Verfasst von: Christian - Alles Evolution | 14. November 2016

„Popular Vote“ vs. „Electoral college vote“

Erneut gibt es eine Diskussion über das amerikanische Wahlsystem und den Unterschied zwischen dem absoluten Stimmanteil und den erlangten Wahlmännerstimmen.

Die USA haben ein System, welches schon immer auf wesentlich mehr Unabhängigkeit der einzelnen Teile ausgerichtet war als Deutschland. Die „kleinen Staaten“ hatten demnach die Sorge, dass ihre Interessen aufgrund der geringeren Bevölkerungszahl keine Rolle spielen bei der Wahl des Präsidenten, was zur Einführung des Elektorensystems führte, in dem der einzelne Bundesstaat bei kleinerer Einwohnerzahl ein höheres Gewicht hat.

Das führt dann beispielsweise zu folgenden Unterschieden:

The average electoral vote represents 436,000 people, but that number rises and falls per state depending on that state’s population over 18 years of age. (The map above shows the population 18 years and older per electoral vote by state.) The states with the fewest people per electoral vote, and therefore the highest “vote power,” are Wyoming, Vermont, and North Dakota. In Wyoming, there are 143,000 people for each of its three electoral votes. The states with the weakest votes are New York, Florida, and California. These states each have around 500,000 people for each electoral vote.

In other words, one Wyoming voter has roughly the same vote power as four New York voters.

Wir haben das gleiche Prinzip beispielsweise im Bundesrat: Nordrheinwestfalen hat mit 17,5 Millionen Einwohnern 6 Stimmen, also 2,9 Millionen Einwohner pro Stimme, das Saarland hat mit 990.000 Einwohnern 3 Stimmen, braucht also nur 0,33 Millionen Einwohner pro Stimme.

Nun kommt das Argument, dass Hillary Clinton die Mehrheit der Stimmen erhalten hat (andere behaupten, dass Trump die Mehrheit hat) und das die Wahlmänner und -Frauen sie daher zur Präsidentin wählen sollten.

Das macht aus meiner Sicht allerdings wenig Sinn, weil man eine Wahl, die nach bestimmten Kriterien durchgeführt wird, nicht in eine Wahl nach anderen Kriterien umrechnen kann.

Das ist an einem Beispiel leicht verständlich: Wenn ein Hürdenlauf durchgeführt wird und als Siegbedingung ausgegeben ist, das der gewinnt, der zuerst durch Überspringen der Hürden ins Ziel kommt, dann wäre eine Änderung der Siegbedingung dahingehend, dass man pro cm in der Höhe beim Überspringen einer Hürde eine bestimmte Zeiteinheit abgezogen bekommt, und so der Schnellste ermittelt wird, ein ganz anderes Rennen. Zurecht würde der schneller sagen, dass er in diesem Wettbewerb gar nicht angetreten ist und daher auch dort die erreichbaren Punkte nicht gemacht hat.

Ähnlich ist es bei der Präsidentenwahl:

Der Präsident der Vereinigten Staaten wird nicht direkt vom Volk, sondern durch eine Wahlmännerversammlung, das Electoral College, gewählt. Jeder Bundesstaat entsendet eine bestimmte Anzahl von Wahlmännern in das Electoral College. Wie viele Wahlmänner ein Staat entsendet, ist von der Größe seiner Bevölkerung abhängig. Entscheidend ist, dass die Partei des Kandidaten, der die einfache Mehrheit der Wählerstimmen in einem Bundesstaat bekommt, immer alle Wahlmänner des Staates stellt. Das bedeutet auch, dass die Wählerstimmen für den unterlegenen Kandidaten der Gegenpartei unter den Tisch fallen (winner-takes-all-Prinzip -engl. für: Der Gewinner bekommt alles). Einzige Ausnahmen sind hier Nebraska undMaine, die einen Teil ihrer Wahlmänner in einzelnen Wahlbezirken wählen. In einigen Staaten scheint das Ergebnis von vornherein klar: Zum Beispiel können die Republikaner seit den 1960er Jahren praktisch immer die eher konservativen Staaten im Süden wie Georgia oder Texas und die meisten der dünn besiedelten Staaten des mittleren Westens für sich verbuchen, während die Demokraten davon ausgehen können, dass die liberaleren Staaten der Westküste wie Kalifornien oder Washington sowie die dicht besiedelten Staaten an der Nordostküste für sie stimmen werden, was in allen diesen Fällen bedeutet, dass sie alle Wahlmännerstimmen dieser Bundesstaaten bekommen. Dies sind keine Swing States (manchmal findet man für diese Staaten die Bezeichnung „safe states“ – sichere Staaten).

Lässt man nun das Elektorensystem und damit auch das „Winner takes all Prinzip“ weg, dann ergeben sich ganz andere Bedingungen, die auch die Entscheidung zu wählen entsprechend verändern können.

  • Für Demokraten würde es sich plötzlich wesentlich mehr lohnen in Staaten wie Georgia und Texas zu wählen, da ihre Stimmen dort nicht mehr unter dem Tisch fallen
  • Für Republikaner würde es sich lohnen in den dicht besiedelten Staaten wie Kalifornien oder Texas zu wählen, da ihre Stimmen dort nicht mehr unter den Tisch fallen

Allein dadurch würde sich das Ergebnis erheblich verändern, plötzlich zählt jede Stimme und Bürger können nicht mehr darauf vertrauen, dass ihr Staat eh eine sichere Mehrheit in eine Richtung hat.

Dazu verändert sich natürlich auch das Verhalten der Politiker: Plötzlich lohnt es sich weitaus weniger, sich auf kleine „Swingstates“ zu fokussieren, sondern die Staaten mit der höchsten Einwohnerdichte und die großen Städte werden plötzlich wesentlich interessanter, weil man dort mit einer Veranstaltung auch mehr Leute erreichen kann und mehr Stimmen erobern kann. Der Wahlkampf hätte sich also weniger in  Florida, New Hampshire, North Carolina und Pennsylvania, als Swing states abgespielt, sondern vielleicht eher in New York, Texas oder Californien.

Wenn aber gerade in den bevölkerungsreichsten Gegenden die Vergabe der Elektoren für zB Clinton sicher war, dann lohnte sich der Wahlkampf dort nicht und es lohnte sich auch nicht für Republikaner dort zu wählen, weil ihre Stimme eh unter den Tisch fällt.

Die „popular vote“ hat damit, weil sie nicht zur Wahl stand, auch nur eine geringe Aussagekraft. Einfach weil Wähler ihre Stimmausgabe gar nicht danach ausgerichtet haben und es vielleicht zu einem gänzlich anderen Ergebnis gekommen wäre, wenn sie das gemacht hätten.

 


Responses

  1. Mit der „voter power“ ist das eine etwas komplizierte Sache. Wenn man an das Quadratwurzelgesetz von Penrose und das zugehörige mathematische Modell glaubt, dann sollte die Wahlmänner eigentlich proportional zur Quadratwurzel der Einwohnerzahl sein. D.h. die Bevölkerungsreichen Staaten müssten deutlich weniger Wahlmänner haben als jetzt.

  2. http://www.faithwire.com/2016/11/14/why-did-americas-founding-fathers-create-the-electoral-college-expert-responds-to-critics/

  3. https://70news.wordpress.com/2016/11/12/final-election-2016-numbers-trump-won-both-popular-62-9-m-62-7-m-and-electoral-college-vote-306-232-hey-change-org-scrap-your-loony-petition-now/

    Final #Election2016 numbers

    #PopularVote: #Trump: 62,972,226 #Clinton: 62,277,750

    #ElectoralCollege vote #Trump 306 #Clinton 232

    Update: Anyone asking where I got the figures, it was from twitter posts. Knowing the Democrat media have been dragging their liberal feet giving Michigan to Trump – finally they did, with Arizona finally declared two days ago – Trump now has the 309. Except for the twitter posts, the popular vote number still need to be updated in Wikipedia or MSM media – which may take another few days because the liberals are still reeling and recovering from Trump-shock victory. If I’m wrong, I won’t hesitate to change the numbers. It’s the job of the establishment media to tell the people the final numbers when it’s out there already.

    As of 11/13/16, CNN and Wikipedia are showing different numbers.

    Example below: As of 11/13/16 CNN and Wikipedia quote same electoral vote number for Hillary Clinton but not with Trump – CNN still using the 290, Wikipedia 306 EV. They also differ when it comes to popular votes – CNN has more for Clinton, Wikipedia has less.

    Remember, CNN projected a Trump popular vote victory when all ballots are counted. Then CNN claim “design flaw” for the projection.

    • Dies sind keine offiziell verifizierten Zahlen. Es müssen noch Millionen Briefwahlen ausgezählt werden.

  4. http://www.globalresearch.ca/recount-in-california-trumps-popular-vote-deficit-may-approach-two-million/5556612

    However, there is no justification for the haste with which the Obama administration and the Democratic Party have rushed to build up Trump’s authority and prestige. Neither Obama nor Clinton have issued a warning to Trump, stating bluntly that the unprecedented scale of his defeat in the popular vote has clearly deprived him of any right to claim a mandate for his reactionary agenda. Their silence is all the more criminal as demonstrations protesting Trump’s victory are taking place throughout the country.

  5. Das elektorale System der USA macht vor allem eins:
    Es hält sehr effektiv dritte oder weitere Parteien aus dem System raus. Weder die Reps noch die Dems haben ein Interesse daran, das zu ändern. Diese erzwungene „Dualisierung“ zieht sich tief hinein in alle gesellschaftlichen Strukturen dort. „Duokratie“ müsste das eigentlich heissen.

  6. „Lässt man nun das Elektorensystem und damit auch das „Winner takes all Prinzip“ weg“

    Wahrscheinlich sollte man beide Aspekte voneinander trennen: Eine bundesweite Wahl ist durchaus auch mit dem Electoral College möglich – der National Popular Vote Interstate Compact z.B. sieht vor, dass die, an dem Abkommen teilnehmenden, Bundesstaaten all ihre Wahlmänner für den Präsidentschaftsbewerber stimmen lassen, welcher das popular vote für sich hat entscheiden können (wobei ja interessanterweise eher demokratisch wählende Bundesstaaten eine landesweite Wahl des Präsidenten präferieren). Natürlich gäbe es dann weiterhin das demokratietheoretische Problem der disproportionalen Stimmengewichtung, d.h. die Stimme eines Wählers in Wyoming würde immer noch mehr zählen/wiegen als die eines Kaliforniers.

    „Nun kommt das Argument, dass Hillary Clinton die Mehrheit der Stimmen erhalten hat (andere behaupten, dass Trump die Mehrheit hat) und das die Wahlmänner und -Frauen sie daher zur Präsidentin wählen sollten.“

    Irgendwie amüsant erscheint mir, dass dieses Argument ja regelmäßig von postmodern denkenden SJWs vorgetragen wird – in der Regel also von Menschen, die an die performative Macht von Sprachakten (und der leichten Suggestibilität des Menschen) glauben und daraus entsprechende Forderungen ableiten – gender- und kultursensible Sprache, Verbot sexistischer Werbung etc. Trotzdem scheint vielen die Vorstellung gänzlich abzugehen, die Nutzung der Verfassung als Abreißkalender könne einem irgendwann, irgendwie auch mal auf selbst auf Füße fallen. Vielleicht ist es aber auch nur konsequent: Wenn alles disponibel und durch Sprache jederzeit gestaltbar ist, braucht man die Folgen des eigenen Handelns (und die Rückschlüsse, die andere daraus ziehen) nicht zu fürchten – man kann ja auf das Pippi-Langstrumpf-Prinzip vertrauen.

  7. Die Frage ist: Bleiben die kleinen Staaten in der Union, wenn man das Wahlrecht ändert.

  8. Ich habe bisher umsonst versucht die Zahlen zu prüfen. Haben die Amis tatsächlich keine läppische Verwaltungsseite, in der die Ergebnisse zusammengefasst sind? Oder bin ich zu blöd sie zu finden? Auf die Medien mag ich mich nicht verlassen. In was für einer Zeit leben wir eigentlich, dass man sich über die offiziellen Stimmenanteile streiten kann?

    Aber zum Thema:
    das“meine Stimme ist weniger wert“-Problem, welches Christian anspricht, ist m.E. schlicht nicht zu vermeiden, wenn verschiedene Regionen abstimmen oder wählen.

    Es ist im Kern die Frage nach der Souveränität von Teilbereichen. Entweder man betrachtet die einzelnen Anwohner separat, was zwangsweise zu einer Marginalisierung dünn besiedelter Regionen führt oder man betrachtet die Region und behandelt sie gleichwertig zu anderen (auch wenn sie dünn besiedelt ist). Eine ideologische Frage. Ich persönlich bin ein Fan regionaler Selbstbestimmung und ein Feind zentralistischer Gleichmacherei (ala EU).

    Das ist in meinen Augen übrigens ein urdemokratisches Problem, welches Demokratien in ihrer Größe beschränkt. Eine Demokratie ist ja immer irgendwie die Herrschaft einer Mehrheit über eine Minderheit. Je größer aber die überstimmten Minderheiten sind (insbesondere wenn sie sich lokal konzentrieren) desto mehr steigt die Unzufriedenheit, kommt es zu Separationsbemühungen und Konflikten usw.

    Eines der Dinge, die EU-Fans nicht verstehen. Die denken sie können alle Probleme lösen, wenn alle gemeinsam Politik machen. Aber natürlich verschwinden die Probleme eben nicht automatisch, man überstimmt einfach die Unwilligen und drängt die Konflikte damit in den Untergrund oder man handelt wirkungslose Kompromisse aus, die weder Fisch noch Fleisch sind. Deshalb kann die EU auch niemals wirklich demokratisch werden (sie ist zu groß und vor allem zu heterogen dazu), weshalb ich sie ablehne.

    Man sollte (speziell bei den USA) auch noch auf ein zweites Problem aufmerksam machen: es gibt dort einen Stadt-Land-Konflikt (der existiert in Deutschland auch, ist allerdings weniger regional verortbar). Städter und Ländler machen vollkommen diametrale Erfahrungen in ihrer Umwelt. Z.B. steht der Städter in ständiger Konkurrenz zu den ihn umgebenden anonymen Massen, er sucht sich daher Gleichgesinnte und ignoriert alle anderen. Städter kennen kaum Natur und neigen zu hemmungsloser Romantisierung derselben usw. Ländler begreifen Natur eher als starken Gegner, dafür kennen sie die sie umgebenden Menschen, sie sind mehr sozialem Druck ausgesetzt, fühlen sich aber oft geborgener und sicherer in ihrer Kommune. Städter sprechen über Ländler geringschätzig, aber Ländler verachten auch Städter nicht selten (haben aber medial und politisch keinerlei Einfluß).

    Ich weiß das, weil ich aus der Stadt komme und genauso gedacht habe und mittlerweile nicht freiwillig wieder dahin zurückgehen würde. Der Konflikt ist nicht lösbar, da die Perspektiven und Erfahrungen total gegensätzlich sind (und nein, Städter sind nicht automatisch klüger und progressiver, wie sie selbst von sich denken). Was ich eigentlich damit sagen wollte: die Regionalisierung erlaubt trotzdem ein weitgehend friedliches Zusammenleben. Würde sie wegfallen, käme es vermutlich zu weit mehr Konflikten oder erzwungener Landflucht (weil die Städter keine adäquaten Gesetze für das Leben auf dem Land machen könnten und würden).

  9. Wenn jetzt das electoral college hingehen und Hillary wählen würden – weil sie ja insgesamt mehr Wählerstimmen hat – würde das eine Katastrophe geben.

    Einerseits wäre das ein brutaler Bruch mit demokratischen Traditionen, andererseits wäre die Botschaft für die ohnehin schon außerordentlich radikalisierten Trump-Fanatiker klar: „Die Eliten klauen uns die Wahl!“

    Das würde höchstwahrscheinlich in einer Gewaltorgie enden.

    Trump hat gewonnen. Damit muss die Welt sich jetzt erst mal abfinden.

    Das eigentliche Problem ist doch, dass Trump skandalös unvorbereitet ist.
    Er bewirbt sich auf das Präsidentenamt, reißt das Maul kilometerweit auf, er wäre ja durch seine (diskussionsfähig erfolgreichen) Tätigkeiten in der Wirtschaft überaus qualifiziert…

    Und andererseits könnte man auf die Idee kommen, dass Trump ehrlich verblüfft war, als ihm Obama dann mal ganz ruhig erklärt hat, was so in Zukunft alles seine Aufgaben sind.
    Beim Besetzen tausender Posten im Zusammenhang mit der Amtsübernahme fängt es ja nur an.

    Ich glaube, Trump hatte keinerlei Vorstellung, was nach der gewonnenen Wahl so an Arbeit auf ihn zukommen könnte… und den Leuten aus seinem Team, die vorher darüber mit ihm sprechen wollten, hat er abblitzen lassen, weil er sich damit nicht belasten wollte.

    Trumps Auftritte seit der Wahl lassen mich zumindest hoffen, dass er anfängt zu begreifen, auf was er sich da eingelassen hat.

    Trump muss jetzt liefern. Vor allen Dingen muss er präsidial WIRKEN.

    Wenn er das nicht zügig hinbekommt, wird er im Amt grauenhaft auf die Schnauze fliegen.
    Mike Pence dürfte sich darüber im Klaren sein, dass die Wahrscheinlichkeit, dass er für seinen Boss in die Bresche springen muss, weil der keine volle Amtszeit durchsteht, höher ist als sie es bei vielen anderen VPs war.

    Man muss sich ja nur mal anschauen, wie offensichtlich Obama in den acht Jahren gealtert ist.

    • @jk

      „Mike Pence dürfte sich darüber im Klaren sein, dass die Wahrscheinlichkeit, dass er für seinen Boss in die Bresche springen muss, weil der keine volle Amtszeit durchsteht, höher ist als sie es bei vielen anderen VPs war.“

      Pence wurde ja auch schon als „Lebensversicherung“ für Trump bezeichnet: Im Vergleich zu Pence ist Trump weit weit weniger konservativ. Wenn Trump seines Amtes enthoben wird, dann würde es daher die Lage eher verschlechtern für alle die keine konservative Richtung wollen

      • jk ging es wohl mehr darum, dass Trump seine Amtsperiode wohlmöglich aus gesundheitlichen Gründen nicht durchhält.

    • „Wenn jetzt das electoral college hingehen und Hillary wählen würden – weil sie ja insgesamt mehr Wählerstimmen hat – würde das eine Katastrophe geben.“

      Auch nicht größer als die sich anbahnende.
      Aber es wäre sehr witzig🙂

      Wenn nun nicht das Paris-Abkommen gestoppt werden kann (und danach sieht es eigentlich jetzt schon aus…), wäre das jedenfalls meine bevorzugte Zukunfts-Version.

      „Und andererseits könnte man auf die Idee kommen, dass Trump ehrlich verblüfft war, als ihm Obama dann mal ganz ruhig erklärt hat, was so in Zukunft alles seine Aufgaben sind.
      Beim Besetzen tausender Posten im Zusammenhang mit der Amtsübernahme fängt es ja nur an.“

      Bis jetzt hat er da nicht gerade ein glückliches Händchen bewiesen, nech? Oder was sollen wir von Breitbarts Stephen Bannon halten, der als anti-semitisch gilt? Dass Trump drei leibliche Kinder und einen Schwiegersohn – Alle ebenso wie er ohne politische Erfahrung – ins Übergangs-Gremium hievte, deutet auf irgendwas zwischen schierer Verzweiflung und trampeliger Dreistigkeit hin.
      Der hat nicht viele Freunde.

      „Man muss sich ja nur mal anschauen, wie offensichtlich Obama in den acht Jahren gealtert ist.“

      Oh ja, da sagst Du was. Das Amt hat ordentlich an ihm gezerrt.
      Vielleicht ist er ja froh, dass er lebend aus der Nummer rausgekommen ist und wäre auch kein drittes Mal angetreten, wenn er gedurft hätte. Und man vermisst ihn – sein ganzes Auftreten – jetzt schon… Obama hat den Geist der US of A repräsentiert, Nordamerika, wie wir es lieben und wie es sich selbst sehen wollte. Trump dagegen zeigt uns die Fratze des Imperators, no sugarcoating

      Irgendwie wirds schon weitergehen.
      Irgendwie ist es ja immer weitergegangen.

      • Boahh, man muss schon einige Sachen ausblenden, wenn man sagt, dass Obama das Nordamerika repräsentiert hat, das wir lieben. Obama hat so viel Migranten abgeschoben, wie wohl kein Präsident vor ihm, der Überwachungsstaat wurde noch einmal um ein Vielfaches hochgefahren, Guantanamo nicht geschossen, Drohnenmorde, imperiale Kriege, Rassenkonflikte eher mehr als weniger. Das einzige, was positiv ist: Entspannung zu Kuba und Iran, ev. weniger aggressive Aussenpolitik, als es nun Clinton gemacht hätte und ja, Obamacare wäre noch positiv hervorzuheben. Hat die Einkommens- und Vermögensschere unter Obama abgenommen? Vermutlich auch nicht. Also als Vorbild stelle ich mir ein anderes Amerika vor.

        • Hier auch wieder mein leicht sexistischer Tipp, der Wunder wirkt und extrem nervenschonend ist, gerade in diesem Fall:

          Nicht mit Frauen über Politik diskutieren, außer sie hat sich nachhaltig dafür qualifiziert oder ist relevant.

        • „Boahh, man muss schon einige Sachen ausblenden, wenn man sagt, dass Obama das Nordamerika repräsentiert hat, das wir lieben.“

          Er als Person sehr wohl.
          Smart, rhetorisch begabt, gutaussehend, ohne persönliche Verfehlungen. Jemand der sich hochgearbeitet hat.
          Das Gegenteil von Trump eben.

          Dass er als Präsident nicht so schrecklich viel bleibendes, positives erreicht hat, bleibt von dieser Einschätzung unbenommen. Guantanamo hat er (min.) zweimal tatsächlich versucht zu schließen, aber keine Mehrheit dafür zusammenbekommen.
          Wollen wir ihm das vorwerfen? Na, also ich weiß nicht…

        • „Wollen wir ihm das vorwerfen?“

          Ja!

        • Das ist doch albern. Er ist auch nur ein Mensch. Und zwar einer, von dem wir viel zu viel erwartet haben. Das wäre m.M.n. der Vorteil bei Hillary: Überraschung höchstens dann, wenn irgendwas sich besser entwickelt als angenommen, von schlechter wär kaum auszugehen.

          Und bei Trump? OMG. Die New York Times hat Angela Merkel jüngst als die letzte Verteidigerin des freien Westens bezeichnet.
          Das ist schon, nunja, bemerkenswert.

        • „Die New York Times hat Angela Merkel jüngst als die letzte Verteidigerin des freien Westens bezeichnet.“

          Die Merkel, die CIA Folter duldete oder zumindest den Transport der Folteropfer? Die Merkel, die Steuerung von Morddronen von deutschem Boden duldet?

          Für die NY Times besteht wohl noch etwas Hoffnung …

          “ Man wolle sich nun „auf die fundamentale Mission des Times-Journalismus zurückbesinnen“. Dazu gehöre es, ehrlich und ohne Bevorzugung über Amerika und die Welt zu berichten.“

          http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.nach-us-wahl-donald-trump-reagiert-auf-schreiben-der-new-york-times.b8177b72-f324-49cb-9f7e-fd94ebeb842e.html
          🙂

  10. Für die die es immer noch nicht verstanden haben:

      • Quelle?

        • Du hast recht..das kann so absolut nicht sein.

          Aber das Argument dahinter wird wohl trotzdem deutlich.

      • Mein ja nur… Twitter und so

  11. Auch nicht schlecht:


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