Verfasst von: Christian - Alles Evolution | 6. Januar 2017

Radikaler Feminismus, den man nicht unterstützen kann

 

Der Artikel von Penny Laurie war hier bereits Thema in den Kommentaren. Es ist einer dieser typischen Artikel, bei denen man merkt wie radikal der Feminismus ist und wie sich immer wieder wundert, dass so etwas so selbstverständlich abgedruckt wird.

Beispielsweise werden erst einmal alle, die gegen Flüchtlinge sind in einen Topf geworfen und das ganze dann zum Wettstreits des Patriarchats ausgerufen:

So viel sie auch jeden Tag davon reden, wie sehr doch westliche – sie meinen weiße – Frauen durch die ethnisch und religiös andersartigen Einwanderer bedroht seien, so sehr geht es ihnen doch gleichzeitig darum, diese Frauen ihrer sexuellen und reproduktiven Selbstbestimmung zu berauben. Muslimen und Einwanderern muss es verwehrt bleiben, westliche Frauen zu missbrauchen, aber die Kehrseite davon ist, dass westliche Männer das straffrei tun dürfen: Es ist ein Wettstreit verschiedener Stile patriarchaler Gewalt.

Als ob westliche Männer straffrei vergewaltigen könnten und als ob Männer allgemein dies wollten. Das jemand will, dass generell Frauen nicht vergewaltigt werden ist in diesem Feminismus wohl unvorstellbar. Nein, es wird unterstellt, dass man selbst vergewaltigen will und Frauen auf diese Weise unterdrücken will. Wie  man damit Frauen unterdrückt bleibt zwar unklar, aber das ist wohl auch egal. Denn wenn es allgemeine Angst wäre, dann würde wohl eher der Feminismus mit seiner Übertreibung der Vergewaltigungszahlen und seinem Betonen, dass wir in einer Rape Culture leben, die Angst schüren.

Und auch Sätze wie:

Ein Gutes an Hillary Clintons Niederlage ist, dass wir vielleicht endlich die Vorstellung vergessen können, dass ein vertrockneter, liberaler Feminismus, der sich auf die Sorgen wohlhabender weißer Frauen im Westen konzentriert, jemals ausreichen könnte.

Wenn die Niederlage Clintons (neben ihrem bedenklichen Gesundheitszustand, ihrer Entrücktheit vom Volk und ihrer Verbundenheit zur Wallstreet und ihrer Bestechlichkeit) etwas gezeigt hat, dann wohl eher, dass sehr viele genau diesen intersektionalen Feminismus satt haben und von ihm genervt sind.

Und auch ihr Bild der Bedrohung ist hochinteressant:

Deswegen sind die heutigen Faschisten so besessen vom Feminismus als einer zersetzenden Macht. Sie nennen ihn eine Krebszelle, und das Bild passt schon, denn wenn er einmal im Herzen ist, wird er sich weiterfressen, wird die Person, den Haushalt, die Familie, die Stadt, die Welt verändern. Wenn das Krebs ist, will ich keine Heilung.

Es gibt überall Milliarden von Frauen, die nicht einfach zuschauen werden, wie die von unseren Vormüttern hart erkämpften Fortschritte von lächerlichen korrupten Fanatikern und kleinen Tyrannen kaputtgemacht werden, aus welchem Glauben heraus oder in welchem Land auch immer. Jeder Faschist weiß, dass Freiheit eine Bedrohung sein kann, aber die Frauen und Mädchen von heute sind damit groß geworden. Wer von ihnen erwartet, sie im Namen eines Nationalstolzes wieder aufzugeben, hat einen heftigeren Kampf vor sich, als er sich vorstellen kann.

Ich denke die allermeisten Frauen empfinden diese Gefährungslage nicht. Sie sehen weder Wahlrecht noch sonstige Rechte tatsächlich in Gefahr und Rechte wie die Abtreibung sind zumindest in Deutschland gar nicht in der Diskussion. Dass der Feminismus selbst über das Ziel hinaus schießt und deswegen zurecht als störend angesehen wird, weil er radikalen Hass predigt ist dort unvorstellbar.

Interessant sind aber auch die Kommentare unter dem Artikel:

Nix für ungut, aber wie soll man denn „Feministinnen“ nennen, die (alle) Männer zur Not in Camps stecken wollen? Auch wenn das sicherlich nicht ganz ernst gemeint ist, ist es nicht gerade abwegig, diese Personen als Feminazis zu bezeichnen. Ich meine, so aus der Luft gegriffen ist der Zusammenhang ja nicht, oder?

Zu was bitte soll eine solche Argumentation führen, wenn nicht zu einer Spaltung der Gesellschaft? Kann man mit einer solchen Aussage wirklich eine ernsthafte Debatte führen?

Wie soll ich als Mann, solange ich nur einen Funken Selbstwertgefühl habe, solche Feministinnen unterstützen? Wie kann ich eine Gruppe von Feministinnen unterstützen, die als Symbol der Frauenbefreiung abgeschnittene Hodensäcke präsentieren? Natürlich schlägt solchen Personen der geballte Hass des Internets entgegen.

Es ist ja bekannt, dass der Internetmob nicht gerade gut darin ist, zwischen verschiedenen, äußerlich ähnlichen Positionen zu unterscheiden. Also sollte man sich als Feminist doch mal klar gegen einen solchen Bullshit positionieren.

Aber nein, was macht eine Laurie Penny stattdessen? Steckt alle jungen Männer, die sich weder für abgeschnittene Hodensäcke noch für Konzentrationslager für Männer begeistern können, in eine Schublade und bezeichnet sie als sich radikalisierende Rechte.

Herzlichen Glückwunsch. Damit hat Frau Penny ihrer Sache einen Bärendienst erwiesen.

Und:

Wenn es einen Aspekt gibt, in dem der Feminismus in der Tat versagt hat, dann ist es seine sture (teils sicher auch selbstüberhöhende) Weigerung, das weibliche Geschlecht insgesamt aus der Rolle des ewigen Opfers zu entlassen. Auch dieser Artikel scheint wieder davon auszugehen, dass Männer in Bezug auf Frauen nur die Alternativen „die Frau gehört mir“ und „die Frau gehört einem Anderen“ kennen. Dass Frauen sich heute schon ausreichend selbst behaupten können, um weder als das eine noch noch das andere wahrgenommen zu werden, scheint Frau Penny nicht einmal in Erwägung zu ziehen.

Und vor dem Besitzanspruch der Männer schützen soll die armen Frauen dann „der Feminismus“. Es ist immerhin begrüßenswert, dass nicht ausschließlich nach Papa Staat gerufen wird. Aber die Institutionalisierung von Selbstbewusstsein ist und bleibt leider effektiv dessen Verhinderung: Ein Frau ist nicht stark, weil sie sich zum Feminismus bekennt, sondern weil sie zu ihrem Bekenntnis steht – EGAL welchem. Das kann auch lauten „Ich bin Hausfrau und Mutter und interessiere mich nicht sonderlich für Politik.“.

So gesehen ist ein weiterer Kardinalfehler des Feminismus, dass er sich die patriarchale Vorstellung zueigen gemacht hat, Macht sei die einzige Einheit, in der persönliche Stärke gemessen werden könnte.

Sowie:

Das es für Laurie Penny immer nur Gründe für mehr und radikaleren Feminismus gibt ist keine Überraschung. Den gemäßigten Feminismus, von dem sich wirklich eine signifikante Zahl an Frauen vertreten fühlen kann gibt es kaum mehr. Der Name der Bewegung verkommt mit fortschreitender Radikalisierung immer mehr zu einem Wortwitz.

Menschen wie Laurie Penny schaden dem Bild des Feminismus massiv. Wenn man diesen kritisiert wird von Seiten der Verfechter gerne mit der Wörterbuchdefinition von Feminismus geantwortet. Gegen diese Definition hätte man vermutlich selbst in der CSU nicht viel einzuwenden. Leider hat der real existierende Feminismus mit der Wörterbuchdefinition fast nichts mehr zu tun.

Feministinnin kämpfen nicht mehr für Gleichberechtigung. Feminismus ist heute der Kampf für die Übervorteilung bestimmter Gruppen und diese Gruppen sind nicht einmal mehr zwangsläufig weiblich.
In Köln konnte man sehr gut sehen wie Feministinnin sich mehr um das Ansehen von Asylbewerbern scheren als um Frauen die sexuell belästigt wurden. Ein besonders ekeliges Beispiel von einer ehemaligen taz Autorin: http://www.spiegel.d…-a-1070905.html

Von dieser Form des Feminisms fühlt sich in meinem Umfeld kaum eine Frau vetreten. Die sind alle für Frauenrecht und profitieren von Frauenrechten aber auf die Frage ob sie sich selber als Feministin betrachten ist die Antwort fast immer: Nein!
Der moderne Feminismus wird als schlechte Vertretung des eigenen Geschlechts verstanden. Keine dieser Frauen möchte den Eindruck erwecken sie hätte etwas mit einer Bewegung zu tun die Menschen vorschreiben möchte was sie denken, schreiben und sagen dürfen. Und da hat Laurie Penny schon recht. Der Kampf verläuft zwischen Menschen die für universelle Freiheiten eintreten und den Anderen. Sie hat aufgrund es Pfahles im eigenen Auge nur noch nicht realisiert das Sie mit ihrer Bewegung zu den anderen gehört.

 

 


Responses

  1. Feminismus ist Krebs. Eine alles zersetzende Geisteskrankheit.

    • Ich versuche mich nicht dauernd zu wiederholen, aber diese Frau und viele Anhänger ähnlicher „Philosophien“ haben doch eindeutig ein Rad ab.

      Die Menschheit hat immer wieder den Worten notorischer Psychos Glauben geschenkt und sich ihrer Doktrin unterworfen, aber bei diesen Menschen ist doch alles so vollkommen sinnentlehrt, dass jede Beschäftigung mit den Wahnvorstellungen ein Zuviel an Aufmerksamkeit ist und regelrecht schmerzt „a pain in the ass“ nennen das die Amis.

      Nein Adrian nicht nicht das was Du denkst 😉

      https://www.dict.cc/?s=pain+in+the+ass

      • „…haben doch eindeutig ein Rad ab.“
        definitiv ja, mindestens eins.

        Am meisten erstaunt mich immer die völlige Kultur- und Geschichtsblindheit.
        Die interessanten vielfältigen Versuche der Menschheit irgendwie mit dem biologischen Erbe der Hypergamie klar zu kommen, nichts anders ist ja im Grunde jede Kultur oder Religion, existieren für sie nicht.

        Es gibt nur böse patriarchale Männer und arme unterdrückte Frauen.
        Für so was braucht man kein Gehirn, da reichen ein paar Einzeller im Kopp völlig aus.

        • Die interessanten vielfältigen Versuche der Menschheit irgendwie mit dem biologischen Erbe der Hypergamie klar zu kommen, nichts anders ist ja im Grunde jede Kultur oder Religion, existieren für sie nicht.

          Doch, die existieren für sie. Genau das nennen sie „Patriarchat“. Natürlich will Hypergamie nicht reguliert werden und glaubt selbst das Gute zu sein.

  2. „Institutionalisierung von Selbstbewusstsein“

    Das ist gut! Feministinnen schreiben immer davon, dass Männer Angst haben, verunsichert sind, sich vor starken emazipierten Frauen fürchten, aber sobald jemand sagt das Frauen dies und das nicht so gut können, heißt es dann damit werden Rollenbilder betoniert und das hält Frauen dann davon ab in dem Bereich aktiv zu werden. Deswegen muss allen klar gemacht werden das Frauen das begabte Geschlecht sind usw. Go Grrrrl

  3. Die Rechte der Frauen in Deutschland sind langfristig tatsächlich gefährdet. Nur eben nicht durch den weißen „Mann“. Mal sehen ob dies die Mehrheit der Frauen irgendwann noch versteht.

  4. Sich inhaltlich mit dem Text auseinanderzusetzen, ist in etwa genau so ergiebig, wie einen Pudding an die Wand nageln, weil schlussendlich über alles und nix geredet wird. Viel aufschlussreicher wäre eigentlich der Sprachduktus. Der erinnert mich nun wieder stark an einen Populismus und hier insbesondere auch an einen Rechtspopulismus, obwohl es wahrscheinlich unter Linkspopulismus eingeordnet werden muss. Aber: manichäisch dualistisches Weltbild: Hier das Licht und die Guten und dort die Finsternis und das Böse! Also klare Freund-Feinbilder, ein eher moralisierender, emotionalisierender und auf Empörungsbewirtschaftung ausgerichteter Text, der nicht analysieren und erklären will, sondern Stimmung machen. Ein bisschen Jammerei und Gezeter und auf der anderen Seite ein bisschen Robin Hood und Jeanne d’Arc spielen.

    Laurie Penny hat offenbar publizistisch ihr Betätigungsfeld gefunden, in dem sie genug Geld machen kann und genügend Publicity bekommt, sodass wir in den nächsten 20 bis 30 Jahren immer das selbe Gejammer und Gekeife hören werden: Witzig finde ich vor allem, wenn sie sagt, wie ungeheuer gefährlich es sei, heute Feministin zu sein. Ja, ja: wenn man mit einem solchen Pamphlet quasi in sämtliche Leitmedien kommen kann, dann weiß man ja, wie ungeheuer gefährlich das ist. 🙂

    • „Witzig finde ich vor allem, wenn sie sagt, wie ungeheuer gefährlich es sei, heute Feministin zu sein. Ja, ja: wenn man mit einem solchen Pamphlet quasi in sämtliche Leitmedien kommen kann, dann weiß man ja, wie ungeheuer gefährlich das ist.“

      Stell dir mal jemanden vor, der überall Mikroaggressionen gegen sich sieht. Und dann bekommt der ausdrückliche Kritik. Durch WORTE. The struggle is real!

      • http://www.zeit.de/zeit-wissen/2012/06/Sprache-Worte-Wahrnehmung/seite-2

        Der Linguist George Lakoff ist überzeugt: »Metaphern können töten.«

        So fängt halt alles an, auch der Holocaust. Und das was die Frauen heute durch den weissen Mann erdulden müssen, ist das nicht in Wirklichkeit ein moderner Holocaust. Denk mal darüber nach!!!

        • Hey, immer noch am Nachdenken?

        • Ich sehe, du KANNST die Frauen nicht verstehen, du PUA-terrorist!!! 😉

        • Dummheit kann auch töten, hat sie auch schon … 🙂

  5. Wenn Feministinnen jetzt weiße Flaggen hissen und den Kampf aufgeben würden, wäre ich auch irgendwie enttäuscht. Das wäre ja langweilig.

    • Das werden sie nicht, viele Feministinnen leben vom Feminismus.

      Alle Gleichstellungsbeauftragte, Gender Studies „Wissenschaftlerinnen“ und solche Typen brauchen den Feminismus als Geldquelle.

  6. Völliger Realitätsverlust. Typisch für Faschos

  7. „Deswegen sind die heutigen Faschisten so besessen vom Feminismus als einer zersetzenden Macht. Sie nennen ihn eine Krebszelle (…)“ FeminismIsCancer kommt ja meines Wissens von Milo, und hier wird dann deutlich, wen Penny überhaupt mit „Faschisten“ meint: Es sind einfach die Leute, die Trump unterstützen. Nun finde ich den Ich-räume-hier-mit-diesem-ganzen-korrupten-System-auf-Gestus von Trump auch faschistoid, finde die Panik aber auch eindeutig übertrieben, dass die USA hier wirklich in den Faschismus kippen könnten.

    Penny spielt ein unseriöses Spiel mit Wörtern, das heute für viele feministische Stellungnahmen so typisch ist: Sie wendet sich gegen etwas, was alle vernünftigen Menschen ablehnen (Faschismus, Vergewaltigungen, Menschenrechtsverletzungen) – und bezieht das dann völlig beliebig auf ihre politischen Gegner.

    „Muslimen und Einwanderern muss es verwehrt bleiben, westliche Frauen zu missbrauchen, aber die Kehrseite davon ist, dass westliche Männer das straffrei tun dürfen“ Was schert mich die Realität, wenn ich mir meine Meinung schon so schön zurechtgelegt habe? „Westliche Männer“ kritisieren brutale muslimische Geschlechterbilder nur, damit ihnen Muslime nicht beim Vergewaltigen in die Quere kommen: Die Unterstellung hat nichts mit Realitäten zu tun, sondern erfüllt lediglich die Funktion, die eigenen Ressentiments ungestört erhalten zu können.

    Wer die westliche Kultur rundweg als eine „Rape Culture“ hinstellt, hat eben ein Problem damit, wenn die massenhaften sexuellen Übergriffe auf Frauen in der Silvesternacht 2015 als erheblicher Bruch einer gewohnten Ordnung und zudem, von Frauen UND Männern, als Skandal und Verbrechen wahrgenommen werden.

    Dieselbe Funktion erfüllten ja auch die haltlosen Vergleiche mit dem Oktoberfest durch Anna-Mareike Krause, Anne Wizorek und andere. Ganz dieselbe Unterstellung wie Penny in der taz hatte auch schon Stokowski zu Beginn des letzten Jahres im Spiegel lanciert. Es zeigt einfach nur: Diese Generation von Feministinnen hat keinen Funken Interesse, sich mit sozialen und politischen Realitäten auseinanderzusetzen, sondern ist ganz darauf fixiert, die eigenen Ressentiments zu schützen. Ganz gleich, was auch immer passiert.

    „Neofaschismus ist im Kern ein Männlichkeitskult“ Eher ein Kult sehr klarer Zuordnungen zu Geschlechtern. Die Verherrlichung des opferbereiten soldatischen Mannes ergibt nur dann einen Sinn, wenn jederzeit klar ist, WOFÜR dieses Opfer gebracht wird: Für das Volk nämlich, das seinerseits im Kern durch die MUTTER repräsentiert wird.

    Faschismus ist im Kern mindestens so sehr ein Mutterkult, wie er ein Männlichkeitskult ist. Daher gibt es denn ja auch deutliche Übergänge zwischen Feminismus und Faschismus, in Deutschland zum Beispiel von der bürgerlichen Frauenbewegung zum Nationalsozialismus. Der Mutterkult von bundesdeutschen Feministinnen wie Anita Heiliger wiederum befindet sich deutlich in der Tradition nationalsozialistischer Mutteridealisierungen.

    (Dazu: https://man-tau.com/2016/12/07/die-unmodernen-wurzeln-einer-modernen-geschlechterpolitik/ )

    Das heißt nun natürlich nicht, dass alle Feministinnen Nazis sind – aber dass Pennys Gegenüberstellung Faschismus vs. Feminismus haltlos ist.

    Wenn zudem andere Feministinnen darauf beharren, dass so tief unseriöse, ressentimentgeladene Positionen wie die Pennys nicht repräsentativ für DEN Feminismus sind – dann müssen sie sich halt stärker und kritischer damit auseinandersetzen, als sie es tun. Immerhin publiziert Penny in der taz, Stokowski im Spiegel, und Wizorek wird von Familienministerium protegiert. Das sind keine Randfiguren – im Gegenteil: Randfiguren sind im heutigen Feminismus die paar wenigen Feministinnen, die sich mit einem solchen Mist ab und zu auch mal kritisch beschäftigen.

    • meines Wissens von Milo, und hier wird dann deutlich, wen Penny überhaupt mit „Faschisten“ meint: Es sind einfach die Leute, die Trump unterstützen.

      Nur sehr wenige wollten Trump. Die Mehrheit wollte letztendlich Clinton nicht. Sie verkörpert alles was an der modernen Linken für die Menschen unerträglich geworden ist: Doppelzüngigkeit, Lügen für die gute Sache, Profitgier, Oberlehrergehabe, Rechthaberei, Arroganz, Extremfeminismus und pure reine unfiltrierte Dummheit usw…

  8. Massenmedial publizierter „Feminismus“ hat ein Merkmal: Es ist folgenloses Maulheldentum.

    Auch bei diesem Penny-Text wird letztlich nur die Emo-Schiene der Leser*_innenschaft bedient und am Ende das Opfer-Narrativ gekonnt reproduziert.

    Köstlich der Schluss des Artikels: Es reicht schon, wenn frau schweigend mit dem Herzen Feminista ist, um an der großen Schlacht von Harmagedon zwischen dem Bösen (Mann) und dem Guten (Frau) teilzuhaben. Wenn das mal kein Schnäppchen ist…

    Das praktische an dem dargestellten Weltbild: Die Kritik der Leserschaft ist einkalkuliert und verstärkt den Text sogar noch. Stichwort: Frauenfeindlichkeit bei männlicher Kritik und internalisierte Frauenfeindlichkeit bei weiblicher Kritik.

    Was wirklich bitter für die Pennys dieser Welt wäre: Wenn man sie komplett ignorieren würde.

    Aber das schaffe ich ja nicht mal selber, dafür ist der Unterhaltungswert viel zu hoch 😄

    • Es ist folgenloses Maulheldentum

      Schaut euch mal um, die wahren Machos sind heute allesamt Frauen.

  9. Die Kommentare zu Pennys Artikel sind um Klassen besser und intelligenter, als ihr Artikel selbst.

    Manchmal frage ich mich, ob manche Medien solche radikalen und spätestens auf den zweiten Blick deutlich erkennbar dummen und ideologischen Artikel nicht sogar absichtlich bringen.

    Auch Empörung sorgt ja für Klickzahlen und die Abonnementen die noch nicht abgesprungen sind, sind offenbar ohnehin vollkommen schmerzfrei (vielleicht finden die schlechteren Artikel oft auch gar nicht aufs Papier, wer vergleicht das schon?).

    Das ist zwar ein Tod auf Raten, denn damit ruiniert ein Presseunternehmen natürlich seinen eigenen Ruf, aber vielleicht sehen die gar keine andere Wahl mehr?

    Mir ist das vor längerer Zeit schonmal bei Telepolis aufgefallen, da wechseln ganz gute sachliche Artikel mit krude ideologischen und extrem einseitigen Artikeln (etwa von Konics oder Nowak) ab. Teilweise in Überlänge und derart neben der Spur, dass man nur noch abwinkt und nichtmal mehr Lust hat(te), dagegen anzukommentieren.

    Also entweder die schwimmen in ihrem eigenen Saft (nennen wir es besser Drecksbrühe) und merken gar nichts mehr (den Eindruck äußert Danisch ja öfter über Journalisten) oder das ist Absicht (zumindest von den planenden Chefredaktionen, die entsprechend dumme und extreme Schreiberlinge einstellen).

    • Manchmal frage ich mich, ob manche Medien solche radikalen und spätestens auf den zweiten Blick deutlich erkennbar dummen und ideologischen Artikel nicht sogar absichtlich bringen.

      Keine normale Frau hat mehr Lust für eine veraltete Ideologie im Rampenlicht zu stehen. Da die Medien aber jemanden brauchen als Aufhänger nehmen sie was übrig bleibt.

    • Also in D gehe ich davon aus, dass Merkel dafür sorgen wird, dass eine Art GEZ auch für die Mainstream-Printmedien kommen wird. Möglicherweise vielleicht nicht direkt, sondern versteckter über geschaltete Werbung durch die Öffentlich-Rechtlichen bzw. Bundesministerien oder sonstige beauftragte Medienkampagnen. Wer weiß, was da jetzt schon für Gelder fließen, was dann auch erklären könnte, warum die Mainstreammedien so auf Regierungslinie sind. Merkel traue ich da inzwischen alles zu.

  10. Als bis dato stiller Leser moechte ich mich zuerst einmal bei Christian fuer das hervorragende Blog bedanken; und bei (naja gut, fast) allen Kommentatoren fuer ihre Beitraege und Diskussionen (immer interessant zu lesen).

    Eine gute Momentaufnahme / Einblick in Laurie Penny gibt dieses 4 Jahre alte Video hier (falls noch nicht bekannt):

    Der gute Mr.Starkey schenkt ihr ordentlich ein. Und ihre Reaktion ist … interessant. Man beachte auch die Zwischenrufe aus dem Publikum („you started it! You called him a racist!“) an Ms.Penny am Ende des Videos. Schoen, auch mal etwas Gegenwind zu hoeren.

  11. Es ist immer wieder erstaundlich für mich wie solche Leute den Begriff Freiheit verwenden. Denn was sie eigentlich meinen ist mehr oder weniger das Gegenteil. Es ist die beschränkte Vorstellung, dass Menschen die sich in der gleichen Situation befinden, wenn sie „aufgeklärt“ sind die gleichen Ansichten vertreten. Nur sogar noch etwas absurder, denn man geht davon aus alleine Geschlecht oder Hautfarbe würden bereits dafür genügen. Darum haben es denke ich die Demokraten auch mit Hillary versucht. Man ging davon aus praktisch alle Frauen würden sie wählen und ein ausreichend großer Teil der Männer würde sich denen schon anschließen. Selbst aus ihrer Niederlage haben viele nichts gerlernt. Freiheit bedeutet für sie zu dem Schluss zu kommen, dass Feminismus die einzige Wahl ist. Paradoxer geht es kaum.

    Sehe da auch eine gewisse Verbindung zu etwas was der Merowinger in den Matrixfilmen gesagt hat, nämlich Entscheidungen sein nur eine Illusion zwischen denen mit und denen ohne Macht. Die gleiche Einstellung scheinen viele Feministen zu teilen. Die einfache Idee dahinter: Sobald man genug Macht hat, muss man sich nicht entscheiden, denn man kann beides/alles haben. Das sieht man oft in Bezug auf Karriere und Familie, welche sich nicht behindern sollen, obwohl zwangsläufig die meisten in einem Bereich „erfolgreicher“ sind, wenn sie einen Bereich zugunsten von den anderen vernachlässigen.

  12. Die Lauries, Wietzoreks und Sarkeesians, die leider die Gesichter des modernen Feminismus bilden, während vernünftige Vertreterinnen verschwiegen oder sogar unterdrückt werden, sind Kriegsgewinnlerinnen des Geschlechterkampfes und werden folglich den Teufel tun, irgendwie den Frieden zu fördern.
    Was haben sie schon an Inspiration, Analyse und Witz zu bieten? Wenn sie nicht laut klagen können, wie schlimm THE MAN ist, haben sie nichts zu sagen. Verschwörungstheorien wie die von der westlichen Rape Culture zu schüren, schützt sie vor dem Gang zum Arbeitsamt. Da sind sie nicht anders, als andere Populisten, die selbst nichts zu bieten haben, aber sich als Anführer aufspielen können, weil sie so entschieden gegen irgendwas sind – dabei aber nur von diesem Feind leben.
    Dazu schieben sie dem Feind halt alles in die Schuhe, dessen sie irgendwie habhaft werden können. Und das Schwarzweiß-Lagedenken haben ihre Anhänger inzwischen so absolut verinnerlicht, dass es mittlerweile gar nicht mehr nötig ist, auch nur den Anschein von Logik oder Nachweisbarkeit zu führen. Da wird (ach so lustig ironisch) nach dem Ende des Männerwahlrechts gerufen, weil rechte Parteien mehr männliche als weibliche Wähler haben… aber über das Geschlecht von Frauke Petry oder Beatrix von Storch stolpert niemand.

    Nach wie vor mag ich aber die Hoffnung nicht aufgeben, dass die ganze, lautstarke Luftblase platzt, die derzeit der Vulgarfeminismus in die Medien bläst. Denn mögen da auch nur die Schreihälse Gehör finden, glaube auch ich nicht, dass der extreme Sexismus (ob nun von Jezebel oder Return of Kings) die Mehrheit bildet. Die Medien sägen vielleicht an ihrem Stuhl, wenn sie nur diese Extremisten fördern und an den realen Menschen vorbei publizieren.

    • Seit wann so populistisch? Kriegsgewinnler, arbeitsscheu, vulgär, extrem, …

      • „Arbeitsscheu“ habe ich so nicht gesagt und würde ich auch nicht als Beschimpfung verwenden. Arbeit ist nun einmal eine Notwendigkeit und keine moralische Pflicht. 😉
        Einseitige, nicht recherchierte und gern mal sexistische Artikel zu schreiben ist zudem ja auch eine Arbeit. Sicher angenehmer als viele andere, aber ich bin ja auch nicht beim Straßenbau. Meine Kritik gilt da nur dem Sexismus und Lagerdenken, nicht dem Job an sich.

        „Vulgärfeminismus“ (vielleicht nicht optimal) verwende ich, weil ich noch immer auf der Suche nach einem präzisen Ausruck bin, da ich ja bekanntlich auch an das Gute im Feminismus glaube und diese Guten nicht mit den Bösen zusammen abwatschen will.

  13. Habe gerade nochmal nachgeschaut. Vergewaltigung ist in Deutschland strafbar. Auch für Weiße.

    Ist das eigentlich schön FakeNews was die TAZ verbreitet?

  14. Kai Diekmann hat offenbar #HeForShe

    missverstanden, wie die Beschwerde wg. sex. Belästigung einer seiner Mitarbeiterinnen nahelegt:

    http://www.tagesspiegel.de/medien/strafanzeige-wegen-sexuellen-uebergriffs-vorwuerfe-gegen-kai-diekmann/19219890.html

  15. […] Lucas Schoppe schrieb: […]

  16. […] DMJ schreibt etwas, was hier auch schon häufiger in den Kommentaren diskutiert wurde, aber glaube ich noch nicht Gegenstand eines eigenen Artikels war: […]


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