Verfasst von: Christian - Alles Evolution | 14. November 2016

Heute: „Red Pill“-Premiere für Deutschland in Berlin, 20:00 Uhr

Heute ist die Deutschlandpremiere in Berlin. Wer noch nichts vorhat und in der Nähe ist, der kann wohl auch noch Karten bekommen:

Am 14. November 2016 um 20 Uhr läuft der Dokumentarfilm „The Red Pill“ im CineMotion Berlin-Hohenschönhausen erstmals mit deutschen Untertiteln in einem deutschen Kino. Möglich wurde das durch eine Crowdfunding-Kampagne bei Kickstarter.

Wer was dazu zu berichten hat kann es gerne in den Kommentaren machen.


Responses

  1. Ich wünsche der Veranstaltung einen guten und erkenntnisreichen Verlauf! Super Engagement des Veranstalters, DANKE! Bin trotz Kleinspende nicht dabei und hoffe, dass keine aufgehetzten Feministixe die Veranstaltung stören!

  2. Hallo. Ich habe die Vorstellung gestern abend besucht – und ich fand es absolut cool!!
    Nachdem ich mir meine Karte und ein Getränk besorgt hatte, ging es auch schon los. Es gab keine feministischen Sprechchöre und auch keinen Feueralarm. Das Publikum bestand zu (geschätzt) 85% aus Männern (altersmäßg war alles dabei, von geschätzten Anfang 20 bis in die 50er). Ein paar Frauen waren in Begleitung ihrer Männer/Freunde erschienen, es herrschte ein lockere Atmosphäre. Bevor der Film begann, sprach der Organisator Sebastian Wessels noch ein paar einleitende Worte und lud zum anschließenden Diskussionsgespräch in der Kino-Lobby ein.
    Der Film an sich war ganz großes Kino. Absolut kurzweilige 2 Stunden. Die Doku bietet einige lustige Momente und viele facepalm-Möglichkeiten (Kimmels Erklärungen für die MRA-Bewegung war zB eine solche). Cassie Jaye hat dort wirklich ein Meisterstück mit hoher Faktendichte abgeliefert. Besonders gefallen haben mir die Einblendungen ihres Video-Tagebuches, welches sie während der Dreharbeiten parallel angefertigt hat. Mir haben diese Szenen deshalb so gefallen, weil ich sie absolut nachvollziehen konnte: Das Zweifeln, das Hadern mit den Themen der MRAs, das Durchbrechen der dogmatischen feministischen Mauer, die unzweifelhaft vorhandenen und praktisch erlebbaren Benachteiligungen von Jungen und Männern, von denen aber niemand spricht. An diesen Stellen passte der Titel der Doku wie die Faust aufs Auge. Die Doku zeichnet sich vor allem dadurch aus, daß sie von Anfang an nicht einseitig Partei ergreift, sondern beide Seiten mit auch durchaus gegensätzlichen Meinungen zu Wort kommen läßt.

    Ich habe das Kino nach dem Film leider verlassen müssen, da ich wenigstens noch 6 Stunden schlafen wollte, bevor es wieder ans Arbeiten geht. Die angebotene Diskussionsrunde habe ich deshalb nicht verfolgen können.

    An dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich bei Allen bedanken, die es möglich gemacht haben, daß dieser Film auch in Deutschland öffentlich zu sehen war/ist. Super Arbeit! Danke!

    • Danke für den Bericht. Freut mich, dass es so gut gelaufen ist!

  3. Mit etwas zeitlichem Abstand will ich noch eine Anmerkung zum Red Pill Dokumentarfilm machen. Ich war am Montag bei der Vorführung zusammen mit meinem Sohn (17 Jahre).

    Zunächst: Der Film ist hervorragend. Extrem gut gemacht. Und das nicht, weil er Männerthemen adressiert. All die Dinge, die hier im Blog auch immer wieder eine Rolle spielen. Das tut er auch, aber das ist imho nicht das Entscheidende an dem Film.

    Ich will hier nur kurz anführen, was mir – mit einem Abstand von einer Woche – am stärksten im Gedächtnis ist, woran ich mich sofort erinnere, wenn ich an den Abend zurückdenke.

    FocusTurnier hat ja schon angemerkt, dass eine der Besonderheiten des Films die Selbstreflektion in Form eines Viedeotagebuches der Autorin ist. Und genau hier habe ich meinen Gedächtnisanker.

    Es gibt da einen Eintrag in ihrem Videotagebuch, der so ungefähr in der Mitte des Projekts entstanden sein muss, also nachdem die Autorin und ihr Team vielleicht 1 1/2 Jahre sich mit dem Themenkreis beschäftigt haben.

    Da sagt sie an einer Stelle sinngemäß:
    Ich habe jetzt einiges gehört und erlebt, mit welchen Problemen Männer mitunter zu kämpfen haben. Und manches war wirklich bewegend und erschütternd, besonders die Situation von Vätern vor den Familiengerichten und im Sorgerechtsstreit. Aber ich bemerke bei mir: Ich kann das gar nicht zur Kenntnis nehmen, ohne in die Defensive zu geraten. Ohne zu denken, aber Frauen haben es doch immer noch ganz allgemein viel schlechter. Ohne den Drang, das irgendwie „kontern“ zu müssen, ohne den Drang, es irgendwie klein reden zu müssen. Ich kann es mir nicht einfach anhören und normal Mitgefühl empfinden für einen Menschen, dem übel mitgespielt wird im Leben.

    (Wie gesagt, sinngemäß aus dem Gedächtnis nacherzählt)

    Das ist mir sehr im Gedächtnis geblieben.

    Verständlich wäre ja dieser Defensiv-Reflex, dieser Abwehr-Reflex, wenn die Intonation bei der Benennung dieser Probleme seitens der Interviewten etwa gewesen wäre:
    „Männer werden benachteiligt und unfair behandelt bei Scheidungen und im Sorgerechtsstreit – und IHR FRAUEN seid daran SCHULD!“ (Also ändert euch gefälligst – sonst seid ihr schlechte, minderwertige Menschen.)

    Dies war aber nicht der Fall. Die Klage richtete sich ja gegen abstrakte Institutionen und Regularien. Nicht gegen Frauen als Gruppe. Trotzdem entsteht diese starke, emotionale Abwehrreaktion. Die von der Autorin in großer Offenheit dokumentiert wird.

    Der psychologische Effekt gibt mir zu denken. Es ist ja normal, dass Menschen, die angegriffen werden, dazu neigen, eine Verteidigungshaltung einzunehmen. Und dabei auch zur Abwehr unangenehmer Kognitionen neigen.
    Aber hier tritt die Abwehr ja auf, ohne dass ein Angriff vorher erfolgte.

    Ich lasse es hier einmal offen, was das nun zu bedeuten hat, wo das genau herkommt usw.
    Es hat mich jedenfalls sehr nachdenklich gemacht.

    PS:
    An dieser Stelle noch einmal herzlichen Dank an Sebastian Wessels, der die Vorführung möglich gemacht hat!


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