Bem Sex-Role-Inventory (BSRI)

Das BEM Sex Role Inventory ist eine Zusammenstellung bestimmter Eigenschaften, die als männlich oder weiblich angesehen werden. Es wird beispielsweise zur Begutachtung von Transsexuellen eingesetzt, aber auch sonst zur Bewertung von Männlichkeit und Weiblichkeit. Es baut darauf auf, dass bestimmte Eigenschaften eher männlich oder weiblich sind, aber auch darauf, dass die Mischung in einer Person ganz unterschiedlich ausfallen kann und beide Geschlechter bestimmte Eigenschaften verschieden ausgeprägt haben. Dabei wurden die dort behandelten Eigenschaften ermittelt, indem Personen befragt worden sind, was sie für Eigenschaften bei dem anderen Geschlecht als besonders erstrebenswert empfinden.

Getestet wird, indem sich Befragte  auf einer Skala von 1-7 einordnen:

  1. die Eigenschaft trifft nie zu
  2. die Eigenschaft trifft gewöhnlich nicht zu
  3. die Eigenschaft trifft manchmal aber selten zu
  4. die Eigenschaft trifft gelegentlich zu
  5. die Eigenschaft trifft oft zu
  6. die Eigenschaft trifft meistens zu
  7. die Eigenschaft trifft immer zu

Die Liste selbst würde wohl jede Genderfeministin zur Weißglut bringen:

Maskulinität

  • hat Führungseigenschaften
  • tritt bestimmt auf
  • ehrgeizig
  • respekteinflößend
  • kann andere kritisieren, ohne sich dabei unbehaglich zu fühlen
  • verteidigt die eigene Meinung
  • entschlossen
  • sachlich
  • nicht leicht beeinflußbar
  • unerschrocken
  • intelligent
  • hartnäckig
  • ist bereit, etwas zu riskieren
  • kraftvoll
  • furchtlos
  • scharfsinnig
  • wetteifernd
  • sicher
  • zeigt geschäftsmäßiges Verhalten
  • konsequent

Femininität

  • romantisch
  • abhängig
  • weichherzig
  • glücklich
  • bemüht sich, verletzte Gefühle zu besäftigen
  • feinfühlig
  • sinnlich
  • fröhlich
  • nachgiebig
  • bescheiden
  •  empfänglich für Schmeicheleien
  •  empfindsam
  • selbstaufopfernd
  •  benutzt keine barschen Worte
  •  verspielt
  •  verführerisch
  •  achtet auf die eigene äußere Erscheinung
  •  leidenschaftlich
  •  herzlich
  •  liebt Sicherheit

Soziale Erwünschtheit

  • gesellig
  • nervös
  • gesund
  • steif
  • gründlich
  • teilnahmslos
  •  vertrauenswürdig
  •  überspannt
  •   zuverlässig
  •  unpraktisch
  •  fleißig
  •  niedergeschlagen
  • geschickt
  •  eingebildet
  •  gesetzestreu
  •  stumpf
  •  gewissenhaft
  •  unhöflich
  •  aufmerksam
  •  vergeßlich

Die „Soziale Erwünschtheit“ gilt dabei als Geschlechtsneutral.

Eine  Studie (aus 1997) hat geprüft, inwieweit diese Eigenschaften nach wie vor für ein bestimmtes Geschlecht als erstrebenswert angesehen werden:

Für „Männlichkeit“

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Für Weiblichkeit

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Man sieht, dass die Geschlechtsunterschiede bei den Männern im wesentlichen nach wie vor vorhanden sind, wenn auch abgeschwächter,  bei den Frauen haben sie sich auch im wesentlichen gehalten, einige sind sogar etwas ausgeprägter.

Bei den Männern hat sich beispielsweise „Dominant“ erheblich verändert, wobei es von einem sehr hohen Unterschiedsniveau auf ein hohes gesunken ist. Bei den Frauen ist „childlike (im deutschen wohl verspielt?) stark abgestürzt.

Bei beiden Geschlechtern ist aber „Männlich“ und „Weiblich“ jeweils noch sehr stark als „erstrebenswert“ besetzt.

Auch diese Auflistung aus einer Studie aus dem Jahr 2001 finde ich interessant:

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Man sieht, dass viele Eigenschaften auch als neutral angesehen werden, aber gleichzeitig auch in vielen das Pendel dann durch die Stimmen, die es entweder als Männlich oder weiblich ansehen, doch wieder eher zu einer Seite ausschlägt. „competitive“ beispielsweise ordnet eine Person den Frauen zu, 133 den Männern und 235 sehen es als neutral.

Finde ich für eine Betrachtung der Geschlechterunterschiede jedenfalls interessant. Kennt jemand weitere Studien, die da die Unterschiede und Veränderungen betreffen?

Selbermach Samstag 214 (26.11.2016)

Welche Themen interessieren euch, welche Studien fandet ihr besonders interessant in der Woche, welche Neuigkeiten gibt es, die interessant für eine Diskussion wären und was beschäftigt euch gerade?

Welche interessanten Artikel gibt es auf euren Blogs? (Schamlose Eigenwerbung ist gerne gesehen!)

Welche Artikel fandet ihr in anderen Blogs besonders lesenswert?

Welches Thema sollte noch im Blog diskutiert werden?

Für das Flüchtlingsthema gibt es andere Blogs

Ich erinnere auch noch mal an Alles Evolution auf Twitter und auf Facebook.

Unterhaltsvorschuss wird ausgeweitet und soll bis zur Volljährigkeit gezahlt werden

Der Unterhaltsvorschuss ist eine Leistung des Staates an „Alleinerziehende“, also den Elternteil, bei dem das Kind seinen Wohnsitz hat.

Der Kindesunterhalt ist gegenwärtig so ausgestaltet, dass es innerhalb des Residenzmodells einen Wohnsitz des Kindes bei einem Elternteil gibt, der andere hat lediglich ein Umgangsrecht. Der Elternteil, bei dem das Kind wohnt, erfüllt seine Unterhaltspflicht durch Betreuung des Kindes, den anderen trifft eine Barunterhaltspflicht.

Da dieser Unterhalt problematisch durchzusetzen sein kann wurde gerade bei jungen Kindern ein Modell eingeführt, nachdem der Staat bezüglich des Unterhalts in Vorleistung tritt, im Gegenzug geht der Unterhaltsanspruch gegen den Vater in der gezahlten Höhe auf den Staat über, der diesen dann dort geltend macht. Allerdings wird der Vorschuss auch dann gezahlt, wenn der Vater zur Unterhaltszahlung nicht in der Lage ist (also keinen oder nur einen Unterhalt unter dem Mindestunterhalt schuldet). Der Unterhaltsvorschuss ist allerdings niedriger als ein Unterhalt nach der Düsseldorfer Tabelle.

Dieser Unterhaltsvorschuss war auf 6 Jahre und Kinder bis 12 Jahren beschränkt. Die neue Regelung soll wie folgt aussehen:

Das Bundeskabinett brachte eine entsprechende Ausweitung des Unterhaltsvorschusses für Alleinerziehende auf den Weg. Die „Formulierungshilfe“ der schwarz-roten Regierung werde nun an die Fraktionen von Union und SPD weitergereicht, um die Reform schnellstmöglich durch Bundestag und Bundesrat zu bekommen, sagte Familienministerin Manuela Schwesig (SPD) in Berlin. Das Gesetz soll zum 1. Januar 2017 in Kraft treten.

Altersgrenze soll auf 18 Jahre erhöht werden
Schwesigs Pläne sehen vor, die Begrenzung der Bezugsdauer von Unterhaltsvorschuss auf bisher sechs Jahre abzuschaffen und die Altersgrenze für den Unterhaltsvorschuss von zwölf auf 18 Jahre zu erhöhen. Davon werden nach Ministeriumsangaben zusätzlich mindestens 260.000 Kinder profitieren. Der Staat lässt sich diese Geldleistungen in der Regel vom unterhaltspflichtigen Elternteil erstatten. Bisher kämen sie bereits 440.000 Kindern in Deutschland zugute, sagte Schwesig.

Das Schwesig in der Nichtzahlung von Unterhalt ein Problem sieht hatte sie ja schon mit dem Gedanken „Führerscheinentzug für säumige Väter“ deutlich gemacht.

Es handelt sich also im Endeffekt um ein Programm, bei dem die das Kind betreuenden zusätzliche Zahlungen erhalten und ihnen das „Ausfallrisiko“ des Unterhaltsschuldners.

Die „Rückholquote“, also der Betrag, der bei einem Unterhaltsschuldner wieder vom Staat geltend gemacht werden kann, liegt bei 18% der gezahlten Beträge. Insofern ist „Unterhaltsvorschuß“ in vielen Fällen ein Euphemismus, es handelt sich eher um eine Unterhaltsersatzleistung, da in den meisten Fällen schlicht kein Unterhaltsanspruch besteht.

Es kann auch für Männer nicht ungefährlich sein, weil der übergegangene Anspruch zu erheblichen Schulden führen kann, die dann später vollstreckt werden können. Zudem wird mit dem „Unterhaltsvorschuss“ auch das Bild des Mannes gefördert, der sich um den Unterhalt drückt, wo häufig gar kein Anspruch besteht.

Das passt ganz gut zu Warren Farrells These des „Staates als Ersatzversorger“.

 

ISIS und die weibliche Moralpolizei

Die Rolle von Frauen in Ideologien wie dem radikalen Islam und ISIS wird gerne übersehen. Ich hatte schon einmal über die „Märtyrermutter“ berichtet, die als Heldin gefeiert wurde, weil drei ihrer sechs Söhne als Märtyrer gestorben sind, berichtet.

Hier ist ein anderer interessanter Beitrag:

I was much more afraid of women,“ said Umm Fatma, referring to female members of the terror organization’s morality police, known as the Hisbah

„The women would beat you for the smallest thing — how you looked or how you wore your headscarf, “ the 28-year-old mother of three who arrived at the Khazer Camp last week told NBC News. „They used whips and metal sticks.“

Restricted in where they could go and what they could wear while in Mosul, refugees described living in fear of the Khansaa Brigade, the all-female ISIS Hisbah units who patrolled the streets tasked with enforcing an extreme version of Shariah law.

Umm Azma, a 31-year-old mother of eight, said the female morality police favored a torture tool known as „the biter“ — metal prongs designed to clip chunks of flesh as punishment for women who violated strict ISIS‘ dress codes.

„They used this on my neighbor who was cleaning in front of her house without the headscarf,“ said Umm Azma, gesturing to her own upper arm to illustrate where the tool had been used. „Then they took her away for lashings. She never came back.“

Es gibt eben in einem solchen Regime auch immer Positionen für „ehrenwerte Frauen“, die über die Befolgung der Regeln Status aufbauen und diese vollauf unterstützen. Auch wenn aus unserer Sicht die Regelungen für Frauen nachteilhaft sind, sind sie eine effektive Regelung intrasexueller Konkurrenz und stellen gesellschaftliche Regelungen dar, innerhalb derer auch Frauen Status aufbauen können und die daher von Frauen als vorteilhaft und richtig wahrgenommen werden.

 

 

 

Gender Pay Gap: Frauen ohne Kinder verdienen mehr als Männer

Ein interessanter Artikel legt noch einmal dar, dass „Geschlecht“ ein unwichtigerer Faktor ist als „Aussetzen wegen der Kinder“:

June O’Neill, former director of the Congressional Budget Office, concluded in a 2005 study that “there is no gender gap in wages among men and women with similar family roles.”

That needs a bit more explaining and comes from this paper:

Table 9 (last column) further highlights the relative importance of family responsibilities versus labor market discrimination by examining the gender gap among men and women in apparently similar lifetime family situations—namely men and women who were never married and never had a child. In this case, the unadjusted gender gap is actually positive—women earn about 8% more than their male counterparts. This observation is an important one because it suggests that the factors underlying the gender gap in pay primarily reflect choices made by men and women given their different societal roles, rather than labor market discrimination against women due to their sex.

Never-married men and never-married women without children are similar in that they are not responsible for the financial support of a family as are most married men. Nor do they have the of responsibility of child care that is usually assumed by women with children. However, never-married women have better credentials than never-married men with respect to education, AFQT scores and even years of work experience (Table 11). But never-married men are not notably inferior to other men. In fact, compared to other men a higher proportion of never-married men are college graduates and they have about the same AFQT scores. When we control for these differences in characteristics, the gender gap in favor of women is eliminated, but the negative coefficient is small and is not statistically significant.

Wenn man also Männer und Frauen vergleicht, die weder verheiratet sind noch Kinder haben, dann verdienen Frauen sogar mehr, bereinigt verdienen dann beide gleich viel.

Zu den Gründen weiter:

The division of labor in the family is less delineated than it once was and a majority of women with children now work in the market. Nonetheless, women on average still assume greater responsibility for child rearing than men, and that responsibility is associated with a lower extent and continuity of market work. In addition, the expectation and assumption of home responsibilities influence choice of occupation and preferences for working conditions that facilitate a dual career, combining work at home and work in the market. A significant literature has investigated the effect of work in the home on women’s lifetime patterns of labor force participation and the effect of labor force discontinuities on wages.15 Women with children devote relatively more of their energy to home responsibilities than women without children and as a result earn lower wages. On the other hand, married men earn higher wages than other men. Although that effect may be partly endogenous—women may shun low earners as husbands—it is a plausible consequence of the division of labor in the home, which leads men to take greater responsibility for providing the family’s money income and consequently to work longer, more continuously and possibly harder.

Und ihre Schlußfolgerung:

Our conclusion thus has to be that the gender pay gap that we’re seeing isn’t a result of societal discrimination against women (nor of such discrimination in favor of fathers, something that no one at all is complaining it is) but instead a result of the choices that people make about how the kids are going to be cared for and who does it.

This might, of course, still be something that we want to do something about. But if it’s not the employers discriminating then shouting at employers not to discriminate isn’t going to make any difference. And if it really is true that as a mammalian and viviparous species then we’ve a natural tendency to split child care and market earnings in an asymmetric manner then, well, it’s going to require a rather large change in either human nature or behavior to achieve, isn’t it? And thus it might just be, this gender pay gap, one of these things that just doesn’t have a solution.

 Auch insoweit nicht neues.
vgl. auch:
 
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