Verfasst von: Christian - Alles Evolution | 2. November 2016

Liana Kerzner: „Wie ich einige feministische Ausdrücke verwende“ (Gastartikel)

Dies ist ein Gastartikel von Dirk M Jürgens

Nach „guten“ Feministinnen gefragt, verweise ich meist auf Liana Kerzner (Homepage / Twitter), kann Skeptiker aber meistens nicht davon überzeugen, dass sie wirklich für Gleichberechtigung ist, auch wenn sie das vorbelastete F-Wort trägt Und ja, zuweilen weiß auch ich nicht, was ich davon halten soll, wenn sie bestimmte Kampfbegriffe benutzt.

Groß daher meine Freude über dieses Video:

Darin erklärt sie, was sie meint, wenn sie verschiedene Begriffe aus dem Bereich des Geschlechterkampfes benutzt. Sie sagt nicht, dass es jedermanns endgültige Definitionen sein müssen, aber es sind ihre und nur für die möge man sie haftbar machen. Ich fasse sie hier kurz zusammen:

FEMINISMUS

Das Anstreben von Gleichberechtigung in Geschlechtersachen. Da sie eine Frau ist, steht ihr die weibliche Seite näher, sie leugnet aber nicht, dass es auch eine männliche gibt. Entsprechend berechtigt ist es auch, ein Männerrechtler zu sein. Sie bezeichnet sich nicht als „Egalitarian“, weil das auch Komponenten wie Rasse einbezieht und sie sich da nicht für ausreichend qualifiziert hält (wie eben auch in Männersachen).

PATRIARCHAT

Eine Gesellschaft, die einseitig auf den Mann ausgerichtet ist, etwa durch männliche Erbfolge. Sie betont extra, dass der heutige Westen KEINES ist. Religionsgemeinschaften mögen in ihm kleine Patriarchate sein, früher war er es auch mal, aber heute ist er es nicht mehr.

PRIVILEG

Angeborener Vorteil. Hier zieht sie das, meines Erachtens unglückliche Beispiel heran, dass Männer Nachts unterwegs sein können, ohne Angst haben zu müssen, vergewaltigt zu werden (und Raub, Körperverletzung und Mord gibt es wohl in der Welt dieses Beispiels nicht). Doch sie sagt gleich, dass dieser Punkt meist völlig überbewertet wird (vermutlich auch in den Kommentaren unter diesem Artikel, die sich hieran hochziehen werden, statt die anderen Punkte anzuerkennen). Sie stellt klar, dass Reichtum der große Gleichmacher ist, der von der herkömmlichen Privilegientheorie nicht beachtet wird und sie es für falsch hält, wenn man es als Waffe benutzt. Daher will sie auf die Verwendung des Begriffs auch nach Möglichkeit verzichten, er scheint ihr einfach zu vorbelastet zu sein.

MISOGYNIE

Der Hass, die Abwertung von Frauen ist eine eigene Kategorie, nicht einfach eine klangvolle Verstärkung für Sexismus und wird vollkommen überbewertet und viel zu häufig benutzt. Es ist definitiv NICHT misogyn, von Frauen sexuell angezogen zu sein und daher entsprechend reizvolle Darstellungen in den Medien zu mögen. Auch hält sie es für falsch, damit alles zu überlagern: Jemand kann ein einzelnes misogynes Werk schaffen oder eine einzelne misogyne Ansicht vertreten, ohne insgesamt Frauenfeind zu sein.

SEXISMUS

Vorurteil aufgrund von Geschlecht. VON beiden Geschlechtern GEGEN beide Geschlechter möglich. Kein Machtsystem, sondern etwas, dessen sich jeder schuldig machen kann. Frauen betreiben sogar frauenfeindlichen Sexismus, wenn sie Bevorzugung oder Schonung im Vergleich zu Männern verlangen. Der moderne Pop-Mainstream-Feminismus ist daher in ihren Augen sexistisch und das auch gegenüber Frauen.

Die Definition von „Vorurteil + Macht“ lehnt sie eindeutig ab. Die Betrachtung der Frauen als einer sozialen Klasse (die ihr für die erste Welle des Feminismus sinnvoll schien) hält sie für veraltet.

Wie ich finde, eine ganz vernünftige Sichtweise.


Responses

  1. „Wie ich finde, eine ganz vernünftige Sichtweise.“

    Nach den Definitionen bleibt der Eindruck, „Feminist“ sei für sie ein Begriff wie „ADAC-Mitglied“.
    Es gibt Themen, die einen ärgern, wie z.B die hohen Benzinsteuern oder der Zustand der Autobahnbrücken, aus denen man folgert, dass der ADAC wichtig ist.
    Dabei leugnet man zwar nicht, dass auch der Zustand der Fahrradwege suboptimal ist, aber man hat ja kein Fahrrad, also ist man nicht im ADFC und was die machen, ist einem auch so’n bischen egal.
    Wichtig ist, dass die Ampelschaltungen für grüne Welle sorgen, nicht die Frage, was eine vierspurige Straße mitten in der Stadt für die Anwohner bedeutet.

    Aber es wäre ja schon mal was, wenn Feminismus auf breiter Ebene als reiner Lobbyismus gesehen würde, dem es nicht um Gerechtigkeit geht, sondern um die Beseitigung der Nachteile einer relativ kleinen Gruppe.

    • Dabei hat diese Gruppe nicht mal Nachteile.

      • Naja, vergleichbar mit den Nachteilen der Autofahrer. Das ganze Verkehrssystem ist auf sie ausgerichtet, aber es ist nicht alles super.

        Also versucht man, auch die Probleme noch zu beseitigen.

        • Ich dachte Du redest von Frauen.
          Ich mag Fahrradfahrer nicht. Selten so eine rücksichtslose Bagage im Straßenverkehr gesehen. Könnte natürlich auch an Berlin liegen 😉

        • Ich meinte Frauen wenn ich von Autofahrern rede. Das nennt man Analogie.

          Ich kenne die Fahrradwege in Berlin. Man kann da auf zwei Weisen fahrradfahren: riskant odet gar nicht.
          Das passt zu deiner Theorie, dass fehlende Jungenförderung dazu führen wird, dass diese Probleme verursachen werden.

        • Kaum jemand in Berlin benutzt Fahrradwege korrekt oder hält sich an Verkehrsregeln.

        • Kennst du das Buch Cider House Rules?

        • Nein.

        • Es geht darum, wie sich Gruppen eigene Regelwerke schaffen, wenn die offiziellen Regelwerke die Lebensrealität dieser Gruppe komplett ignorieren.
          Lesenswert.

        • Ah, so wie beispielsweise Moslems.
          Wo wird die Lebensrealität von Radfahrern ignoriert?

        • Wann bist du das letzte Mal Fahrrad gefahren? in Berlin?

        • Vor einer Monat. Ich komme gut klar. Liegt aber vmtl daran, dass ich nicht erwarte, dass sich die ganze Gesellschaft meinen Bedürfnissen unterordnet.

        • „Vor einer Monat.“

          Mach es mal zu deinem Hauptfortbewegungsmittel. Für mehrere Jahre.
          Und hinterher reden wir noch mal drüber, wie geduldig und gelassen du auf dem Fahrrad bist.

        • Gibt keinen Grund es zum Hauptverkehrsmittel zu machen. Exzellenter ÖPNV in Berlin.

        • „Gibt keinen Grund…“
          So aber bist du in der Position von einem, der nur einmal im Jahr die Schwiegereltern besucht und das ziemlich locker nimmt, weil man das ja einmal im Jahr ruhig mal ertragen kann. Und deswegen gar nicht verstehen kann, warum sich jemand beklagt, der mit den Schwiegereltern unter einem Dach lebt.

        • Jammerei. Wenn Du immer noch Fahrrad fährst, kann es so schlimm nicht sein.

        • Ich bin rund 15 Jahre lang in Hamburg Fahrrad gefahren, bis ich genug Geld und Bequemlichkeit für ein Auto hatte.
          Aus der Zeit habe ich viel Verständnis für genervte und ungeduldige Fahrradfahrer in der Großstadt.

        • Naja, vergleichbar mit den Nachteilen der Autofahrer. Das ganze Verkehrssystem ist auf sie ausgerichtet, aber es ist nicht alles super.

          Also versucht man, auch die Probleme noch zu beseitigen.

          Schöner Vergleich, den merk ich mir.

  2. Für Gleichberechtigung sein, das ist keine Kunst, das ist praktisch jeder. Mich interessieren da nicht Floskeln und Begriffe, sondern was dies konkret bedeutet: was liegt im Argen, welche Veränderung wünscht man sich, welches Ziel strebt man an? Und auf welcher Grundlage das alles und warum ist das überhaupt wichtig?

    • Wenn Feminismus Gleichberechtigung bedeutet und sie sich Feministin nennt, kann das nur 3 Dinge bedeuten.

      Sie beschäftigt sich damit aus historischer Perspektive.
      Sie ist Aktivistin in einer nicht-westlichen Kultur oder in einer muslimischen Parallelkultur.
      Sie kämpft für die Gleichberechtigung von Männern.

      • david,

        „Sie kämpft für die Gleichberechtigung von Männern.“

        Nein, warum? Sie sagt doch selber, dass sie sich dafür nicht für ausreichend qualifiziert hält. Daher „kämpft“ (in dem Kontext eh eine peinliche Wortwahl. „quengeln“, „nörgeln“, „quatschen“ wäre passender) sie nur für die Beseitigung von ihr gefühlter Nachteile für Eierstock-Träger_x_en.
        😉

        • @Peter
          Nun, du lebst nicht als Frau und ich nicht als Mann.
          Da von gefühlten Nachteilen zu reden ist für beide Seiten unangebracht, findest du nicht?

        • Marenleinchen,

          also ich finde das problematisch, wie Du das jetzt so mikroaggressiv rüberbringst.😦

          Was ist an Gefühlen schlecht?

        • @ Maren
          Nachteile sind objektiv feststellbar. Nachteile einer Gruppe im Vergleich zu Gruppe x ebenfalls. Zähl doch mal objektive Nachteile auf, die Frauen in Deutschland im Jahre 2016 haben, die nicht aus ihrer eigenen Lebensplanung zurückzuführen sind.

    • Dich tangierts doch eh nicht

      • Was tangiert mich nicht?

  3. Keine Ahnung was der Sinn des Artikels ist. Dass es Frauen gibt die sich als Feministen geben aber die nicht soooooooo schlimm sind? So wie ein Bully der auf dem Schulhof nur ein kleines bisschen prügelt? Wie ein Nazi der nur ein kleines bisschen rechtsradikal ist?
    Wer sich als Feminist bezeichnet der ist alles das was Feministen ausmacht – von Schwarzer bis Solanas – Cherrypicking ist zwar typisch Frau aber in diesem Fall klappt das nicht. Wenn sie anders wahrgenommen muss sie ihren Namen ändern oder damit leben, dass die Mehrzahl der Männer über sie nicht besser denkt als über Schwarzer oder Solanas.

    • Ja, das ist wie als wenn man sich Moslem nennt und sich dann darüber aufregt, dass das eigene Weltbild mit Gewalt, Unterdrückung und Terror in Verbindung gebracht wird.

      • Genau, einige Begriffe und Symbole wie Feminismus oder Hakenkreuz sind halt durch üble Konsorten und Konsortinnen ziemlich verbrannt.

        • Eben nicht gleichstark. – Das Hakenkreuz kriegen wir hier im Westen wohl definitiv nicht mehr gerettet, aber der Islam lässt sich nun nicht auf Terror reduzieren (wobei man dieses Element natürlich nicht komplett ausblenden darf).

          Feminismus hingegen mag im Alltagsleben der meisten Leute keine große Rolle spielen, ist im Mainstream aber doch eher positiv besetzt. Gerade darum halte ich es für strategisch sinnvoll, den Begriff für „die Guten“ zu kapern, statt ihn „den Bösen“ zu lassen und zu bekämpfen. Denn da wird man so bald keinen Erfolg haben.

    • „Wer sich als Feminist bezeichnet der ist alles das was Feministen ausmacht“

      Das ist ja das bereits häufiger diskutierte Problem „inwieweit ist der Einzelne verpflichtet sich von Taten von anderen aus der Gruppe freizusprechen oder zu erklären, dass er mir diesen nichts zu tun hat?“

      Das ist ja nicht immer einfach.
      Natürlich hat da eine Feministin das Problem, dass eben die feministische Theorie sehr stark von radikalen Theorien geprägt ist. Das macht eine Abgrenzung sicher eher erforderlich

      • „von anderen aus der Gruppe freizusprechen“

        Zumal das ja auch noch von der Art der Gruppe abhängt.

        Wenn es um die Gruppe der Frauen geht, ist keinerlei Distanzierung nötig. Man hat sich nicht ausgesucht, Frau zu sein.

        Wenn es um die Gruppe der Autofahrer geht, kann im Sonderfall eine Positionierung angemessen sein, aber ansonsten ist die Gruppe so inhomogen, dass unklar wäre, wer sich von wem zu distanzieren hätte.

        Wenn es um eine religiöse Gruppe wie die Katholiken geht, kann man davon ausgehen, dass derjenige in die Gruppe hineingeboren wurde und nicht notwendigerweise alles bereits kritisch hinterfragt hat. Eine Diskussion, warum er der Gruppe durch seine Mitgliedschaft den Rücken stärkt, muss aber erlaubt sein.

        Wenn es um eine Gruppe wie Femen oder dem KuKluxKlan geht, ist keine Distanzierung mehr möglich. Man kann nicht Mitglied so einer Gruppe sein, sich aber gleichzeitig von dem Effekt und Tun der Gruppe distanzieren.

        Feminismus liegt für mich zwischen Katholik und Hells Angel.

        Da ist eine aktive Positionierung schon sehr angesagt, um zu betonen, dass man in der selbstgewählten Schublade am ganz gegenüberliegenden Ende von Catharine Mackinnon sitzt.

        Sprich: individuelle Differenzierung ist möglich, aber auch dringend nötig.

  4. Wie gesagt, sie ist mein Standardbeispiel für eine sympathische Feministin – Dr. Sommers etwa ist natürlich auch toll, aber hat sich recht weit von der weiblichen Perspektive entfernt. Das spricht gewaltig für sie, aber bring die Leute dazu, an ihrer Gruppenzugehörigkeit zu zweifeln.
    Und ich halte es eben für klug, sich mit den Feministinnen, die Männern nichts Böses wollen zusammen zu schließen und so die Sexistinnen aus dem Mainstream zu verdrängen, den man ihnen jetzt noch lässt.

    Kerzner mag sich primär mit Problemen beschäftigen, die nicht direkt etwas mit uns zu tun haben (weshalb sie auch nicht von uns verlangt oder erwartet, da etwa zu machen), aber sie versucht, zwischen den Seite zu vermitteln und die Ansprüche aller anzuerkennen.
    Femis und Maskus sollten sich wie Anwälte sehen, die zwar verschiedene Interessengruppen vertreten, aber doch Kollegen und Teile des gleichen Rechtssystems sind, statt Feinde.
    Sie war damals vor zwei Jahren eine der ersten (und wenigen) Journalistinnen, die sich offen und ehrlich mit GamerGate beschäftigten und seine Berechtigung anerkannte.

    Ja, ihre Definitionen weichen von denen der lauten Feministinnen ab. Aber sie sind allesamt nicht in Stein gemeißelt und können umgedeutet werden. Und da es den Feminismus nun einmal gibt und er nicht so bald verschwinden wird, sollten wir eine Umdefinition weg vom Sexistischen unterstützen.

    • „Und da es den Feminismus nun einmal gibt und er nicht so bald verschwinden wird, sollten wir eine Umdefinition weg vom Sexistischen unterstützen.“

      Nein, sollten wir nicht. Das würde nur den übelsten der Konsortinnen in die Hände spielen, die sich dadurch bestätigt sehen und natürlich ihre eigene Definition weiterhin vorantreiben.

      • Und da es den Feminismus nun einmal gibt und er nicht so bald verschwinden wird, sollten wir eine Umdefinition weg vom Sexistischen unterstützen.

        Die Idee, man könnte irgendwann mit Feministinnen an einen runden Tisch sitzen und männerfreundliche gesamtgesellschaftliche Regelungen aushandeln ist vor allem einen Endzeitphantasie von linken Sozialromantikern, die einfach nicht wahrhaben wollen, welches Geschwür die Utopie der Gleichberechtigung tatsächlich hevorgebracht hat. Das kann ich verstehen, denn niemand kann darauf stolz sein.

        Geschichtlich hat sich der Feminismus in den letzten 40 Jahren nur in eine Richtung bewegt und es gibt überhaupt keine Anzeichen von Besserung, eher im Gegenteil – das haben mittlerweile sogar schon Leute wie Warren Farrell gemerkt, die diese Radikalisierung selber machtlos miterleben mussten. Es gibt innerhalb des Feminismus schlicht keine Möglichkeiten zur Kurskorrektur mehr – diese Zeit haben wir um mindestens zwei Wellen verfehlt.

        Im aktuellen Feminismus sind Personen wie Hoff Summers und Cathy Young schlich Anti-Feministinnen, die schon längst jeglichen Einfluss innerhalb ihrer ehemaligen Strömung verloren haben und höchstens noch als Beispiel dafür dienen, was hätte sein können. Mit der gleichen Absudität könnte man ja z.B. fordern, dass Milo sich nun Feminist nennen muss, weil er für Gleichberechtigung einsteht.

    • „Kerzner mag sich primär mit Problemen beschäftigen, die nicht direkt etwas mit uns zu tun haben“

      Hättste denn ein Beispiel für ein Problem mit dem sie sich beschäftigt?
      Ich hab gerad nämlich ihren Blog durchgescrollt und zumindest unter dem Stichwort Feminismus überhaupt nichts gefunden, was ich für relevant hielte, deshalb frag ich.

      • Es sind meist tatsächlich vergleichsweise kleine und spezielle Sachen, vergleicht man sie mit den großen Themen (sexuelle Selbstbestimmung, Umgang mit den eigenen Kindern…) der Geschlechterdebatte.

        Sie ist halt weniger in der Politik, als in der Medienlandschaft unterwegs und da beschäftigt sie sich eben mit Geschlechterdarstellungen und eben auch gerade dem, was eine falsche, oberflächliche Pseudo-Diversity anrichten kann.

        Gerade heute hat sie übrigens das hier getwittert:

        Das ist jetzt nicht revolutionär, aber einem Mann für seinen Umgang mit einem so „unmännlichen“ Problem zu loben, ist doch ein guter Schritt in die richtige Richtung. Genug Feministinnen würden nur höhnen, da sähe er mal, wie es Frauen ginge.

    • „Dr. Sommers etwa ist natürlich auch toll, aber hat sich recht weit von der weiblichen Perspektive entfernt. Das spricht gewaltig für sie, aber bring die Leute dazu, an ihrer Gruppenzugehörigkeit zu zweifeln.“

      Wenn Feminismus ganz wertfrei als Lobbyarbeit für Frauenanliegen gesehen wird, ist das ein ziemlich klares Ausschlußkriterium.
      Wenn ich Wahlkampfhelfer für die CDU bin, kann ich noch solange Kommunistin gewesen sein, dann bin ichs einfach nicht mehr.

      • Bist du der Meinung das Feminismus Lobbyarbeit für Frauen ist?

      • „Wenn Feminismus ganz wertfrei als Lobbyarbeit für Frauenanliegen gesehen wird, ist das ein ziemlich klares Ausschlußkriterium.
        Wenn ich Wahlkampfhelfer für die CDU bin, kann ich noch solange Kommunistin gewesen sein, dann bin ichs einfach nicht mehr.“

        Ich verweise an dieser Stelle auf den Alles Evolution-Artikel „Feministische Strömungen und der Umgang mit männlicher Diskriminierung“, der versucht hierzu eine wissenschaftliche Kategorisierung vorzunehmen:

        https://allesevolution.wordpress.com/2015/10/08/feministische-stroemungen-und-der-umgang-mit-maennlicher-diskriminierung-nach-leszek/

      • Was genau definiert denn für dich Feminismus? Gibt es da so etwas wie den Glauben an Christus der da das entscheidende ist? Und glaubst du, dass das alle Feministen, welcher Prägung auch immer, eint?

        • @tom
          Lobbyarbeit für Frauen trifft es denke ich ganz gut. Dass verschiedene Frauen ihre Schwerpunkte ebenso verschieden setzen ist ja nur natürlich, Frauen sind ja keine homogene Gruppe. Und auch die Probleme, die

          Aber Hoff-Sommers spricht ja niemals über Inhalte des Feminismus, sowie ich das verstanden habe. Was ist ihr Standpunkt bei Abtreibung, bei Sexarbeit, bei Mutterschutz, etc.
          Ihr equity feminism Gedöns ist doch einfach nur ein Feigenblatt, dass sie sich opportunistisch vorhängt.
          Und ja, ich halte „based mom“ für im höchsten Maße opportunistisch, hängt sie sich doch an jeden Zug dran, der publicity versprechen könnte.

        • mit einem feminismus, der sich als Lobbyarbeit für Frauen versteht, hätte ich keinerlei Probleme. Ich finde nur den Alleinvertretungsanspruch in Geschlechterfragen und den glaubst nicht an das Patriachat bist du ein fürchterlicher Frauenfeind Gedanken schlimm.
          Hoff Sommers… kenne ich zu wenig. Das Gamergate Ding von ihr.. sie nutzte das, weil sie schon vorher vom Mainstream Feminismus verstossen wurde und Verbündete suchte. Cathy Young fand ich da aber irgendwie konsistenter.
          Gamergate wurde von vielen instrumentalisiert, und wie gamernerds nunmal sind, wir freuen uns über jede Anerkennung. Manche freuen sich dann sogar über Anerkennung von Trumpisten.

        • Immer diese Fachworte.

          Was sind Frauenanliegen genau (haben Frau Mohn und Frau Meier hinter der Aldikasse gemeinsame Frauenanliegen?), was ist Lobbyarbeit für Frauen (die Frau Mohn und die Aldifrau Meier in eine Lobby stecken) und was sind zum Teufel sind Trumpisten?

  5. Ach ja, @Christian:

    Fehler im Titel – es müsste heißen: „Wie ICH feministische Ausdrücke verwende“. Es geht ihr ja gerade um individuelle und nicht allgemeine Definitionen.😉

  6. Ich glaube es ist sinnlos für eine Rehabilitation des Wortes Feminismus einzutreten, gerade als Mann. Natürlich gibt es immer einige Frauen, die Feminismus nicht als die männerhassende Ideologie verstehen (wollen) und diesen als Equityfeminismus auslegen; das ist aber unbedeutende, politisch völlig irrelevante Minderheit.

    Für Männer ist es politisch wichtig, dass Feminismus eine zutiefst negative Konnotation bekommt und man auf keinen Fall versucht den Equityfeminismus jetzt plötzlich als Ersatz vorzustellen. Sonst docken dort radikalfeministische Positionen sofort wieder an und die gleichen Probleme wiederholen sich. Sobald Männer wieder beginnen irgendeine Form des Feminismus als akzeptabel einzustufen und sobald wieder ein sozialer Dialog stattfindet, (Feministinnen also als legale Interessenvertreter von Frauen dastehen), baut man genau die männerfeindlichen Strukturen wieder auf, die bereits jetzt vorliegen.

    • @toxicvanguard

      „Natürlich gibt es immer einige Frauen, die Feminismus nicht als die männerhassende Ideologie verstehen (wollen) und diesen als Equityfeminismus auslegen; das ist aber unbedeutende, politisch völlig irrelevante Minderheit.“

      Das ist IMHO die Schlüsselstelle in Deinem Posting. Natürlich gibt es verschiedene Individuen innerhalb der heterogenen Gruppe ‚Feminismus‘, keine Frage; und es bringt nichts, alle Feministen in einen Topf zu werfen. Ich unterscheide immer zwischen politischer Ideologie und dem Individuum, das sie mehr oder weniger stark vertritt.

      Nur sind die sogenannt moderaten Feministen einfach politisch irrelevant. Politisch relevant ist ein männerfeindlicher Feminismus, der vom Staat bezahlt wird und sexistisch handelt, indem er Privilegien für Frauen politisch herausschlägt (Planstellen in der Gleichstellungsbürokratie, Frauenquoten, Subventionen für Frauenprojekte, pseudowissenschaftliche Geschlechterforschung etc.) und diese selbst auch gewinnbringend verwaltet – eben der Staatsfeminismus.

      Die verschiedenen ideologischen Strömungen des Feminismus durchzuhecheln, zu analysieren und zu bewerten, mag für einen Sozialwissenschaftler interessant sein; vielleicht auch für den wissenschaftlichen Laien, der damit seiner eigenen Passion nachgeht. Für jemanden, der politisch etwas verändern will, ist das aber reine Zeitverschwendung.

      Liana Kerzner ist ein gutes Beispiel. Welchen (mässigenden) Einfluss hat sie auf die Gesetzgebung in Kanada oder den USA? Sie scheint im Showbiz einen gewissen Erfolg zu haben, aber als Feministin ist sie mit ihrem moderaten Feminismus politisch einfach eine Nullnummer. Das ist keineswegs verletzend von mir gemeint sondern lediglich eine Feststellung der Tatsachen.

      Als Liberaler habe ich ohnehin grundsätzliche Vorbehalte gegen den Feminismus. Ich halte es für grundsätzlich falsch und obendrein brandgefährlich, wenn der Staat sich mit seinen Gewaltmitteln in sogenannte Geschlechterverhältnisse einmischt und diese reguliert. Deswegen stehe ich übrigens auch der Männerrechtsbewegung keineswegs unkritisch gegenüber. Als Abwehrbewegung gegen die Übergriffe des Staates und dessen Propagandamittel namens ‚Staatsfeminismus‘ kann ich sie akzeptieren. Alles was über diese Abwehrbewegung hinausgeht, ist dann aber auch nichts anderes als ein weiterer diktatorischer Übergriff auf die freien Bürger mit den Mitteln des gewalttätigen Staates. Hier mache ich keinerlei Kompromisse mehr.

      Wer meint, er müsse den Bürger mit seiner Geschlechterideologie zwangsbeglücken unter Anwendung von Mitteln der staatlichen Gewalt, der ist mein Gegner.

    • Feminismus ist gesellschafts-schaedigend und zwar in jedweder Form. Jede Religion, sei es der Marxismus/Sozialismus, National-Sozialismus, Feminismus, Christentum, Islam, usw. ist in ihrer absolutistischen Form, bzw. als Staatsreligion rueckschrittlich. Zumindest behindern diese Religionen rationale, wissenschaftliche Fortschritte, indem eben irrationale Ideologien gegenueber dem Rationalen hoeher gestellt werden.

      Es ist nur wenig troestlich, dass es selbsterklaerte Feministinnen gibt (wie diese Liana Kerzner), die ein bischen weniger extrem sind als die gegenwaertige Staatsreligion das vorschreibt. Wenn man nur die extremen Entwicklungen (der letzten Jahrzehnte) dieser feministischen Religion etwas zurueckschneiden will ist das so wie wenn man den mittelalterlichen Inquisitoren verbietet die Hexen zu verbrennen und nur erlaubt sie etwas an den Fuessen anzukokeln. Waeren die Nazis auf einmal die Guten, wenn sie den Juden nur einen Stern an der Jacke verpasst haetten anstatt sie umzubringen? Natuerlich nicht. Waeren die Islamisten die Guten, wenn sie den Unglaeubigen nicht mehr die Haelse durchschneiden, bzw. die Schwulen nicht mehr von den Daechern schubsen und sie stattdessen nur einsperren? Nee.

      Es gibt keinen denkbaren Fall eines Nazis, eines Islamisten, einer Feministin (Marxisten, Sozialisten, Christen) der zu etwas Gutem fuehrt. Einzig das Christentum hat sich weitgehend marginalisiert und seinen absolutistischen Anspruch aufgegeben, so dass es keine Gefahr mehr darstellt.

    • „Natürlich gibt es immer einige Frauen, die Feminismus nicht als die männerhassende Ideologie verstehen (wollen) und diesen als Equityfeminismus auslegen; das ist aber unbedeutende, politisch völlig irrelevante Minderheit.“

      Ich denke, das ist aber eine bedeutende, politisch SEHR relevante MEHRheit.

      Es liegt in der Natur der Sache, dass die radikaleren mehr politischen Einfluss erreichen als die gemäßigten. Wenn du auf der Straße Frauen fragst, ob sie Feministinnen sind, bis du 100 „ja“ bekommen hast, sind wahrscheinlich nicht mal 10 Männerhasserinnen darunter. Die anderen werden irgendwie das Gefühl haben, Frauen seien überall benachteiligt und deshalb zu fördern und werden darum eine feministische Politik unterstützen, denn schließlich ist das eine gute und gerechte Sache.

      Gerade weil sie die feministische Politik unterstützen, sind sie so enorm wichtig. Es getraut sich ja kaum eine Partei, offen gegen radikalfeministische Positionen anzugehen (siehe eine kürzlich erfolgte Gesetzesverschärfung) außer AfD und vielleicht noch manchmal FDP.

      • “ sind wahrscheinlich nicht mal 10 Männerhasserinnen darunter.“

        …und danach beschreibst du Frauen, die zwar Männer nicht hassen, die Männern gegenüber fast vollständig ignorant sind.

        Dadurch, dass sie zwar Männer nicht aktiv hassen, aber die Parolen der Männerhasserinnen unkritisch übernehmen, ist es im Effekt egal, ob sie Männer hassen oder einfach nur nicht merken, was sie anrichten.

        Die Unterscheidung wird also frühestens dann wichtig, wenn man sich fragt, wen man zu einem realistischeren Blick überreden könnte.
        Die Chancen eines Mannes, eine Feministin von irgendwas zu überzeugen, betrachte ich nicht sehr optimistisch. Das müsste schon eine Frau machen.

        „The Red Pill“ hätte nicht von einem Mann gedreht werden können. Und ob der Film, da er von einer Frau kommt, eine relevante Wirkung haben wird, steht noch aus.

        • „Dadurch, dass sie zwar Männer nicht aktiv hassen, aber die Parolen der Männerhasserinnen unkritisch übernehmen, ist es im Effekt egal, ob sie Männer hassen oder einfach nur nicht merken, was sie anrichten.“

          Meine ich doch.

          „Die Chancen eines Mannes, eine Feministin von irgendwas zu überzeugen, betrachte ich nicht sehr optimistisch.“

          Beim Typ nichtmännerhassende Mitläuferin dürfte schon eine gewisse Chance bestehen, aber eine Frau hat es da natürlich leichter.

  7. Gute Feministin, schlechte Feministin, die Unterscheidung halte ich nicht für zielführend. Die wirkliche Frage ist doch, ob Feminismus in seiner Gesamtheit und Vielfalt noch irgendwelche Punkte im Angebot hat, die nicht nur egoistische weibliche Interessenvertretung sind, sondern deren Verwirklichung unter vernünftiger Gesamtbetrachtung der allseitigen Interessen als gesamtgesellschaftlicher Fortschritt anzusehen wäre?

    Mir fällt da nichts ein.

  8. Hier ist eine Videoreihe von Hannah Wallen als Reaktion zu Liana K.

  9. […] Toxicvanguard vertrat: […]


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