Verfasst von: Christian - Alles Evolution | 14. Januar 2017

„Dauerhaft ungleich – berufsspezifische Lebenserwerbseinkommen von Frauen und Männern in Deutschland“ (Studie)

Durch einen Tweet des Bundsministeriums für alles außer nichtalte Männer wurde ich auf eine Studie aufmerksam, die interessant ist:

Es handelt sich um diese Studie hier:

Dauerhaft ungleich – berufsspezifische Lebenserwerbseinkommen von Frauen und Männern in Deutschland

Die Studie ist durchaus interessant, ich konnte sie aber gestern nur überfliegen. Vielleicht können wir sie hier in den Kommentaren etwas mehr auswerten.

Sie scheint mir einige klassische Feststellungen zu haben, nämlich, dass Aussetzen und Fehlzeiten den höchsten Anteil haben, aber auch klassische Fehler, wie etwa der Vergleich von Branchen statt konkreter Jobs.

Beispielsweise heißt es:

Inhaltlich zeigt sich, dass Frauen, die während des Erwerbslebens hauptsächlich im Kohlenbergbau, in der Energiebranche oder der Chemischen Industrie tätig sind, die höchsten Lebenserwerbseinkommen erzielen. In der Energiebranche verdienen Frauen 166 % des weiblichen Durchschnittslebenseinkommens, im Gastgewerbe hingegen nur 52 %. Bei den Männern liegt die Energiebranche (143 % des männlichen Durchschnittslebenseinkommens) knapp vor dem Kredit- und Versicherungsgewerbe, Kokerei/Mineralöl und der Chemischen Industrie. Nur 49 % des Durchschnittswertes erzielen Männer hingegen, wenn sie ihre Erwerbskarriere schwerpunktmäßig im Gastgewerbe verbringen. Die lebenserwerbseinkommensstärksten Kombinationen von Hauptberuf und Hauptbranche sind ebenfalls in der Chemischen Industrie zu finden. Für Männer sind dies dort die naturwissenschaftlichen Berufe und für Frauen die Verkaufsberufe.

Frauen in der Chemie sind wahrscheinlich relativ qualifiziert, es studieren ja recht viele Frauen Chemie im Vergleich zu Physik. Im Gastgewerbe hingegen werden viele Frauen kellnern, vielleicht sind viele Männer eher Köche.

Ein interessanter Aspekt ist, dass die öffentliche Verwaltung für Frauen in vielen Berufen eine einkommensmäßig sehr attraktive Branche ist, während dies für Männer eher weniger zutrifft. So verdienen Frauen, die im Hauptberuf Ärztin sind und ihren Beruf überwiegend im öffentlichen Dienst ausüben, das 2,1-Fache des weiblichen durchschnittlichen Lebenserwerbseinkommens, Frauen in Bergbau- und Chemieberufen immerhin noch das 1,47-Fache und Geisteswissenschaftlerinnen das 1,43-Fache. Für Männer hingegen ist die öffentliche Verwaltung am attraktivsten in Elektroberufen (140 % des männlichen Durchschnittseinkommens), in Glas-Keramik- oder Papierberufen (111 %) sowie in sozialpflegerischen Berufen (110 %). Allerdings schneidet die öffentliche Verwaltung (112 % des Durchschnittseinkommens) für Lehrerinnen schlechter ab als die Branchen Erziehung und Unterricht (136 %) sowie das Gesundheits- und Sozialwesen (118 %). Dabei ist zu bedenken, dass die öffentliche Verwaltung nur ein Teil des öffentlichen Dienstes ist und nur knapp 8 % der Lehrerinnen hier schwerpunktmäßig arbeiten, während 71 % (9 %) der Lehrerinnen in der Branche Erziehung und Unterricht (Gesundheits- und Sozialwesen) beschäftigt sind.

Für mich erscheint der Vergleich von Branchen vollkommen sinnlos, wenn man nicht prüft in welcher Funktion die Frau dort arbeitet. Der Bereich „Geisteswissenschaften“ beispielsweise dürfte so viele unterschiedliche Bereiche umfassen, dass man da kaum etwas ermitteln kann.

Markante Unterschiede beim Gesamtniveau und bei der Altersabhängigkeit des ‚Gender Earnings Gap‘ bestehen auch zwischen den Hauptberufen von Männern und Frauen, also den Berufssegmenten, in denen sie über ihre gesamte Erwerbsbiografie die längste Zeit arbeiten. Tabelle 14 gibt hierzu eine Übersicht. Verglichen mit dem (berufsübergreifend aggregierten) ‚Gender Earnings Gap‘ fällt die Lücke in einigen Berufen zu Beginn der Erwerbsbiografie deutlich zugunsten der Frauen aus. So liegt sie in einigen Berufen mit 20 und 25 Jahren im zweistelligen negativen Bereich (vgl. etwa Büro/Verwaltung, Sozialpflege, Medizin).Mit 30 Jahren haben Frauen in Sozialpflege- und Arztberufen noch mehr Einkommen akkumuliert als Männer. Mit 35 Jahren haben Männer aber in ausnahmslos allen Berufssegmenten bereits mehr Einkommen akkumuliert als Frauen. Im Alter 55 liegen die Geschlechterdifferenzen im akkumulierten Erwerbseinkommen in den Berufssegmenten Textil/Leder, Verkauf, Bergbau/Chemie, Lager/Verkehr, Gastronomie, Naturwissenschaften, Sicherheitswahrer/innen und Büro/Verwaltung bei 49-50 % oder höher. Ein vergleichsweise niedriger ‚Gender Earnings Gap‘ von rund 26-36 % findet sich in den Berufssegmenten Sozialpflege, Medizin, Arztberufe, Lehrberufe, Kunst/Sport und Bau-/Ausbauberufe. Beim Vergleich der Berufssegmente fällt auf, dass der Frauenanteil in den Berufen kein Indikator für die Höhe des Gaps zu sein scheint. Sozialpflege und Medizin verzeichnen sehr hohe Frauenanteile unter den Beschäftigten und vergleichsweise geringe Einkommenslücken von 36 % bzw. 31 %, während Gastronomie- und Verkaufsberufe trotz ebenfalls recht hoher Frauenanteile hohe Lücken aufweisen. Auf der anderen Seite sind Sicherheitswahrer/innen und Bau/Ausbau Berufssegmente, die selten von Frauen ausgeübt werden. Ersterer hat jedoch einen hohen, letzterer einen niedrigen ‚Gender Earnings Gap‘.

Also erst verdienen Frauen mehr, dann plötzlich, mit 25 bis 35, aber ändert sich das. Magischerweise also genau dann, wenn die Kinder kommen.

Gehaltsunterschiede Männer Frauen

Gehaltsunterschiede Männer Frauen

Gerade die Minuszahlen finde ich schon interessant. Leider sehe ich keine Erklärung dafür.

Abbildung 22 stellt dar, wie sich der erklärte Teil und der unerklärte Teil der Lücke über den Erwerbsverlauf hinweg entwickeln. Im Alter 20 und 25 Jahre haben die unterschiedlichen Ausstattungen von Frauen und Männern noch einen negativen Effekt auf den Gap, d. h. Frauen haben für das Einkommen vorteilhaftere Ausstattungen als Männer (mit einem dämpfenden Effekt auf die Lohnlücke). Ab Alter 30 wirken sowohl Ausstattungs- als auch Bewertungseffekt zu Lasten von Frauen (die Lohnlücke erhöhend). Dabei liegt der unerklärte Teil der Lücke über die Altersgruppen bei 17-23 %, während der Ausstattungseffekt insbesondere zwischen 25 und 35 Jahren stark ansteigt. Zu beachten ist, dass die Zahl der Beobachtungen für 50- bis 55-Jährige deutlich geringer ist als für Jüngere.

Ich finde es ja auch immer wieder schön, wie ein Nachteil für Männer in einem bestimmten Alter wunder mit „dämpfender Effekt auf die Löhnlücke bezeichnet wird.

Erklärte Werte beim Erwerbsunterschied

Erklärte Werte beim Erwerbsunterschied

Die Abbildung schlüsselt auf, welche Teile der Differenz man erklären kann und welche nicht. 23% sind mit dem dort verwerteten Daten nicht zu erklären. Was nicht bedeutet, dass sie auf Sexismus beruhen. Man hat nur einfach die Daten nicht. Meines Wissens werden Überstunden häufig nicht erfasst, ebenso wenig wie „Wunsch nahe an der Wohnung zu arbeiten“ oder „Schichtdienst zu ungewöhnlichen Zeiten“ oder auch viele Aspekte von „Qualifikation“.

Wie Abbildung 23 verdeutlicht, wird der erklärte Teil der Lücke von der unterschiedlichen Arbeitsmarktpartizipation von Frauen und Männern dominiert. Mit 46,9 (=33,7+13,2) von insgesamt 61,2 Log-Punkten werden rund drei Viertel des erklärten Teils der Lücke durch die höhere (niedrigere) Zahl von Erwerbs (Nichterwerbs-)Jahren bei Männern im Vergleich zu Frauen erklärt. Nichterwerbsjahre fassen Auszeiten, Arbeitslosigkeit und Lückenzeiten zusammen, wobei letztere im Einfluss deutlich dominieren.

Der Erwerbsumfang trägt mit 12,0 log-Punkten mit einem weiteren Fünftel bei. Damit entfallen fast drei Viertel der unbereinigten Lebenserwerbseinkommenslücke (58,9 von insgesamt 84,5 log-Punkten) auf die unterschiedliche Arbeitsmarktteilnahme von Frauen und Männern. Ein Großteil des Unterschieds in den Lebenserwerbseinkommen ergibt sich demnach daraus, dass Frauen weniger Jahre erwerbstätig sind, häufiger in Teilzeit arbeiten und mehr Lücken in ihren Erwerbsbiografien haben. Die Berufssegmente, in denen gearbeitet wurde, führen in der Summe zu einer Senkung des Unterschieds in den Lebenserwerbseinkommen von Männern und Frauen um 5,0 log-Punkte. Unter Berücksichtigung aller anderen Einflüsse auf das Einkommen, etwa aus Erwerbserfahrung, Branche und Qualifikation, arbeiten Frauen demnach häufiger in Berufen mit höherem Lebenserwerbseinkommen, im Vergleich zur Referenz Büround Verwaltungsberufe. Differenziert betrachtet, sind es vor allem die Berufssegmente „Metallerzeugung“, „Bau-/Ausbauberufe“ und „Lager-/Verkehrsberufe“, die eine Reduzierung der Lücke bewirken.15 Demgegenüber bewirken Gastronomieberufe, Verkaufsberufe sowie Sozialpflegeberufe eine Erhöhung des ‚Gender Lifetime Earnings Gap‘. 16 Die übrigen erklärenden Variablen haben nur einen geringen Effekt auf die Lücke. Auch die Branchen, in denen Frauen tätig sind, sowie die formale Qualifikation der Frauen tragen zur Einkommenslücke bei. In aktuellen Untersuchungen ergibt sich in der Regel, dass Frauen im Durchschnitt besser ausgebildet sind als Männer und dieser Faktor damit zu Gunsten der Frauen wirkt. Im Anbetracht der hier untersuchten älteren Jahrgänge ist das Ergebnis jedoch plausibel. In der Datenstichprobe zeigte sich, dass Frauen in ihrer Erwerbsbiografie häufiger keine Berufsausbildung und seltener einen Universitätsabschluss erwerben.

Auch die weiteren 23% werden noch gesondert behandelt:

Die nächste Abbildung 24 richtet den Fokus auf den unerklärten Teil der Lücke (23,3 log-Punkte) und zerlegt diesen in seine einzelnen Einflussfaktoren. In der bereinigten Einkommenslücke verbergen sich Merkmale, die mit den statistischen Daten überhaupt nicht messbar sind („Konstante“) sowie messbare Merkmale, die für Frauen günstiger als für Männer bewertet werden (Bewertungseffekt).

Zunächst einmal zeigt sich, dass der unerklärte Teil von der Konstante dominiert wird. Mit 68,1 log-Punkten ist die Konstante größer als die bereinigte Lücke insgesamt mit 23,3 log-Punkten. Das „Gegengewicht“ zur Konstante bilden eine Reihe von Faktoren, für die Frauen günstigere Bewertungen als Männer erhalten. Zugunsten von Frauen und damit mindernd auf die Einkommenslücke wirkt beispielsweise eine weniger nachteilige Bewertung von Teilzeit (im Vergleich zu Vollzeit) bei Frauen als bei Männern (- 3,9 log-Punkte). Auch wirkt sich ein zusätzliches Jahr an Erwerbserfahrung für Frauen günstiger aus als für Männer (-26,4 log-Punkte). Dies dürfte mit der kürzeren Erwerbsspanne von Frauen zusammenhängen, denn die Lohnwachstumsraten nehmen über die Erwerbsdauer ab, d. h. spätere Jahre erzielen eine geringere Prämie als frühere Jahre. Für Nichterwerbsjahre werden Frauen im Lohn hingegen weniger stark abgestraft als Männer (-11,9 log-Punkte). Innerhalb der Berufe erzielen Frauen im Durchschnitt höhere Löhne als Männer (Bewertungseffekt des Berufs; -1,1 log-Punkte), auch dies mindert die Einkommenslücke. Auch hier zeigen sich jedoch bei detaillierterer Analyse sehr unterschiedliche Effekte für einzelne Berufssegmente. Zudem ist die korrekte Interpretation der Bewertungseffekte komplex, da nicht direkt die Einkommensdifferenz der Geschlechter eine Rolle spielt, sondern der Geschlechterunterschied in der relativen Attraktivität des Berufs im Verhältnis zum Vergleichsberuf (Büro- und Verwaltung). 19 Ferner werden Frauen in ein und derselben Branche im Branchendurchschnitt günstiger bewertet als Männer, entsprechend weiteren -2,9 Log-Punkten. Dasselbe gilt für die Anzahl der Betriebe, in denen die Person bisher gearbeitet hat (-4,3 log-Punkte). Abbildung 25 verdeutlicht die unterschiedliche Bedeutung der Einflussfaktoren im Erwerbsverlauf

Es gibt also eine Konstante, in der Faktoren zusammengefasst sind, die man nicht messen kann. Zudem haben Frauen bestimmte Vorteile, die ebenfalls einen Teil der Lücke erklären, weil dadurch andere Faktoren kleiner erscheinen. Männer nehmen größere Gehaltseinbußen hin, wenn sie aussetzen beispielsweise.

Die Nichterwerbsjahre wirken im Alter 25 zunächst zugunsten der Frauen, vermutlich durch die Unterbrechungen der Männer im Rahmen des Militärdienstes. Mit 30 Jahren tragen die Nichterwerbsjahre jedoch bereits mit 8,7 log-Punkten zum erklärten Teil der Lücke bei, dieser Anteil steigert sich bis 40 Jahre auf 20,5 log-Punkte und geht danach wieder zurück. Ähnlich entwickelt sich der Beitrag der Erwerbsjahre zur Lücke: Auch dieser ist mit 20 und 25 Jahren noch negativ (also zugunsten der Frauen), liegt mit 30 Jahren aber bereits bei 10,2 log-Punkten zu Lasten der Frauen und steigert sich bis 55 Jahre auf 39,1 log-Punkte. Die Erwerbsjahre sind in allen Altersstufen der gewichtigste Einzelfaktor für den erklärten Teil der Lücke. Da die Stellung im Beruf nicht direkt (in einer eigenständigen Variable) gemessen wird, berufliche Aufstiege jedoch eher bei kontinuierlichen als bei unterbrochenen Erwerbskarrieren erfolgen, enthält der gemessene Beitrag der Erwerbsjahre zur Einkommenslücke implizit auch den Beitrag unterschiedlicher Positionierungen von Frauen und Männern in der betrieblichen Hierarchie. Schließlich folgt auch der Erwerbsumfang einem ganz ähnlichen Muster. Teilzeit spielt zu Erwerbsbeginn noch kaum eine Rolle, im Alter von 30 Jahren trägt die häufigere Teilzeit von Frauen im Vergleich zu Männern aber bereits mit 3,3 log-Punkten zum Gap bei. Der „Teilzeit-Beitrag“ zur Einkommenslückesteigert sich sukzessive im weiteren Erwerbsverlauf und erreicht seinen Höhepunkt mit 50 Jahren (13,8 log-Punkte). Dies ist darauf zurückzuführen, dass Frauen in Deutschland auch dann noch zu einem hohen Teil in Teilzeit beschäftigt sind, wenn ihre Kinder schon im Teenageralter sind. Mehr als jede zweite erwerbstätige deutsche Mutter (58,3 %) arbeitet heutzutage noch Teilzeit, wenn das jüngste Kind bereits das Teenageralter erreicht hat (EU-28: 32,1 %; vgl. Eurostat 2015). In der Altersdifferenzierung zeigt sich, dass der ausgeübte Beruf durchgängig mindernd auf die Einkommenslücke wirkt. Vor dem oben geschilderten Hintergrund, dass der Effekt der vertikalen Segregation vermutlich eher über die Erwerbserfahrung läuft, wird der Berufseffekt verständlich. Die vertikale Positionierung differenziert sich zwischen Männern und Frauen erst über die Erwerbsspanne hinweg aus; der Effekt der horizontalen Segregation stellt demgegenüber unterschiedliche Ausstattungen zu Erwerbsbeginn dar und wird im weiteren Verlauf in seinem Effekt durch die unterschiedliche vertikale Positionierung der Geschlechter relativiert. Der Branchen-Effekt trägt durchgängig zur Lücke bei. Schließlich trägt auch die vergleichsweise geringere Qualifikation der Frauen zur Einkommenslücke bei. Dass der Beitrag im Alter 50 höher als davor und danach ausfällt, ist darauf zurückzuführen, dass es sich in dieser Analyse um Altersquerschnitte handelt. Für die im Alter 50 erfassten Personen ist der Bildungsunterschied zwischen den Geschlechtern ausgeprägter als für die jüngeren und älteren Personen.

Also wieder das lange aussetzen und das auch dann, wenn die Kinder schon älter sind. Hier dürften auch viele „mein Mann verdient genug, da muss ich nur Halbtags arbeiten“-Frauen mit hineinspielen.

Bezogen nur auf die Frauen, die überhaupt Kindererziehungsphasen aufweisen, beträgt die Phasenanzahl im Durchschnitt 2,7 und die durchschnittliche Dauer 8,1 Jahre. Die Gesamtdauer der Kindererziehungszeit variiert auch mit der Anzahl der Kinder. Bezogen auf alle Kohorten, beträgt sie für Frauen mit einem Kind 6,0 Jahre, für Frauen mit zwei Kindern 9,3 Jahre und für Frauen mit drei und mehr Kindern 13,7 Jahre. Wie oben genannt, ist die gesamte Kindererziehungszeit von Frauen der jüngsten Kohorte mit 7,0 Jahren nahe beim Kohorten-durchschnittlichen Wert für ein Kind von 6,0 Jahren. Die Kindererziehungszeit wird für die Kohorte 1957-61 nicht nach Kinderzahl ausgewiesen, allerdings ist die Angabe für die Dauer der ersten Kindererziehungsphase vorhanden. Diese beträgt für die Kohorte 1957-61 3,0 Jahre und ist damit deutlich kürzer als der Kohorten-übergreifende Durchschnitt von 4,7 Jahren. Akademikerinnen haben etwas kürzere erste Kindererziehungsphasen, Kohorten-übergreifend liegt der Wert bei 4,5 Jahren.

Im Durchschnitt 8,1 Jahre Aussetzen der wahrscheinlich Teilzeit folgt. Das sind schon ganz erhebliche Werte.

Danach zeigt sich, dass unter Lehrer/innen und in den sozialpflegerischen Berufen Frauen mehr verdienen als Männer und dass in nichtakademischen Medizinberufen sowie in Büroberufen in der öffentlichen Verwaltung die Einkommenslücke quasi nicht vorhanden ist. Ärztinnen erzielen ein um 8,5 % niedrigeres Einkommen als Ärzte. Auch in Büro- und Verwaltungsberufen außerhalb der öffentlichen Verwaltung sind die Lücken mit 13-16 % moderat. Lediglich in der Gastronomie (16-21 %) und im Verkauf zeigen sich höhere Lücken (21-27 %). Damit ist der Geschlechtereffekt als Einkommenslücke zwischen kontinuierlich vollzeiterwerbstätigen Frauen und Männern bis 45 Jahre unter allen frauendominierten Berufen in den Verkaufsberufen am größten. Unter den männlich dominierten Produktionsberufen stechen die Holzberufe mit einer Einkommenslücke der Frauen von 38-40 % hervor. Insgesamt ist in den Männerberufen die Streubreite des Geschlechtereffekts hö- her als in den Frauenberufen. Bei den Büro- und Verkaufsberufen wird einmal mehr deutlich, dass auch die Branche einen Einfluss auf die Höhe des Verdienstnachteils der Frauen ausübt. So ist innerhalb der Verkaufsberufe die Lücke in der Branche Handel/Reparatur von Kfz mit 26,5 % fast 6 Prozentpunkte höher als im Kredit- und Versicherungswesen mit 20,9 %. Für den Einzelhandel hat Voss-Dahm (2011) gezeigt, dass die unterschiedliche Einkommensentwicklung der Geschlechter im Erwerbsverlauf im Zusammenhang mit unterschiedlichen Chancen auf Führungspositionen bzw. deren Wahrnehmung stehen: Männern, die an beruflichen Aufstiegsfortbildungen teilnähmen, würden höhere Statuspositionen (bspw. Marktleiter) nicht nur häufiger angeboten, sie würden von diesen auch häufiger angestrebt. Frauen hingegen setzten die erworbenen berufsfachlichen Kenntnisse eher auf niedrigeren Statuspositionen (beruflich qualifizierte Verkaufsbeschäftigte) um. Die resultierende „Diskrepanz zwischen Lohn und Leistung“ (ebda., S.323) nähmen Frauen oft freiwillig in Kauf; sie zögen diese Situation einer zu erkämpfenden Führungsposition 103 mit unbezahlten Überstunden und noch umfassenderer Verantwortung oftmals vor. Stelleneinsparungen und das Abschmelzen von Hierarchieebenen, wie sie (nicht nur) im Einzelhandel im Rahmen betrieblicher Restrukturierungsprozesse vorgenommen werden, trügen im Ergebnis zu einer Verfestigung der geschlechtsspezifischen sozialen Ungleichheit im Einzelhandel bei (ebda., S. 320-325.).

Der fettgedruckte Satz bestätigt auch etwas, was gerne untergeht: Viele Frauen wollen gar keine Führungsposition oder Beförderung, weil sie mit Wettbewerb, Stress und Überstunden verbunden ist. Sie verzichten darauf zugunsten besserer Arbeitszeiten.

erufsübergreifend ist die Geschlechterlücke im Einkommen unter Hochqualifizierten stärker ausgeprägt als unter Personen mittlerer Bildung. So verdienen akademisch gebildete Frauen 15,1 % weniger als ihre männlichen Pendants, während die Geschlechterlücke unter Personen mittlerer Bildung 12,6 % beträgt. Dieser Bildungsgradient zeigt sich auch innerhalb einzelner Berufssegmente. In den sozialpflegerischen Berufen ist der Einkommensvorteil der Frauen gegenüber Männern unter Akademiker/innen schwä- cher ausgeprägt als unter mittelqualifizierten Personen. In den Büro- und Verwaltungsberufen, die im Handel ausgeübt werden, steht einer Geschlechterlücke unter Akademiker/innen von 16,0 % eine Lücke unter Mittelqualifizierten von 12,7 % gegenüber.

Bei akademisch ausgebildeten Berufen sind eben auch größere Sprünge möglich, wenn man Beförderungen will und sich dafür dem Stress aussetzt, der damit kommt.

Ein zweites Ziel der Simulationen besteht darin, den Einkommensunterschied, der für Frauen mit der Wahl bestimmter Erwerbsverläufe verbunden ist, zu ermitteln. Der Unterbrechungseffekt wird, wie erwähnt, nur für Frauen berechnet, da Männer in unserem Datensatz weit überwiegend den Referenzverlauf (durchgängige Vollzeit) aufweisen. Für Frauen werden im Vergleich zum Referenzverlauf zum einen der SMART-Verlauf mit nur einer geburtsbedingten Unterbrechung, zum anderen der MEDIUM-Verlauf mit zwei Unterbrechungen simuliert und die betreffenden Einkommensunterschiede berechnet (vgl. für Details zu den Verläufen die Eckdaten der Simulation weiter oben). Man beachte, dass beim Unterbrechungseffekt Frauen mit Frauen gleicher Bildung, in demselben Beruf und derselben Branche verglichen werden.

Auch interessant.

Frauen hoher Bildung erleiden berufsübergreifend höhere Unterbrechungskosten als Frauen mittlerer Bildung. Allerdings gilt im Segment der sozialpflegerischen Berufe das Gegenteil, hier sind die Einkommensverluste von Akademikerinnen geringer als von Frauen mittlerer Bildung. In den frauendominierten Dienstleistungsberufen sind die Unterbrechungskosten nicht niedriger als in den männerdominierten gewerblichen Berufen (Ausnahme: Bau/Ausbau), in den Büroberufen liegen sie sogar darüber.

Das spricht schon mal gegen die These, dass man in männerdominierten Berufen sexistischer ist

Daher kann nicht grundsätzlich von geringeren Unterbrechungskosten in frauendominierten Berufen gesprochen werden. In den akademischen Berufen erzielen Ärztinnen weit höhere Einkommenseinbußen als Lehrerinnen

Auch wenig überraschend: Lehrerinnen treffen einfach auf neue Schüler und es gibt quasi keinen neuen Stoff, sie können ihre alten Unterrichtsunterlagen einfach weiter verwenden. Im Ärztebereich hingegen kann sich die Medizin weiter entwickelt haben, Erfahrung kann sich wesentlich mehr auszahlen etc.

Schaut man sich die Unterbrechungsverläufe und hierbei zunächst den SMART-Verlauf näher an, verdienen Ärztinnen hier nach den Naturwissenschaftlerinnen das zweithöchste Gehalt, allerdings sind die Werte für die Naturwissenschaftlerinnen mit Vorsicht zu interpretieren. Im MEDIUM-Verlauf liegen die Ärztinnen nur an vierter Stelle, nach den Natur- und Geisteswissenschaftlerinnen (im Handel) sowie den Künstlerinnen und Sportlerinnen. 33 Ärztinnen verlieren demnach durch Erwerbsunterbrechungen vergleichsweise viel Einkommen. Frauen mittlerer Bildung erzielen im SMART-Verlauf in Büroberufen in der öffentlichen Verwaltung ausnahmslos höhere und in sozialpflegerischen Berufen sowie die den in anderen Branchen ausgeübten Büroberufen zumeist hö- here Einkommen als in den Produktionsberufen. Im MEDIUM-Verlauf werden nur noch in sozialpflegerischen Berufen höhere Einkommen erzielt, die übrigen frauendominierten Berufe schneiden jetzt gegenüber den Produktionsberufen nicht mehr so vorteilhaft ab. Dies zeigt, dass in diesen Berufen der Verzicht auf eine Unterbrechung oder aber eine nur kurze Unterbrechung Voraussetzung für attraktive Einkommen, auch im Vergleich zu vielen männerdominierten Berufen, ist. Mit anderen Worten: Die Lohnattraktivität der frauendominierten Berufe gegenüber den männerdominierten Produktionsberufen besteht vor allem im Referenzverlauf. Unterbrechen die Frauen ihre Erwerbstätigkeit, geht insbesondere bei zwei Unterbrechungen der Lohnvorteil verloren und verwandelt sich stattdessen überwiegend in einen Lohnnachteil

Statt einem Auskunftsgesetz wäre es also wahrscheinlich effektiver, dass Geld in Maßnahmen für einen schnellen Berufseinstieg zu investieren oder dafür anderweitige Anreize zu schaffen.

Der unbereinigte ‚Gender Lifetime Earnings Gap‘ liegt im Durchschnitt, das heißt über die gesamte Einkommensverteilung, bei 49,8 %. Das bedeutet, dass Frauen über ihren Erwerbsverlauf insgesamt durchschnittlich 49,8 % weniger Einkommen ansammeln als Männer. Bei der Betrachtung der Einkommensquantile fällt auf, dass die Lücke am unteren Ende der Lebenseinkommensverteilung am stärksten ausgeprägt ist und danach zurückgeht. Beim 70 %-Quantil wird der Durchschnittswert unterschritten. Der Gap fällt danach weiter auf 34 % beim 95 %- Quantil. Nach Altersstufen differenziert baut sich die Lücke bis zum fünfundvierzigsten Lebensjahr auf, wobei die Dynamik bis 35 Jahre am größten ist. Betrachtet nach Berufen haben Frauen mit 30 Jahren in Sozialpflege- und Arztberufen noch mehr Einkommen akkumuliert als Männer. Mit 35 Jahren haben Männer in ausnahmslos allen Berufssegmenten mehr Einkommen akkumuliert als Frauen. Im Alter von 55 Jahren liegen die Geschlechterdifferenzen im akkumulierten Erwerbseinkommen in den Berufssegmenten Textil/Leder, Verkauf, Bergbau/Chemie, Lager/Verkehr, Gastronomie, Naturwissenschaften, Sicherheitswahrer/innen und Büro/Verwaltung bei 49-50 % oder höher. Ein vergleichsweise niedriger ‚Gender Earnings Gap‘ von rund 26-36 % findet sich in den Berufssegmenten Sozialpflege, Medizin, Arztberufe, Lehrberufe, Kunst/Sport und Bau- /Ausbauberufe. Beim Vergleich der Berufssegmente fällt auf, dass der Frauenanteil im Beruf kein Indikator für die Höhe des Gaps zu sein scheint. Sozialpflege und Medizin haben den höchsten Frauenanteil und eine geringe Lücke, während Gastronomie und Verkauf trotz eines hohen Frauenanteils eine große Lücke aufweisen. Auf der anderen Seite sind Sicherheitswahrer/innen und Bau/Ausbau Berufssegmente, die beide selten von Frauen 115 ausgeübt werden. Ersterer hat jedoch einen hohen, letzterer einen niedrigen ‚Gender Earnings Gap‘. Der unbereinigte ‚Gender Lifetime Earnings Gap‘ lässt sich in einen Teil, der über die unterschiedlichen Merkmale von Männern und Frauen erklärt werden kann (sogenannter „erklärter Teil“), und einen Teil, der auf Unterschiede in der Merkmalsbewertung im Lohn beziehungsweise auf mit den verwendeten Daten gar nicht messbare Merkmale hinweist (sogenannter „unerklärter Teil“ oder bereinigte Lücke), aufspalten. Es zeigt sich, dass etwa drei Viertel der Lücke im Lebenseinkommen zwischen Männern und Frauen erklärt werden können, während ein Viertel unerklärt bleibt. Über den Erwerbsverlauf hinweg entwickeln sich beide Teile unterschiedlich: Im Alter 20 und 25 haben Frauen für das Einkommen vorteilhaftere Ausstattungen als Männer. Ab Alter 30 wirken sowohl Ausstattungs- als auch Bewertungseffekt zu Lasten von Frauen (die Lohnlücke erhöhend). Dabei liegt der unerklärte Teil der Lücke über die Altersgruppen bei 17-23 %, während der Ausstattungseffekt insbesondere zwischen 25 und 35 Jahren stark ansteigt. Eine weitere Differenzierung nach einzelnen Merkmalen offenbart, dass der erklärte Teil der Lücke von der unterschiedlichen Arbeitsmarktpartizipation von Frauen und Männern dominiert wird. Mit 46,9 von insgesamt 61,2 Log-Punkten werden rund drei Viertel des erklärten Teils der Lücke durch die höhere (niedrigere) Zahl von Erwerbs (Nichterwerbs-)Jahren bei Männern im Vergleich zu Frauen erklärt. Der Erwerbsumfang trägt mit 12,0 Log-Punkten mit einem weiteren Fünftel bei. Folglich deckt die unterschiedliche Arbeitsmarktpartizipation der Geschlechter fast den gesamten erklärten Teil der Lücke und damit fast drei Viertel der unbereinigten Lebenserwerbseinkommenslücke ab (58,9 von insgesamt 84,5 Log-Punkten). Ein Großteil des Unterschieds in den Lebenserwerbseinkommen ergibt sich demnach daraus, dass Frauen weniger Jahre erwerbstätig sind, häufiger in Teilzeit arbeiten und mehr Lücken in ihren Erwerbsbiografien haben. Die Berufssegmente, in denen gearbeitet wurde, führen in der Summe zu einer Senkung des Unterschieds in den Lebenserwerbseinkommen von Männern und Frauen um 5,7 Log-Punkte. Unter Berücksichtigung aller anderen Einflüsse auf das Einkommen, etwa aus Erwerbserfahrung, Branche und Qualifikation, arbeiten Frauen demnach häufiger in Berufen mit (aus Männersicht) attraktiveren Lebenserwerbseinkommen, im Vergleich zum Referenzsegment der Büro- und Verwaltungsberufe. Differenziert betrachtet, ist es die geringe Beschäftigungshäufigkeit der Frauen in den moderate Löhne zahlenden Segmenten „Metallerzeugung“, „Bau-/Ausbauberufe“ und „Lager-/Verkehrsberufe“, die reduzierend auf die Lücke wirkt, und die hohe Beschäftigungshäufigkeit der Frauen in den Segmenten Gastronomieberufe, Verkaufsberufe sowie Sozialpflegeberufe, die die Lücke erhöht.

Ich kann mir vorstellen, dass das Ministerium gerade der hohe unbereinigte Gender Lifetime Earning Gap interessiert hat, der ja auch oben in dem Tweet verwertet wird. Damit kann man wunderbar weitere Maßnahmen rechtfertigen. Allerdings betrifft anscheinend keine davon den Umstand, dass Frauen lange aussetzen und dann Teilzeit arbeiten.

Der unerklärte Teil der Lücke wird von der Konstante dominiert. Zugunsten von Frauen und damit mindernd auf die Einkommenslücke wirkt beispielsweise eine weniger nachteilige Bewertung von Teilzeit (im Vergleich zu Vollzeit) bei Frauen als bei Männern (13,0 log-Punkte). Auch wirkt sich ein zusätzliches Jahr an Erwerbserfahrung für Frauen günstiger aus als für Männer. Dies dürfte mit der kürzeren Erwerbsspanne von Frauen zusammenhängen

Es folgen dann die „Implikationen der Studie:

Implikationen der Studie

Für junge Menschen und sonstige Akteure im Feld der Berufsorientierung, aber auch für die Familien- und Gleichstellungspolitik liefern die Ergebnisse dieser Studie einige zentrale Erkenntnisse und Handlungsempfehlungen.

Implikationen für junge Menschen und sonstige Akteure im Feld der Berufsorientierung

  • Junge Menschen sollten sich darüber bewusst sein, dass unterschiedliche Berufe in der Lebensverlaufsperspektive mit unterschiedlichen Einkommen verbunden sind. Frauen mittlerer Bildung, die durchgängig vollzeitbeschäftigt sind, verdienen in Büro- und Verwaltungsberufen und in sozialpflegerischen Berufen Einkommen, die deutlich über den von Frauen erzielten Einkommen in allen männerdominierten Produktionsberufen liegen. Am höchsten ist das Einkommen in den Büroberufen, die in der öffentlichen Verwaltung ausgeübt werden. Dies zeigt, dass für Frauen mittlerer Bildung das Vordringen in sogenannte Männerberufe unter dem Gesichtspunkt des Lebenserwerbseinkommens nicht unbedingt eine lohnende Option ist. Die Einkommen von Personen mit akademischem Abschluss übertreffen i.d.R. diejenigen von Personen mit mittlerer Bildung; Ausnahme sind die sozialpflegerischen Berufe bei beiden Geschlechtern.
  • Zusätzlich spielt in Verkaufs- und Büro-und Verwaltungsberufen die Branche eine entscheidende Rolle. Büroberufe, die in der öffentlichen Verwaltung ausgeübt werden, werden überdurchschnittlich bezahlt. In Verkaufsberufen können Frauen im Versicherungs- und Wohnungswesen beispielsweise höhere Einkommen als im Handel erzielen.
  • Erwerbsunterbrechungen und Teilzeit führen zu erheblichen Einkommenseinbußen. Verglichen mit dem Geschlechtereffekt ist der Unterbrechungseffekt mit noch weit empfindlicheren Einkommenseinbußen verbunden. In frauendominierten Berufen sind die Verluste nur in absoluten Beträgen geringer, weil in diesen Berufen insgesamt eher moderate Einkommen erzielt werden. Gemessen an den anteiligen Lohnverlusten innerhalb der Person sind die Einbußen nicht geringer als in anderen Berufen. Neben der Berufswahl spielt also auch die Gestaltung der Erwerbsbiografie eine entscheidende Rolle für das erzielbare Lebenserwerbseinkommen.
  • In Erwerbsverläufen, die von Teilzeit- und Unterbrechungsphasen gekennzeichnet sind, ist der von Frauen erzielte Einkommensvorteil aus den Büro- und Verwaltungsberufen und den sozialpflegerischen Berufen gegenüber den männerdominierten gewerblichen Berufen nur noch eingeschränkt vorhanden.

Implikationen für Gesellschaft, Wirtschaft, Politik und Verwaltung zur Schließung der Geschlechterlücke im Einkommen

  • Die Akteure der Berufswahl sollten dazu beitragen, den Informationsstand junger Menschen bezüglich der möglichen Einkommensfolgen ihrer Berufswahl zu erhöhen. Hierzu möchte diese Studie einen Beitrag leisten. Zudem wäre eine Strategie, die jungen Frauen stärker das Ergreifen männlich dominierter Berufe nahelegt, nicht unbedingt zielführend: Frauen mittlerer Bildung, die durchgängig vollzeitbeschäftigt sind, verdienen in Büro- und Verwaltungsberufen und in sozialpflegerischen Berufen Einkommen, die deutlich über den von Frauen erzielten Einkommen in allen männerdominierten Produktionsberufen liegen. In sozialpflegerischen Berufen erzielen Frauen sogar höhere Einkommen als Männer; dies gilt hier für beide Bildungssegmente und darüber hinaus auch für Lehrerinnen. Die Verdienstunterschiede kommen u.a. durch unterschiedliche Biografien zustande, doch auch in diskontinuierlichen Erwerbsverläufen können Frauen in den Büro- und sozialpflegerischen Berufen teilweise höhere Einkommen als in gewerblichen Berufen erzielen.
  • In Büro- und Verwaltungsberufen sowie in Verkaufsberufen besteht ein „Branchenrisiko“, nicht nur in Bezug auf die absoluten erreichbaren Einkommen, sondern auch bezüglich der Verdienstlücke zwischen Männern und Frauen.
  • Die starke Konzentration der nichtakademischen Medizinberufe sowie der sozialpflegerischen Berufe auf die Branchen „Gesundheits- und Sozialwesen“ sowie „Erziehung und Unterricht“ sollte außerdem dazu veranlassen, die Ursachen für das vergleichsweise niedrige Gesamtvergütungsniveau in diesen Dienstleistungsbranchen zu prüfen (Stichwort: Arbeitsbewertung).
  • Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf bleibt ein vordringliches Ziel und probates Mittel zur Minderung der Einkommenslücke zwischen den Geschlechtern. Zwar unterbrechen Frauen ihre Beschäftigung im Allgemeinen häufiger und länger in frauendominierten Berufen, was die These stützt, dass Frauen bevorzugt Berufe wählen, in denen Familienpausen leichter möglich sind. Die Unterbrechungskosten sind in frauendominierten Berufen jedoch nicht niedriger als in den männerdominierten gewerblichen Berufen Hochverdienstberufen, in den Büroberufen liegen sie sogar dar- über.
  • Mit Teilzeitphasen gehen beträchtliche Einkommensverluste einher. Teilzeitphasen fallen gerade in die Lebensphase, in der durchgängig vollzeitbeschäftigte Frauen die höchsten Lohnzuwächse erzielen. Daher trägt Teilzeit – neben Erwerbsunterbrechungen – maßgeblich dazu bei, dass sich die Verdienstschere über den Erwerbsverlauf öffnet, und zwar nicht nur gegenüber Männern, sondern auch gegenüber vollzeitbeschäftigten Frauen. Während der Einfluss der Erwerbsunterbrechungen auf die geschlechtsspezifische Lücke im Lebenserwerbseinkommen über die Kohorten abzunehmen scheint, gilt dies nicht für den Faktor Teilzeit. Das Rückkehrrecht zu Vollzeit nach der Familienphase kann daher eine wirksame Maßnahme zur Schließung der Einkommensungleichheit zwischen Männern und Frauen im Erwerbsverlauf sein.
  • Die geringeren Aufstiegsperspektiven von Frauen gegenüber Männern ließen sich in dieser Studie nicht direkt (in Form der beruflichen Stellung) messen. Die in allen 21 Berufssegmenten geringeren Lohnzuwächse von Frauen gegenüber Männern selbst im Referenzverlauf der kontinuierlichen Vollzeitbeschäftigung zeigen aber überdeutlich, wie sehr Frauen Männern gegenüber bei den Aufstiegschancen im Nachteil sind. Zusätzlich zur Notwendigkeit familienpolitischer Maßnahmen, die auf eine hö- here Vereinbarkeit von Familie und Beruf abzielen, zeigt sich gerade unter diesem Aspekt die Notwendigkeit – und Dringlichkeit – gleichstellungspolitischer Maßnahmen auf der betrieblichen und überbetrieblichen Ebene.

Der letzte Satz ist, gerade dann wenn oben in der Studie gesagt wird, dass Frauen sich ganz bewußt gegen den Stress einer höheren Stelle aussprechen, etwas bizarr.

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Responses

  1. „Im Durchschnitt 8,1 Jahre Aussetzen der wahrscheinlich Teilzeit folgt. Das sind schon ganz erhebliche Werte.“

    +

    Frauen arbeiten 23 Prozent weniger als Männer

    Während männliche Angestellte oder Beamte im Jahr 2013 auf eine Wochenarbeitszeit von durchschnittlich 39,6 Stunden kamen, waren es bei Frauen 30,3 Stunden. Das zeigt eine neue Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung.

    In den letzten 20 Jahren ist der Arbeitszeitunterschied sogar gewachsen und beträgt inzwischen 23 Prozent.

    http://www.spiegel.de/karriere/gender-time-gap-frauen-arbeiten-kuerzer-als-maenner-a-1026548.html

    Das Jahr hat ca. 250 Arbeitstage, das sind 50 Arbeitswochen, jede Woche 9,3h weniger. Das sind dann am Ende jedes Jahr 465h oder, bezogen auf 38,6h, ganze 11,7 Woche, 2,5 Monate jedes Jahr die Frauen weniger erwerbstätig sind.Bei ca. (40-8,1=)31,9 Arbeitjahren, die Frauen leisten, sind das dann ca. nochmal 6,6 Jahre weniger, die Frauen durchschnittlich über den gleichen Zeitraum wie Männer mit erwerbsarbeit verbringen.

    14,7/40 = 36% – soviel ihrer Zeit alleine sind Frauen weniger mit Geldverdienen beschäftigt, wenn man von 40 Arbeitsjahren ausgeht.

    • Sehr guter Hinweis!

      „… wenn man von 40 Arbeitsjahren ausgeht.“

      Und wenn man die Auszeiten vieler Frauen hinzurechnet (also eben nur 32 Arbeitsjahre, z. B.), dann wird der gender worktime gap noch gespenstischer …

      • Die habe ich schon abgezogen: 8,1 + 6,6 = 14,7.

        Unten hat breakpoint einen Link gepostet, wo sie auf ähnliche Ergebnisse kommen:

        „dass nach einem Arbeitsleben Männer statistisch auf 38.1 Vollzeitarbeitsjahre, Frauen aber nur auf 23.4 kommen.“

        Differenz: 14,7 Jahre.

        (Na das ist Zufall :-))

  2. Aber warum Männer darunter leiden sollen, wenn die Frauen partout nicht gleich sein wollen steht da nicht..

  3. man, man , man ich haue mal wieder völlig off Topic rein, aber da ich als altmodischer Mensch nur selten am Computer bin muss es sein.
    Der Moderator möge es bei Bedarf in den Selbermachtag verschieben, oder an beliebig andere passende Stelle, wo es konveniert.

    Dieser Artikel ist für mich der „Hammer der Woche“, wo bei er unfreiwillig auch Wahrheiten liefert, aber diese natürlich nicht wirklich aufgreift.

    http://www.nachdenkseiten.de/?p=36604

    • Hm, ich würde gerne fragen, inwiefern der Artikel den „Hammer der Woche“ enthält -ich nehme an im Bezug auf Männerthemen.
      Bitte nicht falsch verstehen, ich meine das nicht süffisant, sondern als ernstgemeinte Frage.
      Denn ich galube zwar, dass die Probleme durch das Einführen von Gendermainstreaming noch schlimmmer wurden und hauptsächlich auf die Armut in den betroffenen Ländern zurückzuführen sind.
      Aber ich glaube auch, dass die Zahlen stimmen und ziemlich furchtbar sind. Diese Masse an Frauenmorden ist ein furchtbaresProblem, das einer Lösung bedarf und ich denke, dass Sie das im Prinzip auch so sehen. Vielleicht könnten Sie für mich, wenn Sie Zeit haben, die unfreiwillige Wahrheit greifbarer herausarbeiten? Ich nehme an, dass Sie sich auf die Einführung Männer benachteiligender Gesetze durch die Regierung Rouseff beziehen?

      • @t_f

        „Vielleicht könnten Sie für mich, wenn Sie Zeit haben, die unfreiwillige Wahrheit greifbarer herausarbeiten? Ich nehme an, dass Sie sich auf die Einführung Männer benachteiligender Gesetze durch die Regierung Rouseff beziehen?“

        Weil mein „feministischer Troll“-Geigerzähler sich gerade kontinuierlich dem roten Bereich nähert, antworte ich darauf mal – zumal der Artikel auf den Nachdenkseiten ungewohnt tendentiös ist.

        So wie ich dr. caligari’s Kommentar einschätze, möchte er darauf hinaus, daß ein Mord als schwerste Straftat, die wir kennen, einer besonderen, emotionalen Zwangslage bedarf. Und wie die aussieht, können wir aus der zwischen 96-98% schwankenden Aufklärungsrate durch die Gerichte auch ableiten: Weil die moralische Tötungshemmung zwischen Menschen so groß ist, kann sie – ähnlich wie bei Vergewaltigung – nur dann überwunden werden, wenn große Emotionen im Spiel sind: enttäuschte Liebe, Verzweiflung über entzogene Kinder, Wut über Intimitätsverletzungen durch Seitensprünge oder ähnliches. Die Folge ist, daß die Polizei ganz genau weiß, wo sie zu suchen hat – im emotionalen Umfeld des Täters, i.e. Partner, Familie, engste Freunde, Sexualpartner.

        Es ist also WEDER SO – wie die feministische Liga das gerne kolportiert – daß Männer, die ihre Ehefrauen umbringen, einen besonderen Verrat begehen, insofern sie Dank der eingeräumten Stellung doch zur Ergebenheit verpflichtet wären, NOCH SO daß solche Männer eine besondere Gleichgültigkeit an den Tag legen würden bzw. es an moralisch gesollter Wertschätzung Frauen gegenüber vermissen lassen würden.

        Ganz im Gegenteil – gerade weil eine besondere emotionale Bindung oder Wertschätzung vorlag, kann ihre Verletzung durch das Verhalten der Frauen gegenüber den Männern zu sicherlich verurteilenswerten Straftaten führen. Feministen ist in der Regel nicht klar, daß Straftaten – je schwerer, desto öfter – Konfliktstraftaten sind, die ohne so einen Konflikt nicht entstehen. Das liegt daran, daß Feministen ein Problem haben, sich vorzustellen, daß Männer Gefühle haben und aus Gründen handeln – anstatt wahllos ihr moralfreies Gewaltpotential ihrer ungeschlachten Primitivität überlassen.

        Wenn man mal soweit nachgedacht hat, dann fällt einem auch auf, inwiefern der Artikel tendentiös ist. Alle beschriebenen Fälle folgenden dem Muster:

        „Alle eineinhalb Stunden wird in Brasilien eine Frau von ihrem Ehemann, Freund oder verlassenen Liebhaber ermordet.“

        Das sind Fälle einer besonderen emotionalen Bindung der Männer an die Frauen. Alle anderen Fälle gehen in abstrakten Zahlen auf, ohne daß man etwas über das Zustandekommen dieser Zahlen erfährt – was aber offenbar wesentlich wäre. Damit wird der Eindruck erweckt, daß die meisten Frauen „einfach nur mal so umgebracht werden würden“ – was aber in allen konkret geschilderten Fällen falsch ist.

        Doch das ist nicht alles:

        Berichtet wird über Brasilien und allgemein über den latainamerikalischen Raum. Wir wissen, daß die traditionelle Männlichkeit dort viel verbreiteter ist und danach sind Frauen wertvoller als Männer, weshalb sie dort viel eher als in Europa das Recht haben, sich allen anstrengenden oder primitiven oder unangenehmen oder gewalthaltigen oder schmutzigen oder gefährlichen Aspekten des Lebens zu entziehen und dafür ihre Männer vorzuschicken. Denn die sind ja weniger wert und für die beschissenen Seiten des Lebens gerade gut genug. Genau das drückt sich in dem Maria da Penha-Gesetz aus: Eine Frau umzubringen, ist was Schlimmeres als einen Mann umzubringen – obwohl beide Menschen sind.

        by the way: In Deutschland haben wir sowas Ähnliches, wo die gewaltsame Penetration eine höhere Strafe nach sich zieht, als die durch Gewalt erzwungene Penetration bei sich selbst. Und nun rate mal, wer davon profitiert: Z.B. Frauen, die einen Mann mit Schlägen dazu bringen, sie zu penetrieren.

        Nun ist es nicht weiter verwunderlich, daß Menschen, die fortwährend gedemütigt werden, irgendwann ausrasten. Entsprechend können wir erwarten, daß die durch traditionelle Männlichkeit unter Druck stehenden Männer in Lateinamerika, viel eher schwerere Straftaten an ihren Peinigern begehen, als hier in Europa, wo die Lage viel komplexer ist.

        Und ich denke, genau das hat dr. caligari gemeint.

        Ich setze das mal in einem zweiten Kommentar fort.

      • @t_f

        Die Erklärungsversuche des Artikels sind in meinen Augen besonders interessant, denn er versucht gezielt, Männer zu dämonisieren:

        Angeblich besteht das Paradox darin, daß es den Männern besser geht, sie aber dennoch blitzartig mehr Morde begehen. Das suggeriert, daß diese Männer keinen Grund dafür haben. Doch wenn man annimmt, daß sie wie normale Menschen auch, Gefühle haben, dann ist die Lage einfach: Die Frauen in Lateinameerika sind ja nicht blöd und haben auch gemerkt, daß sie durch die Strafdrohung des Maria da Penha-Gesetz besser geschützt werden. Was werden sie also tun – unter der Anname, daß es sich um normale Menschen und keine Engel handelt, denen alles Böse fremd ist? Vor allem: Wie können wir die Blitzartigkeit des Anstieg erklären?

        Offenbar haben die Frauen in Konfliktsituationen mit Männern, in denen sie sich sonst mit verletzenden Worten und Taten zurückhalten, weil sie fürchten, Männer könnten gewalttätig werden, noch mal richtig eskaliert in der Annahme, die Männer würde Dank des neuen Gesetzes vor Gewalt stärker zurückschrecken. Nur das erklärt die Blitzartigkeit. Wir erklären die Morde also mit einem Anstieg der eskalierenden Konfliktsituationen, an denen die Frauen nicht unbeteiligt sind.

        Der Artikel versucht es natürlich anders:

        Polizeiversagen – was aber nicht sein kann, daß Morder durch Konflikte entstehen und nicht EINFACH IMMER da sind, und nur durch die Anwesendheit der Polizei verhindert werden.

        Dann wird behauptet, daß eine negatives Frauenbild was mit rechtgerichteten, politischen Ansichten zu tun hätte: Alle Frauenhasser sind Nazis – wie dumm muß man sein, um sowas zu behaupten?

        Dann wird natürlich das gute alte Machotum vom männlichen Autor des Beitrags beschworen – was für eine Überraschung.

        Und noch dämlicher: „Selbst die vergleichsweise bescheidenen Fortschritte der Frauen wurden als Bedrohung empfunden, diesmal vor allem in den ärmeren Schichten.“. Mal ehrlich – wenn es dem Nachbarn besser geht, muß er dann um sein Leben fürchten, weil die anderen Nachbarn ihn als Bedrohung bei der Verteilung sehen? Wenn es so wäre, warum sehen wir dann nicht systematische Ausrottung der politischen und wirtschaftlichen Eliten – und zwar weltweit?

        Die Pointe ist, daß in dem Artikel überhaupt nicht gefragt wird, WIE GENAU denn die angeblichen Faktoren die Erhöhung der Mordrate beeinflussen. Stattdessen wird einfach so mal aufgezählt, was man in dem Zusammenhang schon öfter mal gehört hat: Polizei=doof, arm=kriminell und Männer sind Schweine.

        Aha.

        Was wirklich in dem Artikel passiert, ist, ein Deutungsmuster – nämlich dieses hier –

        “Selbstverständlich” werden die Frauen zu niedrigeren Löhnen als die Männer genötigt. Doch die Erwerbstätigkeit außer Haus, die finanzielle Unabhängigkeit, ja die leiseste Andeutung selbstständigen Handels der Frauen stürzte die patriarchalische Rollen-Missdeutung in die Krise. Und es tobt die Gewalt.

        auf einen Sachverhalt zu stülpen, den zu untersuchen oder über den nachzudenken, der Autor nicht den mindesten Anlaß sieht.

        Stattdessen lernen Männerbewegte an dem Artikel etwas sehr Wichtiges: Einige Männer gehören zu den schlimmsten Feinden der Männer – und bisher können wir uns das nicht erklären.

      • @ Elmar & Alex:

        Vielen Dank für Eure Rückmeldungen!

      • Was ich nicht so ganz verstehe: Welchen Sinn macht es, die Mordrate in Brasilien mit der Mordrate in Syrien zu vergleichen? Weil in Syrien Bürgerkrieg herrscht. Verstehe ich immer noch nicht. Welchen Sinn macht es, die Mordrate in einem Land ohne Bürgerkrieg mit der Mordrate in einem Land mit Bürgerkrieg zu vergleichen?

        Im verlinkten Artikel heißt es: „Gewalt gegen Frauen ist ein globales Problem“. Wie wahr. Gewalt gegen Männer ist auch ein globales Problem. So what?

        Übrigens: wurde im Artikel die Mordrate an Männern in Brasilien mitgeteilt und thematisiert? Findet sich dort vielleicht auch ein „rasanter Anstieg“?

        Davon abgesehen hat Elmar oben schon wichtige Punkte zu diesem „Hammer der Woche“ ausgeführt.

        • @JS

          „Welchen Sinn macht es, die Mordrate in einem Land ohne Bürgerkrieg mit der Mordrate in einem Land mit Bürgerkrieg zu vergleichen?“

          Das ist doch klar: Das Leben eines Mannes im Krieg ist bequem und angenehm gegen das Leben einer Frau im Frieden – scheinbar.

        • „Welchen Sinn macht es, die Mordrate in Brasilien mit der Mordrate in Syrien zu vergleichen?“

          Wenn zwei Sachen verglichen werden, dann ist bei einer unehrlichen Argumentation (ganz offenbar wie dieser von Jens Berger) davon auszugehen, dass das eine überdramatisiert oder das andere runtergespielt werden soll.

          Hier ist es ganz deutlich, dass Berger „Syrien“ dazu benutzt, um sein „Femizid“-Narrativ anzufeuern. Wir alle wissen doch, dass es in Syrien ultra grausam zugeht. Und die Verhältnisse in Brasilien seien (noch) schlimmer….

          „Syrien“ wird als dramaturgisches Mittel eingesetzt.

          „Übrigens: wurde im Artikel die Mordrate an Männern in Brasilien mitgeteilt und thematisiert? Findet sich dort vielleicht auch ein „rasanter Anstieg“?“

          Das würde ja das „Femizid“-Narrativ in Frage stellen, deshalb fällt das, was Männer betrifft, unter den Tisch. Sonst müsste man ja die Zustände in Brasilien als von allgemeiner Gesetzlosigkeit und Brutalität bedingt darstellen.

          Ich schätze mal oben genanntes Gesetz ist so ein Katalysator für die allgemeine Ungerechtigkeit. Es stiftet sozialen Unfrieden und hetzt die Leute, bzw die Geschlechter gegeneinander auf. In Indien scheint es btw ähnlich abzulaufen. Eine „Teile und Herrsche-Ideologie“, im Westen ersonnen und jetzt besonders in der „dritten Welt“ angewendet ….. Jens Berger und seine Nachdenkseiten rechtfertigen und befördern das, indem sie streng parteiisch sich auf eine Seite stellen und fordern dann mehr von der mutmasslichen Ursache, die den Zustand über den sie sich beklagen zumindest mitbefeuert hat …..

    • betr: „Nachdenkseiten“-Aufsatz

      „Brasilien – Alle eineinhalb Stunden ein Frauenmord“

      Allererster Eindruck:
      Da ist bestimmt wieder der weisse alte Mann Europas für verantwortlich, wegen Kolonialismus und so…..

      Der allerste Satz:

      „Die Zahl der in Brasilien getöteten Frauen ist elfmal so hoch wie im vom Krieg zerrütteten Syrien.“

      Aha, der Geschlechterkrieg in Brasilien ist also schlimmer als alles, was in Syrien passiert. „Genderzid“ – ich hör dir tappsen.

      “ ….. Das Gemetzel war kein Produkt eines Amoklaufs, sondern ein von langer Hand vorbereitetes und schriftlich angekündigtes Attentat.“

      Das ist ja schlimmer als alles, was im Nahen Osten, insbesondere „Palästina“ passiert, wie uns der Autor weismachen will…..

      „…. alles nur wegen eines feministischen Systems und irren Weibern”.“

      Was sind schon nahöstliche Jihadis von IS, PLO, Hamas und Co. gegen diese „rechtsradikale Szene“ in Brasilien, die einen „Feminizid“ betreiben würde ….. (ha, ich hab´s gleich kapiert, nach dem ersten Satz, worauf Jens Berger (der Autor) hinsteuert)

      Aber dann hebt es richtig ab: Der „Femizid“ soll eine systematische Politik Brasiliens sein:

      „Regierungen und Justiz bagatellisierten und ermutigten die massenhafte Hinrichtung von Frauen …..“

      und

      „Mit Blick auf Brasilien ist Massenhinrichtung von Frauen kein übertriebenes Wort, ebenso trifft die juristische und politische Mitverantwortung des Staates zu. Die Lage der Frauen, insbesondere armer Afro-Brasilianerinnen, erlaubt gar die Analogie mit einem Kriegszustand.“

      Späztestens jetzt kann man die grundlegende Unehrlichkeit des Artikels sehen. Systematische „Massenhinrichtung“, staatlich gesteuert und gutgeheissen ist sicherlich viel schlimmer als jeder „Kriegszustand“ bzw eine der allerschlimmsten „Kriegszustände“ überhaupt. Dass der Autor so abgeschwächt von „erlaubt gar die Analogie mit einem Kriegszustand“ spricht enthüllt, dass er sein Narrativ selbst nicht ernst nimmt.

      @dr caligari

      „Dieser Artikel ist für mich der „Hammer der Woche““

      Echt ein Hammer, stimmt.

      Ich fürchte so jemand wie dieser Jens Berger wird demnächst für Spiegel, Zeit, SZ uä schreiben, das ist genau die Linie, an die der Artikel versucht mit seinem Radikalismus anzuknüpfen.

    • Aus dem Artikel

      „Im ersten Jahrzehnt des neuen Millenniums wurden 45.000 Frauen und Mädchen umgebracht.“

      Kurzes Googeln führt auf folgenden Artikel „Statistik zu Morden weltweit
      Der unbemerkte Gewaltexzess“, http://www.taz.de/!5272882/
      der folgenden Satz enthält:

      „Mit über 56.000 Mordopfern starben 2014 allein in Brasilien mehr Zivilisten durch Gewalt als in den Krisengebieten Afghanistan, Irak, Syrien und der Ukraine zusammen,“

      Mehr Männer in einem Jahr als Frauen in einem Jahrzehnt (nicht ganz der gleiche Zeitraum).

      Soweit ich sehe gibt es in Brasilien (und anderen Lateinamerikanischen
      Ländern) ein extremes Gewaltproblem.

      Einen Krieg gegen Frauen sehe ich aber nicht.

  4. Der Betrachtungszeitraum der Studie dürfte deutlich in die Zeit hineinreichen, als die Wehrpflicht noch praktiziert wurde. Damit sind Männer später mit Ausbildung/Studium fertig geworden und später ins Erwerbsleben gestartet. Das könnte den Mehrverdienst der Frauen bis zum Alter von etwa 35 Jahren erklären. Falls diese Vermutung stimmt, dürfte dieser Effekt heute kaum noch sichtbar sein.

    • Ja. In der Studie gibt es eine Grafik, in der die Lebensjahrspezifischen Einkommen dargestellt werden. Dort sieht man den Effekt, daß Frauen in der Berufsanfangsphase mehr verdienen.

  5. Ich finde das wirklich interessant, dass das FAMILIENministerium Einkommen immer nur bei EINZELindividuen vergleicht.

    Die größten Gehaltsvorsprünge haben Männer zum Ende ihres Erwerbslebens. Also genau dann, wenn sie i.d.R. FAMILIE „unterhalten“. Als ob es da Einzelkommen gäbe!

    Und noch was, die Tiefflieger aus dem Ministerium quatschen immer von „Lohngerechtigkeit“. Warum ist es ungerecht, wenn jemand der mehr Berufserfahrung akkumuliert nicht auch mehr verdient als derjenige, der eben weniger Arbeitszeit leistet? Ich finde das sehr gerecht!

    Ich verstehe es nicht. Und noch was:

    Ich möchte einmal eine Statistik sehen, die jeweils das oberste Quartil der höchsten Einkommen bei Männern und Frauen abschneidet. Was passiert wohl, wenn man die „elitären“ Ausreißer Winterkorns nicht berücksichtigt, sondern tatsächlich mal die Mittelstands und Unterschicht Männer und Frauen vergleicht.

    Wie viele schlecht verdienende Männer macht wohl ein Winterkorn mit 16 Millionen Euro Einkommen unsichtbar??? 10.000? 15.000???

    Absurd!

    • Drei sehr wichtige Punkte!

  6. Dazu passt auch gut diese Tabelle:
    http://www.vdi-nachrichten.com/mediaviewer/show/487519/487606
    Sie besagt, dass nach einem Arbeitsleben Männer statistisch auf 38.1 Vollzeitarbeitsjahre, Frauen aber nur auf 23.4 kommen.

  7. Diese Studie hat keine Beschreibung der Fragestellung, die beantwortet werden soll. Daher sind die dort dargelegten Schlußfolgerungen beliebig.

  8. „Studie“? Propagandamachwerk.

    Man muss sich das mal klarmachen: da betreibt ein Ministerium dieses unseren Staates primitivste SPD-Polit-Propaganda und schürt Sozialneid von vermeintlich zu schlecht weggekommenen Frauen, denen vom Staat aus wiederum eine statte Gehaltserhöhung versprochen wird (wenn sie die entsprechende Partei, SPD, wählt).

    Hier hat verantwortungslose und lügnerische Parteipolitik den Staat als Geisel genommen. Der wird einmal schlecht gemacht und quasi erpresst, weil er ja für einen ganz erheblichen Missstand verantwortlich sei, nebenbei wird das Prinzip der Gleichberechtigung, ein wichtiger staatlicher Grundsatz, über Bord gekippt und soll dann benutzt werden, um Ungerechtigkeit im grossen Stil und systematisch durchzusetzen — nämlich verschiedene Bezahlung *nach Geschlecht*. Denn, wenn dieser „Gap“ ausgeglichen werden soll, müssen Frauen mehr verdienen als Männer, für die an sich gleiche Arbeit.

    Zum Glück darf man erwarten, dass diese Plattheiten nur von dummen und etwas im Denken benachteiligten Menschen geglaubt werden und sich der politische Erfolg daher in negativer Weise niederschlagen wird.
    Wer das Märchen vom Gender Pay Gap glaubt, den kann man schliesslich auch noch ganz anders über den Tisch ziehen und anschmieren. Die SPD verachtet und verspottet jegliche Intelligenz ihrer Klientel mit dieser Art von Politik. Macht nur weiter so, mit Eurer Selbstdemontage, Mädels & Jungs!

  9. Die Textmasse hat mich erschlagen. Das sind weit mehr als 140 Zeichen!!! Aufkreisch! Ich hab nicht so viel Zeit heute und lese deshalb Tolstois Krieg und Frieden.

  10. Eigentlich eine schöne Studie. Nur fragts sich, ob die Anwendung von Verfahren zur Analyse der Einkommensunterschied „in Analogie“ so richtig ist. Ich befürchte nicht, da Verweildauerdaten, wie hier – verweildauern im Berufsleben, besonderheiten haben, z.B. sind sie meist mit einem „Gedächtnis“ versehen, was dazu führt, daß sie im Querschnitt (wie die Studie das dann durchführt) zu „spurious regressions“ führen. Schade, daß die propagandistische Verwendung der Studie, die Diskussion der Studie ruinieren wird, da eine entsprechende kritische Untersuchung sicher nicht durch das Ministerium gefördert wird.

  11. Vermutlich wird die aktuell robuste deutsche Wirtschaft noch das eine oder andere überflüssige Gleichstellungsgesetz verkraften. Schwesig denkt schon laut über die Wahlperiode hinaus. Ärgerlich aber ist, dass diese Politik mit jedem neuen Gesetz den Gedanken fördert, gleichberechtigte wirtschaftliche Teilhabe von Frauen sei im Deutschland des 21. Jahrhunderts eine staatliche Aufgabe. Frauen haben längst alle Möglichkeiten, mit Männern beruflich und finanziell gleichzuziehen, wenn sie das anstreben. Das Bildungssystem legt ihnen keine Steine in den Weg, es mangelt nicht an subventionierten Betreuungsplätzen, und kaum ein Land zwingt Unternehmen so weitreichende Mutterschutz- und Teilzeitansprüche auf. Ihre Möglichkeiten müssen die Frauen aber selbst nutzen. (…) Frauen haben mühsam gelernt, sich nicht auf die starke Schulter der Männer zu verlassen, sie sollten sich nun nicht an der staatlichen ausruhen.

    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/die-bundesregierung-und-das-ideal-der-gleichstellung-14631583.html

    Wollen Frauen das denn überhaupt?

    • Haha, das findet die FAZ also „ärgerlich“:

      „Ärgerlich aber ist, dass diese Politik mit jedem neuen Gesetz den Gedanken fördert, gleichberechtigte wirtschaftliche Teilhabe von Frauen sei im Deutschland des 21. Jahrhunderts eine staatliche Aufgabe.“

      Das ist nicht „ärgerlich“, sondern schlicht demagogisch.

      „Der Wirtschaft unterstellt die Ministerin mit dem Gesetz in großem Umfang direkte oder mittelbare Diskriminierung.“

      Genau das. Das ist nicht nur „ärgerlich“, sondern infam.

      „Vermutlich wird die aktuell robuste deutsche Wirtschaft noch das eine oder andere überflüssige Gleichstellungsgesetz verkraften.“

      Jaja, aber wenn eine Rezession kommt, werden diese „Gesetze“ oder das Gerücht um diese als Brandbeschleuniger sozialer Unzufriedenheit wirken und die soziale Kohesion zersetzen helfen.

      Deshalb ist es auch vollkommen egal, was da am Ende für ein Gesetz rauskommt und ob dies überhaupt geschehen wird. Allein das Gerücht darum, welches eine willfährige Medienlandschaft betreibt, wird die stille Anspruchshaltung eines Teils der Bevölkerung und ihr Ressentiment nähren und dies viel besser als ein völlig überflüssiges Gesetz.

      Prognose: wird in der Schwebe gehalten, fake news um das Gesetz sind viel erwünschter als das Gesetz selbst.

  12. Prima Analyse (kursorisch) im Hauptbeitrag oben. Danke!

  13. Kann mal ein Twitterer fragen was das Alles-außer-Männer-Ministerium denkt, wieviele Frauen denn weniger bezahlt werden wie Männer? Also Jede Frau, jede Zweite, Dritte?

  14. „Junge Menschen sollten sich darüber bewusst sein, dass unterschiedliche Berufe in der Lebensverlaufsperspektive mit unterschiedlichen Einkommen verbunden sind. Frauen mittlerer Bildung, die durchgängig vollzeitbeschäftigt sind, verdienen in Büro- und Verwaltungsberufen und in sozialpflegerischen Berufen Einkommen, die deutlich über den von Frauen erzielten Einkommen in allen männerdominierten Produktionsberufen liegen. Am höchsten ist das Einkommen in den Büroberufen, die in der öffentlichen Verwaltung ausgeübt werden. Dies zeigt, dass für Frauen mittlerer Bildung das Vordringen in sogenannte Männerberufe unter dem Gesichtspunkt des Lebenserwerbseinkommens nicht unbedingt eine lohnende Option ist. “

    1. Satz: Unterschiedliche Berufe => unterschiedliches Einkommen
    Tatsächlich, stimmt. Eine löbliche Studie

    2. Satz: Frauen mittlerer Bildung, die durchgängig vollzeitbeschäftigt sind, verdienen in Büro- und Verwaltungsberufen und in sozialpflegerischen Berufen Einkommen, die deutlich über den von Frauen erzielten Einkommen in allen männerdominierten Produktionsberufen liegen.
    Gruppe X1 verdient relativ mehr in JobTyp A als Gruppe X2 in JobTypB
    Ja und?

    3. Satz: Am höchsten ist das Einkommen in den Büroberufen, die in der öffentlichen Verwaltung ausgeübt werden
    Für wen? Gruppe X1, Menschen?

    4. Satz:
    Dies zeigt, dass für Frauen mittlerer Bildung das Vordringen in sogenannte Männerberufe unter dem Gesichtspunkt des Lebenserwerbseinkommens nicht unbedingt eine lohnende Option ist.
    Handlungsempfehlung Wähle JobTypA

    Sehr schön, das heißt in 20Jahren wird es mehr Nutten geben, weil Frauen möglicherweise dumm genug sind solchen Empfehlungen zu folgen, und sonst kein angemessenes Einkommen generiert werden wird.

    Wat für ne miese Charakter die Autoren haben müssen..

    • „Frauen mittlerer Bildung, die durchgängig vollzeitbeschäftigt sind, verdienen in Büro- und Verwaltungsberufen und in sozialpflegerischen Berufen Einkommen, die deutlich über den von Frauen erzielten Einkommen in allen männerdominierten Produktionsberufen liegen. Am höchsten ist das Einkommen in den Büroberufen, die in der öffentlichen Verwaltung ausgeübt werden. Dies zeigt, dass für Frauen mittlerer Bildung das Vordringen in sogenannte Männerberufe unter dem Gesichtspunkt des Lebenserwerbseinkommens nicht unbedingt eine lohnende Option ist. “

      Ja, aber Frauen haben ja noch die Wahl in schlechter bezahlte Berufe zu gehen. Das muss natürlich verhindert werden… im Namen der Emanzipation.

  15. Absurd, diese Zahlenspiele. Da möchte ich gar nicht erst Energie reinstecken.

    Es ist schlicht erstaunlich, wie sehr die meisten Frauen an beruflicher Ambition verlieren, sobald sie sich in ihrem Beruf halbwegs etabliert haben – und vor allem dann mit einem Schlag, wenn das erste Kind kommt.

    Beobachte ich auch gerade bei meiner Frau, die bis dahin wesentlich ehrgeiziger war als ich.
    Ich kann aus dem Stand 10-20 Gründe für den Gender Pay Gap benennen (ausschließlich vermeintlicher „Diskriminierung“), der gewichtigste ist aber wohl die unterschiedliche Prioritätensetzung und Work/Life-Balance.

    • „…. wie sehr die meisten Frauen an beruflicher Ambition verlieren, …, wenn das erste Kind kommt.“

      Zur Prioritätensetzung bzw. Work/Life-Balance empfehle ich jedem, der mit Hard-core Feministinnen diskutieren muß, eine Testfrage (die ich noch kürzlich mit Erfolg benutzt habe) bzw. ein gedankliches Experiment:

      Stell Dir vor, Du gewinnst 10 Mio im Lotto. Was machst Du jetzt?

      „Work“ im Sinne von Erwerbsarbeit ist auf einmal sinnlos und überflüssig, man schwimmt im Geld und hat genug für den Rest des Lebens.
      Ebenfalls sinnlos wird die klassische feministische Realitätswahrnehmung, daß das Wichtigste im Leben der Machtkampf gegen die Männer ist.

      Die Antworten auf diese Frage (z.B. 5 glückliche kleine Kinder haben) sind oft so, daß man gar keine 10 Mio dafür braucht, man könnte es auch so machen.

      Genausogut hätte man fragen können: „Der Begriff ‚das gute Leben‘ ist ein Grundthema der Philosophie. Wie definierst Du ihn für Dich?“, allerdings ist das zu abstrakt.

      Ich bin überzeugt, daß die meisten Frauen, die an beruflicher Ambition verlieren, sich diese Frage gestellt und eine passende Antwort gefunden haben.

  16. Gleich ist also mehr. Denn Geschlechterkrieg ist Frieden, und männliche Freiheit ist Sklaverei, und sowieso sind manche eben gleicher als andere. Wurde nicht darüber nachgedacht, ein Ministerium für Wahrheit zu gründen? Ein Ministerium für Liebe sollte da auch nicht fern sein.

    • „Wurde nicht darüber nachgedacht, ein Ministerium für Wahrheit zu gründen?“

      Aber sicher, das wird gerade angedacht. Soll sich mit „fake news“ und korrektive „Narrative“ befassen.

      „Ein Ministerium für Liebe sollte da auch nicht fern sein.“

      Sehr guter Vorschlag für eine Umbenennung des BMFSFJ, welches eine viel zu wenig inklusiven Titel trägt, find ich.

  17. Das wichtigste über diese Studie steht auf S.3:

    „Studie im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ)

    Glinkastraße 24 10117 Berlin“

    Bzw. besser gesagt im Auftrag des Bundesministeriums für Fake-Statistiken und Feministische Justiz.

    Weiter auf S. 11:

    „Damit werden für die Politikberatung, insbesondere die laufenden Arbeiten am Entgelttransparenzgesetz, Ungleichheitsmaße aus der Lebensverlaufsperspektive bereitgestellt, die über die Informationen des ‚Gender Pay Gap‘ weit hinausgehen.“

    Damit ist klar, was der Auftraggeber erwartet, nämlich Munition für die Durchsetzung der lex Schwesig (a.k.a. Entgeltgleichheitsgesetz).

    Diese Publikation wird als „Policy Paper“ bezeichnet. Laut http://www.hwwi.org/publications/publications.html sind Policy Papers eine „internen Publikationsreihe, in denen Politik und Wirtschaft praxisorientierte Entscheidungsgrundlagen finden“. Im Unterschied zu HWWI Research Papieren steht also nichts Neues darin, sondern es wird vor allem Altbekanntes zum 100. Mal dargestellt. Diesen Eindruck hat man auch, wenn man das Inhaltsverzeichnis ansieht.

    Auf den BMFSFJ-Seite https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/service/publikationen/dauerhaft-ungleich/113476 wird das ganze übrigens – Überraschung! – als „Wissenschaftliche Studie – Erhebung Dauerhaft ungleich“ angekündigt.

    Solche ellenlangen vom BMFSFJ bezahlten Publikationen halte ich für einer Zermürbungstaktik: Kein Mensch hat Zeit und Lust, diese 158 Seiten, in denen nicht viel neues steht, zu lesen. Schwesig kann aber triumphierend behaupten, ihr Gesetz hätte eine wissenschaftliche Begründung und sei alternativlos.

    Um die Qualität dieser Publikation einzuschätzen, reicht eigentlich ein Blick auf die eigene Ankündigung des HWWI: http://www.hwwi.org/publikationen/policy-report/publikationen-einzelansicht/dauerhaft-ungleich-berufsspezifische-lebenserwerbseinkommen-von-frauen-und-maennern-in-deutschland.html?no_cache=1

    „Der Gender Pay Gap liegt derzeit für Deutschland bei 21 %.“

    Als Einstieg gleich klassische feministische Propaganda und Arbeiten mit doppeldeutigen Begriffen.

    „… die Geschlechterlücke mit 49,8 % mehr als doppelt so hoch, wenn auf Lebenserwerbseinkommen fokussiert wird. Wir berechnen den Gender Lifetime Earnings Gap als Analogon zum Gender Pay Gap“

    Das sind altbekannte Trivialitäten. Den Begriff „Lohn“ („pay“) im GPG bezieht man üblicherweise auf den Bruttostundenlohn. Wenn man „Lohn“ stattdessen als den Wochen- oder Monatsbruttolohn versteht, wird das GPG sofort ca. 20 % größer, weil Männer ca. 20% länger arbeiten. Bezogen auf die Lebensarbeitszeit dürfte der Unterschied noch einen bißchen größer sein.

    Wie gesagt, das alles ist den den letzten 10 Jahren 100e Male durchdiskutiert worden, u.a. daß Bruttolöhne sowieso nicht geeignet sind, soziale Benachteiligungen zu identifizieren.

    • Material für das Ministerium für Wahrheit.


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