Wie würde eine maskulistische Erziehung von Kindern aussehen?

Peter Müller warf in den Kommentaren eine Frage auf:

Wie sollte, könnte, würde eine „maskulistische Erziehung“ von Töchtern aussehen?

Das finde ich auch nicht uninteressant.

Um mal den offensichtlichen Witz zu machen:

Dem Zerrbild entsprechend würde sie natürlich allenfalls die Haushaltsschule besuchen dürfen, damit sie kochen, backen und aufräumen kann. Die übrigen bei einer Frau wichtigen Fähigkeiten kann sie ja eh nur in der (kirchlich geschlossenen!) Ehe lernen.

Aber ernsthaft:

Natürlich wollte ich wollen, dass eine Tochter von mir die Freiheiten hat, sich in die von ihr gewünschte Richtung zu entwickeln, eine selbstbewußte, selbständige Frau wird, die eine positive Einstellung Männern und Frauen gegenüber hat. Mir wäre es schon wichtig, dass sie auch „untypischeres“ kann, etwa mit Werkzeugen arbeitet und nicht da aus Prinzip nach einem Mann ruft. Natürlich würde es mich freuen, wenn sie später mal Dawkins und Co liest, lernt, sich selbst eine Meinung zu bilden und Argumente gegeneinander abzuwägen und sich dann für die logischere Ansicht zu entscheiden. Ich würde sie, wenn sie älter ist, sicherlich auf meine Theorien dazu hinweisen, dass Männer und Frauen schlicht im Schnitt (!) unterschiedlich sind und das anders sein, auch anders als das eigene Geschlecht, nicht schlimm ist. Sie könnte dann natürlich sein, wie sie will und wenn sie die Ansichten ihres Vaters doof findet, dann ist das auch ihre Sache. Auch bei Spielzeug finde ich es nicht schlecht, ihr Auswahl zu bieten und sie mit dem spielen zu lassen, was sie will. Nach meinen Erfahrungen hier würde ich es schon als (auch) meine Aufgabe ansehen, dass man sie auch mal fordert, sie Sachen machen lassen lässt, vor denen sie zunächst Angst hat, damit sie merkt, dass alles nicht so schlimm ist und man auch mal hinfallen kann.

Würde ich ihr Lektionen geben, dass sie Männer nicht ausnehmen darf oder etwas in der Art? Ich denke eher nicht. Allenfalls, wenn dazu Anlass bestehen würde und sie älter ist. Sicherlich würde ich ihr raten, sich nicht einfach auf ihren Partner zu verlassen und auf eine gute Ausbildung bestehen, die ihr erlaubt, ihr Leben selbst zu leben.

Als Nichtvater ist das alles natürlich schwer zu sagen. Ich wäre erst einmal froh, wenn ich es überhaupt einigermaßen hinbekomme, dass sie ein gut erzogenes, aufgewecktes Kind ist, welches ein gutes Selbstvertrauen entwickelt hat und sich sozial gut mit anderen versteht. Spannend wird sicherlich einiges ab 14+. Aber ob sie dann groß von ihrem Vater Vorträge über das andere Geschlecht hören will wäre eine andere Sache. Interessant würde ich es finden, ihr wenn sie das interessiert, etwas Pickupliteratur zukommen zu lassen, weil die glaube ich auch eine interessante Perspektive auf Flirten und weibliches Begehren geben und es nicht schaden kann sich da auch selbst zu verstehen. Ob man das dann aber als Vater tatsächlich tut wäre eine andere  Frage.

Was würdet ihr denn machen  oder habt ihr gemacht?

Und natürlich wäre auch die Folgefrage interessant:

Was würdet ihr bei einem Jungen machen?

 

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40 Gedanken zu “Wie würde eine maskulistische Erziehung von Kindern aussehen?

  1. Ich finde die Frage unsinnig.

    Sie unterstellt daß Maskulisten, bzw. Männer an sich, Kinder genauso einseitig wie Feministen erziehen würden.

    Maskulisten sind aber nicht der Meinung Männer wären besser und sollten mehr Rechte haben als Frauen – sie sind für Gleichberechtigung! Das was Feministen behaupten zu sein, aber genau das Gegenteil davon sind!

    Genauso könnte obige Frage auch lauten:
    „Wie würde eine nicht-feministische Erziehung von Kindern aussehen?“

    Und das spielt es keine Rolle ob Vater oder Mutter.

    • „Ich finde die Frage unsinnig.

      Sie unterstellt daß Maskulisten, bzw. Männer an sich, Kinder genauso einseitig wie Feministen erziehen würden.

      Maskulisten sind aber nicht der Meinung Männer wären besser und sollten mehr Rechte haben als Frauen – sie sind für Gleichberechtigung! Das was Feministen behaupten zu sein, aber genau das Gegenteil davon sind!“

      Ich bin zwar kein Masku, aber auch als insofern ganz normaler Mensch würde ich das obige glatt unterschreiben.

      @Chris: mit Verlaub, aber die Frage und Dein Antwortversuch darauf, sind ultranaiv. Was ja für sich nix schlimmes ist ( gute Basis für angehende Wissenschaftler, sagt man ).
      Aber die darin scheinbar durchleuchtende Weltsicht lässt auf „U20“ und „absolute beginner“ ( in Kinderfragen ) schließen.
      Selbst KZ-Kommandanten und deren Gattinnen sollen ansonsten ganz normale, liebevolle Eltern gewesen sein.

      Recht sicher ist, daß der Plan, was wann wie zum Gegenstand der sozialen Grundbildung wird, von Deiner Tochter geschrieben werden wird, weniger von Dir und Deiner LAG.

      Anders gesagt: Mach Dir da man jetzt noch gar nicht so viele Gedanken, also über den „erziehungstechnischen Ablauf“. Es gibt da normalerweise ein Programm in der Genetik und z.T. eben aus Deinem direkten Bindungserleben und daraus nahtlos resultierend, aus Deiner sozialen Grundbildung heraus wirkend, das dann selbsttätig hochfahren sollte.

      Wenn nicht, hast Du jetzt schon ein Problem.

      • @Fiete

        „Anders gesagt: Mach Dir da man jetzt noch gar nicht so viele Gedanken, also über den „erziehungstechnischen Ablauf“. Es gibt da normalerweise ein Programm in der Genetik und z.T. eben aus Deinem direkten Bindungserleben und daraus nahtlos resultierend, aus Deiner sozialen Grundbildung heraus wirkend, das dann selbsttätig hochfahren sollte.“

        oder anders gesagt :

        versuche nicht deine Kinder zu erziehen,
        sie machen dir eh nur alles nach

  2. Abstrakt ausgedrückt: Die Spiele des Lebens auf eine Weise zu spielen, dass die anderen auch weiterhin mit ihm spielen mögen. (Der Gedanke kommt, meine ich, auf Umwegen von Piaget)

    Etwas konkreter bedeutet das: die Balance zwischen Egoismus und Mannschaftsdienlichkeit finden; Verantwortung übernehmen (d.h. sowohl anerkennen, wenn man was verbockt, als auch den Lohn einstreichen, wenn man was gut macht); seine Impulse unter Kontrolle haben (oder in Haidts Metapher: lernen, den Elefanten zu reiten)

    Welche Bücher das Kind dann liest, wäre mir im Vergleich recht egal.
    Aber ich hab ja auch gut reden; die Betonung liegt auf dem Konjunktiv.

      • Die Ideologie ist bei Elmars Aussage der Humanismus, weil er Maskulismus aus humanistischer Sicht vertritt. Das muss aber nicht so sein, da Maskulismus sehr breit ist und z.B. auch religiös gelebt werden kann, was eine völlig andere Ideologie darstellen würde.

        Ich finde Deine Frage auch seltsam, da es bei der Erziehung ja mehr um Wertevermittlung geht, während die zentralen Interessen des Maskulismus ja eher auf Rechte zur Eigenständigkeit (da wäre der Wert Freiheit dahinter) abzielt. Es gibt aber auch weniger freiheitlich orientierte Männerrechtler, sodass das schwierig wird.

        Die Ideologie hinter jeder Form des Feminismus ist hingegen, dass Frauen gefälligst wie einer Prinzessin die Welt zu Füßen gelegt werden sollte, während / selbst wenn / weil sie sich selbst wie die letzten Kackbratzen aufführen.

        Um Deine – weiterhin seltsame – Frage nach der Erziehung zu beantworten: Unabhängig vom Geschlecht sollte man seinen Kindern beibringen, dass Handlungen Konsequenzen haben und es aus dem Wald zurückschallt, wie man reinbrüllt. Das ist aber weniger maskulistisch als vernünftig.

        • @shitlord

          „Die Ideologie ist bei Elmars Aussage der Humanismus, weil er Maskulismus aus humanistischer Sicht vertritt“

          Das nennt er so, aber tatsächlich hat er ja ein sehr schlechtes Bild von Frauen und verachtet sie mehr oder weniger.

          Bei jemanden der schreibt:
          https://allesevolution.wordpress.com/2014/05/30/die-folge-ist-eine-weitverbreitete-soziale-inkompetenz-von-frauen/

          Als Frau unter dem Feminismus aufwachsen zu müssen, sich entwickeln und erwachsen werden zu müssen, hat nicht nur für die Männer Folgen. Auch für Frauen ist es ein Problem, denn Frauen werden gesellschaftlich dermaßen gepäppelt und verwöhnt, und es ist so selbstverständlich, daß die Ansprüche und Ewartungen von Frauen vorbedingungslos von Männern kostenlos erfüllt werden, daß die Gelegenheiten, in denen Frauen in Zwangslagen etwas leisten und über sich hinauswachsen müssen, so selten geworden sind, daß Frauen sich – tendenziell – viel langsamer entwickeln als Männer: Weniger Probleme, weniger Gelegenheiten, was falsch zu machen und daraus zu lernen. Die Folge ist eine weitverbreitete soziale Inkompetenz von Frauen, die in ihren 20iger wenig ins Gewicht fällt, danach aber zu langfristigen psychologischen Verwerfungen führt, die Männer immer weniger tolerieren. In diesem Sinne schadet der Feminismus den Frauen massiv. Argumentativ haben wir dasselbe Problem wie unter iii).

          Hätte ich schon gedacht, dass er mit einer Erziehung nach seinen Weltbild gegensteuert

          • @Christian Ich habe nicht den Eindruck, dass Elmar Frauen verachtet. Und um ein „sehr schlechtes Bild von Frauen“ zu bekommen muss man sich ja nur umschauen, oder? Ich würde das aber über Menschen im Allgemeinen auch sagen, genau deswegen ist Humanismus ja wichtig.

          • Naja, Elmar macht eine allgemeine Grundsatzaussage, und Du bringst ein Einzelfall-Gegenbeispiel. Was, wenn man Deine Methode anwendet – hinkt; die fleißige Volleyball-Lehrerin scheint im Gegensatz zu dem Kellerkind *keine* Freunde zu haben, was ja mal schon für soziale Inkompetenz spricht. Du merkst, so eine „Gegenargumentation“ ist keine.

            Du siehst das halt anders als Elmar, aber so richtig widersprechen willst Du ja auch nicht, oder findest du, dass

            a) an Frauen höhere Anforderungen gestellt werden als an Männer (insgesamt)

            b) Frauen im Allgemeinen, im Gegensatz zu Männern, absolut nie was geschenkt bekommen, sondern sich alles verdienen müssen,

            c) eine zunehmende Anzahl von Frauen ab Mitte 30 sich *nicht* wundert, wo denn die ganzen guten Männer geblieben sind?

            Nein?

            Eben.

      • @Christian

        „Das nennt er so, aber tatsächlich hat er ja ein sehr schlechtes Bild von Frauen und verachtet sie mehr oder weniger.“

        Er hat meiner Meinung kein schlechtes Bild von Frauen, sondern kritisiert die Auswüchse des Feminismus auf Frauen!
        Ich bin seiner Meinung, also deiner Meinung auch frauenfeindlich. Etwas was ich sonst von Feministen höre, während mir Frauen die nichtfeministisch sind Recht geben!

        Bist du der Meinung der Feminismus würde sich nicht negativ auf Frauen auswirken? Auf deren Verhalten und ihre Sicht auf Männer?

        „Hätte ich schon gedacht, dass er mit einer Erziehung nach seinen Weltbild gegensteuert“
        In seinem Kommentar lese ich nichts darüber, wie eine Erziehung „nach seinem Weltbild“ aussieht.
        Und das war ja auch nicht deine Frage!

    • ich finde die Formulierung maskulinistische Erziehung auch unglücklich, aber wenn schon, man weis ja was gemeint ist.

      Humanismus ist, denke ich ein Stichwort das die richtige Richtung vorgibt. Leider haben ja Männer, auch da wo sie Einfluss auf Erziehung haben oft kein glückliches Händchen, Stichwort: meine kleine Prinzessin.

      Was wäre noch zu nennen ?
      Die Erziehung zum Verständnis der Wechselwirkung von Rechten und Pflichten. Achtsamkeit für die eigenen Befindlichkeiten und Bedürfnisse, ohne sie zum Nabel der Welt zu machen.

      Achtung vor Anderen und Emphatie für Andere, Bescheidenheit Höflichkeit Freundlichkeit, Das Kind fördern, sein gesamtes menschliches Wesen zur Entfaltung zu bringen, nicht nur die rollenkonformen Anteile. Leider gibt es ja da, nicht nur oder erst durch den Feminismus eine starke Tendenz Jungen da sehr einzuengen und emotional bzw. psychisch zu kastrieren.

      Bei Mädchen wäre sicher angebracht ihnen schonend beizubringen, das sie nicht der Mittelpunkt der Welt sind, auch wenn sie das ständig überall suggeriert bekommen, und das man mit ungesicherten Waffen nicht wild in der Gegend rumfuchtelt oder sie aus Spaß auf andere Menschen richtet, das man sich damit auch selbst verletzen kann.

      (Wer’s nicht versteht, die sexuelle Attraktivität junger Mädchen/Frauen ist eine Waffe in diesem Sinne)

      • @Dr. Caligari

        „Was wäre noch zu nennen ?“

        Traditionalles Rollenverhalten: Wer aus seinen Töchtern Prinzessinen macht, der behandelt Frauen wir Königinnen und wurde selbst von einer Göttin erzogen.

        Oder sind das jetzt doch die Gene, die das alles verursachen? 😉

        Die Erziehung zum Verständnis der Wechselwirkung von Rechten und Pflichten. Achtsamkeit für die eigenen Befindlichkeiten und Bedürfnisse, ohne sie zum Nabel der Welt zu machen.
        Achtung vor Anderen und Emphatie für Andere, Bescheidenheit Höflichkeit Freundlichkeit, Das Kind fördern, sein gesamtes menschliches Wesen zur Entfaltung zu bringen, nicht nur die rollenkonformen Anteile. Leider gibt es ja da, nicht nur oder erst durch den Feminismus eine starke Tendenz Jungen da sehr einzuengen und emotional bzw. psychisch zu kastrieren.
        Bei Mädchen wäre sicher angebracht ihnen schonend beizubringen, das sie nicht der Mittelpunkt der Welt sind, auch wenn sie das ständig überall suggeriert bekommen, und das man mit ungesicherten Waffen nicht wild in der Gegend rumfuchtelt oder sie aus Spaß auf andere Menschen richtet, das man sich damit auch selbst verletzen kann.
        (Wer’s nicht versteht, die sexuelle Attraktivität junger Mädchen/Frauen ist eine Waffe in diesem Sinne)

  3. Keine Ahnung klingt jetzt sicherlich nach klischee aber
    vielleicht zu mehr unabhängigkeit bzw. selbstständigkeit erziehen,
    also zeigen wie man den Autoreifen, oder ne Glühbirne etc. wechselt
    oder nen Nagel in die Wand schlägt…. wobei in dem Alter wo man das Zeigen kann…

    Ah ihr beibringen das sie nicht aufgrund ihres Geschlechts benachteiligt wird, dass es keine Rape Culture gibt.
    Also sie vor der modernen feministischen Gehirnwäsch, das alle Frauen arme Hilflose Opfer sind schützen.

  4. Die Spielzeugproblematik finde ich ja schon bei Feministinnen immer höchst peinlich. Keine Ahnung in welchem Umfeld die Kinder großziehen und groß wurden.
    Aber Kinder sollten mit anderen Kindern spielen, da kann auch jeder erstmal bedenkenlos nach Geschlecht beschenkt werden, wenn dann Jungs ne Barbie wollen und Mädchen ein Ritterschwert, nachdem sie auf den Geschmack gekommen sind, sollte man davon ausgehen Eltern merkten das dann auch.
    Ein Problem kann’s doch nur werden, wenn das Kind isoliert wird durch die Eltern oder es an der Kommunikation mit dem Kind hapert.

  5. Erziehung heisst ja nicht Drill, sondern Vorbild sein. Man bietet etwas an und mit Glück und wenn man es gut macht wird es angenommen. Insofern haben wir als in männerechtlichen Themen sensibilisierte schon mal eine gute Grundlage. Ein positives Männerbild vermitteln indem wir aktiv Mann und Vater sind.

    Es gibt da aber noch ein Problem. An wirklich allen Ecken und Enden wird den Mädchen und Frauen eingetrichtert, daß sie das bessere Geschlecht sind und überall Opfer. Zwischen Lesen dieses Artikels und dem Schreiben bin ich zB darauf gestoßen:

    http://www.zeit.de/wirtschaft/2017-02/sexismus-silicon-valley-uber-frauen-diskriminierung

    Ich würde also insbesondere bei einer Tochter darauf Wert legen, dass sie das Gefühl bekommt selbst verantwortlich zu sein. Dass sie gerne MINT studieren soll, wenn ihr etwas daran liegt. Dass sie aber auch ansonsten auf ihre Karrieremöglichkeiten denkt. Dass sie Selbstbewusstein entwickelt, wobei Väter glaube ich eh ganz gut drin sind.

    Der Schmarrn mit dem besseren Geschlecht legt sich dann mit genug Selbstbewusstsein hoffentlich allein, zuhilfe kommt natürlich, daß sie mit einem aktiven Vater auch eine positive Vorstellung von Männern bekommen kann.

  6. Also ich würde aktiv traditionelle Rollenbilder in Frage stellen. Die Tochter würde ich schon früh an der Schusswaffe auf dem Schützenstand ausbilden. Ziel wäre wahlweise ein Poster von Alice Schwarzer, Laurie Penny oder Anne Wizorek. Und immer genau zwischen die Augen.

  7. Was für eine seltsame Frage.

    Impliziert diese etwa dem idiologisch verquarzten Erziehungsstils durchgeknallter Feminismus-Mütter (bzw. Väter, die sowas auch noch mitmachen)?

    Erziehung bedeute zum einen, Schutz und Obhut geben, aber auch darin zu fordern und(!) zu fördern. Ansporn, Selbstwert und -bewusstsein dem Kind zu vermitteln, sollte die hehre Aufgabe der Erziehung sein. Kritisches Denken mitgeben gehört natürlich auch dazu.

    Was das nun alles mit Maskulinismus zu tun haben soll, dass erschließt sich, mir als Vater, in keinster Weise. Oder ging’s um Click-Baiting?

    Wie auch immer: Die Fragestellung sollte vielmehr lauten, wie man verhindert, dass Millionen Väter in Deutschland daran gehindert werden, ihren Nachwuchs zu erziehen.

    • Eigentlich war die Frage aus einem Kontext heraus augenzwinkernd so gestellt, dass am Ende herauskommt:

      Selbst Hardcore-Maskus sind nicht auf dem spiegelverkehrten Trip wie Alice S. Also dem radikal-feministischen Postulat

      „Wenn wir wirklich wollen, dass es unsere Töchter mal leichter haben, müssen wir es unseren Söhnen schwerer machen.“

      steht kein radikal-maskulistisches

      „Wenn wir wirklich wollen, dass es unsere Söhne mal leichter haben, müssen wir es unseren Töchtern schwerer machen.“

      gegenüber.

      That´s all 🙂

    • @Emannzer:
      „Wie auch immer: Die Fragestellung sollte vielmehr lauten, wie man verhindert, dass Millionen Väter in Deutschland daran gehindert werden, ihren Nachwuchs zu erziehen.“

      Sollte m.E. „großzuziehen“, statt „erziehen“ heißen.
      Erziehen nur im Notfall … 😉

      Ansonsten macht sich Chris vorab schon ein paar Sorgen um die Sorge. Gar nicht verkehrt, habe ich auch mal gemacht und hat, glaube ich, nicht geschadet.

      Insgesamt ist die Sache ja einfach definiert und auch für Juristen verständlich, denke ich:

      Beherbergung, Bekleidung, Ernährung, Anleitung, Förderung, Begrenzung.

      Lässt sich auch unterteilen als Personensorge und Vermögenssorge.
      Oder generelle Sorge und Alltagssorge.
      Oder eben Unterhalt.

      Die tatsächlich konkreten Inhalte ergeben sich i.d.R. quasi von selbst.

      Das Erziehen wird da anteilig gern überschätzt.

  8. So wie Christian die Frage wieder aufwirft, macht sie natürlich keinen Sinn. Es ging eigentlich nur um die Feststellung, dass es dem Kindeswohl nicht dient, die eigenen ideologischen Kriege gegen die eigenen Kinder zu führen, wie das bei „feministischer Erziehung“ der Fall ist.

    Insofern halte ich es für richtig, keine dezidiert maskulistische Erziehung zu praktizieren, sondern die eigenen Kinder ganz allgemein gut auf das Leben vorzubereiten.

    Aber abgesehen davon wäre es interessant zu überlegen, wie ein maskulistisches Äquivalent zu der falschen „feministischen Erziehung“ aussehen würde. Dieses Äquivalent wäre natürlich genau so falsch und würde nur dazu dienen, die Schändlichkeit „feministischer Erziehung“ deutlich zu machen.

      • Naja, die gibt’s wohl den einen Punkt, den Männer teilweise eher auf dem Schirm haben.
        Den feministischen Märchentanten und Märchentantinnen in Medien, Bildung & Politik einen realistischen Blick auf die Realität entgegenhalten.
        Bei Männerrechtlerinnen wie sie zB bei HBR zu finden sind ist female privilege backfiring ja ein häufiges Thema.
        Sollen Femistinnen ihren Töchtern eine unironische Anleitung zum Unglücklich sein mit auf den Weg geben.
        Im Großen und Ganzen aber wirklich kaum ein Thema.
        Statistisch sieht man’s doch schön.
        Es sind die Kinder alleinerziehnder Mütter, nicht Väter!, die erhebliche Benachteiligungen erfahren.

  9. Erziehung darf nicht irgendein „Ismus“ zugrunde liegen. Man muss Kindern die Wahrheit sagen, auch über die Geschlechter.

    Eine Tochter so erziehen, dass sie Männer nicht ausnutzt? Wenn das denn überhaupt geht… – ich würde ihr nur sagen, was ich davon halte, Menschen auszunutzen. Ich würde sie genauso wie einen Sohn dazu erziehen, Menschen nicht auszunutzen, aber wohlwissend, dass ich es eh nicht in der Hand habe, wie sie sich dann hinterher verhalten. Ich würde auch ihnen nicht ständig predigen, andere nicht auszunutzen, weil sie es dann erstrecht tun.

    Predigen hilft dabei eh nicht, sondern man muss ein gutes Verhältnis, eine gute Bindung zu seinen Kindern haben und sie gut behandeln. Damit ist schon viel erreicht. Und zwar ohne Maskulismus und Feminismus. Diese Ismen beruhen ja gerade darauf, dass Menschen eben nicht gut behandelt wurden.

    Was Geschlechterollen und Familienbild angeht: Wenn man da zu sehr in eine bestimmte Richtung erzieht, können die eigenen Kinder ihre Anpassungsfähigkeit an die sich schnell wandelnden Verhältnisse verlieren.

    Ich selbst glaube zwar, dass die Gesellschaft mehr stabile Ehen und Familien braucht. Ich würde aber nicht eigene Kinder, wenn ich welche hätte, gezielt in die Richtung erziehen. Der Schuss kann in vielen Hinsichten nach hinten losgehen. Man kann ja nicht die Welt dadurch retten, in denen man seinen eigenen Kindern das Leben schwer macht. Eigene Kinder z.B. dazu zu erziehen versuchen, vor der Ehe keinen Sex zu haben, würde unter den Lebensbedingungen eh nicht funktionieren, und würde in einer Welt, in der andere Töchter und Söhne ebenfalls quer durch den Garten vögeln, nichts nützen, aber das Verhältnis zwischen Eltern und Kindern stark belasten.

    Jedenfalls haben Maskulismus und Feminismus in der Erziehung vom Grundsatz her nichts verloren, weil auch generell dabei die Gefahr besteht, dass Erwachsene einen Geschlechterkampf gegen Kinder und Jugendliche führen, der sich ja eigentlich ganz von selbst verbietet.

    Gegen Jungen wird dieser Geschlechterkampf zumindest in Schulen geführt. Was es genützt/geschadet hat, sieht man ja bereits.

  10. Als Provokation müsste die Tochter eine Mädchenschule besuchen. Das würde mit Sicherheit viele triggern.

    Fakt ist leider, dass meine Schwester noch eine Mädchenschule besuchte und 70% der Abiturientinnen angaben ein wissenschaftliches Studium anzustreben. Die Schule wurde später eine gemischte Schule und die Quote bei den Mädchen sank auf 30%. Meine Schwester musste während der Schulzeit auf viel zwischen geschlechtliche Interaktion verzichten, dafür gab es eine hohe STEM-Quote.

    Ich denke ich würde Tochter, wie Sohn zu den Grundarbeiten anhalten – Reinigen, einkaufen, kochen, backen, … Wenn möglich sollten beide ein Instrument lernen und eine Sportart für sich finden.

    Lesen finde ich wichtig, glaube aber das es heute mit einem so großen Video-/Fernseh-/Hörbuchangebot schwierig sein wird, das anstrengendere Lesen zu verkaufen. Sehen schon bei meinem Schwager die Kämpfe um das Mobiltelefon.

    Wichtig wäre mir eine Gleichwertigkeit aller Menschen – Menschen nach ihrem Verhalten/ evtl. Intention zu bewerten, anstatt ihrer Abstammung, Zugehörigkeit, ..

    • Zum Lesen,

      am Anfang Vorlesen, gute Nacht Geschichten und gemeinsame Lesen und später beim Lesen üben helfen und sich vom Kind auch mal was Vorlesen lassen.
      UNd natürlich auch Selbst lesen. Denn wenn Mama und Papa ständig nur mit dem Handy/Tabket spielen, und selbst nicht Lesen, dann muss man sich nicht wundern wenn die Kinder auch keinen Bock auf lesen haben und sich lieber mit Handy und Tablet beschäftigen.

  11. Ich würde meinen Kindern erzählen, dass Maskulismus und Feminismus soziale Konstrukte seien und keinesfalls genetisch festgelegt, und sie sich später am besten ihren eigenen -ismus ausdenken, anstatt bei anderer Leute -ismus mitzumachen.

  12. Maskulistische Lektion für Jungen: Frauen nicht auf ein Podest stellen.
    Maskulistische Lektion für Mädchen: Sich nicht wie eine Prinzessin aufführen.

  13. Das Einzige, was ich wirklich interessant fände @ Christian wäre die Frage, wie Du (alle Arten der) hormonelle Verhütung erklären und ob Du Deiner Tochter dazu raten könntest. Das müsste für jemanden wie Dich eigentlich (auch) das totale no-go sein…

      • Aber _was_ würdest Du ihr im Vorfeld (also bereits Jahre bevor es akut werden könnte – wo Du dann ja eh nix mehr zu sagen hättest…) erklären?

        Dass sie sich chemisch kastrieren würde durch die Einnahme der Anti-Baby-Pille, ihre körpereigene Testosteron-Produktion absenkte auf im Schnitt vielleicht ein Sechstel?

        Dass Du der Ansicht bist, dass das gemäß „Deiner“ Theorien ihre mathematischen/naturwissenschaftlichen Fähigkeiten beeinträchtigen könnte/müsste, noch dazu ihr Selbstvertrauen, ihren Mut und ihre allgemeine Zufriedenheit (nicht zu sprechen von der erhöhten Chance auf echte depressive Schübe und Migräne)?

        Oder würdest Du sie lieber unaufgeklärt lassen?

  14. Was bisher nicht angerissen wurde, aber in meinem Erfahrungshorizont ganz gut empirisch messbar war (ganz ohne ismus-Messung): Väter haben in der Regel einen einen anderen Blick auf ihre Kinder als Mütter. Während Mütter in der Tendenz eher dazu neigen, die Kinder von Gefahren abzuschirmen, sind Väter (auch in der Tendenz) eher bereit, die Kinder einem kontrollierten Risiko auszusetzen. Wenn die Kinder größer werden, nähert sich die Sicht auf die Kinder wieder an.

    Ich denke, ein Kind benötigt für eine gute Entwicklung beide Pole: Den Schutz und die (kontrollierte) Herausforderung.

    Wenn Jungen heute dauernd eingeredet wird, sie wären irgendwie falsch und müssten sich ändern, ist das genauso schädlich wie die ewige Leier der strukturellen Unterdrückung bei Mädchen. Was wir den nachfolgenden Generationen damit angetan haben, werden wir im Alter hautnah erleben.

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