„Warum ich mich und die meisten Frauen, die ich kenne, für total unemanzipiert halte“

Einen interessanten Blick auf die emanzipierte Frau bietet der Blog „Maras Gedanken

Sie schildert folgendes aus einer Unterhaltung mit einer anderen Mutter.

Diese Mutter arbeitet wieder seit ihr Kind ein Jahr alt ist, hat zwei mehr als stressige Jahre hinter sich und sagte letztens zu mir: „Du, ich glaube dieses Jahr mache ich mal etwas ganz Gewagtes, ich gönne mir zur Erholung eine Nacht ohne Kind im Hotel!“

Da wären glaube ich auch viele junge Väter gerne dabei (also nicht bei ihr, sondern bei einer Nacht ohne Kind)

Ich freute mich für sie und ermutigte sie, aber ich dachte auch:

Wir Frauen heute sind wie Sklaven, arbeiten nahezu rund um die Uhr und glauben, wir wären emanzipiert, wenn wir es schaffen, in zwei Jahren zwei Tage frei zu haben.“

Da waren meine beiden Großmütter emanzipierter! Eindeutig.

Wir Frauen heute sind wie Vögel, denen man die Käfigtür aufmacht und die im Käfig verharren.

Ich finde es immer schade, wenn solche Betrachtungen angestellt werden, ohne das die Situation der Väter mit besprochen wird. Denn mit gleichen Recht könnte man auch viele Väter als „wie die Sklaven“ bezeichnen, oder eben beide Eltern als Sklaven ihrer Kinder, die sie betreuen und großziehen müssen. Denn auch viele Väter haben ja nicht etwa plötzlich Urlaub ohne die Familie, sie haben einen Job und wenn sie nach Hause kommen, dann sollen sie eben natürlich auch für das Kind da sein.

Und natürlich ist gerade die Phase mit sehr jungen Kind  teilweise stressig, gerade wenn es noch gestillt wird und man wenig schläft, aber auch das ist ja kein Dauerzustand, der für immer anhält.

Wir lassen uns trösten von der Aussicht auf schöne Schuhe und schicke Businesskostüme, den bewundernden Blicken von Kollegen, aus denen der Satz „Oh, dafür, dass sie Mutter ist, ist sie ja doch noch ganz gut im Oberstübchen sortiert“ spricht, und dem Titel der „Super-Working-Mum“, den die wenigsten von uns je als Schärpe um den im Fitness-Center gestählten Oberkörper tragen werden.

Die Geschäftsfrau, die gleichzeitig noch eine Supermutter ist und dabei noch toll aussieht, weil sie viel Sport macht, das sind in der Tat hohe Anforderungen, die aber auch idealisiert sind. Tatsächlich entsprechen ihnen weder die meisten Frauen noch wird das von ihnen verlangt.

Wir lassen uns teilweise von anderen Müttern blenden, die uns erzählen, wie sie die Doppelbelastung voll und ganz positiv ausfüllt und zwei Minuten später über die Beschwerden klagen, die kein Arzt klären kann: Schwindel, unerklärliche Rückenschmerzen, Migräne. Aber dass das irgendwas mit dem Leben, das man führt, zu tun haben könnte … nein, das hat ganz andere Ursachen.

Viele von uns Frauen heute sind grenzenlos, allzeit bereit zu arbeiten, für alles und für jeden. Aber gehört zur Emanzipation eines Wesens nicht auch dazu, dass es mal zwei Minuten zur Ruhe kommt? Dass es mal Zeit hat, zu denken und zu fühlen? Da hapert es aus meiner Sicht. Die meisten treten im Hamsterrad und haben nicht einmal die Zeit, ihre Situation zu analysieren. Und dann, oh Schreck, landet man in der Burnout-Klinik und weiß gar nicht, wie man dahin gekommen ist.

Okay, der Artikel arbeitet recht klar erkennbar mit dem Stilmittel der Übertreibung. Und mit dem Trope der sich für alle aufopfernden Frau, die nie an sich denkt.

Ich kann nicht anders, als es mal auszusprechen: Für mich sind nur zwei Gruppen von Müttern halbwegs emanzipiert. Die teilweise als „faul“ verunglimpften „Zuhausebleibenden“ oder „Wenige-Tage-Arbeitenden“, weil sie sich ihrer natürlichen Kräftereserven bewusst sind. Und die, die ihren Job lieben oder einfach machen müssen, weil das Geld benötigt wird, dafür alles so organisieren, dass es irgendwie geht, aber zu den Unvollkommenheiten in ihrem Leben stehen und anderen nicht den ganzen Tag „etwas vom Pferd erzählen“.

Zu wirklicher Emanzipation, nämlich „Befreit sein“, gehört aus meiner Sicht Ehrlichkeit!

Ich vermute mal, dass das der tatsächliche Aufhänger ist: Erst wird ein Bild der Frau gezeichnet, die absolut unerfüllbaren Ansprüchen ausgesetzt ist und daran nur zerbrechen kann. Dem gegenüber werden die „Ehrlichen“ positioniert, die entweder den Stress nicht machen oder zugeben, dass es nicht perfekt ist und man es eigentlich nicht schaffen kann.

Insofern ein Appell an die anderen Frauen, die intrasexuelle Konkurrenz abzubauen, indem sie entweder die Arbeit reduzieren oder aber sie so darstellen, dass die Anforderungen niedriger sind.

 

 

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119 Gedanken zu “„Warum ich mich und die meisten Frauen, die ich kenne, für total unemanzipiert halte“

  1. Der Artikel ließt sich so als müsse man Kinder bekommen. Tatsächlich bekommt eine durchaus große Anzahl von Frauen in Deutschland keine Kinder oder nur ein Kinder. Nie war Kinderlosigkeit so anerkannt und selbstverständlich lebbar wie heute.

    Der Vergleich mit früher ist tatsächlich etwas eigen. Welches „Früher“? Die Zeit der gesetzlich verankerten Hausfrauenehe? Da wurde von den Frauen tatsächlich keine Berufstätigkeit erwartet. Meine Uroma ist gegen Ende des deutschen Kaiserreichs unter Bismarck geboren worden. Nach Kaiserreich, 1. Weltkrieg, Weimarer Republik, Nazideutschland, 2. Weltkrieg, Aufteilung Deutschlands unter den Alliierten und dem kalten Krieg hat sie mit ihrem Tod im Alter von 102 zum Glück die schlimmste Zeit nicht mehr miterleben müssen: Die Zeit in der Frauen befürchten müssen, dass die Kolleginnen im Büro über einen lästern, wenn man nach der Geburt des ersten Kindes ein Jahr in Elternzeit geht.

    • Kinderlosigkeit mag gesellschaftlich halbwegs anerkannt sein, viele Frauen wünschen sich aber dennoch Kinder. Und wenn nur unterbewusst. Die Karrierefrau ohne Mann und Kinder (dafür Katzen) ist mit fortgeschrittenen Alter eine sehr bittere Kreatur.

    • „Die Zeit der gesetzlich verankerten Hausfrauenehe? Da wurde von den Frauen tatsächlich keine Berufstätigkeit erwartet“
      Wann war das gleich? Das gab es nie in Deutschland.

      • Ich meine damit die Zeit vor 1977, in der Frauen zwar nicht verpflichtet waren zu heiraten, aber innerhalb der Ehe gesetzlich vorrangig für den Haushalt zuständig war und nur Arbeiten durfte, wenn ihr Ehemann befand das sie daneben noch Zeit dazu hat: http://lexetius.com/BGB/1356,3

        • „Die Frau führt den Haushalt in eigener Verantwortung. [2] Sie ist berechtigt, erwerbstätig zu sein, soweit dies mit ihren Pflichten in Ehe und Familie vereinbar ist.
          (2) Jeder Ehegatte ist verpflichtet, im Beruf oder Geschäft des anderen Ehegatten mitzuarbeiten, soweit dies nach den Verhältnissen, in denen die Ehegatten leben, üblich ist.“
          Daraus willst Du die gesetzliche Hausfrauenehe konstruieren?
          Das ist schierer Unsinn. Was dort steht heißt übersetzt:
          DIe Frau führt den Haushalt und der Mann hat dort die Klappe zu halten und das Geld dafür zur Verfügung zu stellen. Doort steht kein „soll, muß“ o.ä.
          Der Palandt von 1953 enthielt bereits einen Verweis darauf, daß eben der von Dir gezogene Schluß auf eine Hausfrauenpflicht nicht zu ziehen sei und auch dem Grundgesetz widerspräche (gilt auch für BGB 1358). Aber auch vorher bestand diese Pflicht nicht, jedoch war immer der Haushaltsführungsvorbehalt durch den Ehemann einklagbar. Es war aber eine Untersagung erforderlich und nicht, wie so oft behauptet, eine Genehmigung der Berufstätigkeit der Ehefrau, was völlig verschiedene Dinge sind.
          Und mal ehrlich: Hast Du eine Idee davon was es Anfang des Jahrhunderts bedeutete Arbeiten zu gehen (12h Tag) und einen Haushalt zu führen? Letztlich handelte es sich hier um eine gesetzliche Rollenzuweisung: Wenn Du Ehefrau und von Mann unterhalten, dann DU Haushalt. Und es galt auch umgekehrt: Wenn Du Ehemann, dann bitte unterhalte Frau und Kinder.
          Wir haben ähnliche Rollenzuteilungen auch heute noch: Für Kinder. Gern können wir diese Kinderdiskriminierung abschaffen…

        • Mir ist klar, dass es durchaus als Privileg galt sich eine Hausfrau leisten zu können, denn das bedeutete eben das der Mann gut verdient.
          Dennoch wüsste ich nicht warum der Gesetzgeber die Rollenzuteilung innerhalb einer Ehe vorgeben sollte. Das weiterhin fast alle nach dem konservativen Modell leben und Frauen nachwievor in der Rolle der Hausfrau und Mutter vor Gerichten Bevorzugung erlangen zeigt ja eher, dass die Freiheit es anders zu machen, die Massen gerade nicht beeinflusst. Eine Frau kann daher heute genauso selbstbewusst Mutter sein und konservativ leben wie damals. Und die „Diskriminierung“, wegen ein bisschen Geläster und intrasexuellem Konkurrenzgehabe hat doch mit echten Problemen wirklich nichts zu tun.

        • „Dennoch wüsste ich nicht warum der Gesetzgeber die Rollenzuteilung innerhalb einer Ehe vorgeben sollte“
          Weil die Ehe eine besondere Art des Vertrags ist. Damals noch mehr als heute. Und eine Vertrag bindet beide Parteien: In der Ehe wir der Mann auf die Beschaffung des Unterhalts und die Teilung dessen verpflichtet und die Frau auf die Haushaltsführung. In der Formulierung zeigen sich auch erhebliche Überlappungen der Tätigkeit, was nicht zuletzt daher kommt, daß das BGB zu einer Zeit entstand als noch ca 1/3 (38% heute ca 5 %) der Bevölkerung in der Lanndwirtschaft tätig wahr.

        • Weil die Ehe ein besonder Vertrag ist und die historischen Gegebenheiten bei der Einführung des BGB von eine in der Landwirtschaft tätigen Bevölkerung geprägt war, soll man heute also die Rollenverteilung in einer Ehe gesetzlich vorschreiben statt es den Leuten selbst zu überlassen.

          Das wird dann besonders lustig, wenn das Wiederaufleben der alten Reglung mit der Eheöffnung für Homosexuelle zusammenfällt.

        • Das Privileg der Hausfrauenehe war in der Tat ein Privileg, das die Frauen lange verteidigt haben.

          Eigentlich sollte die entsprechende Regel §1358 BGB bereits 1958 fallen. Nach der zehnjährigen Erprobungsphase der BRD-Gesetze, die zum großen Teil aus den alten Gesestzesvorschriften der vorangegangenen deutschen Reiche übernommen worden sind, sollten alte Zöpfe, u.a. auch der §1356, fallen.

          Man muss dazu wissen, dass dieses Gesetz zuvor, vor Gründung der BRD, ausschließlich zum Schutz des Kindswohls angewendet wurde: gab es ein versorgungsbedürftiges (kleines!) Kind, dann konnte der Ehemann vor dem Vormundschaftsrichter ein Urteil beantragen, das es der Frau untersagte, eine ansonsten unanfechtbare Erwerbstätigkeit aufzunehmen. Nur der Richter konnte (und nur unter ganz bestimmten Umständen) der Frau die Tätigkeit zugunsten des Kindes untersagen, der Ehemann selbst – konnte das nie! Insofern bestand aus Männersicht schon eine hohe Hürde, um evtl Meinungsverschiedenheiten zu klären: der Rechtsweg zum Gericht war angesagt.

          Es hat bis 1958 (und auch danach) keinen einzigen Fall in der BRD gegeben haben, in dem der §1358 BGB von einem Mann gegen seine Frau vor Gericht angewendet wurde! Für die Männer und Frauen der BRD hat der § nie eine Rolle gespielt!

          Das Gesetz war insofern bereits seit langem anerkannt völlig überflüssig. Es konnte weg.
          1958 sollte das er fallen: die – überwiegend Männer- des Deutschen Bundestages wollten den §1358 BGB nicht verlängern. Er wäre 1958 sang- und klanglos ausgelaufen. Verschwunden.

          Aber: aus den Reihen der CDU-Frauenunion kam in letzter Sekunde erheblicher Widerstand. Es ging den Frauen dabei nicht darum, dem Patriachen in der Ehe den rein theoretischen Rechtsweg zum Vormundschaftsrichter zu erhalten. Ach was!

          Warum habend die Frauen also so an der Bestimmung festgehalten?

          Die nur auf dem Papier bestehende und nie angewendete Möglichkeit, mit diesem § einer Frau eine Erwerbstätigkeit richterlich untersagen zu lassen, war die eine Seite der Medaille. Die andere Seite hieß, insbesonder in Verbindung mit dem § 1356 BGB: Frauenprivileg, und zwar erheblich! Die Frauen wollten dieses Privileg nicht aufgeben! Auf Grund des zähen anhaltenden Widerstands der CDU-Frauenunion fielen diese Vorschriften darum letztlich erst 1977, lange nachdem die Wirtschaftswunderjahre und die Zeit der Vollbeschäftigung vorbei waren.

          Das Hausfrauenprivileg:
          Man muss sich dazu daran erinnern, dass es in den 50ern einen gehörigen Frauenüberschuss gab. Kriegsbedingt waren Männer – knapp. Weil sie tot waren. Oder verschollen. Die Männer die noch da waren, waren in Zeiten des Wirtschaftswunders gesuchte Arbeitskräfte. Vollbeschäftigung, steigende Löhne, es ging aufwärts! Zunächst begründete also das Ehefrauendasein einen gewissen bürgelichen bequemen Wohlstand auf Grundlage des Erwerbseinkommens des unterhaltsverpflichteten Ehemanns.

          Der Anteil der Arbeit, die mit der Hausfrauentätigkeit verbunden war, reduzierte sich in den 50er Jahren erheblich: die Wirtschaftswunderanschaffungen Waschmaschine, Elektroherd, Kühlschrank und Staubsauger erleichterten den Hausfrauenalltag enorm! Die Zahl der kinderreichen Familien nahm rapide ab: die Anzahl der Kinder/Familie sank, und der Arbeitsaufwand für die Kinder nahm entsprechend auch ab. Ein durchaus angenehmes Leben! Eine sehr verlockende Chance also für jede Frau, sich einen der noch zu habenden, ledigen, heiratsfähigen und wirtschaftlich zukunftsträchtigen Männer zu angeln, und dann von diesem sofort nach Recht und Gesetz VOLL versorgt zu werden.

          Jeder der in Saft und Kraft und Lohn und Brot stehenden Männer war, kein Wunder, selbstverständlich ein beliebtes und begehrtes Objekt der Begierde für die große Mehrheit der heiratswütigen Kriegerwitwen und ledigen Frolleins: Wirtschaftswunder, Vollversorgung bis ans Lebensende, DAS bedeutete das Privileg, eine verheiratete Hausfrau sein zu dürfen!

          Den Frauen in den 50er Jahren war immer durchaus bewusst, welche Vorteile sie auf Grund der Hausfrauenehe nach dem damaligen BGB hatten. Sie wussten, dass dies ein echtes Frauenprivileg war und haben entsprechend lange um ihren Erhalt gekämpft.

          Die Hausfrauenehe war nie das Unterdrückungsinstrument, zu dem u.a. die HERstory-Geschichtsschreibung sie verzerren will. Sie war, wie gesagt, ein Frauenprivileg! Was sie eigentlich immer noch geblieben ist, bis heute.

          Wenn es nach dem Willen der Männer gegangen wäre, dann wäre dieses Privileg schon vor Jahrzehnten, 1958, abgeschafft worden…

        • v.R., hast du auch Links dafür? Die würde ich gerne speichern und Feministinnen an den Kopf werfen, wenn sie Mal wieder behaupten das wir heute Feminismus brauchen weil vor 100 Jahren schon mehrere Männer wählen dürften oder eben diese Geschichte mit der Arbeitserlaubnis.

        • @Matze
          https://dejure.org/gesetze/BGB/1356.html Dort: Ältere Fassung
          Palandt Kommentar zum BGB aktuell 76. Auflage 2016
          Die einschlägige Fassung ist die 11. Auflage von 1953
          Uwe Wesel, Geschichte des Rechts, 2. Aufl. 2001, Rdnr. 334 S. 557; zur Entstehungsgeschichte des GlBerG vgl. Ramm, Juristenzeitung 1968, S. 43 Fn. 7


          II. Buch. II. Abschnitt. Ehe.

          der Ehemann als Schützer des Hauses hat diese Befugnis,
          denn sonst läßt sich ein Eindringen von Unlauterkeiten und
          Schlechtigkeiten in das Haus nicht verhüten (§ 1354 BGB.).
          Daraus ergibt sich endlich, daß der Ehemann einer geistes-
          kranken Frau die nötigen Vorsichtsmaßregeln anwenden
          muß, um das Publikum zu sichern, und daß er dafür nach
          § 832 verantwortlich ist 1 ).

          Daher kann auch der Ehemann seiner Frau den Betrieb
          eines Geschäfts insofern verbieten, als es die eheliche Woh-
          nung mit in Anspruch nimmt. Will sie das Geschäft anderswo
          aufmachen, so kann der Mann sie nicht direkt hindern, er
          kann es aber indirekt tun, indem er eine Ordnung des Haus-
          wesens einführt, welche mit dem Geschäft unverträglich ist.
          Dem muß sich die Frau fügen, sofern die Bestimmung des
          Mannes nicht mißbräuchlich ist. Fügt sie sich nicht, so kann
          er ihr Unterhalt und Zusammenwohnen verweigern. In einem
          Falle kann er sich auch außerhalb des häuslichen Kreises
          in die Geschäftsangelegenheiten der Frau einmischen: er
          kann ein Dienstverhältnis, welches die Frau zu persönlichen
          Leistungen verpflichtet, kündigen, falls er nicht seinerzeit
          die Zustimmung hierzu erteilt hat, ist aber bei der Kündigung
          an die Genehmigung des Vormundschaftsgerichts gebunden
          (§ 1358 BGB.). Auch ein Werkvertrag oder ein Auftrags-
          geschäft, welches die Frau zu persönlichen Leistungen ver-
          pflichtet, gehört hierher, z. B. wenn sich eine Sängerin zu
          einem Gastspiel, eine Architektin zu einem Hausbau, eine
          Dilettantin zu einer Wohltätigkeitsvorstellung verpflichtet
          hat. Die Kündigung erfolgt kraft persönlichen Übergriffs aus
          der Sphäre des Mannes in die der Frau.

          III. Die tatsächliche Übung des Hausstandes führt zum
          Besitz des Mannes an den dem Hausstand anvertrauten
          Sachen, nach den Grundregeln des Besitzes 2 ). Ein Mitbesitz
          der in Gemeinschaft lebenden Frau liegt vor, aber ein
          Mitbesitz untergeordneter, der Eigenart der Ehefrauen-
          stellung entsprechender Art 3 ). “
          aus Lehrbuch des Bürgerlichen Bechts
          Von Dr. Josef Kohler
          Geheimer Justizrat
          ord. Professor an der Universität Berlin
          Dritter Band, erster Teil
          Familienrecht
          Berlin
          Carl Heymann
          1915

          gern vergessen wir auch die Schlüsselgewalt der Frau im Haushalt gegen die auch der Ehemann nur gerichtlich vorgehen konnte:
          „1. Wenn der Mann die Schlüsselgewalt der Frau be-
          schränkt oder ganz aufhebt, und wenn die Frau behauptet,
          daß hierin ein Mißbrauch seines Rechts liegt, so kann
          das Ehegericht eingreifen und die entziehende oder be-
          schränkende Verfügung des Mannes aufheben (§ 1357 BGB.) 3 ).
          „(ebenda)
          https://de.wikipedia.org/wiki/Schl%C3%BCsselgewalt
          M.a.W. zur Deckung des Haushaltsbedarfes durfte die Ehefrau auch ohne dessen Einwilligung beliebige Rechtsgeschäfte vornehmen. Diese waren bis zum gegenteiligen bescheid rechtsgültig. Auch das wurde abgeschafft. Zur erleichterung vieler Ehemänner.
          Recht ist kein Rosinenpicken in paragrafen, sondern ein abgestimmtes Verhältnis von Rechten und Pflichten.

        • @Matze:
          leider nicht ausreichend. Diese Dinge habe ich vor bald 2 Jahren gelesen, in einem Fachartikel, im Zusammenhang mit den anderen Mytehn über die „Trümmerfrauen“, die es so nicht gegeben hat, und die weitestgehend falschen Schauergeschichten „Frauen durften kein Konto haben und Vergewaltigung in der Ehe war legal!“.
          Ein Satz damals, den der wohl juristisch versierte Artikelverfasser so brachte: „Es wäre mal eine Aufgabe für einen Rechtshistoriker herauszufinden, ob es jemals in der Geschichte der BRD einen solche Fall gegeben hat, wo ein Mann vor Gericht gegangen ist um seiner Frau die Arbeitsaufnahme untersagen zu lassen. Ich persönlich habe jedenfalls keinen Fall gefunden. Vielleicht ist ja jemand anderes erfolgreich!“ (so in etwa stand das da, zitiert aus dem Langzeitgedächtnis).

          Ich habe ad hoc nur etwas über den 1358 bei wikimannia gefunden: http://de.wikimannia.org/1358_BGB
          Hier wird darauf hingewiesen, dass die zeitgenössische Kommentierung ausdrücklich die Nichtanwendung von 1358 ZWINGEND geboten sah, wegen der überragenden Bedeutung des Art 3 Grundgesetz. Die 50-er Jahre-Juristen waren nach damaliger herrschender Meinung der Auffassung, dass §1358 BGB nicht(mehr) anwendbar war! Zumindest was die Möglichkeit der Beschränkung der Berufsausübung einer Ehefrau betraf.

          Das würde auch erklären, warum es gar keine tatsächlichen Anwendungsfälle mehr in der BRD gegeben hat.

          Es scheint mir also relativ leicht, unter Verweis auf diese alten BGB-Kommentare festzustellen: kein Mann hatte in der BRD seit Inkratftreten des GG jemals das Recht, seiner Frau die Berufsausübung zu verbieten! Und keiner hat es je vor Gericht versucht!

          Über die Einflussnahme der CDU-Frauenunion zur Erhaltung des Hausfrauenprivilegs und der Verschiebung des Gesamtpakets der Abschaffung der §§1356, 1358 usw BGB habe ich so ratz fatz bislang nichts gefunden. Ich fürchte, dass ich nach dem Artikel suchen muss, den ich vor langer Zeit gelesen habe. Das wird schwierig – keine Ahnung wo und wann das genau war…. Oder ich müsste in zeitgenössischer Presse, Archiven und Parlamentsprotokollen recherchieren. Wozu mir leider Zeit und Möglichkeiten fehlen.

        • @DJ

          Mir ging es darum das keiner Frau das Arbeiten jemals verboten wurde und das es die Frauenunion war die die Abschaffung des Gesetzes bzw. der Frauenorganisation hinaus verzögerte.

        • @v.R.

          Hätte ja sein können. Teilweise ja schon lustig wie sich die Feministinnen von heute über Sachen aufregend, die komischerweise erst durch die Feministinnen von früher so etabliert wurden. Z.B. das mit der Farbe Pink.

        • @ Alice Die rechtliche Lage für Frauen bis 1957/58 bzw. teils darüber hinaus, habe ich in meinem Artikel „https://gleichheitunddifferenz.wordpress.com/2015/11/26/antifeministischer-mythos-das-patriarchat-ist-eine-erfindung-des-feminismus-und-hat-nie-existiert/“ zusammengefasst. Sie stellt sich ein wenig anders dar, als hier behauptet.

        • Keine. Du hattest nach Infos zum Ehe- und Familienrecht der 50er-Jahre gefragt, die Frage war dir sehr einseitig beantwortet worden, deshalb habe ich dir meinen Artikel verlinkt.

          Prinzipiell bin ich nicht deiner Meinung, dass soziale Kontrolle unerheblich wäre. Die meisten Menschen richten sich auf die eine oder andere Weise an den Erwartungen ihrer Umwelt aus. Manche in bewusster Oposition dazu, das ist aber anstrengend, die meisten halten sich an die Erwartungen ihres Umfelds, was Verhalten und Erscheinungsbild betrifft.

          LG

          Margret

      • @Alice
        „Weil die Ehe ein besonder Vertrag ist und die historischen Gegebenheiten bei der Einführung des BGB von eine in der Landwirtschaft tätigen Bevölkerung geprägt war, soll man heute also die Rollenverteilung in einer Ehe gesetzlich vorschreiben statt es den Leuten selbst zu überlassen. “
        Die Aussage des paragrafen schreibt diese Rolle nicht vor. Es ist das BGB, welches die Beziehungen regelt, sofern diese von den Rechtssubjekte nicht anders getroffen werden. Das BGB betrifft das dispositive Recht. Anders als z.B. das Strafgesetzbuch, welches strikt verbietet, hat das BGB keine Sanktionen dafür, wenn es die Vertragspartner anders regeln.
        SOfern etwas nicht verboten ist – und es war im BGB nie verboten, daß Frauen arbeiten – ist es erlaubt.
        Daß man diese Dinge heute anders regelt, liegt auch daran, daß es leichter geworden ist seinen Lebensunterhalt zu verdienen, für Frauen noch mehr als für Männer und auch ggf. allein ein Kind großzuziehen.

        • @Margret
          Es ist richtig, dass jedem Erwartungshaltungen entgegen gebracht werden. Ob ich diesen entgegen komme entscheide aber immer noch ich. Wenn ich das tue signalisiere ich mit diesen konform zu gehen. Andere werden dann nicht denken, dass ich ihre Erwartungen als Zumutung empfinde oder unter ihnen leide. Das müsste ich schon klar nach außen kommunizieren.

          Sich unangepasst zu verhalten verlangt wiederrum von anderen eine Umstellung. Ich richte dann eben auch meine Erwartung an andere mich in meinem „anderssein“ zu respektieren und mich deshalb mit unter anders zu behandeln als sie es intuitiv machen würden. Es geht also oft um ein Austangieren unterschiedlicher Interessen.

          Oft wird auch die schlichte Ausrichtung an die Norm als Form der soziale Kontrolle gewertet. Das geschiet aber nicht aus gezielter Berechnung, um andere zu unterdrücken sondern meist ganz natürlich. Die Nachteile von Minderheiten, dass sie ihre Interessen zum Beispiel nicht gegen eine Mehrheit durchsetzen kann, ist erstmal in einer Demokratie angelegt. Das auch der Einzelne ein Recht auch gegen eine Mehrheit durchsetzen können soll ist selbstverständlich Markenzeichen hoher Zivilisation, die sich Menschenrechte und individuell einklagbare Grundrechte leisten kann.

          Das Konzept „Kontrolle durch sozialen Druck“ lehne ich ab, da ich zwar einsehe, dass Menschen sich untereinander beeinflussen und eine Norm auch extremen sozialen Druck auslösen kann, ich aber grundliberal denke und deshalb nicht wünsche sowas von oben politisch durch den Staat zu lösen (Paternalismus), sondern, bis auf die Extreme, Menschen auf ihre Eigenverantwortung verweise und meine, wenn das eigene Anliegen Normerwartungen zu wiedersprechen groß genug ist, sollte man denen auch standhalten können. Schlussendlich würde ich einem Mensch der sich selbst ständig für andere aufopfert ja auch dazu raten sich mehr Egoismus anzueignen umd die eigene Überforderung nach außen zu kommunizieren und nicht dafür eintreten, dass die Mitmenschen keine Erwartungen mehr an diese Person richten sollen.

        • „schlichte Ausrichtung an die Norm “
          Normen sind nicht. Normen werden gemacht. Und der wichtigste historische Entstehungsgrund von Normen war das Überleben der Gesellschaft zu sichern.

        • Manche Normen „sind“ durchaus als Ergebnis sozialer Realität. Die Normerwartung, dass Frauen Kinder wollen oder Menschen heterosexuelles Verhalten anstreben ist so ein Beispiel. Es ist soziale Realität, die so überwiegend ist, dass sie generalisiert auf das Individuum übertragen wird.

        • „Die Normerwartung, dass Frauen Kinder wollen oder Menschen heterosexuelles Verhalten anstreben ist so ein Beispiel. “
          Die Gesellschaften, die andere als diese Normen hatten (Frauen haben keine Kinder und nur Homosexualität ist erlaubt) sind ausgestorben. Daher kann dies kein Beispiel für eine sozial erzeugte Norm sein. Beweise mir das gegenteil, z.B. durch eine Gesellschaft, in der Heterosexualität verboten ist und Frauen keine Kinder bekommen dürfen.
          „Es ist soziale Realität, die so überwiegend ist, dass sie generalisiert auf das Individuum übertragen wird“
          Du postulierst hier einen direkten Übertragungsmechanismus von sozialen Normen auf das individuelle Verhalten. Dieser existiert nicht.
          Beweise mir das Gegenteil!

        • Jetzt mal ernsthaft. Selbst wenn Normen im Gedanken des Rechtspositivismus rein gesetzt sind, „sind“ sie im Ergebnis dieser Rechtssetzung.

          Natürlich ist auch, dass wenn alle Menschen in meiner Umgebung gerne Äpfel essen, die Wahrscheinlichkeit, dass ich zumindest welche probieren werde größer ist als in einer Gesellschaft in der Äpfel als giftig gelten. Damit postuliere ich gar nichts. Das ist einfach so und das weißt du genauso gut wie ich.

        • „Natürlich ist auch, dass wenn alle Menschen in meiner Umgebung gerne Äpfel essen, die Wahrscheinlichkeit, dass ich zumindest welche probieren werde größer ist als in einer Gesellschaft in der Äpfel als giftig gelten.“
          Ich lebe in einer Welt, in der die Behauptung, ob etwas giftig sei, getestet wird. Und dies mache ich dann zur Grundlage meiner Entscheidung einen Apfel zu essen.

          Es sei Dir unbenommen andere Dinge als ssozial konstruiert wahrzunehmen. Ich nehme zum Beispiel auch die Schwerkraft als sozial konstruiert war. Brich doch einfach aus und spring vom Hochhaus, durchbreche die Normen die die Gesellschaft setzt. (He, mach das bitte nicht – das war polemisch.)
          Oder anders: Eine Gesellschaft, deren Norm nicht mit der äußeren Wirklichkeit kompatibel sind, stirbt aus. Die Annahme, daß Äpfel giftig seien ist aber mit der Wirklichkeit kompatibel. Die Annahme, daß Tollkirschen lecker sind aber nicht.

        • Du verstehst mich doch mit Absicht falsch, um eine Scheindebatte zu führen. Ich habe doch selbst angeführt, dass Normen Ergebnis sozialer Realität sind.

          Außerdem überprüfen die wenigsten, ob Tollkirschen wirklich giftig sind, sie glauben es einfach, weil es ihnen erzählt wird. Nur besonders überengagierte Leute werden sich vielleicht noch die mühe machen den Begriff zu googlen und sich soweit in die Materie einlesen, um zu verstehen, was die Tollkirsche giftig macht, wie dieses Gift wirkt und ob es Möglichkeiten gibt sie trotzdem zu verzerren. Der Rest vertraut einfach darauf, dass „wir in einer Welt leben, in der die Behauptung, ob etwas giftig sei, getestet wird“ und diese Test auch vertrauenswürdig sind und isst deshalb etwas anderes. Behauptungen im Internet nach schmecken diese übrigens süß, also durchaus lecker. Willst du die These überprüfen?

          Es wäre durchaus ein interessantes soziales Experiment, zu sehen, ob, wenn ein zuvor unbekanntes Obst öffentlich mit gefakten Studien und Begründungen als giftig tituliert werden würde und deshalb in- und export untersagt werden würde, wie viele sich wirklich die Mühe machen würde dem nachzugehen.

          Aber wie gesagt, in dieser Diskussion geht es doch nicht wirklich um einen inhaltlichen Austausch. Das stellt sich hier doch als reines getrolle dar.

        • „Du verstehst mich doch mit Absicht falsch, um eine Scheindebatte zu führen. Ich habe doch selbst angeführt, dass Normen Ergebnis sozialer Realität sind. “
          Nein und Nein. Die meisten Normen sind das Ergebnis eines Wechselspiels von sozialer Realität und objektiver Realität. Die soziale Realität ist nur eine Seite davon und zumeist die unbedeutendere.

  2. Ihre Problem Beschreibung ist – typisch weiblich – etwas wirr. Aber im Prinzip trifft sie einen wichtigen Punkt: Frauen sind viel anfälliger als Männer dafür, den Erwartungen anderer entsprechen zu wollen, auch wenn das vor allem den Interessen dieser anderen dient.

    Historisch hat die „emanzipierte Frau“ zwar die früheren Erwartungen an „fleißige, brave Hausfrauen“ abgeschüttelt, aber tatsächlich wurden dabei nur die Erwartungen der Ehemänner gegen die Erwartungen von Arbeitgebern und Feministinnen (!) ausgetauscht.

    Mir fiel das bei zahlreichen studierten Freundinnen auf: Diese haben schon in Schule und Studium viel mehr Stunden als die Männer über den Büchern gesessen und getan, was man ihnen gesagt hat, anstatt auch mal „zu leben“. Bei vielen ist dann das erste Kind das erste Mal in ihrem Leben gewesen, dass sie diesen Leistungsdruck nicht gespürt haben und in der Folge endeten dann einige vielversprechende Karrieren, weil diese Frauen nach Kenntnisnahme der Alternativen lieber Teil- oder Vollzeithausfrauen wurden.

    Für Männer ist die berufliche Karriere Teil der intrasexuellen Konkurrenz. Die Konkurrenz darin auszutragen dürfte auch die für die Gesellschaft beste Variante sein. „Karrieremänner“ erfüllen daher ihre biologische Aufgabe, die zur gebärenden und kindererziehenden Frau komplementär ist. „Karrierefrauen“ erfüllen dagegen vor allem die Ansprüche irgendwelcher Feministinnen, die ihre Minderwertigkeitskomplexe durch Verweis auf „erfolgreiche Frauen“ bekämpfen wollen. Wenn ich eine Frau wäre, ich würde das ganz bestimmt nicht mitspielen.

    • Die Frage die sich hier stellt ist:
      Hindert heute tatsächlich irgendwer irgendeine Frau Hausfrau und Mutter zu sein? Die lästernde „feministische“ Kollegin wird sie doch, wenn sie nicht mehr arbeitet, eh nicht mehr über den Weg laufen. Und der Frau ohne Kinder kann sie immer noch mit dem „crazy cat lady“ Image kontern. Wie kann man sich als Opfer darstellen, wenn man es selbst zulässt ernsthaft durch irgendwelche ungreifbaren, unterschwelligen Erwartungen oder Lästereien in solchen Entscheidungen beeinflussen zu werden?
      Ich meine schlicht, heute Mutter zu werden und zu sein ist nicht schwerer als in der Vergangenheit.

      • Es hindert zwar niemand die einzelne Frau, aber die gesellschaftlichen und ökonomischen Bedingungen schon.

        Wir haben ja die Situation, dass in den letzten 50 Jahren sehr viele Frauen neu in den Arbeitsmarkt eingetreten sind, sich aber gleichzeitig die Haushaltseinkommen (gemessen am vorherigen Wachstumspfad) nicht nennenswert verändert haben. Die Zusammenhänge dahinter sind im Detail komplex, aber das Ergebnis ist eigentlich nicht verwunderlich, wenn man den Kreislaufcharakter der Wirtschaft verstanden hat: Als Ergebnis der zusätzlichen Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt müssen heute beide Elternteile arbeiten um dasselbe Einkommen zu erwirtschaften, was vorher der Mann alleine erwirtschaften konnte. Und das begrenzt natürlich die Menge der Männer, die noch taugliche Alleinernährer sind gewaltig – mit entsprechenden Konsequenzen für Frauen und ihre Möglichkeiten.

        • Und was soll die Lösung sein? Das Rad zurück drehen und die Fassung des § 1356 BGB von vor 1977 wieder einführen? Frauen suchen sich nach wie vor durchaus Jobs die gut mit der Familie vereinbar sind. Es studieren zum Beispiel in etwa gleich viele Frauen Mathematik, jedoch geht der allergrößte Teil in Lehramt. Dort können sie problemlos Mütter werden. In der Informatik kann man zum Beispiel weniger flexibel eine 2-3 jährige Pause machen und siehe da die Frauenquote ist niedrig. http://www.tagesspiegel.de/wissen/geschlecht-und-wissen-mathe-wird-weiblich/9537174.html

          Frauen haben nach wie vor eine Wahl und die treffen sie auch selbstbestimmt. Diese gefassel von Druck und Beeinflussung ist mir absolut unveständlich. Es erscheint mir eher wie eine Zurückweisung der Eigenverantwortung die eben auch damit einher geht die Konsequenzen eigener Lebensentscheidungen zu akzeptieren. Früher konnte man nicht Vollzeit arbeiten und gleichzeitig Mutter sein. Heute kann man das schon und nein deshalb man muss es nicht!

        • @Alice:
          Da vertun sich aber viele. Lehrer können gar nicht unbedingt sooo gut Beruf und Familie miteinander vereinbaren. Sie können (vormittags) ihre Arbeitszeit z.B. nicht frei aufteilen. Elternzeit geht auch nur im Rhythmus der Schuljahre. Also Kinder am besten in den Sommerferien bekommen…
          Das mit der Informatik ist auch sehr vorurteilsbehaftet. Ich persönlich kenne eine Informatikerin, die wurde bekniet, nach der Geburt des ersten Kindes schnell wieder anzufangen. Hat sie dann, mit hohem Anteil an Telearbeit (auf Deutsch: home office).

        • Lehrerinnen und Medizinerinnen haben unter allen Akademikerinnen die höchste Geburtenrate. Das Lehramt bietet für Naturwissenschaftlehrinnen durchaus noch die Verbeamtung und auch die Arbeit beim Staat, bei dem zwar geringere Karrieremöglichkeiten bestehen als in der Wirtschaft, diese dafür mit Sicherheit aufwarten kann ist der Frauenanteil hoch. Das liegt auch daran das Teilzeitarbeit dort gerne gesehen ist. Man hat zwar oft durchaus Anspruch darauf in Teilzeit gehen zu dürfen, in der Wirtschaft will man aber doch lieber Vollzeitkräfte beschäftigen.
          Dass es eine Informatikerin gibt der home office ermöglicht wird, sagt dagegen nichts darüber aus ob die allgemeine Jobstruktur besonders mütterfreundlich ist. Der Arbeitgeber hat sich ja offensichtlich auch nur wiederwillig darauf eingelassen und wird in Zukunft lieber Männer einstellen um sich Umstände dieser Art zu ersparen und die entsprechende Frau könnte damit genauso gut weiterhin eine Ausnahme bleiben.

        • Das Rad ist innerhalb der kapitalistischen Dynamik nicht leicht zurückzudrehen, aber zu niedrige Löhne sind auch ein Problem jenseits der Geschlechterproblematik.

          Realistisch müssten wohl einerseits die Löhne stärker steigen um aus der säkularen Stagnation herauszukommen und dann müssten gleichzeitig immer mehr Frauen ganz oder teilweise Hausfrau machen.

        • @Alice: Da hast du mein Beispiel schön in deine Vorurteile reingezwängt.
          Die Firma, in der meine Bekannte Informatikerin arbeitete bietet allen Softwareentwicklern Telearbeit an. Meine Bekannte hat deshalb früh (bald nach dem Mutterschutz) mit 16h/Woche angefangen, weil die Firma das grundsätzlich jedem GUTEN Mitarbeiter ermöglicht.

        • Nochmal @Alice: verbeamtete Lehrer sind (in NRW, wo ich mich auskenne) nicht sehr flexibel. Es gibt zwar ein Recht, seine Stunden wegen Kindern zu reduzieren, nicht aber auf einen kinderfreundlichen Stundenplan. Lehrer sind übrigens keine Naturwissenschaftler.
          Übrigens: warum sind die allgemeinen Jobstrukturen nur „mütterfeindlich“? Mangelnde Teilzeitmöglichkeiten betrifft auch Männer, die gerne „aktive“ Väter wären…

        • Ich meine damit das die Lehrerinnn die eine Naturwissenschaft unterrichten Aussicht auf eine Verbeamtung haben. Mit Germanistik/Geschichte wird das eben schwieriger. Zu deinem Beispiel, es ist eben ein Einzelfall. Daraus kann man keine Rückschlüsse über die allgemeine Vereinbarkeit von Beruf und Elternschaft ziehen. Wenn sich in der Wirtschaft dahingegen einiges geändert hat und es mit home office gut funktioniert ist ja alles paletti. Ich erkläre mir die Berufwahl der Frauen eben damit, dass sie dort oft schon früh überlegen ob es mit einem zukünftigen klassischen Familienleben vereinbar ist. Lehramt gilt da weiterhin als gute Basis.

        • @Alice: bist/warst du selbst Mathe-Studentin?
          In meiner wilden Jugend habe ich auch mal angefangen Mathe auf Lehramt zu studieren (vor ca. 20 Jahren). Viele (geschlechtsunabhängig) haben auf Lehramt studiert, weil sie keinen Plan hatten, was sie sonst tun sollen (mich eingeschlossen). An die Verknüpfung Familie und Beruf hat damals keine(r) gedacht. An die Aussicht überhaupt mal nen Job zu bekommen schon eher…
          OK, keine Ahnung, ob das heute immer noch so ist.
          Wenn Frauen also bei der Berufswahl auf die Arbeitszeiten achten, wie erklärst du dir dann, dass Berufe mit so miesen Arbeitszeiten wie Krankenpflege oder Einzelhandel weiterhin Frauenberufe sind?

          • @goi

            „Wenn Frauen also bei der Berufswahl auf die Arbeitszeiten achten, wie erklärst du dir dann, dass Berufe mit so miesen Arbeitszeiten wie Krankenpflege oder Einzelhandel weiterhin Frauenberufe sind?“

            -Die jobs erlaubt häufig durchaus Kinderbetreuung, Mütter junger Kinder arbeiten dann halbtags in der Tagschicht und in dem Bereich ist eben jeder erst einmal ersetzbar
            – es sind helfende Berufe, ich denke das spricht viele Frauen als positive Botschaft an

        • – viele Frauen-Berufe haben extrem miese Arbeitszeiten, i.d.T.

          – man stelle sich nur mal den Familien“alltag“ vor in dem Job mit dem höchsten, denkbaren Frauenanteil (Hebamme). Als Selbstständige bedeutet das maximale Verantwortung, Erreichbarkeit und Flexibilität – und zwar fürn Hungerlohn

          – Einzelhandel wird normal nicht als helfender Beruf eingeordnet, sonst könnte man auch fast jeden Job „helfend“ nennen

  3. Für Sklaven beschweren sich diese Frauen aber etwas viel.
    Wer zwingt sie eigentlich so schnell wieder zu arbeiten? Die finanzielle Situation? Angst vor den Urteilen anderer „emanzipierter“ Frauen?

    In einer Sache hat sie völlig recht: Arbeit hat nichts mit Emanzipation zu tun. Auch Bauersfrauen im Mittelalter „durften“ arbeiten. Heute arbeiten viel zu viele Frauen in Jobs, die ihnen eigentlich gar keinen Spaß machen. Statt dem Ideal der Hausfrau, meint man heute dem Ideal der Karrierefrau entsprechen zu müssen.

    • Arbeit hat sehr wohl etwas mit Emanzipation zu tun. Wie verblendet muss man sein, wenn man das nicht sieht?

      Ich finde es eher erschreckend, wenn man glaub nur weil man jetzt die freie Option hat ohne Einverständnis des Ehemanns innerhalb einer Ehe die Rollen selbst auszuhandeln oder weitestgehend unkonnotiert nicht zu heiraten und keine Kinder zu haben, wären jetzt alle gezwungen diese Freiheit dahingehend zu nutzen sich gegen ein konservatives Leben zu entscheiden. Alle Frauen können nach wie vor Hausfrauen werden! Nur um mal von echtem gesellschaftlichen Druck zu reden: Wir reden hier von einer Zeit in der Frauen privilegiert wurden, wenn sie ihr uneheliches Kind nach der Geburt töten, weil es allgemein akzeptiert war, das es so dermaßen unschick ist ein uneheliches Kind zu haben, dass der Wunsch das Baby zu töten irgenwie nachvollziehbar erschien!
      http://lexetius.com/StGB/217,4

      Damals gab es noch ernsthafte feministische Anliegen und ich bin sehr froh nicht in dieser Zeit aufgewachsen zu sein. Wenn Leute den Mutterkult über alles hypen könnt die ja gerne in Saudi-Arabien leben, nach dem Motto, was für die Maße gut ist muss auch für dich gut sein. Ich persönlich habe da lieber eine Wahl.

      • Arbeit ist für 98% der Menschen das, was sie machen um über die Runden zu kommen. Da steht kein Unabhängigkeitsbestreben dahinter, sondern schlicht der finanzille Überlebenswille. Früher (in der Geschichte der BRD) wurden die Frauen von ihren Männern durchgefüttert, jetzt müssen sie es eben selber erwirtschaften.

        „Wenn Leute den Mutterkult über alles hypen könnt die ja gerne in Saudi-Arabien leben, nach dem Motto, was für die Maße gut ist muss auch für dich gut sein. “
        Noch zehn Jahre und die Frauen in Saudi-Arabien sind glücklicher (im Durchschnitt) als die Frauen hier. Mutter/Vater werden ist keine große Leistung. Mutter/Vater sein, ist die größte Leistung, die ein Mensch erbringen kann.

        Ich will mich hier nicht zum Bestimmer über andere Leben aufschwingen, aber wir dürfen nicht naiv sein. Mehr Freiheit bedeutet nicht automatisch mehr Zufriedenheit und Glücklichkeit. Freiheit gibt es nicht umsonst, es kostet uns Verantwortung und Anstrengung. Dem sollten wir uns bewusst sein.

        • Mancher Umfrage nach sind die Frauen in Ägypten die pharaonisch Beschnitten wurden sexuell aus zufriedener als die deutsche Frau. Ich denke es liegt eher daran, dass die geringer Ansprüche an ihr leben stellen, als daran das ein Leben ohne Schamlippen und Klitoris wirklich besser ist. Ähnlich sieht es dann auch mit dem Hausfrauenkram auf. Ich wiederhole mich:
          Wenn Frauen totunglücklich sind, weil sie kein konservatives Leben führen, braucht man sie hier in Deutschland lediglich daran erinnern das sie es durchaus genauso können wie immer schon.
          Und die Erwerbsarbeit ist heute definitiv weniger malochen als es das in der Vergangenheit der Fall war. Es gibt eine breite Fülle von Berufsmöglichkeiten man kann sich bemühen einen Job zu suchen oder sich für Berufe zu qualifizieren so dass einen die Arbeit nicht komplett ankotzt; und viele schaffen das sogar.

        • „Ich denke es liegt eher daran, dass die geringer Ansprüche an ihr leben stellen, als daran das ein Leben ohne Schamlippen und Klitoris wirklich besser ist“
          Was helfen der Frau hohe Ansprüche, wenn sie mit vierzig an Depressionen leidet? Ansprüche haben ist einfach, ihnen gerecht zu werden ist die echte Herausforderung.

        • „Mancher Umfrage nach sind die Frauen in Ägypten die pharaonisch Beschnitten wurden sexuell aus zufriedener als die deutsche Frau.“

          Quelle?
          Und wer bist Du eigentlich?

        • „Was helfen der Frau hohe Ansprüche, wenn sie mit vierzig an Depressionen leidet?“

          Ich kann mir irgendwie schlecht vorstellen, dass es Frauen geben könnte, die erst mit 40 eine erste depressive Episode erleben. Normalerweise ist das ein Alter, in dem Frauen verhältnismäßig zufrieden mit sich und ihrem Leben sind (wenn sie – noch – nicht die Bürde der privaten Pflege der älteren Angehörigen tragen müssen).

        • @Semikolon:
          Ich habe mich in dieser Aussage auf meine Erinnerung an den Wikipediaartikel zur weiblichen Beschneidung unter dem Punkt 8.2.1. „Einschränkung des sexuellen Empfindens“ bezogen : https://de.wikipedia.org/wiki/Weibliche_Genitalverst%C3%BCmmelung#Einschr.C3.A4nkung_des_sexuellen_Empfindens

          Bei meiner Aussage war mir vorallem folgender Absatz in Erinnerung:
          „Der unverzerrten wissenschaftlichen Erfassung von Auswirkungen verschiedener Beschneidungen auf die Sexualität steht entgegen, dass Daten diesbezüglich nur aus Befragungen gewonnen werden können. Gerade in den betroffenen Regionen stellt sich eine Befragung der Frauen jedoch als schwierig dar, da diese kulturell bedingt nicht sonderlich dazu geneigt sind, mit Fremden über ihre sexuellen Empfindungen und Probleme offen zu sprechen. Somit stützen sich viele Studien auf die Aussagen einiger weniger Probandinnen, deren Repräsentativität fraglich ist. Auch die Frage der Vergleichbarkeit steht aus: Da der Eingriff oft vor der Pubertät erfolgt, kennt die Mehrzahl der betroffenen Frauen nur die Sexualität aus der Perspektive des beschnittenen Zustands. Weiterhin ist die Einschätzung sowohl von Schmerz als auch von sexueller Lust vom kulturellen Hintergrund mitgeprägt, die Übertragung von westlichen Konzepten ist nicht ohne weiteres möglich. Entsprechend kommen die Studien zu diesem Thema zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen.“

          Es ging mir schlicht darum zu sagen, dass Glücklichsein ein relatives Konzept ist und auch in Ägypten die Frauen die Beschnitten sind nicht zwangsläufig als unterdrückte Opfer empfinden oder meinen aufgrund ihrer Beschneidung unglücklich sein zu müssen, während wir in Europa der Ansicht sind, dass weibliche Beschneidung ein schlimmes Verbrechen gegen Frauen ist. Es sind ja dort auch die Frauen, die sich für die Beschneidung aussprechen und diese mehrheitlich ausführen. Ich kann nicht mehr zurückverfolgen, wo ich es gelesen habe, aber es passt zu diesem Gedanken:
          Ich habe mal aufgeschnappt, dass Frauen nach dem 2.Weltkrieg sehr viel lascher über Vergewaltigung geurteilt haben und durchaus auch gegen die Erweiterung des § 177 StGB auf den Bereich der Ehe waren. Das wurde damit begründet, dass in einem Klima nach dem Krieg, die Frauen selbst häufiger Opfer sexueller Übergriffe geworden sind und in diesem Rahmen eben keine Zuwendung sondern Ablehnung für diese Stellung zu erwarten hatten. Im dritten Reich wurden Missbrauchsopfer gleich zu den sexuell verwahrlosten Frauen gerechnet:
          https://de.wikipedia.org/wiki/Sexuelle_Verwahrlosung
          Ich glaube man schütz sich in dieser Rolle selbst wie Kinder die von ihren Eltern geschlagen werden nach dem Motto:
          „Ich hab das auch erlebt und mir hat es ja nicht geschadet“. Immerhin ist es besser als Überlebensstrategie sich selbst als Gesund statt als hilfloses Opfer wahrzunehmen. Die Situation vor sich selbst runterzuspielen ist daher durchaus kluge Strategie. Es verfälscht aber die Einschätzung Außenstehender darüber als wie schlimm wir diese Konfliktfelder tatsächlich einstufen wollen. Daher sollten wir, wenn wir die Selbstauskunft von Frauen zu ihrer Lebenssituation/Lebensqualität mit diesem Wissen verknüpfen und durchaus die Möglichkeit ergründen, dass die beklagte Unzufriedenheit zum Beispiel einer Frau, die an sich den Anspruch stellt Mutter und gleichzeitig Karrierefrau zu sein eben gespieltes Elend ist, da man hier für gejammer fürsorgliche Zuwendung erwarten kann, während andernorts eine Frau die von sich selbst erwartet gute Ehefrau zu sein, in dem Fall, dass ihr Partner gewalttätig wird, bei sich selbst die Schuld suchen wird in der Hoffnung durch eigenes Verhalten die Situation zu ihren Gunsten wenden zu können, da sie von außen eben kein Verständnis oder Hilfe zu erwarten hat.

          Ich habe dazu einmal ein Strafverfahren zwischen einem syrischen Ehepaar im Gerichtssaal mitverfolgt: . http://www.sueddeutsche.de/panorama/vor-gericht-vater-wirft-kinder-aus-dem-fenster-jahre-haft-1.3233567
          Die Ehefrau äußerte sich dort mithilfe ihrer Dolmetscherin, dass sie erst durch andere Frauen im Flüchtlingsheim erfahren hat, dass sie, wenn ihr Mann ihr gegenüber gewalttätig ist, hier in Deutschland das Sorgerecht bekäme. In Syrien, so meinte sie, würde im Scheidungsfall der Mann das Sorgerecht bekommen, weshalb sie sich niemals zur wehr gesetzt hat. Diese Frau stellt an eine glückliche Ehe mit Sicherheit aus unserer Perspektive geringere Ansprüche als eine deutsche Frau. Das die Deutsche mehr jammert, auch wegen absoluter Nichtigkeiten, heißt daher nicht, dass diese auch tatsächlich unglücklicher ist oder in gleichweise psychisch belastet ist.
          Diese Syrische Frau zumindest würde sich selbst nicht als psychisch erkrankt beschreiben und beschreibt die Handlung ihres Ehemanns konsequent als „Unfall“. In ihrer eingeschüchterten Art zu sprechen und die beiläufige Erwähnung von Schlafproblemen, Kopfschemerzen und die bemerkbare Überforderung im Allgemein lassen aber darauf schließen, dass sie stark belastet wirkt. Eine deutsche Frau die über Vereinbarkeitsprobleme redet macht zumindest einen gesünderen und vitaleren Eindruck auf mich, als es diese Frau damals getan hat. Auch wenn erstere sehr viel häufiger betont ein Opfer von allem möglichen zu sein. Deshalb halte ich die westliche Gesellschaft auch für frauenfreundlicher als die Syrische, völlig unabhängig davon ob eine Studie basierend auf Selbstauskünften von Frauen oberflächlich das Gegenteil aussagen würde.

          Die zweite Frage erinnert mich an eines meiner Lieblingskinderbücher aus meiner Kindergartenzeit:
          https://de.wikipedia.org/wiki/Das_kleine_Ich-bin-ich
          Wie soll ich die Frage beantworten? Ich bin nicht berühmt und habe keine Blog oder ähnliches.

        • „Es ging mir schlicht darum zu sagen, dass Glücklichsein ein relatives Konzept ist und auch in Ägypten die Frauen die Beschnitten sind nicht zwangsläufig als unterdrückte Opfer empfinden oder meinen aufgrund ihrer Beschneidung unglücklich sein zu müssen, während wir in Europa der Ansicht sind, dass weibliche Beschneidung ein schlimmes Verbrechen gegen Frauen ist.“

          Und die Mehrheit der u.a. deutschen Mädchen und Frauen ist dazu konditioniert, ihre chemische Kastration als befreiend und häufig auch freie Wahl einzustufen. Obwohl die katholische Kirche die Ansicht vertritt, dass die medikamentöse Unterdrückung des Eisprungs gegen die Würde der Frauen verstoße und sogar ein grundsätzlich ebenso zuverlässiges Alternativkonzept anzubieten hat.

        • Ich habe keine Ahnung wie du jetzt von meinem Post auf dieses Thema überleiten konntest. Welche Meinung die katholischen Kirche irgendwo vertritt interessiert zumindest in Deutschland zum Großteil noch nicht einmal die als katholisch getauften und somit statistisch als solche erfassten Katholiken selbst. Ganz zu schweigen von den übrigen 71,1% der deutschen Bevölkerung. Warum wird deren Meinung jetzt so angeführt als sollte ich denen irgendeine Autorität beimessen?

          Zum anderen halte ich nichts auf dieses Konzept der „Konditionierung durch gesellschaftlichen Druck“. Wenn du die Pille nicht nehmen willst, dann lass es halt. Ich habe die selbst noch nie genommen und wurde bisher noch nicht verhaftet. Überhaupt ist das Thema Pille zumindest in meinem Umfeld nicht besonders relevant, weshalb die Frage ob man sie sich einschmeißt oder nicht, in allen Lebensbereichen in denen es nicht explizit um Verhütungs- oder Medikamentenverträglichkeitsfragen geht absolut irrelevant ist. Niemand wird jemals im Alltag danach gefragt oder daran gemessen werden ob man die Pille nimmt oder nicht. Man gilt nicht als unmoralisch oder schlecht und es juckt auch keinen, wenn man erzählt, dass man sie nicht verträgt oder aus sonstigen, meinetwegen auch ideologischen Gründen, boykottiert. Es ist ein Angebot, nicht mehr und nicht weniger.

        • Ich meine mal einen Post von Dir wahrgenommen zu haben, wo Du die Pille danach äußerst leichtfertig empfahlst (irgendwie in Zusammenhang mit promisken Frauen)?

          Mag sein, dass ich mich da jetzt täusche.

        • Der Zusammenhang wäre: Glück ist nicht nur relativ.
          Starke, künstliche Eingriffe in den Hormonhaushalt können jede Frau – ungeachtet der sonstigen äußeren Umstände – in die depressive Verstimmung treiben.

        • Ich hab die übrigens persönlich gar nicht aufm Schirm meiner Möglichkeiten. Bin wahrscheinlich zu alt dafür. Die hats in meiner Prägephase einfach noch nicht gegeben, deshalb gibts die bis heute in meinem Universum irgendwie nur in der Theorie…

          Ich kann mir auch nur so schwer den Moment vorstellen, in dem ich mich für sie entscheiden „müsste“. Kondom geplatzt o.ä.?
          Da würd ich schlicht immer hoffen, dass es gut geht.
          (Ich persönlich würd allerdings ohne medizinische Notwendigkeit eh nicht abtreiben und fragte sogut wie keine pränatal-Diagnostik nach. So eine bin ich. Will deshalb selbstverständlich aber niemanden zwingen, es mir gleich tun zu müssen)

        • Ähm? Okay, über das Internet werde ich schlecht das Gegenteil beweisen können. In dem Kontext sehe ich sogar ein, dass mein Geschlecht eine relevante Frage ist. Aber, wenn dir die Tatsache, dass man als Frau nicht die Pille nehmen muss so spanisch vorkommt, dass die einzige Lösung für dich ist zu glauben ich sei ein Mann, dann ist dir eben nicht zu helfen.

        • Du könntest auch strikt lesbisch sein, unfruchtbar oder entsetzlich unattraktiv plus asexuell. Aber ich halte „männlich“ dann doch für wahrscheinlicher…

        • Eine erwachsene, heterosexuell-aktive, westliche Frau dieser Epoche hat mit annähernd hundertprozentiger Wahrscheinlichkeit bereits aus irgendeinem Grunde in ihrem Hormonhaushalt rumpfuschen lassen. Es wäre merkwürdig, wenn sich hier jetzt nach breakpoint bereits die Zweite eingefunden haben wollte, die zwar anderen Frauen lapidar derartige Medikamente anempfiehlt, und aber selbst gleichzeitig keinerlei Erfahrungen damit gemacht haben will.

        • Meine an Dich persönlich gerichtete Eingangsfrage war nun allerdings die nach Deiner Sprecherposition. Denn die macht hier einen Unterschied, mein Lieber.

        • Ich empfehle die Pille nicht. Ich sage nur, dass niemand gezwungen ist diese einzunehmen, wenn sie es nicht will.

          Ich bin auch kein Mann, aber auch nicht hetero. Ich habe Sexualangst. Das beeinflusst meine Posts in soweit, als das ich durchaus betone, dass ich glaube jeder sollte zu jedem Zeitpunkt – in egal welcher Ekstase – eigenverantwortlich genug handeln können um zum Beispiel zu verhüten. Wenn mir eine Freundin erzählt man könne ab einem gewissen Zeitpunkt nicht mehr zum Kondom greifen, weil man völlig die Kontrolle über sich verliehrt, dann zieht sich mir der Magen zusammen.

          Mit dieser Aussage bleibe ich dabei, dass Frauen durchaus auch anders Verhüten können als mit der Pille. Zum Beispiel mit der Spirale oder (das ist wieder hormonell) mit der drei Monatsspritze oder einem Diaphragma. Man könnte auch innerhalb einer Beziehung versuchen kalendermäßig zu verhüten, auch wenn das sehr unsicher ist. Außerhalb von Beziehungen ist ein Kondom ja schon gesundheitlich anzuraten. Daneben kann man natürlich auch jede Art vonnicht penetrativen Sex ausleben, ohne die Pille zu brauchen.

          Falls das Wort „Sexualangst“ missverständlich ist: In Bezug auf mich selbst meine ich damit, dass ich als mir ein Junge die Hand auf den Oberschenkel geschoben hat und ich diese weggedrückt, er sie wieder aufgelegt hat und mit mir eine „Diskussion“ über meine Berechtigung ihn abzulehen abgefangen hat ich eine Art Panikanfall bekommen habe, der darin endete, dass ich mich im Bad in die Dusche übergeben habe. Das war zwar nicht korrekt von dem Jungen mich so anzugehen, eine Panik war aber absolut nicht erklärbar für mich und ich hätte mich souveräner verteidigen können, wenn ich keine Panik gehabt hätte. Zumdem war es mir maßlos peinlich wie schwach und eklig ich mich gefühlt habe, wegen eigentlich nichts. Danach habe ich Parties jeder Art strikt gemieden.

          Die sexuellen Labels nutze ich nicht, da ich ehrlich nicht weiß wie und auf was ich stehen würde hätte ich diese Panikgeschichte nicht. Ist das jetzt Persönliches genug?

        • Ich war übrigens absolut nüchtern und zum Thema:
          Ich bin nachwievor der Überzeugung, dass es schlimmeres gibt als die Pille. Es gibt sie erst seit 1951 und auch nicht überall auf der Welt. Sie ist bloß ein weiteres Mittel zur Verhütung.

        • Dein ungefähres Alter fehlte noch…

          „Mit dieser Aussage bleibe ich dabei, dass Frauen durchaus auch anders Verhüten können als mit der Pille. Zum Beispiel mit der Spirale oder (das ist wieder hormonell) mit der drei Monatsspritze oder einem Diaphragma. Man könnte auch innerhalb einer Beziehung versuchen kalendermäßig zu verhüten, auch wenn das sehr unsicher ist.“

          Nein, gar nicht. NFP ist bei richtiger Ausführung genauso sicher wie Hormoneinnahme, und mehr noch als die mechanischen Methoden. Die übrigens allsamt gefördert werden vom Gesetzgeber, weshalb es auch nicht zutreffend ist zu behaupten, niemand würden Medikamente aufgezwungen. Wir hatten mindestens eine syrische Kinderbraut, die der Dreimonatsspritze zustimmen musste zusätzlich zu den Millionen einheimischen Minderjährigen, dies durch Propaganda und staatsfinanziert „freiwillig“ tun; wir haben als geistig minderbemittelt eingeschätzte Frauen, die u.a. so von „unkontrollierter Fortpflanzung“ abgehalten werden (immerhin werden sie nicht mehr zwangsweise sterilisiert wie noch bis in die 1990er).

          Was könnte denn der Grund dafür sein, dass Menschen unserer ideologischen Sphäre überwiegend chemische Kastration (dauerhaft oder punktuell) von Mädchen und (jungen) Frauen euphorisch begrüßen oder mindestens gutheißen?
          Wir exportieren unseren anti-aufklärerischen Kurs ja sogar in alle Welt.

        • @; : Natürlich gibt es Frauen in der westl. Welt, die nie die Pille zur Verhütung benutzt haben. Es gibt Menschen mit deutlich erhöhtem Thromboserisiko. Von denen haben einige durchaus schon in jungen Jahren eine Thrombose (wodurch das Risiko auffällt). Diese nehmen dann nicht die Pille.
          Kenne zwei Fälle in meiner unmittelbaren Umgebung.
          Der werten Kommentatorin Alice die Weiblichkeit abzusprechen, weil sie die Pille nicht nimmt. Sehr unemanzipiert…

        • @all \ {Alice}:
          Keine Kondome zu benutzen, weil man zu geil oder zu besoffen ist, ist Blödsinn. Kann man trainieren. Auf Kondome „must habe“ kann man auch bestehen. Sich breitschlagen zu lassen, keine zu benutzen, ist unemanzipiert. Entgegen des Willens des Anderen keine Kondome zu benutzen ist Vergewaltigung.

          @Alice: habe dich extra rausgenommen. Wenn man von so etwas wie Sexualangst betroffen ist, bekommt man bestimmt schon genug „gute Tipps“ für zwei Leben.

        • „während wir in Europa der Ansicht sind, dass weibliche Beschneidung ein schlimmes Verbrechen gegen Frauen ist.“
          Manchmal weiß ich nicht ob Alice trollt. Aber zur Erläuterung: Die Beschneidung ist ein Eingriff in die Körperliche Unversehrtheit. Diese ist geschützt und kann nur in Ausnahmefällen, d.h. mit rechtlich gültigem Einverständnis der Beteiligten erfolgen oder es erfolgt eine entsprechende rechtliche Ersatzvornahme dieses Einverständnisses. Alles andere ist verboten. Mehr nicht. Ob es ein Verbrechen, oder ein schlimmes Verbrechen ist hat damit nichts zu tun. Es ist eine völlig unnötige Aufladung mit Bedeutungen. Verletzung der körperlichen Unversehrtheit reicht völlig aus.

        • „Ist es nicht dein Vorschlag gewesen das Geschlecht als rechtliche Kategorie ganz zu streichen? Ich hätte nichts dagegen.“
          Ich schon. Nicht umsonst gibt es z.B. den Wöchnerinnenunterhalt, den Schwangerenschutz u.ä.
          Und da ist Geschlecht nun einmal eine Kategorie, die sinnvoll ist.

        • https://dejure.org/gesetze/StGB/226a.html
          § 226a StGB
          (1) Wer die äußeren Genitalien einer weiblichen Person verstümmelt, wird mit Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr bestraft.
          § 12 StGB
          Verbrechen und Vergehen
          (1) Verbrechen sind rechtswidrige Taten, die im Mindestmaß mit Freiheitsstrafe von einem Jahr oder darüber bedroht sind.

          Man kann auch einfach das MuSchG an Schwangere richten, statt speziell an Frauen und schafft sich damit die Trans_* Probleme vom Hals.

      • „Arbeit hat sehr wohl etwas mit Emanzipation zu tun. Wie verblendet muss man sein, wenn man das nicht sieht?“

        Dann muss ich sehr verblendet sein, denn Arbeit ist für mich ein lästiges Übel.

          • @adrian

            Es kommt darauf an was er dafür im Gegenzug verlangt und wie sicher eine dauerhafte Unterstützung ist. Bringt dir ja wenig, wenn du deinen Job aufgibst und dann nach 10 Jahren joblosigkeit eine schlechte Rente und keine unterstützung mehr hast und nur noch einen wesentlich schlechteren Job erhältst

          • Worauf willst Du hinaus? Ich sage nur: Ich würde nicht arbeiten, wenn ich auch anders gemäß meinem Lebensstandard über die Runden kommen würden.

        • Es ist absolut bescheuert zu meinen ich hätte Arbeit nicht als Mittel zum eigenen Gelderwerb im Kontrast zur Version gemeint Abhängig vom Gehalt eines Ehemanns sein.

          Wenn man reich geerbt hat und von seinem Vermögen leben kann oder sonst ohne Gegenleistung regelmäßig Geld bekommt ist das natürlich für jeden besser als arbeiten.

        • „Wenn man reich geerbt hat und von seinem Vermögen leben kann oder sonst ohne Gegenleistung regelmäßig Geld bekommt ist das natürlich für jeden besser als arbeiten.“

          Dafür muss man in der Regel aber auch arbeiten und nicht zu knapp.

        • @adrian
          „Emanzipation ist aber subjektiv und nur an dem zu messen, was der einzelne möchte.“

          So hätten sie es gerne, den Begriff der Emanzipation völlig umzudefinieren. Bedeutet sonst lediglich gesetzliche Gleichheit und nicht autokratisch-feudale Selbstherrlichkeit in einem paradisischen Utopia.

          • Sorry, aber diese Deine Defintion ist für sich allein nicht korrekt :

            Emanzipation stammt von dem lateinischen emancipatio, was „Entlassung aus der väterlichen Gewalt“ oder auch die „Freilassung eines Sklaven“ bedeutet.

            Im 17./18. Jahrhundert erfolgte eine Bedeutungsverschiebung: Aus dem Akt des Gewährens von Selbstständigkeit wurde eine Aktion gesellschaftlicher und insbesondere politischer Selbstbefreiung (siehe auch Mündigkeit (Philosophie)). Neben die äußere tritt die innere Emanzipation: als Befreiung aus eigener Unmündigkeit und den Fesseln von Tradition, gesellschaftlichen Normen und vorgegebener Weltanschauung. Ziel emanzipatorischen Bestrebens ist ein Zugewinn an Freiheit oder Gleichheit, meist durch Kritik an Diskriminierung oder hegemonialen z. B. paternalistischen Strukturen, oder auch die Verringerung von z. B. seelischer, ökonomischer Abhängigkeit, etwa von den Eltern. Heutzutage steht der Begriff häufig synonym für die Frauenemanzipation.
            https://de.wikipedia.org/wiki/Emanzipation

            Befreiung aus einem Zustand der Abhängigkeit; Selbstständigkeit; Gleichstellung
            rechtliche und gesellschaftliche Gleichstellung [der Frau mit dem Mann]
            http://www.duden.de/rechtschreibung/Emanzipation

            ursprünglich Begriff der römischen Rechtssprache, mit dem der Vorgang bezeichnet wird, der den Sohn aus der väterlichen Abhängigkeit zur zivilrechtlichen Eigenverantwortlichkeit führt; der Emanzipationsakt konnte dabei nur vom Familienoberhaupt durchgeführt werden. Im Verlauf der geschichtlichen Entwicklung meint Emanzipation in zunehmendem Maße die soziale Gleichstellung benachteiligter Gruppen.
            http://www.wissen.de/lexikon/emanzipation

        • Es ist Emanzipation, wenn man eine Wahloption oder ein Recht bekommt, welches man vorher nicht gehabt hat. Vorher wurde am Geschlecht festgemacht, dass die Frau per se vorrangig für den Haushalt zuständig ist und ihre Erwerbstätigkeit dagegen nachrangig ist. Jetzt gibt es die Möglichkeit in einer Ehe die bestehenden Rollen selbst zu wählen. Dadurch wird gerade nicht – wie behauptet – eine Quasi-Pflicht geschaffen sich gegen eine Versorgerehe zu entscheiden. Die Situation, dass sich das Familien schlicht nicht leisten konnten gab es dagegen früher genauso wie heute. Deshalb galt es auch als Zeichen des Wohlstands, wenn man eine Hausfrau hatte.

        • @Alex Um reich zu erben muss man nicht arbeiten. Wenn man ohne Gegenleistung Geld bekommt, geht man dafür gerade nicht arbeiten, sonst erbringt man ja eine Gegenleistung.

        • Wenn eine Frau nicht mehr nur über einen Mann an Reichtum gelangen kann sondern auch durch eigene Erwerbsarbeit ist das Emanzipation.

        • @adrian
          Natürlich habe ich diesen Begriff „Emanzipation“ so weit es geht eingedampft, a la deiner Duden-Begriffserklärung. Besonders bei Wichipedia fällt mal wieder der weltanschauliche spin auf, der da allzuhäufig in irgendwas Politisches reingetragen wird.

          @Alice
          „Vorher wurde am Geschlecht festgemacht, dass die Frau per se vorrangig für den Haushalt zuständig ist“

          Nicht „die Frau“, sondern die Ehefrau, wie @Dummerjan dir schon versucht hat nahezubringen, gewaltiger Unterschied.

          „Um reich zu erben muss man nicht arbeiten…..“

          Davon zu leben, idR aber schon. Geld hat leider die Eigenschaft eher zu „verdampfen“ als sich von alleine zu „vermehren“ 😉

          „Wenn eine Frau nicht mehr nur über einen Mann an Reichtum gelangen kann sondern auch durch eigene Erwerbsarbeit ist das Emanzipation.“

          100% ZIel erreicht, wenigstens bei uns.

        • Klar, wenn Männer fürs nichts tun Geld bekämen im Sinne eines Grundeinkommens wäre es Gleichberechtigung, dieses Frauen auch zukommen zu lassen. Sowie Frauen, genau wie Männer Anspruch auf Sozialhilfe haben.

          Ist es nicht dein Vorschlag gewesen das Geschlecht als rechtliche Kategorie ganz zu streichen? Ich hätte nichts dagegen.

        • @Alex Wenn die Summe groß genug ist reicht es auch für ein Leben.

          Dass ich die Ehefrau meine ergibt der Kontext. (Kannst du natürlich leugnen, geht aber zu lasten deiner Fähigkeit zum Textverständnis.) Ich habe nicht behauptet, dass Frauen zur Ehe gezwungen werden. Diesbezüglich muss ich mir auch nichts „beibringen lassen“.

        • „der den Sohn aus der väterlichen Abhängigkeit zur zivilrechtlichen Eigenverantwortlichkeit führt; der Emanzipationsakt konnte dabei nur vom Familienoberhaupt durchgeführt werden. “
          In schöner Abstraktion haben die Römer auch Frauen als Pater familia (mein Latein ist so scheiße) anerkannt.

  4. Meiner Beobachtung nach achten viele Frauen zu sehr darauf, dass sie von möglichst allen (die sie nicht ignorieren) geliebt werden. Die einen verbiegen sich dafür (siehe Artikel), die anderen fordern, dass sich gefälligst die Raumzeit um sie herum verbiegt (postfaktischer Feminismus).
    Letzteres gibt es auch in der Version: „habe kapiert, dass ich (als Frau) tun und lassen kann, was ich will. Und jetzt feiert mich gefälligst dafür, was ich mache! Nicht-Applaudieren ist Diskriminierung!“

  5. Maras Gedanke:

    „Wir Frauen heute sind wie Sklaven …. allzeit bereit zu arbeiten, für alles und für jeden …. Zu wirklicher Emanzipation, nämlich „Befreit sein“, gehört aus meiner Sicht Ehrlichkeit!“

    Mara, dann sei so „ehrlich“, bzw konsequent, und „steig aus“ oder emphehl das wenigstens. Niemand schuldet dieser Gesellschaft irgendetwas, nur sich selbst.
    Vielleicht auch mal über deine Verwendung des Begriffs „Sklave“ nachdenken, wie falsch, unangemessen und bar jeden Einfühlungsvermögens der hier in diesem Zusammenhang ist.

      • Viel mehr als das. Es ist der Versuch unsere Gesellschaft insgesamt schlecht zu machen, um eine vage Utopie als Wunschvorstellung in den Kopf geneigter Leser zu pflanzen. Natürlich wieder mal eine Utopie, in der manche gleicher sind als andere.

  6. Die „Sklavin“ findet aber noch Zeit ein Blog zu gestalten, auf Kommentare zu antworten und im 2-4 Tagesrhythmus Artikel einzustellen….

    Ach ist das Leben als Frau doch eine Höllenpein…

    Jammern, jammern, jammern…

  7. Scheint mir wieder mal die alte Leier zu sein, Dinge grundlos zu gendern.
    Der Konflikt, dass man ökonomische Freiheit oft nur durch viel Arbeit, welche einen dann wieder Zeit und Kraft kostet erlangen kann, trifft beide Geschlechter. Aber statt einfach diese Klage mal wieder zu klagen wird das Frausein in den Fordergrund geschoben und schon klingt es, als würde hier was neues oder relevantes gesagt.
    Gibt es ja zu allen Themen: Ob Armut, Gesundheit oder Angst vor Verbrechen – allgemein will es keiner mehr hören, da wir es alle kennen, wenn aber DIE FRAU davor geschoben wird, erwacht in genug Leuten die Ritterlichkeit.

  8. Wie man an der Diskussion hier sieht, gibt es keine aktuell und allgemein akzeptierte Definition von „Emanzipation“.

    M.E. ist „emanzipiert“ im heutigen Sprachgebrauch weitgehend synonym zu „feministisch“, und es besteht eine starke Korrelation zwischen „emanzipiert“ (als Selbstbezeichnung) und „unsympathisch“.
    Ihre „Emanzipiertheit“ betonen vor allem diejenigen Frauen, die im Grunde so sein wollen wie ein Mann.

    In dieser Hinsicht sehe ich keinerlei kausalen Zusammenhang zwischen „Emanzipation“ und Erwerbstätigkeit.

    OT: Auch allen Lesern hier die besten Wünsche für ein erfolgreiches und gesundes Jahr 2017!

    • Ja. DIese Bedeutungsverschiebung des Emanzipationsbegriffs ist zu bedauern. Denn gerade in der bürgerlichen Frauenbewegung war der frühe Feminismus als Gegenmittel gegen die Judenemanzipation gedacht. So werden die antisemitischen und rassistischen Ursprünge des bürgerlichen Feminismus verwischt. Der Feminismus des sozialistischen Lagers, wie z.B. in Bebels oder Zetkins Schriften war hier eine rühmliche Ausnahme.

  9. Na ja, überhaupt aus der eigenen geschlechtlichen Blase heraus zu kommen und sowas wie Geschlechterdialog zu beginnen, wäre m.E. ein sehr guter Anfang der mir gerade hier besonders wichtig scheint.
    Das mit dem Sklaven der Kinder finde ich allerdings weniger schön.
    Von meinen beiden zieht die Große gerade aus und ich kann nicht verhehlen, dass ich mich freue im Sinne von „endlich habe ich mein Leben“ zurück, wohlwissend, dass Vaterschaft nie endet.
    Aber meine bisherige Vaterschaft als Sklaventum zu bezeichnen, passt schon deswegen nicht, weil so viel Schönes und Gutes dabei war. Dabei war es durchaus ein schmerzlicher und langer Prozess beginnend mit „nun ist mein eigenes Leben vorbei“ hin zu „es war das Beste was ich bisher gemacht habe“.
    Und wie sollte ich meinen Kindern je in die Augen schauen und ihnen bekennen: Ich war euer Sklave oder ihr habt mich versklavt. Das sähen meine Kinder sicherlich ganz anders, wenn nicht gar umgekehrt.
    Beste Grüsse
    Bullvolkar

  10. Vielleicht wäre es mal nett, wenn die Frauen, die behaupten, dass „Die Gesellschaft“ so hohe Ansprüche an sie als Mutter stellt, mal etwas konkreter sagen würden, wer und wie.

    Denn meiner Erfahrung nach sind das a) fast ausschliesslich andere Frauen aus dem weiteren bekanntenkreis (KiTa, Arbeit, Freund-eines-Freundes) und b) tun sie auch das nicht explizit als Forderung, sondern durch (natürlich extrem geschöntes) öffentliches Auslebens des Standards bei demonstrativer Betonung, dass „es ja jedem selbst überlassen ist, wie man das macht“.

    Oder, anders gesagt: die „hohen Ansprüche“ sind die intersexuelle Konkurrenz.

    Das Geflenne über die angeblichen „Übermuttis“ ist das weibliche Äquivalent zum Männlichen „Frauen stehen doch nur auf die Brieftasche“.

    • Ich frage mich auch wo das herkommt. Steht das in Frauenzeitschriften? Das Frauen, die sich weniger um ihre Kinder kümmern und dafür mehr erwerbstätig sind, Rabbenmütter sind, lese ich immer nur in Texten von Feministinnen wo sie behaupten dass das so ist.

  11. Zitat: „Wir Frauen heute sind wie Sklaven“

    An sich der erste Schritt hin zur Erkenntnis, dass jede fortlaufende kapitalitische „Optimierung“ zwangsläufig irgendwann unmenschlich werden muss!
    Der Zwang zu unbezahlten Überstunden, Leistungsoptimierung und Opferung der wenigen verbliebenen Freizeit für sonstige Jobaufwerung wird grösser und grösser … und kaum einer stellt das in Frage, organisierter Widerstand unmöglich.
    Eltern sind dabei besonders tragische Opfer. Anstatt für sich selbstbewusst in Anspruch zu nehmen dass sie wegen der Kinderaufzucht bei der „Menschenverwertung“ eigentlich geschont werden müssten, betreiben sie an sich selbst extremen Raubbau um mit Kinderlosen mithalten zu können.
    Diese willige Fügung in doppelte Ausbeutung macht sie allesamt anfällig besonders reaktionär zu werden, da sie keine Zeit und Kraft mehr haben noch über etwas nachzudenken und jeden in Grund und Boden verdammen der nicht ebenso bereit ist extremen Raubbau an sich selbst zu betreiben.

    Der nächste Erkenntnisschritt nach „Wir Frauen heute sind wie Sklaven“ wäre eigentlich „Wir sind heute alle wie Sklaven“ (von der Oberschicht abgesehen), aber wenn schon dieser Schritt nicht mehr geschafft wird, wo soll es dann noch Hoffnung auf Widerstand geben?

    Das ist auch kein Kapitalismus mehr, das ist schon längst Feudalismus!

    Dass man von Frauen dabei am wenigsten Widerstand erwarten darf verwundert gar nicht. Denn bei deren urtümlicher Akzeptanz der Haremsgesellschaft und sozial-darwinistischen Prinzipien ist die kritiklose Unterwerfung gegenüber kapitalistischen Prinzipien nur folgerichtig.
    Die sollen also mal aufhören zu jammern, denn wenn es eine Gruppe ist, die dieses System so will wie es ist, dann sind es Frauen!

  12. „Ich finde es immer schade, wenn solche Betrachtungen angestellt werden, ohne das die Situation der Väter mit besprochen wird. Denn mit gleichen Recht könnte man auch viele Väter als „wie die Sklaven“ bezeichnen, oder eben beide Eltern als Sklaven ihrer Kinder, die sie betreuen und großziehen müssen. Denn auch viele Väter haben ja nicht etwa plötzlich Urlaub ohne die Familie, sie haben einen Job und wenn sie nach Hause kommen, dann sollen sie eben natürlich auch für das Kind da sein.“

    Väter sind erheblich besser darin sich neben Job und Familie noch „ein Privatleben“ zu erhalten als Mütter (egal ob diese außerhäuslich arbeiten oder nicht). Sie treffen sich mit Freunden und quatschen dann _nicht_ über Kinderkram, sie machen Sport-, Touren, Ausflüge – allein! Manchmal auch mit Übernachtungen, und gemeint sind natürlich nicht Dienstreisen, die ich mir mit nur einem Kind auch noch ab und an gönnte.

    • Und was hält die Frauen ab, sich auch mal mit Freundinnen zu treffen und sich über was anderes als Kinder zu unterhalten? Was hält sie ab, einfach mal nen WE wegzufahren?
      Ich kenne Frauen, die machen das. Sie fordern das von ihren Partnern ein, ihnen das zu ermöglichen…

      • Ich fands krass damals, ich erinnere es noch genau: die erste Party mit Baby aufm Arm. Ich (Exot weil „Frühstarter“ in meiner Alterskohorte) hab mir den Mund fusselig geredet all die Säuglingsbezogenen Fragen zu beantworten, mein hinterher zum Liebsten, ob ers denn als ebenso stressig-eindimensional erlebt hätte. Übers Kind hätte niemand was von ihm wissen wollen, sagte der da doch glatt. „Und worüber habt ihr dann geredet?“ – „Och: Politik, Spiele, Kinofilme und Serien und so Kram halt“. Unfassbar.
        Aber mit der Zeit wird Alles besser. Die meisten seiner Freunde sind nämlich auch Papas inzwischen.

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