Der Patriarch beim Einkaufen

Ein Verkäufer berichtet aus der Praxis:

Gerade ältere Männer kommen oft mit ihrer Gattin und lassen sich total unterbuttern. Die Frau sagt dann: „Mein Mann sucht eine Jacke.“ Dabei sucht sie die Jacke für ihren Mann aus. Oft streiten sie, wenn er keine Lust mehr hat, eine anzuprobieren. Vielen Männern ist es auch völlig egal, wie die Jacke aussieht. Hauptsache, sie hat eine verschließbare Innentasche für Portemonnaie und Handy. Immerhin hat das Rentnerbeige ausgedient: Die Herren kaufen jetzt auch mal dunkelblaue Jacken.

Das passt gut zu meiner Ansicht, dass in vielen Punkten innerhalb der Beziehung durchaus die Frau das sagen hat und nicht etwa der Mann der Herrscher der Familie ist, dem sich die Frau unterordnet, wie es der Feminismus suggeriert. Dabei muss das noch nicht mal böse von ihr sein: Seine alte Jacke ist schon ziemlich durch, es bleibt aber seine Lieblingsjacke. Sie beschließt, dass er damit nicht mehr auf die Straße kann und er eine neue braucht. Also geht es das nächste Wochenende zum einkaufen in die Stadt. Er würde am liebsten seine Jacke ein zweites Mal kaufen, jedenfalls gefällt ihm das was seine Frau aussucht nicht so recht. Sie denkt eher praktisch, dass er was neues braucht und es ja auch was schickeres sein könnte. Irgendwie findet er sich eher in der Rolle des Kindes wieder, welchem man neue Sachen kaufen muss.

Solche Machtrelationen zwischen Mann und Frau, in denen die Frau das Sagen hat, finden sich im Feminismus erstaunlicherweise nicht. Sie kommen aber denke ich durchaus häufig vor.