Verfasst von: Christian - Alles Evolution | 27. August 2016

Zur Entstehung der „Critical Whiteness“-Theorien

El Mocho schrieb einen interessanten Kommentar zu „critical whiteness“

 

Man sollte sich bei Bewertung der ganzen “Critical Whiteness“-Geschichte immer wieder vor Augen halten, dass es sich um ein spezifisch amerikanisches Konzept handelt, das von WEIßEN amerikanischen Theoretikern (die beiden Hauptvertreter, David Roediger und Noel Ignatieff sind jedenfalls weiß) entwickelt wurde, um bestimmte konkrete Fragen zu beantworten. In erster Linie ging es darum, zu erklären, warum es in der Geschichte der amerikanischen Arbeiterbewegung nie zu einer Verbrüderung oder auch nur Kooperation von weißen und schwarzen Proletariern gekommen ist, und in zweiter Linie darum, zu erklären, warum seit den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts so viele weiße Arbeiter Reagan und Bush gewählt haben.

Diesen Ansatz auf die Situation in Deutschland zu übertragen ist, denke ich, völlig verfehlt, denn:

“In moving beyond a binary treatment of race, it is important to keep in mind that African Americans‘ experience of race differed qualitatively from that of other ethnic groups because of the involuntary nature of their immigration, their enslavement, and the unparalleled virulence of the racism directed against them.”, so der Historiker Peter Kolchin.

https://pantherfile.uwm.edu/gjay/www/Whiteness/kolchinreviewessay.htm

Das ist der entscheidende Punkt. In den USA kommt niemand auf die Idee, einen Schwarzen zu fragen, wo er herkommt oder wo er sein gutes Englisch gelernt hat, weil alle wissen, dass die Schwarzen seit Jahrhunderten im Land sind und nicht freiwillig hergekommen sind. Die ach so kränkende Erfahrung, die deutsche „PoC“ mit diesen Fragen machen, bleibt ihnen also erspart. Andererseits gibt es in den USA inzwischen durchaus eine (wenn auch nicht sehr große) schwarze Mittelschicht, schwarze Unternehmer und konservative bis reaktionäre schwarze Politiker und Richter, usw., die so in Deutschland natürlich fehlen. Und letztere haben durchaus ein Interesse daran, dass die schlechte Situation der schwarzen Mehrheit nicht durch politökonomische Analysen erklärt wird, sondern durch den „Rassismus“ der Weißen
.
Entsprechend werden die „Whitenesss-Studies“ von schwarzen Linken in den USA heftig kritisiert. Zwei Beispiele: Adolph Reed, Politologe von der Universität Pensylvania:

“Insistence on the transhistorical primacy of racism as a source of inequality is a class politics. It’s the politics of a stratum of the professional-managerial class whose material location and interests, and thus whose ideological commitments, are bound up with parsing, interpreting and administering inequality defined in terms of disparities among ascriptively defined populations reified as groups or even cultures. In fact, much of the intellectual life of this stratum is devoted to shoehorning into the rubric of racism all manner of inequalities that may appear statistically as racial disparities.”

http://nonsite.org/editorial/django-unchained-or-the-help-how-cultural-politics-is-worse-than-no-politics-at-all-and-why

Oder Barbara Fields. Historikerin von der Columbia-University:

“By its insistence upon marking and naming and making visible, whiteness scholarship first strews race and races everywhere and then, mirabile dictu, discovers them everywhere. Race then becomes so ubiquitous as to lose determinate shape. …

As an organizing concept, whiteness leads to no conclusions that it does not begin with as assumptions. Whiteness is a racial identity; therefore, white people have a racial identity. Whiteness equals white supremacy; therefore, European immigrants become white by adopting white supremacy. Whiteness entails material benefits; therefore, the material benefits white people receive are a reward for whiteness.“

http://blogs.umass.edu/weinbaum/files/2008/05/barbara-fields-article.pdf

Oder besonders gut hier:

“Probably a majority of American historians think of slavery in the United States as primarily a system of race relations—as though the chief business of slavery were the production of white supremacy rather than the production of cotton, sugar, rice and tobacco.”

“Those who create and re-create race today are not just the mob that killed a young Afro-American man on a street in Brooklyn or the people who join the Klan and the White Order. They are also those academic writers whose invocation of self propelling ‘attitudes’ and tragic flaws assigns Africans and their descendants to a special category, placing them in a world exclusively theirs and outside history—a form of intellectual apartheid no less ugly or oppressive, despite its righteous (not to say self-righteous) trappings, than that practised by the bio- and theo-racists; and for which the victims, like slaves of old, are expected to be grateful. They are the academic ‘liberals’ and ‘progressives’ in whose version of race the neutral shibboleths difference and diversity replace words like slavery, injustice, oppression and exploitation, diverting attention from the anything-but-neutral history these words denote. They are also the Supreme Court and spokesmen for affirmative action, unable to promote or even define justice except by enhancing the authority and prestige of race; which they will continue to do forever so long as the most radical goal of the political opposition remains the reallocation of unemployment, poverty and injustice rather than their abolition.”

http://www.solidarity-us.org/pdfs/cadreschool/fields.pdf

es handelt sich also um ein eindeutig auf amerikanische Verhältnisse bezogenes Konzept, dass nichts mit Rassismus in Europa zu tun hat.

Ich finde Herleitungen aus der Geschichte immer interessant, aber man sollte dabei nicht vergessen, dass ein ursprüngliches Konzept seine damalige Bedeutung verlieren kann und mit einer neuen Bedeutung versehen werden kann.

Jetzt bilden die „critical Whiteness“ Theorien eben eine Untergruppe im Bereich der intersektionalen Theorien, in denen im Bezug auf den Bereich Rassismus die Gruppe der weißen privilegiert ist, die Gruppe die „PoC“ (People of Color) hingegen diskriminiert sind. Die eigentliche Erklärung ist dabei in den Hintergrund gerückt, sie ist für diese neue Theorie relativ egal. Auch der Umstand, dass etwa Asiaten als Bestandteil der PoC zumindest in Amerika im Schnitt mehr verdienen als alle andere Menschen, wenn man sie nach Hautfarbe in Gruppen einteilt, ist in dieser Theorie ganz egal. Der Einwand, dass sie nicht für die Situation in Deutschland gemacht ist, wird daher in deren Lager wenige überzeugen. Es geht heute nicht mehr um den Aspekt, warum es nicht zu einer Verbrüderung innerhalb der Klasse gekommen ist, sondern um „Machtstrukturen“. Natürlich geht es auch darum, dass man Virtue Signalling betreiben kann und gegen „die Mächtigen“ zugunsten „der Schwachen“ kämpft und das man den Vorwurf des Rassismus abfangen kann.

vgl. auch:

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Responses

  1. Ich komme bei meinen Recherchen zu etwas anderen Ergebnissen hinsichtlich der ideengeschichtlichen Ursprünge des Critical Whiteness-Konzepts, stimme El_Mocho hinsichtlich seiner Kritik an Critical Whiteness aber völlig zu.

    Ich fand in Texten zu den Ursprüngen von Critical Whiteness häufig den Hinweis auf die Essaysammlung „Playing in the Dark. Whiteness and Literary Imagination“ der afro-amerikanischen Schriftstellerin Toni Morrison als wichtige ideengeschichtliche Quelle für Critical Whiteness.
    Aus einer Einführung zu Critical Whiteness, die mir gerade vorliegt, hierzu:

    „Besonders einflussreich für die Critical Whiteness Studies ist die Essaysammlung „Playing in the Dark. Whiteness and Literary Imagination“ der Nobelpreisträgerin Toni Morrison. Darin untersucht sie, wie in Standardwerken der amerikanischen Literatur die Rassisierung von Schwarzsein zur Konstruktion eines weißen (amerikanischen) Subjekts dient.“

    (aus: Katharina Röggla – Critical Whiteness Studies, Mandelbaum, 2012, Wurzeln und Entstehung der Critical Whiteness Studies, S. 27)

    Des Weiteren wird auch oft auf innerfeministische Diskussionen zwischen weißen und schwarzen Feministinnen in den USA als eine wichtige ideengeschichtliche Quelle für Critical Whiteness hingewiesen, z.B.:

    „Eine weitere Grundlage der Critical Whiteness Studies kommt aus der Frauenbewegung. Weiße Feministinnen haben begonnen ihr Weißsein zu reflektieren und zu analysieren. „Sie taten dies zunächst nicht freiwillig, sondern sie wurden in politischen Auseinandersetzungen dazu gezwungen, weil sie sich weigerten, wahrzunehmen, dass sie aus einer Position der herrschenden Norm sprachen:“ (Dietze 2006: 222)
    (…)
    In Reaktion darauf begannen weiße Frauen über Rassismus in der Frauenbewegung nachzudenken und das eigene Weißsein zu hinterfragen, wie etwa Peggy McIntosh (1995), die eine Liste weißer Privilegien erstellt hat, von denen sie selbst profitiert, oder Marilyn Frye (1983) und Ruth Frankenberg (1993), die sich ebenfalls mit Weißsein und weißen Privilegien auseinandersetzen.“

    (aus: Katharina Röggla – Critical Whiteness Studies, Mandelbaum, 2012, Wurzeln und Entstehung der Critical Whiteness Studies, S. 29 f.)

    Darüber hinaus werden Analysen im Kontext des Postkolonialismus als weitere ideengeschichtliche Quelle von Critical Whiteness genannt:

    „Postkoloniale Diskurse haben also Sichtbarmachung von Machtverhältnissen zum Ziel sowie die Sichtbarmachung von Konstruktionsweisen und Durchsetzungsprozessen von Differenzen (…). In feministischen und postkolonialen Analysen hat sich ein Blickwechsel vollzogen, weg von der Produktion des Marginalen und hin zur Produktion der Norm, wie etwa die Produktion von Heteronormativität oder Whiteness.“

    (aus: Katharina Röggla – Critical Whiteness Studies, Mandelbaum, 2012, S. 31)

    „Die Bezeichnung „Critical Whiteness Studies“ entsteht erst in den Neunziger Jahren, ab dieser Zeit wird der Textkorpus, der sich reflektiert mit Whiteness auseinandersetzt, so bezeichnet (vgl. Dietze 2006: 223). Das Thema Whiteness wird nach Toni Morrisons „Playing in the Dark“ vermehrt von verschiedenen TheoretikerInnen in verschiedenen angloamerikanischen Disziplinen aufgegriffen, so etwa in Geschichtswissenschaft, den Erziehungswissenschaften, der Literaturwissenschaft, der Soziologie, den Gender Studies und den Kulturwissenschaften (vgl. Wollrad 2005:34)“

    (aus: Katharina Röggla – Critical Whiteness Studies, Mandelbaum, 2012, Wurzeln und Entstehung der Critical Whiteness Studies, S. 29 f.)

    In diesem Zusammenhang ist des Weiteren die Postmodernisierung der (Anti-)Diskriminierungs-Theorien in den USA im Zuge einer einseitigen, selektiven und dogmatischen US-amerikanischen Rezeption des französischen Strukturalismus und Poststrukturalismus als weitere zentrale ideengeschichtliche Quelle von Critical Whiteness zu nennen. Was der Politikwissenschaftler Mathias Hildebrandt in seinem ausgezeichneten Buch „Multikulturalismus und Political Correctness in den USA“ im Folgenden ausführt, gilt auch für die Critical Whiteness Studies:

    „Der transformative Multikulturalismus hat seine Wurzeln in den politischen Erfahrungen der 60er und 70er Jahre, und seine philosophischen Grundlagen speisen sich aus Theorien, die in dieser Zeit entwickelt wurden. Von grundlegender Bedeutung sind dabei das „Black Power Movement“ und das „Ethnic Revitalization Movement“. In beiden Bewegungen wurde zum einen eine grundsätzliche Kritik der europäischen, insbesondere aber der amerikanischen Zivilisation entwickelt. Der Hauptgegner war die Kultur der White-Anglo-Saxon-Protestants (WASPs). Durch die Rezeption euro-afrikanischer Kolonialismustheorien und deren Übertragung auf die US-amerikanische Gesellschaft entstanden die Theorien des „Institutional Racism“ oder der „Structural Oppression“: Sie behaupteten die Unterdrückung all jener Minoritätenkulturen, die nicht zur WASP-Kultur gehören. Diese beiden Formen der Unterdrückungstheorie wurden im Rahmen des sich entwickelnden Multikulturalismus immer stärker mit dem Kulturbegriff der amerikanischen „Cultural Anthropology“ synthetisiert, der gewissermaßen die theoretische Grundlage des multikulturellen Kulturverständnisses lieferte. Ein weiteres wesentliches Ergebnis des „Black Power Movements“ und des „Ethnic Revitalization Movements“ war die Betonung der partikularen Identitäten der Minoritäten und der damit verbundene Aufstieg der „Identity Politics“. Der Multikulturalismus „drew from American identity politics. Its fundamental unit was the identity politics idea that in cultural affairs, the single most important way to classify people is by race, ethnicity, and gender – the kind of thinking that leads us to define one person as white male, someone else as an Asian female, a third person as a Latina lesbian, and so forth“ (Berman 1992b: 13). Unter dem Blickwinkel dieser „Identity Politics“ rezipierten amerikanische Intellektuelle im Laufe der 70erund 80er Jahre im Wesentlichen zwei europäische philosophische Quellen. Zu diesen gehören zum ersten die deutschen Philosophen Friedrich Nietzsche, Martin Heidegger und Ludwig Wittgensein; zum zweiten der französische Strukturalismus von Ferdinand de Saussure, Claude Levis-Strauss und Roland Barthes und dem französischen Post- oder Ultrastrukturalismus von Michel Foucault, der Friedrich Nietzsche weiterführte, Jacques Lacan und Jacqes Derrida, deren Denken stark durch Martin Heidegger geprägt waren und der postmodernen Theorie Jean-Francois Lyotards, der stark auf die späte Sprachphilosophie Ludwig Wittgensteins zurückgriff. (…) Diese, in erster Linie europäischen Quellen postmodernen Denkens erhielten bei ihrer Rezeption eine eigentümliche amerikanische Wendung durch die Verbindung mit der „Identity Politics“ und führten zu einer typisch US-amerikanischen Ausbildung des postmodernen Diskurses in Form der „Politics of Difference“ (…). Diese Mischung aus (…) psychologischen und insbesondere postmodernen Theorien ist derart grundlegend für den amerikanischen „Multiculturalism“, das ohne diesen philosophischen Hintergrund die viel gescholtenen Phänomene der „Political Correctness“ gar nicht existieren würden (…).“

    (aus: Mathias Hildebrandt – Multikulturalismus und Political Correctness in den USA, VS Verlag, 2005, S. 93 f.)

    Diese Postmodernisierung findet sich auch in den Critical Whiteness Studies, weshalb diese auch als Unterströmung der US-amerikanischen Variante des Poststrukturalismus/Postmodernismus gesehen werden können.

  2. Da Critical Whiteness heute Thema auf diesem Blog ist, erlaube ich mir an dieser Stelle auch noch mal einen Hinweis auf den lesenswerten Artikel zur Kritik an Critical Whiteness, eine Kritik aus linker Perspektive, den ich schon zweimal an anderer Stelle auf diesem Blog verlinkt hatte:

    Philippe Witzmann / Thomas Maul – Plebejische Globalperspektive. Critical Whiteness als postmoderner Nazi-Zombie

    http://www.redaktion-bahamas.org/auswahl/web67-1.html

    Der Artikel ist zwar von zwei Autoren aus dem Spektrum der antideutschen Linken und Antideutsche reden ja z.T. auch einigen Blödsinn, aber die Kritik der Antideutschen an der postmodernen Political Correctness ist z.T. lesenswert.

    Das einzige, was ich bezüglich des Artikels kurz vorher anmerken möchte, ist, dass es zu manchen der am Anfang des Artikels genannten Zahlen in der Geschichtswissenschaft auch andere Meinungen gibt, dass der Begriff „Antirassismus“ in dem Artikel zu eng ausschließlich mit den politisch korrekten Critical Whiteness-Spinnern identifiziert wird (zum Glück gibt es im antirassistischen Spektrum auch andere Ansätze) und dass ich die Antisemitismusvorwürfe am Ende des Artikels nicht überprüft habe. Da die Antideutschen dazu neigen mit Antisemitismusvorwürfen zu inflationär umzugehen, sollte man diesbezüglich bei ihnen stets etwas vorsichtig sein.

    Als Kritik an Critical Whiteness ist der Artikel aber wirklich richtig gut, eine ausgezeichnete, präzise, scharfe und fundierte kritische Analyse des postmodernen Critical Whiteness-Schwachsinns.

  3. „Critical Whiteness“ ist im Wesentlichen eine Ausprägung linken antiwestlichen Denkens.

    Von Weißen und von „weißen Kulturen“ dominierten Ländern schneiden in allen Kategorien was Wohlstand und bürgerliche Freiheiten und Lebensqualität angeht am Besten ab. Dank Liberalismus und Marktwirtschaft. Daran ist nichts subjektives, das sind objektive Fakten.

    Beides ist der Linken verhasst , denn ihre Ideologie – der Sozialismus/Kommunismus – ist das Gegenteil von Liberalismus und Marktwirtschaft, und hat sich als Rohrkrepierer mit Unterdrückung, Regression udn 100 Millionen Toten erwiesen

    Da aber nicht sein kann, was nicht sein darf, muss alles westlich-weiße in irgendeiner Form dekonstruiert und niedergemacht werden. Um sich ihr Scheitern nicht einzugestehen, muss die Linke den Westen hassen.

    Alles andere folgt daraus.

    • Genau so ist es, der „Intersektionalismus“ wurde als kommunistisches Kampfmittel Ende der 60er geboren und im Wesentlichen hat sich seitdem nichts mehr wesentlich verändert. Ist nur alles ausgefeilt und austheoretisiert worden.

      Mit Blick auf heute besonders „progressiv“ muss da die ultrareligiöse extremistische „Nation of Islam“, eine Produkts der Schwarzen Rassisten gelten, die neben den kommunistischen „black power“-Kräften (wie Black Panthers, heute nennt sich das „black lives matter“) enstanden und, wenn auch nicht religiös begründet wie die „Nation of Islam“ so doch als „Solidarität“ mit denen vom „Zionismus“ unterdrückten Arabern.

      Im „Antizionismus“ liegt der Ursprung des ganzen „Intersektionalismus“: Israel war das erste Land, welches als „koloniales Projekt des weissen Mannes“ zur Unterjochung der „Ureinwohner“ interpretiert wurde, auf die gesamte USA und den Westen wurde das dann kurze Zeit später auch übertragen.

      Nach wie vor liegt der Fokus allen links-progressiven Intersektionalismus auf Israel gebündelt und nennt sich selbst „Antizionismus“ etc. Das Vorbild aller „progressiven“ rassistischen Bewegungen, wie BLM oder „La Raza“ (das sind die „Mexikaner“) heute sind von Anfang an die „Palästinenser“ gewesen.

      Das zu sehen, muss man wirklich kein „Antideutscher“ sein, die eigenlich nur marxistische Renegaten sind. Daneben gab es auch andere Dissidenten, die vollkommen zu recht kritisierten, dass Marxismus mit dem rassitischen Agitprop des mainstreams unvereinbar ist. Aber die Sowjetunion hatte diese Richtung vorgegeben, also folgte man ihr.

      • Folgen heute: In USA und GB ist das schon linker mainstream, was in Deutschland bislang vor allem in der Links-Partei (klar, hier ist die kommunistische connection besonders stark) grassiert. Es beginnt sich aber auszubreiten, insbesondere im Zuge des „tiefen Verständnisses“ für den Islam und durch sachte Einführung des ganzen „Whiteness“-Rassismus, seit ca einem Jahr zu beobachten. Deutschlandfunk, die „Zeit“ und die üblichen Verdächtigen natürlich. Eine Avantgarde lieferte vorher für die Publikationen des Bundesamts für politische Aufklärung (wie passend!) sporadisch Artikel, wie toll und emanzipatorisch gewisse erfundene Rituale des Schwarzen Rassismus wie speziell „Kwansa“ sind.

        Es ist wichtig zu verstehen, dass mit dieser so genannten „Islamisierung“ auch nichts anders als dieser kommunistisch geprägte „Intersektionalismus“ ist.

        Und vorallem, dass das alles nichts anderes ist, als eine hetzerische Mobilmachung von verschiedenen Gruppen zum Bürgerkrieg.

    • Zitat: „Von Weißen und von „weißen Kulturen“ dominierten Ländern schneiden in allen Kategorien was Wohlstand und bürgerliche Freiheiten und Lebensqualität angeht am Besten ab. Dank Liberalismus und Marktwirtschaft. Daran ist nichts subjektives, das sind objektive Fakten.“

      Nur Messungen sind objektiv, Interpretationen der Messung sind immer subjektiv. Anstatt „Liberalismus und Marktwirtschaft“ könnte ein anderer „Aufklärung und Wissenschaft“ interpretieren. Auch die Wertung von Lebensqualität ist subjektiv. Für den einen sind das billige Flachbildschirme, für den anderen Glücklich sein.

      • „Liberalismus und Marktwirtschaft“ könnte ein anderer „Aufklärung und Wissenschaft“ interpretieren“

        Liberalismus und Aufklärung sind zwei Seiten derselben Medaille.

        „Auch die Wertung von Lebensqualität ist subjektiv.“

        https://en.wikipedia.org/wiki/World_Happiness_Report#2016_ranking_.5B4.5D

        https://en.wikipedia.org/wiki/Human_Development_Index

      • „könnte ein anderer „Aufklärung und Wissenschaft“ interpretieren“

        Das ist natürlich die Grundlage für das Materielle, die Wirtschaft, Industrie und Technik. Damit das funktioniert muss das grösste Mass an Gerechtigkeit, Rationalität und positivem Miteinander in einer Gesellschaft vorhanden sein, aber das nur nebenbei.

        „Auch die Wertung von Lebensqualität ist subjektiv. Für den einen sind das billige Flachbildschirme, für den anderen Glücklich sein.“

        Das ist aber das platte, spirituell-antimaterialistische Weltbild, welche uns dann solche Länder wie Bhutan als überglücklich präsentieren will, in denen extrem repressive Bedingungen herrschen.

        Die ganze Idee vom Glück ist ja von den esoterisch-spirituellen Obskurantisten überreichlich behandelt ausgedeutet, sicherlich um das „pursuit of happiness“ mit einer neuen Bedeutung zu füllen. Kommt in unendlich vielen Verpackungen und hat zu einem unübersehbaren Angebot seitens der „Psychoindustrie“ geführt. Kleines Beispiel:
        http://www.pursuit-of-happiness.org/history-of-happiness/martin-seligman-positive-psychology/

    • @Adrian @Alex

      Adrian zuerst:

      „Von Weißen und von „weißen Kulturen“ dominierten Ländern schneiden in allen Kategorien was Wohlstand und bürgerliche Freiheiten und Lebensqualität angeht am Besten ab. Dank Liberalismus und Marktwirtschaft. Daran ist nichts subjektives, das sind objektive Fakten.“

      Das könnte natürlich auch damit zu tun haben, dass die Ausplünderung ganzer Kontinente im Laufe mehrerer hundert Jahre – unter den Stichworten Kolonialismus, Imperialismus und aktuell den vom IMF diktierten „Strukturreformen“ – einen erheblichen Anteil am Wohlstand und bürgerlichen Freiheiten in „weißen Kulturen“ hat.

      Wie dir Wikipedia unter dem Stichwort „Kolonialismus“ erklären kann:

      „So blieben die Kolonien und Halbkolonien der europäischen Mächte in Asien und Afrika während der Jahrzehnte intensiver Wirtschaftsbeziehungen zu ihren Mutterländern ebenso wie die Halbkolonien der USA in Lateinamerika arm und rückständig, während die Entwicklung in Europa und Nordamerika eine rasche Zunahme des gesellschaftlichen Wohlstands aufwies.“

      Man könnte tatsächlich berechtigt sagen, „eine rasche Zunahme des gesellschaftlichen Wohlstands“ in Europa und den USA hätte zur Voraussetzung, dass Kolonien und Halbkolonien „arm und rückständig“ sind und bleiben.

      Dass Kolonialherren mit dem EXPORT von „Wohlstand und bürgerliche Freiheiten und Lebensqualität“ so ihre liebe Mühe hatten, zeigt das Beispiel der belgischen Kolonialherrschaft im Kongo, die ungefähr 10.000.000 Menschen das Leben kostete und allseits unter „Kongogräuel“ bekannt ist.

      Eine weitere Voraussetzung des Wachsens und Gedeihens der USA war z.B. nicht nur die Vertreibung und Eliminierung der indigenen Bevölkerung, sondern auch die Sklaverei.

      Wie die „Welt“ als eher nicht linke Quelle dir verraten kann: „Mindestens 12 Millionen wurden von europäischen Kolonialmächten (England, Spanien, Portugal, Niederlande, Frankreich) über den Atlantik deportiert, um auf Baumwoll- und Tabakplantagen oder im Bergbau als Sklaven zu arbeiten. Die Sterblichkeitsrate während der Überfahrt lag bei 10-20 Prozent. (Anm: Geschätzt 1,5 Millionen fanden den Tod auf der Überfahrt)“

      http://www.welt.de/wams_print/article883552/16-19-Jahrhundert-Millionen-Schwarzafrikaner-wurden-als-Sklaven-nach-Amerika-und-Arabien-verschleppt.html

      Hier findet sich auch der empirische Grund, warum „critical whiteness“ NICHT ausreicht, um moralisch über die Sklaverei empört zu sein:

      „Etwa 17 Millionen Schwarze wurden von muslimischen Sklavenhändlern nach Nordafrika und in den Nahen Osten verschleppt. Dort hielt sich die Sklaverei bis ins 20. Jahrhundert, in Saudi-Arabien bis 1963.“

      D.h. man sollte wenigstens die „critical brownness“-Studien ergänzen und weil wir beim Thema Angebot und Nachfrage sind (Herv. von mir):

      „Zuweilen gingen die Europäer selbst auf Sklavenjagd; die meisten Sklaven wurden aber von lokalen Herrschern (!!!) und Händlern an der afrikanischen Küste verkauft. Da Krieg die wichtigste Quelle für Gefangene war, die sich als Sklaven an die Europäer verkaufen ließen, führte der Sklavenhandel auch zu mehr Konflikten in Afrika. Teilweise wurden Kriege gezielt geschürt, um mehr Sklaven zu bekommen.“

      https://de.wikipedia.org/wiki/Sklavenhandel

      könnten „critical african-blackness“ auch hilfreich sein.

      Damit möchte ich behaupten, dass in der critical whiteness Ideologie haargenau das gleiche Gefühl einer moralischen Überlegenheit steckt, welches auch die Kolonialherren aufwiesen.
      Wonach man in der radikalen Selbstbezichtigung, mit seiner Hautfarbe Quell allen Übels zu sein den Barbaren großzügig die moralische Verantwortung für die Unterstützung und den Profit aus der Sklaverei „erspart“.
      Mein „mea culpa“ hat den Längsten, nicht-weißer!

      An Alex:

      1. In deinem Beitrag hast du dich auf dein Lieblingsthema eingeschossen, wonach Israel und „der“ Zionismus (den es nie gegeben hat) Richtschnur der gesamten Weltgeschichte wenigstens ab der Gründung des Staates Israel zu sein hat.
      Und dabei den Einfluss Israels maßlos überschätzt.

      Fakt ist, in den USA hat das Schicksal des Staates Israel vor 1968 keine Sau interessiert, ohne Stalin und die SU hätte es nie einen Staat Israel gegeben und die (europäische) Schutzmacht Israels war bis 1968 Frankreich.

      Ich möchte übrigens behaupten stringent herleiten zu können, warum Anti-Stalinismus antisemitisch ist.

      2. Der Intersektionalismus basiert m.E. auf der Theorie der „Triple Oppression“ (race, class, gender) und stammt aus den USA:

      „Ein wichtiger Schritt zur Entwicklung der Mehrfachunterdrückungshypothese war ein Zusammenschluss in den USA von lesbischen schwarzen radikalen Feministinnen zum Combahee River Collective. In ihrem 1977 erschienen Manifest wurde sowohl der Androzentrismus der schwarzen Bürgerrechtsbewegung kritisiert, als auch die Beschränkung des Feminismus auf die Bedürfnisse der weißen Mittelschichtsfrauen. Ihnen ging es darum, die spezifischen Unterdrückungserfahrungen schwarzer Frauen in den Mittelpunkt zu rücken.“

      https://de.wikipedia.org/wiki/Triple_Oppression

      Wir halten fest: „Mehrfachunterdrückung“ auf der Basis von Hautfarbe, Geschlecht und Klasse.

      Wie man leicht sieht, hat sich dieser Ansatz in der „Identitätspolitik“ wie folgt weiter“entwickelt“: „the single most important way to classify people is by race, ethnicity, and gender.“

      Das „kommunistische Kampfmittel“ von dem du behauptest, es habe „im Wesentlichen hat sich seitdem nichts mehr wesentlich verändert“
      hat seitdem etwas nicht völlig unwesentliches verloren.
      Nämlich den Begriff der „Klasse“.

      D.h. deine Unterstellung kommt nicht hin; einen Kommunismus, einen Marxismus, der ohne Klassenbegriff auskommst, existiert nicht.
      Zwangsläufig hat die „Identitätspolitik“ mit marxistischer Theorie nichts zu tun.

      Gruß crumar

      • „Das könnte natürlich auch damit zu tun haben, dass die Ausplünderung ganzer Kontinente im Laufe mehrerer hundert Jahre – unter den Stichworten Kolonialismus, Imperialismus und aktuell den vom IMF diktierten „Strukturreformen“ – einen erheblichen Anteil am Wohlstand und bürgerlichen Freiheiten in „weißen Kulturen“ hat.“

        Selbst wenn, würde das nur die Überlegenheit „weißer Kulturen“ über andere Kulturen belegen.

        Aber so einfach ist es natürlich nicht. Denn es gibt ja durchaus Ländern, die schneller vorankommen als andere, auch nach Kolonalismus. Indien zum Beispiel steht besser da, als ganz Afrika. Und in Afrika ist das wesentlich durch Weiße geprägte Südafrika in höheres Wohlstandsniveau auf als andere afrikanische Länder.

        Im Übrigen sind Rohstoffe keine Bedingung für Wohlstand, wie man an Deutschland sehr schön sieht.

        Deutschland dürfe im ÜBrigen nach dem 2. WK zerstörter gewesen sein, als alle Kolonien.

        Kultur, Werte und Normen sind halt entscheidende Voraussetzungen für die Richtung, die eine Gesellschaft einschlägt. Wer zum Beispiel eine tribalistische Kultur pflegt, wie etwa Indianer und Aborigines, muss sich nicht wundern, wenn er im Tipi oder im australischen Busch sitzen bleibt.

        • @Adrian

          Ich schrieb: „Das könnte natürlich auch damit zu tun haben, dass die Ausplünderung ganzer Kontinente im Laufe mehrerer hundert Jahre – unter den Stichworten Kolonialismus, Imperialismus und aktuell den vom IMF diktierten „Strukturreformen“ – einen erheblichen Anteil am Wohlstand und bürgerlichen Freiheiten in „weißen Kulturen“ hat.“

          Du antwortetest: „Selbst wenn, würde das nur die Überlegenheit „weißer Kulturen“ über andere Kulturen belegen.“

          In diesem Fall hätte wenigstens ein nicht-Weißer aus deinem Liberalismus die richtigen Schlussfolgerungen gezogen:

          „Die politische Macht kommt aus den Gewehrläufen.“
          Mao Zedong

          Er war übrigens sehr erfolgreich mit dieser Philosophie und m.E. zählt China durchaus zu den „Ländern, die schneller vorankommen als andere, auch nach Kolonalismus“.

          Natürlich hast du recht mit deiner Meinung, es gäbe ein komplexes Bündel an Erklärungen, warum ein bestimmtes Land sich nach der Geschichte des Kolonialismus besser entwickeln konnte als andere.
          Aber deine Meinung, das „durch Weiße geprägte Südafrika“ habe wg. whiteness ein „höheres Wohlstandsniveau auf als andere afrikanische Länder“ unterschlägt:

          „Das Land ist sehr reich an Bodenschätzen, deren Förderung für 40 bis 50 Prozent der Exporterlöse Südafrikas verantwortlich sind. Das Land besitzt die weltweit größten Fördermengen an Chrom (44 % der Weltförderung), Platin (47 %), Mangan und Vanadium (57 %). Daneben besitzt es große Vorkommen an Gold (21 %), Diamanten (9 %), Kohle (6 %), Eisenerz, Nickel, Titan, Antimon und Palladium.“
          Wikipedia

          Mit solchen Bodenschätzen in der Hinterhand und der arbeitenden blackness macht whiteness einfach wesentlich mehr Spaß.

          „Im Übrigen sind Rohstoffe keine Bedingung für Wohlstand, wie man an Deutschland sehr schön sieht.
          Deutschland dürfe im ÜBrigen nach dem 2. WK zerstörter gewesen sein, als alle Kolonien.“

          Sagen wir mal so, (West-) Deutschland war auf industriell hohem Niveau zerstört, das eben *wieder aufgebaut* werden konnte, für Kolonien gab es keinen Marshall-Plan und auch nicht die Funktion eines Schaufensters zum Osten.

          „Kultur, Werte und Normen sind halt entscheidende Voraussetzungen für die Richtung, die eine Gesellschaft einschlägt. Wer zum Beispiel eine tribalistische Kultur pflegt, wie etwa Indianer und Aborigines, muss sich nicht wundern, wenn er im Tipi oder im australischen Busch sitzen bleibt.“

          So weit ich mich erinnern kann, kamen Indianer und Aborigines zunächst mit der europäischen Kultur, Werten und Normen von Diebstahl, Raub, Mord und Vertreibung in Kontakt.
          Es war insgesamt keine gelungene Werbeveranstaltung für „westliche Werte“.

          Der nächste Vorteil der „critical whiteness“ besteht übrigens darin, dass Moral nichts kostet.

          Würden alle Australier und alle US-Einwohner den Aborigines und Indianern z.B. einen lausigen Dollar pro Monat und km2 bezahlen – in Anerkennung der Tatsache, dass sie den Grund und Boden gestohlen haben – dann würde ihnen ihr Tribalismus mindestens so viel Spaß machen, wie z.B. der Tribalismus in Saudi-Arabien.

          Gruß crumar

        • Gut, dann nehmen wir als Beispiel die weißen nordischen Länder Island, Norwegen, Schweden und Dänemark: Keine Kolonien, dennoch wohlhabend.

          Island ist besonders beeindruckend. Auf dieser Insel gibt es buchstäblich nichts an Rohstoffen. Die Insel hatte niemals Kolonien. Dennoch wohlhabend.

        • „So weit ich mich erinnern kann, kamen Indianer und Aborigines zunächst mit der europäischen Kultur, Werten und Normen von Diebstahl, Raub, Mord und Vertreibung in Kontakt.“

          Das ist korrekt und auch nicht zu beschönigen. Dennoch bleibt die Tatsache bestehen, dass sowohl Indianer als auch Aborigines auch über Jahrtausende vor dem Kontakt mit dem „weißen Mann“ keine Hochkultur entwickelt haben und keinen Fortschritt gezeigt haben. Es waren und sind statische Gesellschaften.

        • „sagen wir mal so, (West-) Deutschland war auf industriell hohem Niveau zerstört, das eben *wieder aufgebaut* werden konnte, für Kolonien gab es keinen Marshall-Plan und auch nicht die Funktion eines Schaufensters zum Osten.2

          Eine Industrieanlage kann jeder hinstellen. Aber das Wirtschaftssystem, das Bildungssystem und das geistig-kulturelle Umfeld müssen stimmen, damit diese Anlage Wohlstand produziert.

          Ein Beispiel: Indien. Dieses Land hat unübersehbar enorme Fortschritte bei der Bekämpfung der Armut und der Entwicklung seiner Wirschaft gemacht. Ich würde hier die britishe Kolonialzeit sogar als positiven Impuls sehen, da diese Zeit westliceh Ideen ins Land gebracht hat.
          Das größte Hindernis für die weitere indische Entwicklung sind nicht-westliche Traditionen, insbesondere das Kastensystem, welches die volle Entfaltung menschlichen Potentials verhindert. Leider haben die Briten versäumt, das Kastensystem nachhaltig zu zerstören, wie sie es bspw. mit der Tradition der Witwenverbrennung getan haben.

        • „“..Selbst wenn, würde das nur die Überlegenheit „weißer Kulturen“ über andere Kulturen belegen..““

          Militärisch, technologisch und wissenschaftlich waren sie ohne jeden Zweifel überlegen. Es gäbe da aber noch andere Aspekte, die zur Beurteilung einer Kultur herangezogen werden könnten. Wenn die militärische Überlegenheit dazu dient, Menschen zu versklaven oder dem Versuch dient, ganze Völker auszulöschen, dann ist es einigermassen zweifelhaft, eine derartige Kultur Hochkultur zu nennen, trotz ihrer wissenschaftlich-technologischen und militärischen Fähigkeiten.

        • @ Pjotr
          Natürlich. Nur ist Sklaverei und Eroberung kein Alleinstellngsmerkmal „weißer Kulturen“.

          Der Unterschied ist allerdings, dass nur die weiße Kultur in der Lage gewesen ist, Technologie bereitzustellen, die es ermöglichte, selbst fremde Kontinente zu unterwerfen.

      • @crumar, natürlich immer Schönheit vor Alter, so ist´s korrekt 😉

        Natürlich hast du vollkommen recht, dass es nach wie vor sowas wie „Kolonialismus“ gibt und dieser wirklich ein Problem ist. Nur wird das in keiner Weise breit vernünftig diskutiert, sondern geradezu wegdiskutiert, übertüncht und zugekleistert, mit diesem „Postkolonialismus“. Wie du an Adrian adressiert hast:

        „Damit möchte ich behaupten, dass in der critical whiteness Ideologie haargenau das gleiche Gefühl einer moralischen Überlegenheit steckt, welches auch die Kolonialherren aufwiesen.“

        Die kann man mit Recht tatsächlich als Art „kulturellen Kolonialismus“ von heute auffassen, auch der Feminismus ist dafür hervorragend geeignet, um alles mögliche an repressiven Strukturen zu legitimieren, wie insbesondere den Islam.

        „Israel und „der“ Zionismus (den es nie gegeben hat)“

        *Den* gibt es natürlich nur für diese „Antizionisten“, die das masslos aufgebauscht haben und alles damit in Verbindung bringen wollen „und dabei den Einfluss Israels maßlos überschätzt“. Eben weil dies lediglich die zeitgemässe Form eines Antisemitimus ist, oder wie man das auch immer nennen will.

        „Ein wichtiger Schritt zur Entwicklung der Mehrfachunterdrückungshypothese“

        Ja, es gibt viele „Entwicklungsschritte“, die eigentlich aber keine sind und nur in immer neuen Varianten eine ideologische Vorgabe auszubauen versuchen, die sich viel eher an der Praxis orientiert und nur sekundär oder gar nicht an Manifesten oder theoretischen Gebilden. Die ja deswegen auch ausgetauscht werden, wie Unterhosen. Sie werden immer als „neu“ präsentiert und mit anderen Begrifflichkeiten versehen, damit man unablässig neue Anhänger finden kann. Ist genauso wie bei der Waschmittelwerbung.

        „Wir halten fest: „Mehrfachunterdrückung“ auf der Basis von Hautfarbe, Geschlecht und Klasse.“

        Wobei das mit der Klasse doch arg ins Hintertreffen geraten ist, heutzutage. Spielt praktisch keine Rolle, vielleicht weil man nicht so gerne mit Steinen schmeisst, wenn man allzu offensichtlich im Glashaus sitzt?
        Das sehe ich genauso wie du.

        „Zwangsläufig hat die „Identitätspolitik“ mit marxistischer Theorie nichts zu tun.“

        Die Identitätspolitik läuft Marx selbst völlig zuwider, aber nutzt eine marxistische Form der Herleitung. Dabei muss man „marxistisch“ natürlich im Sinne von „pseudomarxistisch“ sehen, das wäre gleichbedeutend!

        Was das mit der Klasse betrifft, so könnte man sagen, dass dieser (pseudo)-Marxismus dazu dient, Klasse wieder zur *Realität* zu machen. Es entsteht ja derzeit eine herrschend sein wollende Elite, mit diesem Marxismus als Herrschaftsinstrument, der sich anschickt die öffentliche Meinung und die Politik zu beherrschen.

        In analoger Weise und damit untrennbar verbunden gebiert der „Antirassismus“ jetzt einen neuen Rassismus und der Feminismus einen neuen patriarchalen Sexismus.

        Das ist eine sehr merkwürdige Dialektik, die klar darauf aus ist, genau das Gegenteil vom dem zu erreichen, was sie vorgibt.

        Es gibt übrigens eine merkwürdige amerik. Verschwörungstheorie dazu, die hierzulande nicht bekannt zu sein scheint, aber irgendwo im Sumpf des rechten Spektrums eine Rolle spielt: „die hegelianische Dialektik“. Kanntest du die schon?

        „Ich möchte übrigens behaupten stringent herleiten zu können, warum Anti-Stalinismus antisemitisch ist.“

        Da habe ich keine Idee, was du meinst. Sehr gerne aber eine Erläuterung, muss gar nicht sringent sein, eine Skizze reicht schon.

        • @Alex

          Letzter Punkt zuerst:

          Ohne Stalin kein Staat Israel.

          1. Der Großteil der Waffen und die Munition für den Unabhängigkeitskrieg kam aus der Tschechoslowakei – mit expliziter Billigung und Unterstützung Stalins. Die USA betrieben einen Lieferboykott für beide Seiten. Da England aber die Araber unterstützte, wäre ohne diese Waffen nichts gegangen.

          2. Stalin verfügte, dass 200.000 (kampferprobte) Juden aus der SU ausreisen konnten – die kamen gerade rechtzeitig für diesen Krieg und sorgten für die zahlenmäßige Überlegenheit (auch so ein Kapitel, in dem gelogen wird, was das Zeug hält) der israelischen Armee gegenüber den arabischen Armeen.

          3. Die SU anerkannte Israel kurz nach Ausrufung des Staates bereits DE JURE – die USA nur DE FACTO. Wer den Unterschied nicht versteht, sollte nachlesen.

          Die Punkte 1-3 nach Erkenntnissen der allerneuesten Antisemitismusforschung können so interpretiert werden:

          Wer Stalin kritisiert, der kritisiert ergo das Existenzrecht
          Israels, das im Unabhängigkeitskrieg mit Hilfe Stalins (siehe Punkt 1-2) erkämpft worden ist.
          Demzufolge ist Kritik an Stalin Kritik an der Staatsgründung (siehe Punkt 3) und dem Existenzrecht Israels.

          Es ist demnach weiter logisch zu folgern:
          Anti-Stalinismus ist Antisemitismus.

          Gruß crumar

          PS: Putin-Kritik ist selbstverständlich sekundärer Anti-Stalinismus.
          PPS: Natürlich kann man meine These auch kritisieren, man sollte es mit dem Antisemitismus und anderer hat speech aber nicht übertreiben.

        • @crumar

          „Anti-Stalinismus ist Antisemitismus“

          So würde wohl ein „stalinistischer Zionismus“ argumentieren.

          „Natürlich kann man meine These auch kritisieren“

          😀

          Interessant bleibt der Fakt, dass die Udssr erst absolut pro und dann plötzlich absolut contra war. Diese schroffen Wechsel sind aber eigentlich typisch für intransparente diktatorische Systeme.

          Noch zu 2.: hatte ich noch nie was von gelesen.

        • @Alex

          „Noch zu 2.: hatte ich noch nie was von gelesen.“

          Warum erstaunt mich das nicht?! 😉

          „Interessant bleibt der Fakt, dass die Udssr erst absolut pro und dann plötzlich absolut contra war.“

          Weil der machtpolitische Opportunismus oder die opportunistische Machtpolitik Stalins so etwas wie „Prinzipien“ oder „Loyalität“ oder „internationale Solidarität“ nicht kannte.
          Auch wenn die Juden plötzlich unnütz geworden waren.
          Die neue Schacher-Masse sind gerade die Kurden; anderes Volk, andere Zeit, gleiches Spiel.

          Das ist aber kein isoliertes Problem des Stalinismus, sondern jeder Machtpolitik, die *gestern* noch verkündete, es handle sich um Freiheitskämpfer, die sich *morgen* in Terroristen verwandeln.
          Die jederzeit eingesteht, Herrscher X sei ein „Bastard“, aber tröstlich, es sei „our bastard“.
          Für die gilt, dass der „Feind unseres Feindes ein Freund ist“.
          Egal, welche politischen Sauereien dieser neue Freund am Stecken hat – Zynismus rules.

          D.h. der *politische Relativismus* war m.E. sehr viel länger am Werk, als dieser sich mit dem Postmodernismus eine adäquate Form gegeben hat.

          Gruß crumar

        • knüpfe an:

          Dafür gibt es noch den Begriff der „Realpolitik“, die auch relativistisch ist und modern. Postmoderne Realpolitik wäre es zB die eigenen Feinde zu stärken, indem man seine Freunde entfremdet. Der Feind meines Freundes sei mein Freund.

        • @Alex Nachtrag

          „So würde wohl ein „stalinistischer Zionismus“ argumentieren.“

          Der Witz ist, genau so argumentiert der rechte Zionismus auch.
          Der argumentiert kein Jota anders.

          „Wer nicht FÜR den …ismus ist, ist GEGEN den …ismus!“

          Die zugrunde liegende Logik ist haargenau die Selbe.

          Gruß crumar

        • @Crumar:

          Äh – du meinst das aber nicht Ernst, dieses
          >Es ist demnach weiter logisch zu folgern:
          >Anti-Stalinismus ist Antisemitismus.
          ??
          Sondern karrikierst hier bzw. beziehst dich auf manipulative Diskursformen?

          Dass das kein gültiger logischer Schluss, ist ja klar.

          Für einen gültigen logischen Schluss müsste man klären, was Anti-Stalinismus genauer ist. Der kann sich bsw. auf seine Herrschaftsform beziehen. Die paar einzelnen Handlungen, die sich positiv auf die Existenz Israels ausgewirkt haben, könnten von einer Stalin-Kritik unberührt bleiben.

          Und
          >Ohne Stalin kein Staat Israel.
          ist insofern spekulativ, weil man nicht weiß: wenn Stalin nicht gewesen wäre, wer hätte dann die Machtposition eingenommen? Der hätte vielleicht in diesem speziellen Fall genau so gehandelt. Wobei dann völlig unterschiedliche Motive denkbar sind: Vielleicht, um 200000 kampferprobte Juden nicht mehr im eigenen Gebiet zu haben.

        • @crumar

          „Der Witz ist, genau so argumentiert der rechte Zionismus auch.“

          Ist mir noch nie über den Weg gelaufen. Fände ich eine überaus schräge Apologetik von SU und Stalin, die ich eher im stalinistischen Umfeld vermuten würde, aber vielleicht haben sie die ja unter die „Rechten“ gemischt, eigentlich gehören sie ja auch zur Rechten. Hättest du ein Beispiel? Ich hoffe auf Training für meine Lachmuskulatur 😉

          Das würde an die Argumentation des ehemaligen Labour-Bürgermeisters von London erinnern, dass Hitler ein Zionist gewesen sei, was er ja irgendwo aus einem obskuren trotzkistischen Schrift (Brenner hiess der, mein ich) aufgeschnappt hat und unbeirrt daran festfällt.

        • @Seitenblick

          Natürlich karikiere ich – mit einer Art „agree and amplify“.

          Mit der Karikatur möchte ich a. Geschichtsrevisionisten aus dem Hause Pro-Israel ärgern, die heute so tun, als hätte das Bündnis USA-Israel schon immer existiert.
          Rundweg gelogen – die oben genannten Fakten sind solche und ich kann sie belegen.

          Dann nutze ich b. das von ihnen genutzte „guilt-by-associaton“ in Kombination mit einer windschiefen Ableitung, inklusive personalisierter Zuspitzung, die normalerweise so funktioniert:

          „Wer die Palästinenser unterstützt, unterstützt auch die Hamas, wer die Hamas unterstützt, unterstützt eine terroristische Organisation, wer also die Palästinenser unterstützt, unterstützt den Terrorismus. Bist du für oder gegen Terrorismus?“ (Statt Terrorismus kann man natürlich auch Antisemitismus einsetzen)

          Was eine politische Diskreditierung des politischen Anliegens der Unterstützer der Palästinenser ist, indem sie in die Nähe des Terrorismus und des Antisemitismus gerückt werden.

          Hier den Stalinismus ins Spiel zu bringen, der ein (berechtigt) mörderisches Image hat, soll a. das absurde und manipulative Sprachmuster aufzeigen und b. die noch viel absurderen (politischen) Konsequenzen.

          Faktisch hätte ich damit *jede* Kritik am Stalinismus diskreditiert, unterstelle ich den Kritisierenden Antisemitismus als Motiv der Kritik.

          Gruß crumar

    • Adrian verschiebt wieder mal Leichenberge nach links … so eine Art intellektueller Frühlingsputz.

      • Ich kann doch nichts dafür, dass der Sozialismus/Kommunismus 100 Millionen Todesopfer geforderten hat.

        • @ Adrian

          Da du dich mit grossen Zahlen auskennst: Wie hoch schätzt du die Zahl der Opfer des Kapitalismus? Und fang jetzt bloss nicht an zu differenzieren!

        • Auf Null.

        • „“..Auf Null..““

          Hmmm … diese Antwort. Das ist ja die unbefleckte Empfängnis des Materiellen!

        • Mir scheint das unbestreitbar: Sozialismus / Kommunismus haben eine unvorstellbar hohe Zahl an Opfern gefordert. Ob das nun 100 Mio waren – oder aber 120 Mio, wer mag das schon sagen …

          Allein Mao hat 70 bis 75 Mio Menschen zu Tode gebraucht, Stalin etwa 35 Mio …

          Piotr fragt nach der „Zahl der Opfer des Kapitalismus“. Dies Zahl ist sicher enorm (soweit ich mich erinnere, gibt es eine Hochrechnung im „Schwarzbuch Kapitalismus“). Diese hohe Zahl kann aber die Opfer von Sozialismus / Kommunismus nicht legitimieren und nicht marginalisieren.

          Beide Zahlen sind fürchterlich. Und auch dies wollen wir nicht vergessen: In China sind zwischen ca. 1855 und ca. 1875 etwa 100 Mio Menschen gestorben.

          Ja, was soll man dazu sagen?

        • Das Wie und Warum ist entscheidend. Nicht die Zahl.

          Und: Was heisst es schon Kategorien wie „Kommunismus“ mit „Kapitalismus“ hier überhaupt vergleichen zu wollen? Mit Kommunismus ist eine ganz besondere Art der Politik gemeint, unter Kapitalismus fallen die unterschiedlichsten Gesellschaftsformen. Viel zu unspezifisch also gegenüber Kommunismus.

      • „“..Mit Kommunismus ist eine ganz besondere Art der Politik gemeint, unter Kapitalismus fallen die unterschiedlichsten Gesellschaftsformen…““

        Gilt natürlich ebenso für all das, was so salopp unter Sozialismus und/oder Kommunismus subsummiert wird. Deshalb habe ich ja angemahnt, jetzt nicht plötzlich zu differenzieren.

      • „Auf Null.“

        Adrian möchte sich also mit der Verbrechensgeschichte von Liberalismus und Kapitalismus beschäftigen, die an Opfern dem sogenannten real existierenden Sozialismus – ich halte die Bezeichnung Staatskapitalismus für treffender – sicherlich in nichts nachsteht.
        Da bin ich Adrian mal mit Buchtipps behilflich und nenne mal drei, die m.E. jeder politisch Interessierte gelesen haben sollte (die Reihenfolge gibt keine Wertung an):

        1. Domenico Losurdo – Freiheit als Privileg. Eine Gegengeschichte des Liberalismus

        http://www.bol.de/shop/home/suchartikel/freiheit_als_privileg/domenico_losurdo/EAN9783894384319/ID18884669.html?jumpId=9175341&suchId=e28017af-d674-40d5-a9f4-c78e8f3f02ca

        2. Robert Kurz – Schwarzbuch Kapitalismus. Ein Abgesang auf die Marktwirtschaft

        Glücklicherweise kann dieses gute und wichtige Buch vollständig im Netz gelesen werden:

        http://www.exit-online.org/pdf/schwarzbuch.pdf

        3. Noam Chomsky – Wirtschaft und Gewalt. Vom Kolonialismus zur neuen Weltordnung

        http://www.bol.de/shop/home/suche/?sq=noam+chomsky+wirtschaft+&sswg=ANY&timestamp=1472407304704

      • Hier noch eine kurze Rezension zu dem erstgenannten Buch beim Humanistischen Pressedienst:

        http://hpd.de/node/13383

        (Das Lesen der Rezension ersetzt das Lesen des Buches aber selbstverständlich nicht.)

  4. Wenn man diese margianlisierten Gruppe so anhört muss es ja die regelrechte Zumutung sein, in einem Land mit hohen weißen Bevölkerungsanteil zu leben. Und wie es für die Geschichte typisch ist, schreiben diese marginalisierten Gruppen der großen Mehrheit vor was sie zu tun und lassen haben oder zuminestens sehen sie sich im Recht das zu tun.

    • „the only system you could name which is better than ours is a system with more whites“

      Feministische Theorie at its best!

    • Das längere Video ist noch besser. Passt auch zu Critical Whiteness. Gleich am Anfang:

      Feministin: Wir sollten uns als Weiße nicht schämen, aber Verantwortung für das System übernehmen, das wir erschaffen haben!

      Gavin McInnes: Das beste System auf der Welt?

      Feministin: Wir haben nicht das beste System der Welt.

      Gavin McInnes: Wer hat ein besseres System?

      Feministin: Es gibt mehrere europäische Länder, die weitaus besser sind.

      Gavin McInnes: Du meinst also Länder, in denen es mehr Weiße gibt [als in den USA], wie etwa Nordeuropa (Skandinavien].

      Bäääm!

      • Ich bin gerade einmal eine halbe Minute im Video und die Alte wurde argumentativ schon so dermaßen vergewaltigt…

        Krank.

    • Hier noch mal komplett:

      • Man sieht ja gleich am Anfang sehr schön, dass es der Erfolg des Westens ist (in ganz materieller Hinsicht), der hier als letztendlicher Beweis für die „White Supremacy“ bzw den „strukturellen Rassismus“ (dieses sind alles nur Begriffe, die das gleiche bedeuten) hingestellt werden *muss*. Zu diesem Urteil kommt man, wenn die Denkmethode der „dialektische Materialismus“ ist und so Fakt (Wohlstand) mit der Ideologie (Kapitalismus ist Unterdrückung) „objektiv“ zu einem Dogma miteinander verknüpfen kann.

        Dass diese Ideologin schwerreiche Erbin von Johnson & Johnson (einer der grössten Lebensmittelkonzerne) ist, ist auch allzu typisch. Genau die Zielgruppe der Marie-Antoinette-Torten …

        • @Alex

          Wenn die „Denkmethode der „dialektische Materialismus“ ist kommt man eher zu der Idee, dass es für die Erbin eines Vermögens – welches auf kapitalistischer Ausbeutung beruht -wesentlich netter ist zu glauben, Ausbeutung hätte mit der Hautfarbe zu tun und nicht mit dem Besitz an Produktionsmitteln.

          Somit verteilt sich ihr individuell schlechtes Gewissen auf die gleich pigmentierten – ob Bergarbeiter oder obdachlos, spielt keine Rolle, alle gleichermaßen überlegen weiß geboren.

          Addierst du zu den weißen Privilegien eines Obdachlosen noch die feministische Ideologie, dann ist dieser als 1. weißer, 2. Mann natürlich doppelt privilegiert.

          Segen des Intersektionalismus!
          So kann man nämlich *gleichzeitig* Millionärin/Milliardärin sein und *Unterdrückte* an vorderster Front.
          Sie sucht sich eine Ideologie, die für ihre soziale Lage passt und die ist so gestrichen blöd, dass selbst ein Konservativer ihr die Widersprüche um die Ohren hauen kann.

          Das ist also „objektiv“ einfach eine Quatsch-Ideologie und hat mit „dialektischem Materialismus“ nichts zu tun.
          Deine Vergleiche sind wirklich an den Haaren herbei gezogen.

          Gruß crumar

        • @crumar

          „Wenn die „Denkmethode der „dialektische Materialismus“ ist kommt man eher zu der Idee“

          Tja, kommt halt ganz darauf an, *wer* diese Methode anwendet, der da oben oder der da unten.

          Neutral gesehen könnte es ja auch einfach sein, dass diese Frau einfach nur zufällig so wohlhabend ist und ihre Ansichten ihrem Stand völlig zuwiderlaufen. Genau diese Grundannahme muss man doch wohl haben, wenn man ihr glaubt.

          „So kann man nämlich *gleichzeitig* Millionärin/Milliardärin sein und *Unterdrückte* an vorderster Front.“

          Ist das nicht eine geschichtlich wirklich einmalige Begründung für das Ausüben von Macht? Man ist der Unterdrückte und muss daher herrschen! Das ist geradezu das Spiegelbild der uralten Herrschaftsbegründung, man würde Gott selbst sein und darum herrschen müssen. Die Qualität des Absolutheitsanspruchs jedenfalls scheint mir vergleichbar.

          „Das ist also „objektiv“ einfach eine Quatsch-Ideologie und hat mit „dialektischem Materialismus“ nichts zu tun.“

          Doch, merkwürdigerweise kann man das so einsortieren. Man kann es auch eine Karrikatur nennen.

          Der fixe Punkt beim Diamat (Abbk.) ist ja, dass die Proletarierklasse zum historischen Sieg kommt und damit die Klassen überwunden werden.
          Dieser intersektionale Diamat hier geht von dem kommenden Sieg über die allgegenwärtige Unterdrückung aus.

          Der entscheidene Unterschied ist, dass der marx. Diamat sonst keine weitere Grundsetzung macht, während der inters. Diamat annimmt, dass die Unterdrückung von vorne herein und immer existiert hat und alles geformt hat.

          Im marx Diamat sehe ich keinen inneren Widerspruch, der inters. Diamat beruht auf einem! Denn wie sollte es überhaupt möglich sein, dass eine allmächtige Unterdrückung, die alles bestimmt hat, überhaupt überwunden werden kann?!

          Daher sieht es so aus, als sei der neue Diamat ein (missglücktes) Plagiat des marxistischen. Ein Plagiat, welches an den Marxismus zum Schein angeknüpft hat.

          Müsste ja auch einem Marxisten notgedrungen schon mal aufgefallen sein…., weiss ich aber nicht.

        • „Denn wie sollte es überhaupt möglich sein, dass eine allmächtige Unterdrückung, die alles bestimmt hat, überhaupt überwunden werden kann?!“

          Noch eine nachträgliche Bemerkung dazu. Natürlich wurde im Marxismus (also dem echten) die Weltgeschichte als reine Unterdrückung angesehen, aber nie wurde behauptet, dass dies unbedingt und notgedrungen so sein musste.

          Die Pseudo-Diamaten von heute haben also den Bogen überspannt. Sie brauchen ja die Idee von der allumfassenden Unterdrückung, der „Konstruiertheit“ derselben, um ein ideologisches wirksames Gegengewicht gegen die Offensichtlichkeit des fehlenden Realitätsbezugs zu haben.

        • @Alex

          Ein Punkt, der wirklich zu diskutieren wäre, der ich aber hier nicht umfänglich behandeln kann:

          „Der fixe Punkt beim Diamat (Abbk.) ist ja, dass die Proletarierklasse zum historischen Sieg kommt und damit die Klassen überwunden werden.“

          Der fixe Punkt beim „Diamat“ ist, dass Stalin ihn erst zu diesem gemacht hat; eine Verkürzung, Verflachung, Vulgarisierung und Dogmatisierung dialektischen Denkens, das sich erschöpft in das auswendig lernen von „Gesetzen“ (hier hätte sich Marx scheckig gelacht).

          Nachdem die Klasse des Proletariats verengt wurde auf diejenigen, die mechanische Arbeit verrichten (womit Intellektuelle nicht umsonst herausfielen, denen man je nach Gusto bürgerliches Denken unterstellen konnte) und natürlich das Proletariat der führenden Rolle der Partei bedurfte, erbte letztere die umfassende Defma, was unter Marxismus zu verstehen sei.

          Eben diese Defma führte u.a. zum „Diamat“ und feministische Theorie hat sich aus dem reichen Fundus des (Post-) Stalinismus bedient.
          Was ist die „Standpunkttheorie“ anderes, als der legendäre „Klassenstandpunkt“ (nur ohne Klasse)?
          Grundvoraussetzung der feministischen Wissenschaft ist ihre „Parteilichkeit“, Frauen sind eine „soziale Klasse“ etc. etc.

          Außer diesen falschen Worthülsen und den plagiierten Konzepten im *radikalen Feminismus* ist spätestens nach Butler der Marxismus im Feminismus in den USA tot und erledigt gewesen.

          Man würde gerne selber glauben, an der konservativen Propaganda über den „cultural marxism“ sei irgendetwas dran. 😉
          Die vollständige Marginalisierung marxistischer Theorie kannst du gerade daran ersehen, dass „class“ im Intersektionalismus unter „ferner liefen“ gehandhabt wird.

          „Dieser intersektionale Diamat hier geht von dem kommenden Sieg über die allgegenwärtige Unterdrückung aus.“

          Sicher.
          Nachdem man ideell alle Männer, Weißen, die heteronormativen, die transphoben und homophoben Rassisten, den ganzen ekligen CIS-Kram, die islamophoben und alle genderqueer aversen usw. usf. herausgeworfen hat, kommt bestimmt eine beeindruckende elitäre Avantgarde zustande.
          1% der Gesellschaft dürfte fast zu hoch gegriffen sein.

          Wenn ich eine Garantie dafür haben wollte, dass sich gesellschaftlich nichts ändert, ich würde genau so eine „radikal kritische Kritik“ fördern.

  5. Auch der Umstand, dass etwa Asiaten als Bestandteil der PoC zumindest in Amerika im Schnitt mehr verdienen als alle andere Menschen, wenn man sie nach Hautfarbe in Gruppen einteilt, ist in dieser Theorie ganz egal.

    Selbstverständlich gibt es Diskriminierung und die hat oft nichts mit Rassismus zu tun, wie z.B. die Juden die weltweit verfolgt wurden oder heute die Moslems.

    Ich sehe das analog zum „schwarzen Schaf“ oder dem „Taxi-effekt“: Taxifahrer sind rücksichtslose Rüpel. Das weiß jeder, oder?

    Beispiel Yougos, weil einige aus Kriegsgebieten kamen und extrem aggressiv waren, und heute Moslems …. schwarze Schafe. Wahrscheinlich ist das derselbe Effekt in den USA, Drogendealer und Vergewaltiger sind schwarz, weil jeder das weiß, = Taxiffekt. Jeder hat schon einen erlebt der für die ganze Gruppe steht. Und wenn man sie zu schwarzen Schafen macht, hat man die Ursache allen Übels (z.B. auch Juden).

    Intersektionale Privilegien bei Frauen gibt es wohl nicht? Gerade im TV, TITANIC, 12jährige (Männer) galten 1912 als erwachsen. Die Crew hatte ihm befohlen an Bord zu bleiben. Ein Mann verkleidet den Jungen mit Hut und Decke und schickt ihn auf ein Rettungsboot mit den Worten „geh schon kleines Mädchen“ …..

    checkcheck-checkcheck your privilege

  6. Der Rassismus um die „Critical Whiteness“ etc kann auch sehr passend als „humanitärer Rassismus“ bezeichnet werden:

    „… This is classic humanitarian racism. On the one hand, HRs hold whites to high standards, and loudly denounce them for failing to reach the bar they impose. On the other, they treat people of color as having no responsibility for their acts, as if they were forces of nature to be placated, rather than moral agents capable of reasoning.

    Humanitarian racists uphold these attitudes not in principle – heaven forbid they condescend to the natives! – but in their behavior. As Charles Jacobs discovered in the 1990s, what moves the “human rights community” to outrage is not the suffering of the victim, not even the victim at all, but the perp: White? Outrage! POC? Embarrassed Silence.

    In principle, HRs are anti-racists. And yet, for reasons they need to examine, they are extremely reluctant to ask even a fraction of those anti-racist principles from their colored friends. Intersectional theory makes it easy to insist that blacks cannot be racists or semites (Arabs) be anti-semitic.“ ….“

    Das mit der SJW-Methode, dass das vorgegebliche Ziel sich unfehlbar ins Gegenteil verkehrt (hatte ich oben erwähnt) wird im Stück auch wunderschön ausgedrückt, als Prozession nach a la „Des Kaisers Neue Kleider“:

    „…. imperial procession of hatred that promotes the very poison its dupes believe they denounce.“

    Stark auch das hier:

    „… Because HR’s have no idea what goes on inside Hamas’ world of discourse, having been radically uninformed by the sources they trust, they cannot understand that ISIS and Hamas are part of the same global Jihad, and that their collective targets are unsubjected infidels everywhere. Hence Europe’s confusion when it became the object of that suicidal hatred that, till then, they assumed targeted – deservedly – the Jews.

    If the 20th century joke about anti-Semitism being “hating Jews more than absolutely necessary,” then the 21st century version is “Anti-semitism indulging in Jew-hatred even when it’s killing you.”“

    Ja, es werden ja nur irgendwelche Leute gekillt, man selbst ja nicht. Und solange das noch nicht das Ausmass der Toten im Strassenverkehr erreicht hat, müssen wichtigere Ziele verfolgt werden, etwa wie akut die Wiederherstellung der verlorenen Ehre der Gina Lisa Lohfink.

    http://www.theaugeanstables.com/2016/08/26/pessin-ironic-prophet-the-liberal-emperors-new-clothes-of-humanitarian-racism/


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