Verfasst von: Christian - Alles Evolution | 10. November 2016

Selbermach Mittwoch 86 (09.11.2016)

Heute mal am Donnerstag


Responses

  1. Mal ein Gedanke:
    In welche Filterbubble muss man sich einmauern, um vom allseits bekannten Wahlergebnis überrascht oder gar schockiert zu sein?
    (Bzw. völlig unvorbereitet seine Meinung auszukotzen, anstelle sich wie ein staatsmännischer Diplomat oder Bundeskanzler zu verhalten)

    • „Überrascht und schockiert“ ist natürlich eine bestimmte Klientel, die offenbar ernsthaft glaubt, irgendjemand würde auf ihren Ausbruch unangenehmer Gefühle mit Beschützerinstinkt reagieren.

      Viel erschreckender finde ich, dass in Deutschland wohl ganze 4% einen Sieg von Trump für möglich gehalten haben. Ich selbst ging (offenbar falsch) auch bestenfalls von einer offenen Sache aus.

      Man kann überrascht werden, ok. Aber in dem Fall geht der eigene Irrglaube mit einer massiven Medienpropanda einher, die vielen dabei sogar durchaus klar war. Trotzdem haben wir uns übel verschätzt. Das muss einem zu Denken geben.

      • War ja auch, wenn man sich das Wahlergebnis ansieht, eine ziemlich enge Sache. Und die Wahlumfrager haben sich gerade bei den Rust-belt Staaten übel verschätzt. Das Wisconsin-Ergebnis ist geradezu sensationell. Zugleich werden mittelfristig ehemalige Republikanerhochburgen wie z.B. Georgia zu Battleground-States. Nun, in 4 jahren wird wieder gewählt, und ich bin sehr gespannt, was Trump bis dahin machen wird… Uns stehen interessante Zeiten bevor…

        Fazit: Letztendlich hat immer der Wähler das letzte Wort. Und die Demokratisch gesinnte Seite wurde von der Establishment-Kandidatin abgeschreckt. Dass sie noch dazu hochgradig arrogant und unsympathisch rüberkam, hat nicht geholfen. Und wenn die einzige Wahlaussage „Mein Gegenkandidat ist komplett Scheisse“ ist, dann geht die Sache gerne mal in die Hose. Trump hat einige Wahlaussagen gemacht… auch wenn es überwiegend wirres Zeugs ist.

        Fazit für uns: Man wird eine rechtspopulistische Bewegung weder durch Ignorieren noch durch dämonisieren Herr, sondern nur durch politische Auseinandersetzung und die Beseitigung des Mistes, auf dem solche Bewegungen wachsen.

  2. Noch ein bisschen Werbung für meinen Artikel auf Geschlechterallerlei!
    Franziska Schutzbach und der #SchweizerAufschrei: Bauchstalinismus und Empörungsbewirtschaftung
    Die Geschlechterforscherin Franziska Schutzbach mokiert sich in einem Blog-Artikel über die Reaktionen der Männer im Zusammenhang des #SchweizerAufschrei. Leider bleibt sie bei ihrer Analyse bzw. Kritik in einem dualistisch manichäischen Weltbild verfangen.
    https://geschlechterallerlei.wordpress.com/2016/11/09/franziska-schutzbach-und-der-schweizeraufschrei-bauchstalinismus-und-empoerungsbewirtschaftung/

  3. Parental Custody
    Rape Crisis Centres
    Incarceration
    Violent Crime
    Internet Harrassment
    Lack of Cancer Research
    Employee Health Risks
    Global Mockery of Men’s Issues
    Education
    Suicide

    http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=AWUZJ82i7Fg

    Man muss sich das nur mal vor Augen führen:

    Jedes Jahr wird gegen den Männertag demonstriert. Sie können es nicht aushalten das auch nur einen Tag mal über die Probleme von Männer geredet wird.

    Aber wenn eine korrupte, kranke, skrupellose, unsympathische Frau nicht Präsidentin wird, ist das ein Zeichen dafür das die Gesellschaft Frauen hasst.

    • Noch so ein männliches Privileg:

      Den Job nicht zu bekommen weil man ein Mann ist und wir in einem Patriarchat leben, in dem Männer via Geburt die Macht haben, aber Feministen bestimmen was sie dürfen und was nicht.

  4. Linke Professoren geben den Schülern frei wegen emotionaler Probleme aufgrund der Wahlen🙂

    http://milo.yiannopoulos.net/2016/11/liberal-professors-students-trump-victory/

  5. Auch ein Privatsender wie N-TV bezieht klar Partei. Moderatorin Gesa Eberl macht aus dem Abend eine Wahl zwischen einer Frau und einem Frauenverachter. Und ihre Sätze machen deutlich, dass sie nicht versteht, warum Hillary Clinton gewählt werden muss und nicht einfach gekürt wird: „So viel gekämpft hat diese Frau für ihren Posten … Diese Frau hat es offenbar immer schwer.“

    http://genderama.blogspot.de/2016/11/die-gorillahaftigkeit-des-weien-mannes.html

    Wenn eine Frau gegen einen Mann antritt, muss die Frau gewinnen. Alles andere wäre sexistisch. Das einzige was Frauen wollen ist Equality…

  6. Die Störenfriedas bemühen sich um eine ernsthafte Analyse der US-Wahl und lassen ein paar vulgärfeministische Erklärungsversuche weg. Am Ende sind sie aber doch ziemlich ratlos…

    http://diestoerenfriedas.de/trumps-sieg-ist-kein-versagen-des-feminismus/

  7. Aus der Reihe „Nachwahlbetrachtungen“, finden sich in der Zeit neben sehr viel Bullshit auch einige wichtige Erkenntnisse:

    Jetzt ist der Bumerang allem Anschein nach zurückgekommen. Der Kulturkampf, den die Rechte soeben im größtmöglichen Maßstab gewonnen hat, wurde mit Mitteln geführt, die die Liberalen erfunden haben: Ideologiekritik, Sprachkritik, Institutionenkritik. Zuletzt hieß es häufig, die Liberalen hätten auf dem Weg zur Macht die Konservativen am Wegesrand verloren, weshalb diese sich jetzt abgehängt fühlten. Wahr ist vielmehr: Sie haben sie geschult.

    Donald Trump konnte auch deshalb so schamlos in aller Öffentlichkeit lügen, weil der Begriff der Wahrheit ohnehin diskreditiert war. Eine Wirklichkeit, die ohnehin nur aus Sprache, Performanz und Ideologie besteht, hat für politische Kampagnen auch etwas Befreiendes: Man kann nun mit gutem Recht alles behaupten. http://www.zeit.de/kultur/2016-11/donald-trump-praesident-usa-minderheiten-liberalitaet/komplettansicht

    Bisweilen heißt von Feministinnen lernen Siegen lernen. Und Milo ist der Prototyp dieser Lehre.

    • „Dass die Wissenschaft nie objektiv sein wird, ist keine Entdeckung von Donald Trump. Das findet sich auch bei Foucault und Heisenberg.“

      Der Autor hat wirklich nichts kapiert, er dokumentiert hier allenfalls seine bodenlose Dummheit, wenn er mit „Heisenberg“ die Heisenbergsche Unschärferelation als fehlende Objektivität deutet und das in einen Topf wirft mit der Diskursanalyse i.w. von Texten

      „In diesem Sinne ist der Einzug Donald Trumps in das Weiße Haus der finale Triumph der Postmoderne über die Moderne,“

      So ein Unfug. Wenn überhaupt jemand mit der Postmoderne eine geistige verbrannte Erde hinterlassen hat, dann doch wohl Foucault und Konsorten. Daß Trump die komplette Klaviatur der Propagandatechniken beherrscht und den Leuten erfolgreich etwas vorgaukelt, hat nicht mit dem Relativismus der Postmoderne zu tun.

      „Donald Trump konnte auch deshalb so schamlos in aller Öffentlichkeit lügen, weil der Begriff der Wahrheit ohnehin diskreditiert war. Eine Wirklichkeit, die ohnehin nur aus Sprache, Performanz und Ideologie besteht, hat für politische Kampagnen auch etwas Befreiendes:“

      Da hat er ausnahmsweise recht, bloß scheint er nicht zu merken, daß er sich damit selber aburteilt.

  8. Abgesehen vom Verständnis der postmodernen Sprachspiele an sich wäre es wesentlich, das Narrativ von den „sich abgehängt fühlenden weißen Männern“ auseinanderzunehmen:

    Es lässt sich etwa an der Entwicklung der Realeinkommen ohne weiteres ziemlich objektiv zeigen, dass die einfachen Angestellten der entwickelten Welt die tatsächlichen Verlierer der Globalisierung sind. In den letzten 30 Jahren hat diese Gruppe die niedrigsten prozentualen Realeinkommenszuwächse der am kapitalistischen Spiel Beteiligten erfahren. Das Wachstum durch Globalisierung ist an dieser Klasse weitgehend vorbei gegangen.

    Das ist auch ökonomisch ganz logisch: Denn der große Profit der globalisierten Wirtschaft entsteht daraus, dass Kapitalisten Arbeiter „aufstrebender Länder“ zu Löhnen Produkte fertigen lassen, die diese selbst sich gar nicht leisten können sollen und die nur durch die Kaufkraft der nun zu teuer gewordenen Arbeiter der entwickelten Länder abgesetzt werden können. Die Globalisierung ist eine Umverteilung von den Angestellten der entwickelten Welt zur dritten Welt (durchaus!) aber vor allem in die Taschen der globalen Konzerne, ihrer Banken und Spitzenkräfte.

    Diese Unter- und Mittelschicht der entwickelten Welt besteht historisch-demographisch natürlich insbesondere aus weißen Männern. Aber eben auch weißen Frauen, Einwanderern und so weiter.

    Wie praktisch, wenn man all das auf den verletzten Stolz einfacher weißer Männer schieben kann. Frauen wollen nicht mit Losern assoziiert werden, Einwanderer sind froh mal nicht die bösen zu sein und so weiter. Und schon hat man alle, die tatsächlich benachteiligt werden und die in Wirklichkeit die Macht haben könnten, auseinanderdividiert, unschädlich und das Anliegen lächerlich gemacht.

    It’s the Hauptwiderspruch, stupid.

    • vor allem in die Taschen der globalen Konzerne, ihrer Banken und Spitzenkräfte

      In die „Taschen“ wandern aber vor allem Bits. Also Vermögen, irgend welche Beteiligungen usw. Interessant ist doch eigentlich eher, wohin Güter und Dienstleistungen – also Wohlstand – wandert. Da sehe ich tatsächlich eher die Unterschicht der aufstrebenden Nationen.

  9. Bei mir gibt es auch ein klein wenig zum Thema US-Wahl, aber diesmal mit einem etwas anderen Schwerpunkt (ich war nicht erschüttert oder geschockt, sondern habe mit diesem Sieg gerechnet):

    http://nur-miria.blogspot.it/2016/11/first-lady-melania-trump.html

    Und außerdem habe ich diese Woche einen Artikel zum allseits beliebten Thema Privilegien verfasst:

    http://nur-miria.blogspot.it/2016/11/privilegien.html

  10. Falls bei irgendjemandem das Schadenfreudefass noch nicht überlauft, eine weitere kleine Geschichte aus Amerika.

    Trump hatte ja Clinton und ihre Baggage „Nasty Women“ genannt. Woraufhin viele Feministinnen sich den Begriff zu eigen machten. Sen Elizabeth Warren z.B. sprach

    Get this Donald, nasty women are tough, nasty women are smart and nasty women vote,” she said to a cheering crowd. “And on Nov. 8, we nasty women are gonna march our nasty feet to cast our nasty votes to get you out of our lives forever.

    und Forbes jubilierte, als die Modemarke „Nasty Gal“ sich kurzerhand in „Nasty Woman“ umbenannte.

    http://blogs-images.forbes.com/maddieberg/files/2016/10/Screen-Shot-2016-10-21-at-11.53.44-AM.jpg?width=960

    So wackere Feministinnen überall, die es dem Patriarchat so richtig zeigen.

    Nasty Gal hat grad Konkurs angemeldet.

    Sie waren u.a. zu nasty zu ihren Angestelltinnen.

    Vier wurden entlassen, als sie schwanger wurden; eine haben sie rausgeschmissen, obwohl sie nach einer Herzoperation immer noch 40-Stunden-Wochen schob.

    Nasty Gal’s alleged discriminatory practices aren’t leaving many #GirlBosses left at the company. The company, which is already being sued by four women who claim they were fired because they became pregnant, is now being accused of firing a woman for falling seriously ill, according to The Fashion Law.

    So wackere Feministinnen überall, die es dem Patriarchat so richtig zeigen.

    • Mega😀

  11. Internalized Oppression

    Wenn ihr 1000 Leute in sagen das sie sich falsch verhalten hat, liegen 1000 Leute falsch, weil nur zu recht hat.

    • Sie gehört auch zu der Fraktion, die der Meinung ist, das alle Weißen rassistisch sind und alle Männer sexistsich sind.

      • Ihre Begründung ist das weiße Männer geringere Strafe vor Gericht bekommen.

        Der Bonus den Weiße haben, wird noch von dem Bonus einer anderen Gruppe um das 6-fache übertroffen… nämlich von Frauen. Ergo sind alle Frauen 6-fache strärkere Sexisten.

  12. Sie hier hatte es sogar schon vor Monaten verstanden:

    http://www.zeit.de/2016/33/demokratie-klassenduenkel-rassismus-populismus

    • Selten so einen Schwachsinn gelesen. Aber dass das unter Dummdeutschen als intellektuell gilt, dürfte nicht verwundern.

      Dass Marine Le Pen „grobschlächtig“ ist, kann man natürlich vermuten, wenn man halt kein Französisch spricht und nicht versteht, was sie sagt.

      Grobschlächtig ist eher die liberale Elite-Saufnase Schulz (SPD), dessen Bildungsabschluss zudem unterhalb dem des durchschnittlichen Trump-Wählers liegt, von wegen „white trash“.

      Ach, und um vorzubeugen, mich der Apologetik von „Rechtsradikalen“ verdächtig zu machen: eine treffende Kritik bedarf zuerst einer treffenden Analyse.

      „Wir haben keine Gelegenheit ausgelassen, unsere Überlegenheit vorzuführen: So viel intelligenter, humorvoller, klarsichtiger sind wir. Wir trennen unseren Müll, und unsere Grammatik ist perfekt. Es mag nur ein Unterton sein, der unsere Arroganz verrät, doch wir sollten anfangen, ihn zu hören.“

      LOL

      • Wobei, den Artikel muss ich mir wirklich ausdrucken. Es ist wirklich ein exemplarischer Spiegel des Narziss des deutschen Bildungskleinbürgertums anno 2016 mit all seinem Größenwahn, seinem Halbwissen und seiner schamlosen Spießigkeit.

        „Wir trennen unseren Müll, und unsere Grammatik ist perfekt“ –😄

        Auch das muss man sich erstmal trauen, zu schreiben:

        „Es fällt jedenfalls leichter, die EU zu mögen, wenn man in jeder (interessanten) Hauptstadt Europas schon gewesen ist und überall ein nettes kleines Restaurant kennt, wo es eine Karte mit guten, aber wirklich erstaunlich günstigen Weinen gibt.“ – besonders gut ist die Beschränkung auf die interessanten (!) Hauptstädte Europas.

        „Wir haben keine Gelegenheit ausgelassen, unsere Überlegenheit vorzuführen: So viel intelligenter, humorvoller, klarsichtiger sind wir.“

        Wenn ich über die Autorin lachen muss, dann nicht, weil sie „humorvoll“ ist.

        Also, Danke für’s Verlinken. In gewisser Weise ist der Artikel dann doch lesenswert.🙂

    • Ich finde den Text gut, weil er die feministische Arroganz ziemlich gut beschreibt. Wenn statt Raether jemand Unverdächtiges Autor gewesen wäre und statt „wir“ im Text „der amtierende Feminismus“ stehen würde, würde jeder den Text als gute Analyse loben😉

      Eine besonders kreative Leistung ist der Text nach meiner Erinnerung andererseits nicht, weil solche Analysen schon etliche Male vorher erschienen sind.

      Daß der Text keine Lösung bietet sondern nur eine Problemanalyse, sollte man ihm nicht vorwerfen. Sich Denkfehler klar zu machen ist ein eigener Schritt, der geistige Arbeit erfordert.

      Die gleiche Arroganz, die Raether dem amtierenden Feminismus als Spiegel vorhält, sehe ich mit vertauschten Rollen inzwischen aiuf „unserer“ Seite aufkommen. Hochmut kommt vor Fall. Daß man seine Meiningsgegner für geistig minderbemittelt hält, ist ja auch hier guter Brauch.

      • „Ich finde den Text gut, …“

        Ich auch.
        Und es ist auch genau die Stimmung, die bei uns den Rechten den Zulauf beschert. Wir können es hier im Blog an den Postings überprüfen.
        Jeder 3. Satz atmet dieses „Wir hier unten gegen die da oben“.

        • Dafür gibt es durchaus vernünftige und im übrigen linke Gründe:

          http://www.juancole.com/2016/11/rebelled-neoliberalism-literally.html

          A year ago Anne Case and Angus Deaton, Princeton University economists, published a study with the startling finding that since 1999 death rates have been going up for white Americans aged 45-54. It is even worse than it sounds, since death rates were declining for the general population.

          Compared to 1999, white workers, according to another recent study in the Commonwealth Foundation: “have lower incomes, fewer are employed, and fewer are married.” This study found other causes for the increased death rates than just the ones mentioned above, but didn’t deny the Princeton findings.

          The only comparison I can think of to this situation is what happened to Russians in the 1990s after the collapse of the Soviet Union.

          Neoliberalism– putting the market in charge of social policy and actually encouraging industries to move abroad for higher profit margins (but for fewer industrial jobs at home)– had much the same effect on the white working class as the fall of the Soviet system had on the Russian working class.

          Der Zustand der Linken ist so schlimm, dass man schon vor der Finanzkrise die „linkesten“ wirtschaftspolitischen Ideen und Forderungen von „Spekulanten“ und anderen Typen aus der Finance-Community gehört hat.

        • „Dafür gibt es durchaus vernünftige und im übrigen linke Gründe“

          Ob die Gründe vernünftig sind, mag dahingestellt bleiben. Aber sie sind zumindest unbestreitbar.
          Und schon im nächsten Halbsatz schlägst Du in die von mir angesprochene Kerbe.
          Ich schrieb schon mehrmals, dass ich mich als grüner Fundi einordne, in Deinen Augen also links. In meinen Augen ist die Links-Rechts-Dichotomie für die Themen nicht anwendbar, es sei denn, Humanismus, soziale Gerechtigkeit und Umweltschutz sind für Dich gleichbedeutend mit „links“.
          Weder Feminismus, noch Globalisierung haben aber was mit „links“ zu tun, sondern sind – aus klassischer politischer Sicht – eher rechts einzuordnen. Müsste man diese Bewegungen politisch verorten, würde ich sie bei den Liberalen, also der FDP und – leider – auch bei den heutigen Grünen am ehesten aufgehoben sehen.
          Weder die FDP, noch die Grünen kann man ehrlicherweise als „links“ bezeichnen.

          Hat man allerdings eine Perspektive rechts von der CSU, dann ist natürlich alles links, was beim Betreten des Zimmers nicht die Hacken zusammenknallt.

          Was in dem Artikel gut rüberkommt, ist ein Faktum, das ich schon in den 80ern kritisiert hatte, nämlich die Aufgabe des linken Flügels, also der unteren sozialen Gesellschaftsstrukturen durch die SPD. Dies fand extrem krass seinen Ausdruck, als die Partei zur Bundestagswahl 1987 nicht die populären, aber linken Oskar Lafontaine als Kanzlerkandidaten aufstellte, sondern den väterlich gemütlichen, aber auch farblosen Johannes Rau (nach dem Typus „Kassierer im Kaninchenzüchterverein“ Hans-Jochen Vogel).

          Aus meiner Perspektive sind die derzeitigen Probleme also in der berühmt-berüchtigten neoliberalen bis tendenziell rechten politischen Strömung zu suchen.

        • So kann man es auch beschreiben. Mir geht es darum, dass wenn es keine richtigen Linken gibt, die es mit „denen da oben“ aufnehmen, es eben andere tun.

        • „Es mag nur ein Unterton sein, der unsere Arroganz verrät, doch
          wir sollten anfangen, ihn zu hören. Bei den Abgehängten ist die Botschaft nämlich längst angekommen.“

          Ich bin sicher, dieser britische Trucker ist nur deshalb „rassistisch“*, weil er Frau Raether um ihre perfekte Grammatik und Mülltrennungsfähigkeiten beneidet. Deshalb hegt der Ressentiments gegen die armen refugees.

          Nord-Pas-de-Calais ist DIE Hochburg des FN. Wer wirklich glaubt, die dortigen Wähler würden sich nur nach warmer Umarmung statt Arroganz durch selbsternannte „liberale Eliten“ sehnen, fühlten sich „kulturell ausgeschlossen“, hat irgendwie keine Ahnung, was in den Gegenden los ist, in denen die „Rechten“ Erfolge haben.

        • „“When they go low, we go high“, sagte Michelle Obama bei ihrer Parteitagsrede in Richtung der Trump-Anhänger, zu Deutsch etwa: Euer schlechtes Benehmen bringt uns nicht aus der Fassung.“

        • Einen noch:

          „Doch wir haben unsere Weltoffenheit zum Distinktionsmerkmal gemacht. Wir haben keine Gelegenheit ausgelassen, unsere Überlegenheit vorzuführen: So viel intelligenter, humorvoller, klarsichtiger sind wir.“

      • @ mitm

        „Daß der Text keine Lösung bietet sondern nur eine Problemanalyse, sollte man ihm nicht vorwerfen. Sich Denkfehler klar zu machen ist ein eigener Schritt, der geistige Arbeit erfordert.“

        Der Text ist aber ein Symptom und keine Analyse. Es ist ein Eigenlob eines intellektuell verkümmerten deutschsprachigen Feuilletons, dass sich selbst in die Rolle einer „Elite“ hineinfantasiert.

        Erstmal ist der Begriff der „Elite“ soziologisch falsch benutzt. Das Kleinbürgertum ist nicht die „Elite“, es eifert der Elite bestenfalls nach.

        Zweitens sind Trump- und Le Pen-Wähler keinesfalls durchgehend „white trash“, was auch durch Studien belegt ist. Trump-Wähler haben mW ein höheres Durchschnittseinkommen und damit verbunden höheren sozioökonomischen Status als Clinton-Wähler, wieder im Durchschnitt.

        Der alte Le Pen war ebensowenig von Fernsehdebatten ausgeschlossen wie Marine Le Pen sich „grobschlächtig“ artikuliert. Merkel würde ihre Hosenanzugsammlung verpfänden, könnte sie im Gegenzug so flüssig und elegant aus dem Stegreif formulieren wie Marine Le Pen.

        Das kann man natürlich nicht wissen, wenn man wie die Autorin kein Französisch versteht. Konsequenterweise sollte man dann sich dann darüber nichts zusammenfantasieren.

        Dass die Autorin offenbar tatsächlich glaubt, französische Arbeiter würden sie beneiden, wenn sie sich in Paris in einer Touristenfalle … äh… einem „netten kleinen Restaurant“ „guten, aber wirklich erstaunlich günstigen“ Fusel hinter die Binde kippt, und deshalb FN wählen – dazu sage ich mal lieber nichts.

        Wer den Text dennoch für eine gute Analyse hält, beantworte mir bitte:

        Warum wählen die „homophoben“ französischen Arbeiter eine Partei mit einem offen schwulen Vizepräsidenten? Warum wählen viele Juden FN trotz der antisemitischen Vergangenheit dieser Partei? Warum ist Jean-Marie Le Pen der Patenonkel des Kindes eines schwarzen Komikers und wieso ist dieser schwarze Komiker bekennender Antisemit, wenn doch auf der einen Seite die „abgehängten weißen Männer stehen“ und auf der anderen die Schwarzen, die Juden, die LGBQTA(?)-people und Niqabträgerinnen in trauter Eintracht als neue „liberale Elite“?

        • @ichichich: „Der Text ist aber ein Symptom und keine Analyse. Es ist ein Eigenlob eines….“

          Der Text spricht ja zu den „liberalen Eliten“, zu denen sich Raether offenbar dank ihrer publizistischen Machtposition zählt. Innerhalb dieser Echokammer erscheinen mir ihre Bemerkungen ziemlich (selbst-) kritisch, der Tonfall ist stellenweise sehr sarkastisch. Diese Kritik reproduziert aber nur Vorwürfe, die außerhalb der Echokammer schon lange vor diesem Text (der am 18. August 2016 erschien) formuliert worden sind.

          „Wer den Text dennoch für eine gute Analyse hält…“

          Sie liefert eine lange Liste von Punkten, was die selbsternannte Elite falsch gemacht hat, das fand ich gut analysiert. Sie liefert nicht zugleich eine richtige Gegenanalyse. Daß Raether gleich noch in einigen Punkten eigene Falscheinschätzungen hinzufügt (darauf hatte ich bei meinem ersten Kommentar gar nicht geachtet, das ist aber richtig beobachtet), bestätigt diese Einschätzung ironischerweise.

          Z.B. mit dem Satz im letzten Absatz „… natürlich haben auch Arbeiter und Arbeitslose Transgender-Kinder, schwule Söhne und Töchter, denen sie nur das Beste wünschen, und natürlich werden gerade die Ausgegrenzten unter den Folgen des Klimawandels leiden“ demonstriert sie außerdem, daß sie die totale Fixierung auf die sexuellen Probleme extrem kleiner Minderheiten als Menschheitsproblem Nr. 1 kein bißchen überwunden hat.

  13. Leonard Cohen ist tot.

    Einer der ganz Großen hat sich von der Weltbühne der Musik verabschiedet.
    Wenn es einen Himmel mit Engeln gibt, wird er eine Bereicherung sein.

    Machs gut, Alter.

    • WIKI (D) gibt als Todesdatum übrigens den 10.11. an, WIKI (GB) den 7.11. UND den 10.11.
      Warten wir mal ab, auf welches Datum sie sich einigen.

      Gestern Abend gab es noch eine Vorstellung der neuen CD Cohens „You want it darker“ mit einigen Songs und dem Hinweis, dass es wohl wegen Cohens Gesundheitszustands keine Welttournee mehr geben wird.
      Cohen hat die Ankündigung also heute bestätigt.

    • „There is a crack, a crack in everything. That’s how the light gets in.“

      • Ich grad in einem alten Songbook die Eintrittskarte für das Berliner Konzert 2009 in der O2-World wiedergefunden…

    • ich habe mich für den nie begeistern können; alle Frauen mochten ihn.

      Den finde ich viel überzeugender und authentischer:

      Aber über Musik kann man halt nicht streiten…

  14. Ein paar Gedanken zum Pograbschen
    https://breakpt.wordpress.com/2016/11/09/dreizehnhundertfuenfundneunzig/

  15. Interessant und wahrscheinlich irrelevant:

    Barron Trump ist der erste Sohn im White House seit 1963 (JFK Jr).

    https://pjmedia.com/drhelen/2016/11/10/will-a-son-in-the-white-house-make-a-difference-for-men-and-boys/

    • „Barron Trump ist der erste Sohn im White House seit 1963 (JFK Jr).“

      Ah, das hatte ich mich auch schon gefragt, wann das der Fall war.

      Wäre interessant zu sehen wie viele Töchter es davor gab.

      • Lyndon B Johnson hatte zwei Töchter, Lynda Bird und Luci Baines.
        Richard Nixon hatte zwei Töchter, Tricia und Julie.
        Gerald Ford hatte 3 Söhne und eine Tochter. Der jüngste Sohn Steven Meigs war aber schon 18, als Ford Präsident wurde.
        Jimmy Carter hatte eine Tochter Amy.
        Ronald Reagan hatte zwei Töchter und einen Adoptivsohn, der 1945 gebohren wurde und damit 31 war, als Reagan Präsident wurde.
        George H.W. Bush hatte 6 Kinder, darunter 4 Söhne. Der jüngste *1956 war 33, als sein Vater Präsident wurde.
        Clinton hat eine Tochter *1980, die mit 13 ins Weiße Haus einzog.
        George W. hat zwei Töchter Barbara und Jenna. Beide 14, als George Präsident wurde.
        Obamas Töchter waren 10 bzw 7 in 2008.

        Korrekt muss es also heißen, dass Barren der erste Sohn seit 1963 ist, der im Weißen Haus lebt, nicht der erste Präsidentensohn seit 1963.

  16. MGTOWs bewegen sich mit voller Fahrt in Richtung der gleichen ideologisch Verbohrtheit wie Feministen. Das ging schnell…

    • So denkt und redet Sandman schon seit Jahren.

      Wenn ein Hetero Frauen komplett Frauen aus seinem Leben aussperren will, wird da fast immer Fanatismus hinter stecken.

      Balance ist schwierig.

      • Japp. das mit Sandmann hatte ich hier auch schon mal angemerkt.

  17. „Nach Krankenhaus-Angaben wurden mindestens 128 Menschen verletzt. Die Vereinten Nationen berichteten, dass unter den Verletzten auch 19 Frauen und 38 Kinder seien . (…) Die Taliban hatten sich noch in der Nacht zu dem Anschlag bekannt. Sie werfen Deutschland eine Mitschuld an einem US-Luftangriff auf Taliban in Kundus in der Nacht des 3. November vor, bei dem auch etwa 30 Zivilisten – darunter viele Kinder und Frauen – getötet wurden.“

    http://genderama.blogspot.de/2016/11/vermischtes-vom-12-november-2016.html

    71 Männer < 19 Frau + 38 Kinder

    • Wir warten alle gespannt auf den Tag, an dem es in der Popagandashow* heißt:
      „793 Menschen gestorben, zum Glück nur Männer.“

      Als dieser Scherzformulierung aufkam, hieß es noch Tagesshow – aber damals ging man auch noch davon aus, dass in obigem Ereignis die Nachrichten berichten würde – nicht aber dass in der heutigen Propagandashow das einfach ignoriert werden würde..

  18. Für die Liste der selbstdenkenden Feministinnen: Kristen Hatten

    „Hillary ist anti-feministisch“

    http://www.dallasnews.com/opinion/commentary/2016/11/11/feminist-glad-trump-won


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