Verfasst von: Christian - Alles Evolution | 20. November 2016

Leute als Rassisten/Sexisten zu bezeichnen hilft nicht gegen Rassismus/Sexismus

Ein interessanter Artikel zu der Reaktion von Leuten auf Vorwürfe, Rassisten (oder Sexisten) zu sein.

Er verweist zunächst auf ein Experiment, indem es um den Abbau von Vorurteilen gegenüber Transsexuellen ging und in dem die Leute gebeten worden sind, sich in deren Lage zu versetzen und dann ein Gespräch mit ihnen aus dieser Perspektive geführt wurde. Durch dieses nichtkonfrontative Einfühlen gewannen die Leute eine andere Perspektive und zeigten auch drei Monate später noch eine positivere Einstellung.

In dem Artikel heißt es dann:

This is the direct opposite of the kind of culture the internet has fostered — typically focused on calling out racists and shaming them in public. This doesn’t work. And as much as it might seem like a lost cause to understand the perspectives of people who may qualify as racist, understanding where they come from is a needed step to being able to speak to them in a way that will help reduce the racial biases they hold.

Das ist bekanntlich ja auch der Ansatz des Feminismus: Die Angehörigen der „Tätergruppe“ (Weiße, Heterosexuelle, Männer etc) mit Vorwürfen überziehen und fordern, dass diese gefälligst alles lassen, was auch nur irgendwie diskriminierend sein könnte, was angesichts der Ausweitung auf „Micro-Aggressionen“ nicht umsetzbar ist. Es geht so weit, dass man noch nicht einmal verlangen darf, dass einem gesagt wird, was man falsch gemacht hat, weil man das gefälligst selbst erkennen muss.

Die Schuld ist universell und nur durch tägliche Buße und tägliches hinterfragen immer wieder erneut abzubauen.

The first thing to understand is how white Americans, especially in rural areas, hear accusations of racism. While terms like “racist,” “white privilege,” and “implicit bias” intend to point out systemic biases in America, for white Americans they’re often seen as coded slurs. These terms don’t signal to them that they’re doing something wrong, but that their supposedly racist attitudes (which they would deny having at all) are a justification for lawmakers and other elites to ignore their problems.

Imagine, for example, a white man who lost a factory job due to globalization and saw his sister die from a drug overdose due to the opioid painkiller and heroin epidemic — situations that aren’t uncommon today. He tries to complain about his circumstances. But his concerns are downplayed by a politician or racial justice activist, who instead points out that at least he’s doing better than black and brown folks if you look at broad socioeconomic measures.

Maybe he does have some level of white privilege. But that doesn’t take away from the serious problems he sees in his world today.

Vor allem besteht eben kein Zusammenhang zwischen dem, was er macht (zB nach besten Wissen und Kräften seine Familie ernähren und seinen Job erledigen) und dem Umstand, dass es anderen schlechter geht. Er hat auch keine tatsächliche Handlungsoption, er macht ja nichts falsch. Er kann auch nicht Nichtweiß, nichtheterosexuell oder nichtmännlich werden. Und natürlich hat er eigene Probleme, dass Gefühl, dass diese für einen Politiker unwichtig sind und das seine Arbeit abgewertet wird oder gar Unterdrückung ist muss geradezu als ungerechter Vorwurf erscheinen. Weil er es auch ist.

This is how many white Americans, particularly in working-class and rural areas, view the world today. So when they hear politicians and journalists call them racist or remind them about their privilege, they feel like elites are trying to distract from the serious problems in their lives and grant advantages to other groups of people. When Hillary Clinton called half of Trump voters “deplorable,” she made this message explicit.

Das ist ein sehr einfacher Effekt. Denn natürlich ist jeder sich erst einmal selbst der nächste und sieht es nicht ein, dass ihm etwas vorgeworfen wird, für das er nichts kann. Er mag durchaus eine gerechte Welt wollen, aber das er für die Ungerechtigkeiten haftet, weil er ein Mann, Weiß und Heterosexuell ist, dass ist verständlicherweise unverständlich. Kündigt man dann noch an, dass man seine Gruppe verachtet, dann verstärkt das ein Gruppengefühl und erzeugt eine „Wir gegen die“-Situation. Unzufriedenen Menschen eine Gruppenidentität zu geben, noch eine die sie abwertet, kann verständlicherweise genau das Gegenteil von dem erreichen, was man bewirken will.

“Telling people they’re racist, sexist, and xenophobic is going to get you exactly nowhere,” said Alana Conner, executive director of Stanford University’s Social Psychological Answers to Real-World Questions Center. “It’s such a threatening message. One of the things we know from social psychology is when people feel threatened, they can’t change, they can’t listen.”

Arlie Hochschild, a sociologist and author of Strangers in Their Own Land: Anger and Mourning on the American Right, provided an apt analogy for white rural Americans’ feeling of neglect: As they see it, they are all in this line toward a hill with prosperity at the top. But over the past few years, globalization and income stagnation have caused the line to stop moving. And from their perspective, people — black and brown Americans, women — are now cutting in the line, because they’re getting new (and more equal) opportunities through new anti-discrimination laws and policies like affirmative action.

As a result, Hochschild told me that rural white Americans “feel like a minority group. They feel like a disappearing group. Both minority and invisible.”

Das sich jemand ausgeschlossen und ausgegrenzt fühlt und zudem das Gefühl hat, dass andere, die genau das gleiche machen wie er oder sich sogar schlechter verhalten, gefördert werden, erzeugt natürlich Unmut. Es gibt ein bekanntes Experiment, bei dem man dem einen Affen für eine Tätigkeit Gurkenscheiben gibt und er dann sehen muss, wie ein anderer Affe für die gleiche Tätigkeit ein beliebteres Essen bekommt. Auch wenn ihm vorher die Belohnung fair erscheint, wird er sich spätestens wenn er die höhere Belohnung des anderen sieht, unfair behandelt fühlen.

Ein Teil der Reaktionen auf die Taten von Flüchtlingen speist sich denke ich aus der gleichen Quelle: Wer erklärt, dass weiße Männer der Abschaum sind, der eine Vergewaltigungskultur unterhält und dann gleichzeitig Taten von Flüchtlingen oder aus der islamischen Welt nicht kritisiert, der gibt indirekt auch eine höhere Belohnung für gleiches Verhalten: Der eine wird gescholten für Taten, die man leicht hinterfragen kann (Auf dem Oktoberfest wird pausenlos vergewaltigt) und bei anderen wird es klein geredet. Das weckt das Interesse die Ungerechtigkeit darzustellen und darzustellen, dass der andere eigentlich schlechter ist und schon hat man gerade bei Leuten, die sich allgemein ungerechtfertigt abgewertet fühlen und ein positives Gruppengefühl brauchen eine Pegidabewegung oder AfD-Wähler.

One can pick the facts here — particularly since black and Latino Americans still trail white Americans in terms of wealth, income, and educational attainment. But this is how many white Americans feel, regardless of the facts.

Weil eben der einzelne Mann auch nichts dafür kann. Es kann nicht von ihm erwartet werden, dass er eine schlechtere Ausbildung akzeptiert und er kann auch nichts dafür machen, dass diese Gruppen eine bessere erhalten. Genauso wenig, wie er es bei ärmeren Weißen machen kann, die es auch genug gibt. Warum sollte er sich deswegen vorwerfen lassen ein Rassist zu sein oder warum sollten seine Probleme deswegen nicht auch Bedeutung haben?

So when they hear accusations of racism, they feel like what they see as the “real” issues — those that afflict them — are getting neglected. This, obviously, makes it difficult to raise issues of race at all with big segments of the population, because they’re often suspicious of the motives.

Das dürfe sogar noch mehr im Geschlechterbereich der Fall sein. Denn die meisten Männer versuchen ja natürlich Frauen zu fördern, nämlich ihre Partnerin, ihre Töchter oder Freundinnen oder andere Verwandten. Sie sehen sie als Teil ihrer Gruppe und nicht als gegnerische Gruppe und sehen es dann noch weniger ein, dass man sie gegeneinander ausspielen will.

What’s more, accusations of racism can cause white Americans to become incredibly defensive — to the point that they might reinforce white supremacy. Robin DiAngelo, who studies race at Westfield State University, described this phenomenon as “white fragility” in a groundbreaking 2011 paper:

White people in North America live in a social environment that protects and insulates them from race-based stress. This insulated environment of racial protection builds white expectations for racial comfort while at the same time lowering the ability to tolerate racial stress, leading to what I refer to as White Fragility. White Fragility is a state in which even a minimum amount of racial stress becomes intolerable, triggering a range of defensive moves. These moves include the outward display of emotions such as anger, fear, and guilt, and behaviors such as argumentation, silence, and leaving the stress-inducing situation. These behaviors, in turn, function to reinstate white racial equilibrium.

Most Americans, white people included, want to think that they’re not capable of racism — particularly after the civil rights movement, overt racism is widely viewed as unacceptable in American society. Yet racism, obviously, still exists. And when some white people are confronted with that reality, whether it’s accusations of racism against them personally or more broadly, they immediately become very defensive — even hostile.

Es ist schade, dass man da nicht auf die Idee kommt, mal die eigenen Theorien zu hinterfragen. Vielleicht ist es eben einfach kontraproduktiv Gruppen als rassistisch zu bezeichnen und davon auszugehen, dass „alle Weißen rassistisch sein müssen, wenn es Rassismus gibt“. Und natürlich kann man auch diesen Rassismus stark hinterfragen und andere Umstände für bestehende Unterschiede prüfen, von Biologie bis Klassen-Unterschiede.

DiAngelo offered a telling example, from an anti-racism training session she facilitated:

One of the white participants left the session and went back to her desk, upset at receiving (what appeared to the training team as) sensitive and diplomatic feedback on how some of her statements had impacted several people of color in the room. At break, several other white participants approached us (the trainers) and reported that they had talked to the woman at her desk, and she was very upset that her statements had been challenged. They wanted to alert us to the fact that she literally “might be having a heart-attack.” Upon questioning from us, they clarified that they meant this literally. These co-workers were sincere in their fear that the young woman might actually physically die as a result of the feedback. Of course, when news of the woman’s potentially fatal condition reached the rest of the participant group, all attention was immediately focused back onto her and away from the impact she had had on the people of color.

This illustrates just how defensive people can get in the face of accusations of racism: Not only did the woman who faced the criticisms genuinely feel like she was having a heart attack, but the white people around her believed it was totally possible she was. This is the reality of trying to have a conversation about race in America.

Hier ist es auch interessant, dass die eigentliche Bemerkung nicht genannt wird und auch nicht die Art des Vorwurf. Gerade wenn der Vorwurf angesichts der Bemerkung schlicht unverhältnismäßig war illustriert es weniger, dass Leute ungerechtfertigt auf einen Rassismusvorwurf reagieren, sondern eher, dass eben ungerechtfertigte Anschuldigung Leute aufregen.

There’s an unfortunate lack of understanding that interactions across groups can be positive and enrich rather than divide,” Godsil said. “That’s what people who do live in pretty homogeneous parts of the country just don’t know. They’ve never experienced it.”

So how do you get people to see that diversity isn’t a threat to them? Godsil pointed to the transgender canvassing study as one example. Perhaps nonconfrontational conversations with people of color in which both parties share their lived experiences could go a long way to demonstrating that different racial groups don’t have to be at odds. And white Americans could engage in these types of dialogues with other white people to help open their minds to another perspective.

But there’s other ways too, from creating local spaces in which people can talk about race issues and air out their fears to more formal public education campaigns.

The key to these conversations, though, is empathy. And it will take a lot of empathy — not just for one conversation but many, many conversations in several settings over possibly many years. It won’t be easy, but if we want to address some people’s deeply entrenched racial attitudes, it may be the only way.

Deswegen wird der Intersektionale Ansatz mit seiner Gruppeneinteilung immer mehr Ärger machen als Probleme lösen. Er baut nicht auf Empathie und gegenseitigen Einfühlen, sondern auf Vorwürfen und Einforderungen von Definitionsmacht auf. Er erfordert, dass die eine Seite, auch wenn sie selbst nichts gemacht hat, sich als reuigen Täter sieht und die andere Seite als zu entschädigendes Opfer. Das ist für die wenigsten eine interessante Perspektive und erzeugt Widerstand.

 

 


Responses

  1. „upset at receiving (…) feedback on how some of her statements had impacted several people of color in the room.“

    A sagt etwas.
    B kommentiert das
    A bekommt davon einen Herzanfall
    B findet schlimm, dass A nicht mitkriegt, welche Auswirkungen ihre Worte haben

    • Genau das habe ich auch gedacht; welch völliger Mangel,an Einfühlungsvermögen. Die eigene Ideologie strukturiert die Wahrnehmung der Welt.

  2. Hilft wahrscheinlich genau so wenig wie Triggerwarnings und Save Spaces. Es gibt da, soweit ich weiß, auch ein Video mit Jonathan Haidt, ausgezeichneter Professor für Psychologie, der erklärt das Triggerwarnings und Save Spaces exakt den gegenteiligen Effekt haben und Psychosen noch verstärken.

    Ob diese Leute hier, die Rassismus nur bei Weißen suchen und Theorien wie “white fragility” entwickeln, die richtigen sind um Rassismus zu bekämpfen… bin mir nich so sicher.

    • Liegt wohl daran das die Grundannahme diese Machtstruktur und Diskriminierungs-Hierarchie Denke ist.

  3. Ich denke, dass Begriffe wie Rassismus und Sexismus im gesellschaftlichen Diskurs mehr und mehr an Bedeutung verlieren, weil sie inflationär verwendet werden. Wen stört es, rassistisch zu sein, wenn jeder rassistisch ist? Wenn postuliert wird, dass Weiße inhärent rassistisch und sexistisch sind, warum solltest man dann erwarten, dass Weiße einen grundlegender Bestandteil ihrer Identität aufgeben? Wie wäre das überhaupt möglich?
    Wenn alles rassistisch und sexistisch ist, dann ist nichts rassistisch und sexistisch.

    • Stimmt.

    • Die Kritikfähigkeit geht immer mehr verloren.

      Alles was nicht in das Weltbild passt ist sofort irgendein böser -ismus oder eine Phobie.

    • @Adrian

      Bin mir da nicht 100% sicher.

      Wir kommen aus Kulturen, in denen uns jahrhunderte lang erzählt wurde, dass alle als Sünder geboren werden. Ich denke die Rezeptoren für deren irrationale Schuldgefühle sind ganz einfach bei sehr weiten Teilen der Bevölkerung vorhanden.

      Ob man Bikinifrauen in der Werbung jetzt sündhaft oder sexistisch nennt ist ja Jacke wie Hose. Ich sehe nicht unbedingt dass eine Bedeutungserosion von Sünde oder Sexismus automatisch die Wirkung der Begriffe als Vorwürfe abschwächt. Denkbar ist es aber.

      • Hmmm, also mir machen diese Begriffe kaum noch was aus. Bin schon alles genannt worden.

        • Mir gehts da ähnlich. Ich glaube sogar dass seit x hundert Jahren sehr vielen Leuten die kirchliche Moral am Arsch vorbeigeht.

          Das hat den gesellschaftlichen Einfluss der Kirchen aber kaum gebrochen. Wenn wir Pech haben läuft es mit der Church of Social Justice ähnlich.

  4. Einfach großartig ist dieser Twist:

    „Yet racism, obviously, still exists. And when some white people are confronted with that reality, […] they immediately become very defensive — even hostile.“

    Das ist einfach nur genial: Weiße Leute werden mit Rassismus konfrontiert – nicht etwa mit Behauptungen oder gar Anschuldigungen in Bezug auf vorgeblichen Rassismus – nein, mit echtem Rassismus, richtig echtem Rassismus, ja Rassismus, also wirklich schlimmen Rassismus, und dann werden diese Leute defensiv.

    Und diese defensive Haltung macht sie – na, was schon? -, die macht sie feindselig: Defensive führt zu Feindseligkeit, zu was denn sonst. Und diese Feinseligkeit führt mit Notwendigkeit zur Verstärkung des Rassismus, des echten Rassismus, des richtig schlimmen Rassismus also („These behaviors, in turn, function to reinstate white racial equilibrium.“)

    Das ist einfach nur genial: Du kannst Dich als Weißer noch so klein machen in Deiner Ecke, noch so piepsmäuschen still zusammenkrümmen – auch dann noch verstärkst Du den Rassismus in der Gesellschaft, den richtig echten Rassismus, also den wirklich schlimmen Rassismus!

    Das ist Weltklasse! Ganz großes Tennis! So geht Kafka-Trapping!

    • „Das ist einfach nur genial: Weiße Leute werden mit Rassismus konfrontiert“

      Das Witzige ist, dass die „erweiterten Rassismusdefinitionen“ darauf abzielen, dass man Menschen nur noch als Individuum betrachtet und nicht mehr (negative) Gruppeneigenschaften annimmt, siehe z.B.

      „Das bloße Aufzeigen einer Verschiedenheit zwischen zwei Individuen oder Gruppen stellt, so Memmi, für sich allein genommen noch keinen Rassismus dar. „Der Rassismus liegt nicht in der Feststellung eines Unterschieds, sondern in dessen Verwendung gegen einen anderen“
      https://de.wikipedia.org/wiki/Rassismus#Rassismusdefinition_nach_Albert_Memmi

      Da das „Aufzeigen“ immer auch zu einer politischen Verwendung führt und daher nicht wirklich voneinander trennbar ist, führt es in der Praxis unweigerlich dazu, dass man eigentlich gar nicht mehr über negative Aspekte irgendwelcher Gruppen diskutieren darf.

      So weit so schlecht. Aber es lauert noch ein Paradoxon darin, denn Weiße sind natürlich ebenso eine Gruppe, wie Männer eine sind oder Heteros. Oder Pegida-Anhänger oder AfD-Wähler.

      Wenn man diese pauschal kritisiert und auch noch Maßnahmen zu deren Schaden trifft (von Quoten bis hin zu konkreten Nachteilen bei AfD-Parteigängern und Pegida-Demonstranten etc.) handelt man nach obiger Definition selbst „rassistisch“.

      Ebenso wenn man Weiße mit Rassismus von Weißen „konfrontiert“ (ich kann mir gut vorstellen wie), sie also förmlich in die Täterecke gedrängt werden.

      • Sehe ich genau so😉

  5. Zustimmung Christian!

    Ich hätte nie geglaubt, dass dermaßen offen und dumm (und massenhaft) gegen einfachste psychologische Prinzipien verstoßen werden kann, schon gar nicht in gebildeten Kreisen und gar ausgerechnet bei Soziologen!

    Ich bilde mir ein, dass die Gesellschaft da schonmal weiter war, ich empfinde das als Zurückentwicklung. Als Infantilisierung. Wird ja viel drüber geschrieben, dass diese nachwachsende Generation nie wirklich erwachsen geworden ist.

    Andere (z.B. Danisch) vermuten eine Spätentnazifizierung, siehe:
    http://www.danisch.de/blog/2014/06/25/ein-boesartiger-vortrag-eines-boesartigen-professors/

    Andere sehen die Frankfurter Schule Pate stehen (Kulturmarxismus etc.) in dem perfiden Versuch, von echter Umverteilung (Superreiche zu Volk) abzulenken und stattdessen die Symptome zu bekämpfen und dabei möglichst große Kreise mundtot zu bekommen.

    Nun, wie auch immer. Wer nicht die geringste Ahnung von Psychologie hat, aber dafür ein Moralapostel ist, der ist dazu verurteilt eine Hydra zu bekämpfen, die ihn am Ende verschlingt. Das ist irgendwie tröstlich. Andererseits bedroht die uns wahrscheinlich alle.

    Eine der Kehrseiten dieses „alle Weißen sind Rassisten“ ist nämlich das, was man als Reaktanz bezeichnet. Ein unterdrücktes und immer heftiger werdendes „Na UND!“. Warum soll sich ein Deutscher als Rassist beschimpfen lassen, in seinem eigenem Land? Wenn es den Zugewanderten nicht passt, wie sie hier behandelt werden: „raus mit ihnen“. Wo es kein buntes Volk mehr gibt, gibt es auch keinen Rassismus. Das ist psychologisch die logische Konsequenz der ganzen Beschimpfungen… und ich wage zu behaupten, dass das so radikal dem Land nicht gut tun würde.

    Leider hat Deutschland historisch öfter ein bisschen zu lange gewartet mit einem Wechsel, um dann ins gegenteilige Extrem zu verfallen. Die Zukunft wird auf jeden Fall spannend.

    • Ich hätte nie geglaubt, dass dermaßen offen und dumm (und massenhaft) gegen einfachste psychologische Prinzipien verstoßen werden kann, schon gar nicht in gebildeten Kreisen und gar ausgerechnet bei Soziologen!

      Die Strategie der Clinton-Wahlkämpfer war auf eine Koalition der Minderheiten plus Frauen ausgerichtet. Ausgeschlossen in diesem rassistischen und sexistischen set-up waren nur weisse heterosexuelle Männer (whm). Das hätte in der Summe eine satte Mehrheit ergeben. Die Clinton-GmbH hatte lange gar nicht damit gerechnet, dass sie auch die whm umwerben müssten – vor allem die in den sogenannten rust-belt-Staaten – um die notwendigen Mehrheiten zu erlangen, denn unerwartet viele Frauen stimmten für Trump, sehr viel mehr, als erwartet wurde. Sie hatten schlicht nicht geglaubt, dass whm eine entscheidende Rolle spielen könnten.

      Die Mehrheit der weissen Frauen stimmte bekanntlich für Trump. Der Schock sitzt tief. Damit hatte niemand gerechnet, vor allem nicht nachdem ein Mitschnitt von Trumps Pussygate einige Wochen vor der Wahl die Clinton-GmbH als sicherer Sieger – durch die erwartete überwältigende Mehrheit der Frauenstimmen – erscheinen liess. Bei den Feministen sitzt der Schock noch tiefer, weil offensichtlich vielen Frauen Trumps vulgäres Gerede scheissegal war.

  6. Habe neulich in einem Interview folgenden bemerkenswerten Satz gehört: „Der Vorwurf des Rassismus funktioniert nur bei Menschen, die nicht rassistisch sind. Ein echter Rassist ist stolz darauf.“

  7. Dass Beleidigungen und Herabwürdigungen noch nie zu einem Umdenken geführt haben, ist eigentlich eine Binsenweisheit. Dass Feministen, Journaille und Neo-Linke, also Leute die für sich in Anspruch nehmen die Intelligenzia zu sein, nun schon seit Monaten und Jahren genau diese Strategie und nur noch diese Strategie bis zum Erbrechen anwenden, ist nicht nur höchst befremdlich sondern lässt einen auch zu dem Schluss kommen dass diese Leute genausowenig in der Lage sind den Verstand über die Gefühle zu stellen wie ihre Gegner. Bekloppte auf allen Seiten.

    Was Rassismus angeht sind sowieso alle Lügner.
    Es gibt nun mal diesen biologisch angeborenen Rassismus der in jedem Mensch, auch in jedem Tier steckt. Je fremder das Gegenüber ist umso mehr Abneigung, je ähnlicher umso mehr Zuneigung. Das hat biologische Gründe und der Begriff „Rassismus“ ist hier eigentlich fehl am Platz.
    Jeder der ehrlich zu sich selbst ist, weiss dass das in einem steckt. Auf menschlich-kultureller Ebene unterscheiden sich Nicht-Rassisten und Rassisten also dadurch, dass der Nicht-Rassist die primitiven Impulse aus seinem Stammhirn kraft seines Intellekts und seines Willens abblockt und so das Zusammenleben auch mit fremdartigen Menschen ermöglicht. Der Rassist macht das nicht, der lebt die Impulse seines Stammhirns ungehemmt aus.
    Besonders problematisch sind hierbei aber die Leute die auf geradezu infantile Weise leugnen, dass sie ein Stammhirn mit primitiven Impulsen haben, die so tun als wären sie in ihrer gesamten Charakterstruktur rein und edel und frei von jeglichem Rassismus. Das sind dann die bei denen es zu grotesken Übersprungshandlungen kommt und die am lautesten den ganzen Tag „Rassist, Rassist“ brüllen, um sich nicht ihrem verlogenen Selbstbild stellen zu müssen.

  8. Bei 01:03:35 (^^)

    http://www.youtube.com/watch?v=0XgWjt-hKmo

    Der Grund warum die Demokraten bei Frauen erfolgreicher sind, ist die Wahl der Bedrohung:

    Die Republikaner sagen: Der Mann da in diesem entfernten Land ist eine Bedrohung für unsere Frauen.

    Die Demokraten sagen: Wer dem Mann da in diesem entfernten Land etwas vorwirft, ist ein Rassist. Die Männer hier in diesem Land sind viel gefährlicher. Vor ihnen müsst ihr euch in Acht nehmen.

    Die Bedrohung der Demokraten ist damit sozusagen im Nahbereich, unmittelbar, während die Bedrohung der Republikaner nicht mittelbar ist, wie ein schweres Unwetter auf einem anderen Kontinent – don’t really care.

    • Meh, unzufrieden mit der Formulierung:

      *Die Bedrohung der Demokraten ist damit sozusagen im Nahbereich, während die Bedrohung der Republikaner nicht direkt ist,*

  9. Ich empfehle gleich hier weiterzulesen

    http://slatestarcodex.com/2016/11/16/you-are-still-crying-wolf/

    Ellenlanger aber interessanter Blogpost zum Thema US Wahlkampf und allgegenwärtige Rassismusvorwürfe. Der hat wenigstens mal ein paar Zahlen und Fakten zusammengesucht.

  10. View story at Medium.com

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  11. […] Leute als Rassisten/Sexisten zu bezeichnen hilft nicht gegen Rassismus/Sexismus Alles Evolution […]


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