Devin Faraci: Listen and believe TO THE MAX!

Dies ist ein Gastartikel von Dirk M Jürgens

Das Dogma „Listen and believe!“, das in manchen Kreisen der unangenehmeren Sorte Feministinnen gefordert wird, dürfte allgemein bekannt sein. Es soll Opfern von Sexualstraftaten helfen, Gehör zu finden, bringt aber das schlichte Problem mit sich, dem hohen rechtsstaatlichen Gut der Unschuldsvermutung zu widersprechen.

Wer sagt „Wir müssen den Opfern glauben!“, ignoriert, dass man erst einmal die Wahrheit kennen muss, um überhaupt zu wissen, wer das Opfer ist.

Soweit der allgemeine Fall. – Heute geht es aber um einen speziellen.

In der #trumptapes-Debatte um die Wanderschaften von Donald Trumps Händen (deren Größe ja schon einmal Wahlkampfthema war), äußerte auch Journalist Devin Faraci von der Website Birth.Movies.Death seinen Abscheu darüber.

https://twitter.com/devincf/status/784927561591566336

https://twitter.com/devincf/status/784985670359973889

https://twitter.com/devincf/status/784553150925664256

Wenig verwunderlich, ist er doch als lautstarker Feminist bekannt und dafür, den Islamischen Staat eher zu achten, als GamerGate. Und man muss darüber hinaus ja nun wahrlich kein Feminist sein, um Trump zu verabscheuen.

Doch dann tauchte die Twitter-Userin spacecrone auf und sprach ihn darauf an, ob er sich noch daran erinnere, sie in ganz ähnlicher Art sexuell belästigt zu haben, wie man es Trump aktuell nachsagt:

„quick question: do you remember grabbing me by the pussy and bragging to our friends about it, telling them to smell your fingers?“

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Seine verblüffende Antwort:

„I do not remember this. I can only believe you and beg forgiveness for having been so vile.“

Ob er getan hat, was sie ihm vorwirft, wissen wir nicht. – Er weiß es ja selbst nicht.

Der schräge Punkt ist, dass er ihr aber mehr glaubt, als sich selbst.

Die Antwort „Oja, ich erinnere mich! War ich besoffen! Ich kann gar nicht sagen, wie leid es mir tut!“ hätte einen Flecken auf sein feministisches Image geworfen, aber Sinn gemacht. Die Antwort: „Davon weiß ich nichts!“, hätte zwar für Gerüchte gesorgt, aber Sinn gemacht.

Aber „Ich weiß nichts davon, aber es wird schon stimmen“? Das ist wahrlich bizarr!

Man muss ihm lassen, dass er zumindest konsequent ist und die Maßstäbe, die er vom hohen moralischen Ross propagiert, auch an sich selbst anwenden lässt. Er befolgt „Listen and believe!“ so blindlings und vollständig, dass er sich für Vergehen entschuldigt, von denen er nichts weiß. Man wünscht sich fast, als Experiment würden ihn jetzt weitere Frauen möglichst absurd und offensichtlich falsch beschuldigen (etwa, sein Übergriff habe gerade eben stattgefunden, obwohl sie am anderen Ende der Welt sind) um zu sehen, ob es auch bei ihm eine Grenze des Dogmas gibt, oder ob er es so verinnerlicht hat, dass er auch den Vorwurf, er habe den Raub der Sabinerinnen vor mehr als 2000 Jahren begangen, annimmt.