Benachteiligung im Job, Feminismus und „Daueropfer sein“

Auf Spiegel.de findet sich ein interessanter Artikel zu „Benachteiligungen im Job“. Es geht allerdings nicht um Frauen, sondern ganz allgemein um Personen, die sich benachteiligt fühlen. Auf dem Bild zum Artikel war dementsprechend ein Mann zu sehen, der sich ausgegrenzt fühlt. Auch nur wegen dieser geschlechtsneutralen Ausrichtung zieht der Artikel ziemlich über Leute her, die sich im Job benachteiligt fühlen:

Eine der mit Abstand beliebtesten Rollen auf der großen Bühne des Arbeitslebens ist die des Opfers. Täter will niemand sein, Opfer schon. Denn diese Rolle ist so angenehm einfach. Die anderen sind an allem schuld, man selbst braucht sich keine Gedanken zu machen und schon gar nicht mit Zweifeln an der eigenen Person zu beschäftigen.

Manche spielen die Rolle mit besonders großer Leidenschaft – weil sie sich ungerecht behandelt, notorisch übergangen oder benachteiligt fühlen. Kurzfristig kann das Linderung verschaffen, langfristig macht es alles noch schlimmer. An diesen sechs Anzeichen erkennen Sie, ob Sie Gefahr laufen, zum Dauer-Opfer zu werden.

Also ein Artikel, der sich an Leute richtet, die Gefahr laufen, zum Daueropfer zu werden. Mal sehen, wie die Tipps in Bezug auf den radikalen Feminismus abschneiden:

1. Sie wollen Rache

Der Wunsch nach Rache kann uns beflügeln, anspornen und sogar befriedigen. Allerdings nur für kurze Zeit. Studien haben gezeigt, dass Rachsüchtige auch nach vollzogener Vergeltung noch unglücklich waren, sogar deutlich unzufriedener als Probanden ohne Rachegelüste. Sie ärgerten sich innerlich noch immer über ihren Peiniger, grübelten, ob die Heimzahlung auch wirklich vollbracht, die Rechnung tatsächlich beglichen war. Gekränkte Eitelkeit zwingt auf Dauer in die Opferrolle – und macht unglücklich.

Das wäre interessant: Wollen einige Feministinnen schlicht Rache für etwas, was sie meinen, dass die Männerwelt oder bestimmte Männer ihnen angetan haben? Evtl auch dafür, dass sie innerhalb der intrasexuellen Konkurrenz ihren Platz eher weiter unten sehen. Der Mann als Sündenbock schimmert ja beim Feminismus nur all zu deutlich durch.

2. Sie übernehmen keine Verantwortung

Lamentieren, sich beklagen, die Schuld stets bei anderen suchen – das ist der kürzeste Weg in die Opferrolle. Klar ist: Nicht alles im Leben können wir kontrollieren. Eine ganze Menge aber schon. Was studiere ich – oder mach ich doch lieber die Ausbildung? Wage ich die Selbstständigkeit oder nicht? Lass ich mir die Tiraden meines Chefs noch länger gefallen oder kündige ich? Für die wichtigsten Entscheidungen im (Berufs-)Leben sind wir selbst verantwortlich, keine höhere Macht.

Es gibt glaube ich keine Ideologie die so systematisch von aller Schuld entbindet wie der Feminismus oder Intersektionalität. Zumindest dann, wenn man der Opfergruppe zugehört. Feminismus bedeutet, dass man noch nicht einmal erklären muss, was schiefläuft, der andere muss sich statt dessen hinterfragen und das selbst ermitteln. Alle Umstände, die zur Opferrolle beitragen sind externe Gründe. Frauen werden Privilegien vorenthalten, die Männern zukommen, deswegen geht es ihnen schlechter. Die patriarchische Gesellschaft ist an allem schuld, die Erziehung von Kinderzeiten an, der man sich ja nicht erwehren konnte. Unsichtbare Machtstrukturen verhindern jeden Erfolg. Frauen, die widersprechen oder etwas nicht machen, haben nur die gesellschaftliche Frauenfeindlichkeit internalisiert und hassen sich jetzt selbst. Frauen werden auch gehindert STEM-Fächer zu studieren, auch dann, wenn die langjährige Feministin lieber selbst Literaturwissenschaften oder Gender Studies als Fach wählt. Jegliche Anfoderungen zur Änderung wären Victim Blaming.

3. Sie vergleichen sich ständig mit anderen

Sieht der Kollege wirklich besser aus als ich? Hat mein Abteilungsleiter einen höheren IQ? Vergleiche sind menschlich, helfen bei der Selbsteinschätzung. Aber fest steht auch: Gewinnen können Sie den Vergleich nie. Es gibt immer jemanden, der schöner, reicher, stärker, witziger, schlauer ist. Neid, Unsicherheit, ein in sich zusammenkrachendes Selbstwertgefühl können die Folge sein. Was hilft? Der Mut zur eigenen Imperfektion. Vergleichen Sie sich doch mal mit sich selbst. Was machen Sie jetzt besser als früher? Besinnen Sie sich auf die eigenen Stärken und beschränken Sie den Vergleich mit anderen auf ein Minimum

„Männer haben aber mehr Privilegien, mehr Führungspositionen, mehr Geld, mehr Vorteile“ (aber die Überstunden, die andere Jobwahl, das mehr an Einsatz blenden wir mal aus). Frauen haben auch gar keine Chance daraus zu kommen, weil sie von der Gesellschaft unterdrückt werden, für ein besinnen auf die eigenen Stärken ist da kein Raum.

4. Sie bemitleiden sich

Personen, die sich stark selbst bemitleiden, übernehmen mehr Verantwortung für ihre Fehler als extrem selbstbewusste Typen. Wenn aber Selbstmitleid zu einer chronischen Begleiterscheinung wird, greifen Ohnmacht und Frust um sich. Deshalb: Den Blick nach vorne richten, konkrete Ziele für die Zukunft setzen, alte Kapitel zuschlagen. Andernfalls kommt man aus der ewigen Opferrolle nur sehr schwer wieder hinaus. Und langfristig genützt hat Selbstmitleid noch niemandem, auch wenn es für einen kurzen Zeitraum ganz angenehm sein kann.

„Buhu, Frauen waren schon immer unterdrückt und haben es überall schwerer“. Den Blick nach vorne richten, ich denke das wäre auch schon Victim Blaming. Viele Frauen haben bekanntlich schon Probleme überhaupt auf die Straße zu gehen. Einfach mal das Kapitel zuschlagen und die angebliche Benachteiligung ausblenden? Es wäre innerhalb der feministischen Theorie vollkommen unmöglich. Auch wenn Frauen natürlich heute studieren können, was sie wollen.

5. Sie wissen nichts zu schätzen

Seien Sie dankbar! Wer sich den Tag wegen der falschen Marmeladensorte auf der Stulle oder eines trödelnden Opis an der Supermarktkasse vermiesen lässt, wird auch die schönen Dinge im Leben (und im Job) nicht zu schätzen wissen. Dankbarkeit für das bisher Erreichte, Zufriedenheit über kleine und große Erfolge – das erhöht auch im Beruf die Motivation und verhindert, dass Sie es sich in der Opferrolle gemütlich machen.

Mikroaggressionen! Es gibt keine Kekse fürs Ally sein! Alles stützt das Patriarchat und alles ist sexistisch!

6. Sie lästern

Über die Kollegen und den Chef wird besonders gern gelästert. Lästern ist menschlich, befreiend und dient uns sogar als soziales Warnsystem. Aber Dauer-Lästern ist eben auch ein Zeichen von Schwäche. Wer gerne und ausgiebig über andere herzieht, will sich über sie erheben, von seinen eigenen Unzulänglichkeiten ablenken und begibt sich dadurch indirekt in die Opferrolle. Wichtig: Halten Sie sich von den Lästermäulern in Ihrer Firma fern – in der Regel reden die auch über Sie schlecht, sobald Sie ihnen den Rücken zu wenden.

„Lästern“ ist vielleicht der falsche Begriff, aber das männerhassende Element des Feminismus wäre die eine Sache, das Herziehen über Frauen, die sich nicht so verhalten, wie der Feminismus das gerne möchte, das andere. Dazu kommt natürlich noch einiges an internen Grabenkämpfen im Nicht-Gut-Genug-Feminismus

Und jetzt Schluss damit

In die Opferrolle kommt man leichter hinein als hinaus. Aber niemand ist in ihr gefangen. Wer sich bewusst ist, dass er sich gerade in die Rolle des Opfers begibt, hat schon den ersten Schritt zum Ausbruch getan. Ab jetzt gilt: Sie entscheiden, wie Sie mit welcher Situation umgehen. Wenn Sie Verantwortung übernehmen, übernehmen Sie auch Kontrolle.

Manchmal läuft nicht alles nach Plan. Ungerechtigkeiten kommen vor, doch so geht es jedem einmal. Denken Sie daran, dass nicht immer alles klappen kann, dass Sie keine Schuld daran haben, und bleiben Sie positiv und selbstbewusst.

Wer schlecht von sich selbst denkt, neigt eher dazu, sich in der Opferrolle einzunisten. Nicht nur, weil es einfach ist, sondern weil man von sich selbst glaubt, es nicht anders verdient zu haben. Wächst das Selbstwertgefühl, wird es zunehmend auch einfacher, Verantwortung zu übernehmen. Sie besinnen sich auf Ihre Stärken, wissen, worin Sie gut sind und akzeptieren sich so, wie Sie sind – mit dieser Erkenntnis können Sie selbstbewusst handeln.

Sollten sich denke ich einige Feministinnen dringend zu Herzen nehmen.

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37 Gedanken zu “Benachteiligung im Job, Feminismus und „Daueropfer sein“

  1. Ach Christian, der Kontext von solchen SPIEGEL-Artikeln ist doch ein ganz anderer. Das ehemalige „Sturmgeschütz der Demokratie“, inzwischen mutiert zum neoliberalen Bonzenstürmer, bringt immer wieder solche Artikel die in’s immer gleiche Horn stossen:
    In einer globalisierten Welt mit Rationalisierung, Automatisierung, Robotisierung und Outsourcing bis auf die andere Seite der Welt sind die Menschen keine Opfer wenn sie mit 35 zum alten Eisen gehören und die Jungen sich um die stets weniger werdenden guten Jobs prügeln, sich dabei mit kostenlosen Praktikas anbiedernd …. neeeeeeiiiiiiin ….. die sind ALLE SELBER SCHULD. Hätten sich mal bilden sollen. Jeder hat die Chance nach ganz oben zu kommen.

    Dass Du als Fan der Evolution, damit potentiell auch Sozialdarwinist, auf diesem Auge blind bist, wundert gar nicht. Für Dich ist vermutlich dieses gesellschaftszerstörende Rattenrennen nach unten der ganz normale Gang der Dinge, oder?

    Menschen sind ja halbe Tiere, und Evolutionsfans sind mir allein schon deswegen Suspekt, wegen ihrem Hang zur versteckten Glorifizierung des Animalischen. Tragen mit stolzgeschwellter Brust ihre Theorie vor sich her, sind aber nicht in der Lage zu erkennen dass das Menschsein auch die Aufgabe hat, das Tier in sich zu überwinden und sich dagegen zu stellen, dass solche Rattenrennen nach unten von Drecksblättern wie dem SPIEGEL gesellschaftlich hoffähig bleiben.

    • In einer globalisierten Welt mit Rationalisierung, Automatisierung, Robotisierung und Outsourcing bis auf die andere Seite der Welt sind die Menschen keine Opfer wenn sie mit 35 zum alten Eisen gehören und die Jungen sich um die stets weniger werdenden guten Jobs prügeln

      EvoChris, der Biosoph.

      Das ist kein Unsinn, sondern gut beobachtet. Es ist auch kein Wunder – wieder richtig festgestellt – dass Christian mit seinem Biogedöns die Konkurrenz und den Druck im modernen Arbeitsleben in einem Arbeitgebermarkt, dem sich viele schlicht nicht mehr gewachsen fühlen, als naturgegeben auffasst, was ihm eine kritische Anschauung verunmöglicht. Selbstverständlich ist seine Biosophie in letzter Konsequenz sozialdarwinistisch, was denn sonst.

      • „dass Christian mit seinem Biogedöns die Konkurrenz und den Druck im modernen Arbeitsleben in einem Arbeitgebermarkt, dem sich viele schlicht nicht mehr gewachsen fühlen, als naturgegeben auffasst, was ihm eine kritische Anschauung verunmöglicht.“

        Ich halte Faulheit auch für biologisch. und natürlich könnte eine GEsellschaft auch darauf aufbauen. Sie wäre dann nur nicht konkurrenzfähig. Konkurrenz bringt Inovation, bringt Fortschritt, bringt Luxus, bringt Gesellschaften, in denen Leute leben wollen.

        Sozialdarwinismus hat damit auch nichts zu tun. Ich will die Gesellschaft ja nicht daraufhin genetisch optimieren

        • Zitat Christian: „Ich halte Faulheit auch für biologisch.“

          Haha, erwischt!

          Gerade Du und alle anderen Fans der Naturwissenschaften dürfen genau das nicht sagen, ansonsten seid ihr schlicht inkonsequent!

          Bei der grundsätzlichen Frage ob man immer selbst schuld, oder immer die anderen an allem Schuld sind, gibt es keine „gute“ Antwort mit der man auf der sicheren Seite ist.

          Fans der Naturwissenschaften haben dabei aber gar keine Wahl weil
          1. laut Neuroforschung kein freier Wille existiert
          2. der physikalische Determinismus nicht gebrochen werden kann

          Mir gefällt der Gedanke ja auch nicht, aber nimmt man die Wissenschaft ernst, bleibt einem gar nichts anderes übrig als annehmen zu müssen dass jede Handlung und jeder Gedanke fest vorgegeben ist.
          Hier von Fleiss oder Faulheit zu reden ist schlicht Bullshit. Wer das machen will muss von einem freien Willen ausgehen, der aber wissenschaftlich nicht begründbar ist und nur als mythischer Glaube existieren kann.

          Genau das ist die Achillesferse all jener die einerseits wissenschaftsgläugig sind und andererseits in das Horn von Leistung, Anstrengung, Disziplin usw. tuten:
          Sie sind allesamt inkonsequente Rosinenpicker die bei ihren Forderungen einen freien Willen voraussetzen den sie dann aber im Rahmen ihrer Wissenschaftlichkeit wieder leugnen.

          • @peter

            „Haha, erwischt! Gerade Du und alle anderen Fans der Naturwissenschaften dürfen genau das nicht sagen, ansonsten seid ihr schlicht inkonsequent!“

            Warum? Energie sparen ist ja biologisch sinnvoll.

            „Bei der grundsätzlichen Frage ob man immer selbst schuld, oder immer die anderen an allem Schuld sind, gibt es keine „gute“ Antwort mit der man auf der sicheren Seite ist.“

            Die beiden extreme sind selten der richtige Weg.

            „Fans der Naturwissenschaften haben dabei aber gar keine Wahl weil
            1. laut Neuroforschung kein freier Wille existiert
            2. der physikalische Determinismus nicht gebrochen werden kann“

            Ich gehe von einer Disposition aus. Keinem Determinismus.

            „Mir gefällt der Gedanke ja auch nicht, aber nimmt man die Wissenschaft ernst, bleibt einem gar nichts anderes übrig als annehmen zu müssen dass jede Handlung und jeder Gedanke fest vorgegeben ist.“

            Blödsinn.

            „Hier von Fleiss oder Faulheit zu reden ist schlicht Bullshit. Wer das machen will muss von einem freien Willen ausgehen, der aber wissenschaftlich nicht begründbar ist und nur als mythischer Glaube existieren kann.“

            Vielleicht solltest du das erst einmal näher ausführen.
            Dazu auch:
            https://allesevolution.wordpress.com/2014/01/13/nochmal-freier-wille-vs-biologische-dispositionen/
            https://allesevolution.wordpress.com/2012/05/08/freier-wille/
            https://allesevolution.wordpress.com/2011/02/10/der-mensch-und-freier-wille/

            Genau das ist die Achillesferse all jener die einerseits wissenschaftsgläugig sind und andererseits in das Horn von Leistung, Anstrengung, Disziplin usw. tuten:
            Sie sind allesamt inkonsequente Rosinenpicker die bei ihren Forderungen einen freien Willen voraussetzen den sie dann aber im Rahmen ihrer Wissenschaftlichkeit wieder leugnen.

        • „Fans der Naturwissenschaften haben dabei aber gar keine Wahl weil
          1. laut Neuroforschung kein freier Wille existiert
          2. der physikalische Determinismus nicht gebrochen werden kann“

          Was für ein Unsinn. Wo wird denn heute in den Naturwissenschaften ein unbrechbarer Determinismus für komplexe Systeme behauptet?

        • „Haha, erwischt!
          Gerade Du und alle anderen Fans der Naturwissenschaften dürfen genau das nicht sagen, ansonsten seid ihr schlicht inkonsequent“

          Wieso? Du kannst doch so faul sein, wie Du willst. Du hast nur keinen Anspruch darauf, dass andere Dich dann mitziehen.

        • @ Peter

          „Genau das ist die Achillesferse all jener die einerseits wissenschaftsgläugig sind und andererseits in das Horn von Leistung, Anstrengung, Disziplin usw. tuten:
          Sie sind allesamt inkonsequente Rosinenpicker die bei ihren Forderungen einen freien Willen voraussetzen den sie dann aber im Rahmen ihrer Wissenschaftlichkeit wieder leugnen.“

          Wir können halt nicht anders, unsere Gedanken sind physikalisch determiniert. Und wenn die Bundestagsabgeordneten beschließen, Faulen das Arbeitslosengeld zu kürzen, dann musst du das einfach als physikalischen Prozess sehen, den man nicht beeinflussen kann. Ist eben alles determiniert.

        • @Peter
          Da rollt es einem echt die Fußnägel auf

          „1. laut Neuroforschung kein freier Wille existiert“
          Das sehen Neuroforscher allerdings durchaus anders.
          Z.B.
          https://www.charite.de/service/pressemitteilung/artikel/detail/wie_frei_ist_der_wille_wirklich/
          „2. der physikalische Determinismus nicht gebrochen werden kann“
          Es ist bewiesen, dass der Physikalische Determinismus des 19 Jhdrts falsch ist.
          – Heisenbergs Unschärferelation setzt der Erkenntnisfähiglkeit und damit der Berechenbarkeit absolute Grenzen.
          – Die Chaostheorie zeigt, dass aus ähnlichen und teilweise nicht unterscheidbaren Ausgangszuständen vollkommen Unterschiedliche Endzustände resultieren können.
          u.s.w.
          u.s.fort.

        • Konkurrenz bringt Inovation, bringt Fortschritt, bringt Luxus, bringt Gesellschaften, in denen Leute leben wollen.

          Und Gewalt und Krieg. Du hast schon eine ziemlich naive Sicht. Zudem eine eurozentrische. Für einen ansehnlichen Teil der Welt ist nix mit Luxus und Wohlstand. Und sag mir nicht, dort mangle es an Konkurrenz und Wettbewerb. Der findet genau so statt und wird möglicherweise sogar härter und kompromissloser ausgetragen. Schau dich doch mal etwas um in dieser Welt. Es gibt da noch was ausserhalb von Bielefeld. Ehrenwort!

      • „Das ist kein Unsinn, sondern gut beobachtet. Es ist auch kein Wunder – wieder richtig festgestellt – dass Christian mit seinem Biogedöns die Konkurrenz und den Druck im modernen Arbeitsleben in einem Arbeitgebermarkt, dem sich viele schlicht nicht mehr gewachsen fühlen, als naturgegeben auffasst, was ihm eine kritische Anschauung verunmöglicht. “

        Wer sich dem Druck der Konkurrenz nicht gewachsen fühlt, kann aus dem modernen Arbeitsleben aussteigen, muss dafür aber auf Wohlstand verzichten. So einfach ist das.

        • Wer sich dem Druck der Konkurrenz nicht gewachsen fühlt, kann aus dem modernen Arbeitsleben aussteigen, muss dafür aber auf Wohlstand verzichten. So einfach ist das.

          Wieso soll ich auf Wohlstand verzichten, nur weil ich faul bin? Es gibt viele, viele faule Leute, die nichts, aber auch gar nichts leisten und in Saus und Braus leben.

          Ausserdem ist Faulheit eine Tugend. Ohne faule, aber kreative Leute wie mich gäbe es kaum Innovationen wie das Automobil, die Waschmaschine, der elektrische Bohrer undundund, die der Bequemlichkeit dienen. Fleissige Leute sind der wahre Bremsklotz der technologischen Entwicklung. Typus Biosoph, dem nichts weiter einfällt als noch schneller im Hamsterrad zu strampeln.

          • „Wieso soll ich auf Wohlstand verzichten, nur weil ich faul bin?“

            Weil du zu faul bist, deine Lage zu ändern?

            „Es gibt viele, viele faule Leute, die nichts, aber auch gar nichts leisten und in Saus und Braus leben“

            Aber die müssen ihre Lage auch nicht ändern, sie können faul sein

        • Weil du zu faul bist, deine Lage zu ändern?

          Ich lebe ja in ansehnlichem Wohlstand, muss dafür aber arbeiten. Das ist gegen meine (faule) Natur. Als Biosoph solltest du das verstehen.

          • „Ich lebe ja in ansehnlichem Wohlstand, muss dafür aber arbeiten. Das ist gegen meine (faule) Natur. Als Biosoph solltest du das verstehen.“

            klar, verstehe ich gut. Es ist nicht gegen deine Natur an sich. Denn Wohlstand und einen gewissen Status haben zu wollen ist ebenfalls biologie

    • “ dass das Menschsein auch die Aufgabe hat, das Tier in sich zu überwinden und sich dagegen zu stellen,“

      Spannend!
      Du weisst aber schon, dass bislang JEDER diesbezügliche Versuch des Menschen sattsam in die Hose gegangen ist?
      (und es laufend weiter tut, und trotzdem glauben immer noch einige, dass der „Kampf GEGEN die Natur“ gewonnen werden kann.

      Ich weiss, dass ich nicht weiss – aber von einem bin ich mir ganz sicher: Die Natur wird uns Menschen letztlich überleben.
      (Und im Mindesten die Kakerlaken auch. 🙂 )

  2. Ich kann mir vorstellen, dass es auf einschlägigen Sites von Feministen (und solchen, die es werden wollen) Artikel gibt, die das gleiche auf die MRAs beziehen.
    So z.B. siehst dich ständig als Opfer der Familienrichter, hättest du mal mehr Zeit mit deinen Kindern verbracht, etc. pp

  3. Ich glaube auch bei Feministinnen grundsätzlich daran, dass sie den Weg des geringsten Widerstandes gehen; was konsequent zu Ende gedacht aber eben auch heisst, dass die Opferrolle für sie insgesamt am erträglichsten ist und ihnen am wenigsten Schmerzen bereitet. Ich glaube ein Blick in den Spiegel ohne Ausreden wäre mehr als nur das Wegfallen einer Rolle, sondern eine komplette, echte Dekonstruktion der eigenen Person und würde jahrelange psychologische Investitionen zunichte machen.

    Ich meine, was für eine Person ist eine Yasna Strick, eine Dworkins ausserhalb der kranken Pantomime des Intersektionalismus? Wenn mann die verkrusteten, durch eingebildeten Mikroagressionen vernarbten Schichten der Persönlichkeit abzieht, was bleibt denn da übrig? Selbst die Hobbies von Feministinnen sind ja nur aus dem Gesichtspunkt gewählt worden, um möglichst grossen Anstoss zu produzieren (Gamergate, etc…) und um die eigene Benachteiligung zu zementieren und schlussendlich gerecht hassen zu dürfen. Sogar ihre Lebensziele bestehen aus abstrakten, unmenschlichen Forderungen wie der kollektiven Befreiung aller Frauen aus dem Joch des Patriarchats. Kein Haus am Waldrand mit einem Mann, keine Kinder, kein Leben ohne Konfrontation und Verletzung und vor allem keine Zukunft ohne den ewigen Krieg gegen übermächtige Gegner.

    Wer sich so etwas freiwillig auswählt, der hat doch schon lange keine Wahl mehr.

  4. Ich finde diesen Artikel sehr interessant. Teilweise ist es die reine Wahrheit, dass in einer Opferrolle es die beste Taktik ist, das Selbstwertfgefühl auf zu bauen. Denn wenn man wirklich Opfer einer Situation oder Person wurde, ist es oft den Tätern nicht einmal wirklich bewusst was sie angerichtet haben. Oft winden sie sich so lange wie eine Schlange, bis sie sich selbst als Opfer sehen.

    Was ich persönlich nie verstand ist, warum man da nicht mehr raus kommt. Früher unter uns Freunden galt ein Schulterklopfer oder manchmal eine Träne als das Ende der Auseinandersetzung.

    Heute gibt es auch sehr viele nette Frauen die wegen einer Daueropferrolle überall anecken. Es stimmt schon, dass das echte Opfer, eben auch halt mal ein Mann, in dem, Fall nicht Ernst genommen wird.

    Ich habe viel über das Thema gelesen und finde es ausserordentlich interessant. Noch Sonntags, ein gestandener Mann der als Fussballmacho im Fernsehen über Missbrauch an Jungs im Fussball sprach und nicht mehr weiter sprechen konnte, als er erklären wollte was ihm genau angetan wurde. Er konnte nur noch weinen.

    KZ-Häftlinge haben oft ein Leben lang nicht über ihr Leid sprechen können.

    Als die ersten KZ-Häftlinge in Israel ankamen wurden sie die ersten Jahre wegen ihrem Gejammer nicht ernst genommen.

    Das Leben ist ein Wunder.

  5. Perfektes Beispiel für das Frauen-Daueropfer:

    Ian Hopkins, the chief constable of Greater Manchester Police, admitted leaving his assistant chief Rebekah Sutcliffe at a bar despite knowing she was drunk.

    He went to enjoy a free night’s stay in a luxury hotel rather than ensuring she went to bed to be ready for duty a few hours later. Instead, he told Superintendent Sarah Jackson to keep an eye on ACC Sutcliffe, despite Jackson being her junior.

    After Mr Hopkins left, AAC Sutcliffe, mocked Supt Jackson, calling her a ‘laughing stock’ because she’d had a boob job. Baring her own chest, she said: ‘These are the breasts of someone who has had three children. They are ugly but I don’t feel the need to pump myself full of silicone to get self-esteem.’

    A disciplinary panel last week found ACC Sutcliffe guilty of gross misconduct, but she was allowed to keep her £109,000-a-year job.

    Last night sources said that Mr Hopkins’s failure to take charge of the situation was to blame for the incident.

    One insider told The Mail on Sunday – which first revealed the extraordinary incident in May: ‘Hopkins is at the very centre of this scandal. His failure to deal with Sutcliffe on the night created the mess.’

    Another source added: ‘Without doubt Hopkins had a duty to challenge and address Sutcliffe’s behaviour as the most senior officer present. To leave this task to Sarah Jackson is unforgivable.

    http://www.dailymail.co.uk/news/article-3997974/Drunk-disroberly-Chief-constable-blamed-boobgate-row-leaving-drunk-breast-baring-assistant-bar-enjoy-free-night-luxury-hotel.html

    Die Kommentare sagens schon:

    Women blaming men for not being able to act as grown-ups. thanks feminism!

    So these two women had a tiff at a womans police party – and they blame Mr Hopkins.

    Let’s find a man to blame.

    If this ADULT female senior police officer needs looking after perhaps she isn’t capable of the job she was given. It always has to be a MANS fault doesn’t it?

    I wondered how long it would take them to find a man to blame.

    • Reminds me of when I was a kid, and my mother would smack me for any bad thing my sister did. Her excuse was, „Because you’re older, and you’re responsible for keeping her in line.“ Then she’d remind my sister that she didn’t have to listen to me.

    • Everything is always a man’s fault, that is pretty much standard protocol for everything. Man murders woman, it’s the man’s fault; woman murders man, it’s the man’s fault because he must have done something to deserve it. Man cheats on woman, it’s his fault because he’s a pig; woman cheats on man, it’s his fault because he obviously wasn’t giving her the attention she deserves. Man can’t get an erection, it’s his fault; woman can’t get wet, it’s his fault. Man cums too soon, it’s his fault for not being able to last; woman cums too soon, it’s his fault for taking too long. Etc..

    • So are we males supposed to be the overseers and commanders of these female creatures or not? I’m fucking confused and I’d want women to have their own autonomy but apparently I’m supposed to make sure some woman isn’t doing something that offends another woman. Fuck this shit.

    • It’s his fault, because he allowed a child to drink and do dumb things. See, women are children and males (young or old) must always be the responsible adults. That’s also why a man having sex with a woman is always automatically rape.

    • @Matze

      Schönes Beispiel:
      Wie konnte er sie nur mit einer anderen Frau zusammen alleine lassen, noch dazu mit einer mit hübscheren, wenn auch gemachten Brüsten? Es war doch klar, dass sie sich da gleich zu einem Schwanzvergleich Brustvergleich machen.

    • Und das tolle ist: Hätte er darauf bestanden das sie ins Bett geht, wäre das auch wieder falsch gewesen – weil sie ja erwachsen ist und selbst entscheiden kann oder so.

  6. Das schöne am SPON-Artikel, SPON hat tatsächlich meinen Kommentar zum Feminismus abgedruckt. Ich hatte ihnen empfohlen, sie sollten den Text mal ihren Berufsfeministinnen auf SPON und Bento als Pflichtlektüre geben.

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