Verfasst von: Christian - Alles Evolution | 5. Januar 2017

Hinweis: Umfrage zu Pornographie

Mich erreicht eine Mitteilung eines Lesers:

Hallo Christian,
das hier ist vielleicht interessant für Dich:

Quarks&Co. machen für März eine Sendung zum Thema „Porno“ und im Vorfeld führen sie eine Umfrage zum Porno-Konsum durch.

http://applications.devbureau.de/Porno/

Die Ergebnisse lassen sich parallel hier schon einsehen:
http://applications.devbureau.de/Porno/auswertung.php

Lustig fand ich die Differenz in der Fremd-Sicht und Selbst-Sicht bei den Fragen:

„Beeinflusst Pornografiekonsum das Frauenbild in der Gesellschaft?“

Mehrheit (56%): Ja, negativ

Beeinflussen Pornos Ihr Frauenbild?

Mehrheit (ca. 80%): Nein.

Das scheint mir ein Fall von kognitiver Verzerrung zu sein, der auch bei Fragen zum Grundeinkommen häufig zutage tritt:

A: „Dann würde da keiner mehr arbeiten gehen“
B: „Würden SIE denn noch arbeiten gehen?“
A: „Ja, ICH ja, aber die anderen …“

Ich fand einige der dortigen Fragen eher schlecht gestellt zB

Haben Sie während des Sex Bilder aus Pornos im Kopf? Ja  Nein

Nein, nicht ständig, meine Partnerin reicht mir, aber  Ja, ab und zu, wenn ich einen besonders geilen Porno noch im Kopf habe oder etwas zusätzlich Motivation brauche, kann das durchaus sein.. Was soll man da eher auswählen?

Und natürlich wäre auch häufig „das kommt auf den Porno an“ auch eine richtige Antwort, genauso wie „das kommt darauf an, einige Idioten wird es immer geben, die nicht zwischen Realität und Film unterscheiden können“.

Oder diese Frage (aus den Ergebnissen übernommen, daher mit Zahlen):

Würden Sie sich wünschen, dass es mehr Pornos speziell für Frauen gibt?
Ja:42.83 %
Nein:8.5 %
Weiß nicht:40.11 %

Ehrlich gesagt ist es mir egal, ob es Pornos für Frauen gibt, ich denke, dass man das getrost den Markt überlassen kann. Wenn der Markt meint, dass er damit Geld verdient, dann soll er sie produzieren. Wenn es darum geht krampfhaft Filme zu fördern, die nach Meinung von Feministinnen speziell für Frauen geeignet sind, dann wäre meine Antwort nein. Ist vielleicht auch eher eine Frage für Frauen. Dann wäre eine Frage, was diese eigentlich wollen vielleicht auch interessanter gewesen.

Aber wer Interesse hat kann ja mal teilnehmen.


Responses

  1. Geschlecht: Männlich / Weiblich / Anderes

    Der Irrsinn verbreitet sich immer weiter…

    • Noch nicht einmal Angriffshubschrauber als eigene Kategorie…
      Was für Sexisten!

  2. Interessant finde ich, dass es die Frage gibt, ob es durch Pornos zu mehr sexueller Gewalt kommt. Die Möglichkeit, dass es dadurch weniger gibt, existiert wohl nicht.

    • Sehr guter Punkt!

      Denn in Japan scheint genau das nachgewiesen worden zu sein: Durch den Porno-Konsum gingen die sexuellen Übergriffe zurück.

      Etwas Ähnliches wurde in England beobachtet: Durch Strip-Clubs u. dgl. gingen die sexuellen Übergriffe in den entsprechenden Stadtvierteln zurück.

      • Das ist auch mein Wissensstand. Ähnliches wurde vor Jahren schon bei Telepolis diskutiert und alle Studien zeigten, dem Klischee widersprechend, einen Rückgang sex. Gewalt.

        Wenn man drüber nachdenkt, scheint das auch naheliegend zu sein. Pornos werden ja überwiegend von Männer konsumiert und vor allem zu einem Zweck: Triebabfuhr.

  3. Pornographie heute … zum davonlaufen.
    Auf der Bright Side nur noch rasierte, geleckte overstyled Bitches. Barbieporn. total langweilig. Und auf der Dark Side wird’s immer krasser und gruseliger … schon um das eigene Seelenheil zu bewahren sollte man sich da besser nicht rumtreiben.

    • Blödsinn. Dann schaust Du falsch.

    • Make Porn Great Again!

      • Das solltest Du „Der Partei“ für die Bundestagswahl zusenden 🙂

    • Klingt nach einem interessanten Geisteszustand, wenn selbst die „Pornographie heute“ scheiße ist?

    • Kann ich auch nicht bestätigen. Gefühlt ist die Qualität in den letzten beiden Jahrzehnten enorm gestiegen. Zumindest in den Nischen, in denen ich konsumiere. Allerdings ist das Angebot derart riesig und unübersichtlich, dass ich eine generelle Unzufriedenheit sowieso nicht nachvollziehen kann. Klar, wenn man Ansprüche hat, sucht man halt. Das war schon immer so und früher eher schlimmer (und viel teurer). Hat halt nicht jeder denselben Geschmack…

  4. Soweit ich das sehe, ist diese oben zitierte Frage

    „Beeinflusst Pornografiekonsum das Frauenbild in der Gesellschaft?“

    doppeldeutig. Sie kann bedeuten:

    a) Der Konsument denkt, die realen Frauen seien im Grunde so (so ähnlich) wie die fiktiven Frauen im Porno, zumindest in bestimmter Hinsicht (z. B. geil auf große Schwänze).

    b) Der Konsument vergleicht die realen Frauen mit den fiktiven Frauen im Porno und stellt fest, was den realen Frauen alles fehlt – oder (speziell für Peter oben) wie toll doch die realen Frauen gegenüber den fiktiven Frauen sind, zumindest in bestimmter Hinsicht (z. B. reale Frauen sind understyled – wie schön).

    Quarks & Co. denken vermutlich an Variante a) – doch wirklich subversiv ist die Variante b), weil sie deutlich macht, wie wenig die heutigen Frauen den Männern zu bieten haben.

    Und da werden jetzt viele Frauen sagen: wir wollen den Männern doch gar nichts bieten – oder jedenfalls nicht Tolles. Völlig in Ordnung, absolut legitim – aber dann werden sich eben auch einige Männer überlegen, ob es wirklich so erstrebenswert ist, das Herz einer Frau zu gewinnen, oder ob es vielleicht erotischer, ja geiler ist, sein Geld an der Börse zu verzocken.

  5. Ich finde die Frage, ob es mehr Pornos für Frauen geben sollte sehr komisch – sie geht davon aus, dass es generell einheitliche Merkmale für „Frauenpornos“ gibt.
    Fragen nach speziellen Macharten von Pornos wären interessanter.
    Beispielsweise, sollte es mehr Pornos geben, bei denen häufiger der Mann als die Frau zu sehen ist? Bei denen sich auf die weibliche Lust konzentriert wird? Filme mit Story statt nur wildem Gerammle? und so weiter..

    • Schaut man mal in die einschlägigen Portale rein, dann gibt es von A-Z alles. Ich würde mich wundern, wenn da ein Aspekt bisher unbeleuchtet und ungefilmt wäre.

      Also am Angebot liegt es sicher nicht. Folgt man den gängigen Klischee, dann wäre „Frauenporno“ eh weniger auf die bildliche Darstellung einer (oder vieler) Penetrationen ausgerichtet, sondern mehr auf die Darstellung eines erotischen Settings mit Identifikationspotential als Kopfkino-Futter.

      Bin mal gespannt, wann es eine neue Variante der Geschichte der O gibt. 50 Shades ist ja inzwischen schon ein bisschen angegraut… 😉

      BTW: Was mich wirklich mal interessieren würde, ich aber bisher noch keine Antworten gefunden habe: Wieviele Frauen sind eigentlich im Netz auf Pornobildern/in Filmen zu sehen? Gefühlt sind es ja 10 Millionen… 😉

      • @Peter Müller:

        Was meiner Meinung nach tatsächlich schwer zu finden ist, sind gute Hardcore BDSM Filme mit ein bisschen Story. Es gibt die Klassiker wie „Geschichte der O“ Odiese übrigens bereits in unterschiedlichen Neuauflagen, habe schon drei verschiedene Versionen gesehen) und ein paar Klassiker, aber kaum neuere Filme in dem Spektrum.

    • Geht mir genauso. Zumal meine Frau z.B. durchaus meinen Geschmack weitgehend teilt.

      Die „wilde Rammelei“ ist für den anspruchsvollen Konsumenten (egal ob männlich oder weiblich) ja ohnehin irgendwie langweilig (zumindest für mich). 0815-Stangenware, mit Silkonblondinen, gesichtslosen Männern und dem ewig selben Gestöhne muss aber ja niemand anschauen.

      Was immer noch sehr selten ist und ich mir viel häufiger wünschen würde: wirklich realitätsnah wirkende aber qualitativ trotzdem hochwertige Filme, die nicht immer nur 3 Kamerapositionen und 5 Stellungen kennen, die z.B. nicht nur die direkte harte und profane Action filmen, sondern die ganzen kleinen Griffe und Liebkosungen z.B. auch, sozusagen einfühlsamer Porno.

      Das kann (zumindest hin- und wieder) unglaublich geil sein, weil man es aus seinem eigenem Liebesleben eben kennt und direkt nachempfinden kann. Dafür gibt es aber irgendwie keine (mir bekannte) Filmgattung oder Bezeichnung, weshalb es gerne hinten runter fällt. Selbst die eigentlich dafür prädestinierten POI (Point of View)-Stücke beschränken sich allzu oft auf „rein-raus“. Ich denke aber, dass gerade Frauen an solchen Filmen vermehrt Gefallen finden könnten.

      Vielleicht kommt das ja mit den zunehmenden Kamerabrillen irgendwann aus dem privaten Bereich 🙂


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