Mit technischen Fachwissen in Laptopfragen glänzen oder Signalling einfach gemacht

Die holde Südländerin plant sich einen neuen Laptop zuzulegen, da der alte arg bejahrt ist. Er wird im wesentlichen für Büroanwendungen im weiteren Sinne, also Word etc und etwas surfen genutzt werden und wieder ein paar Jahre halten. Die Größe sollte zumindest 15 Zoll sein und „gut aussehen“. Budget wäre so bis 700 Euro.

Natürlich ist es meine Pflicht als Freund da fachlich beratend zur Seite zu stehen. Ich bin aber auch etwas aus dem Markt raus. Jemand eine gute Idee oder Tipps, worauf man achten sollte?

Über die Bedeutung der Kenntnis sexueller Verbindungen in einer Gruppe

Annett Meiritz schreibt im Spiegel:

Dabei ist es für den konkreten Fall völlig egal, ob Behrends keine einzige, zwölf oder fünfzig Liebschaften in ihrem Arbeitsumfeld hatte. Denn was genau wäre der Vorwurf, den man aus einem Verhältnis ableiten könnte? Dass Behrends es auf Affären anlegt? Dass sie selbst schuld ist, wenn ihr Umfeld ausgefragt wird, ob sie „gefickt“ werde?

Ich finde diesen Satz absolut erstaunlich. Der Sinn dahinter, dass man nachforscht, ob jemand eine Person unterstützt, weil sie besonders gute Arbeit macht oder weil man mit ihr schläft, ist ja nun wirklich leicht zu erfassen. Und ich zweifele auch nicht daran, dass wir entschiedene Nachfragen von Feministen gehabt haben, wenn sich etwa eine enttäuschte junge Politikerin in einem offenen Brief an die Presse gewandt hätte und entweder:

Ich dachte erst ich wäre etwas besonderes für ihn, er ging mit mir aus, wollte meinen Theorien zuhören, hob mich auf einen Listenplatz, aber im Endeffekt wollte er flirten und war erkennbar sexuell an mir interessiert.

oder

Ich arbeitet seit Jahren für die Partei, klebe bei jedem Wetter Plakate und bin an jedem Infostand dabei, aber aufgestellt hat er eine junge andere Frau, die mit ihm flirtet und mit ihm was trinken war.

geschrieben hätte. Man hätte den Sexismus der Politiker gerügt und ihnen vorgehalten, dass sie Frauen nur als Objekte sehen. Eine Erwiderung wie „Was genau ist denn der Vorwurf, den man aus einem Verhältnis ableiten könnte? Dass der Politiker es auf Affären auslegt? Das er selbst schuld ist, wenn man ihn als Belästiger wahrnimmt“ wäre wohl kaum als berechtiger Einwand gesehen worden.

Über Sex Beziehungen aufzubauen und mit vielen höherstehenden  Männern zu flirten ist eben eine Form der Korruption, der Bestechung, die eine faire Auswahl behindert: Statt der politischen Leistung stehen nun mehr sexuelle Gefälligkeiten im Vordergrund. Und natürlich muss das andere Parteimitglieder akzeptieren und sicherlich auch gerade die Frauenunion: Der Gedanke, dass eine Frau, die durch Flirts an anderen Frauen vorbeizieht, das Klima für andere Frauen verschlechtert und deren Chancen mindert, scheint mir geradezu klassisch feministisch.

Man stelle sich vor, was Feminismus zu einem Büro oder einer Partei sagen würde, wo bestimmte Frauen, die dann auch noch befördert werden, mit den Vorgesetzten schlafen. Ein „Klima der Verfügbarkeit“ oder „ein Nachweis für die Rape Culture“ wäre wohl zu erwarten gewesen. Unter diesem Gesichtspunkt könnte man die aggressive Frage „Fickst du die?“ sogar als aggressiven Vorhalt, dass er etwas falsch macht, indem er Sex mit einer jungen Politikerin hat, die er dann evtl auch noch fördert.

Mir ist klar, dass hier verschiedene feministische Punkte reinspielen:

  • die Prämisse der unschuldigen Frau: Zu sagen, dass sie ihre Sexualität gezielt eingesetzt hat um sich einen Vorteil zu verschaffen wäre zum einen Slutshaming und zum anderen würde es viele andere Tabus berühren:
    • das Tabu der Schönheit: Sie ist schlank und jung, das darf keine Rolle spielen
    • das Tabu der unterschiedlichen Sexualität: Es ist erstaunlich, wie oft ich bei dem Thema schon bei einer Diskussion auf Twitter dafür angegriffen wurde, dass ich angemerkt habe, dass Frauen weitaus eher als Männer für Sex Gefälligkeiten und Vorteile bekommen, weil Männer ein vollkommen anderes Verhältnis zu Sex haben als Frauen und das der Vorwurf umgekehrt damit weitaus weniger interessant ist
    • das Tabu der Macht der Frau: Frauen, die in einer Männerwelt Sex als Waffe einsetzen sind und damit Akteure sind, die für ihre Handlungen verantwortlich sind darf es nicht geben, Frauen haben Sex, weil sie Spass am Sex haben, und jede andere Sicht, jede Nebenabsicht, ist damit eine Einschränkung ihrer Sexualität
    • Das Tabu der weiblichen Sexualität als etwas, was generell nicht angesprochen werden darf.
  • Die Prämisse, dass derjenige Recht hat, der Sexismus behauptet der in einer Männerwelt stattfindet, selbst wenn Teile der Akteure Frauen sind.
  • Die Prämisse, dass der größere Sexismusvorwurf die größere Solidarisierung erfordert.

Aber abseits dieser Gedanken bleibt ein erstaunliches Doppeldenk, ein Doppelstandard. Natürlich wäre es einem Mann vorwerfbar Sex am Arbeitsplatz zu haben. Natürlich ist auch jeder Frau bekannt, dass Sex ein Machtmittel sein kann und das gerade „als harmlos tarnbare Gesten mit sexueller Bedeutung“ (wie etwa auf „Jedermanns Schoß sitzen“) wunderbar dazu geeignet sind „Orbiter“ zu erzeugen. Das eine Frau mit Männern spielt, dass sie sexuelle Reize bietet, die etwas Hoffnung machen, aber ganz harmlos, neben einer Freundschaft, sexuelle Signale, die man leugnen kann („es war eben kein Stuhl frei, was ist schon dabei, wenn man sich auf seinen Schoß setzt, wir sind ja schließlich Freunde“), dass nehmen Frauen sofort war und reagieren häufig mit Abwertung oder, wenn es sich an die eigenen Freunde richtet, mit Abwehr. Es ist ein Prototyp von Frau, die Unruhe stiftet und am besten in Männergruppen zurechtkommt.

So zu tun als könne man diese Gruppendynamiken nicht ermitteln, als würde Sex keinerlei Auswirkungen über den Spass der Beteiligten hinaus haben können, als würde es nicht einen erheblichen Unterschied ausmachen können, ob jemand in einer Partei mit einem anderen schläft, das finde ich erstaunlich.

Verbitterte sexistische Feministinnen

„Es gibt diesen Typus Frau, der jede Form von Ablehnung, jeden Gegenwind, jede Art von Negativität, den er erfährt, sofort auf das Geschlecht schieben will. Diese Frauen können es sich gar nicht vorstellen, dass Leute sie wegen ihres Charakters nicht mögen, nein, jeder der ihnen nicht den Schmutz von den Schuhsohlen leckt und auch danach nicht auch noch dafür bedankt ist einfach ein Sexist“ (ca 3. Minute)

Margarete Stokowski, Miet-Onkel und das Mansplainen

Einen schönen Einblick in die Sicht einer Feministin erhält man man mal wieder, wenn man die aktuelle Kolumne von Margarete Stokowski liest:

Anscheinend hat sie einen Artikel um etwas neues aus Japan gelesen, was sich „Onkeln“ nennt. In ihrer Darstellung:

Aus Japan kommen immer so geile Erfindungen. Haikus, Pokémon, flauschige Roboterrobben. Jetzt gibt es eine neue japanische Weltverbesserungsmaßnahme, und sie könnte schlauer nicht sein: „Miet-Onkel“. Ein Service, bei dem man sich einen mittelalten Mann mietet, der zuhört und Ratschläge fürs Leben gibt. So ein „Ossan“ ist 45 bis 55 Jahre alt und ist kein Therapeut, kostet aber auch weniger und hilft in allen möglichen Fällen – bei Beziehungsproblemen oder wenn man nicht weiß, wie man sich beim Vorstellungsgespräch benehmen soll.

Ich kann mir lebhaft vorstellen, wie das eine Feministin triggert: Ein mittelalter Mann, der gegen Bezahlung die Welt erkllären will? Ha, jetzt meinen die Männer auch noch, dass Mansplaining was wert ist. Da schreibe ich doch gleich mal einen langatmigen Artikel dazu, dass alle Männer eh Schweine sind und Mansplaining ein Verbrechen ist und nicht etwa eine Dienstleistung:

Nun könnte man sagen: Ha, ha. Das machen die doch eh. Wenn ich einen Mann will, der mir erklärt, was ich mit meinem Leben machen soll, brauche ich gar keine Hotline. Von mittelalten Männern kriege ich ungefragt Ratschläge bezüglich meiner beruflichen Tätigkeit, Urlaubs-, Garderoben- und Frisurplanung, bezüglich meiner Ernährung und der Häufigkeit meiner sexuellen Erlebnisse, und das in beruhigender Regelmäßigkeit.

Vielleicht würde ich diese Ratschläge in Japan nicht kriegen und vielleicht sind deswegen die Miet-Onkels gut für Japan, kann sein, aber ich hab von ihnen jetzt schon was gelernt, ohne je einen gemietet zu haben. Danke, Onkels.

Es muss sie noch mehr getriggert haben, dass die Idee dazu enstanden ist, als der Erfinder Mädchen über Männer lästern hörte vollkommen berechtigte Kritik von jungen Frauen über Männer als Aufforderung zu noch mehr Mansplaining falsch verstandt:

Probleme bei der Arbeit? Stress in der Liebe? Einsam zu Hause? Aber niemand da, mit dem man mal offen sprechen kann? Für Japaner, die sich nie im Leben trauen würden, sich mit solchen und anderen Fragen an einen Therapeuten oder gar noch schlimmer an jemandem in der eigenen Familie zu wenden, bieten sich Takanobu Nishimoto und seine „Miet-Onkels“ an. Männer mittleren Alters, die anderen Menschen ein Ohr schenken. Einfach auf Nishimotos Online-Dienst einen „Ossan“ – einen Mann zwischen 45 und 55 Jahren – aussuchen und mieten. Für 1000 Yen (9 Euro) pro Stunde.

Ein Service, der aber nicht nur den Kunden helfen soll, sondern auch den Männern. Auf die Idee für seine kuriose Dienstleistung sei er gekommen, als er eines Tages in der Bahn Schulmädchen hörte, die sich abfällig über ältere Männer äußerten. Diese „Ossan“ seien eklig und ähnliche Dinge habe er die Mädchen sagen hören, erzählt Nishimoto in einem Café in Tokio. „Da ist mir klar geworden, wie geringschätzig solche Männer gesehen werden“. Es ist das bekannte Klischee: Männer, die an sechs Tagen der Woche täglich mindestens zehn Stunden bei der Arbeit verbringen, nach Feierabend mit Kollegen oder Geschäftsfreunden trinken gehen und am Sonntag Golf spielen.

Ihre Familie sehen sie nur ein paar Minuten am Werktag und ein paar Stunden am Wochenende. Und wenn sie in die Rente gehen, nachdem sie jahrzehntelang mit der Firma verheiratet waren, kommen sie in ein Heim, das sie kaum kennen. Die Rolle des Geldverdieners, die dem Vater zu Hause jahrzehntelang Autorität sicherte, entfällt. Plötzlich sind sie „Sodaigomi“, Sperrmüll, weil sie zu nichts nutze seien und nur im Wege stünden. „Diese Ossan tun mir leid“, erzählt Nishimoto. Um das zu ändern und diesen Männern zu mehr Selbstwertgefühl zu verhelfen, kam er vor vier Jahren auf die Idee mit dem Mietservice.

Indem seine „Miet-Ossan“ Jüngeren zuhören und Rat erteilen, könnten sie „coole“ Typen werden. Nishimoto, der als Lehrer einer Modeschule und als Stylist arbeitet – selbst aber auch als Ossan zu mieten ist – beschäftigt im ganzen Land 70 solcher Männer. Er selbst führt die Bewerbungsgespräche. Wer mit „offensichtlich sexuellen Interessen“ komme, blitze ab, versichert Nishimoto. „Ich will keine Probleme haben“. Schließlich seien die meisten Kunden Frauen in ihren späten 20er bis 40er Jahren. „Männer machen nur 20 Prozent aus“, erläutert Nishimoto

Das beleuchtet einige interessante Aspekte zu Machtverhältnissen in Beziehungen: Zuhause hat eben häufig die Frau das sagen (dazu auch dieser Artikel, in dem es auch darum geht, dass der absinkende Cortisolspiegel aufgrund der veränderten Statusverhältnisse nach der Verrentung sich gesundheitlich auswirkt). Den Mann dann gleich als „Sperrmüll“ zu bezeichnen ist in der Hinsicht auch interessant (nein, Männerabwertungen gibt es in dieser männerbegünstigenden Welt nicht). Man versteht gar nicht, warum japanische Männer kein Interesse an Heirat und Beziehung haben. Es ist ein schönes Projekt,  bei dem Männer Leuten helfen und dabei wieder eine Bedeutung erlangen und gleichzeitig auch selbst etwas lernen. Da muss man gleich mal was zu Mansplaining schreiben, dass darf man nicht ungestraft und kommentiert so positiv stehenlassen sondern muss gleich erst einmal deutlich machen, das Mansplaining böse und Unterdrückung der Frau ist.

Ein bisschen sei das wie in Hostess-Bars: man tröstet den anderen. „Die Kunden erzählen gerade deswegen so viel und offen, weil die Ossan fremde Personen sind“, sagt Nishimoto. Man trifft sich in Restaurants oder Cafés. Gesprochen wird über die verschiedensten Dinge. Manche Kunden suchten zum Beispiel Ratschläge bei der Jobsuche. „Einmal wollte jemand mit einem Ossan ein Vorstellungsgespräch üben“, schildert Nishimoto. Unter jungen Leute würden „normale Ossan“ oft als abschreckendes Beispiel angesehen nach dem Motto: „So möchte ich nicht werden“. „Aber die Ossan zum Ausleihen sind gute Vorbilder“, sagt Nishimoto.

Auch komme es vor, dass eine Hausfrau einen seiner Ossan um Rat bitte, weil ihr Mann eine Geliebte habe. Viele Ossan seien selbst geschieden. Einer von denen heirate demnächst eine Kundin. „Ich habe nichts dagegen“, sagt Nishimoto. „Sie sollen alle glücklich werden“.

Ein Männerbild, welches positiv neu besetzt wird. Leute, die es schön finden, mit jemanden, auch einem Mann, etwas bereden zu können oder bestimmte Gesprächssituationen zu üben. Sogar Kritik an den Männern, die vor lauter Arbeit keinen Bezug mehr zu ihrer Familie haben und dort dann auch noch als Sperrmüll bezeichnet werden (man ist verwundert, warum sie so wenig Zeit zuhause verbringen wollen bei so charmanten Ansichten).

Kachelmann gewinnt Prozess auf Schadensersatz wegen Falschbeschuldigung gegen Frau Dinkel

Hier noch ein Artikel zu dem Urteil des OLG Frankfurt, mit dem Frau Dinkel zu Schadensersatz bezüglich der Sachverständigenkosten wegen Falschbeschuldigung verurteilt worden ist

Aus der Pressemitteilung des OLG Frankfurt:

Mit einem heute verkündeten Urteil hat das Oberlandesgericht Frankfurt am Main (OLG) die beklagte Ex-Geliebte des bekannten Wettermoderators K. verurteilt, Schadenersatz für Kosten zu leisten, die K. dadurch entstanden sind, dass er aufgrund eines von ihr erhobenen Vergewaltigungsvorwurfs in Untersuchungshaft genommen wurde.

Zum Hintergrund

Die Beklagte hatte K. am 9.2.2010 mit der Behauptung angezeigt, sie am Tag zuvor in ihrer Wohnung vergewaltigt zu haben, indem er ihr ein Küchenmesser an den Hals gedrückt und unter Todesdrohungen zum Geschlechtsverkehr gezwungen habe. Infolgedessen erließ das Amtsgericht Mannheim Haftbefehl wegen Fluchtgefahr gegen K., der hierauf am 20.3.2010 auf der Rückreise aus Kanada am Frankfurter Flughafen festgenommen wurde. Auf die Haftbeschwerde K.s hob das OLG Karlsruhe den Haftbefehl am 29.7.2010 auf. Bis dahin hatte sich K. knapp vier Monate in Untersuchungshaft befunden. In dem anschließenden Strafverfahren vor dem Landgericht Mannheim wurde K. im Mai 2011 freigesprochen, weil die von der Beklagten behauptete Vergewaltigung nicht bewiesen werden konnte.

Mit der vorliegenden Klage fordert K. von der Beklagten Ausgleich eines Teils des Schadens, der ihm durch die Untersuchungshaft entstanden ist. K. macht geltend, dass er zur Verteidigung im Haftbeschwerdeverfahren mehrere Sachverständige habe beauftragen müssen, um die Glaubwürdigkeit der Beklagten sowie die von ihr vorgezeigten Verletzungen zu entkräften. Insoweit hat K. mit der Klage zunächst Kostenerstattung in Höhe von rund 13.400 € verlangt. In der Berufung hat er die Klage bis auf rund 7.100 € zurückgenommen.

Die angefochtene Entscheidung des Landgerichts

Das zunächst angerufene Landgericht Frankfurt am Main wies die Klage durch Urteil vom 23.12.2013 ab. Zur Begründung führte es aus, zwar sei K. durch die Anzeigen der Beklagten in Untersuchungshaft genommen worden – die Beklagte habe ihn also der Freiheit beraubt, indem sie staatliche Organe zum amtlichen Eingreifen veranlasst habe. Voraussetzung für einen Schadenersatzanspruch wegen Freiheitsberaubung in mittelbarer Täterschaft sei jedoch, dass es sich um eine wahrheitswidrige Anzeige gehandelt habe. Der Beklagten könnte aber nicht vorgeworfen werden, dass sie K. vorsätzlich wahrheitswidrig einer Vergewaltigung bezichtigt habe mit dem Ziel, diesen seiner Freiheit zu berauben. Es sei möglich, dass die Beklagte durch „nicht-intentionale Verfälschungs- und Verzerrungseffekte“ subjektiv der festen Überzeugung gewesen sei, Opfer einer Vergewaltigung gewesen zu sein, obwohl dies objektiv nicht der Fall war.

Das Berufungsverfahren und die Entscheidung des OLG

Gegen die Klageabweisung hat K. Berufung zum OLG eingelegt. Das OLG hat eine Beweisaufnahme durch Einholung eines rechtsmedizinischen Sachverständigengutachtens angeordnet, insbesondere zu der Frage, ob sich die Beklagte die im Zuge der Strafanzeige festgestellten Verletzungen selbst zugefügt haben kann.

Mit dem heutigen Urteil hat das OLG die Entscheidung des Landgerichts abgeändert und K. den begehrten Schadenersatz zugesprochen, soweit er die Klage nicht zurückgenommen hat. Zur Begründung führt das OLG aus:

Die Beklagte habe sich gegenüber K. schadenersatzpflichtig gemacht, weil sie wissentlich eine unwahre Strafanzeige erstattet und so – wie von ihr beabsichtigt – die Anordnung der Untersuchungshaft gegen K. herbeigeführt habe. Hierdurch habe sich die Beklagte der Freiheitsberaubung schuldig gemacht. Die erlittene Freiheitsentziehung beruhe zwar unmittelbar auf dem Haftbefehl; die Beklagte müsse sich jedoch das staatliche Handeln im Wege der mittelbaren Täterschaft zurechnen lassen, da sie die Ermittlungsbehörden durch die wahrheitswidrige Anzeige und falsche Aussagen vorsätzlich getäuscht habe. Die Überzeugung, dass die Beklagte K. vorsätzlich der Wahrheit zuwider der Vergewaltigung bezichtigt habe, gründe sich auf das Ergebnis der in der Berufung durchgeführten Beweisaufnahme. Hiernach habe sich die Behauptung K.s bestätigt, die Beklagte habe sich die festgestellten Verletzungen selbst zugefügt.

So spreche das Verletzungsbild in der Gesamtschau und unter Berücksichtigung der Schilderungen der Beklagten nach den Feststellungen des Instituts für Rechtsmedizin des Universitätsklinikums Frankfurt am Main für eine Selbstbeibringung. Bedeutsam sei ferner, dass die Schilderungen der Beklagten zum angeblichen Vergewaltigungsgeschehen nicht mit den Verletzungen in Übereinstimmung zu bringen seien und ihre Aussagen für sich genommen erhebliche Plausibilitätsdefizite aufwiesen. Zudem habe die Beklagte im Ermittlungsverfahren unstreitig teilweise falsch ausgesagt.

Die Beklagte habe auch mit direktem Vorsatz gehandelt. Aus den Gesamtumständen ergebe sich, dass es ihr gerade darauf angekommen sie, die Verhaftung des K. herbeizuführen.

Für ausgeschlossen hielt das OLG, dass bei der Beklagten eine „Autosuggestion“ vorlag, die dazu geführt habe, dass sie nur glaubte, vergewaltigt worden zu sein. Die entsprechende Annahme des Landgerichts sei nicht nur spekulativ, sondern nach dem Ergebnis der Beweisaufnahme, wonach sich die Beklagte die Verletzungen selbst zufügte, auch widerlegt.

Die Entscheidung ist nicht anfechtbar.

Dinkel hält das Urteil anscheinend für falsch und zieht die Sexismuskarte:

D. kann die Entscheidung nicht anfechten. Sie spricht von einem „Justizskandal“ und ruft den Richtern nach der Verkündung zu: „Das Urteil ist eine Schande für Deutschland!“ Dann verliest sie vor den Journalisten eine Stellungnahme. Der männlich besetzte Senat habe an ihr ein Exempel statuieren wollen, um Frauen davon abzuhalten, „die Wahrheit über männliche Gewalt laut zu sagen“. Die Richter seien „armselige, feige Frauenverächter“.

Aus dem gleichen Artikel zu Kachelmann selbst:

Kachelmann ist sichtlich erleichtert. Er sagt, er hoffe, dass es ebenso viel Aufmerksamkeit erfahre wie der „Unsinn“, der während des Strafprozesses über ihn verbreitet worden sei. Er habe das Vertrauen in die Justiz zurückgewonnen, da nun ein Gericht festgestellt habe, dass er selbst Opfer eines Verbrechens wurde. „Sich mit einer behaupteten Vergewaltigung als Ikone des Feminismus aufzuspielen, ist die größtmögliche Verhöhnung, die man echten Vergewaltigungsopfern zuteil werden lassen kann.“

Kachelmann kommentierte auf Twitter:

Diese hat wohl auch ein Verfahren eingeleitet:

Aus der Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Mannheim:

PRESSEMITTEILUNG
(28.09.2016) 

Urteil des OLG Frankfurt a. M. betreffend Schadenersatzklage des
Wettermoderators K.
– Staatsanwaltschaft Mannheim leitet Prüfvorgang ein

 

Die Staatsanwaltschaft Mannheim hat aufgrund des Urteils des Oberlandesgerichts Frankfurt a. M. vom 28.09.2016 (Az. 18 U 5/14) einen Prüfvorgang eingeleitet. In dem Urteil wurde dem Wettermoderator K. Schadenersatz gegen seine frühere Geliebte, die ihn der Vergewaltigung bezichtigt hatte, zugesprochen.

Gegenstand der Prüfung ist, ob sich aus dem Urteil des OLG Frankfurt a. M. möglicherweise ein Anfangsverdacht auf Straftaten gegen die damalige Anzeigeerstatterin ergibt. Die Staatsanwaltschaft Mannheim wird hierzu zunächst die schriftlichen Urteilsgründe des Oberlandesgerichts Frankfurt a. M. anfordern.

gez. Utt
Erste Staatsanwältin

 

Japan, sexlose Grasesser und Testosteron

Ein interessantes Phänomen wird aus Japan berichtet:

Die Japaner werden immer einsamer. Klingt schnell dahingesagt, ist aber statistisch belegbar: 70 Prozent der ledigen Männer und 60 Prozent der unverheirateten Frauen zwischen 18 und 34 haben keine Beziehung. Fast die Hälfte von ihnen will auch gar keine. Zu diesem Schluss kam Japans Institut für Bevölkerungs- und Sozialstudien in einer Sexual-Untersuchung, die es seit 1987 alle fünf Jahre durchführt. 44Prozent der Männer und 42 Prozent der Frauen sagten, sie hätten noch nie Sex gehabt. Die Zahl nimmt zu, vor fünf Jahren waren es noch 36 Prozent der Männer.

Das sind schon sehr hohe Zahlen, mich würden die deutschen Vergleichszahlen interessieren, aber ich vermute, dass sie deutlich niedriger sind. 44% der Männer zwischen 18 und 34 haben noch keinen Sex gehabt? Das wäre wirklich erstaunlich hoch. Insbesondere wenn die Hälfte auch kein Interesse daran hat.

„Grasfresser“ nennen die Japaner junge Männer, die keinen Sex wollen. Sie seien freundlich und scheu, ohne Gefühl für ihre Männlichkeit. So beschreibt das zumindest der Philosoph Masahiro Morioka, der den Begriff mit seinem Buch „Liebes-Lektionen für herbivore Jungs“ bekannt machte. Grasfresser wollten keine großen Gefühle, niemanden verletzen und auf keinen Fall verletzt werden. Fragt man die jungen Männer, formulieren sie es einfacher: Beziehungen seien ihnen zu „umständlich“.

Eine Generation, die zu einem relativ großen Teil der Beziehung abgeschworen hat. Es ist aus meiner Sicht nicht verwunderlich, dass dies in einem Land wie Japan geschieht, denn bei diesen liegen auch im Schnitt andere biologische Gegebenheiten vor, die sich auf den Sexualtrieb auswirken.

Es scheint weniger das freie Testosteron zu sein als vielmehr die Fähigkeit, dieses entsprechend wahrzunehmen:

though plasma testosterone levels are an important factor in sex hormone-dependent features, they obviously cannot explain the ethnic differences in these features. These differences seem to be mediated instead by differential enzyme and androgen receptor activity [6].  Specifically,  5a-reductase, the enzyme that converts testosterone into DHT, activity seems to vary among ethnic groups.  DHT is an androgenic hormone whose affinity to the androgen receptor is multitudes times greater than testosterone. A study recorded the DHT:testosterone ratio, an indicator of 5a-reductase activity[7], among ethnic groups and found levels to be highest in African-Americans, intermediate in Caucasians, and lowest in Asian-Americans [5]. Tissue-specific coactivators of the androgen receptor also play a role in differences in tissue-specific androgenicity. Different levels of these coactivators are found in different tissues(heart, skeletal muscle, and liver), and help determine the responsiveness of these receptors by binding to the androgen-androgen receptor complex [8-12].
The genetic differences in the gene encoding the androgen receptor itself contributes greatly to its ability to respond to testosterone and other androgens [13-15].  One of the most distinctive and important genetic differences found is called the CAG repeat polymorphism. This refers to the glutamine-tag attached to the androgen receptor becomes the sequence CAG is translated into the amino acid glutamine. The number of CAG repeats an individual has in his or her androgen receptor gene determines how effective his or her androgen receptor is at binding testosterone; those with less repeats are more sensitive to testosterone and those with a greater amount of repeats are less sensitive [16-21].  It has been found that those with short CAG repeats have the same symptoms of men with high testosterone levels, increased skeletal muscle mass, lower good cholesterol (HDL), and have an earlier onset of prostate cancer [21]. Those born with too many repeats (>38) may be at risk for certain genetic disorders [22].

The inverse association between the number of CAG repeats in the AR gene and functionality of the AR protein. Longer CAG tracts result in lower transcription of target genes and, thus, lower androgenicity. Expansion of the encoded polyglutamine stretch to beyond probably 38 leads to the neuromuscular disorder X-linked spinal bulbar muscular atrophy (XSBMA), a condition in which defective spermatogenesis and undervirilization are observed. Conversely, low numbers of CAG repeats are associated with increased androgenicity of susceptible tissues.

The inverse association between the number of CAG repeats in the AR gene and functionality of the AR protein. Longer CAG tracts result in lower transcription of target genes and, thus, lower androgenicity. Expansion of the encoded polyglutamine stretch to beyond probably 38 leads to the neuromuscular disorder X-linked spinal bulbar muscular atrophy (XSBMA), a condition in which defective spermatogenesis and undervirilization are observed. Conversely, low numbers of CAG repeats are associated with increased androgenicity of susceptible tissues.

The mechanism behind the weaker transactivation of androgen receptors with longer CAG repeats was found in a study done in 1999. A coactivator of the androgen receptor, ARA24, was discovered which bound differentially with the polyglutamine region of the androgen receptor. ARA24 was found to bind more weakly to androgen receptors with longer repeats and thus allowed for weaker signalling for the transcription of androgen-related genes [11].
Small but significant differences in the average CAG repeat length were found between different ethnic groups. Men of African descent were found to have the lowest number of repeats at 18-20, caucasians at 21-22, and east asians at 22-23[21]. Not only does this information reinforce our observations about body composition and androgenicity among different ethnic groups, but it also offers us some clinical value. The differences in enzyme, coactivator and androgen receptor activity may explain why certain individuals respond to testosterone therapy more strongly than others. It seems, however, that there is no clear winner in the roulette of testosterone sensitivity; one group may see greater strength in the earlier years of life, while the other gains vitality in the later years.
Das passt auch gut dazu, dass man bei Japanern eine sehr geringe Digit Ratio festgestellt hat:
digit-ratio
(Weiteres zu den Androgenrezeptoren und den CAG-Repeats auch hier)
Japan hat also Grundlagen, die dieses System begünstigen. Bei einem niedrigen reagieren auf Testosteron hätten wir:
  • einen geringen Sexualtrieb
  • ein eher passives, nichtmännliches Auftreten

Aus dem Artikel:

Viel besser geht es allerdings auch verheirateten Paaren nicht. In der regelmäßig wiederholten Studie des Kondom-Herstellers Durex haben japanische Ehepaare von allen untersuchten Ländern immer am wenigsten Sex und den am wenigsten befriedigenden noch dazu. Viele Japaner finden, das sei richtig so. Nach der Heirat müsse Schluss sein mit Romantik.

 Gut, dass hört man aus westlichen Ehen ja durchaus auch mitunter. Aber es könnte durch das obige Problem verschärft werden. Zudem kommen kulturelle Erwartungen dazu:

Das fehlende Interesse der jungen Männer an Sex und Beziehungen hat freilich einen weiteren Grund, über den in Japan nur ungern gesprochen wird. Etwa die Hälfte der Männer finden keinen festen Job, sie arbeiten für wenig Geld und ohne Perspektive. Diese Männer haben bei den Japanerinnen kaum Chancen, zumal die Gesellschaft bis heute am Modell festhält, der Mann müsse der Ernährer der Familie sein und die Frau solle mit der ersten Schwangerschaft ihre Stelle aufgeben.

Eine weitere Untersuchung vor einem Jahr fand heraus, dass ein Drittel der jungen Frauen keinen Mann heiraten würde, der nicht mindestens fünf Millionen Yen pro Jahr verdiene, etwa 44 000 Euro. Davon kann ein Zeitarbeiter nicht einmal träumen.

Das ist ja mal eine sehr deutliche Darstellung weiblicher Anforderungen an einen Partner: Er muss reich genug sein, sie zu versorgen und ihnen den Ausstieg aus dem Beruf zu erlauben. Kann er das nicht, dann ist ein Großteil der Frauen nicht an ihm interessiert. Es ist ein schöner Gegensatz zu der beständigen feministischen Darstellung der Frau, die keinerlei Forderungen stellen kann und nur Spielball der Männer ist, unterdrückt und benachteiligt, weil sie nicht genau so viel verdient. Hier wird es als deutliches Ausschlußkriterium dargelegt, als ein Privileg, welches er der Frau bieten muss, wenn er eine Chance haben will. Was viele Männer anscheinend sowohl nicht können als auch anscheinend nicht wollen. Aus China hört man von ähnlichen Erwartungen.

Am wenigsten Interesse an Beziehungen zeigen Frauen in ihren späten Zwanzigern. Damit verhöhnen sie die Regierung von Premier Shinzō Abe geradezu, die voriges Jahr ankündigte, sie werde die Geburtenrate der Japanerinnen bis 2025 von derzeit 1,4 auf 1,8 Kinder erhöhen, um die demografische Krise zu bewältigen. Zurzeit sind 27 Prozent der Bevölkerung über 65, ihr Anteil steigt jedes Jahr. Wie die Regierung die Geburtenrate erhöhen will, hat sie bisher nicht gesagt. Kinder außerhalb der Ehe sind in Japan noch immer selten. Die Regierung müsste also Anreize zum Heiraten schaffen.

Also ein Land mit sehr starken kulturellen Regeln, welches darauf stößt, dass viele dieser Regelungen nicht mehr attraktiv erscheinen. Ein solches System kann schwer aufzulösen sein, wenn alles in ein System von Ehre und sozialen Wert eingebunden ist. Es kann dann eher einen hohen Wert signalisieren gar keinen Partner zu haben als einen, bei dem man noch arbeiten muss als Frau. Und es kann einen niedrigen Wert bedeuten außerhalb der Ehe Kinder zu bekommen, so dass diese Option nicht attraktiv erscheint. Beides zusammen kann eine Zwickmühle sein, die dazu führt, dass recht wenig Kinder geboren werden.

Für junge Frauen, die ihr romantisches Ideal wenigstens schon einmal nachstellen möchten, bietet eine Agentur in Kyoto beispielsweise „Solo-Hochzeiten“ an. Junge Frauen können sich selber heiraten, mit Hochzeitskleid, Spitzen, Blumen, Tüll und Hochzeitskuchen: Dabei geht es eigentlich nur um die Erinnerungsfotos. Ohnehin erfüllen japanische Hochzeitsagenturen fast jeden Wunsch – Paaren ohne Verwandte oder Freunde besorgen sie Gäste oder sogar fiktive Angehörige fürs Hochzeitsfest, unter Schauspiel-Statisten ein beliebter Job. Westliche Männer in Tokio werden von Theateragenturen auch als Priesterdarsteller an Hochzeitsveranstalter vermittelt.

„Solo-Hochzeiten“ als weibliche Trieberfüllung sind interessant. Passen aber zu den gängigen Geschlechterklischees.

Die schnelle Triebbefriedigung dagegen holen sich junge Männer vom Sexgewerbe oder immer häufiger auch online. Außerdem gewinnen Softporno-Filme auch bei den jungen Japanerinnen an Beliebtheit.

Das ist eben weitaus weniger kompliziert als die Forderungen eines Partners bzw. es kann als unproblematischer angesehen werden als ein unstandesgemäßer Partner.

vgl. auch: