Verfasst von: Christian - Alles Evolution | 28. Februar 2017

Sollte man denjenigen, bei dem die Kinder bisher nicht wohnen auch auf das Wechselmodell verklagen können?

„Mama Arbeitet“ lässt etwas Frust ab und klagt darüber, dass das Wechselmodell eben auch nach dem neuen Urteil alleinerziehende Mütter nicht entlasten wird, weil es wahrscheinlich nicht dem Kindeswohl entsprechen wird einen Vater, der das nicht will, darauf zu verklagen, um so mehr Zeit zu haben und der Armut, der mit der Betreuung der Kinder einhergeht zu entkommen.

Sie fragt:

Wenn es dem Kindeswohl entsprechen kann, dass ein Kind im Wechselmodell von beiden Elternteilen betreut wird, selbst wenn ein Elternteil strikt gegen das Wechselmodell ist, dann müsste es doch auch möglich sein, eben jenes Wechselmodell gegen den Willen des unwilligen Elternteils einzuklagen? Desjenigen, der sich vor der Betreuung drücken will?

Für überzeugte Anhänger des Wechselmodells wohl kein Problem. In der Praxis wesentlich schwieriger, wenn einer von beiden schlicht nicht bereit ist und meint, dass er die Kinder eben nicht beaufsichtigen kann, weil er arbeitet, seine Wohnung zu klein ist, etc.

Wie seht ihr es?

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Responses

  1. Wenn ein Elternteil das Kind nicht will, kann es wohl kaum im Interesse des Kindes sein.

    Warum du diese Frage stellst, ist mir ehrlich unklar.
    Dir sollte Beim Lesen des BGH-Beschlusses die Antwort doch selbst klar sein!

    Für überzeugte Anhänger des Wechselmodells wohl kein Problem.
    Du scheinst ja eine starke Abneigung gegen das Wechselmodell zu haben – oder gegen die Befürworter.
    Hast du irgendwelche negativen Erfahrungen damit?

    • Man könnte ja von ihm verlangen, dass er es dann eben einrichten muss. Und das er dann eben auch die Bedingungen schaffen muss unter denen es klappt.

      Und nur, wenn er absolut nicht will, also dann das Kind darunter leidet, klappt es dann eben nicht.

      Ich habe gar nichts gegen das Wechselmodell, wie kommst du darauf?

      • Klar, du würdest dann also einer Mutter, die Vater und Kind sitzen läßt und klar sagt, daß sie das Kind nicht will, das Kind erstmal trotzdem aufzwingen. Könnte ja sein das es klappt. Wenn nicht, tja hat hat es halt Pech gehabt, wenn es groß ist, hat es das ja sicher alles vergessen.

        Und bevor du mit dem feministischem Quatsch kommst, Müttern würde man das ja ständig antun, irrst du dich.
        Wenn keines der Elternteile das Kind will, ünernimmt das Jugendamt die Vormundschaft. So wie es auch der Fall ist, wenn beide es wollen, aber nicht in der Lage dazu sind.
        Sofern die Eltern das Kind nicht zur Adoption freigeben.

        Ich habe gar nichts gegen das Wechselmodell, wie kommst du darauf?
        Nun, u.a. weil du kurz nach einem Beschluss des BGH, das klarmacht, daß unzähligen Vätern bisher zu unrecht das Sorgerecht entzogen wurde, mit „Böser Vater der Frau und Kind sitzen läßt“ ankommst!

        Was ich ehrlich gesagt als Schlag ins Gesicht von Vätern empfinde, die mitunter seit Jahren darum kämpfen ihre Kinder zu sehen!

        • „Was ich ehrlich gesagt als Schlag ins Gesicht von Vätern empfinde, die mitunter seit Jahren darum kämpfen ihre Kinder zu sehen!“

          Warum sollte es ein Schlag in ihr Gesicht sein? Dass es solche Väter gibt wirst du kaum bestreiten wollen.

          Im Gegenteil: um so mehr es von beiden Seiten durchgesetzt werden kann um su alltäglicher wird es werden.

          Ich finde es immer spannend auf die andere Seite zu schauen.

          Aber natürlich darfst du dich auch kritisch zu ihrem Artikel äußern, wenn dir das lieber ist.
          Sie gibt ja sogar an den Vater auf Umgang verklagt zu haben, ohne Erfolg

        • Ich fürchte, ich hatte die Verlinkung hinter „sie fragt“ nicht gesehen.

          Dachte daher, es sei eine DEINER fiktiven Fragen.

          Von daher muß ich mich bei dir entschuldigen!

        • Kein Ding, passiert schnell.

  2. Der richtigerweise zu berücksichtigende Grundsatz ist, dass man ein Elternteil nicht zu mehr Betreuung verurteilen kann, als dieses Elternteil zu leisten bereit ist. Dass so etwas nicht dem Kindeswohl dienen würde ist offensichtlich. Denn es wäre eine erheblich Gefahr zu erwarten, dass sich derjenige der Anordnung widersetzt indem er sie möglichst schlecht ausführt, bis er das wieder los ist.

    Das schließt aber nicht aus, jemanden, der beantragt das Kind Vollzeit zu betreuen, ein weniger davon zuzusprechen und so zu einem Wechselmodell zu kommen. Denn wenn er 100% leisten will und kann, wird er 50% auch leisten können und mutmaßlich wollen.

    Dass eine solche einfache Überlegung die geistigen Kapazitäten von Feministinnen überschreitet verwundert allerdings nicht.

  3. Es dürfte unmöglich sein jemanden zu kindeswohlgerechter Betreuung zu zwingen.

    • Was wäre denn, wenn der Umgang gut klappt, er ist nicht sonderlich motiviert, weil es Karrierenachteile bringt, aber er würde sich natürlich um sie kümmern und sie gut versorgen, wenn das Gericht es anordnet?

      • aber er würde sich natürlich um sie kümmern und sie gut versorgen, wenn das es anordnet?
        Und das weiß der Richter vorher. Wodurch weiß er das nochmal?

        • Durch die Anhörung aller Beteiligten. Hältst du denn Fall für undenkbar? Ich kann es mir durchaus vorstellen

        • Für sehr unwahrscheinlich.
          Er sagt, er würde sich um die Kinder gut kümmern – aber nur wenn man ihn zwingen würde?
          Da wäre es weitaus wahrscheinlicher, das er das Sorgerecht will.

        • Sorgerecht hat er doch, das gemeinsame. Laut Urteil des BGH geht es um Umgang

    • Der Witz ist aber doch: unwillige Kinder WERDEN gezwungen, denen nimmt man ihren Unwillen praktisch nie ab!

      • Mag das vielleicht daran liegen, dass das Gehirn der Kinder eben nocht nicht vollstaendig entwickelt ist, dass sie nicht rational sondern hauptsaechlich nach (indoktriniertem) Gefuehl urteilen?

        An der BT Wahl duerfen sie ja auch nicht teilnehmen, die armen Kleinen. Obwohl das kaum noch ein Argument ist, weil die meissten Erwachsenen anscheinend auch nur nach Gefuehl waehlen.

        Wie super toll das mit dem Zwang auf erwachsene Maenner klappt sieht man ja anhand der letzten 40 Jahre. Aber die Tante mit dem irrefuehrenden Blognamen (die arbeitet nur wenn sie gezwungen wird) ist ganz geil darauf Maenner zum Zahlen und Arbeiten zu zwingen.

  4. Klassischer Pseudokonflikt inszeniert von ängstlichen Mütter, die um ihre identitätsstiftende Rolle fürchten, da sie nicht selten ein Kind als Partnerersatz und ihr eigenen Besitz betrachten.

    Das Urteil wurde von einem Vater erwirkt, der nur Zahl- und Besuchsvater sein durfte. DARUM geht es. In Norwegen ist es so, dass man sich auf irgendeine Form des Wechselmodells einigt, weil die Frauen berufstätig sein und ein eigenes Leben haben wollen (und weil es keinen Ehegattenunterhalt gibt auch haben müssen). Gibt es Konflikte bei streitenden Eltern, bekommen die einen Psychologen, der 6 Monate mit ihm arbeiten.

    Versteht ihr nicht? Es geht darum, dass die Gericht das Wechselmodell aussprechen DÜRFEN. Das war bisher aus ideologischen Gründen nicht der Fall. Sie haben die Leute zum Residenzmodell mit Macht GEZWUNGEN und damit schwerwiegende und dauerhafte Konflikt in der zerbrochenen Familie gezeitigt.

    Wenn ein Vater – und seltener auch die Mutter – ihre Verantwortung nicht tragen will, kann und soll kein Gericht ihn dazu zwingen. Aber wenn einer sagt, ich will nur das Residenzmodell und der andere sagt, nein, ich will die volle Verantwortung in der halben Betreuungszeit wahrnehmen, können sich die feigen, rückständigen, reaktionären, unmenschlichen Gerichte nicht mehr dahinter verstecken, dass das Wechselmodell vom Gesetzgeber her keine Option ist (wie sie es bisher getan haben).

    Insofern ist die Fragestellung unzulässig und kommt entweder von jemanden, der die Tragweite dieser Umgangskonflikte nicht begreift oder selber noch gar keine Erfahrung mit einem brutalen Familiengerichtsverfahren gemacht hat.

    Ich empfehle dieses Video einer Jura-Professorin und Wissenschaftlerin zu diesem Thema:

  5. Was mich (als Vater) am Wechselmodell stört (selbst wenn die Eltern es schaffen, verantwortungsvoll von der Paar- auf die Elternebene zu wechseln): Die Kinder werden ständig hin- und hergekarrt. Meine schlimmsten Kindheitserinnerungen sind die ständigen Umzüge gewesen. Kinder brauchen m.E. eine stabile Umgebung, daher plädiere ich für das (leider ziemlich teure) Nestmodell: Die Kinder bleiben, wo sie sind und werden dort im Wechsel von Vater und Mutter betreut.

    • Auch im Residenzmodell werden die Kinder hin- und hergekarrt. Die Kinder sind wesentlich flexibler, als wir Erwachsenen so glauben. Die Basis bildet eine sichere Bindung und freundschaftlich kooperierende Eltern.

      Das sog. Nestmodell ist für viele Paare viel zu teuer, wäre aber tatsächlich eine schöne Lösung.


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