Verfasst von: Christian - Alles Evolution | 15. Januar 2017

Margarete Stokowski: Falschbeschuldigungen gehen nicht, sonst würden es ja alle tun

Nachdem Lucas Schoppe schon viel gutes zu dem Artikel von Margarete Stokowski im Spiegel geschrieben hat, in dem es darum geht, dass Falschbeschuldigungen keine Waffe der Frau sind, möchte ich auch noch ein paar Anmerkungen machen.

Stokowski zitiert Kachelmann aus einem Interview und schreibt:

Gerade erst hieß es in einem „taz“-Interview, jemanden fälschlicherweise einer Sexualstraftat zu beschuldigen, sei „das perfekte Verbrechen, um einen Mann aus dem Weg zu räumen, ohne selbst ein Risiko einzugehen“. Wenn man eine Weile drüber nachdenkt: ein großes Versprechen.

Wenn es so wäre: Was hindert uns? Gibt es nicht genug ätzende Leute, die man auf diese Art loswerden könnte? Ist es nicht geradezu fahrlässig, Despoten, Rechtspopulisten und Ausbeuter an der Macht zu lassen, wenn man sie so einfach unschädlich machen könnte? Wäre es nicht unsere heilige weibliche Pflicht, dafür zu sorgen, dass sie nicht noch mehr Schaden anrichten, bevor wir dann in Ruhe die Trümmer der letzten Jahre aufräumen? Aufräumen können wir doch auch gut.

Lucas Schoppe schrieb dazu, dass sie sich damit auf eine gefährliche Bahn bewegt, in der sie eine solche Tat als eine reale Handlungsoption in Betracht zieht. Aus meiner Sicht macht sie eher das Gegenteil: Sie versucht aufzuzeigen, dass es nicht sein kann, weil es sonst von Frauen überall auf der Welt zur Beseitigung unliebsamer Menschen wie etwa Despoten genutzt werden würde. Sie will also die Idee, dass es ein „perfektes Verbrechen“ ist, damit abwerten, dass es nicht genutzt wird und damit auch nicht ein derart effektives Mittel sein kann.

Hier kommt denke ich wieder zum Zuge, dass im Feminismus jede Idee diskreditiert werden muss, die gegen die eigenen spricht und den Gedanken einer „Rape Culture“ entwertet. Und Falschbeschuldigungen als ein leicht zu nutzendes Mittel der Frau für Rache etc darzustellen ist etwas, was geeignet ist, Vergewaltigungsanzeigen kritisch zu sehen und zu hinterfragen, statt wie im Feminismus vorgesehen zu glauben, auch dann wenn alle Fakten gegen die Tat sprechen sollten. Und natürlich entwertet es auch die feministische These, dass in einer Rape Culture die Opfer einer Vergewaltigung nicht gehört werden und Vergewaltigung quasi ein Kavaliersdelikt ist

Sie versucht sich also daran, den Gedanken zu übertreiben, eine Reductio ad absurdum, indem sie anführt, dass dann doch Frauen dieses Mittel gegen alles einsetzen würden, was ihnen nicht passt.

Diese Übertreibung scheitert bereits daran, dass eine Werkzeug sehr effektiv sein kann, aber nicht in jeder Situation. Natürlich muss eine Frau zumindest einmal in der Nähe des Mannes gewesen sein, allein, für mehrere Stunden, damit ihre Behauptung nicht schon daran scheitert, dass er ein Alibi hat oder sie sich vollkommen in Falschangaben verstrickt. Aber das sind relativ geringe Anforderungen, wenn man mit demjenigen eine Beziehung hatte oder sich anderweitig alleine mit ihm getroffen hat. Der Fall Kachelmann macht dies sehr deutlich.

Stokowski argumentiert wie folgt:

Leider nein. Es gibt für Leute, die mit Missbrauchs- oder Belästigungsvorwürfen konfrontiert wurden, Schlupflöcher von der Größe des Weißen Hauses. Auch kann man danach weiterhin noch ein gefeierter Regisseur sein, der unter Genieverdacht weiterhin Filme macht, die für lustig und nahezu weise befunden werden. Oder unverändert als genialer Schauspieler gelten, mit gelegentlichen Wutausbrüchen, die als YouTube-Klickhits taugen: Geil, wie er ausrastet.

Was will sie damit beweisen? Trump haben die Anschuldigungen ja durchaus geschadet, und sollte es sich um Falschbeschuldigungen handeln, dann hatten sie für die Beschuldigende bisher auch keine negative Wirkung. Dass er dennoch gewonnen hat liegt wohl eher an den Besonderheiten dieses Wahlkampfes und daran, dass es für viele zu sehr nach Taktik aussah und es eben bezüglich der Belästigungen nur „Locker Room Talk“ war und eben auch daran, dass Hillary, die einzig andere Wahl, ebenfalls nicht gut dastand, dass sie einen Mann hat, der erheblich mehr Vorwürfe gegen sich hatte und an dem sie dennoch festhält und den sie sogar verteidigt und die Opfer angegriffen hat.

Bei Roman Polanski dürfte auch der Umstand dazu kommen, dass man einen „So war das eben bei den Stars in den damaligen Drogenzeiten“ hinzurechnet, aber ich denke auch hier werden genug den Kontakt abgebrochen haben und ihn gemieden haben. Dass die Vorwürfe keinen Einfluss hatten kann man auch hier wohl kaum sagen.

Selbst wenn aber diese Fälle Beispiele dafür wären, dass die Beschuldigen einigermaßen glimpflich davon gekommen sind ist das etwa so wie zu sagen, dass Schußwaffen kein gutes Mittel sind, um jemanden umzubringen, weil man Fälle aufzählen kann, wo jemand daneben geschossen hat oder die Kugel keine wichtigen Stellen verletzt hat: Diese Fälle entwerten nicht, dass entsprechende Anschuldigungen ein Leben zerstören können und Kachelmann ist ein sehr gutes Beispiel dafür, es lassen sich unzählige andere Fälle aufzählen und wenn jemand hört, dass er von zB seiner Ex wegen Vergewaltigung angezeigt worden ist, dann wird er schon angesichts der Strafe und der sozialen Ächtung und der Schwierigkeiten das Gegenteil zu beweisen erhebliche Sorgen haben.

Aber was ist mit denen, die weniger Macht haben? Es könnte ja sein, dass die uns schutzlos ausgeliefert sind. Wer das glaubt, muss aber irgendwie auch erklären können, warum auf diese Art nicht reihenweise unliebsame Männer aus dem Weg geschafft werden

Wenn es so einfach wäre, jemanden wegen Belästigung, Missbrauch oder Vergewaltigung verurteilen zu lassen oder zumindest im großen Stil unbeliebt und machtlos zu machen, dann müssten Frauen mit einem Mindestmaß an krimineller Energie das doch tun. Dann hätten linksextreme Feministinnen längst die AfD zerstört. Ich schwöre: längst.

Die AfD zerstören wäre natürlich schwierig, da Frauke Petry bekanntlich eine Frau ist. Aber auch davon ab trägt das Argument nicht. Denn es ist eben keine Massenwaffe, es ist etwas, bei dem man schon eine Person ausschalten könnte, aber mit erheblichen Aufwand. Man müsste eben mit dieser Person allein und ohne Kameras in einem Raum sein, was auch bei den meisten AfD-Größen wohl selten der Fall sein wird, gerade dann wenn man eine linksextreme Feministin ist. Da wäre dann das Motiv wieder zu deutlich. Auch hier mindert es die theoretische Effektivität der „Waffe“ nicht, wenn sie nicht jeder einsetzen kann und die Ausführung schwierig sein kann und ggfs. eine gewisse Schauspielkunst verlangt.

Zack, eine Gang gegründet, zack, Flaschendrehen: Eine muss mit Höcke Frühsport machen und sich nur noch merken, ob der jetzt Bernd oder Björn heißt. Die nächste muss ihren Hintern in der Nähe von Gaulands Hand platzieren und so weiter.

Es wäre kein so großes Opfer, wenn man die dadurch loswerden könnte. Hätte, wäre, könnte, wenn: Es geht nicht.

 Es geht offensichtlich, siehe Kachelmann oder viele andere Fälle. Allerdings nicht ohne weiteres so einfach und nicht für jedem bei jedem möglich und natürlich gehört erhebliche kriminelle Energie dazu.
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Responses

  1. http://www.innocenceproject.org/
    oder mit entsprechendem Filter
    http://www.innocenceproject.org/all-cases/#sex-crimes,exonerated-by-dna
    Intersektionaler Feminismus … was eine Lachnummer …

  2. “ Ist es nicht geradezu fahrlässig, Despoten, Rechtspopulisten und Ausbeuter an der Macht zu lassen, wenn man sie so einfach unschädlich machen könnte? Wäre es nicht unsere heilige weibliche Pflicht, dafür zu sorgen, dass sie nicht noch mehr Schaden anrichten, bevor wir dann in Ruhe die Trümmer der letzten Jahre aufräumen? Aufräumen können wir doch auch gut“

    mein Tag ist gerettet, selten so gelacht.
    besonders „heilige weibliche Pflicht“ diese quasi religiöse Selbstüberhöhung von Frauen, einfach herrlich.
    Das albernste an dem Beitrag ist aber die Unterstellung Frauen hätten per se ein gesamtgesellschaftliches Gewissen und Gerechtigkeitsempfinden, das dem der Männer überlegen ist. Das Gegenteil ist meist der Fall.
    Das Instrument der Falschbeschuldigung ist immer eins ihrer ganz persönlichen kleinlichen Rache, das gerade auch menschlich charakterlich sehr wertvolle Männer zerstören kann. Es offenbart die miese Niedertracht die so viele Frauen eigen ist.
    Außerdem würde die massenhafte Anwendung es obsolet machen, da es unglaubwürdig würde, noch unglaubwürdiger als es eh schon geworden ist.

    Es funktionier ohnehin nur durch die Dummheit heterosexueller Männer sich gegeneinander ausspielen zu lassen, und die Kriminalisierung ihrer Sexualität widerspruchslos hinzunehmen.

    • Schon interessant wie sehr diese Atheisten immer wieder Bezug auf religiöse Symbolik nehmen. Verwunderlich ist es auf den zweiten Blick aber kaum. Schließlich ist der Feminismus deren Religion.

  3. Mag für viele Linke nicht vorstellbar sein, aber es gibt auch Männer und Frauen mit Anstand. Was hier auch ignoriert wird: Die Frau muss mit der Beschuldigung nicht durchkommen, der Vorwurf reicht.

  4. Ich halte es schon für auffallend, das fast alle öffentlichkeitswirksamen Fälle von Vergewaltigungsvorwürfen in der jüngeren Vergangenheit sich als Falschbeschuldigungen herausgestellt haben. Das Matratzen-Girlie, die Massenvergewaltigung von „Jackie“, in Deutschland die Fälle Kachelmann und Karl Dall, in jüngster Zeit dieser Grünen-Jungpolitiker, dessen Namen mir gerade entfallen ist, Gina-Lisa (obwohl der Fall noch etwas anders gelagert ist). und … und … und …

    Alles Zufall? Vielleicht …

    Aber vielleicht auch nur ein Effekt meiner selektiven Medienrezeption, also meiner Filterblase?

    Deswegen mal als Gegenprobe eine Frage an die geneigte Gemeinde hier:
    Welche öffentlichkeitswirksamen Fälle eine Vergewaltigungsvorwurfes falle euch ein, die zu einem Tatnachweis mit nachfolgender Verurteilung in einem Prozess geführt haben?

    Im Moment fällt mir an prominenten Fällen nur Bill Cosby ein, der sich bislang NICHT eindeutig als Fake-Vorwurf herausgestellt hat. (Obwohl es auch hier einige Merkwürdigkeiten seitens der mutmaßlichen Opfer gibt.) Der Prozess dazu steht wohl noch aus …

    Also noch mal die Frage: Welche prominenten Vergewaltigungsvorwurfsfälle aus den – sagen wir mal – letzten 2 oder 3 Jahren ließen sich erhärten?
    Welche Fälle habe ich getilgt in meinem Gedächtnis, wenn mir spontan keiner einfällt?

    • Meine Vermutung ist, dass eindeutig gelagerte Fälle medial uninteressant sind. Immerhin gibt es dazu nicht viel zu schreiben oder zu streiten. Da müssen die Fälle eben extrem gelagert sein oder/und Personen des öffentlichen Lebens betreffen.

      http://m.faz.net/aktuell/gesellschaft/kriminalitaet/hoexter-prozess-frei-von-gefuehl-und-mitleid-14535779.html
      http://m.tagesspiegel.de/berlin/tod-von-piraten-politiker-gerwald-claus-brunner-ermittler-opfer-wurde-wohl-in-wedding-getoetet/14576296.html

      • „Meine Vermutung ist, dass eindeutig gelagerte Fälle medial uninteressant sind.“

        Ja. Vernünftige Überlegung.

        • Nein, unvernünftig.
          Verdächtigungen Prominenter sind sofort in den Medien, egal ob bereits Erkenntnisse vorliegenden, ob der Verdacht zutrifft oder nicht. Ebenso bei spektakulären Fällen wie dem Rolling-Stone-Artikel.

          Es ist einfach nicht richtig, dass erst dann berichtet wird, wenn die Falschbeschuldigung offensichtlich ist.

          Nehmt doch einfach mal die Fälle, die virtualcd als Beispiel genannt hat.

      • @Alice
        „Meine Vermutung ist, dass eindeutig gelagerte Fälle medial uninteressant sind.“

        Glaube ich so nicht. Wenn schon, müsste man sagen: Nicht spektakuläre Fälle sind medial uninteressant.
        Wenn wir – pars pro toto – den Rolling Stone Artile zum angeblichen Fall „Jackie“ nehmen – und wir nehmen an, die Vorwürfe hätten sich erhärtet und wären eindeutig: Dann wäre der Fall mitnichten für die Medien uninteressant gewesen. Er war tatsächlich für die Medien interessant, weil spektakulär. (Gruppenvergewaltigung des armen Opfers, auf Glasscherben liegend). Angenommen, dies hätte sich eindeutig belegen lassen, wäre es durch die Eindeutigkeit NICHT uninteressant geworden.

        Die Antwort – und auch die Links – gehen aber an meiner Frage vorbei. Die Frage war: Gibt es breit öffentlich diskutierte Fälle von VERGEWALTIGUNG (die Links haben damit nichts zu tun), die sich NICHT im Nachhinein als Fake herausgestellt haben?

        Also: Welche VERGEWALTIGUNGSfälle, die breit in der Öffentlichkeit diskutiert wurden, fallen dir ein, bei denen sich der Vorwurf als richtig oder doch als erhärtet erwiesen hätte?

        Wie gesagt: Mir fällt zur Zeit nur der Fall Cosby ein, der bislang NICHT EINDEUTIG ein Fake ist …

        • Mit eindeutigen Fällen meine ich, dass sie von Anfang an nicht den Raum für Spekulation bieten um das „ob“ der Tat und der Prozess nur noch die juristische Abwicklung darstellt. Dann ist es eine Kurzmeldung: Ist passiert, war übel. Mehr kann man schlecht schreiben. Fälle, die „Wachelkandidaten“ sind sind da einfach interessanter. Da kann man Interviews führen, im Büro die Storie des Angeklagten mit der des Beschuldigten vergleichen. Das ist dann „real crime“ und kann medial richtig ausgekostet werden. Deshalb bekommt man dann von überproportional viele Fakes zu hören, die wenn ohnehin oft eher in die Kategorie „minderschwerer Fall“ passen würden.
          Die Links führen zu Fällen in denen die Opfer vergewaltigt wurden, jedoch weiter getötet bzw. gefangen und gefoltert wurden. Hier waren die Fälle eindeutig, d.h. es gibt keine Debatte um das „ob“ die Tat stattgefunden hat. Deshalb sind sie mEn nur deshalb interessant, weil sie extrem sind/der Täter prominent ist.

          Bei vielen Taten wird die Presse natürlich auch im besonderen Maße durch den Persönlichkeitsschutz (beidseitig Täter/Opfer) beschränkt sein.

    • Was ist den aus diesem Porno-Star geworden? War das nicht auch letztes Jahr? Den haben doch auch gleich mehrere weibliche Porno-Stars angezeigt. Ich weiß noch das der sich selbst als Feminist bezeichnete.

      • Keine hat ihn angezeigt.
        Es hätte eh Nichts gebracht in der Branche … und überhaupt.

  5. Ich finde interessant, wie sie die Relevanz von sexueller Belästigung entwertet.

    Sie schreibt:
    Zack, eine Gang gegründet, zack, Flaschendrehen: Eine muss mit Höcke Frühsport machen und sich nur noch merken, ob der jetzt Bernd oder Björn heißt. Die nächste muss ihren Hintern in der Nähe von Gaulands Hand platzieren und so weiter.
    Es wäre kein so großes Opfer, wenn man die dadurch loswerden könnte. Hätte, wäre, könnte, wenn: Es geht nicht.

    Mit Fremden schlafen, die man verabscheut, sich von alten Männern an den Hintern greifen lassen: Alles halb so schlimm.
    Fast höre ich sie sagen: Stell dich nicht so an, ist ja für einen guten Zweck.

    Merkt sie das nicht? All die Jahre hieß es, wie schlimm sexuelle Belästigung ist und dass sich der Mann nicht damit rausreden kann, dass es keine Absicht war.

    Und jetzt impliziert sie selbst, dass es halb so schlimm ist.

    • Na das ist doch endlich mal das passende Reframing:

      „Stokowski gibt zu: Vergewaltigung und sexuelle Belästigung sind überhaupt nicht schlimm“

      Sehr gut.

      • Noch ein reframing:

        „Wenn es so einfach wäre, jemanden wegen Belästigung, Missbrauch oder Vergewaltigung verurteilen zu lassen oder zumindest im großen Stil unbeliebt und machtlos zu machen, dann müssten Frauen mit einem Mindestmaß an krimineller Energie das doch tun. Dann hätten linksextreme Feministinnen längst die AfD zerstört. Ich schwöre: längst.“

        Mit diesen 2 Sätzen unterstellt sie Feministinnen kriminelle Energie.

        Echt … Je öfter ich den Artikel lese, desto mehr frage ich mich, wo sie ihr Gehirn versteckt hätte, als sie ihn geschrieben hat. Oder ist das Absicht? Vielleicht ist das ja doch eine maskulistische Satire-Identität?

        • Da sie sich selbst vermutlich als „linksextreme Feministin“ klassifizieren würde, ist das nicht nur eine Unterstellung, sondern eine Selbstbeschreibung, ein Geständnis gewissermaßen.

          Je öfter ich den Artikel lese, desto mehr frage ich mich, wo sie ihr Gehirn versteckt hätte, als sie ihn geschrieben hat. Oder ist das Absicht?

          Die Verwendung billiger rhetorischer Tricks zur Vermeidung einer differenzierten Sachdebatte ist ja wohl ein Schema, was wir von unseren hiesigen Haus-Feministinnen gut kennen. Und da feministische Position in differenzierten Sachdebatten in aller Regel unhaltbar sind, ist das Vorgehen vielleicht auch verständlich oder sogar intelligent. Man muss halt die richtigen Schlüsse über die Sachpositionen daraus ziehen, sonst ist man selbst der Dumme.

        • Kommt natürlich darauf an, wie man ihren Satz „Wenn es so einfach wäre“ interpretiert. Vielleicht meint sie „wenn es nicht soviel Überwindung kosten würde“ / „wenn es nicht so verwerflich wäre“.

        • @FS
          „Kommt natürlich darauf an, wie man ihren Satz „Wenn es so einfach wäre“ interpretiert.“

          Die Interpretation liegt auf der Hand und es gibt nur eine echte. Gemeint ist: die Justiz und „die Öffentlichkeit“ ist auf der Seite der Männer und daher kommen fingierte Vorwürfe der Frauen nicht durch, da schon die berechtigten (-> Lohfink) abgeschmettert werden.

          Ist alles eben „rape culture“, „Patriarchat“ usf. Das ist der logische Abschlussstein des ganzen Machwerks, der das so zusammenhält wie der oberste Stein eines gotischen Spitzbogens.

      • Das geht ja noch weiter:
        1.) Stokowski behauptet damit, Frauen wären bereit ihre Sexualität einzusetzen, um politische Ziele zu erreichen. Im Falle von Falschbeschuldigungen sogar dann, wenn dies eine Straftat bedeuten würde.

        2.) Dass dies nicht Massenweise stattfindet, ist für Stokowski NUR DARAUF zurückzuführen, dass es nicht funktionieren würde.

        Ich lese das so: Die Feministin Stokowski behauptet, dass Frauen bereit sind ihre Sexualität einzusetzen um persönliche Ziele zu erreichen, wenn dies genug Aussicht auf Erfolg hat.

        • Tatsächlich sagt sie nur, dass radikale linke das machen würden, nicht Frauen an sich

        • Und das mache deshalb keinen Sinn, weil „das Patriarchat“ allmächtig sei.

          Jeder weiss aber, dass die Feministinnen *gerade deshalb* dagegen ankämpfen.

          Der Text ist so unglaublich verschwurbelt, nichts ist so, wie es scheinbar gemeint ist.

        • Also wenn wir es ganz genau nehmen, dann behauptet sie nicht, Frauen würden ihre Sexualität zur Erreichung persönlicher Ziele einsetzen. Das wäre ja wahr, gut beobachtet und trivial.

          Nein: Sie behauptet, Frauen würden ihre Sexualität zur Erreichung politischer Ziele einsetzen. Und dafür lassen sich erstaunlich wenige Beispiele finden. Frauen interessieren sich halt nicht genug für Politik, jedenfalls jenseits des Virtue Signalings.

        • „Und dafür lassen sich erstaunlich wenige Beispiele finden.“

          Wie bitte, Ih? Und wie ist das mit den ganzen Hollywood- und Pop-Stars, die nichts anderes mehr als das zu machen scheinen?

          Das als „virtue signaling“ abzutun, ist ein bisschen tief gegriffen. Das ist schon „echte“ Politik.

        • Natürlich ist Virtue Signaling auch politisch. Aber gerade in diesen von Dir genannten Fällen passiert ja nur ein Anbiedern an einen ohnehin dominanten Mainstream. Und es hat deshalb auch allenfalls kontraproduktive Macht.

          Aber wo ist z.B. die Anfang 20 jährige, märchenhaft schöne Migrantentochter, die Thilo Sarrazin verführt? Ich wette, der müsste nur 2-3 mal mit so einer vögeln und dessen politische Position dazu würde sich radikal verändern. Wenn Anna Nicole Smith den Greisen Sack wegen der Kohle vögeln kann, warum kann das keine Frau bei einem alten Sack mit korrekturbedürftigen politischen Ansichten?

        • @lh: Ich denke wenn Alex meint, dass Frauen andauernd ihre Sexualität für politische Ziele einsetzen, meint er zum Beispiel Beyonce. Sie verkauft ihre politische Botschaft („Feminism“), indem sie davor sexualisierend herumhampelt. Halb nackt.

        • „gerade in diesen von Dir genannten Fällen passiert ja nur ein Anbiedern an einen ohnehin dominanten Mainstream.“

          Nein, die *machen* den mainstream, konstituieren ihn.

          Ich kann die doch nicht alle aufzählen, das ist eine ganze Armee 😉

  6. […] [Nachtrag am 15. Januar 2017 Lesenswerte Blogposts zum Artikel von Frau Stokowski finden sich auch auf Geschlechterallerlei, Man-Tau und Allesevolution.] […]

  7. […] Christian Schmidt: Margarete Stokowski: Falschbeschuldigungen gehen nicht, sonst würden es ja alle … […]

  8. Ein ziemlich wichtiger Punkt, wie ich finde, kommt hier nur beiläufig im letzten Satz vor.

    Warum macht das nicht jede Frau?
    Äh, vielleicht weil nicht jede Frau so skrupellos und hasserfüllt ist? Weil zivilisierte Menschen ihre Konflikte auch anders lösen können?

    Wieder mal die Reduktion menschlicher Beziehungen auf einen nackten Machtkampf ohne irgendwelche mäßigenden Faktoren, die nicht selbst wieder auf Macht zurückgehen. Ein rabenschwarzes Menschenbild.

    Übrigens glaube ich, der gefeierte Regisseur ist Woody Allen. Polanski ist ja im Exil und insofern nicht „davongekommen“.

    • @Sebastian

      „Woody Allen“ — heureka, das ist er, ich hab auch schon gerätselt. Das mit dem „weise“ ist eindeutig, wie sollte das auf Polanski passen und über den letzten Allen Film wurde das gemeint.

      Dass Stokowski Allen abgrundtief verabscheut, leuchtet mir absolut ein, allein wie er sich in „Bananas“ über linken Extremismus lustig machte….

  9. Margret (gleichheitunddifferenz) schreibt zum Thema:

    Tatsächlich aber ist es doch so, dass gesellschaftlich eine Frau, die als Falschbeschuldigerin gilt, ebenso geächtet wird, wie ein Mann, der als Vergewaltiger gilt.
    (…)
    Hätte er „straffrei“ geschrieben, hätte man dem Satz in der Rechtspraxis bis zu einem bestimmten Punkt zustimmen können. Aber „risikolos“ ist absoluter Unsinn.

    Ich stimme ihr immerhin zu, dass „ohne Risiko“ keine präzise Formulierung von Kachelmann ist.

    Dass eine Falschbeschuldigerin ebenso geächtet wäre wie ein Vergewaltiger, ist allerdings lustig.

    • Vielleicht sollte RTL mal echten Vergewaltigern 100.000 € zahlen, um sie im Dschungelcamp „auszustellen“. Das könnte die gesellschaftliche Debatte tatsächlich weiterbringen.

      • 😀

      • Da kommen dann auch die Maden, Schaben und das ganze andere eklige Gewürm gleich doppelt gut 😀

      • Ich warte auch schon auf das #TeamXYZ, wo sich Bundesminister mit Vergewaltiger solidarisieren, um die Strafgesetze in Bezug auf Falschbeschuldigungen absurd auszuweiten.

        Und wären Falschbeschuldiger tatsächlich so geächtet wie Vergewaltiger, dann müssen Falschbeschuldiger sicher auch mit Freiheitsstrafen um die 5-6 Jahre rechnen und werden dann von Mithäftlingen wie Abschaum betrachtet. … Wie kann es daher sein, dass Gina Lisa nur ein paar lächerliche Tagessätze bekommt und Claudia D. sogar noch viel Geld (angeblich 115.000 Euro) von der Bunten?

        Das sieht wirklich nach der gleichen gesellschaftlichen Ächtung von Falschbeschuldigerinnen aus!

        Für mich sieht es eher wie folgt aus: Spiegel als Fake-Medium betreibt gerne ClickBait und veröffentlicht daher sehr gerne Schwachsinn, damit die Leser etwas zum aufregen und zum klicken auf die Artikel (> Werbung) bekommen. Und bei Feministinnen ist die Chance halt optimal, dass diese genau derartige Schwachsinns-Artikel veröffentlichen werden. Und deshalb gibt man Feministinnen bei den Fake-Click-Bait Medien auch gerne so eine Verbreitung.

        Stokowski beweist mit ihrem Unsinn halt immer wieder großartig, wieso Menschen zu der Überzeugung können, warum man Frauen besser keine Verantwortung und Macht übertragen sollte.

        • „Stokowski beweist mit ihrem Unsinn halt immer wieder großartig, wieso Menschen zu der Überzeugung können, warum man Frauen besser keine Verantwortung und Macht übertragen sollte.“

          Warum – abseits von Sexismus – sollte Stokowski eine Verallgemeinerung auf alle Frauen zulassen?

        • Weil es vermutlich wohl zu einer menschlichen Eigenschaft gehört, dass Menschen ständig gerne nach Bestätigungen ihrer bisher aufgestellten Vermutungen suchen. Das mag graduell zwischen den Menschen unterschiedlich stark ausgeprägt sein, aber Menschen versuchen meiner Meinung nach, Erlebtes ständig mit ihren bisherigen Überzeugungen bzw. Vermutungen abzugleichen, wobei es eine Tendenz gibt, eher nach Bestätigungen seiner bisherigen Thesen zu suchen, als seine bisherigen Thesen kritisch zu hinterfragen.

          Wer z.B. bisher keine guten Erfahrungen mit Hütchenspieler (Gebrauchtwagenverkäufern, Versicherungsmaklern …) gemacht hat oder auch nur die gängigen Klischees kennt, der wird Hütchenspieler mit mehr Vorsicht gegenübertreten und eher nach Bestätigungen seiner Thesen suchen (statt seine Ansicht kritisch hinterfragen zu wollen und nach Positivbeispielen zu suchen). Aufgrund seiner bisherigen Vermutungen oder Klischees hat man somit erst einmal innerlich eine gewisse Tendenz, die Sachverhalte in seine bisherigen Vermutungen bzw. Gedankenmuster einzupassen. Das ist auch nicht verwerflich und eine ganz normale Schutzfunktion des Menschen. Das Vertrauen gegenüber Hütchenspielern ist dadurch geringer als gegenüber anderen Personenkreisen und man begegnet diesen Personenkreisen dadurch mit mehr Vorsicht. Und, wenn dann aus dem Personenkreis der Hütchenspieler sich kaum jemand gegen die unseriösen Hütchenspieler positioniert bzw. in der Öffentlichkeit auch kaum seriöse Hütchenspieler zu finden sind, die das negative Bild von Hütchenspielern relativieren könnten, dann wird sich halt immer mehr der öffentliche allgemeine Eindruck verfestigen, dass man Hütchenspielern besser nie vertrauen sollte bzw. Hütchenspieler weiter überdurchschnittlich oft Betrüger sind.

          Und, wenn einige Menschen aufgrund von persönlichen Erfahrungen oder auch nur aufgrund gängiger Klischees die Vermutung haben, dass Frauen

          * selten Eigenverantwortung übernehmen und bei Bedarf gerne die Opfer-Joker-Karte ausspielen,
          * oft nicht logisch diksutieren und einfach Behauptungen ins Blaue aufstellen,
          * gerne extrem mit zweierlei Maß messen bzw. an sich selber nicht die gleichen Maßstäbe ansetzen,
          * und ihr gewährte Macht selten verantwortungsvoll zu Gunsten der Gesamtheit nutzen, …

          dann könnten sich diese Menschen halt in ihren Vermutungen ebenfalls bekräftigt sehen, wenn
          * Frauen, die wie Stokowski regelmäßig eine größere öffentliche Plattform erhalten, genau in diese Muster reinzupassen scheinen,
          * kaum Widerspruch aus dem Kreis der Frauen kommt
          * und auch vermeintlich wenig bekannte positive Gegenbeispiele zu finden sind, die das negative Bild – welches Stokowski in Bezug auf Frauen mitprägt – wieder relativieren könnten.

          Wenn einige Menschen z.B. glauben, dass wir in einer Rape-Culture leben, dann könnten auch 99,9% der Männer keine Vergewaltiger sein. 0,01% der Männer würden dann das allgemeine Bild der Männer prägen, wenn sich aus dem Kreis der 99,9% kaum jemand gegen die 0,01% der Männer positionieren würde, kaum positive Gegenbeispiele zu finden sind und den 0,01% der Männer in den Mainstreammedien immer wieder eine größere Plattform gegeben wird (z.B. Vergewaltigungen kleinzureden und ins Lächerliche ziehen zu dürfen).

    • „Dass eine Falschbeschuldigerin ebenso geächtet wäre wie ein Vergewaltiger, ist allerdings lustig.“

      Das ist wieder mal so eine Relativierung und Abschwächung von Vergewaltigung, wie man das permanent von den Femis hört (s. thread Siggi oben).

      Allein dadurch, dass es sich bei der einen Sache tendenziell um eine Tat mit physischer Gewalteinwirkung handelt, bei der anderen tendenziell ohne eine solche, macht diese prinzipiell schlimmer.

      Dass Falschbeschuldigungen bezüglich jeder schlimmen Tat abscheulich sind und allgemein geächtet werden stimmt ja auch. Die dazu korrespondierenden Taten werden aber immer noch mehr verabscheut.

      • Allein dadurch, dass es sich bei der einen Sache tendenziell um eine Tat mit physischer Gewalteinwirkung handelt, bei der anderen tendenziell ohne eine solche, macht diese prinzipiell schlimmer.

        Hä?

        • Sind Falschbeschuldigungen typischerweise mit Ausübung physischer Gewalt verbunden? Eben.

        • Warum sollte es – für die Schwere einer Tat – darauf ankommen?

          Bei einer Vergewaltigung ist der physische „Bestandteil“ der Tat nicht unbedingt schwerwiegender als bei einer einfachen Nötigung.

          Es geht ja gerade nicht um diesen Anteil, sonst könnte man es unter Nötigung oder in schwereren Fällen unter Körperverletzung subsumieren.

        • Was wiegt schwerer – jemanden rechtswidrig festhalten und zu Boden drücken – oder klammheimlich 500.000 Tacken von seinem Konto abbuchen?

        • Immer beliebter werden ja ohnehin die Vergewaltigungen ohne nennenswerte Krafteinwirkung unter Ausnutzung der Schockstarre.

        • Zudem könnte man fünf Jahre Knast als eine delegierte Gewalthandlung betrachten.

        • (die von der Falschbeschuldigerin intendierte Haftstrafe)

        • @FS
          Dein Beispiel mit dem zu Boden drücken gegen 500.000 klauen ist natürlich schon die richtige Richtung, aber übertrieben. Vergleich das mit dem Klauen von 50…..

          Im übrigen würde ich meinen, Falschanschuldigung wäre so zu bestrafen, wie derjenige, der falsch beschuldigt worden ist und wenn das erfolgreich gewesen wäre.

        • @FS – ich glaube, Alex hat nicht seine persönliche Meinung, sondern die öffentliche Wahrnehmung dargestellt.

      • Gute Wahl, das Weitwinkelobjektiv

        • Gute Wahl, das Weitwinkelobjektiv

          Ja, aber sie hätten näher ran gehen sollen, damit ihre Nase richtig zur Geltung komt.

  10. War auch Thema beim Geschlechterallerlei: Margarete Stokowski begrüßt Straftaten gegen politisch unliebsame Personen. Ich sammele Artikel zum Thema.

  11. „Trump haben die Anschuldigungen ja durchaus geschadet“

    Ja, das war bestimmt ganz fürchterlich für ihn, als er dann infolgedessen nicht zum Präsidenten der Vereinigten Staaten…. Moment mal.

    • Was sagst du denn zu dem was Margarete Stokowski schreibt?

      • Rate!

        • Das ist auch ne Antwort

      • Macht sie doch 😉
        Sie knüpft an „Schlupflöcher von der Größe des Weißen Hauses“ an.

        Man würde gerne wissen, was Stokowski und Maren dann über Obama denken….. Kann man wohl nicht schreiben?

      • Mach dir nix vor – das ist wie mit Menschen welche die Todesstrafe ablehnen aber wenn es um einen wirklich schlimmen Finger geht (U-Bahn-Treter, Hitler oder einen Vergewaltiger) diese dann doch wieder gut finden würden.
        Die allermeisten Menschen sind nicht konsequent, weswegen ich Menschen angenehmer finden die sagen, dass sie moralisch eher zweifelhaft sind als solche die sich als moralisch integer geben.

        Auch marenleinchen würde, wenn es die Gelegenheit gibt, ihrem Hassobjekt eine reinwürgen, egal ob legal oder illegal.

    • Auch wenn man gewinnt können einen dürr Anschuldigungen geschadet haben. Die Wirkung hier war eben stark abgeschwächt, weil ein Teil der Vorwürfe recht schwach war („they let you do it“ von einem Promi) und die anderen das vierte Mal waren, dass sie Anschuldigung erhoben und dann zurückgenommen hatte und sie zudem auf einem Umfeld kamen, bei dem Hillary und ihr Mann selbst an Parties teilgenommen hatten und Hillary selbst als „enabler“ ähnlicher Vorfälle dargestellt werden konnte.

      Die falsche dichotomie, für auch stokowski aufmachen will „wenn jede Beschuldigter nicht automatisch absoluter Paria ist, dann kann falschbeschuldigung kein effektives Mittel sein“ ist schlicht ein Strohmann

    • Weil er Präsi werden wird, kann es keinen Schaden für ihn gegeben haben? …Voll logisch! 🙂

    • Ja, das war bestimmt ganz fürchterlich für ihn, als er dann infolgedessen nicht zum Präsidenten der Vereinigten Staaten…. Moment mal.

      Ist auch nichts Schlimmes. Hat vulgär und prahlerisch daher geredet. Witzig ist, dass die Clinton-Mafia fest überzeugt war, sie hätten nach der Veröffentlichung der Tonaufnahmen endgültig gewonnen, tatsächlich aber nicht mal die Mehrheit der weissen Frauen für sich gewinnen konnten! 🙂
      Ist das nicht herrlich, wie dieser feministische Kahn absoff? Unbezahlbar! Dafür nehm ich sogar vier Jahre Trump in Kauf. Diese Schadenfreude entschädigt für vier Jahre Trump-Getwitter.

    • Ich wiederhole dazu nochmal mein Posting von vor 3 Wochen zum Thema:

      „Und denkt an Donald Trump, wenn euch demnächst ein Antifeminist erzählt, dass Vorwürfe sexueller Belästigung die Karrieren und das Leben von Männern zerstören. ^^

      Das stammt aus einem auf Twitter sehr erfolgreichen Tweet. Und ist auf so vielen Ebenen perfide.

      Zum Einen, weil es ja unzählige Beispiele dafür gibt, dass es eben sehr wohl so ist.
      Wenn überhaupt, ist gerade Trump die große Ausnahme, der Ansatz eines Paradigmenwechsels. Denn Trumps Erfolg basierte im wesentlichen auf einer Trotzreaktion auf politische Korrektheit, also die in den Augen der Wähler mittlerweile zu mächtig (!) gewordenen Mechanismen, die u.a. solche Vorwürfe bewirken.
      Daraus, dass Trump als erster Kandidat der Geschichte quasi „immun“ gegenüber den Abwertungen und Sanktionen des Mainstreams schien und daraus eine Underdog-Story machen konnte die ihn ohne jegliche Kompetenz ins Amt hievte, nun zu schließen, dass diese Mechanismen nicht existieren würden, ist schon besonders bescheuert.
      Als würde man am Tag der französischen Revolution sagen, dass der Adel doch offensichtlich gar nicht privilegiert sei.

      Es ist ja bereits so vielsagend , dass die härtesten Bandagen, die im Präsidentschaftswahlkamf (gegen beide Kandidaten!) eingesetzt wurden, eben jene „Vorwürfe sexueller Belästigung“ waren. Und das durchaus nicht mal ohne Erfolg. Auch Clinton hat unter den Vorwürfen gelitten, die nicht mal direkt gegen sie, sondern gegen ihren Mann gerichtet waren. Die Vorwürfe haben sich also ein Stück weit gegenseitig neutralisiert und mit dazu beigetragen, dass Clinton und Trump als die unbeliebtesten Kandidaten in die Geschichte eingehen.

      Und selbst Trump hat dieser Vorwurf ja auch massiv Stimmen gekostet, ohne Frage! Kein anderes Ereignis hat seine Werte mehr zum Einsturz gebracht, als diese Story. Das heißt selbst unter den 50% potentieller Trump-Wähler, den „Rassisten“ und Sexisten“ also, hat er durch diesen Skandal heftig eingebüßt, bei den Polls an die 10% verloren. Ohne das hätte er wohl einen Erdrutsch-Sieg gehabt.
      Bei all dem, was er sich an offenkundigen Defiziten und Skandalen leisten konnte (ich muss das hoffentlich nicht aufzählen), ist es der Vorwurf, der am meisten haften geblieben ist. Bis heute ist das das erste, mit dem Trump national und international charakterisiert wird, wenn man ihn kritisieren will. Nicht etwa, dass er Behinderte nachäfft, Muslimen die Einreise verbieten will, mit Putin sympathisiert. Von allen 538 Dingen, die man Trump vorwirft, scheint es am schlimmsten zu sein, dass er vor 10 Jahren in einem informellen Bro-Gespräch ein paar Anzüglichkeiten von sich gab. Was sich letztlich auch negativ auf diplomatische Beziehungen und damit die globale Stabilität negativ auswirkt und auswirken wird (siehe Merkels peinliche Belehrung zu Menschenrechten, die sie offensichtlich innenpolitisch aufgrund Trumps Image für nötig hielt).

      Und das ist das beste: sie sind ja schlicht gelogen! Trump hat nie mit „Belästigung geprahlt“. Only_me hat es ja oben schon – im Gegensatz zu fast allen Medien – richtig zitiert: „they LET you do anything, when you’re famous“. Er sprach also nie von Handlungen, die auch nur eine Frau nicht gewollt habe. Daraus machten dann hysterische JournalistInnen sexuelle Belästigung oder gar „Assaults“.

      Man kann besagten Tweet also nur als den Unmut darüber deuten, dass die altbekannte Masche, Männer mit erfundenen Belästigungsvorwürfen zu Fall zu bringen, einmal nicht ganz so effektiv funktioniert hat.

      • Glückwunsch, da hast du ja ganz energieeffizient gleich zwei Kommentare von Maren mit nur einem Kommentar beantwortet…

        und das mit einem Zeitunterschied von 3 Wochen

        😀 😀 😀

        • Paradigmenwechsel? Schau Dir den“Zuma“-Fall an, ist auch erst 11 Jahre her (sein mutmaßliches Opfer ist zwischenzeitlich an der HIV-Infektion, die ihm zur Tatzeit bekannt war, verstorben. Man hatte ihre Glaubwürdigkeit übrigens erfolgreich ruiniert in dem man ihr vorwarf, dass sie in der Vergangenheit bereits mehrfach Anzeige wegen Vergewaltigung gestellt hätte, ohne dass jemals einer der Männer verurteilt worden wäre. „Hure“ nannte man sie der Einfachheit halber auch gleich)

          Und Hillary Clinton, meine Lieben, hat mehr als drei Millionen mehr Wählerstimmen erhalten als Trump und damit nicht bloß ihn, sondern ALLE weißen Präsidentschaftskandidaten der Geschichte in Sachen Beliebtheit übertrumpft. Eine Leistung auf die sie Stolz sein kann (gerade wegen so Dingen wie dem Comey-Letter, der einen Einbruch in ihren Umfragewerten nach sich zog).

          Ich bin mal gespannt, ab wann Ihr einseht, dass Ihr die absolut falsche Person blind verehrt. Hilfreich dabei vielleicht auch:
          http://www.alternet.org/election-2016/donald-trump-debt-15-billion-higher-estimated

        • „Und Hillary Clinton, meine Lieben, hat mehr als drei Millionen mehr Wählerstimmen erhalten als Trump und damit nicht bloß ihn, sondern ALLE weißen Präsidenten“

          Die Verteilung der ersten drei Plätze lautet imho:
          1 obama
          2 Clinton
          3 Trump

          Er hat also die meisten Stimmen erhalten, die jemals für einen weißen Mann abgegeben worden sind.

          Woran liegt das? Am Bevölkerungszuwachs, an nichts sonst. Das Obama ab erster Stelle steht trotz dieses Zuwachses macht eher deutlich daß er weitaus besser abgeschnitten hat uns wieviele Demokraten Hillary wesentlich schlechter fanden

        • Paradigmenwechsel? Schau Dir den“Zuma“-Fall an

          Weiß ich nichts drüber. Es geht aber nicht um Südafrika, tut also nichts zur Sache.

          Und Hillary Clinton, meine Lieben, hat mehr als drei Millionen mehr Wählerstimmen erhalten als Trump und damit nicht bloß ihn, sondern ALLE weißen Präsidentschaftskandidaten der Geschichte in Sachen Beliebtheit übertrumpft.

          Oh Gott, du bist so unendlich dumm. Sie und Trump (den ich ganz sicher nicht „verehre“ und ich glaube das tut hier niemand) waren die beiden unbeliebtesten Kandidaten der Geschichte.
          Sie hat natürlich einige Stimmen der Vernünftigen bekommen, die die Trump-Katastrophe verhindern wollten. An ihrer absoluten Wählerzahl „Beliebtheit“ festzumachen, noch dazu im historischen Quervergleich mit Zeiten in denen es erheblich weniger Wahlberechtigte gab, erinnert mich gleich wieder daran, dass ich ja mit Frauen (qualifizierte Ausnahmen ausgenommen) nicht mehr über Politik spreche.

        • „Er hat also die meisten Stimmen erhalten, die jemals für einen weißen Mann abgegeben worden sind.“

          Die New York Times hatte da so eine nette Grafik gebastelt um seinen „Erfolg“ mal ins Verhältnis zu setzen:

          Und die Quelle für Deine Annahme wäre?

        • Da fehlen alle Angaben zu den Balken. Wo stammt die Grafik her?

          Zu den Stimmen zB
          https://en.m.wikipedia.org/wiki/wiki/United_States_presidential_election

        • Na dann eben als Tweet:

        • @semikolon

          er hat dennoch 60% Prozent der Elektorenstimmen, 304 für Trump und 227 für Clinton ist wahrhaftig nicht knapp, mit der drittmeisten Anzahl an Stimmen jemals, mit der meisten Stimmen für einen männlichen weißen Präsidenten. Der Aussagegehalt ist aber gering, es lag eben daran, dass mehr Wähler vorhanden waren.

          Man könnte auch noch andere sinnlose Angaben machen: Beliebte Präsidenten wie John F Kennedy hatten nach deiner Grafik weniger Anteile an den Electorstimmen als Trump

          Es ist übrigens bemerkenswert, dass du anscheinend nicht siehst, dass in den falschen Voraussagen Clinton auch nicht auf wesentlich mehr gekommen wäre:
          https://projects.fivethirtyeight.com/2016-election-forecast/

          Hier beispielsweise ein Vorhersage, die mit 302 für Clinton endet.
          https://projects.fivethirtyeight.com/2016-election-forecast/

        • Hier unten, Christian, auch mit Link.
          Was Du mir gezeigt haben wolltest, kann ich dagegen tatsächlich nur erahnen.

        • @semikolon

          Habe den Link korrigiert. entweder dem folgen oder auf das nicht angezeigte Bild klicken

        • „Er hat also die meisten Stimmen erhalten, die jemals für einen weißen Mann abgegeben worden sind.

          Woran liegt das?“

          Laut CIA, FBI und NSA gibt es ja Anzeichen für Wahlmanipulation (woran sich der FBI-Chef höchstpersönlich auch noch beteiligte).

          Jedenfalls wird der uns jetzt den Erdogan oder Putin machen.
          Die ich beide immerhin als Staatschefs respektieren kann, gerade auch, weil sie sich hochgearbeitet haben – während die bisherige Lebensleistung des Millionenerbes bloß in sechsfachen total-Bankrott besteht.

          Such a mad world.

        • @semikolon

          https://en.wikipedia.org/wiki/Voter_turnout_in_the_United_States_presidential_elections

          Wahlberechtigte 2004: 219 Millionen
          Wahlberechtigte 2008: 229 Millionen
          Wahlberechtigte 2012: 235 Millionen
          Wahlberechtigte 2016: 251 Millionen

          Sprich: vor Obama gab es schlicht 30 Millionen potentielle Wähler weniger. Bei Obamas Wahl gab es bei der erste Wahl 22 Millionen weniger, bei der zweiten Wahl 16 Milionen weniger.
          Wenn du dir die Tabelle weiter anschaust, dann wird bereits daran deutlich, dass „meiste Stimmen jemals“ erhalten sehr relativ ist.

        • >>> CIA, FBI und NSA

          Wer glaubt diesen Fake-Kasper-Vereinen denn noch ungeprüft ein Wort?

        • Die Frage ist doch, wer zum Kuckuck dem zukünftigen fake Twitter-US-Präsidenten vertrauen oder glauben kann, Parade-Beispiel seine Haltung zur NATO, die ja auch nicht beständig eine ablehnende ist.

          Gestern hat sein Team übrigens bestritten, dass das erste Staatschef-Treffen Eines mit Putin sein wird – was sowohl von US-amerikanischen wie auch russischen Medien verbreitet wurde. Wir werden ja sehen wer da Recht behält 😄

        • >>> Parade-Beispiel seine Haltung zur NATO

          Warum sollte man der NATO gegenüber nicht kritisch gegenüberstehen dürfen? Es ist halt nicht jeder davon überzeugt, dass die größten Waffenexporteure der Welt wirklich friedliebend sind und kein eigenes Interesse an der Schaffung von neuen Kriegen haben.

          Und es ist halt nicht jeder davon überzeugt, dass die Kriege, die die Nato führt, legal sind, sondern vielmehr illegale Angriffskriege darstellen.

          https://www.heise.de/tp/features/Die-NATO-ist-ein-Angriffsbuendnis-3457523.html

          >>> Die Frage ist doch, wer zum Kuckuck dem zukünftigen fake Twitter-US-Präsidenten vertrauen oder glauben kann, …

          Wenn man sich das Wahlergebnis anschaut, scheint es gar nicht so wenig Menschen zu geben, die Trump offenbar mehr vertrauen als Hillary Clinton. Es muss wirklich schmerzen, wenn die eigene gewünschte Kandidatin offenbar so grottenschlecht ist und in Bezug auf Lügen keinen besseren Ruf genießt, so dass diese noch nicht einmal in der Lage ist, gegenüber Trump die Wahl zu gewinnen. Und das, obwohl die nahezu gesamte Medien-/Unterhaltungsindustrie aus Mitleid Clinton behilflich sein wollten.

          >>> Gestern hat sein Team übrigens bestritten, dass das erste
          >>> Staatschef-Treffen Eines mit Putin sein wird – was sowohl
          >>> von US-amerikanischen wie auch russischen Medien verbreitet
          >>> wurde. Wir werden ja sehen wer da Recht behält

          Wofür ist das wichtig? Wieso sollte ein US-Präsident nicht als erstes Gespräche mit einer anderen großen Nation führen dürfen, um möglichst den von anderen Parteien erwünschten bzw. angestrebten Krieg untereinander abzuwenden? Trump wird mit den Gesprächen führen, mit dem er will.

          Es ist wirklich witzig anzusehen, wie inzwischen die Linken die schlimmsten Kriegstreiber sind und an irgendwelchen Quatsch (mit wem er zuerst redet) irgendetwas Verwerfliches herbeireden wollen. Für mich sieht das alles jedenfalls eher danach aus, dass Trump nicht so kriegsgeil wie sein Vorgänger oder Hillary Clinton ist und das so manche Kriegstreiber nicht ertragen können.

        • Es ging jetzt darum, dass sein eigenes Team nicht zu wissen scheint was er vorhat. Und dass er inkonsistent ist in allen seinen Äußerungen.

          Nicht besonders vertrauenserweckend, so wenig wie die Umstände seines „Sieges“.

          Nehmen wir mal spaßeshalber kurz an, die Type handelt „sourverän“… Ey, da gruselts einen doch! Unsere größte Hoffnung ist, dass seine Präsidentschaft ne Art PR-Nummer ist und er in Wirklichkeit keinerlei Macht durch diese Rolle gewonnen hat. Aber wenn er doch nicht (alleinig) Putins Marionette sein sollte, dann gnade uns Gott.

        • „Aber wenn er doch nicht (alleinig) Putins Marionette sein sollte, dann gnade uns Gott.“

          Er scheint mir unabhängiger als Clinton zu sein, die immerhin „pay for Play“ mit ihrer Stiftung recht nachhaltig praktiziert hat und im großen Umfang spenden aus dem nahen Osten erhalten hat.

          was wäre eigentlich so schlimm daran, wenn sich das Verhältnis Russland-USA verbessert?

        • Glaubst Du denn seiner Angabe bezüglich seiner Schulden (s.o.)?
          Und wie unabhängig kann jemand – außerhalb Normalsterblicher Möglichkeiten – Überschuldetes, der sich trotz fehlender Qualifikation in die Politik-Arena schleudern ließ, überhaupt sein?
          Rein rational betrachtet.

      • „Es ist ja bereits so vielsagend , dass die härtesten Bandagen, die im Präsidentschaftswahlkamf (gegen beide Kandidaten!) eingesetzt wurden, eben jene „Vorwürfe sexueller Belästigung“ waren. Und das durchaus nicht mal ohne Erfolg. Auch Clinton hat unter den Vorwürfen gelitten, die nicht mal direkt gegen sie, sondern gegen ihren Mann gerichtet waren. Die Vorwürfe haben sich also ein Stück weit gegenseitig neutralisiert und mit dazu beigetragen, dass Clinton und Trump als die unbeliebtesten Kandidaten in die Geschichte eingehen.“

        Wenn man das weiter spinnt, dann könnte man sagen, dass aus den Angriffen gegen Trump folgt, dass Clinton und ihre Beraterinnen nicht glauben, dass wir in einer Rape Culture leben. Denn in einer Rape Culture wäre es ja ganz klar, dass die Vorwürfe allenfalls belustigtes Schnaufen in den den Old white Men Netzwerken und in den Haushalten bei den Männern auslösen: „und? warum soll er das nicht machen, er ist ja der Mann?“ während die Frauen resiginiert darauf abstellen würden, dass die Schlampen selbst schuld sind, warum suchen sie sich keinen guten Ehemann, der sie beschützt (internalisierte Mysogynie). So gesehen spricht ihre Verwendung von sexuellen Mißbrauch als Angriffsmittel dafür, dass Clinton eine Rape Culture Leugnerin ist und einen schlechten Wahlkampf geführt hat. Jede Feministin müsste ihr davon abraten, weil Frauen zu machtlos und zu sehr internalisierter Sexismus leben und es für Männer nichts abschreckendes ist. In einem Patriarchat und einer Rape Culture müsste eine auf Erfolg ausgerichtete feministische Wahlkampfmanagerin eigentlich darauf setzen die Frauen zu ignorieren oder allenfalls in traditionellen Rollen anzusprechen.

      • „Als würde man am Tag der französischen Revolution sagen, dass der Adel doch offensichtlich gar nicht privilegiert sei.“

        Kleiner „fun fact“: es gibt diese feministischen Revisionisten, die Marie Antoinette als Vorbild einer emanzipierten Kämpferin für die soziale Gerechtigkeit hinstellen.

        Nicht wirklich überraschend, sondern passt natürlich wie die Faust auf´s Auge.

  12. „Aber von vorn. Was ist passiert?

    Kachelmann stellte in seinem Taz-Interview eine abenteuerliche Behauptung auf, nämlich, dass eine „Falschbeschudigung ein perfektes Verbrechen sei, um einen Mann aus dem Weg zu räumen, ohne selbst ein Risiko einzugehen.““

    https://onyxgedankensalat.wordpress.com/2017/01/14/was-waer-das-geil-wenn-man-unbequeme-maenner-einfach-mit-einer-falschbeschuldigung-beseitigen-koennte/

    Als Grundlage dient also ein veröffentlichtes Interview einer Zeitung, die tiefstens der Verbreitung feministischer fake Narrative verhaftet ist.

    Jeder weiss doch, wie Interviews hingebogen werden. Ergo: lieber nichts ernst nehmen, die TAZ ist keine seriöse Quelle.

    „Auf die Idee, dass Stokowski Kachelnmanns irrwitzige Behauptung durch konsequentes Weiterdenken völlig ad absurdum führt, kommt keiner?“

    Wenn Leute wie Stokowski nicht ans „Patriarchat“ glauben würden, bzw an „Schlupflöcher von der Größe des Weißen Hauses“ dann könnte man dies vielleicht schon glauben.

    • Das Interview ist von J.K autorisiert worden. Er hat sich auch in den Kommentaren zwei- oder dreimal geäussert.

      • Dann ist er blöd, wenn er wirklich meint „ohne Risiko“. Bzw getragen von Emotionen, was das nur erklärt.

        Ich würde einem Interview in der Taz trotzdem nicht über den Weg trauen, bei sowas.

        • Dann ist er blöd, wenn er wirklich meint „ohne Risiko“.

          Naja, er hätte sagen können: „Mit geringem Risiko“. Aber das zu bemängeln finde ich ein wenig kleinlich. Tatsächlich haben Falschbeschuldigerinnen wenig zu befürchten und der Nachweis, dass es vorsätzlich und in bösartiger Absicht geschah (also nicht bloss eine Fehlbeurteilung war) ist nur schwer nachzuweisen.

    • Dass ihr auch immer jeden Ausfluss dieser fünftklassigen Twitter-Twat lest und kommentiert 🙂

      Man stelle sich vor, jemand würde die irrsinnige These einer ‚Rape Culture‘ mal „konsequent zu Ende denken“: Also sich mal literarisch der ganz wunderbaren Verheißung hingeben, dass Vergewaltigungen sozial erwünscht und systemstabilisierend seien. Und welchen ganz konkreten öffentlichen Personen, also den unliebsamen Blödfotzen namens X und Y doch mal einer von uns Jungs aus der herrschenden Männerklasse einen kleinen „Dämpfer“ versetzen könnte, indem er sie per PTSD unschädlich macht. Hm, ja wenn’s doch nur so einfach wäre. Ist es nur leider nicht. Am Ende ist unsere schöne Rape Culture halt doch so unperfekt, dass man dann doch der Eine von 1000 sein könnte, den die notdürftig installierte Alibi-Polizei für das bisschen Spaß verknackt.

      Das empfände Kannnix Onix bestimmt auch als ganz spannendes und völlig legitimes Gedankenexperiment, das völlig problemlos im Spiegel auftauchen und konkrete potentielle Opfer benennen dürfte.

      • „Dass ihr auch immer jeden Ausfluss dieser fünftklassigen Twitter-Twat lest und kommentiert“

        Das du auch immer verallgemeinern musst…

        • mea culpa 😀

  13. „Aber was ist mit denen, die weniger Macht haben? Es könnte ja sein, dass die uns schutzlos ausgeliefert sind. Wer das glaubt, muss aber irgendwie auch erklären können, warum auf diese Art nicht reihenweise unliebsame Männer aus dem Weg geschafft werden.“
    Das ist nun wirklich eine Luege. Fragt mal einen Scheidungsanwalt wie oft das vorkommt. Es reicht meist schon dass die Anwaeltin der Frau damit droht, dann wird der Ex-Ehemann und Zahlvater ganz schnell handzahm. Erin Pizzey hat schon vor vielen Jahrzehnten beschrieben wie sie erlebte, dass das taeglich Praxis beim Streit um die Kinder (eigentlich den Kindesunterhalt) war und von feministischen Anwaelten haeufig benutzt wird.

    • Erschwerend hinzu kommt, dass es den vermeintlichen Opfern von Sexualdelikten ungemein leicht gemacht wird, vorschnell Glauben geschenkt zu bekommen und damit den falsch Bezichtigten in massive Probleme zu bringen. Denn es hat sich bei Polizei, Staatsanwaltschaft und Gericht eine regelrechte Opfermentalität herausgebildet, sodass derjenige der behauptet Opfer einer Straftat zu sein, vorschnell von den Strafverfolgungsbehörden als Opfer gesehen wird. So hört man bei der Befragung in Vergewaltigungs- und Missbrauchsprozessen fast immer den Satz: „Ich weiß, dass das jetzt schwer für sie ist und unangenehm, aber ich muss Sie das jetzt fragen“: Dabei weiß der Vernehmende, sei es der Richter Polizist oder Staatsanwalt doch zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht, ob der Zeuge vor ihm wirklich Opfer einer Sexualtat geworden ist?!

      https://www.anwalt.de/rechtstipps/falsche-verdaechtigung-und-falschbeschuldigung-bei-vergewaltigung-und-sexuellem-missbrauch_059664.html

      Bei wohl keinem anderen Rechtsgebiet ist die Bereitschaft zum Vorurteil so groß wie im Sexualstrafrecht und zugleich die Unschuldsvermutung so unpopulär. Schon der bloße Vorwurf eines Sexualdelikts ist geeignet, die soziale Existenz komplett zu zerstören, auch wenn sich dessen Unschuld zu guter Letzt herausstellt. Ob jemand tatsächlich ein Opfer ist, wird überhaupt nicht mehr hinterfragt, selbst in Fachkommissariaten für Sexualdelikte finden sich immer öfter Beamte, die sich allzu leichtgläubig zeigen. Strafanzeigen von angeblichen Opfern werden unkritisch entgegengenommen, nicht nur geeignete Nachfragen, sondern auch Maßnahmen der Beweissicherung unterbleiben. Dafür wird unverhohlen die Partei der Anzeigeerstatterin ergriffen.

      http://www.sexualstrafrecht.hamburg/sexualstrafrecht/falschbeschuldigung-falsche-verdaechtigung-bei-vergewaltigung-und-sexuellem-missbrauch/

      Man möchte sich gar nicht ausmalen, was dem Vater des Kinders widerfahren wäre, wenn er nicht noch zufällig die SMS der Mutter seines Kindes gehabt hätte. Ich nehme an, man hätte der Frau sämtliche Lügen abgenommen.

      http://www.faktum-magazin.de/2014/08/falschbeschuldigung-wegen-des-sorgerechts/

  14. „Lucas Schoppe schrieb dazu, dass sie sich damit auf eine gefährliche Bahn bewegt, in der sie eine solche Tat als eine reale Handlungsoption in Betracht zieht. Aus meiner Sicht macht sie eher das Gegenteil: Sie versucht aufzuzeigen, dass es nicht sein kann, weil es sonst von Frauen überall auf der Welt zur Beseitigung unliebsamer Menschen wie etwa Despoten genutzt werden würde.“

    Es gehört zur Widersprüchlichkeit des Textes, dass das etwas ist, was sie AUCH macht. Stokowski selbst wird die Intention ihres Textes vermutlich eben gerade so beschreiben: Sie ziehe die Angst vor Falschbeschuldigungen ins Lächerliche, indem sie zeige, dass Frauen beständig störende Männer aus dem Weg räumen würden, wenn diese Angst berechtigt wäre.

    Schon dass sie das ausgerechnet an einem Kachelmann-Zitat durchspielt, zeigt ja, dass irgendwas nicht stimmt. Tatsächlich hat meines Wissens auch nie jemand – zumindest niemand, der in Geschlechterdiskussionen ernst genommen würde – behauptet, jede Frau könne gefahrlos jederzeit und beliebig einen Mann in den Knast lügen, ohne dass ihre Äußerungen überprüft würden. Entsprechende Tendenzen gibt es wohl an amerikanischen Colleges, aber allgemein kulturprägend ist das nicht.

    Das wiederum ist typisch für Stokowski: Sie baut sich einen Strohmann („Die Strohmannfabrik“ hab ich einen Text über sie genannt) und drischt auf den ein, damit sie sich mit dem Thema und den realen Positionen anderer nicht auseinandersetzen muss.

    Der Fall Kachelmann ist ein Beispiel dafür, dass auch Vergewaltigungsvorwürfe überprüft und nicht selbstverständlich geglaubt werden – aber zugleich auch ein Beispiel dafür, welchen ungeheuren Schaden solche Vorwürfe anrichten können, auch wenn sie sich als falsch erweisen. Zu so viel Differenzierung kommt Stokowksi aber gar nicht mehr.

    Vor allem aber: Ihr Text wird noch von einem ganz anderen, gegenläufigen Impuls bestimmt. Neben dem Versuch, die Angst vor Falschvorwürfen durch Übertreibung ins Irreale und Lächerliche zu ziehen, ist er eben auch durch ganz reale, ganz unironische Aggressionen und Schädigungsphantasien gegenüber AfD-Anhängern geprägt. Dass gegen die jedes Mittel recht wäre, wenn es denn nur klappen würde, sie damit auszuschalten: Das ist eine Botschaft des Textes, die keineswegs ironisch gebrochen ist. Es gibt keinen Grund, davon auszugehen, dass sie das nicht genau so meint.

    Und es passt ja auch in die Landschaft. Unbekannte Leute, die sich im Netz für die AfD aussprechen, werden von SPD-Leuten öffentlich und mit Nachruck bei den Arbeitgebern angeschwärzt – rotgrüne Akteure verwischen gezielt die Unterschiede zwischen konservativen und rechtsradikalen Positionen. Menschen, die sich selbst offenkundig zu den Guten zählen, jubeln öffentlich über Morddrohungen gegen politische Gegner oder über den Tod politischer Gegner. Es ist ein Klima, das (auch von der anderen Seite, natürlich, aber um die geht es hier gerade nicht) von massiven, selbstgerechten Feindbildern geprägt ist.

    Die Möglichkeit, dass jemand Stokowskis faktische Empfehlung ernst nimmt, ist in diesem Klima groß. Es wird nur vermutlich eher Unbekannte treffen.

    Die Bekannteren der Partei werden seit Brüderle eh vorsichtiger sein, wenn sie nicht ganz bescheuert sind. Denn im letzten Wahlkampf ist das ja eigentlich schon einmal erfolgreich exerziert worden: Brüderle hatte mit einem bescheuerten Spruch auf einen bescheuerten Spruch von Himmelreich geantwortet und konnte so weiträumig als Sexist hingestellt und als Spitzenkandidat massiv beschädigt werden.

    Angesichts solcher Kontexte halte ich es für sehr unwahrscheinlich, dass Stokowski alles nur ganz ironisch meint.

    • @ L. Schoppe:
      „Brüderle hatte mit einem bescheuerten Spruch auf einen bescheuerten Spruch von Himmelreich geantwortet und konnte so weiträumig als Sexist hingestellt und als Spitzenkandidat massiv beschädigt werden.“

      Woher weißt Du das?
      Soweit mir bekannt, hat Brüderle nichts dergleichen getan, eher ist wahrscheinlich, daß Himmelreich sich übler Nachrede bedient hat.
      Es existiert kein gesichertes Zitat Brüderles zu solchen o.ä. Sprüchen, von Himmelreich schon ( hat Ilse Aigner kurz vor dem #Aufkreisch-Fall eine „Dirndlfigur“ angehängt ).

    • „Der Fall Kachelmann ist ein Beispiel dafür, dass auch Vergewaltigungsvorwürfe überprüft und nicht selbstverständlich geglaubt werden“

      Ich würd gern wissen, wer von den Anwesenden die Kachelmann-Version _wirklich_ glaubt. Also insbesondere den Einstieg:

      „Ich habe kein Messer berührt. Wir hatten uns per SMS verabredet. Frau W. wollte nackt auf dem Bett warten. …
      Ihr Strickkleidchen war bereits hochgeschoben, als sie mich empfing. Sie hielt die Handschellen bereits in der einen Hand, hatte eine Reitgerte bereitliegen.“

      http://www.bild.de/news/2010/sie-hielt-die-handschellen-bereits-in-der-einen-hand-13951738.bild.html

      Der Mann hat ja gegen Vieles an der Berichterstattung – erfolgreich – prozessiert, hat ein halbes Vermögen dadurch „erwirtschaftet“.

      Wenn ich das richtig gesehen habe aber nicht auch gegen diese Darstellung seiner Aussage, sprich: das wird er wohl so den Ermittlern gegenüber zu Protokoll gegeben haben.

      Ist das jetzt eine plausible oder doch eher äußerst fragwürdige Behauptung, D.M.n.?

      • Es ging ihm in seinen späteren Einwänden übrigens z.B. um eigentlich nicht tatrelevante Veröffentlichungen wie seiner Aussage über seine angebliche Zeugungsunfähigkeit

        („Von seiner Zeugungsunfähigkeit soll er 1998 erfahren haben, als er ein Spermatogramm gemacht habe. «Frau W. wusste von meiner Zeugungsunfähigkeit, deshalb fand der Geschlechtsverkehr stets ohne Kondom statt.»“ http://www.20min.ch/news/dossier/kachelmann/story/24094345)

        sowie die nicht-leiblichkeit „seiner“ (älteren) Söhne.

        Als extrem geübter Lügner war der Mann durch diesen Prozess bekanntgeworden.

        Mein Lieblings-Beispiel (für die Charakterstudie):

        „Einen Posten als Journalist soll er gekündigt haben, indem er einen Zettel an seinen Computer klebte. Er habe Krebs, sei darauf gestanden, erinnert sich ein Ex-Kollege.“

        https://www.welt.de/welt_print/vermischtes/article9406861/Die-Akte-Joerg-Kachelmann.html

        „Um die Frau auf Abstand zu halten, machte Kachelmann ihr sogar einmal vor, er leide an Krebs, man habe etwas »in seinem Magen gefunden«, Viola solle ihn ziehen lassen, er müsse »jetzt alleine kämpfen«. Alles Unfug, erfuhr sie später. “

        http://www.zeit.de/2011/15/WOS-Kachelmanns-Frauen

        Und so jemand wird zur Gallionsfigur aufgebaut?

        Da muss man sich aber schon echt sicher fühlen…

        • @ Semi

          Die Frau Dinkel muss dem Kachelmann nicht etwa Schadensersatz zahlen?

        • Das bewegt sich so ungefähr auf dem Niveau von „sie hatte doch einen Minirock an und die Brüste gepimpt. da hat sie es doch wohl verdient.“
          Ausserdem ist Herr Kachelmann keine Galleonsfigur. Er ist nur der Fall mit dem größten Medieninteresse der letzten Jahre.
          Das ist wie bei den beiden Kerlen von Gina Lisa: Nur weil sie Idioten sind macht sie das nicht zum Vergewaltiger. Deshalb Frau Lohfink zur Ikone der „Nein heißt Nein“ Bewegung machen ist schon absurd. Um deine Argumention noch mal aufzugreifen: Wie kann man sich jemanden der sich so um die Vermarktung seiner Sexualität bemüht hat zu seinem Teamleader der Sexualstrafrechtsverschärfung machen?

        • Man kann ja außerdem – wenn einem das Alles noch nicht reichen sollte – auch das Verhalten des Opfer-Abo-Mannes seither in die Bewertung mitreinnehmen. Und es vergleichen mit dem eines echten Falschbeschuldigten wie Andreas Türck.

        • Sätze wie „Vergewaltigungsopfern schaden die Falschbeschuldigerinnen am meisten!“ äußern m.M.n. übrigens auch nur Vergewaltiger (oder Sympathisanten).

        • Sätze wie „Vergewaltigungsopfern schaden die Falschbeschuldigerinnen am meisten!“ äußern m.M.n. übrigens auch nur Vergewaltiger (oder Sympathisanten).

          Solche Thesen werden m.M.m. nach nur von Sympathisanten von Falschbeschuldigerinnen aufgestellt.

        • „Vergewaltigungsopfern schaden die Falschbeschuldigerinnen am meisten!“

          Ich sehe es eher als ein Zeichen, welches deutlich machen soll, dass man auf der „guten Seite“ ist und insoweit Kritik vorbeugen soll.

        • Also so wie in:

          „Am schlimmsten für Einbruchopfer ist ja, wenn Menschen nur vortäuschen ausgeraubt worden zu sein!“

          ?

        • Wenn es so wäre, dass Einbruchsopfer nicht als Opfer anerkannt werden – vor der Justiz – da man die Erfahrung gesammelt hat, dass viele lügen (zwischen 3% – 98%), dann wäre da sicher was dran.

        • Du, die Aufklärungsquote für Einbruchdiebstahl liegt gerad mal knapp über 15 % (die für Vergewaltigung irgendwo jenseits der 80 %). Und nur in zweieinhalb Prozent der Fälle etwa wird ein Gerichtsverfahren eingeleitet (Vergewaltigung ca. 8 %).

          Mit Anderen Worten: keiner könnte auch nur annähernd sagen, wieviele Menschen einen Einbruch in ihren Privathaushalt bloß vorgetäuscht haben…

        • „Vergewaltigungsopfern schaden die Falschbeschuldigerinnen am meisten!“

          Hört man so oft, wird auch von vermeintlich klardenkenden immer brav wiederholt und ist so falsch wie auf zynische Weise frauenzentriert.

          Den Falschbeschuldigten, also ihren ganz konkreten Opfern schaden die Falschbeschuldigerinnen am meisten!

          Analog wäre: Die wahren Opfer, die denen am meisten durch Vergewaltigungen geschadet wird, sind Männer, die stigmatisiert werden und deren Kredibilität leidet!

        • @david
          „Hört man so oft, wird auch von vermeintlich klardenkenden immer brav wiederholt und ist so falsch wie auf zynische Weise frauenzentriert.“

          Das Muster kennt man ja zum Abwinken vom Terror her, der vor allem „Islamophobie“ hervorrufen würde, was „auf zynische Weise“ „moslemorientiert“ zu nennen wär.

          Das Baukastenprinzip der „Intersektionalität“ am Werk.

        • Um die Frau auf Abstand zu halten, machte Kachelmann ihr sogar einmal vor, er leide an Krebs, man habe etwas »in seinem Magen gefunden«, Viola solle ihn ziehen lassen, er müsse »jetzt alleine kämpfen«. Alles Unfug, erfuhr sie später.

          Und gegen welches Gesetz hat er damit verstossen? Wenn diese Boulvardgeschichten denn überhaupt stimmen. Klatsch und Tratsch. Frauen interessiert sowas. Mich nicht.

          Semikolon, glaub nicht alles, was in der Bunten und im goldenen Blatt steht.

        • Warum wird das denn (sinngemäß) so häufig geäußert & i.d.R. ohne das jemand anmerkt wie vollumfänglich dämlich dieser Gedankengang ist?

          Ich denke, man möchte hier Schuld umlenken auf (auch) mutmaßlich vergewaltigte Frauen.

          Die für Frauen zu lernende (falsche) Lektion: was Du nicht hundertprozentig beweisen kannst, bringst Du besser nicht zur Anzeige. Sonst schadest Du Dir, dem Mann natürlich, und indirekt sogar Millionen anderen, evtl. Opfern.

          Meist soll auch der Eindruck vermittelt werden, falsche Verdächtigungen gäbe es praktisch nur bei diesem Straftatbestand. Obwohl der so häufig zitierte bairische Kriminalpolizist bspw. nicht bloß meinte, die Hälfte aller Vergewaltigungsanzeigen entbehrten jeder soliden Grundlage (vor „nein heißt nein“ war das Problem desöfteren, dass Frauen Situationen als Vergewaltigung anzeigten, die von der Schilderung her den juristische Tatbestand schlicht nicht erfüllten – das waren dann allerdings keine Falschbeschuldigungen, sondern müsste normal unter Tatbestandsirrtum gelaufen sein) – nein, „ehrlich gesagt“ sei gut die Hälfte ALLER Anzeigen Humbug s.E.n.

          Vielfach wird vergessen, dass die so menschliche Begabung zur Falschdarstellung mit ein Grund dafür ist, dass wir ein (sehr teures!) Justiz-System überhaupt unterhalten.

          Um zurückzukommen auf die Floskel: auch wenn es keine einzige Frau gäbe, die eine Vergewaltigung bewusst und willentlich erfände, änderte das genau Nichts am Verfahren, und damit eben auch nicht für eine sexualisierte Gewalttat Anzeigende.

          Wenn Männer allerdings nicht mehr vergewaltigten, dann … ach, eh egal.

        • Habe ich gesagt, Kachelmann hätte damit gegen ein Gesetz verstoßen?

          Ich meinte bloß, dies sei mein Lieblings-Beispiel für die getätigte Behauptung, er sei durch diesen Prozess als extrem-geübter Lügner bekanntgeworden – was sich ohne einen Beleg als üble Nachrede oder sowas qualifiziert hätte, nech?

      • Was sollte an der Geschichte Deiner Meinung nach unplausibel sein?

        Und Lügen zu können ist im Umgang mit Frauen natürlich eine wichtige und honorierte Fähigkeit. Auch das passt plausibel ins Bild?

        • Ich kann von dem Zitierten nur den Satz, dass man sich per SMS verabredet hätte, für glaubwürdig erachten.

          „Sie hielt die Handschellen bereits in der einen Hand“ ist mit Sicherheit Kappes, die Reitgerte auch, sagt mir mein Verstand.
          Und auf dem Messer, das er nicht berührt haben will, fand sich ja sowohl seine DNA (am Griff) wie ihr Blut (an der Klinge).

          Wie die Richter bezüglich der Tatnacht festhielten, hat er offensichtlich falsche Angaben getätigt. Welche genau das (min.) waren, hat man uns offiziell wohl verschwiegen. Hier hätten wir womöglich ein gutes Beispiel vorliegen.

        • Quelle? Meinen Informationen fanden sich keine verwertbaren DNA-Spuren von Kachelmann an dem Messer. Eigentlich hätte man Kachelmann nie einsperren dürfen, wer in den Knast gehört ist Dinkel.

        • Am 9.2.2010 fand die Polizei im Schlafzimmer der Beklagten ein Küchenmesser auf einem Teppich vor dem Fußende des Bettes. Die Beklagte hatte dazu in der zweiten polizeilichen Vernehmung am 9.2.2010 angegeben, der Kläger müsse das Messer, das bei der Tat verwendet worden sei, am Fußende des Bettes hingelegt oder hingeworfen haben, als er das Schlafzimmer verlassen habe. An diesem Messer wurde eine DNA-Spur gesichert, die der Beklagten zugeordnet werden konnte. Diese DNA-Spur befand sich an der Klingenschneide. An dem Klingenrücken und an der Klingenspitze konnten keine verwertbaren DNA-Befunde festgestellt werden. Spuren, die auf eine Behandlung mit Reinigungsmittel hindeuteten, waren an dem Messer nicht vorhanden. Wegen weiterer Einzelheiten wird auf den als Anlage K 63 zur Akte gereichten Untersuchungsbericht des Landeskriminalamtes Baden-Württemberg verwiesen (Bl. 1044 ff. d.A.).

          http://www.lareda.hessenrecht.hessen.de/lexsoft/default/hessenrecht_lareda.html#docid:7654545

          Du bist auf eine Lüge reingefallen.

        • „Aufgrund der festgestellten Merkmalsübereinstimmung, gelangte der Gutachter des LKA Baden Württemberg X lediglich zu dem Schluss, dass der Kläger aufgrund der festgestellten Spurenlage als Spurenverursacher nicht ausgeschlossen werden könne.“

          https://allesevolution.wordpress.com/2016/10/13/urteil-im-fall-kachelmann-gegen-claudia-dinkel-auf-schadensersatz-olg-frankfurt-28-09-2016-18-u-514/

  15. Im Hauptbeitrag oben steht geschrieben:

    „Lucas Schoppe schrieb dazu, dass sie sich damit auf eine gefährliche Bahn bewegt, in der sie eine solche Tat als eine reale Handlungsoption in Betracht zieht. Aus meiner Sicht macht sie eher das Gegenteil: …“

    Ich sehe hier keinen Widerspruch zwischen Schoppe und dem Admin. Die Besonderheit massen-medialer Kommunikation besteht darin, daß selbst Handlungs-Optionen, die „offiziell“ abgelehnt oder diskreditiert werden, zukünftig als reale Optionen „im Spiel“ bleiben. Und wenn diese Optionen vorher noch gar nicht medial verbreitet waren, dann werden sie durch eine solche Verlautbarung überhaupt erst „ins Spiel gebracht“ und damit gangbar.

    Das ist bißchen so, wie wenn der US-Präsident angesichts der Vorwürfe gegen Russland in Bezug auf die Ukraine-Krise verkünden würde: „Einen Krieg mit Russland lehnen wir natürlich ab.“ Das wäre eindeutig eine Eskalation des Konflikts, nicht etwa eine Befriedung. Von Krieg mit Russland war bis jetzt nirgendwo Rede, wenn also der US-Präsident das als Option überhaupt thematisiert, dann wird das in der Öffentlichkeit als ein gangbarer Weg eingestuft – auch wenn er selbst das „offiziell“ ausschließt.

    Ähnlich wäre es, wenn ein AfD-Funktionär in den Medien sagt: „Die deutschen Grenzen müssen gesichert werden. Aber wir können natürlich nicht soweit gehen und an der Grenze auf Flüchtlingskinder schießen.“ Mir scheint auch, daß Politiker solche negativen Statements sehr genau kalkulieren. Solche Distanzierungen sind meist zweischneidig.

    So, nun hat Frau Stokowski das Thema der Falschbeschuldigung durch Frauen ja nicht erfunden, aber sie ist wohl die Erste, die es an prominenter Stelle – also nicht in irgendeinem Kurzartikel eines Provinzblattes – als echte Handlungs-Option für Frauen thematisiert. Und ich vermute, sie tut dies wohlwissend, daß sich einige ihrer LeserInnen sagen werden: „Soso, Falschbeschuldigung bringt also nicht viel – aber frau kann’s ja trotzdem mal probieren, gelle?“

    Darum scheint mir, daß Schoppe hier den Braten der Frau Stokowski sehr wohl gerochen hat.

  16. Hallo, könnte der Admin bitte meinen Kommentar vom 15. Januar 2017
    at 4:01 pm freischalten? Besten Dank im Voraus!

  17. Okay, fassen wir mal kurz zusammen:

    Stokowski sagt, leider funzt der Trick mit den Falschbeschuldigungen nicht, sonst könnte man ja sämtliche politischen Probleme damit lösen.

    Der Spruch ist, für sich genommen, erstens blödsinnig, weil ohne jede sinnvolle Substanz, zweitens muß sie sich aber irgendwas dabei gedacht haben ( setze ich zumindest mal voraus, denn ein wenig Resthirn hat sie vermutlich ).

    Was ist also eigentliche Message des Unfugs?

    Ich sehe da zwei Möglichkeiten, die beide auch gleichzeitig in Frage kommen können.

    A – Botschaft an die Männer:
    Ihr seit Verschwörungstheoretiker, wenn Ihr meint, das wäre möglich, denn sonst würden es ja alle Frauen machen.
    Ergo: Werdet Allys!

    B – Botschaft an die Frauen:
    Macht weiter wie bisher, die Männer checken eh nix.

    Zu A: Die übliche Argumentationsweise der Feministen, wer nicht glaubt, daß Frauen soo benachteiligt sind, daß sie juristisch gar keine Chance mit Falschbeschuldigungen haben und sowieso moralisch überinteger sind – also nie auch so eine Idee kämen – ist mindestens Maskulist und Frauenhasser.

    Zu B: Jede von Euch, die etwas engagiert ist, hat schon von Fällen gehört, wo so unliebsame Partner entsorgt wurden, ich würde das natürlich nie empfehlen, aber ( wo es denn berechtigt ist ) …. ( Da haben wir’s den doofen Männern aber wieder mal gezeigt, wetten, daß niemand von Rang das inhaltlich bestreiten wird? )

    Der Rest des Textes ist reines Ablenkungsmanöver.
    Kasselmann, Dall &Co sind schon v.dh. als Beispiele ungeeignet, da sich deren Fälle durchgehend öffentlich abgespielt haben und sie die Kohle hatten, z.B. einen Johann Schwenn als Anwalt zu bezahlen.
    Der Durschnittsmann kann das nicht und hat schlechte Karten.

    Auch verschweigt sie, daß die Beweislast selbst im Strafrecht bei Anschuldigungen durch Frauen gegen Männer i.d.R. defakto umgekehrt ist.
    Sogar in die entsprechenden Statistiken gehen Beschuldigte als Täter, Beschuldigerinnen aber als Opfer ein, egal was offiziell aus den Prozessen rauskommt ( siehe auch Wibig-Studie [ Kurzfassung ] , S.24, zu finden auf Susanne Baer’s Website [ Gender Studies ] auf der Seite der Humbug-Uni Berlin )..

    Und den besten Trick lässt sie ganz weg: Nicht strafrechtlich anzeigen.
    Die Falschbeschuldigung ist ja oftmals Mittel für einen ganz anderen Zweck.
    Bspw. vom Ex über Bande Barunterhalt zu erpressen ( ohne das Kinder im Spiel sind, z.B. in Form einer Entschädigung mit monatlicher Ratenzahlung ).
    Oder eben den Vater der Kinder auszugrenzen.

    Oder sich eine Weiße Weste zu verschaffen ( das legendäre Beispiel mit dem Jungen Mädchen, das nach durchfeierter Nach mit Sex, irgendeine gute Ausrede braucht und naheliegend angebl. KO-Tropfen aus dem Ärmel zieht ).

    Der jeweilige Zweck wird oftmals viel besser und sicherer erreicht, wenn der Fall nicht strafrechtlich bearbeitet wird.
    Im Trennungsrecht ist der Trick praktisch Narrensicher und deshalb auch gang und gebe. Es wird von den damit befassten Institutionen oftmals direkt dazu beraten.

    Ohne strafrechtliche Verfolgung gibt es keine Ermittlungen oder Überprüfungen, von was auch immer. Es reicht, wenn der involvierte Richter irgendeine Überzeugung vorschiebt und der Fall ist entschiden, i.d.R. gegen den Beschuldigten, der selbst mit harten Beweisen nix erreicht, da die, nach „Überzeugung“ des Richters, nicht notwendig sind, um zu einer Überzeugung zu kommen.

    Und, da ich einfach mal voraussetze, daß diese üblichen Muster so ziemlich jedem bekannt sind, der sich ein wenig in die Thematik eingelesen hat, vermute ich, daß Message B das größere Gewicht für Stokowski hat.

    Message A ist zu durchsichtig. Sie soll jeden als unglaubwürdig markiert gelten lassen, der der blödsinnigen Argumentation nicht blind folgt, oder sie wohlmöglich hinterfragt.

    • Gute Analyse.

  18. https://de.wikipedia.org/wiki/Chikan

  19. Hattet ihr das schon?

    Es stand Aussage gegen Aussage, sogar die Staatsanwältin forderte einen Freispruch. Doch die Richterin glaubte Nacktmodel Nadine S. (21) mehr als dem Speditionskaufmann.
    Ihre Urteilsbegründung: „Das Kerngeschehen ist durch die Aussagen der Zeugin nachgewiesen.“ Salim und Nadine lernten sich am 27. Dezember 2014 im Münchner „Crowns Club“ kennen. Sie tranken, tanzten, und küssten sich leidenschaftlich.

    http://www.bild.de/regional/muenchen/vergewaltigung/playmate-vergewaltigung-49680292.bild.html

  20. Wenn Falschbeschuldigung tatsächlich funkltionieren würde, wäre das natürlich in doppelter Hinsicht unerfreulich für Feministinnen sein. Erstens müsste man in fällen wie Gina Lisa Lohfink ja vielleicht eine etwas kritischere Täter/opfer-Verteilung vornehmen und zweitens würde das den Rapeculture-Mythos entblössen, denn in einer Gesellschaft in der es eine Rapeculture gibt hätte jemand wie Kachelmann eigentlich gleich eine Quotenträchtige Sendung bekommen müssen. Statt dessen fast ihn alle Sender nicht mehr mit der Zange an. Passt irgendwie nicht in eine Rapeculture.
    Deshalb muss er doch schuldig gewesen sein, und das letzte Urteil in seinem Fall, wo das vermeintliche Opfeer nun offiziell für Schuldig erklärt wurde, kann natürlich nur das Ergebnis einer patriarchalen Unterdrückungsjustiz sein.

  21. Das ist vielleicht das Vorbild Stokowskis:

    “ …. And in a notorious Yale Law Journal article, feminist law professor Wendy Brown wrote about an experience in which, after a wilderness hike, she returned to her car to find it wouldn’t start. A man in an NRA hat spent a couple of hours helping her get it going, but rather than display appreciation for this act of unselfishness, Brown wrote that she was lucky she had friends along, as a guy like that was probably a rapist.“

    Oikophobia on the rise after Trump win: Glenn Reynolds

    http://www.usatoday.com/story/opinion/2017/01/13/donald-trump-class-rural-white-democrats-glenn-reynolds-column/96413412/

    Es geht, wie schon im Titel, um die „Oikophobie“, der irrationalen Angst vor dem Eigenen, bzw speziell vor den eigenen Landsleuten, die in einem neuen rassistischen Anti-Bild vorgestellt werden: „Irrational fear of fellow countrymen is spreading among America’s ruling class.“

    Eins ist klar: in dieser Disziplin dürften die Deutschen Weltmeister sein bzw werden! 😀

    „…. but there’s nothing new about this. I’ve been reading Nancy Isenberg’s White Trash: The 400-Year Untold History of Class in America, and this categorization of lower and working-class whites as (to coin a word) “deplorables” goes way back.“

    Der direkte Vorläufer ist die Eugenik und die frühe progressiven Bewegung vor hundert Jahren, die in den Faschismus führte.

  22. Der neueste Erguss von Stokowski:

    „Bitte nicht mit dem Panzer durch den Wald“

    http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/gesellschaft-und-populismus-bitte-nicht-mit-dem-panzer-durch-den-wald-a-1130352.html

    „In den nächsten vier Jahren werden wir alle im gesellschaftlichen Diskurs viel lernen müssen, ob wir wollen oder nicht. Also nicht von Weitem auf den politischen Gegner zeigen, sondern ganz nah ran.“

    Also mit dem Panzer in den Häuserkampf. Sicherlich sind die US „Inner Cities“ gemeint?

    Nein, die „Progressiven“ emphiehlt sie jetzt mit „einer guten Motorsäge in den Wald zu gehen und jeden Baum einzeln zu betrachten und zu entscheiden, was weg muss.“

    Kann man als Weiterentwicklung und Präzisierung der vorher eingeführten Strategie sehen.

  23. […] Schmidt bei Alles Evolution zum selben […]


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