibombe, die noch Jahre später losgehen kann. Oder es wird ggf. hinter dem Rücken Rufmord betrieben und man bekommt das gar nicht richtig mit.

      Dieses ständige unterschwellige Gefühl, aufpassen zu müssen, nicht in irgendwelche Fettnäpfe zu treten, macht schon einen Unterschied zwischen Männern und Frauen aus, es absorbiert einen Teil der Konzentration. Wahrscheinlich halte ich deswegen inzwischen unterbewußt 2 – 3 Armlängen Abstand von Frauen, also von normalen Frauen, nicht von Feministinnen, genauer geasgt Frauen, die die typische verqueere feministische Realitätswahrnehmung haben und die überall Frauendiskriminierungen wittern. Wer suchet, der findet – bei denen schalte ich ziemlich bewußt in einem Modus „Angeklagter vor Gericht“ um, wo jede Aussage gegen einen verwendet werden kann.

    • Eben, falsche Vorwürfe passieren zu hauf, auch bei weniger wichtigen Leuten. Was die Frauen bei einen Vizepräsidenten versuchen ist gar nicht auszudenken.

    • Genauso. Traditionalistische religiöse Weltbilder werden gerade von Frauen vehement verteidigt. Im Sinne der Evolution ist das auch nur logisch.

  4. Wieso regt man sich über den einen Pence auf und nicht über ein paar Millionen Muslime, die Frauen noch nicht mal die Hand geben bzw. findet deren eigentlich viel krasseres Verhalten in Ordnung?

    • Weil Pence
      1. Mann
      2. weiß
      3. hetero
      4. nicht trans
      5. nicht behindert
      6. Christ
      7. kein Flüchtling
      8. Republikaner
      9. seit Jahrzehnten stinknormal mit der gleichen Frau verheiratet
      ist und damit für alle linken Genderfeministen das Böse auf Erden darstellt.

  5. Vermutlich sind ihm Gespräche mit irgendeiner Frau einfach zu langweilig, daher hat er nun ne geeignete „Ausrede“ gefunden.

  6. Manager vermeiden 4 Augen Gespräche mit Frauen hinter verschlossener Tür.

    Vor einiger Zeit gab es einen Artikel, dass Politiker weibliche Assistenten vermeiden, weil man mit seinem Assistenten sehr oft allein unterwegs (z.B. abends auf alkoholhaltigen Empfängen) ist.

    Mittelständige Arbeitgeber wie Anne Nüm laden Frauen zu bestimmten Vorstellungsgesprächen erst gar nicht mehr ein, weil sie keine Lust auf das Gerichtsverfahren haben, falls sie sie nicht nehmen wollen.

    MGTOW nimmt weltweit zu, weil Porno nicht so viel schlechter, aber viel weniger gefährlich und anstrengend ist.

    Ob jemals aufgearbeitet wird, wie viel Schaden Feminismus (gerade auch bei Frauen) angerichtet hat?

  7. Das ist Kopftuchdenken ohne Kopftuch, dieselben irren Denkmuster in Bezug auf die angebliche männliche Kontrollunfähigkeit, darin sind sich Feministen, Muslims und Evangelikale einig, was zu erwarten war!

  8. Jeder andere Ratschlag für Männer in den USA und Kanada ist gefährlich.
    Dank social media (denk mal drüber nach, die Idiotenproteste, das sind die kids die in social media aufgewachsen sind) erst Recht.
    Sowohl das Sozialprestige als auch die körperliche Freiheit, sind nicht mehr gesichert und unter der eigenen Kontrolle.
    MGTOW sind da nicht diejenigen, mit der lockeren Schraube, wenn sie die selben Tipps geben.

  9. Die Affäre hat mir mal wieder SO RICHTIG gezeigt, in welch bescheuerter Welt wir leben.
    Einmal Pence selbst: Zu wissen, dass man menschlich und fehlbar ist, ist gut, aber wer SO misstrauisch gegen sich ist, erscheint mir doch schon weird, nicht zu sagen labil. Soll jemand politische Macht haben, der nicht einmal glaubt, seine Hände kontrollieren zu können?

    Dann aber natürlich auch der Outrage darüber. Letztlich ist es doch wohl sein Selbstbestimmungsrecht, mit wem er allein ist. Ja, dass es Probleme bringt, dass damit Frauen gewisse Positionen verschlossen bleiben, ist ein zutreffender Punkt – aber niemand würde einer Frau Vorwürfe machen, wenn sie nicht mit Männern allein sein will. Einem Moslem oder orthodoxen Juden, der ebenso wie Pence argumentiert, würde man vermutlich auch eher nachsehen.

    Und zuletzt dann natürlich der zum Himmel schreiende Punkt, dass Pences Begründung zwar schräg ist, aber es ja tatsächlich andere gute Gründe gibt, in einer Machtposition das Alleinsein mit Frauen zu meiden.
    Ich hörte auch, dass viele männliche Lehrer peinlich darauf achten, niemals allein in einem geschlossenen Raum mit einer Schülerin zu sein. Die Affären um Brüderle oder Tim Hunt haben auch nochmal gezeigt, was für eine effektive Waffe der Sexismusvorwurf geworden ist und gerade ein (nicht ganz zu Unrecht) verhasster Mann wie Pence hat viele Feinde, die auf genau so etwas warten und hoffen. Stokowskis Gedankenspiele in die Richtung haben wir ja auch nicht vergessen…

    Tja… das ist die „darkest timeline“, in der wir leben. Da muss ich jemanden, den ich verabscheue für eine Beklopptheit verteidigen, weil es andere, unbekloppte Gründe gibt, die ihm Recht geben.

  10. Für Feministinnen wie Alice Schwarzer sind wir Männer alles schwanzgesteuerte, machttrunkende Böcke, die sich nicht unter Kontrolle haben.
    Jetzt kommt ein mächtiger Mann daher, der unter gleicher Annahme sämtliche Risiken vermeidet. Und es ist böööse….
    Mein Vorschlag: man lasse eine alte gesellschaftliche Rolle aus dem späten 19. Jahrhundert wieder auferstehen. Die Anstandsdame.
    Vorteil: viele freie Stellen in Politik und Wirtschaft für AbsolventI*nnen_xe von Gender studies.
    Mit eingebautem Jungfrauen-Alarm auch Industrie-4.0 kompatibel.

  11. Hey, immerhin lehnt er das ja nicht ab mit der Begründung, SIE könnte über IHN herfallen. Das wäre ja nochmal um einige Grade heftiger.

    Wenn diese Verdächtigung von einer Frau käme und sie dies als Begründung dafür nähme, niemals alleine mit einem Mann in einem Raum sein zu wollen, hätten dieselben Leute, die sich jetzt empören, auf einmal vollstes Verständnis. Typisch feministische Doppelmoral.

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