Der Mann als Beschützer

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Mann als Beschützer (von Erzählmirnix gesammelt)

Mann als Beschützer (von Erzählmirnix gesammelt)

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107 Gedanken zu “Der Mann als Beschützer

  1. Aus der Perspektive von jemanden, der sich nicht mal vorstellen kann wie es ist unter der Erwartung zu stehen, die eigenen Knochen hin zu halten, ist das eine ziemlich billige Kritik.

    • Absolut. Wegen solch einer Kritik sind schon viele Männer in den Krieg gezogen. Und im Nachhinein werden dann Frauen wie erzählmirnix sich hinstellen und sich über die ganze Gewalt beschweren.

      Die Kritik ist nicht nur billig, sie ist beleidigend, und unter Umständen gefährlich. (Wir haben diese Umstände nicht, ich weiß. Im ersten Weltkrieg war das aber eine Taktik um die Männer zum Wehrdienst zu bewegen)

      • @Benyi R.:

        »Wegen solch einer Kritik sind schon viele Männer in den Krieg gezogen.«

        Wegen Erzählmirnix‘ Kritik wohl kaum! Sie kritisiert ja gerade die Ansicht, dass der Mann sich in dieser Situation bedingungslos hätte in Gefahr schmeißen müssen (und seine Freundin wegen Fehleinschätzung der Situation womöglich zusätzlich gefährdet hätte). Die (bildlich gesprochen) »Kriegstreiber« sind hier die ganzen Superhelden auf Twitter!

        • Tatsächlich ist aber auch die Suggestion Männer müssten ihre Frauen nicht verteidigen falsch. Unter anderem deswegen ist das für Männer ein so schwieriges Dilemma.

        • @lh:

          »Tatsächlich ist aber auch die Suggestion Männer müssten ihre Frauen nicht verteidigen falsch.«

          Eine solche Suggestion lese ich bei EMN aber qua gegebenem Kontext nicht heraus. Es ist der kurzschlüssige Sprung in die Dekontextualisierung, der zu all diesen Diskussionen führt.

        • Also kritisiert sie, dass all die Männer zwar das Maul groß aufreißen, aber ihrer Meinung nach nicht die Eier haben in der Situation was zu tun?

        • @lh:

          Andersherum: die nicht das Hirn haben zu kapieren, dass eine solche Situation nicht berechenbar ist und auch für die Maulhelden nicht wäre. Sie kritisiert fehlendes Hirn, nicht fehlende Eier.

        • Fehlendes Hirn bei anderen zu kritisieren ist häufig ein Zeichen für eigenes fehlendes Hirn – oder sagen wir Verständnis.

          Meine These ist ja wie unten beschrieben, dass es gar nicht um die Frau, sondern um die Ehre geht. Und dann ist Selbstdarstellung tatsächlich wichtiger als Realität. Und wer kommt schon in die Situation? Maulheldentum ist daher eine rational sinnvolle Lösung des Problems – allerdings nur, so lange es glaubwürdig ist.

        • @lh:

          »Fehlendes Hirn bei anderen zu kritisieren ist häufig ein Zeichen für eigenes fehlendes Hirn«

          Aber doch nicht, wenn man es wie in den gescreenshotteten Tweets fingerdick aufs Brot geschmiert bekommt.

          »Meine These ist ja wie unten beschrieben, dass es gar nicht um die Frau, sondern um die Ehre geht.«

          Nur dass wir von Ehre und Ehrgefühl des Betroffenen genau nichts wissen. Um wessen Selbstdarstellung geht es also? Doch wohl um die Selbstdarstellung derer, die nicht dabei waren, aber meinen deklarieren zu müssen, was »Das Richtige«® zu tun gewesen wäre.

        • Ganz genau. Und sie haben Recht damit. Erzählmirnix versteht als Frau nur nichts von Männlichkeit.

          Wenn es eine wichtige Grundregel gibt, dann sich als Mann nie von einer Frau etwas über Männlichkeit erzählen zu lassen. Ich frage ja auch nicht einen Kerl, wie sich Menstruationsschmerzen anfühlen – und Männer sind sowohl besser darin, sich in andere hineinzuversetzen, als auch das zu beschreiben.

          Wenn Frauen einem etwas über Männlichkeit erzählen wollen, dann ist das eine Art Shit-Test. Sie schauen, ob sie den Mann in die Richtung drücken können, oder ob er ein „echter Mann“ ist, bei dem das nicht geht.

          Deswegen sind solche Ausführungen von Frauen über Männlichkeit für den suchenden Mann durchaus interessant: Denn im Shit-Test-Prinzip steckt System. Wenn wir das zurück auflösen kommen wir zu dem Schluss, dass wenn eine Frau im Gespräch eine These zu Männlichkeit entwickelt, das Gegenteil wahrscheinlich richtig ist.

        • @lh:

          »Und sie haben Recht damit.«

          Wer hat Recht womit? Die Maulhelden mit ihrer Besserwisserei in Bezug auf die ausgebliebene Hilfeleistung? Wohl kaum.

          EMN in Bezug auf die Maulhelden? Klares »Ja« meinerseits.

          »Wenn Frauen einem etwas über Männlichkeit erzählen wollen, dann ist das eine Art Shit-Test.«

          Und das soll jetzt eine treffende Aussage über EMN und ihre Maulheldenkritik sein? Mich erinnert das gerade an unsere Diskussion bei man tau – ich werde den Eindruck nicht los, dass Du regelmäßig Betrachtungsebenen verwischst.

        • Es gibt nunmal viele Betrachtungsebenen.

          Ich hatte oben schon dargelegt, warum sie Recht damit haben. Wenn Du mir widersprechen willst, musst Du das bitte ausführen.

          Aber ja, den Hahnenkampfaspekt unserer Diskussionen gibt es wohl. Du hast angefangen, warum beschwerst Du Dich?

        • Ich würde es ja lieber durch den Austausch von Argumenten ausdiskutieren. Das finde ich produktiver.

          Deiner Argument gegen meine Ehre-These war „wir wissen nichts über das Ehrgefühl des Betroffenen“, ja? Es geht dabei übrigens nicht um das Ehrgefühl des tatsächlich Betroffenen, sondern die Handlungsmotivation der Kommentatoren, über die sich Erzählmirnix lustig macht.

        • @lh:

          »Ich würde es ja lieber durch den Austausch von Argumenten ausdiskutieren.«

          Ich habe halt nicht beliebig viel Zeit für Forendiskussionen.

          »Es geht dabei übrigens nicht um das Ehrgefühl des tatsächlich Betroffenen, sondern die Handlungsmotivation der Kommentatoren, über die sich Erzählmirnix lustig macht.«

          Genau das ist ja der Bezugsebenenwechsel, von dem ich sprach. Aber gut. Warum ich EMN beipflichte: was ist das für eine Ehre, die ich auf dem Sofa verteidige, aber der ich in der realen Situation aller Voraussicht nach nicht gerecht werden kann?

          Und wieso soll ich annehmen, dass Frauen sich da nicht einfühlen können? Natürlich kenne ich Menstruationsschmerzen nicht aus eigener Erfahrung, aber ich kann mir davon erzählen lassen, und dann kann ich das ein Stück weit nachvollziehen.

          Dieses ganze Inkommensurabilitätsgerede geht mir mächtig auf den Zeiger, ganz egal, ob es nun von Feministinnen kommt oder von sonst wem. Als Menschen haben wir die Fähigkeit zur Empathie und zur Perspektivübernahme. Manchmal erfordert der Einsatz dieser Fähigkeit mehr Aufwand, manchmal weniger. Aber es gibt keine Perspektive, die nicht mit dem entsprechenden Aufwand nachvollzogen werden könnte. Was nicht bedeutet, auf eine Wertung verzichten zu müssen.

          Von wem ich mir etwas sagen lasse, hängt daher vom Argument ab, nicht vom Geschlecht, nicht von der Hautfarbe, nicht vom Alter, nicht von der Klassenzugehörigkeit.

        • was ist das für eine Ehre, die ich auf dem Sofa verteidige, aber der ich in der realen Situation aller Voraussicht nach nicht gerecht werden kann?

          Du hattest doch diese sehr interessante Rezension von Donovans „Way of Men“ geschrieben, oder verwechsele ich das? Seine Beschreibung dessen, was Ehre ist, ist sehr gut. Versuch mal das Problem sowohl des Freundes im Zelt als auch der Kommentatoren durch die Augen von Donovan zu sehen.

          Es geht nicht darum, eine Frau zu beschützen. Es geht darum den glaubhaften Eindruck zu erwecken, dass man es tun würde und tun könnte. Und auf keinen Fall den Eindruck entstehen zu lassen, man könnte oder würde nicht.

          Diesen Eindruck der Impotenz versuchen die Kommentatoren zu vermeiden. Man kann in Frage stellen, ob ihnen das gelingt. Man kann auch meinen, dass ihre subjektive Notwendigkeit dagegen zu Signalisieren ein Ausdruck von Unsicherheit und Schwäche ist. Aber beides ist immer noch besser, als den Eindruck zu erwecken, man würde gar nicht wollen, weil man es sich nicht zutraut.

          [Das mit weiblichen Ansichten über Männlichkeit ist nicht das Thema hier, deswegen werde ich das nicht ausbreiten. Aber wenn ich Männern irgendeinen Rat geben würde, dann niemals sich von Frauen etwas über Männlichkeit erzählen zu lassen.]

        • @lh:

          »Du hattest doch diese sehr interessante Rezension von Donovans „Way of Men“ geschrieben, oder verwechsele ich das? Seine Beschreibung dessen, was Ehre ist, ist sehr gut. Versuch mal das Problem sowohl des Freundes im Zelt als auch der Kommentatoren durch die Augen von Donovan zu sehen.«

          Ich denke, dass Donovans Beschreibung der männlichen »Gang« tatsächlich im Wesentlichen anthropologisch korrekt ist und er ein kongeniales Gespür für das Funktionieren dieser Sozialform hat.

          Aber das ist nicht das Ende der Diskussion, sondern ihr Anfang. Erstens bereits für Donovan selbst: diese anthropologische Beschreibung bleibt bei ihm nicht im leeren Raum stehen, sondern er baut sie (in »Becoming a Barbarian«) in der Form der »barbarischen« Gang als Gegenbild zur Zivilisation aus.

          Das heißt in unserem Kontext: die kommentierenden Sofa-Helden auf der anthropologischen Ebene als um ihre Ehre bemüht zu beschreiben ist kein falsches, aber ein unvollständiges Argument. Denn der Mensch ist nicht nur seine Anthropologie, sondern auch seine Zivilisation, und »Zivilisation« ist die Erweiterung der menschlichen Anthropologie um Institutionen, d. h. um »künstlich« erschaffene Lebensumwelten, die das menschliche Denken um jene entwicklungspsychologischen Kompetenzebenen erweitern, die wir nur aufgrund unserer Institutionen und nicht bereits allein aufgrund unserer Anthropologie erlangen.

          Genau dadurch entsteht auch ein menschliches Vermögen zur Selbstdistanz und zur Wertstellungnahme in Bezug auf die eigenen anthropologischen Dispositionen. Mein Lieblingsbeispiel ist hier die sexuelle Askese nicht nur der christlichen Mönche, die sich nur in der Retrospektive als »Sexualfeindlichkeit« brandmarken lässt, die in ihrer eigenen Entstehungszeit und -umwelt aber selbst ein Akt der Emanzipation vom Diktat der menschlichen Natur gewesen ist.

          Konkret angewendet: Dein anthropologisches Argument hebt die Legitimität von Erzählmirnix‘ Wertstellungnahme gegen ein »bloß anthropologisches« und damit eben nicht »zivilisiertes« Verhalten nicht auf. Das ist (mutatis mutandis, siehe das Thema der »sexuellen Fantasien« in unserer Diskussion bei man tau) in meinen Augen gerade keine »Gesinnungsethik«, sondern im Gegenteil die Absicht, eine »zivilisierte« Verantwortungsethik einzufordern.

        • Über den ganzen Donovan müssen wir an dieser Stelle meiner Meinung nach nicht diskutieren (es wäre aber an anderer Stelle mal interessant). Es geht mir nicht um seine gesellschaftspolitischen Vorstellungen sondern nur um seine Erläuterung dessen, was Ehre eigentlich ist. Der Begriff gilt ja heute (wie viele Aspekte von Männlichkeit) schon fast als anrüchig und er liefert einer der wenigen mir bekannten modernen und rationalen Erklärungen des Phänomens, aus denen heraus dann meiner Meinung nach das Verhalten der kritisierten Männer verstanden werden kann.

          Im Sinne Deiner Unterscheidung von Anthropologie und Zivilisation ist festzustellen, dass wenn man nachts aufwacht und einem ein fremder Typ eine Machete an den Hals hält um die Freundin zu vergewaltigen, die Zivilisation an der Stelle so oder so zu Ende ist, ob einem das passt oder nicht. Daher ist es nur folgerichtig, dass dann das, was Du Anthropologie nennst, hervorgekramt wird und auf seine noch vorhandene Qualität überprüft werden muss.

        • @lh:

          »Im Sinne Deiner Unterscheidung von Anthropologie und Zivilisation ist festzustellen, dass wenn man nachts aufwacht und einem ein fremder Typ eine Machete an den Hals hält um die Freundin zu vergewaltigen, die Zivilisation an der Stelle so oder so zu Ende ist, ob einem das passt oder nicht.«

          Jetzt hast Du aber schon wieder die Bezugsebene gewechselt. Das kann ich jetzt freilich einfach so verstehen, dass Du meinem Argument zu den Sofa-Maulhelden nicht widersprichst. In Bezug auf die Vergewaltigung hast Du zwar Recht, dass genau dort die Zivilisation durchbrochen wird, aber diese ausgebliebene Hilfeleistung bewerten kann doch eben nur, wer die Details der Situation kennt.

        • Meine These zu den von EMN kritisierten Kommentatoren ist, dass sie zwar den Zivilisationsbruch nicht selbst erlebt haben, aber die Information, dass beim Zelten in Bonn am Rhein die Zivilisation plötzlichen enden kann oder könnte, zeigt auch diesen Leuten wie wenig Schutz diese Zivilisation zu bieten vermag. Daher müssen sich dann auch etliche Unbeteiligte der vorzivilisatorischen Mittel vergewissern.

          Ob jemand die tatsächlichen Umstände und die Situation des Freundes im Zelt tatsächlich halbwegs richtig erfassen und bewerten kann, ist dabei gar nicht wichtig. Denn die Kommentatoren bewerten nicht in erster Linie den, sondern betreiben Selbstdarstellung nachdem sie die Situation auf sich selbst bezogen haben.

    • So wie ich EMN verstehe, kritisiert sie niemanden, der seine Frau/Freundin beschützen will, oder es auch sein lässt, sondern sie wird einfach nur misstrauisch, wenn Leute Lösungen für Probleme haben, die sie nicht mal kennen. Zu Recht, wie ich finde.

  2. Ob ich der Frau in meinem Zelt helfen würde und mit einer hohen Wahrscheinlichkeit mein Leben verlieren würde, würde davon abhängen wie viel mir die Frau bedeuten würde. Bei der Mutter meiner Kinder die mich bedingungslos liebt würde ich das ohne Frage machen selbst wenn ich dabei zu 100% sterben würde, bei jeder Anderen vermutlich nicht da ich inzwischen zu negativ über Liebe und den ganzen Beziehungsquatsch denke.
    Bei einem sehr guten Freund würde ich vermutlich auch mein Leben riskieren.

    Mag vielleicht feige sein aber ich riskiere nur etwas wenn das Resultat es rechtfertigt. Tatsächlich ist es nicht die Angst vor dem Tod die mich schreckt (ich würde mir sogar genau diese Art von Tod wünschen wenn ich die Wahl hätte) sondern eher das Gefühl zu haben für etwas zu sterben, dass mir nicht sehr viel bedeutet.

    • Für Freunde und Familie gehe ich gerne Risiko ein, für Fremde nicht. Das ist meine Philosophie und selbst für dieser wird man häufig angegriffen. Dabei hält in der Realität so gut wie keiner seinen Kopf für Fremde hin. Warum auch?

    • @PfefferundSalz:
      „Bei der Mutter meiner Kinder die mich bedingungslos liebt würde ich das ohne Frage machen selbst wenn ich dabei zu 100% sterben würde, bei jeder Anderen vermutlich nicht da ich inzwischen zu negativ über Liebe und den ganzen Beziehungsquatsch denke.“

      Existiert diese Person, die du retten würdest, selbst wenn du dabei stirbst?

        • @Peter Müller:

          so ähnlich… Die Frage spielt eher in die Richtung, ob er die (wenn vorhandene Partnerin) entsprechend wertschätzt wie oben beschrieben 😉

        • @PfefferundSalz:
          Hast du eine Partnerin und falls ja, würdest du diese entsprechend verteidigen/beschützen?

          „…bei jeder Anderen vermutlich nicht da ich inzwischen zu negativ über Liebe und den ganzen Beziehungsquatsch denke.“

          Der Teil deiner Aussage geht für mich in die Richtung, dass du möglicherweise eine Partnerin hast, die dir das entsprechende Risiko aber nicht wert wäre…
          Daher die Frage.

          Wenn du negativ über Liebe und Beziehung denkst, wie kommt es dann zu der Aussage, es gäbe die Möglichkeit, dass du eine Frau selbst unter dem Einsatz deines Lebens rettest?

        • @Miria
          Nein, ich habe im Augenblick keine Partnerin.
          Und was ich schrieb, dazu stehe ich auch. Wenn die Frau meine Gene weiter getragen hat, bzw. gerade dabei ist, dann würde ich mich ohne Zögern in ein Messer stürzen um sie zu retten. Wenn sie das nicht tut – egal aus welchen Gründen – dann nicht. Ich sehe das alles aus evolutionärer Sicht und vermutlich tun das auch die meisten, die sich für ihre Familie opfern.
          Nur ein Idiot hat in einer solchen Station keine Angst. Um diese Angst zu überwinden bedarf es eines Profis der regelmäßig darauf gedrillt wurde oder eines starken Motives. Da ich kein Elitesoldat bin, benötige ich letzteres.

        • @PfefferundSalz:
          „Und was ich schrieb, dazu stehe ich auch.“

          Das wollte ich dir nicht absprechen. Fand es lediglich interessant, zu verstehen…

          „Wenn die Frau meine Gene weiter getragen hat, bzw. gerade dabei ist, dann würde ich mich ohne Zögern in ein Messer stürzen um sie zu retten. Wenn sie das nicht tut – egal aus welchen Gründen – dann nicht.“

          Das heißt, du machst deine Opferbereitschaft nicht von der Liebe zu bzw. von einer Frau abhängig, sondern von dem evolutionären Fakt, ob sie dir Kinder geboren hat bzw. schwanger ist.
          Könntest du mir die Motivation dahinter etwas mehr beschreiben?

        • „Das heißt, du machst deine Opferbereitschaft nicht von der Liebe zu bzw. von einer Frau abhängig, sondern von dem evolutionären Fakt, ob sie dir Kinder geboren hat bzw. schwanger ist.“
          Richtig

          „Könntest du mir die Motivation dahinter etwas mehr beschreiben?“ Ist das nicht offensichtlich?
          Das ganze ist ein Tausch – ich bekomme etwas und muss dafür etwas geben. Außerdem neigen Frauen dazu, die Gefälligkeiten der Vergangenheit zu vergessen. Wenn die Frau schwanger ist oder mir ein Kind geboren hat, dann mache ich es nicht für sie, sondern für mein Kind.
          Was glaubst du wohl, warum Frauen immer schon so ein großer Wert beigemessen worden ist?
          Schau dich in der Geschichte um, Männer werden ermordet und Frauen entweder geheiratet oder versklavt. Frauen, jedenfalls wenn sich Kinder kriegen können, sind zu wertvoll um sie umzubringen.
          Hier ein Beispiel:
          https://de.wikipedia.org/wiki/Massenentf%C3%BChrung_nigerianischer_Sch%C3%BClerinnen_2014

          Übrigens, was mit den männlichen Schülern passiert ist, kannst du dir vermutlich denken.

        • @PfefferundSalz:
          „Das ganze ist ein Tausch – ich bekomme etwas und muss dafür etwas geben“

          Ist das nicht ein bisschen sehr gefühlskalt?

          „Außerdem neigen Frauen dazu, die Gefälligkeiten der Vergangenheit zu vergessen.“

          Wie meinst du das? Und siehst du in dem Punkt einen Unterschied zu Männern?

          „Wenn die Frau schwanger ist oder mir ein Kind geboren hat, dann mache ich es nicht für sie, sondern für mein Kind“

          Was hat dein Kind davon, wenn der Vater statt die Mutter stirbt?

        • „Ist das nicht ein bisschen sehr gefühlskalt?“

          Welche Temperatur hat denn der Sachverhalt, dass so gut wie keine Frau bereit ist, sich für ihren Mann zu opfern?

        • @only_me:
          Ich rede hier nicht über irgendwelche anderen oder Durchschnittswerte, sondern mit einer konkreten Person 😉

          Nebenbei: Für den Partner, den ich liebe, würde ich mich opfern – ganz unabhängig von Kindern. Du auch?

        • „Für den Partner, den ich liebe, würde ich mich opfern – ganz unabhängig von Kindern“

          Sagt sich leicht wenn man bequem zu Hause am Internet sitzt.

        • @Adrian:
          „Sagt sich leicht wenn man bequem zu Hause am Internet sitzt.“

          Ja, du nutzt die gleiche Argumentation wie Erzählmirnix, bravo! 😉
          Du kennst weder mich, noch meine Geschichte diesbezüglich und da das auch so bleiben wird, kannst du mir glauben oder nicht.

          Und weißt du was: das ist mir egal ;P

        • „Für den Partner, den ich liebe, würde ich mich opfern – ganz unabhängig von Kindern. Du auch?“

          Mira, würdest du das denn machen?

        • „Du kennst weder mich, noch meine Geschichte diesbezüglich und da das auch so bleiben wird, kannst du mir glauben oder nicht.“

          Nein, aber ich kenne menschlichen Psychologie und Virtue Signaling.
          Aber bitte, erzähl doch mal Deine Geschichte diesbezüglich. Möglicherweise erhärtet das Deine Aussage.

        • @Adrian:
          „Aber bitte, erzähl doch mal Deine Geschichte diesbezüglich. Möglicherweise erhärtet das Deine Aussage.“

          Nein, das ist mir dann doch zu privat.

        • „Für den Partner, den ich liebe, würde ich mich opfern“

          Sagt die Frau, die noch keinen Partner in dem Sinne geliebt hat.

          Ja, dass frau sich für den hypotetischen Prince Charming opfern würde, glaube ich gern.

          Aber wir reden hier von dem Kerl, der sich morgens in der Nase bohrt und seine Socken auf links lässt.

        • @nur_so:
          „Sagt die Frau, die noch keinen Partner in dem Sinne geliebt hat.“

          Wie kommst du zu dieser FALSCHEN Annahme über mich?

          „Ja, dass frau sich für den hypotetischen Prince Charming opfern würde, glaube ich gern. “

          Prince Charming wäre mal so gar nichts für mich ;D

      • „Ist das nicht ein bisschen sehr gefühlskalt?“
        Selbstverständlich ist es das. Sich irgendwelchen irrationalen Gefühlen zu überlassen bringt gar nix. Liebe ist schön und gut aber meiner Meinung nach ist sie nicht das eigene Leben wert. Leider wird Liebe heutzutage immer so hochstilisiert, als sei sie etwas heiliges oder so.

        „Wie meinst du das? Und siehst du in dem Punkt einen Unterschied zu Männern?“ Es ist aus der Kriminalistik bekannt, dass Frauen sich gerne mal mit Ihrem Entführer einlassen. Nennt sich Stockholm-Syndrom. Das gibt es aber auch in abgeschwächterer Form, nämlich wenn Frauen Mitgefühl für den Täter und Verachtung für den Retter empfinden.
        Auf den Dank einer Frau zu bauen ist genauso wie wenn ich ein Hochhaus auf einer Eisscholle baue – es bringt nix. Ich sehe Frauen generell als unloyal an. Es gibt sicher Ausnahmen aber die Regel ist, dass Frauen oft Fähnchen im Wind sind – außer wenn es um ihre Kinder geht. Für diese tun die Frauen oft alles. Deswegen sind gemeinsame Kinder der kleinste gemeinsame Nenner.

        „Nebenbei: Für den Partner, den ich liebe, würde ich mich opfern – ganz unabhängig von Kindern.“
        Unwahrscheinlich aber wenn du daran glaubst, dann kann dir keiner das Gegenteil beweisen.
        Andere Frage: Würdest du deinem Partner den du liebst deine Leber spenden? Würdest du deinen eigenen Tod in Kauf nehmen um sein Leben zu retten?
        Das ist eine Entscheidung die nicht in der Hitze eines Kampfes sondern ganz nüchtern entschieden werden kann.
        Für mein Kind würde ich das vielleicht tun, für meine Partnerin nie.

        • @PfefferundSalz:
          „Liebe ist schön und gut aber meiner Meinung nach ist sie nicht das eigene Leben wert.“

          Wahre Liebe schon. Gibt’s meiner Meinung nach nur eben nicht häufig. Meist sind Menschen zusammen, weil sie keinen besseren/passenderen Partner finden und keine Lust auf Alleinsein haben…

          „Es ist aus der Kriminalistik bekannt, dass Frauen sich gerne mal mit Ihrem Entführer einlassen. Nennt sich Stockholm-Syndrom.“

          Das Stockholm-Syndrom ist ein Schutzmechanismus, um etwas grausames erträglicher zu machen. Hat meiner Meinung nach aber wenig mit dem alltäglichen Umgang miteinander zu tun.

          „Ich sehe Frauen generell als unloyal an.“

          Und Männer generell als loyal? Wie kommst du zu dieser Einstellung?
          Ich unterscheide hier eher nach Individuum statt nach Geschlecht, denke, das macht mehr Sinn.

          „Es gibt sicher Ausnahmen aber die Regel ist, dass Frauen oft Fähnchen im Wind sind – außer wenn es um ihre Kinder geht.“

          Die Regel ist wohl eher, dass das auf die Mehrheit der Menschen, ganz unabhängig vom Geschlecht zutrifft 😉

          „Andere Frage: Würdest du deinem Partner den du liebst deine Leber spenden? Würdest du deinen eigenen Tod in Kauf nehmen um sein Leben zu retten? Das ist eine Entscheidung die nicht in der Hitze eines Kampfes sondern ganz nüchtern entschieden werden kann.“

          Interessante Frage. Es stimmt, in einer Notsituation würde ich nur daran denken, dem Menschen, den ich liebe zu helfen und nicht an ein Risiko für mich. Das wäre hierbei anders.
          Die Frage ist sehr schwierig zu beantworten, da man noch nie in einer solchen Situation war und vermutlich auch nie kommen wird (ganz anders als die erste Situation).
          Ich denke, ich würde es von den Umständen abhängig machen: Wie groß ist die Chance, das es klappt und er tatsächlich überlebt? Wäre diese nahezu 100%, dann vermutlich ja.

          Vielleicht ist genau das bei mir auch mit ein Grund, warum ich bei der Auswahl eines Partners sehr sehr wählerisch bin 😉

          Nebenbei bemerkt, ich habe keine Angst vor dem Tod, zumindest nicht vor dem eigenen. Vielleicht beeinflusst das die Entscheidung auch ein wenig.

          „Für mein Kind würde ich das vielleicht tun, für meine Partnerin nie.“

          Auch nicht für die Partnerin, die dir Kinder geboren hat?

        • @Miria
          „Wahre Liebe schon. Gibt’s meiner Meinung nach nur eben nicht häufig. Meist sind Menschen zusammen, weil sie keinen besseren/passenderen Partner finden und keine Lust auf Alleinsein haben…“
          Das ist ein billiger Spruch. Genau der gleiche der von Linken kommt wenn man über den „wahren“ Kommunismus spricht oder von rechten wenn es um ein Land mit „echtem“ Kapitalismus geht.
          Theorie ist eine Sache und Praxis eine ganz andere. Menschen sind Menschen und keine Idealbilder oder Götter. Entweder man liebt einen Menschen oder nicht. Da geht es nicht um „passen“, es ist ein irrationales Gefühl das wir haben um unseren biologischen Zweck zu erfüllen. Biochemische Signale – nicht mehr und nicht weniger.

          „Das Stockholm-Syndrom ist ein Schutzmechanismus, um etwas grausames erträglicher zu machen. “
          Bei Frauen ist es oft so, dass sie ihren Entführer beginnen zu lieben, mit ihm Kinder zeugen und am Ende sogar glücklich sind. Das war schon bei den Römern so wenn diese Sklavinnen geheiratet haben und das ist heute beim IS genauso.
          Ich mache einer Frau deswegen keinen Vorwurf denn es ist, wie du schreibst, ein Schutzmechanismus. Allerdings muss man sich als Mann dagegen schützen, denn aus männlicher Perspektive ist dies die größte Illoyalität die es überhaupt gibt.

          „Die Regel ist wohl eher, dass das auf die Mehrheit der Menschen, ganz unabhängig vom Geschlecht zutrifft 😉“
          Nein, das denke ich nicht. Im Gegenteil – ich denke Männer sind oft ZU loyal. Wir gehen viel zu oft in Nibelungentreue mit dem unter dem wir gegenüber loyal sind. Ich vermute auch hier einen evolutionären Grund dahinter.

          Verstehe mich nicht falsch – keine meiner Feststellungen sind Vorwürfe – Frauen und Männer sind wie sie sind, intelligente Tiere aber letztlich doch nur Tiere.

          „Nebenbei bemerkt, ich habe keine Angst vor dem Tod, zumindest nicht vor dem eigenen. Vielleicht beeinflusst das die Entscheidung auch ein wenig.“
          Das geht mir genauso – trotzdem würde ich mein Leben nicht für jemanden wegwerfen der möglicherweise schon am nächsten Tag jemand anderes ewige Liebe schwört. Mein Kind hingegen bleibt mein Kind, egal was es tut, egal wie sehr es mich möglicherweise hasst.

          „Auch nicht für die Partnerin, die dir Kinder geboren hat?“
          Nur wenn das Überleben des Kindes daran hängt, sonst nicht.

        • @PfefferundSalz:
          „Entweder man liebt einen Menschen oder nicht. Da geht es nicht um „passen“, es ist ein irrationales Gefühl das wir haben um unseren biologischen Zweck zu erfüllen. Biochemische Signale – nicht mehr und nicht weniger.“

          Hier widersprichst du dir (auch, wenn du es nicht merkst 😉 ). Natürlich geht es um „passen“, genauso funktionieren nämlich gewisse biochemische Signale.
          Und richtig ist „entweder man liebt einen Menschen oder nicht“ natürlich, aber nicht alle Menschen, die sich in eine Beziehung miteinander begeben, lieben sich.
          Nach meinen Beobachtungen eher die wenigsten…

          „Nein, das denke ich nicht. Im Gegenteil – ich denke Männer sind oft ZU loyal.“

          Hier werden wir vermutlich nicht auf einen Nenner kommen.

          „Das geht mir genauso – trotzdem würde ich mein Leben nicht für jemanden wegwerfen der möglicherweise schon am nächsten Tag jemand anderes ewige Liebe schwört.“

          Das würde ich auch nicht. Es geht eben genau darum, dass das derjenige nicht tun würde.

  3. Man stelle sich vor der Vergewaltiger legt ihr das Messer an den Hals und sagt das er sie aufschlitzt, sollte der Freund sich bewegen/das Zelt verlassen.

    Und dann du Held?

    • Nun, wenn das Blut durch die Gegend spritzt und sie blau anläuft, wird er sie wohl nicht mehr vergewaltigen wollen. Klingt nach einem Bluff. 😛

    • Abwarten und Tee/Blut trinken. Je nachdem wie gut es mit den Abwarten läuft.
      Spaß beiseite. In solchen Lagen gilt der Grundsatz: Wer den Plan, die Einstellung und die Fähigkeit zu handeln nicht hat, sollte nicht handeln. Im Zweifel macht man es nur noch schlimmer. Ich würde mal sagen, auch wenn man mir vielleicht Zynismus unterstellt, eine vergewaltigte Freundin ist besser als eine Tote. Aber was weiß ich schon.

    • Diese bekloppten Fragen hat man damals beim Kreiswehrersatzamt gestellt um festzustellen, ob derjenige wirklich aus Gewissensgründen nicht zum Wehrdienst geht.

      Was man in der Situation wirklich machen kann? Keine Ahnung. Von vorneherein ausschließen, dass der Mann seine Frau beschützen kann? Das ist beleidigend.

  4. Die meisten Männer hierzulande sind mit echter Gewalt vollkommen überfordert. Woher sollten sie es auch kennen? Es kommt eigentlich kaum vor. Man kann im Internet immer schön die große Fresse haben, aber wenn mann dann wirklich mit echter Aggression unvorbereitet konfrontiert wird, sieht das deutlich anders.

    • Und? Grundsätzlich auszuschließen, dass sie ihre Frau beschützen würden, ist schon beleidigend.

      Ich habs erzählmirnix auch schon gesagt: Das ist so als wenn man ihr vorwerfen würde, dass sie sich nicht um ihre Kinder kümmern kann. Wer Kerninstinkte angreift soll sich nicht über das Echo wundern.

      • Ich schließe hier doch gar nichts grundsätzlich aus. Ich will nur eine andere Perspektive darstellen. Zwischen Ideal und Wirklichkeit ist ein großer Unterschied.

    • Das Problem ist, dass man solche Situationen üben muss wie man alles andere übt und selbst dann ist die echte Situation noch etwas anderes als eine Übung. Letztlich ist immer die Motivation entscheidend. Auch ein Soldat kämpft letztlich nicht für sein Land, sondern für seine Kameraden, weswegen beim Militär auch so viel Wert auf Kameradschaft gelegt wird. Das war bei den Römern nicht anders als bei der Bundeswehr heute.

      • Ja genau. Und deshalb geht es auch nur sekundär darum, die konkrete Frau zu verteidigen. Jede Frau ist ersetzbar. Das eigentliche Problem ist das Verteidigen der eigenen Ehre.

        Wenn einem irgendwelche Typen als Kameraden angeboten werden: Von einem, der nicht mal sein Weib vor einer Vergewaltigung beschützen kann, müsste man zwangsläufig annehmen, dass er im Ernstfall eher eine Belastung denn eine Hilfe wäre. Und dieser Instinkt verschwindet nicht einfach. Er ist ja durchaus sinnvoll. Männer, die auch im Ernstfall einen klaren Kopf bewahren und Handlungsmöglichkeiten entwickeln können, braucht man immer noch.

        • Vollkontakt ist nicht steril. Betreibe selber Muay Thai. Was nix bringt ist Katatraining. Zumindest in heutiger Form. Außerdem Schützenverein.

          • Es ist das beste was man bekommen kann, aber es ist eben nicht der Ernstfall. Aber das Problem hat man wohl immer. Ich habe mich wohl auch etwas schlecht ausgedrückt.
            Was Schützenverein angeht: Nützlich um die Grundlagen zu erlernen, für richtiges Selbstverteidigungsschießen muss man ins Ausland.

        • Das ist schwer zu üben. Entscheidend ist ja, sich an die Gefahr für Leib und Leben zu gewöhnen, damit sie einen nicht mehr schockiert. Das kann man nicht simulieren.

          Es hilft aber schon, sich mit solchen Situationen gedanklich auseinander zu setzen, Lösungsmöglichkeiten zu durchdenken. Das entscheidende wird sein, klar im Kopf zu bleiben. Und dabei hilft gedankliche Vorbereitung.

          • „Es hilft aber schon, sich mit solchen Situationen gedanklich auseinander zu setzen, Lösungsmöglichkeiten zu durchdenken.“
            Ich habe mir folgende Prioritätsreihenfolge ausgedacht:
            1. Aufmerksamkeit: Wenn man nicht mit offenen Augen durchs Leben geht, ist sowieso alles verloren.
            2. Einstellung: Man muss die richtige Einstellung haben. Wenn ich mich entscheide zu wehren, muss ich bereit sein zum äußersten zu gehen. Und dies bedeutete denn anderen im Zweifel zu töten.
            3. Plan: Wie du bereits gesagt hast. Sich gedanklich mit der Situation auseinandersetzten und durchdenken, was man in welchen Fällen macht.
            4. Fähigkeiten: Für mich kommen die tatsächlichen Fähigkeiten erst an vierter Stelle, da sie meiner Meinung nach ohne die oberen Sachen nur beschränkt hilfreich sind.

            Was meinst du dazu?

        • Kampfsporttraining allein genügt da nicht (ich trainiere selbst seit vielen Jahren Karate), auch wenn es die Selbstsicherheit und Gelassenheit in »gemäßigten« Gefahrensituationen erhöhen hilft. Man sollte schon gezielt (am besten zusätzlich) Selbstverteidigung trainieren, das kommt im sportlich ausgerichteten Wettkampf zu kurz. Abwehr gegen Messer oder Pistole verzeiht keine Fehler, wenn der Gegner nicht nur blufft. Und man muss die Hemmschwelle überwinden, selbst jemanden ernsthaft zu verletzen (das fällt manchen sicher leichter als anderen). Alles in allem müssen schon viele – technische wie psychologische – Voraussetzungen zusammenkommen, um sich in einer Situation wie auf der Rheinwiese erfolgreich zur Wehr zu setzen.

          • Ich habe selber 5 Jahre Karate gemacht, dann aber Interesse verloren. Für mich ist das kein wirklicher Kampfsport, sondern mehr eine Kunstform. In realen Kampfsituation nicht wirklich hilfreich, aber wohl besser als nichts. Das Hemmschwellenproblem sollte im Ernstfall nachdem man die Schockstarre überwunden hat das Adrenalin lösen. Gegen Pistolen und Gewehre hilft Waffenkenntnis. Ich kann erkennen, wann der Gegener versucht eine Ladehemmung etc. zu beseitigen und ich weiß wie ich eine Waffe unbrauchbar machen kann wenn ich denn das Glück hab nahe genug heranzukommen.

        • Über die konkrete Situation weiß ich zu wenig. Aber im Prinzip erscheint das Setting nicht so ungünstig. Das Ziel ist ja nicht, den Gegner tatsächlich zu überwinden. Er muss ihn nur von seinem Plan abhalten.

          Der Angreifer wiederum hat nur 1 Messer, mit dem er 2 Personen kontrollieren muss. Zusätzlich erschwert ist seine Situation dadurch, dass er den Mann kontrollieren muss, während er an der Frau zu Gange ist. Das geht eigentlich nur, indem er dem Mann genug Angst macht.

          Es wird sich also so oder so eine Situation oder Zeitspanne ergeben, in der der Mann etwas tun kann, während der Angreifer versucht die Frau wegzuschleppen. In der Zeitspanne kann man die Polizei rufen und das so anstellen, dass er es mitbekommt und man selbst aber gleichzeitig einen Fluchtweg hat, auf dem man den Angreifer von der Frau weglocken kann.
          Wenn das nicht klappt, kann man sich nach der gefährlichsten nutzbaren Waffe umschauen.
          Und wenn auch das nicht klappt, geht auf einer offenen Wiese immer „hit & run“. Einen Stein schmeißen und laufen. Mit einer Stange zuschlagen und laufen. Ich habe Zweifel, dass jemand unter solchem Störfeuer eine Vergewaltigung zu Wege bringt.

          Man könnte ihn wahrscheinlich mit labern so aufhalten, dass er von seinem Plan ablassen muss, weil er sich als undurchführbar erweist.

          Man muss kein Rambo sein, um etwas zu tun. Ein wenig „Eier“ braucht man aber wahrscheinlich schon.

          • „Das Ziel ist ja nicht, den Gegner tatsächlich zu überwinden. Er muss ihn nur von seinem Plan abhalten.“
            Dazu gibt es interessante Kriminologische Untersuchungen. Bei Vergewaltigungen ist es oft so, dass wenn der Täter das Opfer nicht innerhalb von 30-60 Sekunden unter Kontrolle bekommt, er die Tat aufgibt. Deshalb kann sich auch in scheinbar aussichtlosen Situationen erbitterter Widerstand lohnen.
            „Zusätzlich erschwert ist seine Situation dadurch, dass er den Mann kontrollieren muss, während er an der Frau zu Gange ist. Das geht eigentlich nur, indem er dem Mann genug Angst macht. “
            Davon würde ich ausgehen. Wenn man auf seine Chance warter findet man diese in einer solchen Situation. Kein Mensch kann beim Akt die ganze Zeit konzentriert genug bleiben.

          • „Wenn das nicht klappt, kann man sich nach der gefährlichsten nutzbaren Waffe umschauen.“
            Selbst wenn man nichts findet. Als Mann hat man in der Regel genügend Oberkörperstärke um einen anderen mit bloßen Händen totzuschlagen. Wenn man den Angreifer mit voller Wucht auf den Kopf schlägt wird er sich schnell auf einen fokussieren. Wenn man einen Stein hat noch besser, auch wenn ich ihn nicht werfen würde. Wenn man einen schweren Schlag auf den Kopf unterbringt erleidet der Angreifer vermutlich eine ernste Kopfverletzung und zusammen mit Blutverlust kann schnell Schwächung eintreten.

        • „Soll er nun diesen beständigen Streit mit dem Unerwarteten glücklich bestehen, so sind ihm zwei Eigenschaften unentbehrlich: einmal ein Verstand, der auch in dieser gesteigerten Dunkelheit nicht ohne einige Spuren des inneren Lichts ist, die ihn zur Wahrheit führen, und dann Mut, diesem schwachen Lichte zu folgen. Der erstere ist bildlich mit dem französischen Ausdruck coup d’oeil bezeichnet worden,
          der andere ist die Entschlossenheit.“

          von Clausewitz „Vom Kriege“

        • Über den Mut schreibt Clausewitz an anderer Stelle:

          Der Mut gegen die persönliche Gefahr ist wieder doppelter Art: erstens kann er Gleichgültigkeit gegen die Gefahr sein, sei es, daß sie aus dem Organismus des Individuums oder aus Geringschätzung des Lebens oder aus Gewohnheit hervorgehe, auf jeden Fall aber ist er als ein bleibender Zustand anzusehen.
          Zweitens kann der Mut aus positiven Motiven hervorgehen wie Ehrgeiz, Vaterlandsliebe, Begeisterung jeder Art. In diesem Fall ist der Mut nicht sowohl ein Zustand als eine Gemütsbewegung, ein Gefühl.
          Es ist begreiflich, daß beide Arten verschiedener Wirkung sind. Die erste Art ist sicherer, weil sie, zur zweiten Natur geworden, den Menschen nie verläßt, die zweite führt oft weiter; der ersten gehört mehr die Standhaftigkeit, der zweiten mehr die Kühnheit an; die erste läßt den Verstand nüchterner, die zweite steigert ihn zuweilen, verblendet ihn aber auch oft. Beide vereinigt geben die vollkommenste Art des Mutes.“

        • Schießen ist zum Spaß. Also die meisten können kaum kämpfen. Selbst gegen mehrere Gegner bist du da fast unbesiegbar. Wenn du ernsthaft trainierst. Ist zumindwst meine Erfahrung. Du musst aber richtig trainieren, du wirst nicht über Nacht unbesiegbar.
          Bei diesen Dingen wie Krav Maga wäre ich kritisch. Teilweise gut aber viel Müll. Kenne fute Kenpo und Eskrima Schulen. An Karate kann ich Kyikushin empfehlen. Darfst dich nicht abziehen lassen. Viele wollen nur Geld. Ich behaupte mit Pistolen, Flinten … wäre ich verheerend. MGs etc ist was anderes. Aber hab keine Waffe daheim. Will ich nicht.

          • “ Du musst aber richtig trainieren, du wirst nicht über Nacht unbesiegbar.“
            Völlig klar. Ich bin mir bewusst, dass ich nicht über Nacht zum Superkämpfer werden. Bei mir ist das sowieso ein langsamer Prozess, man hat ja noch andere Sachen zu tun im Leben. Aber am Ende jedes Jahres will ich zumindest sagen können, dass ich etwas fitter geworden bin. Für Selbstverteidigung (eigentlich kommt hier für Sportschützten nur home defense in Frage, da man seine Waffen ja nicht überall mithinträgt) halte ich Pistolen für das sinnvollste. Ein Gewehr in engen Raum ist immer so eine Sache.

        • Ohje, jetzt sind die Superhelden eingetroffen. Kurze Frage: Wie oft habt ihr denn schon einer Situation gegenüber gestanden die euch so bedroht hat. Damit meine ich nicht einen Betrunkenen, sondern mehrere, eventuell bewaffnete Gegner?

          Für die Frau ist es übrigens am effizientesten sich einfach in die Hose zu pissen/scheißen um einer Vergewaltigung zu entgehen.

  5. Das Beschützen ist natürlich die Aufgabe der Selektierten, nicht der Ausselektierten. Die Chance der Frau auf Hilfe liegt also irgendwo zwischen 20 und 40 Prozent.

  6. Ich weiß nicht warum erzählmirnix überrascht ist. Wird doch niemand zugeben, dass er seine Frau nicht beschützen kann.

  7. Ich kann mir gut vorstellen, dass der Freund in der Situation (unmittelbare Todesdrohung) in eine Art Schockstarre gefallen ist. Als mir mal ein abgerissener, sehr böse aussehender Mensch eine abgebrochene Flasche an den Hals gehalten hat, war das zumindest bei mir der Fall.
    Und ja, ich konnte meine Begleiterin auch nicht beschützen. Zum Glück sind wir nur ausgeraubt worden…

  8. Erinnert ihr euch an den Kino-Amokläufer bei der Batman Premiere?

    Drei Männer starben, um ihre Frau zu schützen.
    Keine Frau starb beim Schützen eines Mannes.

    Bedenkt, dass sie schreibt „Was ich lese…“

    Der Comic ist keine Beschreibung, wie Männer sind, sondern nur ihre projektive Sicht auf Männer.

  9. Der Kontext von Erzählmirnix‘ Cartoon sind die ganzen Twitterkommentare von Maulhelden. Das ist es, was sie auf die Schippe nimmt. Überhaupt ist »Kontext« hier mal wieder das Schlüsselwort – ganz wie im Falle des Londoner Fotos, das angeblich eine achtlos (oder sogar »demonstrativ achtlos«) am Opfer vorbeigehende Muslima zeigt. Von diesem Kontext ist im betreffenden Vergewaltigungsfall so gut wie gar nichts bekannt, aber das Besserwissen verhält sich zum Wissen offenbar umgekehrt proportional. Der Freund des Vergewaltigungsopfers dürfte wohl der erste sein, der sich fragt, ob er anders hätte handeln können, sollen oder müssen.

  10. Ich riskiere die Gesundheit NICHT für Frauen. Denn Frauen verlangen dies zwar immer, wenn daraus aber Probleme entstehen, ist man aber alleine. Beispiele wären da: der andere Kerl ist überlegen, dann will Frau zum stärkeren Schläger. Der Schläger klagt, dann hat Frau nichts gesehen. Auf Arztkosten bleibt Mann auch sitzen…

    • Ja, das was du beschreibst ist die Regel. Ist 1000fach in der menschlichen Geschichte erwähnt und kenne ich auch aus vielen Erzählungen von anderen Männern. Scheint eine Art Überlebensinstinkt von Frauen zu sein. Wäre spannend das mal in einem eigenen Beitrag zu thematisieren, vielleicht hat Christian ja dafür mal Zeit.

      • Das wird nicht kommen. Ich wundere mich ja schon, dass der Kommentar steht. Naja mir egal. Ich kann mich sehr gut verteidigen und denke nur an mich.

  11. Bei der einzig mir bekannten gefährlichen Situation habe ich mich am Kragen packen und gegen die Wand drücken und bespucken lassen. Glücklicherweise ist nicht mehr passiert und seitdem nix mehr.
    Keine Ahnung wie ich in gefährlichen Situationen reagieren würde. Einen Männlichkeitskult muss ich glücklicherweise nicht bedienen.

    • Schwulsein pro und contra: Auf der einen Seite Idioten, die ein Problem mit Schwulen haben, auf der anderen Seite keine Frau, die dich in die Scheiße reiten könnte.
      Schwer zu sagen, welcher Nachteil schwerer wiegt. Ich würde ja vermuten, die Idiotendichte; aber was weiß ich.

  12. Der Erzählmirnix-Comic ist wie immer witzig und pointiert.

    Allerdings sei angemerkt, dass Frauen im Zweifel den Maulhelden attraktiver finden als den ehrlichen Schisser.

    Und da Maulheldentum weder Aufwand noch Kosten verursacht (außer am falschen Ort zur falschen Zeit da bekommt mann dann was dafür aufs Maul), sondern ein gesellschaftlich akzeptiertes Mittel für Männer ist, ihr Selbstwertgefühl zu steigern, gibt es wenig Hemmungen es voll auszuleben.

  13. In meiner Ökologie-Vorlesung hat mein Prof mir mal folgende Geschichte zu diesem Thema erzählt. Leider habe ich nie eine Studie dazu gesehen. Es ging halt darum, daß der genetische Verwandschaftsgrad entscheidend ist, wieviel wir riskieren. Für ein Boot voll mit eigenen Kindern, das auf einen Abgrund zusteuert, riskieren wir alles. Für ein Boot voller Kinder unserer Cousins schon was weniger.
    Der hat aber nie was von Partnern erzählt. Ist schwierig, würd ich sagen. Für Männer ist eine Frau, die bereit ist mit einem Kinder zu zeugen, schon ein teures Gut. Darüberhinaus ist der ganze „Männer müssen Frauen beschützen“ schon eher sozial konstruiert. Frauen sind eben körperlich schwächer, und müssen sich Strategien ausdenken, von Männern beschützt oder ignoriert zu werden („Women are wonderful“ – effect).

    • Der letzte Satz ist interessant. Der gilt in gewisser Weise auch für schwache Männer (ich bin relativ klein und war früher recht schmächtig).
      Ich habe gelernt, nie im Weg zu stehen und dass die beste Selbstverteidigung ein 2m-großer Kumpel ist.

      • Es gibt sogar Überlebenstipps für Krisenzeiten, wie ich mich möglichst unauffällig durch die Gegend bewege, generell gilt auch für den guten Kämpfer: Priorität ist immer Kampf zu vermeiden, auszuweichen, wenn das nicht geht, Regel zwei entschlossen handeln, (Tötungs)hemmung überwinden, Vorteil suchen, am besten immer aus Hinterhalt handeln.
        Im konkreten Falle sich also nicht zwischen die Frau und seinen potentiellen Nachfolger werfen, sondern diesen erst mal auf die Frau lassen, Schockstarre simulieren, und ihm dann von hinten den Schädel einschlagen.

    • @KendraM

      „In meiner Ökologie-Vorlesung hat mein Prof mir mal folgende Geschichte zu diesem Thema erzählt. … Für ein Boot voll mit eigenen Kindern, das auf einen Abgrund zusteuert, riskieren wir alles. Für ein Boot voller Kinder unserer Cousins schon was weniger. Der hat aber nie was von Partnern erzählt.“

      Dein Prof hat Unsinn erzählt, oder Du hast es falsch weitergegeben.
      Gerade das Beispiel mit dem Boot widerlegt die These.
      Das Boot hieß „Titanic“ und war voll von Männern, die mit ihm untergingen, damit ihnen gänzlich unbekannte Frauen und deren KInder einen Platz in einem Rettungsboot erhielten.

      „Darüberhinaus ist der ganze „Männer müssen Frauen beschützen“ schon eher sozial konstruiert.“

      Auch das ist so nicht richtig. Und wenn doch, dann wurde das Konstrukt über eine seeehr lange Zeitperiode errichtet.
      Dichter an der Wahrheit liegt wohl eher, dass die Frauen evolutionär ein Kindchenschema (große Augen, hohe Stimme, tiefer Haaransatz) entwickelten, um mit den „echten“ Kindern unter den männlichen Schutzschirm schlüpfen zu können.

      • das ist etwas unglücklich formuliert, sie entwickeln es nicht, sie legen es einfach (völlig) ab, wäre besser ausgedrückt.
        Deswegen heißt es ja auch Männer werden erwachsen, Frauen werden geschlechtsreif

  14. Einen wichtigen Punkt möchte ich hier nochmal aufgreifen:
    Die ganze Diskussion läuft hier doch unter dem Thema „Männer opfern sich für Frauen“. In diesem konkreten Fall hat eine Frau Schlimmes (Vergewaltigung) auf sich genommen, um Schlimmeres (Tod) zu verhindern. Sie hat BEIDER Leben geschützt.
    Also in diesem Sinne: RESPEKT!
    Und Respekt, dass sie sich hat untersuchen lassen. Denn jetzt gibt es Beweise für den Geschlechtsverkehr.
    Durch den Freund gibt es einen Zeugen. Wenn der Typ jetzt geschnappt wird, wird man ihn zu Höchststrafe verknacken können (Sex erzwungen durch Waffengewalt).
    Meine Infos beruhen auf der Berichterstattung unter http://www.general-anzeiger-bonn.de

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