Verfasst von: Christian - Alles Evolution | 15. Oktober 2016

Lesbische Frauen verdienen mehr, schwule Männer weniger

Eine Metastudie beschäftigt sich mit dem Verdienst von Lesben und Schwulen im Vergleich zu Heteros:

Most studies show that gay men earn less and lesbians earn more than their heterosexual counterparts, but the size of estimated sexual orientation differences varies greatly across studies. Using studies published between 1995 and 2012, a meta-regression shows that the gay sample size, sexual orientation measure, and controls for work intensity explain variation in estimates for men. For women, there are few conclusive influences although controlling for work intensity seems to be most important.

Quelle: Meta-Analysis of the Effects of Sexual Orientation on Earnings

Es sind einige interessante Daten enthalten:

Lesben Schwule Gehalt

Lesben Schwule Gehalt

Wenn ich das richtig sehe, dann Verdienen Frauen die schon mal was mit Frauen hatten 15% mehr als rein heterosexuelle Frauen und  Männer, die schon mal was mit Männern hatten verdienen 16% weniger, allein wegen des „Sexuellen Verhaltens“, also des gleichgeschlechtlichen Sex. Das ist ja schon ganz erstaunlich und in den biologischen Theorien besser unterzubringen als in den feministischen: Dort würde man erwarten, dass Lesben auch weniger verdienen, weil sie doppelt diskriminiert sind.

Contrary to the theory about sexual behaviors being less overt than couple status or identity, the studies using sexual behavior measures, primarily the GSS, find the largest earnings differences: –16 percent for gay men and +15 percent for lesbians. These larger differences from the GSS could result from the studies including as sexual minorities those who have had same-sex sexual partners in the past who might not be in a same-sex partnership or identify as gay or lesbian. The smaller differences found in studies using couple status is somewhat surprising, especially for women, given that many of these studies compare those in same-sex couples to those in married different-sex couples, which generally gives larger gaps than when comparing to cohabitating different-sex couples. Several studies have suggested that bisexuals may actually have worse earnings outcomes than gay men or lesbians (Carpenter 2005; Cushing-Daniels and Yeung 2009). Sexual identity questions are most likely to be used to estimate separate earnings differences for gay and bisexual respondents and that might explain why the estimates here for gay men and lesbians are smaller in size for studies that use identity measures.

Auch interessant:

Controls for work intensity are added in Model 3 showing that studies that limit samples to full-time workers or control for hours worked find smaller earnings penalties (more positive earnings estimates) for gay men by 14 and 8 percentage points, respectively. The hourly earnings study indicator coefficient was also positive, but not significant. This result is consistent with studies finding fewer hours and less full-time work for gay men than for heterosexual men (Elmslie and Tebaldi 2007; Klawitter 2011). Gender wage gaps could be the key influence here in that earnings for a current or future male partner could encourage gay men to choose more leisure or home work, but discrimination could also limit available work hours. After controlling for work intensity, the coefficients on the gay sample size and U.S. studies indicator become larger and more significant showing that studies with larger gay samples find smaller penalties for gay men and U.S. studies find larger penalties. The proportion of variation explained for men jumps considerably after adding the work effort variables, from R2 =.26 to .66.

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Responses

  1. 1) Ist es nicht so, dass heterosexuelle Frauen weniger verdienen, weil sie es nicht nötig haben a) Mann verdient b) bei Mutti c) angenehmer Job? Lesben dagegen müssen knallhart rechnen wie wir Männer.

    2) Ist es nicht so, dass schwule Männer noch mehr auf Status achten mÜssen als Heteros und dass schwule Prostituierte noch schneller an Marktwert verlieren als die Nuttis? Schwule Beziehungen scheinen sehr promiskuitiv zu sein, was Unsummen an Geld verschlingts. Letztendlich ist das Schwulsein wohl aber eher ein Karrierekiller im Gegensatz zu Heterocasanovas?

    Also lange Rede kurzer Sinn Hetereo-Frauen verdienen mehr als lesbische aber im Durschnitt alle zusammen weniger als die Männer (noch).

    Männer verdienen mehr im Durchschnitt, jedoch wäre Schwulsein ein Karrierekiller bzw. promiskuitives Lebensdesaster?

    Ja, es ist etwas simplistisch gedacht ….. 😉

    • „Ist es nicht so, dass schwule Männer noch mehr auf Status achten mÜssen als Heteros“

      Nein, ist es nicht. Sie müssen weniger auf Status achten, weil Status kein primäres Attraktivitätsmerkmal unter Schwulen ist. Sex ist unter Schwulen wesentlich leichter zu bekommen. Und Schwule stehen auch nicht vor der Herausforderung, Frau und Kinder mitversorgen zu müssen.

    • Ich vermute bei Schwulen ist nicht das tolle Auto, sondern ein durchtrainierter und ausdefinierter Körper das eigentliche Statussymbol. Als Heteromann ist es dir doch auch egal was für ein Auto deine Sexbekanntschaft fährt – hübsch, jung und willig muss sie sein, der Rest ist vollkommen egal.

      • „hübsch, jung und willig muss sie sein, der Rest ist vollkommen egal“

        Hübsch, jung und willig sind universelle Werte die Männer an ihren Sexualpartnern schätzen, ganz egal ob schwul oder hetero.

    • @Yeph

      Eigentlich finde ich: „This result is consistent with studies finding fewer hours and less full-time work for gay men than for heterosexual men“ eine schlüssige Erklärung.

      Wenn der Fokus des Erwerbslebens auf der *individuellen Reproduktion* liegt und ein Schwuler *keine erarbeiteten Ressourcen* mit Frau und Kind/Kindern teilen muss, dann ist die Herstellung einer sinnigen individuellen „work life balance“ m.E. naheliegend.

      In den USA liegen die Durchschnittsausgaben für ein Kind bis zum Alter von 18 (ohne Kosten für college) bei ca. 169.000 USD für eine Familie mit einem Jahreseinkommen von 38.000 USD, eine Familie mit einem Jahreseinkommen von 80.000 USD wendet bereits 235.000 USD auf.

      Was bedeutet, von den 38.000 Dollar Einkommen gehen pro Jahr für *zwei* Kinder 18.800 – oder knapp die Hälfte – drauf.
      Lege ich diese Familie mit zwei Kindern als Vergleichsbasis zugrunde, dann ist es also möglich, mit dem Verzicht auf Kinder die Arbeitszeit zu halbieren.

      Ohne selber irgendwelche Einschränkungen machen zu müssen.

      Gruß crumar

  2. Der Gay-Pay-Gap in Deutschland soll im Vergleich zu heterosexuellen Männern rund 10% betragen (hatte ich mal irgendwo gelesen), allerdings soll dieser auf freiwillige Zurückhaltung zurück zu führen sein.
    Ich hatte zu dem Thema vor einiger Zeit mal gelesen, dass schwule Männer seltener das Bedürfnis haben Karriere zu machen, da sie nicht der Konkurrenz um Frauen unterliegen. Da Sex weit weniger ein Mangelprodukt ist als bei heterosexuellen Begegnungen, ist auch die Notwendigkeit den anderen durch materielle Produkte (sprich Versorgerqualitäten) zu beeindrucken deutlich geringer.
    Wozu also viel Geld verdienen und lange arbeiten wenn du eh das bekommst was du willst? Für mich macht das jedenfalls im ersten Moment Sinn obwohl ich glaube, dass mein Bild noch Fehler enthält, da wohl auch viele Schwule jüngere Männer älteren Männern vorziehen und für diese eventuell doch der materielle Status interessant ist.

    • Dein Bild enthält keine Fehler. Jüngere Schwule stehen nicht auf Status, sondern, wie alle Männer, auf physische Attraktivität. Der sexuelle Marktwert heterosexueller Männer steigt im Alter, der homosexueller sinkt. Als älterer Schwuler hast Du kaum einen Chance deutlich jüngere Männer an Land zu ziehen. Da kannst Du so reich sein wie Du willst.

      • „Der sexuelle Marktwert heterosexueller Männer steigt im Alter, der homosexueller sinkt“ kommt drauf an. Bei den Schwulen klares ja. Bei den Heteros musst du differenzieren. Ein alter Verbrauchter Lagerist hat sicher schlechtere Chancen als ein junger zöund gutaussehender Lagerist. Außerdem haben deine Konkurwnten als Heteromann im alter ja auch mehr Geld und Status. Gerade wenn du ca. gleichalte Paarungen nimmst(viele Mädels wollen keinen alten Opa), bringt dir ein moderater Gehaltsanstieg wenig. Sagen wir du bist Büroangestellter und vetdienst nach 20 Berufsjahren mehr. Deine Kollegen, die mit dir angefangen haben, werden dies auch tun. Viele haben sogar Beförderungen. Weil nur dass du alt und faltig bist macht dich nicht attraktiv. Du musst ja was bieten.

        • Wir beschreiben mit Aussagen Trends und statistische Mittelwert.e. Nicht Ausreißer.

        • Adrian ich meine eig genau das. Der Trend im alter geht oft nicht zu mehr Status. Vor allem, wenn man sich mit gleichaltrigen Männern vergleicht.

          Klar wenn ich einen mittelmäßigen(wie die meisten) Job habe und mich mit nem Schüler kurz vorm Abi vergleiche habe ich mehr. Bei gleichaltrigen Männern nicht. Und sooo viele Führungspositionen gibts nicht. Ich denke sogar die meisten älteren Kerle können nicht mit Status auftrumpfen.

          Ausnahne ist beim Durchschnittsmann eher der, der sich an irgeelche Frauen ranmacht, die garnicht im Leben stehen. So zb jemand der sich sn ne 18jährige Schülerin ranmacht. Die sieht vkt besser aus als die 40jährige hat aber oft nur Kerle in ihrem Alter, die sich um sie reißen, weil sie mit älteren Herren kaum Berührungspunkte hat.

          Kommt da jetzt ein Mann Ende 30 gewinnt der natürlich gegen Klassenkameraden der Schülerin. Da er nicht Muttis Auto hat, eine durchschnittliche Wohnung, was besser ist, als jmd der daheim wohnt etc. Ich glaube ehrlich gesagt, der Status der meisten nimmt kaum zu. Außer du hast so Supermänner aus meinem Beispiel um dich rum(was ich hab).

        • Meiner Erfahrung nach ist es so: Im Alter, also so ab 40 oder 50, geht die „Schere“ bei diesen älteren Herren immer weiter auseinander. Da gibt es welche die haben über die Jahrzehnte sowohl Fähigkeiten als auch Vermögenswerte aufgebaut. Oder welche die immer alles in der Kneipe versoffen haben und eine große Klappe.
          Letztere ziehen dann gegen die die bescheiden und fleißig waren und sind den Kürzeren und lästern über die „bösen S Klasse Fahrer“.

          Dann was zur „Schwulen Community“: Interessant zu erfahren, dass dort anscheinend, ähnlich wie in der Frauenwelt, mit zunehmendem Alter die Attraktivität nachlässt.
          Bei den Heten ist es doch so: Ein Mann der immer an sich und seinen Fähigkeiten arbeitet der altert wie Wein. Frauen aber altern wie Milch. Ebenso altern Schwule Männer anscheinend wie Milch und Faulpelze mit großer Klappe (egal ob hetero oder homo) altern anscheinend auch wie Milch.

  3. Na ja sie müssen auch deutlich mehr Essen kaufen. Also gleicht sich das schon aus.

  4. Wenn ich mal kurz was einwerfen darf: Gibt es heute noch den Selbermach Samstag?
    Ich habe mir ein paar Punkte überlegt über die ich gerne schreiben würde.

  5. Ich hab da Zweifel an der Erhebung der Daten.
    Rein vom Bauchgefühl her, würde ich vermuten, Männer outen sich eher bei höherem Status/Einkommen als schwul. Meine ich mehr als einmal gelesen zu haben.

  6. Lesbische Frauen werden seltener schwanger und gehen dementsprechend weniger oft in Mutterschaftsurlaub, was sich in häufigeren Beförderungen und Gehaltserhöhungen äußert..
    Das „System“ bevorzugt offenbar Kinderlose. Nur die homosexuellen Männer, die machen irgendetwas falsch. 😉

  7. […] In der Tat denke ich aber, dass männliche Homosexualität weit eher abgewertet wird als weibliche Homosexualität. Und das feministische Netzwerke eine durchaus starke Stellung haben. Gegen eine Abwertung und starke Diskriminierung spricht schon, dass sie deutlich mehr verdienen als andere Frauen. […]


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