Die Neigung zu bestimmten Fähigkeiten im sprachlichen und im mathematischen Bereich

Eine interessante Studie zum „Ability Tilt“:

Highlights

• Ability tilt measured within-subject differences in math and verbal test scores.
• Males showed math tilt (math>verbal) and STEM preferences (college majors and jobs).
• Females showed verbal tilt (verbal>math) and humanities preferences.
• For both sexes, math tilt predicted math ability and verbal tilt predicted verbal ability.
• Results supported investment theories of intelligence.

This research examined sex differences in ability tilt, defined as within-subject differences in math and verbal scores on three tests (SAT, ACT, PSAT). These differences produced math tilt (math>verbal) and verbal tilt (verbal>math). Both types of tilt were correlated with specific abilities (e.g., verbal and math), based on the Armed Services Vocational Aptitude Battery. Tilt was also correlated with college majors in STEM (e.g., science and math) and the humanities (e.g., English and history), and with jobs in STEM and other occupations. Males showed math tilt and STEM preferences, whereas females showed verbal tilt and humanities preferences. For males and females, math tilt predicted math ability and STEM criteria (majors and jobs), and verbal tilt predicted verbal ability and verbal criteria. Tilt scores correlated negatively with competing abilities (e.g., math tilt and verbal ability). The results supported investment theories, which assume that investment in a specific ability boosts similar abilities but retards competing abilities. In addition, the results bolster the validity of tilt, which was unrelated to g but still predicted specific abilities, college majors, and jobs.

Quelle: Sex differences in ability tilt: Support for investment theory

 

Dazu auch:

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63 Gedanken zu “Die Neigung zu bestimmten Fähigkeiten im sprachlichen und im mathematischen Bereich

  1. Perhaps because they can be so insufferable, teenage boys are often marked down. The OECD found that boys did much better in its anonymised tests than in teacher assessments. The gap with girls in reading was a third smaller, and the gap in maths—where boys were already ahead—opened up further. In another finding that suggests a lack of even-handedness among teachers, boys are more likely than girls to be forced to repeat a year, even when they are of equal ability.

    What is behind this discrimination? One possibility is that teachers mark up students who are polite, eager and stay out of fights, all attributes that are more common among girls. In some countries, academic points can even be docked for bad behaviour. Another is that women, who make up eight out of ten primary-school teachers and nearly seven in ten lower-secondary teachers, favour their own sex, just as male bosses have been shown to favour male underlings. In a few places sexism is enshrined in law: Singapore still canes boys, while sparing girls the rod.

    http://www.economist.com/news/international/21645759-boys-are-being-outclassed-girls-both-school-and-university-and-gap#14899430020801

    Und das hier ist schon seltsam:

    Iceland, Norway and Sweden, which have got girls up to parity with boys in maths, struggle with uncomfortably wide gender gaps in reading. Since 2003, the last occasion when the OECD did a big study, boys in a few countries have caught up in reading and girls in several others have significantly narrowed the gap in maths. No country has managed both.

    Wenn Jungen und Mädchen im Lesen ungefähr gelich gut sind, dann ist der Unterschied in Mathe größer. Wenn Jungen und Mädchen in Mathe ungefähr gelich gut sind, dann ist der Unterschied im Lesen größer.

    • Policymakers in many countries worry about the prospect of a growing underclass of ill-educated men. That should worry women, too: in the past they have typically married men in their own social group or above. If there are too few of those, many women will have to marry down or not at all.

      Komisch, diese Sorgen gab es nicht als noch Männer die akademische Mehrheit bildeten. ^^

      • Man hat Männern sogar jahrhundertelang eingeredet, es sei in ihrem Interesse eine im Vergleich zu ihnen wenig gebildete Partnerin zu ehelichen…

        • „Ich dachte Frauen waren jahrhundertelang unterdrückt und hatten gar keinen Zugang zu Bildung.“

          Schon (mit Ausnahmen, namentlich Adelige und Nonnen), aber warum denn?

          Weil Männer Angst davor hatten, einer/ihrer Frau (oder auch Tochter) intellektuell unterlegen zu sein.
          Nichts sollte ihre Autoritätsposition gefährden.

        • „Weil Männer Angst davor hatten, einer/ihrer Frau (oder auch Tochter) intellektuell unterlegen zu sein“

          Was sonst du, Pappnase? ^^

        • Es ist nunmal ein nicht zu verachtender Faktor des gesellschaftlichen Ansehens, wenn man sich um Minderbemittelte kümmert.
          Das versuchen sogar Feministen gelegentlich ( sprechen sich offiziell sogar mal für Solidarität mit „bildungsfernen Schichten“ aus, die sie in direkter Diskussion allerdings als Deppen beschimpfen, was dann etwas an der Glaubwürdigkeit zehrt ).

          Und es beruht ja heute noch auf einer gewissen Gegenseitigkeit. Auch Feministinnen heiraten sicherlich lieber reich und schlau, als arm und dumm.

          So what?

        • „Was sonst du, Pappnase?“

          Das war keine Interpretation.

          Oder was könnte Jean-Jacques Rousseau D.A.n. gemeint haben als er festhielt:

          „Wenn es nur vernünftige Männer auf der Welt gäbe, so bliebe jedes gelehrte Mädchen ihr Leben lang alte Jungfer“

          ?

        • Das war keine Interpretation.

          Oder was könnte [Einzelperson einsetzen] gemeint haben als er festhielt: […]

          Hahahaha 😀
          Lachen am Morgen vertreibt Kummer und Sorgen!

        • LOL, du machst es dir echt einfach!

          Wenn ich jetzt die Aussagen von einzelnen Frauen als für alle gültig heranziehe, geht das für dich in Ordnung? ^^

    • @Matze

      Was Christian hier betreibt, ist ziemlich gefährlich, weil er die Biologie zuschreibt, was m.E. Ergebnis eines Diskriminierungsprozesses gegen Jungen ist.

      Die Lesekompetenzen der Jungen haben nicht nur nachgelassen, weil sie sexistisch benotet werden (was ein Fakt ist), sondern weil Stück für Stück der Unterricht auf Mädcheninteressen umgestellt worden ist.
      Rein inhaltlich heißt das Präferenz von fiction statt facts und komplette Ignoranz gegenüber den Leseinteressen von Jungen.

      Das bedeutet, es werden ZUGLEICH die Geschlechterdifferenzen verleugnet und der Unterricht einem „gender“ auf den Leib geschnitten.

      Zusätzlich spiegeln sich die gemessenen Kompetenzen nicht in den Schulnoten wieder, was a. an der diskriminierenden Benotung liegt, aber b. auch daran, dass Kompetenzwerte in den Schulfächern unterschiedlich benotet werden.

      Für ein „sehr gut“ liegen die Anforderungen in Deutsch und Physik auf gleicher Höhe, bei Mathematik jedoch eine komplette Note (gemessen an Kompetenzpunkten) darunter.

      Dies verdankt sich der Anstrengung, Mädchen irgendwie in die „Spitzengruppe“ in Mathematik hinein zu bugsieren.
      Wie so oft im realen Leben müssen dafür die allgemeinen Anforderungen eben nach unten geschraubt werden…
      Ich kann hier nur andeuten, was ich ausführlicher beweisen müsste.

      Ihr seht – gerade in den skandinavischen Ländern – keine durchgesetzte Biologie, sondern eine durchgesetzte Diskriminierung von Jungen.

      Gruß crumar

      • @crumar

        Was wäre denn, wenn es einen biologischen Zusammenhang bei der Lesekompetenz geben würde?

        Müsste man das nicht mit in die Betrachtung einstellen?

        „Die Lesekompetenzen der Jungen haben nicht nur nachgelassen, weil sie sexistisch benotet werden (was ein Fakt ist)“

        Solche Aussagen finde ich ja immer interessant. Woraus ergibt sich, dass es ein Fakt ist?
        Rein schlechtere Noten an sich belegen ja keine sexistische Benotung, man müsste Nachweisen, dass Jungs für die gleiche Leistung schlechtere Noten bekommen. Also etwa über Stimmmodulatoren oder ähnliches.
        Auf welche konkrete Forschung berufst du dich?

        „sondern weil Stück für Stück der Unterricht auf Mädcheninteressen umgestellt worden ist.“

        Auf welche Forschung berufst du dich da?

        • Z.b. die OECD Studie zu Gender Equality in Education (die OECD ist ja üblicherweise ziemlich auf Gender-Linie, aber selbst die kommen nicht umhin hier eine Schieflage zu konstatieren)

          https://www.oecd.org/pisa/keyfindings/pisa-2012-results-gender-eng.pdf

          An analysis of students’ marks in reading and mathematics reveals that while teachers generally reward girls with higher marks in both mathematics and language-of-instruction courses, after accounting for their PISA performance in these subjects, girls’ performance advantage is wider in language-of-instruction than in mathematics. This suggests both that girls may enjoy better marks in all subjects because of their better classroom discipline and better self-regulation, but also that teachers hold stereotypical ideas about boys’ and girls’ academic strengths and weaknesses. Girls receive much higher-than-expected marks in language-of-instruction courses because teachers see girls as being particularly good in such subjects.

          • @pingpong

            „An analysis of students’ marks in reading and mathematics reveals that while teachers generally reward girls with higher marks in both mathematics and language-of-instruction courses, after accounting for their PISA performance in these subjects“

            Aber auch in den PISA performances bleibt die deutliche Lücke ja bestehen.

          • In deiner Antwort hast du den wichtigen Teil des Zitats weggelassen. Mädchen werden generell höher benotet – ok, das zeigt noch nichts, es kann sein dass sie wirklich besser sind.
            Aber auch nachdem man die PISA Performance berücksichtigt, ist der Vorsprung von Mädchen in den Sprachen größer als in Mathematik. Und das bedeutet, dass es eine systematische Schieflage in der Bewertung von sprach-zentrierten Fächern zugunsten von Mädchen und zuungunsten von Jungs gibt!

            D.h der Beitrag ist eine Antwort auf deine Frage „Auf welche konkrete Forschung berufst du dich?“ im Hinblick auf die Behauptung, dass Jungs sexistisch benotet werden.
            Das ist die Forschung, die das feststellt.

          • @pingpong

            „Aber auch nachdem man die PISA Performance berücksichtigt, ist der Vorsprung von Mädchen in den Sprachen größer als in Mathematik. Und das bedeutet, dass es eine systematische Schieflage in der Bewertung von sprach-zentrierten Fächern zugunsten von Mädchen und zuungunsten von Jungs gibt!

            D.h der Beitrag ist eine Antwort auf deine Frage „Auf welche konkrete Forschung berufst du dich?“ im Hinblick auf die Behauptung, dass Jungs sexistisch benotet werden.
            Das ist die Forschung, die das feststellt.“

            Theoretisch könnten die Pisa-Studien auch schlicht andere Grade von Fähigkeiten abrufen, bei denen andere Unterschiede auftreten.
            Oder – in die andere Richtung gedacht – die Pisa-Studien könnten selbst, aber auf andere Weise, sexistisch sein, zB bereits in der Konzeption auf eine Optimierung eines Geschlechtes zugeschnitten sein, oder wie wird das dort ausgeschlossen?

            Jedenfalls wäre das obige Ergebnis allenfalls: Ein gewisser Unterschied liegt in jedem Test vor. Er ist nicht wegzubekommen. Was dafür spricht, dass er biologische Ursachen hat.
            Das wird beispielsweise durch Studien wie diese nahegelegt:
            https://allesevolution.wordpress.com/2012/12/29/sprache-und-testosteron/
            https://allesevolution.wordpress.com/2016/03/18/fruehes-postnatales-testosteron-ist-ein-indikator-fuer-sprachfertigkeiten/
            https://allesevolution.wordpress.com/2012/07/24/technisches-verstandnis-berufwahl-und-testosteron/

            Wie würdest du die einbauen?

          • Theoretisch könnten die Pisa-Studien auch schlicht andere Grade von Fähigkeiten abrufen, bei denen andere Unterschiede auftreten.
            Oder – in die andere Richtung gedacht – die Pisa-Studien könnten selbst, aber auf andere Weise, sexistisch sein, zB bereits in der Konzeption auf eine Optimierung eines Geschlechtes zugeschnitten sein, oder wie wird das dort ausgeschlossen?

            Wir können auch eine Meta-Diskussion darüber starten, welche Studien sinnvoll sind und welche nicht. Alles was du sagst, gilt ebenso für deine Studien. Ich könnte auch anführen, dass die Sample Größe bei 2 deiner verlinkten Studien kleiner als 150 ist und deren Generalisierungskraft anzweifeln. Ich halte das aber nicht für zielführend.
            Du hast nach Studien gefragt, ich habe dir eine geliefert. Wenn du kurz selber suchst, findest du bestimmt noch andere. Die Datenbasis der OECD Studie ist groß genug, die Methodik m.E. valide. Ich lasse mich hier nicht auf eine Glaubwürdigkeitsdiskussion „aber diese Studie zählt nicht“ ein.

            Ein gewisser Unterschied liegt in jedem Test vor. Er ist nicht wegzubekommen. Was dafür spricht, dass er biologische Ursachen hat. Das wird beispielsweise durch Studien wie diese nahegelegt: […]
            Wie würdest du die einbauen?

            Du müsstest eben einmal deine Sichtweise ändern 😀 😉 (sorry, das war zu verlockend)
            Dann würdest du sehen, dass ich gar nichts einbauen muss, weil es keinen Widerspruch gibt. Ich bestreite nicht, dass es Unterschiede gibt, und es geht auch nicht darum diese auf 0 (!) zu nivellieren. Es geht aber sehr wohl darum, dass wir als humanistisch-zivilisierte Gesellschaft dafür Sorge tragen sollten, dass niemand hinter seinen Möglichkeiten bleibt bzw. sogar aktiv daran gehindert wird. Bei Mathematik und Mädchen funktioniert das ja auch wunderbar, keine Lehrer würde es heute wagen zu sagen „klar tut sie sich beim pythagoräischen Lehrsatz schwer, ist halt ein Mädchen“.
            Und jetzt vergleiche das mit folgender Aussage aus der OECD Studie

            that teachers hold stereotypical ideas about boys’ and girls’ academic strengths and weaknesses. Girls receive much higher-than-expected marks in language-of-instruction courses because teachers see girls as being particularly good in such subjects.

            Sie bekommen nicht bessere Noten weil sie besser sind oder weil es biologische Ursachen dafür gibt. Sie bekommen bessere Noten, weil sie Mädchen sind und weil Lehrer einem Stereotyp aufsitzen. Der Grund warum das keinen Aufschrei auslöst ist, dass das Stereotyp in die andere Richtung funktioniert: Mädchen werden besser bewertet. Wäre es umgekehrt (schlechtere Bewertung weil Mädchen) – Aufschrei. Und zwar zurecht.

            Es mag sein dass es biologische Unterschiede gibt. Die Aufgabe eine humanistisch-zivilisierten Schulsystems ist trotzdem, dass nach Möglichkeit niemand hinten hinunter fällt. Bei einer strukturellen Schwäche in den Grundfertigkeiten (!) ist die Argumentation „ist halt so weil Geschlecht“ völlig fehl am Platz.

            Darauf wollte crumar m.E. ursprünglich hinaus.

          • @pingpong

            hier hatte ich auch noch eine Studie:

            https://allesevolution.wordpress.com/2017/01/07/studiensammlung-3-prenatale-hormone-und-geschlechterunterschiede-in-gehirn-und-verhalten/

            Relations between prenatal testosterone levels and cognitive abilities at 4 years.

            Relations between prenatal testosterone (T) levels and cognitive abilities at age 4 were examined for 28 girls and 30 boys. Prenatal T levels were measured in 2nd trimester amniotic fluid samples obtained by amniocentesis and were examined in relation to scores on tests of cognitive abilities. For girls, prenatal T levels showed a curvilinear (inverted U-shaped) relation to language comprehension and classification abilities. Linear relations also were observed in that prenatal T levels were inversely related to girls‘ scores on tasks assessing counting and number facts. Similarly, girls with high average block building scores had lower prenatal T and cognitive abilities were not observed. The observation of relations in girls and not boys is discussed, and the findings are examined in relation to theories of hormone-behavior relations.

        • Jungen hinken bei der geistigen Entwicklung Mädchen hinterher. Das ist eine biologische Ursache für Leistungsunterschiede.

        • @JC: Ich mach mal den Christian: Auf welche konkrete Forschung berufst du dich da?

          Aber unabhängig davon ob es nun biologische Ursachen gibt oder nicht (ich denke in bestimmten Bereichen gibt es durchaus Unterschiede), das kann nicht den in der oben verlinkten Studie beschriebenen Effekt erklären. Dieser Effekt tritt auf, nachdem man die Leistungsunterschiede (die auf biologische Ursachen zurückgehen mögen) berücksichtigt hat. Und was dann noch bleibt, ist eine Ungleichbehandlung aufgrund des Geschlechts, oder mit anderen Worten, Sexismus. (Nur halt dummerweise derjenige Sexismus für den sich der Genderfeminismus ausnahmsweise nicht so interessiert, nämlich der gegen Jungen.)

        • Oh, ich sehe gerade, die Studie bezieht sich auf Kleinkinder. Es ist aber Fakt, dass bei Mädchen die Pubertät früher beginnt als bei Jungen. Und ich meine gelesen zu haben, dass dies auch die geistige Reife betrifft.

        • @Christian

          Bitte greife dir die Studie „Herkunft zensiert“
          https://www.vodafone-stiftung.de/uploads/tx_newsjson/herkunft_zensiert_2012.pdf

          aus 2012 und schlage Seite 80 auf.

          Hier geht es um die Benotung im Verhältnis zur Testleistung, das Fach ist ENGLISCH, es handelt sich um einen Leistungskurs:

          Schüler Testleistung: 551,41
          Schülerinnen Testleistung: 542,48

          SD ist für Schüler 46,4 und für Schülerinnen 46,72.

          Resultiert in:

          Schüler Fachnote: 8,79
          Schülerinnen Fachnote: 9,57

          Schüler Prüfungsnote: 8,71
          Schülerinnen Prüfungsnote: 9,42

          Und jetzt erkläre mir, wie die Biologie diese Ergebnisse hinbekommen hat.

          Nein, ich habe die Ergebnisse NICHT vertauscht.
          Ganz offensichtlich zeigt die Testleistung, die Jungs BESSER als die Mädchen, wenn auch nur marginal.
          Aber das spiegelt sich nicht in der Notengebung wieder.
          Da zeigt sich das GEGENTEIL; die Jungs bekommen schlechtere Noten TROTZ besserer Testleistung.

          Man kann auf dieser Grundlage ein Gedankenexperiment machen, der die Differenz der Bewertung der Geschlecht zu einem „trickle-down-pattern“ macht:

          Wenn die Geschlechter BEIDE 10 Punkte als Prüfungsnote anstreben, wie viele Punkte hätten die Geschlechter jeweils als Testleistung haben müssen?

          Die Antwort lautet:
          Schüler Testleistung: 633
          Schülerinnen Testleistung: 576

          Zwischen diesen Resultaten liegen Welten, weil es heißt, die Jungs hätten rundweg eine 1 (!) schreiben müssen, um dann eine 2- (!) zu erhalten.

          Wenn ich diesen ganzen Wissenschaft-Hokupokus lese a la, die Mädchen wäre „motivierter“, dann könnte ich kotzen gehen.
          Bei mir würde die Motivation auch leiden, wenn mir ständig BEWIESEN wird, dass sich meine Leistung nicht lohnt oder der Aufwand an Mehrleitung in keinerlei Verhältnis zum Ergebnis steht.

          An der vorliegenden Studie noch bezaubernder ist, es werden Werte für Fleiß usw. usf. dargestellt, als wäre diese wissenschaftlich gemessen worden.
          Das ist aber gar nicht wahr.
          Die Werte entstammen dem *Selbstkonzept* der befragten Mädchen, das 1:1 übernommen worden ist.
          Listen and believe.

          Wenn die Forscher also schreiben: „Welche Ursachen haben die besseren Noten der Mädchen? Inzwischen gibt es gute Belege dafür, dass Mädchen insgesamt in Hinblick auf wichtige lernrelevante Kompetenzen im Bereich der Selbststeuerung, Motivation und des Sozialverhaltens von sich selbst und anderen positiver eingeschätzt werden als Jungen.“

          Dann muss man sich das auf der Zunge zergehen lassen: Der Hokuspokus der „lernrelevanten Kompetenzen“ hat eine eigenständige „Qualität“ gewonnen.
          Die dahinter stehende Hypothese lautet „lernrelevante Kompetenzen“ hätten unmittelbar positive oder negative Auswirkungen auf die messbaren Kompetenzen.

          Die naheliegende Frage ist, ob sich „lernrelevante Kompetenzen“ in OBJEKTIV MESSBARE Kompetenzen überführen lassen und ob die OBJEKTIV MESSBAREN Kompetenzen zeigen, dass es diese unterstellte Kausalität überhaupt gibt.
          Lässt sich dies nicht aufzeigen, dann stellt sich die Frage, welche prognostischen Qualitäten diese „lernrelevanten Kompetenzen“ haben, deren Effekt einfach nur behauptet wird.

          Offensichtlich gibt es diese Kausalität nicht, denn sonst würden die positivere Einschätzung von Mädchen und deren positivere Selbsteinschätzung in Sachen „lernrelevanten Kompetenzen“ auch zu besseren OBJEKTIV MESSBAREN Resultaten in Sachen OBJEKTIVER Kompetenzen führen.
          Der gesamte Hokuspokus der „lernrelevanten Kompetenzen“ hat die Funktion, dass eine positive *Einschätzung* von sich selbst und von anderen WICHTIGER ist als OBJEKTIV MESSBARE Kompetenzen. Man könnte auch sagen: Der objektiv messbaren Realität.

          Oder anders herum: Hier hast du die Legitimation, Jungen schlechtere Noten zu geben trotz besserer Leistung, weil du sie eben negativer *einschätzt* als Mädchen.
          Keine weitere Begründung notwendig, Fall abgeschlossen.
          WEIL WIR DAS SO SEHEN.

          D.h. hier gehen m.E. radikaler Subjektivismus, Gynozentrismus, weiblicher Narzissmus und Geschlechterstereotypen Hand in Hand. Deshalb halte ich deine Auslassungen für gefährlich, denn du solltest diese offensichtliche Diskriminierung nicht auch noch biologisch rechtfertigen.

          Gruß crumar

        • „Ganz offensichtlich zeigt die Testleistung, die Jungs BESSER als die Mädchen, wenn auch nur marginal.
          Aber das spiegelt sich nicht in der Notengebung wieder.“

          (wenn dann) weil in die Notengebung z.B. das (u.U. Stör-)Verhalten im Unterricht einfließt, oder auch, ob Hausaufgaben (regelmäßig) gemacht wurden.
          War glaub ich auch noch nie anders?

        • @Semikolon

          Du schreibst, nein, du BEHAUPTEST: „(wenn dann) weil in die Notengebung z.B. das (u.U. Stör-)Verhalten im Unterricht einfließt, oder auch, ob Hausaufgaben (regelmäßig) gemacht wurden.“

          nämlich:

          1. Das REALE Störverhalten von Jungen in einem Leistungskurs Englisch in der 13. Klasse hätte BERECHTIGT zu deren Abwertung geführt.

          2. Die REAL unregelmäßig gemachten Hausaufgaben in einem Leistungskurs Englisch in der 13. Klasse hätte BERECHTIGT zu der Abwertung von Jungen geführt.

          Und jetzt musst du das nur noch BEWEISEN, Semikolon.
          Was du bisher getan hast, war lediglich Vorurteile zu äußern.

          Was – lustigerweise – auf einem Geschlechterstereotyp beruht, wonach Störverhalten im Unterricht ausschließlich von Jungen ausgeht und diese sich durch Unordentlichkeit und Unzuverlässigkeit auszeichnen.

          Jetzt darfst du mir erklären, wie männliche Menschen, die im Endeffekt also im Unterricht nicht aufpassen und auch nicht im gebotenen Maß ihr Fähigkeiten trainieren, es trotzdem schaffen, OBJEKTIV BESSER in Tests abzuschneiden als Mädchen.

          Merkst du u.U. da eine kognitive Dissonanz?

          Klammheimlich verwenden nämlich Genderisten die billigsten Geschlechterstereotype, um die Abwertung von Jungen zu rechtfertigen, WEIL sie im tiefsten Innern befürchten, dass Jungs besser sind, OBWOHL sie im Unterricht nicht aufpassen und OBWOHL sie nicht im gebotenen Maß ihre Fähigkeiten trainieren.

          Dem absurden Vorurteil über Jungen liegt auf der anderen Seite ein noch absurderer, bürgerlicher Geniekult zu Grunde.

          Dieser Blödsinn schadet beiden Geschlechtern, weil die Mädchen dann mit den *kompensatorischen* Eigenschaften FLEISSIG, ORDENTLICH und LIEB versehen werden und sich auch selbst so sehen.
          Die porentiefe WEIBLICHKEIT trieft aus dem Genderismus in Strömen und die offene Männerfeindlichkeit hat als Kehrseite eine klammheimliche Frauenfeindlichkeit.

          Wenn irgendwer „Geschlechterdichotomien“ im Dutzend produziert, dann dieser durchgeschallerte Genderismus.

          Genderismus – fangen Sie gar nicht erst damit an!

          Gruß crumar

        • „Mädchen haben tatsächlich im Schnitt bessere Schulnoten. Das Land Nordrhein-Westfalen zum Beispiel hat für das Jahr 2007 eine Geschlechterstatistik zu den Abiturnoten erstellt: Demnach hatten 40 Prozent der Jungen eine Abiturnote, die schlechter als 3,0 war – aber nur 33,4 Prozent der Mädchen. Auch andere Untersuchungen belegen den Vorsprung der Mädchen. Nur: Neu ist das keineswegs. Bereits in den Siebzigerjahren fiel dem Erziehungswissenschaftler Karlheinz Ingenkamp der Notenvorsprung der Mädchen auf. In Großbritannien stieß eine Untersuchungskommission sogar schon hundert Jahre zuvor auf das gleiche Phänomen. …

          Die Haupterklärung seien Rollenbilder der Jungen und ihr Verhalten im Unterricht, schreibt Helbig. Ähnlich argumentieren auch die Pisa-Forscher in ihrer Studie und führen zum Beleg verschiedene Kennwerte an:

          Mädchen strengen sich mehr an: In Deutschland verbringen 15-jährige Mädchen im Durchschnitt 5,5 Stunden pro Woche mit Hausaufgaben. Die Jungen investierten nach eigenen Angaben nur 3,8 Stunden.
          Lesen bildet, aber Jungen meiden es: 72,5 Prozent der befragten Mädchen in Deutschland gaben an, dass sie zum Vergnügen lesen – aber nur 45,1 Prozent der Jungen.
          Jungen schätzen den Wert der Schule geringer ein als Mädchen: 93,7 Prozent der Mädchen in Deutschland lehnen die Aussage ab, die Schule sei Zeitverschwendung. Unter den Jungen weisen nur 85 Prozent diesen Satz zurück.“

          http://www.spiegel.de/lebenundlernen/schule/schlechtere-noten-als-maedchen-sind-jungen-schulverlierer-a-1059134.html

        • @Semikolon

          MUAHAHAHA!

          „Das Land Nordrhein-Westfalen zum Beispiel hat für das Jahr 2007 eine Geschlechterstatistik zu den Abiturnoten erstellt: Demnach hatten 40 Prozent der Jungen eine Abiturnote, die schlechter als 3,0 war – aber nur 33,4 Prozent der Mädchen“

          Nachdem ich dir gerade aufgezeigt habe, dass selbst in einem beknackten Englisch Leistungskurs, die Jungs bei *besseren Leistungen* eine um 0,3 Noten bis eine Note schlechtere Bewertung bekommen.

          Was ist der Unfug, den du mir sendest WERT?

          Wenn Mädchen eine 3,0 als Abi-Note haben, dann liegt der ADÄQUATE Wert bei Jungen bei 3,3.
          Diese Note würden sie bekommen, selbst wenn sie BESSER wären.

          DAS ist der Lerneffekt, Semikolon.

          Wenn Mädchen eine 1,3 im Abi bekommen, dann ist der faktisch 1,6 WERT und mehr nicht.

          „Die Haupterklärung seien Rollenbilder der Jungen und ihr Verhalten im Unterricht, schreibt Helbig.“ – Helbig ist ein Lügner und ein Scharlatan.

          Gruß crumar

        • „Wenn Mädchen eine 1,3 im Abi bekommen, dann ist der faktisch 1,6 WERT und mehr nicht.“

          Laber Rhabarber

          (Mein Schnitt war übrigens nicht so klasse. Bis auf die mündliche Prüfung – vor der ich am meisten Schiss hatte – und das Fach Literatur hatte ich keine Einser zu feiern. Hatte ich eigentlich schonmal erwähnt, was meine Eltern aus der Abizeitung über mich erfahren mussten? Dass ich von meiner Stufe als die schlimmste Blaumacherin meines Jahrgangs angesehen wurde… wahrscheinlich sogar zurecht)

        • (bei diesem „Contest“ gabs übrigens keine Einteilung nach Geschlechtern, sprich ich galt als übelster Schulvermeider unter den mehr 150 Abiturienten)

  2. Soll hier möglicherweise auf den rebound-Effekt angespielt werden?

    Was ich gerad zufällig gefunden hab (really old stuff…):

    „Ein Überblick über die Anteile der Frauen in Naturwissenschaft und Technik in den Ländern der OECD und der ganzen Welt zeigt, in welchem Maße sich die Aufteilung der Geschlechter in diesen Bereichen kulturell bedingt unterscheidet. Es ist interessant zu bemerken, dass viele von den so genannten industriell entwickelten Ländern bezüglich der Geschlechterverhältnisse verhältnismäßig „unterentwickelt“ sind, wenn es um die Aufnahme der Frauen in diesen „harten“ und einflussreichen Fächern geht. Eine bemerkenswerte Beobachtung ist außerdem, dass der Frauenanteil in Naturwissenschaft und Technik innerhalb von Europa in den ehemaligen sozialistischen und romanischen Ländern höher ist als in den angelsächsischen, skandinavischen und deutschsprachigen Ländern. Innerhalb von Europa sind die Türkei, Spanien und Portugal in Bezug auf die Aufnahme der Frauen in Naturwissenschaft und Technik auf allen Stufen der Karriereleiter insgesamt führend. …

    Es ist weiter bezeichnend, dass viele afrikanische, alle (Frauen überhaupt zur Bildung zulassenden) arabischen und südamerikanischen Länder eine fast gleiche Verteilung der Geschlechter oder gar einen Überhang an Frauen in Mathematik/Informatik aufweisen, wobei die oft insgesamt geringe Anzahl von Studierenden mit zu berücksichtigen ist. …

    In Kuweit sind nahezu 50% aller Studierenden der Informatik weiblich, in Mathematik und Informatik zusammen waren es 1993 sogar über 72%. In Saudiarabien, den Vereinigten arabischen Emiraten, Jordanien und Libanon stellen Frauen an technisch orientierten höheren Schulen die Majorität. Auch in Iran und der Türkei ist die weibliche Beteiligung in technischen und Informatik-Studiengängen auf allen akademischen Stufen
    im Vergleich zu nordwestlichen Industrieländern und Japan vergleichsweise hoch.“

    http://mod.iig.uni-freiburg.de/cms/fileadmin/publikationen/online-publikationen/Frauenanteil.Informatik.International.pdf

    • @ Semikolon:
      „Was ich gerad zufällig gefunden hab (really old stuff…):….“

      Very, very old ….
      Schon im Eia-Video wird das ganze in ein paar Sätzen zusammengefasst ( ich glaube von Simon Baron-Cohen, würde ich aber nicht beschwören ).
      Fakt ist, je mehr Freiheiten und Bequemlichkeiten Menschen haben, desto mehr können sie auch z.B. ihre biologischen Besonderheiten ausleben. Also z.B. als Frau nicht so ein „technisches Männerfach“ lernen zu müssen.
      In Indien müssen sie jede Chance nutzen, die sich bietet. Und wenn der Staat da gerade irgendetwas ermöglicht, z.B. mehr Frauen in die IT-Fächer zu stopfen, dann wird das logischerweise auch gemacht.

      So einfach ist das.

      • Es könnte sehr gut mit der Verbreitung der Pille zusammenhängen. Leider ist mir keine Arbeit bekannt, die diese biologisch gut nachvollziehbare These überprüfte…

        • (nicht der einzigste Einflussfaktor, wahrscheinlich. Wissenschaftlich unredlich wäre es jedoch ihn in Gänze zu ignorieren)

      • Fakt ist, je mehr Freiheiten und Bequemlichkeiten Menschen haben, desto mehr können sie auch z.B. ihre biologischen Besonderheiten ausleben.

        Das ist eine mögliche Begründung. Ich präferiere aber eine andere.

        Stillschweigend wird davon ausgegangen, dass die „Frau des Westens“, gemeint sind primär die Frauen Westeuropas sowie Kandas und der USA die emanzipiertesten aller Frauen dieser Welt seien. Das ist keineswegs so. Die Frauen des Westens sind in einer bürgerlichen Gesellschaft geprägt und sozialisiert worden, die dem Mann die Verantwortung für Frau und Kind zuweist, insbesondere die Verantwortung für deren Alimentation / materielle Versorgung auferlegt. Ausgehend von diesem männlichen und weiblichen Selbstverständnis drängen Männer in gut bezahlte Berufe, während Frauen das tun, was sie anspricht, was ihnen gefällt.. Die Verdienstaussichten sind in der Regel nicht erstes Kriterium für diese Frauen.

        Und nun zu einem scheinbaren Paradoxon: Feminismus ist ein Phänomen, das vorwiegend in den Ländern des westlichen Kulturkreises beobachtbar ist, in genau den Ländern, in denen der Gender-Gap bezüglich MINT-Studenten besonders gross ist. Nach hundert Jahren Feminismus sind die tradierten Geschlechterrollen in dieser Hinsicht in den Ländern des westlichen Kulturkreises (siehe Schweden als Beispiel) immer noch ausgeprägt, während sie in vielen Ländern ohne nennenswerten feministischen Einfluss (Beispiel Iran) viel kleiner oder gar nicht vorhanden sind.

        Was schliessen wir daraus? Feminismus war und ist eine Veranstaltung bürgerlich sozialisierter Frauen, die tradierte Geschlechterverhältnisse in die Postmoderne transformieren. „He for she“. Sie bilden sich ein, die emanzipiertesten Frauen dieser Welt zu sein. Völlig falsch. Sie sind die privilegiertesten Frauen dieser Welt, was etwas völlig anderes ist. Sie messen ihren „Emanzipationsgrad“ an den ihnen (auch und vor allem von Männern) gewährten Privilegien, nicht an dem, was sie für die Gesellschaft als Ganzes leisten, sondern lediglich an dem, was sie (und bürgerlich sozialisierte Männer als Gehülfen) für sich selbst politisch an Privilegien erstritten haben.

        Es ist doch bezeichnend, wenn im zeitgenössischen Geschlechterdiskurs ständig verlangt wird, der Mann solle sich ändern, damit die Frau sich emanzipieren könne. Das Muster ist doch so überdeutlich. Dem Mann obliegt die Verantwortung, ja sogar für die Emanzipation der Frau, was die Bürgersdame als politisch gewährte Privilegierung gegenüber dem Mann versteht. Das Muster ist doch so überdeutlich erkennbar. Da braucht es keine Höhlenbewohnerforschung a la EvoChris.

        • „Es ist doch bezeichnend, wenn im zeitgenössischen Geschlechterdiskurs ständig verlangt wird, der Mann solle sich ändern, damit die Frau sich emanzipieren könne. Das Muster ist doch so überdeutlich. Dem Mann obliegt die Verantwortung, ja sogar für die Emanzipation der Frau, was die Bürgersdame als politisch gewährte Privilegierung gegenüber dem Mann versteht. Das Muster ist doch so überdeutlich erkennbar. Da braucht es keine Höhlenbewohnerforschung a la EvoChris.“

          Die Frage ist doch nicht, was man braucht, sondern wie es ist.
          Nichts von dem, was du anführst beißt sich mit einer evolutionären Erklärung.

          Und „die Bürgersdame“ ist auch keine Begründung für nichts. Denn es ist ja gerade die Frage, warum Frauen in einer bestimmten Situation bestimmte Denkweisen haben und deswegen bestimmte Strategien verfolgen. Die Erklärung kann dann eben Biologie oder Sozialisation sein.
          Denn das Verhalten, welches „bürgersdamen“ haben ist ja nicht die einzige Möglichkeit so zu reagieren. Sie könnten auch stattdessen die Geschlechterrollen ablegen und mehr wie Männer leben oder der Unterschied würde eben verschwinden, wenn Männer so wie Bürgersdamen leben würden.

          Das es gerade SOZIALISATION ist, die die Verantwortungsübertragung bewirkt ist gerade nicht belegt. Dagegen spricht, dass CAH-Mädchen diese Rollen gerade nicht leben etc.

        • Die Frage ist doch nicht, was man braucht, sondern wie es ist.
          Nichts von dem, was du anführst beißt sich mit einer evolutionären Erklärung.

          Natürlich (hehe) beisst sich das, denn deine „evolutionären Erklärungen“ können die erheblichen Unterschiede eben gerade nicht erklären. Hättest du auch selbst drauf kommen können.

          Also, was genau erklärt dein Ansatz? Dass sowohl ein grosser Anteil an Frauen in MINT-Fächern wie auch ein sehr geringer sich ursächlich auf biologisch bedingte Geschlechterdifferenzen zurückführen lässt? Helau helaf, mehr fällt mir dazu nicht mehr ein.

          • @pjotr

            „Natürlich (hehe) beisst sich das, denn deine „evolutionären Erklärungen“ können die erheblichen Unterschiede eben gerade nicht erklären. Hättest du auch selbst drauf kommen können.“

            Welche erheblichen Unterschiede kann es denn nicht erklären? Um so eher Frauen ihren Interessen nachgehen können um so eher entscheiden sie sich eben für Berufe, die nichtmathematisch sind. Zudem dürften auch Unterschiede im Testosteronspiegel zwischen Bevölkerungsgruppen eine Rolle spielen

        • Die Frage ist doch nicht, was man braucht, sondern wie es ist.

          Die Frage ist was man braucht, um hinreichend zu erklären wie es ist.

          Die Erklärung kann dann eben Biologie oder Sozialisation sein.

          ..oder die Interaktion von Biologie und Sozialisation.

          Und „die Bürgersdame“ ist auch keine Begründung für nichts.

          Vielleicht keine Begründung, aber eine mögliche Teilerklärung. Aber auch diese Erklärung kommt ja niemals nicht ohne Biologie aus: Zuallermindest das (wahrscheinliche) Potential, Kinder gebären zu können ist ja notwendige Bedingung für die Kategorie „Bürgersdame“.

          Sie könnten auch stattdessen die Geschlechterrollen ablegen und mehr wie Männer leben oder der Unterschied würde eben verschwinden, wenn Männer so wie Bürgersdamen leben würden.

          Erstmal können Männer eben nicht so wie Bürgesdamen leben, weil ihnen die dafür notwendige Ressource „Gebärmutter“ fehlt.

          Die Frage ist ja nicht, was sie tun könnten, sondern warum sie das tun, was sie eben tun. Und wenn Frauen tatsächlich – wie Pjotr es skizziert – eine „Patriarchale Dividende“ einfahren, dann werden sie eben einen Teufel tun, die Abschaffung des „Patriarchates“ ernsthaft zu betreiben.

          Dann wird, um es mit Connell zu sagen, diejenige Konfiguration an Weiblichkeit hegemonial, die für diese bestimmte gesellschaftliche Situation die durchsetzungsfähigste Antwort auf das Legitimationsproblem der weiblichen patriarchalen Dividende ist 😉

          Damit wäre das weibliche Verhalten einer gewissen Schicht einfach nur dasjenige Verhalten, welches den größten Vorteil einbringt. Man könnte also ohne Weiteres plausibel argumentieren, dass ein solches Verhalten sich sogar _gegen_ biologisch bedingte Antriebe durchsetzen würde.

          Das es gerade SOZIALISATION ist, die die Verantwortungsübertragung bewirkt ist gerade nicht belegt.

          Nach meiner Auffassung ist das die falsche Dichotomie „Nature vs. Nurture“. Da ist jeder Beleg von vornherein unmöglich.

          Ich persönlich denke nicht, dass Menschen Sklaven ihrer Sozialisation sind. Sozialisiertes wird sehr schnell abgelegt, wenn es keine Vorteile oder gar Nachteile bringt. Ebenso denke ich nicht, dass Menschen Sklaven ihrer Instinkte sind. Auch Instinkte werden schnell überlagert, wenn es nur Vorteile bringt. Der Mensch ist ein instinktarmes (aber nicht: instinktloses) und sehr anpassungsfähiges Tier.

          Dagegen spricht, dass CAH-Mädchen diese Rollen gerade nicht leben etc.

          Man kann dem ohne Weiteres entgegenhalten, dass Sozialisation keine Einbahnstraße ist. D.h.: Das CAH-Mädchen könnte ohne Weiteres Sozialisationsprozesse und Reaktionen abrufen, die eigentlich für Jungen „vorgesehen“ sind. Ohne, dass da groß drüber nachgedacht wird. (Es sind ja nicht alle Menschen wie Feministinnen gestrickt, die eben immer und überall das Geschlecht anderer Menschen sehen) ->“Das CAH-Mädchen verhält sich irgendwie wie ein Junge, also wird es auch wie ein Junge behandelt.“

          Neuseeland beispielsweise ist eine moderne westliche Gesellschaft, die allerdings keine große feministische Prägung erfahren hat. Meines Wissens gibt es dort wesentlich mehr Frauen in Männerdomänen. Aber eben nicht 50/50.

          Kultur und Biologie werden wohl beide eine Rolle spielen und dass Feminismus geschlechterregressiv ist, wird hier wohl niemand bestreiten. Insoweit würde ich Pjotr zustimmen, wenngleich ich nicht der Meinung bin, dass der Mensch in einem biologischem Vakuum lebt.

          • „Die Frage ist ja nicht, was sie tun könnten, sondern warum sie das tun, was sie eben tun. Und wenn Frauen tatsächlich – wie Pjotr es skizziert – eine „Patriarchale Dividende“ einfahren, dann werden sie eben einen Teufel tun, die Abschaffung des „Patriarchates“ ernsthaft zu betreiben.“

            Das ist ja das Faszinierende: Natürlich kann man alles biologische auch noch einmal sozial begründen, als bewußte Entscheidung.
            Warum sie dann eigentlich diese Entscheidung treffen ist das eigentlich interessante. Und auch warum man sie diese Entscheidungen treffen lässt. Denn solche Prozesse sind ja Reaktionen, gegenreaktionen, Gegengegenreaktionen und so weiter.
            Das fällt meist in den sozialen Begründungen weg oder wird verkürzt auf eine Machtfrage.
            Da sind die biologischen Theorien meiner Meinung nach weitaus tiefer gehender. Sie beantworten beispielsweise über intrasexuelle Konkurrenz in verschiedenen Bereichen und sexuelle Selektion warum Männer weitaus eher bestimmte hohe Positionen anstreben als Frauen und warum Männer und Frauen verschiedene Interessen und Fähigkeiten haben, die sie in das Aktion-Reaktion-Schema einstellen und die sich je nach Situation verschieden auswirken

        • Welche erheblichen Unterschiede kann es denn nicht erklären?

          Alle. Ich rede von der DIFFERENZ. Deiner Theorie gemäss müsste sich das Interesse von Frauen an MINT-Fächern in allen Ländern etwa gleich sein, was sich wiederum im Frauenanteil in den MINT-Fächern widerspiegeln sollte. Ist das nicht der Fall, genügt der von der Biologie hergeleitete Erklärungsansatz nicht. Ist doch logisch. Nimm doch einfach zur Kenntnis, dass dein Universalerklärungsansatz für einmal versagt.

          ist echt wie mit den Zeugen Jehovas! Arggggh.

        • Warum sie dann eigentlich diese Entscheidung treffen ist das eigentlich interessante. Und auch warum man sie diese Entscheidungen treffen lässt.

          Sie treffen diejenige Entscheidung, die sie als am vorteilhaftesten erachten. Warum sie das wohl tun?

          Denn solche Prozesse sind ja Reaktionen, gegenreaktionen, Gegengegenreaktionen und so weiter.

          Reaktion und Gegenreaktion worauf ist da die erste Frage. Die Zweite ist, in welchen Zeiträumen sich diese Spirale winden soll.

          Wenn Menschen sich sowas wie Industrie schaffen, dann hat das eben andere – sehr weitreichende – Folgen für diejenigen, deren Körper am laufenden Band schwanger ist. Da braucht es kein evolutionäres „Weiblichkeitsprogramm“, um eine entsprechende Anpassung bezüglich beispielsweise der Familienstruktur zu bewirken. (Ein festverdrahtetes „Weiblichkeitsprogramm“ stünde einer solchen Anpassung eher im Wege) Et voila: Der Mann geht nun außerhaus arbeiten und die Frau zieht die Kinder groß und hütet das Haus. Das ist, in dieser konkreten Umweltsituation, die für alle Beteiligten vorteilhafteste Lösung. Die Kultur passt sich dem an und gibt allen Beteiligten positive Identifikationsmöglichkeiten, aber auch soziale Distinktionsmöglichkeiten.

          Das so entstehende Männlichkeits- und Weiblichkeitsideal geht dann ins etablierte Kulturgut über und die (materiellen/rechtlichen etc.) gesellschaftlichen Strukturen werden der Nachfrage angepasst. Damit wird es schwer, „gegen den Strom zu schwimmen“ und leicht, sich mit dem Strom treiben zu lassen. Es wird auch schwer, etwas zu ändern – es ist sozusagen alles gesellschaftlich „eingespielt“.

          Das Ganze verfestigt sich so lange, bis sich die materiellen Bedingungen ändern. Wenn Frauen plötzlich nicht mehr am laufenden Band schwanger werden und wenn die Industrie nicht mehr nur die Gluthölle eines Stahlwerks ist, dann sind die alten Rollen eben teilweise nachteilhaft.

          Es findet eine erneute Anpassung bzw. Korrektur statt, bei der das Nachteilhafte verschwindet. Was nicht nachteilhaft ist, wird idR bewahrt. Jede Änderung muss ja gegen den Strom der gesellschaftlichen „Eingespieltheit“ erschwommen werden und dieser Energieaaufwand muss sich schon irgendwie rechnen.

          Ich bestreite nicht, dass dabei auch biologische Dispositionen eine große Rolle spielen, allerdings ist die Tatsache, dass so Manches sich nicht ohne Weiteres ändern lässt kein Beweis für solche Dispositionen.

          Dass Frauen die typischen Frauenberufe bevorzugen kann eben auch ohne Weiteres plausibel damit erklärt werden, dass diese Berufe – historisch gewachsen – eben Frauen eine Erhöhung ihres sozialen Status‘ und eine positivere Identität „als Frau“ versprechen.

          Das fällt meist in den sozialen Begründungen weg oder wird verkürzt auf eine Machtfrage.

          Ein Strohmann. Niemand außer Feministinnen (und Poststrukturalisten) hat ein derart reduktionistisches Verständnis davon, wie Gesellschaft bzw. Kultur verfasst ist.

          Da sind die biologischen Theorien meiner Meinung nach weitaus tiefer gehender.

          Biologische Theorien sind hochgradig hohl, wenn sie die Umwelt nicht berücksichtigen. Und der Mensch schafft sich seine Umwelt selbst – was allerdings ein Generationsübergreifender Prozess ist.

          Abgesehen davon kann es sowieso keine „Biologiefreie“ bzw. Antropologiefreie Theorie geben. Auch „Machtstreben“ kann ja letztlich nur auf Biologie zurückgeführt werden. Und ohne Biologie funktioniert kein einziges Neuron. „Nature vs. Nurture“ ist eine komplett sinnfreie, falsche Dichotomie. Es kann diesen Gegensatz nicht geben

        • In Süd- und Osteuropa verhüteten (nur) etwas über 40 % der Frauen im fruchtbaren Alter auf „moderne Art“ (dieser Wert umfasst neben den hormonellen Lösungen leider auch Anwenderinnen der Sterilisation sowie der Spirale) – was dem Anteil der Frauen in den sogenannten Entwicklungsländern – ohne China – entsprach. In Afrika warens knapp halb so viele, in Nord- und Westeuropa dagegen 70 bis 76 % aller Frauen zwischen 15 und 49 Jahren.

          Diese Zahlen sind aber leider schon 10 Jahre alt:
          http://www.berlin-institut.org/fileadmin/user_upload/handbuch_texte/pdf_Haub_Kontrazeption_weltweit.pdf

          Hat jemand zufällig aktuellere?

        • Nachtrag noch:

          „Unter den verschiedenen Formen der Kontrazeption ist die Pille am populärsten. Sie ist besonders in Deutschland weit verbreitet, wo sie unter allen Methoden mit 84 Prozent mit Abstand am häufigsten genutzt wird. … In Europa ist die Sterilisation mit zehn Prozent bis 18 Prozent nur in Belgien, Spanien und Finnland von größerer Bedeutung.“

          Gleicher Jahrgang allerdings ….
          http://www.berlin-institut.org/online-handbuchdemografie/bevoelkerungsdynamik/faktoren/kontrazeption-in-europa.html

        • „Zudem dürften auch Unterschiede im Testosteronspiegel zwischen Bevölkerungsgruppen eine Rolle spielen“

          Ich widerspreche ja nicht. Rede dann aber bitte nicht von „natürlichen Unterschieden“, wo die gesellschaftlich-gemachten einem so derart ins Auge springen (müssten)…

          Glaubt Ihr denn, es gibt neben uns noch so viele weitere Länder, wo gar zehnjährige Mädchen bereits ohne Wissen und Einverständnis der Erziehungsberechtigten auf Kosten der Allgemeinheit chemisch kastriert werden?

        • Warum? Weder sind die Menschen in allen Ländern gleich noch sind die zusätzlichen Faktoren, die in eine Berufswahl einfließen in allen Ländern gleich

          Ja was ist denn nicht gleich, EvoChris? Sind es die biologischen Unterschiede der Frauen des Westens zu denen in andern Ländern, die für die Differenzen ursächlich sind oder sind es die unterschiedlichen Sozialisationsbedingungen, die die Differenzen verursachen? Die Antwort ist für jeden klar ausser für die Biosophen.

          Wenn ich sage, dass die Biologie im vorliegenden Fall nicht geeignet ist, die Differenzen zu erklären heisst das nicht, dass alles restlos durch Sozialisationsbedingungen erklärt werden kann. Ich bin ich mir nämlich durchaus bewusst, dass der Mensch ein Säugetier ist. Trotzdem, EvoChris, ist „Grzimeks Tierleben“ und „Rettet die Serengeti“ nicht die geeignete Lektüre, um soziale Bedingungen in ihrer Gänze zu verstehen.

          • @pjotr

            „Ja was ist denn nicht gleich, EvoChris? Sind es die biologischen Unterschiede der Frauen des Westens zu denen in andern Ländern, die für die Differenzen ursächlich sind oder sind es die unterschiedlichen Sozialisationsbedingungen, die die Differenzen verursachen? Die Antwort ist für jeden klar ausser für die Biosophen.“

            Beides hat(te) Einfluss aufeinander. Das ist ja ein alter Hut. Oder was genau meinst du?

            „Wenn ich sage, dass die Biologie im vorliegenden Fall nicht geeignet ist, die Differenzen zu erklären heisst das nicht, dass alles restlos durch Sozialisationsbedingungen erklärt werden kann“

            Biologie ist eben für die grundlegenden Unterschiede verantwortlich. und das vereinheitlichende Element

            „Ich bin ich mir nämlich durchaus bewusst, dass der Mensch ein Säugetier ist. Trotzdem, EvoChris, ist „Grzimeks Tierleben“ und „Rettet die Serengeti“ nicht die geeignete Lektüre, um soziale Bedingungen in ihrer Gänze zu verstehen.“

            Das ist eben falsch gedacht. Nur wenn man von den biologischen bedingungen als Grundlage ausgeht kann man die gemeinsamen Strukturen erkennen, auf denen soziale Bedingungen überhaupt erst aufbauen. Biologie erklärt natürlich nicht absolut. Aber soziales gestaltet häufig nur aus

        • Das ist eben falsch gedacht. Nur wenn man von den biologischen bedingungen als Grundlage ausgeht kann man die gemeinsamen Strukturen erkennen, auf denen soziale Bedingungen überhaupt erst aufbauen. Biologie erklärt natürlich nicht absolut. Aber soziales gestaltet häufig nur aus

          Irgendwer steht dir auf dem Schlauch. Jetzt willst Du ernsthaft behaupten, dass sich die Frauen – nehmen wir die Schwedinnen als Beispiel – sich biologisch von den Iranerinnen derart unterscheiden, so dass eine grosse Differenz bezüglich Interesse an MINT-Ausbildungen resultiert? Ohje.

          Dein unerschütterlicher Glaube an die Geschlechterdifferenzen als universell wirkende Kraft erinnert stark an den feministischen Glauben an die Allgegenwart des Patriarchats oder der Religiösen an die Allgegenwart Gottes.

          Derine „biologischen Grundlagen“ sind im vorliegenden Fall so erklärungspotent wie der Verweis auf die physikalischen Gesetze als „Grundlage allen menschlichen Handelns“, da ja schliesslich nicht gegen die physikalischen Gesetze verstossen werden könne. .

        • „Um so eher Frauen ihren Interessen nachgehen können um so eher entscheiden sie sich eben für Berufe, die nichtmathematisch sind.“

          Warum können Süd- und Osteuropäerinnen D.A.n. denn nicht im selben Maße wie die Nord- oder Mittel-/Westeuropäerinnen „ihren Interessen nachgehen“?

          „Zuallermindest das (wahrscheinliche) Potential, Kinder gebären zu können ist ja notwendige Bedingung für die Kategorie „Bürgersdame““

          er meinte wohl „Frau“

          „Sie bilden sich ein, die emanzipiertesten Frauen dieser Welt zu sein. Völlig falsch. Sie sind die privilegiertesten Frauen dieser Welt, was etwas völlig anderes ist“

          Haha. Aber der weiße Mann aufgewachsen in unserer Hemisphäre wird fies unterdrückt, ne?

          Wie würdet ihr das denn beschreiben, wenn 8 von 10 Eurer hiesigen Geschlechtsgenossen chemisch kastriert wären?

          Als eine besonders privilegierte (Ausgangs-)Position der Männer?

          ^^

        • Warum können Süd- und Osteuropäerinnen D.A.n. denn nicht im selben Maße wie die Nord- oder Mittel-/Westeuropäerinnen „ihren Interessen nachgehen“?

          Weil die eher auf sowas wie einen Beruf angewiesen sind, von dem sie ihren Lebensunterhalt bestreiten können, Frau Blitzmerk.

          er meinte wohl „Frau“

          Nein, ich meinte in dem Fall: Frau* 😉

          Haha. Aber der weiße Mann aufgewachsen in unserer Hemisphäre wird fies unterdrückt, ne?

          In Echt emanzipierte Frauen haben es eben nicht nötig, und sind auch zu stolz, um die Staatsgewalt durch Appelle an die Weibchenbeschützerinstinkte zu verfassungswidrigen Handlungen zu nötigen.

          Wie würdet ihr das denn beschreiben, wenn 8 von 10 Eurer hiesigen Geschlechtsgenossen chemisch kastriert wären?

          Wenn 1 von 100 meiner Geschlechtsgenossen die freiwillige Einnahme eines Verhütungsmittels „chemische Kastration“ nennen würde, dann würde ich, ob solchen unbeschreiblichen Geseiers, vor Scham im Boden versinken.

          Als eine besonders privilegierte (Ausgangs-)Position der Männer?

          Ja, denn wenn es so wäre, dann hätten 2 von 10 Männern das Privileg, durch die einfache Wahl eines anderen Verhütungsmittels sich von intrasexueller Konkurrenz zu befreien.

    • „Innerhalb von Europa sind die Türkei, Spanien und Portugal in Bezug auf die Aufnahme der Frauen in Naturwissenschaft und Technik auf allen Stufen der Karriereleiter insgesamt führend“

      Das ist sprachlich manipulativ, „Aufnahme“. Nichts ist einfacher, als in einen technischen Studiengang zu gehen, i.d.R. gibts dort nichtmal einen NC.

      Nur: es macht kaum eine Frau, im Übrigen zum Leidwesen von Männern wie mir, ständig mit Typen rumzuglucken (ich hatte auch nur Brüder und im technischen Gym gab es auch fast nur junge Männer), nervt irgendwann.

      Die „Stufen der Karriereleiter“ sind in technischen Fächern ohnehin oft lächerlich, in unserer Firma geht fast jeder „Aufstieg“ mit Personalverantwortung und Verlust technischer Arbeit einher. Etwas was sehr viel Praktiker (mich eingeschlossen) meiden, wie der Teufel das Weihwasser, trotz höherem Gehalt. Die Chancen für Frauen wären also gut, es gibt nur kaum welche (außer im Sekretariat).

      Auch einen Namen für das Phänomen gibt es längst, das:
      http://genderpopender.de/das-gender-equality-paradox/

      Der Christian hat sogar als erster dazu kommentiert.

      Und ich prophezeie, dass man das auch mit noch so viel Propaganda nicht aushebeln wird.

      Bei den Interviews neulich, zu irgendeiner IT-Messe (hab vergessen welche, ist mir aber unangenehm aufgefallen), durfte im ÖR fast nur die weibliche Minderheit in die Mikrophone hauchen. Man muss ja die Rollenbilder „gendern“. Die Konsequenz daraus ist, dass u.U. die spannendsten Sachen hinten runter fallen, weil halt „nur“ Männer dran arbeiten. Das ist nicht nur diskriminierend, sondern nimmt auch insgesamt Lockstoff für potentielle Studenten weg.

  3. Der Grund dafür, daß Frauen aus nicht-so-gut-entwickelten Ländern (sozial/frauenrechtlich/ökonomisch) signifikant häufiger in die MINT-Fächer gehen, ist, daß diese Fächer die einzigen Möglichkeiten sind, sowohl sozial als auch ökonomisch aus diesen Gesellschaften zu entkommen. Wenn man aus Äthiopien kommt, um in Schland Gender Studies zu belegen, ist die Chance ziemlich gering, in der Heimat (oder sonstwo) Geld und Privilegien zu sammeln.
    In den westlichen Ländern ist das kein Faktor. Hier können Frauen studieren, was sie wollen – zur Not schafft man einfach staatlich alimentierte Stellen für die Legionen nutzloser poststrukturalistisch/intersektional ausgebildeter Soziolog*innen.

    • Ich bin mir nicht mal sicher, ob ein MINT-Studium in Äthiopien wirklich dasselbe ist wie in Deutschland, und nicht eher sowas wie ein besserer VHS-Kurs.

      • Womit ich sagen will, dass die Schwierigkeit eines Studiums Auswirkungen auf das Geschlechterverhältnis der Studenten haben kann.

  4. Pingback: Geschlechterunterschiede in mathematischen Fähigkeiten und SAT-Ergebnisse | Alles Evolution

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