Verfasst von: Christian - Alles Evolution | 23. Oktober 2016

Jenna Behrends: Planender als gedacht?

Ein interessanter Artikel beleuchtet noch weitere mögliche Bereiche bezüglich Jenna Behrends:

Währenddessen sammelten Parteimitglieder Informationen über die junge Frau. Wer ist sie wirklich? Wer hat sie in welcher Bar gesehen, zu welcher Uhrzeit, mit welchem Politiker? Ihr Lebenslauf wurde genau durchleuchtet: Rotary Club, Stipendium der Konrad-Adenauer-Stiftung, journalistische und juristische Praktika. Im Jahr 2014 sei sie aus dem Nichts in der CDU aufgetaucht und war plötzlich überall anzutreffen, auf fast jeder Parteiveranstaltung.

Einen solchen Brief, mit dem man sich mit einer großen Organisation anlegt, sollte man in der Tat nur schreiben, wenn man sicher ist, dass die eigenen Leichen sehr tief im Keller vergraben sind. Es ist klar, dass dann Leute nachschauen werden, ob man selbst sauber ist.

Sie hat als studentische Hilfskraft bei einem CDU-Abgeordneten gearbeitet. Auch bei Philipp Lengsfeld hatte sie Interesse an einer Mitarbeit bekundet – jenem Abgeordneten, der seinen Wahlkreis in Berlin Mitte hat und den sie später bezichtigte, er habe Gerüchte über sie verbreitet. Zu einer Zusammenarbeit mit Lengsfeld kam es aber nicht, ein Mitarbeiter riet ihm davon ab.

Zweifelhafte Selbstdarstellung einer Quereinsteigerin

Jener Mitarbeiter, dem sie von Anfang an unheimlich war, beschreibt, wie er zufällig in der Bundestagskantine mit ihr ins Gespräch gekommen sei. Sie habe erst so getan, als würde sie zum ersten Mal von ihm hören. Doch im Laufe des Gesprächs habe er festgestellt, dass sie sich ganz genau auf ihn vorbereitet hatte, wo er gearbeitet und was er studiert hat.

Das zeichnet natürlich ein wesentlich berechnenderes Bild von Behrends. Als würde sie eben zunächst darauf setzen, dass jeder gerne mit einer offenen jungen Frau redet, die ganz ungezwungen Kontakt sucht, aber gleichzeitig dabei versuchen die Leute zu manipulieren – das hinterlässt dann eben keine gutes Gefühl.

Behrends kontaktierte auf Facebook systematisch andere Parteimitglieder im Kreisverband Berlin Mitte, wo sie selbst wohnt. Wollte sich auf einen Kaffee verabreden oder kam spontan zu privaten Treffen anderer dazu. Sie sendete die gleiche Nachricht an mehrere Leute, mit der Bitte, ihr die Kontaktdaten zu schicken, sie hätte die gar nicht, ein Skandal!

Nun geht es ja in der Politik genau darum: Netzwerken, Leute treffen, Mehrheiten organisieren. Aber es passt nicht ganz zusammen mit der Selbstdarstellung der Quereinsteigerin, die auf ihrem Blog im Juni schrieb: „Ich wollte nie Parteimitglied werden.“ Und es lässt die Sexismus-Klage wie einen Medien-Coup und eine gezielte Attacke erscheinen. Dass es ihr nicht darum gehe, speziellen Leute zu schaden, sagte Behrends in Interviews, um dann später doch alle Namen zu nennen – den des ohnehin schon geschwächten Frank Henkel, aber auch den von Lengsfeld, dem Behrends in ihrem Text unterstellt, er sehe sie als Konkurrenz an und habe Angst um seine Kandidatur.

Also die Unschuld vom Lande, die eigentlich gar nicht in die Politik wollte, aber einfach musste, weil sie etwas bewegen wollte! Wäre keine schlechte Geschichte, daraus kann man durchaus was machen. Und dahinter dann vielleicht auch einiges an Kalkül verbergen, was einem andere gar nicht zutrauen. Aber es ist natürlich Spekulation.

Lengsfeld ist Physiker, ein ruhiger, zurückgezogener Typ, der Wert auf gesicherte Informationen legt. Er tratscht und lästert nicht. So beschreiben ihn seine Parteifreunde. Bei dem Treffen mit ihr am Montag war er auch kurz da. Er soll nur kurz gesagt haben, dass er keine Gerüchte verbreiten würde, und sei dann wieder gegangen, noch bevor das Gespräch begann.

Aus meiner Sicht eine kluge Entscheidung. So wenig wie möglich mit ihr zu tun haben und sich gar nicht weiter in die Sache reinziehen lassen.

Gute Kontakte ins Konrad-Adenauer-Haus
Um zu verstehen, was die Aktion von Jenna Behrends sollte, muss man sehen, wer sie dabei unterstützt hat. Da ist Florian Nöll, der erfolglos in Moabit für das Abgeordnetenhaus kandidierte. Seine Slogans: „Politiker machen Angst. Nöll macht Mut.“ Und: „Politiker predigen Vielfalt. Nöll lernt türkisch.“ Das war ziemlich abgekoppelt vom Wahlkampf der restlichen Partei. Auch er war am Montag bei dem Klärungsgespräch dabei. Ob er mit der Veröffentlichung des Behrends-Briefs etwas zu tun habe, wurde Nöll gefragt.

Schließlich habe er Kontakte zur Chefredaktion von „Edition F“. Das gibt er selbst zu, auch im Gespräch mit der F.A.Z., sagt aber, Behrends habe den Text ohne sein Zutun dorthin gegeben. Er war aber dabei, als der Spruch mit der Maus fiel. Und er war, neben Peter Tauber, einer der ersten, der Behrends nach ihrem Brief öffentlich beisprang, mit den Worten: „Und wisst ihr was? Es ist in Wahrheit noch schlimmer. Für die Partei ist es die Chance, sich einem ernsthaften Problem zu stellen.“

Das wäre ja interessant. Ich hatte auch eine Diskussion mit Nöll auf Twitter, er verteidigte Behrends dabei nachhaltig. Es würde immerhin den Weg erklären, den der Brief genommen hat. Aber das an sich wäre ja noch nicht einmal zu beanstanden, wenn er tatsächlich davon ausging, dass ihr unrecht geschehen ist.

Sowohl Nöll als auch Behrends haben gute Kontakte ins Konrad-Adenauer-Haus. Einige Parteimitglieder sehen hinter dem Konflikt einen innerparteilichen Machtkampf, das Konrad-Adenauer-Haus gegen den einflussreichen Kreisverband Berlin Mitte. So soll sich Frank Henkel, der auch Kreisvorsitzender ist, am Wahlabend in einer Runde im Adenauer-Haus über die Politik der Kanzlerin beschwert haben.

Auch sein Vertrauter Sven Rissmann, parlamentarischer Geschäftsführer der Berliner CDU-Fraktion, den Henkel angeblich nach einem Verhältnis mit Behrends befragt hat, ist ein Kritiker von Merkels Flüchtlingspolitik. Tauber verteidigt die Linie der Kanzlerin dagegen aus Überzeugung. Bei einer parteiinternen Diskussion Ende November 2015 soll er laut einem Bericht der Zeitung „Die Welt“ gesagt haben: „Wer hier nicht für Angela Merkel ist, ist ein Arschloch und kann gehen.“ Tauber sagt dazu, er könne sich an seine genaue Wortwahl nicht erinnern, entschuldigt sich aber, sollte er das so gesagt haben.

Zufall oder Machtkampf?
Zu dieser Zwei-Lager-Theorie passt, dass zwei Vorstandsmitglieder der Frauen-Union ebenso enge Verbindungen ins Konrad-Adenauer-Haus haben: Beide legten ihr Amt nieder, um gegen die öffentlichen Angriffe der Frauen-Unions-Vorsitzenden auf Jenna Behrends zu protestieren. Eine der beiden war persönliche Referentin von Tauber.

Wenn Tauber tatsächlich seine Finger mit im Spiel hatte, könnte er sich jetzt über den Schaden freuen, der im Gegenlager angerichtet wurde. Aber Tauber hat inzwischen seine eigene Affäre am Hals. Seit einer Woche wird ein Detail nach dem anderen bekannt. Zuerst tauchte ein zehn Jahre altes Mobbingpapier auf: „Operation Kaninchenjagd“. Nach der so benannten Anleitung sollte die damalige CDU-Geschäftsführerin im Main-Kinzig-Kreis auf übelste Art schikaniert und aus dem Amt getrieben werden.

Tauber war seinerzeit Kreisvorsitzender. Er sagt, er habe das Schreiben nicht verfasst, es aber gekannt, so wie viele andere auch. Wenige Tage später – Tauber hatte sich gerade in die Sexismus-Debatte eingeschaltet und „mehr Sensibilität“ gefordert – die nächste Enthüllung: ein E-Mail-Austausch Taubers mit männlichen Parteifreunden aus dem Jahr 2012. Darin beraten sie sich in leicht machohaftem Sprachduktus über die Neubesetzung des Vorsitzes der Frauen-Union.

Das „Kaninchen-Papier“ und Jenna Behrends Brief wurden am selben Tag veröffentlicht. Das könnte Zufall sein – oder Teil eines größeren Machtkampfs in der Partei.

Es ist immerhin eine interessante Theorie, wenn auch gegenwärtig noch sehr dünn und in keiner Weise belegt. Es ist mir momentan noch etwas viel Aluhut. Mal sehen ob der ausgerufene Frieden hält oder ob weiteres an die Öffentlichkeit kommt.

vgl auch:


Responses

  1. Die Flut an Kommentaren drückt aus, wie überrascht wir alle von diesen Entwicklungen sind.

    • der Artikel ist vom 2.10., gibt es überhaupt was Neues? Die CDU wird eine „Nachrichtensprerre“ verordnet haben (wie angekündigt). Mit Offenheit hat´s diese Partei ohnehin nicht so.

      • „(wie angekündigt)“

        Wo?

        • Das ist zum Höhepunkt der Affäre verschiedentlich so gesagt worden, dass man das jetzt besser unter sich ausmacht, kurz bevor Behrends Interview im „Stern“ erschien und was der letzte Streich in dieser (kurzen) Soap war.

          Redet noch jemand vom „Sexismus“? Auch nicht mehr. Demnächst aber bestimmt Wiederauflage, im ganz neuen Zusammenhang.

      • Um den vom großen Vorsitzenden gescholtenen Danisch zu zitieren: Wer wählt so was?

  2. Jenna Behrends? Wollte die nicht eigentlich Model werden?

    • Die Heidi Klum Show ist ja auch so ein Lieblingshassobjekt der Feministinnen gewesen. Mit etwas Aufmerksamkeit kann man Behrends „Erlebnisbericht“ von 2011 entnehmen, dass sie schon damals für den Intersektionalismus unterwegs war (die Andeutung mit „blond & blauäugig beim Modell bevorzugt).

    • Damit wäre das Ganze geklärt, Danke!

      • Der Dank gebührt fatherleft. Habe den Link zum Spiegel-Artikel von der unten verlinkten FUF-Seite. Also: Danke Superlutz!

  3. Ich zitiere mich mal selbst:

    „Die hat auf jeden Fall das Zeug zum Politiker, ist mir nämlich gleich unsympathisch.“

  4. Naja, dass passt ja irgendwie zu meiner vermutung
    nach ihrem Selbstversuch als quereinsteigendes Topmodell wollte sie jetzt mal probioeren, wie man sich als quereinsteinde Jungpolituikerin einen Namen machen kann. Offensichtlich war das bei der jungpolitikerin einfacher.

    https://www.fischundfleisch.com/superlutz/selbstversuch-jungpolitikerin-25916

  5. Es gibt eben Freunde und Parteifreunde.

  6. Die schnelle und unkritische Unterstützung durch Tauber und Nöll deutet m.E. klar auf eine politische Instrumentalisierung des Vorfalls hin, denn diesen beiden nehme ich keinesfalls ab, dass sie der feministischen Ideologie nahe genug stehen, um den „Kampf gegen Sexismus“ als Selbstzweck zu begreifen.

    Die Frage ist allerdings, ob alles von vonherein geplant war oder die Politiker es nur opportunistisch genutzt haben und inwieweit Frau Behrends hier gezielt gehandelt hat oder ggf. nur benutzt wurde.

    • „… inwieweit Frau Behrends hier gezielt gehandelt hat oder ggf. nur benutzt wurde.“

      Ist völlig egal. In beiden Fällen ist sie verbrannt.
      Wer in der Politik Karriere machen will, braucht nicht unbedingt einen Steigbügelhalter, aber auf jeden Fall Viele, die ihn beim Aufstieg sichern, die berühmt berüchtigte „Seilschaft“.
      Behrends hat ihrer Seilschaft gezeigt, dass sie unzuverlässig ist, da investiert keiner eine helfende Hand hinein.

      Wurde sie nur benutzt, dann hat sie erst recht nicht das Format für eine Partei- oder Politik-Karriere.

      Man kann die Schindel halten, wie man will, es bleibt eine Dachpfanne.

  7. Henkel entschuldigt sich nach Sexismus-Vorwurf – weist vulgären Satz aber zurück

    http://www.focus.de/politik/deutschland/gegenueber-cdu-politikerin-jenna-behrends-henkel-entschuldigt-sich-nach-sexismus-vorwurf-weist-vulgaeren-satz-aber-zurueck_id_6098325.html

    „Henkel hat bereits angekündigt, dass er nach der Niederlage bei der Abgeordnetenhauswahl noch in diesem Jahr seinen Parteivorsitz abgeben werde. Seine Nachfolgerin soll die bisherige Vize-Landeschefin und Kulturstaatsministerin Monika Grütters werden.“

    https://de.wikipedia.org/wiki/Monika_Gr%C3%BCtters

    „ist eine deutsche Kulturpolitikerin (CDU) und seit dem 17. Dezember 2013 Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien … war von 2009 bis 2013 Vorsitzende des Ausschusses für Kultur und Medien … Mitglied im Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) und seit Dezember 2013 Sprecherin des Bereichs Kultur, Bildung und Medien des ZdK. … Mitglied im Verwaltungsrat des Deutschlandradios.“

    Offenbar Typ progressive Blockflöte. Fun fact:

    „Monika Grütters bezeichnet Günter Grass als „Weltliteraten“, dessen literarisches Vermächtnis neben dem von Goethe stehen wird.“

  8. Was macht eigentlich die Ramadani?

    „…eine Reportage begleitet Femen-Gründerin Zana Ramadani beim Kopftuch-Selbstversuch („Auf Tuchfühlung“).“

    Hört sich so an, als würde Ramadini jetzt dem Islam zu Kreuze kriechen. Sehr progressiv.

    Das Ganze in einer (sozusagen) „HeforShe“-Ausgabe des „Männermagazins“ GQ:

    „Die November-Ausgabe des Männer-Magazins „GQ“ widmet sich den Frauen – auf eine andere Art und Weise. Ein Manifest widmet sich dem Gender Pay Gap. ….“

    „Aber der Anspruch dahinter, das Thema wirklich durch das ganze Magazin samt all seinen Rubriken zu ziehen und nicht nur in einer Titelstory abzuhandeln, macht diese „GQ“-Ausgabe erst zu einer Sonderausgabe.“

    http://www.dwdl.de/magazin/58031/wenn_frauen_maennern_den_kopf_waschen_statt_verdrehen/

    • Die Story selbst gibbet wohl nur zu kaufen, aber ausgesehen hat das irgendwie so:

      http://www.pictaram.com/media/1355026711339469843_382965376

      http://www.pictaram.com/media/1356435746378858039_382965376

      Mein erster Gedanke bevor ich die Bilder sah:
      sowas kannste doch nicht machen(verlangen) mit(von) so jemandem wie ihr!

      Mein erster Gedanke als ich die Bilder sah: steht ihr aber echt gut!

      • Na, so habe ich mir das schon vorgestellt, vielleicht nicht ganz so inhaltlos.
        Sie kann sich also auch mit dem „Kopftuch“ anfreunden und darin posieren.

        • Naja, also sie bricht schon mit der Erwartung, siehe das Biertrinken-Bild. Ist für echte Islamisten wahrscheinlich so ein Unding wie das Hidjab-Playboy-Model. Insofern schon auch immernoch mutig von ihr.

        • OT
          So sah übrigens der letzte explizite Busen-Contest in Japan aus:

          ^^

        • „Insofern schon auch immernoch mutig von ihr.“

          Sich das Kopftuch überhaupt überzustülpen ist schon ein about face für die. Da hilft auch kein Nippen am mutmasslichen Bier. Im Gegenteil, das suggeriert, dass Frauen mit Kopftuch sowas dürften, also „Normalität“. Ihre Islamapologetenfreunde von der CDU werden sich freuen, sie haben gewonnen.

          Die Nummer mit dem „Playboy“ ist genau auf dieser Linie, zielt auch nur auf ein nicht-moslemisches Publikum ab.

        • Ich kann Deinen Standpunkt nicht ganz ausmachen.

          „Im Gegenteil, das suggeriert, dass Frauen mit Kopftuch sowas dürften“

          Frauen, die verschleiert Alkohol konsumieren, befolgen den Islam nicht streng. Ich glaube, das ist selten, obwohl… bei uns katholischen Polen – wenn Du in einen schwergläubigen Kreis reinrutschst – kann es durchaus auch passieren, dass auf Festen „offiziell“ kein Alkohol gereicht wird, unterm Tisch (ja, tatsächlich) dann aber doch.

          Ich geh Karneval dies Jahr übrigens als Nonne. War ich noch nie, und ich finde, es wird Zeit.

        • „Sie kann sich also auch mit dem „Kopftuch“ anfreunden und darin posieren.“

          Wird höchstwahrscheinlich ein Kopftuch-kritischer Artikel sein.
          Zana Ramadani kenne ich nur als Kritikerin des Kopftuchs.
          Kopftuch-tragende Feministinnen hat sie immer abgelehnt.

        • In der Tat, sie ist absolut dagegen und streitet sich immer wieder mit Leuten auf Facebook, die ihr ihre körperliche Offenheit als Sünde vorwerfen

        • „Kopftuch-tragende Feministinnen hat sie immer abgelehnt.“

          Und jetzt hat sie sich zu einer solchen gemacht. Die beiden Seiten, die man dank Semikolon abrufen kann, sprechen nicht dafür, dass die Kopftuchaktion kritisch gemeint wäre.

          Ich hätte eher erwartet, dass Ramadani die CDU jetzt verlässt, da die Tauber/Behrends-Intrige ua auf sie abzielte. Aber sie kann sich ja auch anpassen, an den „Intresektionalismus“, dieser Artikel mag das Zeichen dafür setzen.

        • Klar war die kritisch gemeint, sie lehnt das Kopftuch natürlich ab.

          Intersektionaler Feminismus ist eindeutig nicht ihr Ding, sie hat eher eine Verbindung zur Emma.

          Außerdem schreibt sie gerade ein Buch, wenn ich es richtig gesehen habe

        • „Klar war die kritisch gemeint“

          Woraus schliesst du das, chris? Nur aus ihrer Vergangenheit?

          Jemand, der das Kopftuch als Symbol der Unterdrückung auffasst, wird wohl kaum eins anziehen, ausser sie hätte was Besonderes vor – und nicht nur ein Rumposen, was die Aktion wohl war.

        • Weil ich ihr auf Facebook folge und jeder zweite Beitrag von ihr zB mit „Fuck you Islam“ beginnt.

          Oder ein Interview wie dieses
          https://www.welt.de/vermischtes/article150989935/Seid-wuetend-auf-die-muslimischen-Frauen.html

          Man, du machst dir noch nicht mal die geringste Mühe man etwas nachzuschauen bevor du es in deine Weltverschwörung einbaust

        • Naja, aber gegen das Kopftuch zu sein ist halt schon sehr albern.
          Wo man in diesem Fall ganz klar sehen kann, dass manche Frauen optisch sogar noch davon profitieren können eins überzuwerfen.

          Und ich denk auch immer an die Sache von wegen „erfolgreiche Menschen tragen meist irgendeine Art Uniform“. Ich beneide Männer jedenfalls darum, sich nicht mit Mode rumschlagen zu „müssen“. Wieviel extra-Zeit denen so für Wichtiges bleibt!
          Wo Dir Dein Job nix vorgibt (Beispiel Ärztekittel usw.), musst Du als Frau im Grunde ja ne Sonderschicht, die Dich auch noch ne Menge Geld kostet, einlegen um genauso wertgeschätzt zu werden wie die männlichen Kollegen, die einfach immer dasselbe tragen können/müssen. Sich da mit einem akzeptablen Grund zurücknehmen zu können, auch noch inklusive Frisur, sich vielleicht bloß mehr ums Make-Up kümmern zu müssen, erscheint mir schon sehr verlockend (säh ich nicht selbst so kacke aus mit völlig-verhüllten Haaren, für meine Augen).

        • „Ich beneide Männer jedenfalls darum, sich nicht mit Mode rumschlagen zu „müssen“.“

          Das müsst Ihr Frauen auch nicht. Ihr wollte es. Businesskostüme gibt es ja für Frauen auch. Die unterscheiden sich nicht von Anzügen für Männer.

        • @chris
          „Weil ich ihr auf Facebook folge und jeder zweite Beitrag von ihr zB mit „Fuck you Islam“ beginnt.“

          Keine Ahnung, ist da was über die jetztige Aktion zu finden?

          Das Interview ist schon älter, vor der Behrends-Affäre. Meine Einschätzung der Bedeutung dieser ist ja, dass es dabei im Kern um den Kampf Insektionalismus gegen (einfachen) Feminismus ging, dh eigentlich um den Islam.
          Und nun rennt Ramadini demonstrativ mit Kopftuch rum. Na, wer hätte das gedacht?

        • Eine der Geburt nach muslimische Islamkritikerin mit Kopftuch rumlaufen zu lassen bedeutet, dass diese jetzt zum Islam übergelaufen ist? Eine andere Möglichkeit fällt dir da nicht ein?

          Wenn du dänisch in einer gender studies Vorlesung sehen würdest, dann wäre das auch ein Beleg, dass er jetzt intersektionaler feminist ist oder?

        • „Eine andere Möglichkeit fällt dir da nicht ein?“

          Doch, wenn sie zB mit Kopftuch rumläufen würde, um damit etwa zu zeigen, dass das kein Schutz gegen sexuelle Belästigung durch irgendwelche Moslems ist und dass es eben auf „Begleitschutz“ ankommt.

          Ausserdem ist sie mit dem Kopftuch keineswegs schon zum Islam „übergelaufen“, sondern stimmt damit nur in den islamophilen Kanon der Progressiven ein, also auch auf die CDU-Parteilinie.

          „Wenn du dänisch in einer gender studies Vorlesung sehen würdest, dann wäre das auch ein Beleg, dass er jetzt intersektionaler feminist ist oder?“

          Lustige Vorstellung.

        • „Doch, wenn sie zB mit Kopftuch rumläufen würde, um damit etwa zu zeigen, dass das kein Schutz gegen sexuelle Belästigung durch irgendwelche Moslems ist und dass es eben auf „Begleitschutz“ ankommt.“

          http://www.pictaram.com/media/1355026711339469843_382965376

          Es steht sogar unter dem Bild: Sie zeigt, wie sie und ihr Leben jetzt aussehen würde, wenn sie nicht rebelliert hätte.

          „Ausserdem ist sie mit dem Kopftuch keineswegs schon zum Islam „übergelaufen“, sondern stimmt damit nur in den islamophilen Kanon der Progressiven ein, also auch auf die CDU-Parteilinie.“

          Blödsinn. Sie unterstützt das Kopftuch ja nicht. Sie lehnt es nach wie vor ab

        • Ok, Adrian, wenn Du – als Außenstehender – meinst beurteilen zu können, dass für Frauen kein Druck bestünde sich gerade in Kreativ- bzw. „was mit Medien“-Berufen bzw. bei angestrebter Führungsposition halbwegs fashionable zu präsentieren, dann bleiben wir halt nur bei der Befreiung, die ein Kopftuch für Frauen darstellen kann. Zana Ramadani sieht man z.B. nicht mehr an, dass sie sich ihre Haarstruktur durchs Färben ruiniert zu haben scheint, was m.M.n. zu einer vorteilhafteren Beurteilung von ihr führt. Überhaupt hab ich den Eindruck, viel stärker SIE als Person wahrzunehmen, wenn Nichts von ihrem Gesicht ablenkt.
          Steh ich damit denn alleine?

        • @semikolon

          sie sieht das Kopftuch nicht als Befreiung, sondern als Zeichen einer Unterdrückung der Sexualität der Frau.

        • Darf sie ja ruhig so sehen, solange ich ihre Ansicht nicht teilen muss.

          Wie gefällt sie Dir denn eigentlich besser, rein vom optischen her (falls Du in der Lage bist, ein Stück Stoff als ein Stück Stoff zu werten)?

        • @semikolon

          Offene Haare sind immer schöner.
          https://allesevolution.wordpress.com/2011/06/30/haare-und-sexuelle-attraktivitat/

        • Echt auch in diesem Fall?
          Ah, ne, doch nicht wirklich?
          Orrr, ist das ätzend wie unterschiedlich Menschen „sehen“.

        • „Überhaupt hab ich den Eindruck, viel stärker SIE als Person wahrzunehmen, wenn Nichts von ihrem Gesicht ablenkt.
          Steh ich damit denn alleine?“

          Keine Ahnung, bei mir tut sich da nichts n der Hinsicht. Rechts sieht sie für mich aus wie eine Statistin aus dem Film Die Passion Christi. Frauen, die sowas tragen, besonders diesen komischen weiten Lappen vorm Oberkörper sehen immer aus wie dieses komische Gif mit dieser hüpfenden grünen Giraffe

        • Ok, Adrian, wenn Du – als Außenstehender – meinst beurteilen zu können, dass für Frauen kein Druck bestünde sich gerade in Kreativ- bzw. „was mit Medien“-Berufen bzw. bei angestrebter Führungsposition

          Moment mal, wenn es ums Berufsleben geht bist du hier die einzige Außenstehende.
          Dementsprechend faselst du auch mal wieder völligen Tinnef.

        • Also ich hätt jetzt irgendwie mehr von Dir erwartet, Atacama.
          Mir erscheint das abgegebene Urteil offensichtlich richtig.
          So eindeutig, wie ich lieber bereit bin mir einen Burkini als Cellulite-Berge und Fettwülste anzusehen, bevorzuge ich auch aus der Beobachterperspektive von sichtbaren Haarproblemen verschont zu bleiben. Natürlich gibt es auch nicht gerade wenige Männer – die Dicken oder die mit Halbglatze -, die unmaskiert eine ästhetische Umweltverschmutzung darstellen. Und natürlich hat man solche Exemplare im Alltag ebenso zu tolerieren.
          Nur sexistische, gesetzliche Kleidungsvorschriften für die Öffentlichkeit wären völlig inakzeptabel. Egal in welche Richtung.

        • „Also ich hätt jetzt irgendwie mehr von Dir erwartet, Atacama.“

          wieso??

          „Und natürlich hat man solche Exemplare im Alltag ebenso zu tolerieren.
          Nur sexistische, gesetzliche Kleidungsvorschriften für die Öffentlichkeit wären völlig inakzeptabel. Egal in welche Richtung.“

          Es wird nur entweder oder geben.
          Nach einer Weile werden die Frauen „freiwillig“ den Scheiss tragen, um ihre Ruhe zu haben. Deine Töchter auch. Du auch.

        • In der sechszügigen 5. Gesamtschulstufe unserer Tochter zählt man gegenwärtig ganze zwei Mädchen (Schwestern) mit (weißem) Kopftuch, die fielen richtig auf bei der Einführungsveranstaltung. In den späteren Jahrgängen ist der Anteil kaum größer, also absolut verschwindend im Gesamtbild von mehr als 1300 Schülern. Und Du willst mir jetzt erzählen, dass sich das Verhältnis innerhalb der nächsten … mmh… 15?20?25? Jahre umkehren würde? Never.

          Ich glaube, dass es in sagen wir Hamburg, Berlin und München gegenwärtig bereits anders aussieht. Ja und? Solange sich die anderen, möglichen Extreme gerade da auch weiterhin öffentlichkeitswirksam präsentieren (können), fällt es mir schwer, das allein vom Prinzip her problematisch zu finden. Ich finde sie sogar grotesk irrational, diese Angst, die Du scheinbar hast.

        • Du bist naiv. Muslime grenzen sich ab, überall. Sie wollen unter uns leben und trotzdem ihren orientalischen Lebensstil beibehalten, einschl. Genitalverstümmerlung, Cousinenehe, Halal-Essen usw. Und sie verachten uns, anders als z.B. die Afrikaner, die sich trotz ihrer Hautfarbe weit eher integrieren werden, als die Muslime.

        • Auf diesem Video seht ihr Safia S., die in Hannover das Messerattentat auf einen Polizisten im Namen des IS begangen hat, als 9-jährige mit Pierre Vogel.
          Kein Zweifel, dass solche Mädchen das Kopftuch „freiwillig“ tragen. Die Motive und Ursachen dessen werden aber auch sehr eindrücklich:

        • @ Semikolon

          Hier mal ein sozialwissenschaftlicher Artikel zu Integrationsproblemen bezüglich Muslimen und Aspekten der konservativ-islamischen Sozialisation, die diese Probleme begünstigen:

          https://www.jochen-roemer.de/Gottes%20Warnung/Hintergrund/Archiv/Beitraege/%60S%C3%A4kulare%20Risikogesellschaft%20und%20islamisch-patriarchalische%20Sozialisation…%C2%B4%20-%20von%20Hartmut%20Krauss.pdf

          (Auch bei diesem m.E. insgesamt lesenswerten Artikel besteht allerdings das von mir schon häufiger bei Texten zu ähnlichen Themen angesprochene Defizit, dass die Analyseperspektive in geschlechtsbezogener Hinsicht m.E. zu einseitig ist.
          Die Nachteile der traditionell-islamischen Geschlechterrollen werden m.E. zu wenig aus einer geschlechtsübergreifenden Perspektive analysiert, die beide Geschlechter als durch die archaische Geschlechterrollensozialisation unterdrückt versteht. Des Weiteren wird die Mitverantwortung konservativ-islamischer Mütter durch ihre wichtige Rolle in der Erziehung m.E. zu wenig betont. In dieser Hinsicht ist der Artikel nicht mit linksmaskulistischen Perspektiven vereinbar, ansonsten ist er m.E. aber informativ und potentiell hilfreich zur Meinungsbildung.)

          Aus dem Artikel:

          „Eine kritische Betrachtung zuwanderungsbedingter Probleme steht hierzulande vielfach immer noch unter dem Generalverdacht der Fremdenfeindlichkeit. Dabei geht es im Interesse einer tabufreien und wahrheitsorientierten Analyse gar nicht darum, sämtliche Zuwanderer von vornherein auszugrenzen oder aber negativ zu bewerten. Vielmehr geht es darum, reale Integrationshemmnisse zu benennen und die tatsächliche Anhäufung von Indikatoren der Desintegration bei bestimmten Gruppen von Zuwanderern nicht von vornherein durch das Aufstellen von ideologischen Verbotsschildern zu verschleiern oder aber zu verharmlosen. Angesichts der ungesteuerten Massenimmigration von Asylsuchenden aus islamischen und afrikanischen Krisenländern hatte sich die öffentliche Debattenlage noch einmal nachhaltig verschärft, so dass eine kritisch-rationale Analyse dringender denn je ist. In diesem Sinne geht es im Folgenden zunächst um die knappe Darlegung elementarer bevölkerungsstatistischer Grunddaten und die Skizzierung des objektivenIntegrationsstandes muslimischer Immigranten. Im Anschluss daran werden einige wesentliche Konstitutionsmerkmale der islamisch-patriarchalischen Sozialisation aufgezeigt und in ihrer ursächlichen Bedeutung für misslingende oder problembehaftete Integrationsverläufe beleuchtet. Abschließend werden dann einige politisch-strategische Schlussfolgerungen zumindest angetippt.“

        • Scheint mit der Verlinkung nicht geklappt zu haben, 2. Versuch:

          https://www.jochen-roemer.de/Gottes%20Warnung/Hintergrund/Archiv/Beitraege/%60S%C3%A4kulare%20Risikogesellschaft%20und%20islamisch-patriarchalische%20Sozialisation…%C2%B4%20-%20von%20Hartmut%20Krauss.pdf

        • Geht auch nicht, na dann eben den Link rauskopieren, falls den Artikel jemand lesen möchte.

        • Lautet Deine versteckte Frage jetzt, ob der Deutsche Pierre Vogel ein Hassprediger ist, david?

          Ich vermute es.

      • Du und ich wir sind beide Deutsche, oder?
        Was würdest Du denn sagen, wie „der Deutsche“ dann von der Mentalität her ist?
        So naiv wie ich oder so „besorgt“ wie Du?

        • ging @El_Mocho, natürlich

        • „Es gibt kein gutmütigeres, aber auch kein leichtgläubigeres Volk als das deutsche. Zwiespalt brauchte ich unter ihnen nie zu säen.

          Ich brauchte nur meine Netze auszuspannen, dann liefen sie wie ein scheues Wild hinein. Untereinander haben sie sich gewürgt, und sie meinten ihre Pflicht zu tun. Törichter ist kein anderes Volk auf Erden.

          Keine Lüge kann grob genug ersonnen werden: die Deutschen glauben sie. Um eine Parole, die man ihnen gab, verfolgten sie ihre Landsleute mit größerer Erbitterung als ihre wirklichen Feinde.“ … „

        • Deutsche sind von der Mentalität her sehr vielfältig; vielfältiger als Muslime.

        • Angesichts der Mengenverhältnisse echt harter Tobak von Dir.
          Ist Dir das überhaupt noch bewusst?
          Wat waren Deine Vorfahren denn so im 3. Reich?
          Das könnte bei Dir ja erblich bedingt sein, mein ich.

        • Und weil ich es immer schon wissen wollte:
          bin ich überhaupt Deutsche?
          Von der Staatsangehörigkeit und der Muttersprache her ja.
          Aber ab der wievielten „reinrassigen“ (?) Generation oder unter welchen Bedingungen sonst darf man eigentlich ganz in echt behaupten, man habe keinen „Migrationshintergrund“?

          Mein Urgroßvater väterlicherseits ist als polnischer Widerstandskämpfer im KZ gestorben, mein Großvater mütterlicherseits – holländisch-stämmig – hat auf Seiten der Nazis gekämpft und einen glatten Brustdurchschuss durchlitten sowie sich ein paar Zehen abgefroren anschließend (und trotzdem noch eigenhändig ein Haus gebaut für seine 6-köpfige Familie). Meine Großmama war gebürtige Deutsche und plötzlich dann Polin (mitsamt dem Verbot in der Öffentlichkeit Deutsch zu sprechen), ist mit meinem Vater als er 17 war dann hierhergeflohen. Nur meine Oma mütterlicherseits, die ist so richtig ur-deutsch gewesen. Und ausgerechnet die trug hin und wieder Kopftuch, einfach so, weil eben ein katholisches Arbeitermädchen vom Lande…

        • Ja natürlich; es gibt kein bestimmtes Buch, auf das sich Deutsche als Quelle ihrer Identität beziehen könnten, eine bestimmte Religion schon garnicht.

          Übrigens war mein Vater bei der HJ und musste 1945 mit 17 Jahren in den Krieg ziehen, ob er wollte oder nicht. Meine Kriegsdienstverweigerung hat er dann jedenfalls aktiv untersützt, nicht zuletzt auf Grund seiner Kriegserfahrungen.

        • „Und weil ich es immer schon wissen wollte:
          bin ich überhaupt Deutsche?“

          Das ist das Problem mit den Deutschen. Willst Du sie definieren, flutschen sie Dir durch die Finger, dann findet sich kaum noch einer.
          Außer vielleicht diese dumpfbackigen Reichsdeutschen, die zumindest die Staatsgrenzen definieren – und vermutlich alles, was innerhalb der Grenzen lebt, schlicht als DEUTSCHE definieren.
          Aber – auch die scheinen sich nicht einig zu sein. Die Einen sehen Deutschland in den Grenzen von 1937, die anderen in den Grenzen von 1871.
          Ich biete in meiner Ahnenschaft der letzten 400 Jahre
          – russischen (Hoch?-)Adel,
          – königlich dänische Verwaltungsbeamte,
          – schwedische Landsknechte
          und bestimmt noch andere „Ausländer“.


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