Ehe

Diese Woche soll es durchgängig jeden Tag um ein anderes Thema rund um „Mann &  Frau zusammen“ gehen, einfach freie Assoziationen und Gedanken, anhand jeweils eines bestimmen Schlagwortes. Für neue Ideen und für das Entdecken von Aspekten, die bei spezielleren Texten untergehen

Jetzt sind wir bei:

Ehe

Sollte man heiraten? Was macht eine gute Ehe aus? Was sind gute Gründe für eine Ehe? Welche Vorschriften aus der Ehe sind schlecht, was müsste man verbessern? Wollt ihr heiraten? Habt ihr schon mal eine Ehe gehabt? Was wären eure Tipps für eine erfolgreiche Ehe? Wie lange sollte man vorher zusammen gelebt haben? Hochzeitsfeiern – welche Hochzeiten haben euch gefallen oder wie sieht eure Traumhochzeit aus? Was sollte man ausgeben? Wie sollte man sich absichern? Was sagt ihr zu einem Ehevertrag? Was würdet ihr denken, wenn euer Ehepartner einen will? Gerne auch: Verpartnerung bei Homosexuellen, also die Homoehe, die ich hier mit unter Ehe fasse: Welche besonderen Probleme/Vorteile seht ihr dort und wäre das was für Homosexuelle unter den Lesern? usw

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68 Gedanken zu “Ehe

  1. Vor dem Heiraten mindestens ein Jahr zusammen wohnen. Wenn dann nämlich der Alltag nicht klappt (z.B. unterschiedliche Ansprüche an Ordnung), sollte man die Ehe gleich sein lassen…

  2. Statt auf Lebenslänglichkeit ausgerichtete monogame Liebesbeziehungen zu fördern und zu subventionieren, sollte man Familien ( überall dort wo Kinder mitleben) unterstützen. Ansonsten lohnt sich die Ehe mit der Möglichkeit in andere Steuerklassen zu kommen vor allem wenn es in einer Beziehung hohe Lohnunterschiede gibt. Durch die etablierten Partnerschaftsmodelle die trotz Eheöffnung zB in Frankreich oder in der Schweiz weiter exsistieren, nur ebenfalls für Heteros geöffnet, kann man sehen, dass mehr junge Menschen die „Ehe light“, die durch leichtere Auflösbarkeit eher auf serielle Monogamie ausgelegt ist, der klassischen Ehe vorziehen.

  3. Pingback: *** 5th CarstAnnyversary *** //1489 | breakpoint

  4. Hm…Meine Frau ist Südamerikanerin und Ich habe sie gehreiratet, weil es nicht anders ging, sprich: Sie konnte nur als meine Ehefrau mit mir nach Deutschland kommen, und ich hätte in Kolumbien nie eine vernünftige Arbeit gefunden (und dauerhaft wohl auch nicht gewollt). Ich kannte sie damals zwar schon gut zwei Jahre, aber wir waren immer nur ein paar Wochen zusammen wenn ich in Kolumbien war bzw. sie in Deutschland.

    Ist alles in allem gut gegangen und ich bereue es nicht, große Anerkennung dabei für meine Frau, die sich auf ein ganz neues Leben eingelassen hat, neue Sprache, neues Klima, neues Essen, neue Arbeit, und es gemeistert hat. Sie wird in diesem Jahr die deutsche Staatsbürgerschaft beantragen.
    Ich hatte vorher keine Beziehungen zu Frauen, die länger als ein paar Monate gedauert haben, und bin mit meiner Ehe zufrieden, obwohl ich es eigentlich nie direkt aufs Heiraten angelegt hatte.

    Wir haben keine Kinder, aber aus medizinischen Gründen bzw. in meinem Fall auch weil ich nie einen Kinderwunsch verspürt habe, anders als meine Frau. Aber das Kapitel ist abgeschlossen.

    Das Gute an der Ehe ist aus meiner Sicht, dass die Beziehung doch sehr viel fester ist als eine nichtformalisierte Partnerschaft. „Das ist meine Frau“ klingt doch anders als „Das ist meine Freundin“. Hinzu kommt natürlich, dass man auch durch viele gemeinsame Projekte aneinander gebunden ist; wir haben z.B. gemeinsam eine Immobilie erworben, die im Trennungsfall verkauft und aufgeteilt werden müsste (Ein ehemaliger Chef von mir sagte mal: „Nichts hält eine Ehe besser zusammen als eine teure Einbauküche.“)

    Für das Gelingen der Ehe wichtig ist aus meiner Sicht die richtige Mischung aus Gemeinsamkeiten und Unterschieden. Es dürfte schwierig werden, wenn einer der beide Raucher ist und der andere Nichtraucher, oder einer politisch links steht und der andere rechts. Andererseits sollte man nicht alles immer nur zusammen machen und auch Freundschaften und Interessen außerhalb der Ehe haben; ich denke das verhindert, dass der Partner für einen langweilig wird.

  5. „Sollte man heiraten?“
    Geschmackssache.

    „Was macht eine gute Ehe aus?“
    Konstruktive Kommunikation auf sämtlichen Ebenen.

    „Was sind gute Gründe für eine Ehe?“
    Steuerliche und rechtliche Vorteile.

    „Welche Vorschriften aus der Ehe sind schlecht, was müsste man verbessern?“
    Im Vergleich zu was? Mir fällt spontan nur ein, dass man sich damit in eine verbindliche Abhängigkeit begibt.

    „Wollt ihr heiraten? Habt ihr schon mal eine Ehe gehabt?“
    Bin seit dreieinhalb Jahren verheiratet, hatte das aber nie vorgehabt.

    „Was wären eure Tipps für eine erfolgreiche Ehe?“
    Loyal zusammenhalten, und auch bei Problemen nicht gleich aufgeben, sondern gemeinsam nach einer Lösung suchen. Auch mal nachgeben und kompromissbereit sein.
    Einander nicht als selbstverständlich wahrnehmen, sondern immer wieder füreinander dasein.
    Bevor man sich „ewig bindet“, unbedingt ausprobieren, ob es sexuell zusammenpasst (dabei ist eine Vergleichsbasis ausgesprochen sinnvoll). Alles andere ist verantwortungslos. Falls man Kinder möchte, sollte der Partner bereits seine Fruchtbarkeit bewiesen haben.

    „Wie lange sollte man vorher zusammen gelebt haben?“
    Kommt auf die individuellen Gegebenheiten an. Mein Mann und ich haben offiziell immer noch unterschiedliche Wohnsitze.

    „Hochzeitsfeiern – welche Hochzeiten haben euch gefallen oder wie sieht eure Traumhochzeit aus? Was sollte man ausgeben?“
    Meine Hochzeit fand nur standesamtlich statt. Feier in einem Hotel. Etwa 20 enge Verwandte als Gäste. Flipcharts mit Feynman-Diagrammen als Deko. Sonst kein Firlefanz.

    „Wie sollte man sich absichern?“
    Sich vorher eine Liste mit den eigenen Vermögenswerten machen. Wer glaubt, mehr Absicherung nötig zu haben, sollte es lieber ganz bleiben lassen.

    „Was sagt ihr zu einem Ehevertrag? Was würdet ihr denken, wenn euer Ehepartner einen will?“
    Wenige Tage vor der Hochzeit kam er völlig überraschend mit einem Ehevertrag an. Ich habe rundweg abgelehnt. Hätte er das länger vorher mit mir besprochen, wäre ich vielleicht einverstanden gewesen – auch zu meiner eigenen Sicherheit.
    https://breakpt.wordpress.com/2013/07/31/vierhundertachtundsiebzig-16273608/

    „Gerne auch: Verpartnerung bei Homosexuellen, also die Homoehe, die ich hier mit unter Ehe fasse: Welche besonderen Probleme/Vorteile seht ihr dort und wäre das was für Homosexuelle unter den Lesern?“
    Betrifft mich nicht. Ich befürwortete eine eingetragene Lebensgemeinschaft aber auch für Heterosexuelle, die keine Kinder wollen.

    • dass man sich damit in eine verbindliche Abhängigkeit begibt.

      Für Hauptverdiener als potentielle Unterhaltszahler gilt das wohl. Aber welche Abhängigkeiten erzeugt denn die Ehe für alle anderen?

      • Im Gegensatz zu einer unformellen Beziehung, lässt sich eine Ehe nicht so einfach von heute auf morgen beenden, nur weil man nicht mehr mag.
        Da gibt es zumindest langwierige und kostspielige Scheidungsformalitäten, und was weiß ich.

        Außerdem ist eine Ehe häufig Grundlage für gemeinsame Anschaffungen (Immobilien, Kinder, ..), die sich nicht so ohne weiteres auseinanderdividieren lassen.
        Aufgrund gemeinsamer Entscheidungen kann es dazu kommen, dass einer der gemeinsamen Familie zuliebe auf eigenes Erwerbseinkommen verzichtet, und dann wirtschaftlich und finanziell völlig vom erwerbstätigen Partner abhängig wird.

        • Eine Ehe führt unweigerlich zu wirtschaftlichen und emotionalen Verflechtungen, die sich nur im Rahmen eines langwierigen und kostenintensiven Prozesses (bedingt) auseinanderdividieren lassen.

          Den romantisch-emotionalen Aspekt einer Beziehung kann man aber auch ohne Ehe haben.

          Da stellt sich schon die Frage, warum man da noch heiraten soll.

          Die Ehe ist daher mMn nur aus Sicht des wirtschaftlich schwächeren Parts eine interessante Überlegung.

          Ich denke auch, dass das eine oder andere Ehedrama das Ergebnis der Überlegung ist, sich aufgrund zu starker Verflechtungen (Geld, Kinder) nicht schadlos aus einer Ehe „befreien“ zu können.

    • Was meinst du mit „die Fruchtbarkeit bereits bewiesen haben“?
      Ich musste mich in den letzten Jahren mit dem Thema Fruchtbarkeit bei Menschen auseinandersetzen. Mir wurde von drei Reproduktionsmedizinern gesagt, dass der einzige sichere Beweis der Fruchtbarkeit bereits gezeugte/ausgetragene Kinder sind.
      Selbst das ist noch kein Beweis, dass ein Paar MITEINANDER Kinder bekommen kann. In meinem Umfeld gibt es zwei Paare, die (genetisch?) nicht kompatibel sind. Ist wohl selten, kommt aber vor.
      Meine Empfehlung für Menschen mit Kinderwunsch: setzt euch mit dem Szenario auseinander, was ihr macht, wenn es nicht klappt…

      • Es gibt Männer, die schießen mit Platzpatronen. Ob das der Fall ist (genauer: Mit welcher Wahrscheinlichkeit das der Fall ist) sagt dir jeder Urologe.

        Dass es noch andere Gründe gibt, steht auf einem zusätzlichen Blatt.

        • Exakt.
          Ein Fruchtbarkeitstest bei Männern kennt nur die Ergebnisse: „geht nicht“ oder „geht unter den richtigen Umständen“.
          „Geht auf jeden Fall“ existiert nicht.
          Wie ich schon sagte: ich musste mich mit dem Thema beschäftigen…

      • Genau das!
        Sicher kann man nur sein, wenn ein gemeinsames Kind bereits geboren ist.
        Wenn der Wunsch nach gemeinsamen, eigenen Kindern stark genug ist, sollte man mit einer Hochzeit so lange warten.

        Für manche Paare mag eine Adoption eine Option sein, oder das leibliche Kind nur eines der Partner.
        Aber sicher nicht für alle. Die sollten die Chance haben, einen besser passenden Partner zu finden.

    • Konstruktive Kommunikation auf sämtlichen Ebenen.

      Das ist de facto in mindestens 75% der Fälle unmöglich. A qui la faute?

      Außerdem sollte das Kinderkriegen wegen Umweltzerstörung verboten werden. Stell Dir vor die Menschen können bald 200 Jahre und älter werden ……

        • Unmöglich weil die meisten Frauen die ich kenne, auch von Freunden, nicht wirklich kommunizieren wollen, sondern nur ihre schlechte Laune auf jemanden abwälzen wollen.

          Als Mann ist mann da immer der Verlierer.

  6. Entschuldigung, aber wer als Mann in diesem Land (in anderen ist es nicht viel besser) eine Ehe eingeht, muss schon ziemlich bescheuert sein oder naiv. Oder beides. Am besten liest man sich mal ein gutes Buch durch, z.B. „Trennung, Scheidung, Unterhalt – für Männer“, danach hat sich das Thema Ehe erledigt. Die Ehe ist ein knallharter Vertrag, der in dieser Form in der freien Wirtschaft sittenwidrig wäre. Wenn es der Frau nicht um Versorgung, sondern um einen Partner geht, ist das auch der Frau egal. So wie meiner langjährigen Partnerin.

  7. Eine schöne Variante, wie Frauen „Auf die Knie mit dir“ zum Ausdruck bringen können: „Ich kann dich nicht auf Dauer „boyfriend“ nennen, das ist so kindisch“

    Die Antwort ist auch schön.

  8. Die Ehe ist nüchtern betrachtet ein Rahmenvertrag, der für die beteiligten Parteien die gesellschaftlich über einen längeren Zeitraum ausgehandelten Bedingungen zusammenfasst. Die im Vertrag (ursprünglich) enthaltene Langfristigkeit sollte stabile Rahmenbedingungen schaffen, die bspw. benötigt werden um Kinder aufzuziehen oder langfristige geschäftliche Transaktionen sicher und damit lohnenswert zu machen.

    Die heute verbreitete Ansicht ‚Familie ist da wo Kinder wohnen und sonst gibt es keine Unterschiede‘ teile ich nicht. Patchworkfamilien exisitieren, aber die Kinder tun sich in den allermeisten Fällen schwer mit den heterogenen Strukturen, die dadurch entstehen. (Die Erwachsenen übrigens auch – das Missbrauchsrisiko in Patchworkkonstellationen ist ungleich höher – was eine statistische Aussage ist und keine Rückschlüsse auf konkrete Einzelfälle impliziert.) Im Sinne der emotionalen Kosten oder der notwendigen emotionalen Arbeit sind eben nicht alle existierenden Konstellation gleichwertig. Und auch wenn es schreckliche Eltern und schreckliche Familienverhältnisse gibt, so ist nach meinem Ermessen die Kernfamilie eine Konstruktion, die im Schnitt die niedrigsten emotionalen Kosten verursacht. Diese „best practice“ zu institutionalisieren war in Zeiten, in denen Effizienz wichtig war, sicher ein richtiger Schritt.

    Durch die Effizienzgewinne der letzten 30 Jahre scheint die Notwendigkeit, auf Effizienz im individuellen Leben zu achten (Ressourcenverbrauch, Kommunikationseffizienz, etc.) nicht mehr so zwingend zu sein. Dadurch fällt der äußere Zwang weg, effiziente Formen des Zusammenlebens zu wählen. Ob diese Formen dadurch sinnlos werden, wird die Zeit zeigen.

      • Problem ist nur, dass man sich nie wirklich sicher sein kann, dass die Verträge auch wirksam sind. Ähnlich wie die Gesellschaft halten Gerichte Frauen nämlich gerne für unmündige Menschen, die zu ihren Lasten keine ungünstigen Verträge schließen kann. Gerade, wenn man z.B. eine Frau aus dem Ausland heiratet, werden die Frauen schon aufgrund ihrer Sprachnachteile und dem schwächeren Möglichkeiten in fremden Ländern als besonders schutzbedürftig betrachtet, so dass hier erst recht eine hohe Gefahr besteht, dass die Gericht zur Unwirksamkeit der für die Frau nachteiligen Klauseln gelangen. Ich habe gerade letzte Woche von einem Fall gehört, da hatte jemand eine asiatische Frau geheiratet und einen Ehevertrag, wonach vereinbart war, dass die Frau im Falle der Scheidung einen fünfstelligen Betrag und die Rückflugkosten in ihre Heimat erhalten sollte. Die Gerichte hielten den Ehevertrag für unwirksam, obwohl der Abfindungsbetrag in ihrem Heimatland und entsprechend ihrer früheren Lebensverhältnisse ungefähr den 10fachen (wenn ich mich richtig erinnere) Jahresverdienst eines Philippinen entsprochen hätte. Ich kann den Fall aber gerade nicht wiederfinden.

        Und selbst, wenn ein Ehevertag nach heutigen Maßstäben der Rechtsprechung als wahrscheinlich wirksam betrachtet werden kann, braucht man sich doch nur umzugucken, in welche Richtung sich die Politik entwickelt. Wer kann daher schon sagen, welche Frauenpamperungen sich die Gesellschaft noch einfallen lässt und wie die Eheverträge in ein paar Jahren durch die Gerichte bewertet werden.

        Ich würde jedenfalls für keine einzige Klausel, die für die Frau im Vergleich zur Gesetzeslage nachteilig sein könnte, meine Hand ins Feuer legen.

        • Maßgeblich ist vielmehr, ob das Gericht zur Ansicht gelangt, dass eine Partei beim Vertragsschluss in einer Art unterdrückten bzw. hilflosen Situation war und dieses für den anderen Vertragspartner erkennbar war. Und da Frauen von der Gesellschaft quasi naturgegeben als Opfer bzw. hilflos in jeder Lebenslage betrachtet werden, gibt es so mache Menschen, die dann im Wege des weißen Ritters der Frau helfen wollen, wenn andernfalls eine für die Frau im Vergleich zu den gesetzlichen Regelungen ungünstige Lage vereinbart wurde. Man geht quasi davon aus, dass die Frau die für sie ungünstige Lage nur akzeptiert hat, weil sie so ein hilfloses Opfer ist.

          Und da brauchen manche Richter nicht viel, um die Frau als ein armes unterdrücktes Opfer zu betrachten.

          Der Klassiker sind schwangere Frauen. Wenn die Frau zum Zeitpunkt des Ehevertrages bereits schwanger war, dann hat man sehr gute Chancen, dass Eheverträge zu Ungunsten der Frau unwirksam sind, weil die Gesellschaft davon ausgeht, dass die Frau in dieser armen unterdrückten Situation quasi alles unterschreiben würde, um nicht obdach- und mittelos mit dem Kind auf der Straße zu stehen.

          Und der nächste Klassiker sind halt ausländische Frauen, die zu Gunsten der Ehe ihren Lebensmittelpunkt in das Land des Ehepartners verlagern. Hier hat man ebenfalls sehr gute Chancen, dass Richter die Frau als völlig hilflos und unterdrückt betrachten, die aufgrund ihrer Not quasi alles unterschrieben haben. So führt der BGH z.B. bei einer russischen Klavierlehrerin, die nach Deutschland gezogen ist, Folgendes aus (XII ZR 119/04):

          Zitat: „Erforderlich ist vielmehr eine Gesamtwürdigung, die auf die individuellen Verhältnisse beim Vertragsschluss abstellt, insbesondere also auf die Einkommens- und Vermögensverhältnisse, den geplanten oder bereits verwirklichten Zuschnitt der Ehe sowie auf die Auswirkungen auf die Ehegatten und ggf. auf deren Kinder. Subjektiv sind die von den Ehegatten mit der Abrede verfolgten Zwecke sowie die sonstigen Beweggründe zu berücksichtigen, die den begünstigten Ehegatten zu seinem Verlangen nach der ehevertraglichen Gestaltung veranlasst und den benacht eiligten Ehegatten bewogen haben, diesem Verlangen zu entsprechen.“

          [Mit anderen Worten: Der Richter kann sich hier in seiner Gesamtwürdigung relativ frei austoben, wann er einen Ehepartner als in einer Zwangslage betrachtet und die freie Ausgestaltbarkeit von Eheverträgen für nicht zulässig hält.]

          In Bezug auf ausländische Ehepartner, die ihren Lebensmittelpunkt zu Gunsten der Partnerschaft nach Deutschland verlagern, hat der BGH folgendes formuliert:

          Zitat: „Diese Grundsätze bedeuten indes nicht, dass sich ein Ehegatte über einen ehevertraglichen Verzicht von jeder Verantwortung für seinen aus dem Ausland eingereisten Ehegatten in Fällen freizeichnen kann, in denen dieser seine bisherige Heimat endgültig verlassen hat, in Deutschland (jedenfalls auch) im Hinblick auf die Eheschließung ansässig geworden ist und schon bei Vertragsschluss die Möglichkeit nicht fern lag, dass er sich – etwa aufgrund mangelnder Sprachkenntnisse, aufgrund seiner Ausbildung oder auch infolge einer Krankheit – im Falle des Scheiterns der Ehe nicht selbst werde unterhalten können. Auch wenn in einem solchen Fall die mangelnde Kenntnis der deutschen Sprache, die fehlende oder in Deutschland nicht verwertbare berufliche Ausbildung oder die Krankheit dieses Ehegatten als solche nicht ehebedingt ist, so ist doch die konkrete Bedarfssituation, in die dieser Ehegatte mit der Trennung oder Scheidung gerät, eine mittelbare Folge der Eheschließung. Es widerspricht der nachehelichen Solidarität, den früheren Ehegatten, der erst im Hinblick auf die Eheschließung in Deutschland ansässig geworden ist, die Folgen einer hier eingetretenen und bei Abschluss des Ehevertrags zumindest vorhersehbaren Bedürftigkeit allein tragen zu lassen.“

          Es reicht nach dem BGH somit möglicherweise bereits aus, dass der ausländische Ehepartner im Rahmen einer Scheidung größere Schwierigkeiten hat, sich in Deutschland auch alleine ernähren zu können (z.B. aufgrund von Sprach-/Kulturerschwernissen, keine Anerkennung seiner Ausbildung in Deutschland, …).

          http://juris.bundesgerichtshof.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bgh&Art=en&nr=38806&pos=0&anz=1

          Dabei reicht es aus, dass bei Unterzeichnung des Ehevertrages „die Möglichkeit nicht fernlag“, um die Richter zum weißen Ritter gegen die Ungerechtigkeiten der Welt aufschwingen zu lassen und in kühner Hilfsbereitschaft den unterdrückenden Ehevertrag einfach für unwirksam zu erklären.

          Und, wann „die Möglichkeit nicht fernlag“ nicht fernlag, wird kann ja jeder mal für sich selber bewerten. Im Prinzip gehen doch insbesondere Feministinnen schon davon aus, dass Frauen aufgrund böser patriarchaler Unterdrückungen sich quasi immer in einer hilfslosen Zwangslage befinden und daher weiße Ritter in jeder erdenklichen Lebenslage benötigen, die diese vor den Folgen der eigenen Lebensentscheidungen (und Vertragsschlüssen) zu beschützen.

          Und wie gesagt, maßgeblich ist auch nicht, dass vielleicht die heutige Rechtsprechung nach heutigen Maßstäben noch zu einer Wirksamkeit des Ehevertrages gelangt, sondern wie es ein Gericht zu dem Zeitpunkt bewertet, wo die Ehe gescheitert ist. Wenn im Wege weiterer ungebremster staatlicher Gehirnwäschen und Gesetzesinitiativen Frauen zu immer größeren Opfern der Gesellschaft herbeifantasiert werden, dann steigt auch künftig die Chance, dass künftige Richter die Frau als arme hilfsbedürftige Opfer betrachten werden, die den Ehevertrag nur aufgrund ihrer üblen Zwangslage unterschrieben haben. Und das gilt halt erst recht bei Ehepartnern mit schlechten einheimischen Sprachkenntnissen und aus ärmeren Ländern, die den Status des Opfers des bösen weißen frauenimportierenden Mannes quasi auf der Stirn stehen haben.

          Wer wirklich glaubt, dass man sich durch Eheverträge sicher absichern kann, der hat wirklich sehr großes Vertrauen in die diesen Staat und die Gleichbehandlung der Geschlechter.

          Im Prinzip ist der Ehevertrag ein schöner Trick diejenigen zu einer Ehe überreden zu können, die aufgrund der Gefahren eher keine Lust auf das russische Roulette haben. Man gaugelt dem Ehepartner mit dem Ehevertrag vor, dass der Ehepartner die Risiken kalkulieren könne. Und die große Überraschung kommt dann halt erst in vielen Jahren, wenn die Partnerin einem die Pest an den Hals wünscht und es dann große Lotto ist, ob ein Gericht die Folgen des Ehevertrages nicht doch irgendwie gemein findet. Und im Zweifel finden Richter die Männer selbst dann als gemein, wenn die Frau die Täterin ist. Man braucht dazu einfach mal die Rechtsprechung und Gesetzeslage zu den Kuckuckskindern anzugucken. Die Frau wird selbst dann noch als armes hilfsbedürftiges Opfer betrachtet, wenn diese alle verarscht und missbraucht hat.

          Ich würde jedenfalls für keinen einzigen Ehevertrag meine Hand ins Feuer legen, wenn dieser auch nur irgendwie die Wünsche der Frauen beeinträchtigen könnten.

          Aber vielleicht hat man ja auch Glück und erwischt einen Richter, der Frauen nicht für unmündige 3-jährige Kinder betrachtet.

  9. Eine Eheschließung ist in erster Lienie ein Rechtsakt, bei dem man nicht nur seine Partnerin heiratete, sondern auch 1000 Seiten Familiengesetzbuch und mehrere Tausende Seiten Rechtssprechung aus den letzten Jahrzehnten. Kurz gesagt man heiratet die jetzige Rechtslage und begibt sich unter deren Rechte und Verpflichtungen. Für Männer ist die heute Rechtslage bei scheitern der Ehe, mit hohen Risiken verbunden.
    Die Ehe als Lebensmodell ist mit einer Scheidungsrate, und damit dem Scheitern des Lebensmodells, von über 40%, keine hinreichend stabile Konstruktion.
    Wenn man für eine Ehe eine klassische Risikobetrachtung macht, ist das Ergebniss für Männer verheerend. Der Schaden, den ein Scheitern der Ehe verursacht, setzt sich meissten aus emotionalen (Verlust der Kinder, die Frau nimmt den emotionalen Gewinn aus der Ehe mit), finanziellen und unter Umständen physischen und gesundheitlichen Schäden zusammen. Individuell ist das natürlich sehr unterschiedlich.
    Das alles mit einer Wahrscheinlichkeit von 40%. Wer da noch heiratet, hat darüber wenig nachgedacht oder hat den in der Verliebheitsphase charakteristischen Tunnelblick, der rationale Überlegungen zum Zeil ausblendet.
    Also ich würde niemanden raten eine Ehe zu schließen.

  10. Pingback: Ehe: veraltet und kaputt – mannfraukram

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