Verfasst von: Christian - Alles Evolution | 16. Oktober 2016

Status und Fortpflanzungserfolg

Mein Lieblingsthema „Status, Attraktivität und deren evolutionäre Zusammenhänge“ ist Gegenstand einer Studie:

Social status motivates much of human behavior. However, status may have been a relatively weak target of selection for much of human evolution if ancestral foragers tended to be more egalitarian. We test the “egalitarianism hypothesis” that status has a significantly smaller effect on reproductive success (RS) in foragers compared with nonforagers. We also test between alternative male reproductive strategies, in particular whether reproductive benefits of status are due to lower offspring mortality (parental investment) or increased fertility (mating effort). We performed a phylogenetic multilevel metaanalysis of 288 statistical associations between measures of male status (physical formidability, hunting ability, material wealth, political influence) and RS (mating success, wife quality, fertility, offspring mortality, and number of surviving offspring) from 46 studies in 33 nonindustrial societies. We found a significant overall effect of status on RS (r = 0.19), though this effect was significantly lower than for nonhuman primates (r = 0.80). There was substantial variation due to marriage system and measure of RS, in particular status associated with offspring mortality only in polygynous societies (r = −0.08), and with wife quality only in monogamous societies (r = 0.15). However, the effects of status on RS did not differ significantly by status measure or subsistence type: foraging, horticulture, pastoralism, and agriculture. These results suggest that traits that facilitate status acquisition were not subject to substantially greater selection with domestication of plants and animals, and are part of reproductive strategies that enhance fertility more than offspring well-being.

Quelle: Men’s status and reproductive success in 33 nonindustrial societies: Effects of subsistence, marriage system, and reproductive strategy

Demnach ist in unseren nächsten Verwandten Status noch viel erheblicher, was es sehr wahrscheinlich macht, dass es auch für unsere Vorfahren erheblicher war. Auch bei den getesteten Völkern hatte es aber einen deutlichen Effekt.

Hier einige grafisch aufgearbeitete Ergebnisse:

Status Fortpflanzungserfolg

Status Fortpflanzungserfolg

Hier zeigen sich durchaus starke Effekte, ich könnte mir vorstellen, dass diese auch noch deutlicher ausgefallen wären, wenn man in der Studie nicht nur offizielle Kinder berücksichtigt hätte, sondern auch inoffizielle.

Status Fortpflanzungserfolg-2

Status Fortpflanzungserfolg-2

Hier sieht man größere Effekte für die Anzahl des Überlebenden Nachwuchses, insbesondere in der der Polygyny (mehrere Frauen) und Vorteile in der Fruchtbarkeit, dem Erfolg bei der Partnersuche und der Kindersterblichkeit.

Bei einer Monogamy überleben auch mehr Kinder, die Frau hat eine höhere Qualität und ist fruchtbarer.

 

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Responses

  1. @Christian: A propos, kennst Du Das?

    http://www.theatlantic.com/science/archive/2016/09/humans-are-unusually-violent-mammals-but-averagely-violent-primates/501935/

    http://theconcourse.deadspin.com/these-mammals-are-just-straight-up-murdering-each-other-1787193652

    https://blogs.scientificamerican.com/cross-check/was-civilization-the-cure-for-primordial-human-violence/

    https://www.psychologytoday.com/blog/busting-myths-about-human-nature/201609/the-origin-human-lethal-violence

    http://www.popsci.com/new-massive-study-shows-how-humans-evolved-to-hurt-each-other

    Most murderous mammals

  2. Zitat: „Mein Lieblingsthema „Status, Attraktivität und deren evolutionäre Zusammenhänge“ „.

    Dein Lieblingsthema ist doch schon längst jenseits von evolutionären Zusammenhängen. Tiere benutzen kein Geld, beim Menschen hat diese Erfindung aber alles pervertiert, was einst im Sinne der Evolution war.
    Der mutige starke Mann hat schon längst seine Stellung abgeben müssen, ist Türsteher, Security, bestenfalls Schauspieler.
    Diese Welt gehört fettgefressenen Bonzen, und die unmeschlichsten dieser Ausbeuter sind die Anführer. Und denen laufen die (äusserlich) schönsten Frauen nach, getrieben von primitivem Materialismus, dadurch schäbigste Gene weiterverbreitend.

    All das ist bestimmt nicht im Sinne der Evolution, es ist einfach nur noch krank. Krieg und Seuchen werden es irgendwann korrigieren.

    • Tiere benutzen kein Geld, beim Menschen hat diese Erfindung aber alles pervertiert, was einst im Sinne der Evolution war.

      Statussymbole versprechen Macht und freizügigen Umgang mit den Ressourcen. Der Pfau mit dem grössten Federkleid verspricht trotz hinderlichem Federkleid Durchsetzungsvermögen.

      Pinguine schenken der Angebeteten einen Stein. Casanovas einen Brilliant, ein AstonMartin und eine Villa.

      Und in der Masse werden wir (äähh wurden die Deutschen) zu hirnlosen massenmordenen Bots.

      Affentheater bestehend aus pseudobewussten Hirnbots, von denen die Mehrheit sich offenbar nicht einmal dessen bewusst ist….. sehr sehr bedenklich!!!!!!

    • „Dein Lieblingsthema ist doch schon längst jenseits von evolutionären Zusammenhängen.“

      Finde ich nicht. Ich denke, man kann aus Deinem richtigen Punkt (Dekadenz, Korrumpierung, Pervertierung) und dem Punkt des Hauptbeitrags so eine Art Synthese herstellen – wie Yeph das oben schon angedeutet hat.

      Ungefähr so: Alte, archaische Triebfedern des Verhalten behalten ihre Gültigkeit – doch sie werden variiert, z. T. transformiert durch kulturelle „Errungenschaften“ des Menschen, wie z. B. Geld und allgemein Besitz.

      Dadurch werden einige dieser Werte und Prioritäten – in ihrer modernen Gestalt – „zweck“los, teilweise sogar dysfunktional, z. B. wenn die (noch) junge Karrierefrau (z. B. Managerin eines internationalen Konzerns) immer noch nach einem Mann Ausschau hält, der sozial deutlich über ihr steht, und dabei ignoriert, daß mit dieser Priorität nur noch eine Handvoll Männer zur Auswahl übrig bleiben und infolgedessen die Wahrscheinlichkeit, einen (hochwertig) potenten Mann als Vater der eigenen Kinder zu ergattern, verschwindend gering wird.

      Diese Art von Korrumpierung, von mir aus auch Pervertierung, evolutionär sinnvoller Verhaltensweisen finde ich das eigentlich Spannende …

      • womit wir wieder bei der Frage sind, wieso er http://i.i.cbsi.com/cnwk.1d/i/tim/2011/11/15/Mjones_headshot_3.jpeg
        „hochwertiger“ (in welchem Bereich? Höherer IQ? Dafür liegt vielleicht Herzinfarkt und Krebs in der Familie, während „dümmere“ Männer aber vielleicht gesünder sind, weil sie in ihrem Stammbaum weniger Wohlstand hatten nur so als Beispiel) sein soll als er

        gut, er kann sich keinen Lamborghini leisten. Aber wozu braucht man den? Bzw. wenn man als Frau Firmenboss ist, kann man sich den doch selber kaufen wenn man unbedingt will^^
        „Er soll es aber machen“, tja nun, darauf kann halt nicht immer Rücksicht genommen werden.

        • Weil Nummer 1 es in unserer modernen Gesellschaft nunmal weiter gebracht hat als Nummer 2. Da hilft auch keine Bauarbeiter-Romantik. Wer heute noch körperlich arbeiten muss, gehört zu den Verlierern der letzten ~30 Jahre.

        • ja und? Das ist doch wie bei Modetrends. Trag einfach was dir gefällt, früher oder später wird es sowieso wieder Trend. Was passiert denn, wenn man sich an die gängigen Attraktivitätsmerkmale hält und einen Yuppi nimmt und morgen bricht ein Bürgerkrieg aus? Was soll dann so ein hilfloser Wohlstandsmann tun? Mein Freund kann mit bloßen Händen ein Haus bauen.

          Außerdem verdienen handwerker nicht schlecht nach ein paar Jahren und mit eigenem Betrieb. Ich kenne einen Dachdecker, der lebt in Saus und Braus. Und wenn es keine körperlich arbeitenden mehr gibt, wie soll eine Gesellschaft dann funktionieren?
          Alleine Müllmänner haben doch schon eine sehr viel wichtigere Funktion als Bänker.

        • Nein, der Weg weg von körperlicher Arbeit hin zu Wissensarbeit ist kein „Modetrend“ und wird sich auch nicht wieder umkehren.

          Daß ein Handwerker im Falle eines Bürgerkriegs wesentlich höhere Überlebenschancen hätte als ein „hilfloser Wohlstandsmann“, halte ich ebenfalls für ein Gerücht. Der „hilflose Wohlstandsmann“ geht dann einfach ins Ausland und überläßt das Kämpfen dem Pöbel.

          Er kann das, weil seine Fähigkeiten auch dort sehr gefragt sind und man ihn deshalb gerne aufnimmt.

        • „Nein, der Weg weg von körperlicher Arbeit hin zu Wissensarbeit ist kein „Modetrend“ und wird sich auch nicht wieder umkehren.“

          Sag niemals nie.
          Außerdem sind viele Sachen auch eine Kombination aus Wissen und körperlicher Arbeit. Rein geistige Menschen, die überhaupt nicht mehr richtig körperlich was machen finde ich merkwürdig.

          „Daß ein Handwerker im Falle eines Bürgerkriegs wesentlich höhere Überlebenschancen hätte als ein „hilfloser Wohlstandsmann“, halte ich ebenfalls für ein Gerücht. Der „hilflose Wohlstandsmann“ geht dann einfach ins Ausland und überläßt das Kämpfen dem Pöbel.“

          Ein guter Handwerker oder Ingenieur wird überall mit Kusshand genommen, ein Bürokaufmann oder Anwalt nicht. Und wenn die Flughäfen erstmal dicht sind, kommt man auch nicht mehr so einfach raus.
          Außerdem muss es kein Krieg sein, es kann auch eine andere Katastrophe sein.

        • „Rein geistige Menschen, die überhaupt nicht mehr richtig körperlich was machen finde ich merkwürdig.“

          Wie kommst Du denn auf den schmalen Grad, daß Wissensarbeiter „überhaupt nicht mehr richtig körperlich was machen“? Was ist mit Freizeit, Sport, Hobbies?

          „Ein guter Handwerker oder Ingenieur wird überall mit Kusshand genommen“

          Ein Ingenieur sieht heute aber eher wie Bild 1 aus, nicht wie Bild 2. Die schmieden Ihre Maschinen nicht mehr selbst und ein großer Teil sind Software-Ingenieure.

        • „Wie kommst Du denn auf den schmalen Grad, daß Wissensarbeiter „überhaupt nicht mehr richtig körperlich was machen“? Was ist mit Freizeit, Sport, Hobbies?“

          Erfahrungswerte.

          Außerdem haben Freizeit, Sport und Hobbies nicht so viel mit tatsächlich relevanten Fähigekeiten zu tun sondern sind eher was fürs Aussehen/Gesundheit.
          Es hat schon einen Grund, wieso es verschiedene Facharbeiterausbildungen und Studieungänge gibt, weil nicht jeder alles kann.

          „Ein Ingenieur sieht heute aber eher wie Bild 1 aus, nicht wie Bild 2. Die schmieden Ihre Maschinen nicht mehr selbst und ein großer Teil sind Software-Ingenieure.“

          Der zweite findet trotzdem einen Job, wenn er in Deutschland ausgebildet worden ist.

          @Hengist Hamar
          „Aber dennoch haben Asis und halbkriminelle Handwerker immernoch die meisten Kinder.
          Wird Zeit dass die Auslese wieder härter wird…. mal abwarten was passiert wenn der Sozialstaat zusammenbricht….“
          Um ein ganzes Haus zu konstruieren und zu bauen, brauchst du mehr als eine Sprühpistole.
          Dein Versuch, Männer die nicht studiert haben, als Assi und Unterschicht darzustellen, ist auch sehr durchsichtig.

  3. Gut dass es noch Akademiker gibt die ebenso handwerkliche Fähigkeiten haben.

  4. Apropos Fortpflanzungserfolg: Kinder bekommen heutzutage vor allem komische egoistische Leute mit Schmarotzer Einstellung.
    Natürlich pflanzt sich auch das Bildungsbürgertum fort, vor allem in Prenzlauer Berg.
    Aber dennoch haben Asis und halbkriminelle Handwerker immernoch die meisten Kinder.
    Wird Zeit dass die Auslese wieder härter wird…. mal abwarten was passiert wenn der Sozialstaat zusammenbricht….

    Ich horte jedenfalls schon mal genug Werkzeug und eigne mir Fähigkeiten an. Damit dann nicht irgendein Hauptschüler mir überlegen ist weil er mit Sprühpistole und Schweissgerät besser umgehen kann.

    Amboß und Schraubstock sollte sowiso jeder im Hause haben.

    Die hochnäsige obere Unterschicht kann meinetwegen auch ganzverschwinden…..

    • Alter… Was bist du denn für ein Arschloch?

    • „Kinder bekommen heutzutage vor allem komische egoistische Leute mit Schmarotzer Einstellung.“

      Stimmt, seh ich auch so.
      Gab neulich so ne Doku über London. Da kauft dieses Pack – genau die Typen, die ihre Fehlspekulationen 2008 sich von den Steuerzahlern haben ersetzen lassen – mittlerweile ganze Stadtviertel als Investitionsobjekte und treibt so die Grundstückskosten in schwindelnde Höhen. Normale Menschen können sich da keine Wohnung mehr leisten – weder zum Kauf, noch zur Miete.

      „Aber dennoch haben Asis und halbkriminelle Handwerker immernoch die meisten Kinder.“

      Meinst Du, das sind Handwerker? Ich kann mir nicht vorstellen, dass diese Eclere-Schmarotzer, die ihre Tage auf Ascots Rasen verlangweilen, jemals ein Werkzeug aus der Nähe gesehen haben – schon gar nicht die Weiber in ihrer Kriegsbemalung und den riesigen Hüten.

      „Wird Zeit dass die Auslese wieder härter wird…. mal abwarten was passiert wenn der Sozialstaat zusammenbricht….“

      Dann bringen die ihre Milliarden in den nächsten Staat, den sie zuschanden richten. Wenn allerdings die ganze Weltwirtschaft zusammenbricht, dann gehen auch einige von denen über die Wupper. Dann trifft es endlich auch mal die Richtigen.

      „Amboß und Schraubstock sollte sowiso jeder im Hause haben.“

      Oha, Du rechnest aber gleich wirklich mit dem Worst-case. Meinst Du, dass wir dann alle wieder auf dem Pferd zur Arbeit reiten 😀 ?

  5. @ EvoChris:

    Habe mich nun durchs Original-Pdf durchgeackert, als auch andere Fundstellen im Internet zu Reproduktionsraten durchgelesen.

    Was mir im Zusammenhang mit der von dir zitierten Studie unklar bleibt:

    Was bedeutet der Wert „r„, bzw. „Zr„?

    Zum Beispiel für eine Population von 100 Individuen…

  6. Well, you can lead a horticulture, but you can´t make her think.

  7. Sehr interessant!
    Zu mehr über das Verhältnis zwischen Stärke, Status und Selbstvertrauen (was Männer für Frauen attraktiv macht):
    https://rottenflieger.wordpress.com/grundlagen/was-wollen-frauen/


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