Rentenlücke zwischen Männern und Frauen

Immer wieder wird warnend auf die Rentenlücke der Frauen, der etwas andere „Gender Pay Gap“ hingewiesen, nach dem Frauen geringere Rentenanwartschaften erhalten haben:

Beispielsweise hier:

Frauen beziehen durchschnittlich niedrigere Renten als Männer. Wen wundert das, wo doch inzwischen hinlänglich bekannt ist, dass die Erwerbseinkommen der Frauen immer noch 21 Prozent unter denen der Männer liegen? Erstaunt ist man aber, wenn Fachleute die Rentenlücke berechnen und sich dabei ein Wert von 57 Prozent ergibt. Dies bedeutet: Frauen erhalten im Durchschnitt nur 43 Prozent der Alterssicherungseinkommen der Männer! Wie kann das sein?

Die Antwort ist einfach: In der Rente widerspiegelt sich der gesamte Erwerbsverlauf. Neben den Entgelten werden auch die Zeiten der Erwerbstätigkeit berücksichtigt. Deshalb ist es nicht nur der geringere Verdienst, der sich in den niedrigeren Renten der Frauen zeigt. Es sind die vielen verschiedenen Formen der Erwerbsbeteiligung, bei denen es erhebliche Geschlechterunterschiede gibt: Frauen sind seltener als Männer erwerbstätig, arbeiten häufiger als Männer in Teilzeit und sind meist diejenigen, die eine Auszeit nehmen, wenn in der Familie Kinder zu betreuen oder Angehörige zu pflegen sind. Frauen haben deshalb – über ihr gesamtes Leben betrachtet – im Vergleich zu den Männern weniger Erwerbsjahre mit durchschnittlich weniger Arbeitsstunden pro Woche und einem geringeren Entgelt für die geleistete Arbeit. Hinzu kommt, dass die Mehrheit der Frauen mit Minijobs gar nicht rentenversichert ist.

Hinter diesen geschlechtsbezogenen Ungleichheiten mögen im Einzelfall unterschiedliche Lebensentwürfe und dazu gehörige Vorstellungen von der Arbeitsteilung zwischen Frauen und Männern stehen. Für die politische Debatte ist jedoch entscheidend, dass ein großer Teil der niedrigeren Frauenerwerbsbeteiligung unfreiwillig erfolgt, wie sich in der Diskrepanz zwischen gewünschten und realisierten Arbeitszeiten zeigt. Frauen benennen das unbefriedigende Angebot an öffentlicher Kinderbetreuung und an Vollzeitstellen mit flexiblen Arbeitszeiten als wesentliche Gründe für ihre oft reduzierte Erwerbstätigkeit. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist häufig immer noch ein schwieriger Balanceakt. In dieser Situation wählen Paare oft das sogenannte „modernisierte Ernährermodell“, bei dem eine Person – häufig die mit dem niedrigeren Erwerbseinkommen und den geringeren Karrierechancen – die Arbeitszeit reduziert und den Großteil der Familienarbeit übernimmt.

Es ist kein Zufall, dass die Rentenlücke in Ostdeutschland mit 35 Prozent deutlich niedriger ist als in Westdeutschland, wo sie bei 61 Prozent liegt. Neben unterschiedlichen Geschlechterrollenbildern unterstützt auch die deutlich bessere Infrastruktur für die Kinderbetreuung hier die stärker egalitäre Erwerbsbeteiligung. In Westdeutschland nehmen Frauen im Zeitverlauf deutlich häufiger am Arbeitsmarktgeschehen teil. Der Trend steigender Frauenerwerbstätigkeit zeigt sich in einer Reduzierung der Rentenlücke von ca. 70 Prozent Anfang der 1990er Jahre auf die oben genannten 57 Prozent in 2011.

Dazu muss man sich zunächst erst einmal bewusst machen, dass vieles davon anderweitig abgefangen wird:

Nehmen wir mal als Beispiel die verheiratet „Luxushausfrau“ eines leitenden Angestellten mit einem Einkommen von 200.000 €. Nehmen wir an, dass sie keiner Erwerbstätigkeit nachgegangen ist und auch keine Kinder hatte, also keine Rentenanwartschaften aufgebaut hat. Würde sie sich nun von ihm scheiden lassen, dann würde sie neben dem Zugwinnausgleich und Unterhalt auch noch die Hälfte seiner Rentenanwartschaften bekommen, sie hätte also einen durchaus erheblichen Rentenanspruch. Stirbt er, so bekommt sie eine Witwenrente, wenn sie das dafür notwenige Alter erreicht hat. Leben sie beide glücklich, dann lebt sie mit ihm zusammen von seiner Rente.

Hier wird also ein Armutsrisiko aufgemacht, welches die theoretischen Übertragungsmöglichkeiten vollkommen ausblendet. Und das Risiko ist damit auch keineswegs einseitig: Wenn sich eine Ehefrau zur Rente scheiden lässt, dann bekommt sie direkt die Hälfte seiner Anwartschaften und beide können (bei ungünstigeren Lebensverhältnissen als den oben geschilderten) eine sehr geringe Rente beziehen.

Die Hausfrauenehe ist insofern für viele Ehemänner eine theoretische Zeitbombe, bei der sie einen Großteil ihrer Rente abgeben müssen, weil die Ehefrau keine eigenen erworben hat.

Durch den Versorgungsausgleich wird die Lücke theoretisch gleich „doppelt“ geschlossen: Die Frauen gewinnen dazu, die Männer geben ab.

Was sich hier auch auswirkt sind neben der Arbeitsteilung, dass genug Frauen auch wenn die Kinder alt genug sind nicht auf eine Vollzeitstelle ausweiten. Das ist auch eine Erfahrung aus dem Unterhaltsrecht, in dem einige Frauen sich lieber nicht mehr auf Stellen bewerben und sich ein fiktives Einkommen anrechnen lassen, weil der Halbtagsjob und der dann verminderte Unterhalt immer noch gut ausreichen.

Ebenso tragen die „mein Mann verdient genug, da lohnt es sich gar nicht, wenn ich wieder anfange“-Ehen dazu bei.

Für ältere Zeiten dürften auch die damals noch eher bestehenden lebenslangen Unterhaltspflichten die Lage „verschlechtert“ haben. Und die höhere Erwerbstätigkeit im Osten ist insoweit nicht lediglich einer besseren Kinderversorgungslage geschuldet, sondern eben auch einer anderen Einstellung. Lange auszusetzen ist eben auch ein Privileg.

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31 Gedanken zu “Rentenlücke zwischen Männern und Frauen

  1. „Für die politische Debatte ist jedoch entscheidend, dass ein großer Teil der niedrigeren Frauenerwerbsbeteiligung unfreiwillig erfolgt, wie sich in der Diskrepanz zwischen gewünschten und realisierten Arbeitszeiten zeigt. Frauen benennen das unbefriedigende Angebot an öffentlicher Kinderbetreuung und an Vollzeitstellen mit flexiblen Arbeitszeiten als wesentliche Gründe für ihre oft reduzierte Erwerbstätigkeit.“

    Okay, was ist daran unfreiwillig?

    • So erschleicht man sich die Argumentation, die man gerade haben will, indem man das Fehlen eines roten Teppichs als aufgedrückte „Unfreiwilligkeit“ erlebt, weil man auf dem Boden laufen müsste.

      Ein Satz vorher, zum Einstieg, wird mit „im Einzelfall“ die Realität abgetan, die überhaupt zur „Lohnlücke“ führt:

      „Hinter diesen geschlechtsbezogenen Ungleichheiten mögen im Einzelfall unterschiedliche Lebensentwürfe ….“

      Und dann einfach mal frech behauptet, dass es nicht auf die Wirklichkeit ankommt, sondern ganz allgemein die „politische Debatte“ „entscheidend“ sei. In der angeblich gelte, dahinter stecke irgendwie Zwang („unfreiwillig erfolgt“). Die beste Sache, die der feministischen Argumentation jetzt einfällt, ist es, diese „Unfreiwilligkeit“ mit angeblich „unbefriedigenden Angeboten“ zu verknüpfen und nach dem roten Teppich zu rufen.
      Na, so eine bullshit-Akrobatik.

      • Es ist für nicht wenige Frauen vmtl. durchaus „unfreiwillig“. Immerhin, was ist das für ein patriarchales Schweinesystem in dem Frau nicht alles bekommt, was sie gerade möchte?

        • „Es ist für nicht wenige Frauen vmtl. durchaus „unfreiwillig“

          Nur für die, die „Freiwilligkeit“ nicht von „Begünstigung“ trennen können.

          Resultat: Was? Das patriarchale Schweinesystem will Frauen nicht noch mehr fördern? Unterdrückung!

          Ist die diese völlige Haltlosigkeit, die so widerwärtig ist.

  2. Nur als kleiner Hinweis:
    Das Beispiel mit den 200000 Euro Jahreseinkommen ist ziemlich daneben, weil es sich weit oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze befindet.
    D.h. der Angestellte ist nicht verpflichtet, in die gesetzliche Rentenversicherung einzuzahlen, und wird dies auch vermutlich bleiben lassen, und lieber privat vorsorgen.

    Die höhere durchschnittliche Lebenserwartung von Frauen führt dazu, dass ihnen länger Rente ausbezahlt werden muss, wodurch sie stärker profitieren.

    • Die private Altersvorsorge wird auch geteilt. Aber der Einfachheit halber wollte ich einfach nur hohe zahlen nehmen. Nehmen wir sonst einen Chefarzt, der in deren Versorgungswerk einzahlt oder einen hohen Beamten

      Aber natürlich vielen dann für den Hinweis, in der Sache hast du recht, hätte man günstiger wählen können

  3. wat für ein Schmarn, der sich auch noch vorwärts nennt.
    1. Geringverdienste führen Beiträge zur Rentenversicherung ab. Punkt.
    2. Damals (TM) haben Frauen nicht/wenig gearbeitet. Das bedeutet für heute weniger Rentenansprüche. Vergleiche von der heutigen Kinderbetreuung mit damals (TM) sind Unsinn.
    3. Was ist nochmal Prozentrechnung? Basiswert?
    4. Im Jahr 2016 den Rentenunterscheid von 2011 zu nehmen und die „Mütterrente“ zu verschweigen ist bewusste Irreführung.
    5. Zum Abschluss: Der Mittelwert ist wesentlich aussagekräftiger.

  4. ‚Die Hausfrauenehe ist insofern für viele Ehemänner eine theoretische Zeitbombe, bei der sie einen Großteil ihrer Rente abgeben müssen, weil die Ehefrau keine eigenen erworben hat.‘

    Diesen Satz kann man getrost durch folgenden ersetzen:

    ‚Die Ehe ist für alle Ehemänner eine Zeitbombe, weil sie jederzeit geschieden werden kann, und er unterhaltsrechtlich auch nach der Scheidung seine Ex-Ehefrau materiell versorgen muss, sofern er Kinder mit ihr gezeugt hat.‘

    Das Rentenproblem ist da nur einer von mehreren drohenden Fallstricken für Männer.

    Deswegen gibt es aus pragmatisch-rationaler Sicht folgende Handlungsempfehlungen für Männer (mit abnehmender Priorität), um wesentliche Risiken zu minimieren:

    1. Keine Kinder zeugen
    2. Nicht heiraten
    3. Nicht mit einer Frau zusammenziehen

    Wer zumindest den 1. Punkt beachtet, hat allerdings schon deutlich mehr als die halbe Miete.

    Das Rentenproblem wird dadurch gewissermassen nebenbei ebenfalls gelöst – jedenfalls in der heutigen Realität für die weitaus meisten Männer.

    • „1. Keine Kinder zeugen“

      Ja, tolle Idee. Es könnte so schön sein. Kein nerviges Kindergeschrei keine Platzverschwendung für Spielplätze und Schulen, herrlich, zukünftige Geerationen würden uns dankbar sein oh wait.

      • *Lach* Ja, es ist eine tolle Idee im Wortsinne – also im Sinne von verrückt.

        Nichtsdestotrotz reduziert die Umsetzung dieser Idee den Mann tatsächlich erheblich das Risiko ausgebeutet und fremdbestimmt zu werden. Meine Empfehlung hat somit den Vorteil, dass sie in der Praxis funktioniert.

        Dein sarkastisches Gerede von ’nervigem Kindergeschrei‘ oder ‚Platzverschwendung für Spielplätze und Schulen‘ widerlegt meine Empfehlung nicht; und das weisst Du auch ganz genau, werte Atacama. Es trägt somit gar nichts zur Sache bei. Aber vielleicht fühlst Du Dich jetzt wenigstens etwas besser…

        • Das Rentenproblem lässt sich in der Tat recht einfach lösen. Man braucht nur die Gelder, die man ansonsten für Frau und Kinder zum Fenster rausschmeißt, ansparen bzw. solide anlegen und ist dann im Alter nicht einmal mehr von der Rentenversicherung abhängig. Die Rentenversicherung ist doch ohnehin nur ein Instrument, Frauen quer finanzieren zu können.

          Bei der vorhandenen und immer weiter steigenden Überbevölkerung und die daraus folgenden Probleme für den Planeten (z.B. Umwelt) sind weitere Kinder ohnehin nicht die Lösung und kaum zu verantworten. Und einen Grund, aus irgendwelchen patriotischen bzw. pathetischen Aspekten handeln zu wollen, ist auch immer schwerer zu erkennen und wäre zudem auch furchtbar evil.

          Es ist daher richtig: 1. Keine Kinder, 2. keine Ehe und 3. kein Zusammenzug und man erspart sich sehr viel Drama und Aufwand und die dadurch entgangenen angeblichen Vorteile sind meist ohnehin nur von theoretischer Natur bzw. nach Abzug der Nachteile nicht der Rede wert. Aber, das kann gerne jeder für sich selber anders bewerten, ob ihm die Risiken die Vorteile wert sind. Wer solche Risikogeschäfte sonst in der Wirtschaft oder beim Glückspiel vornehmen würde bzw. dort bei ähnlich hohen Wahrscheinlichkeiten des Schadeneintritts ähnlich viel riskieren würde, würde man vermutlich für ziemlich dumm und unverantwortlich halten. In der Wirtschaft würden die Wenigsten nur aufgrund des bloßen Geschwätzes seines Vertragspartners und ohne angemessene Sicherheiten derartige Risiken eingehen.

        • >>> Hilft einem nur nichts, wenn
          >>> man gerne Kinder möchte.

          Der muss entscheiden, ob ihm der Wunsch die Risiken wert sind und ggfls. die Risiken auf sich nehmen.

          Das ist wie beim Lotto. Wer den Jackpot knacken möchte, muss halt etwas einsetzen und den nicht unwahrscheinlichen Totalverlust einkalkulieren.

          Oder nehmen wir Roulette und ein etwaiges Setzen auf Schwarz/Rot mit einer Gewinnwahrscheinlichkeit von 18/37 (= ca. 48,6%), die ungefähr der Scheidungswahrscheinlich entsprechen sollte. Ist es einem das Wert, sein Geld (nur) verdoppeln zu können bzw. zu ungefähr 50% auch den ganzen Einsatz verlieren zu können?

          Oder nehmen wir den Kauf eines Ferraris. Auch hier muss man sich fragen, ob einem die Vorteile (= Fahrspaß, Attraktivität bei anderen, Prestige, …) der Aufwand (= Kosten) wert sind oder ob einem die Vorteile dafür zu marginal, zu unwichtig bzw. nicht ausreichend genug erscheinen.

          Und so muss halt jeder für sich selber entscheiden, ob einem ein Kind die Risiken wert sind oder ob man die Rahmenbedingungen nicht mehr für ausreichend genug hält. Und je höher die Verlustwahrscheinlichkeit ist, desto geringer wird auch die Einsatzbereitschaft sein.

        • @Christian

          @xyz hat ja schon eine angemessene Antwort gegeben. Wer Kinder haben will, der muss halt überlegen, ob er die damit verbundenen Risiken eingehen will. Das ist eine individuelle Angelegenheit. Man sollte sich aber der Risiken schon bewusst sein, um wirklich selbstbestimmt eine Entscheidung zu treffen.

          Angesichts der einschneidenden Konsequenzen im Falle einer Scheidung und der vergleichsweise hohen Eintretenswahrscheinlichkeit des Scheidungsrisikos muss man wohl schon einen emotional sehr starken Kinderwunsch haben, um die dagegen sprechende Ratio zu überwinden.

        • @Maesi

          Ich denke auch genug geschiedene werden nicht bereut haben, Vater geworden zu sein. Nicht alle Scheidungen führen auch zu einem blutigen Krieg um die Kinder oder das Vermögen. Und ein Teil der Ehen scheitert auch vor Kindern oder nach relativ kurzer Ehezeit.

          Zudem sind auch nicht alle Ehen gleich gefährdet:

          http://www.wiwo.de/erfolg/studie-welche-ehen-die-stabilsten-sind-/9080944.html

          Das Ergebnis: Die Ehen, in denen beide Partner Akademiker sind und den selben Bildungsstand haben, halten am längsten. Wenn beide Partner einen ähnlichen Wissensstand haben, fällt es ihnen leicht zu kommunizieren. Sie haben ähnliche Gesprächsthemen und ein besseres Verständnis füreinander. Oft teilen sie kulturelle Interessen und haben gemeinsame Freundeskreise.

          Platz zwei geht an die „traditionelle Ehen“. Hier hat der Mann eine niedriger gebildete Frau geheiratet. Oft verdient der Mann das Einkommen und bestimmt damit den Status der Familie. Frauen kümmern sich in diesem Konzept der Ehe um die Kindererziehung und den Haushalt. Das traditionelle Familienmodell zwingt Frauen in eine wirtschaftliche Abhängigkeit von ihren Ehemännern und ist deshalb oft der Grund, weshalb diese Ehen lange halten

          Die drittstabilsten Ehen gehen an Nicht-Akademiker mit dem selben Bildungslevel. Das Scheidungsrisiko ist am höchsten, wenn Frauen einen weniger gebildeten Partner heiraten. Unter Akademikerinnen trifft das am ehesten zu. Wenn Frauen höher gebildet sind, entsteht häufig ein Konkurrenzkampf zwischen den Ehepartner. Der führt zu erhöhten Spannungen und einem Minderwertigkeitsgefühl des Mannes. Das Scheidungsrisiko ist allerdings wesentlich niedriger als das von Nicht-Akademikerinnen, die einen niedriger gebildeten Mann geheiratet haben.

        • @Adrian

          Das sowieso; stabile Akademikerehen als Ausweg gegen Kinderlosigkeit zu sehen ist gleich sinnvoll wie ein Feuer mit Öl zu löschen.

          Zudem ist oberstes Kriterium ja nicht, ob eine Akadmikerehe hält; sondern wieviele Akadmikerinnen in Zukunft ihren Wunschpartner überhaupt noch finden. Ehen, die aufgrund von Hypergamie gar nicht erst geschlossen werden, kann man sehr schwer scheiden ;).

        • @Christian
          ‚Ich denke auch genug geschiedene werden nicht bereut haben, Vater geworden zu sein.‘

          Naja, was heisst bereuen? Wenn jemand eine gescheiterte Ehe und eine damit einhergehende Familienzerrüttung hinter sich hat, dann lässt sich das nicht mehr ungeschehen machen. Wahrscheinlich sind da die meisten geschiedenen Männer pragmatisch und haken das irgendwann einfach ab. Es bringt nichts, etwas zu bereuen, was man ohnehin nicht mehr ändern kann; wer solche Reuegefühle hegt, macht sich auf lange Sicht bloss selbst verrückt.

          Die wirklich spannende Frage wäre, ob die geschiedenen Väter mit dem heutigen Wissen nochmals dieselbe Frau heiraten und mit ihr Kinder zeugen würden. Wahrscheinlich eher nicht, was dann implizit bedeutet, dass auch die Kinder, die sie heute haben, in einer solchen alternativen Realität nicht mehr geboren würden. Vielleicht würden sie jedoch ihr Glück mit einer anderen Frau versuchen und mit ihr andere Kinder zeugen.

          Letztendlich ist jeder für seine Entscheidungen selbst verantwortlich und muss die Folgen daraus tragen. Das ist Teil der individuellen Selbstbestimmung und Emanzipation. Wer die Verantwortung für sein eigenes Leben nicht übernehmen will und die Folgen der eigenen Entscheidungen auf andere abwälzen will, ist nicht emanzipiert.

  5. solche themen mag ich nicht mehr gerne diskutieren weil es sich immer wiederholt und zu viele Themenbereche abdeckt und zu viele „gegenläufige“ Aspekte beinhaltet.

    „Die Hausfrauenehe ist insofern für viele Ehemänner eine theoretische Zeitbombe, bei der sie einen Großteil ihrer Rente abgeben müssen, weil die Ehefrau keine eigenen erworben hat.“

    Aber angeblich (mehrfach hier gelesen) die stabilste Ehe. Wobei Frauen ja angeblich auch einen bessergestellten Mann wollen. Während Ehen mit „Karrierefrauen“ als instabil gelten, dafür haben die eigenes Geld.

    Da fängt es ja schon an.

    • Tatsächlich scheinen traditionelle Hausfrauenehen stabiler zu sein als andere Eheformen. Daraus könnte man eine ganze Menge interessanter Hypothesen ableiten, die man in der Realität überprüfen sollte. Das wäre dann echte soziologische Wissenschaft im Gegensatz zu dem wohlfeilen ideologischen Geschwafel, das heute so oft als Soziologie verkauft wird, aber keinen wissenschaftlichen Kriterien standhält.

      Eine mögliche Hypothese lautet, dass traditionell gesinnte Leute bei der Eheschliessung eher unter ihresgleichen bleiben und tendenziell am motiviertesten sind, die Ehe auch in Krisenfällen zu erhalten, was sich dann logischerweise auch in einer geringeren Scheidungswahrscheinlichkeit manifestiert.

      Was ‚mein Geld, dein Geld‘ in der Ehe anbelangt. Wer so in der Ehe argumentiert, hat meines Erachtens die Trennung im Kopf bereits eingeleitet. Wer so denkt, sollte gar nicht erst heiraten, da hochgradig eheunfähig.

      Sehr wichtig für die Stabilität der Ehe sind die innere Einstellung der Ehegatten zur Ehe, aber auch ein allenfalls vorherrschender äusserer Zwang, welcher die Ehe stabilisiert. Letzteren gibt es hierzulande nur noch in spärlichen Überresten, weswegen fast nur noch die innere Einstellung übriggeblieben ist. Diese ist in unserer Gesellschaft ebenfalls schon stark erodiert – mit dem bekannten Resultat.

      • @maesi

        „Tatsächlich scheinen traditionelle Hausfrauenehen stabiler zu sein als andere Eheformen. “

        Wäre aus meiner Sicht einfach zu erklären
        1. Heutzutage wählen nur sehr traditionelle Leute eine (strikte) traditionelle Hausfrauenehe
        2. traditionelle Leute sehen eine Scheidung als schwerwiegender an als modernere Leute

        • Gewiss, das wäre eine aussichtsreiche Hypothese. Aber auch die müsste man in der Praxis erst einmal überprüfen, um zu wissenschaftlicher Erkenntnis zu gelangen, ansonsten bleibt sie nur Spekulation. Es gäbe aber auch prüfenswerte Alternativhypothesen…

    • „Aber angeblich (mehrfach hier gelesen) die stabilste Ehe.“

      Bezweifel mal, dass diese Schlussfolgerung überhaupt zu ziehen ist.

      Diese Ehen sind erst seit neuerer Zeit eher ungewöhnlich und in einer zunehmende Zahl von Ehen verdingen sich beide Partner im Beruf. Nicht etwa weil „Emanzipation“, sondern einfach weil die Kohle nicht mehr reicht, aber das nur nebenbei.

      Weiterhin haben sich die Werte geändert, der Ehepartner wird tendenziell als austauschbar angesehen.

      Die „neuen Ehen“, in denen beide verdienen, trennen sich daher relativ schnell, die immer älter werdenen Ehen der „Überkommenen“ tendenziell weniger.

      Hat also alles mit dem verschiedenen Alter dieser Beziehungen und Werten zu tun, das überlagert sich und man kann gar nichts mehr sagen.

      Gesehen habe ich noch nie eine Statistik, die nur Ehen, sagen wir mal ab 1990 geschlossen, berücksichtigt und wie hoch die Trennungs-Raten hier sind, ein Einkommen gegen zwei. Wäre nicht überrascht, wenn die gar nicht so sehr verschieden wären.

      Die Idee, dass diese Art von Arbeitsteilung eine Ehe stabilisieren würde, halte ich jedenfalls für Dummfug. Vor allem, dass man sich aus dem Weg gehen müsse.

    • „Die Hausfrauenehe ist insofern für viele Ehemänner eine theoretische Zeitbombe, bei der sie einen Großteil ihrer Rente abgeben müssen, weil die Ehefrau keine eigenen erworben hat.“

      Aber angeblich (mehrfach hier gelesen) die stabilste Ehe. Wobei Frauen ja angeblich auch einen bessergestellten Mann wollen. Während Ehen mit „Karrierefrauen“ als instabil gelten, dafür haben die eigenes Geld.“

      Wo ist hier die Gegenläufigkeit?

      Wenn der Mann mehr verdient hat das einen positiven Effekt auf die Haltbarkeit der Ehe im Vergleich dazu wenn er weniger oder gar nicht verdient. Die Scheidungsrate liegt in DE aber immer noch bei, ich glaube, 40% und bei Genderama konnte man vor kurzem lesen das die Wahrscheinlichkeit eine Scheidung für Männer vergleichsweise noch mal um 33% innerhalb von 12 Monaten zunimmt, wenn man arbeitlos wird (Arbeitslosigkeit bei Frauen hat keinen Einfluss auf die Scheidungswahrscheinlichkeit). 2 von 5 Ehen werden geschieden und wenn du dann eine Hausfrau hast, die kaum oder gar nichts dazu verdient, dann wird eben alles was in der Ehe verdient wurde durch 2 geteilt. Die Chance das die Ehe hält ist größer, aber wenn sie dann nicht hält, verliert man auch eben deutlich mehr im Vergleich zu einer Ehe wo beide in etwa gleich viel verdienen oder eben mit einer Karrierefrau. Da ist dann eben nur wieder die Chance höher das du geschieden wirst.

      Auf alle Partnerboersen kannst du beobachten das Frauen einen Partner wollen der mehr verdient – das angelblich kannst du dir sparen. Ob sie einen abkriegen, ist dann wieder eine andere Geschichte.

  6. In meinem Umfeld gibt es eine Rentnerin, die sich immer fürchterlich aufregt über die Frauen, die jammern zu wenig Rente zu bekommen.
    Dann hätten sie halt mehr arbeiten müssen argumentiert sie. Sie selbst bekommt eine gute Rente, aber weniger als ein vergleichbarer Mann, da sie wegen Kindern einige Jahre pausiert hat. Sie sagt das sei es aber Wert gewesen und mit Geld nicht aufzuwiegen, diese Jahre. das nur zur „Ehrenrettung“ , es gibt halt auch Frauen mit Realitäts- und Gerechtigkeitssinn.

    Außerdem habe viele dieser Jammeromas, ja tatsächlich noch Einnahmen über die Witwenrente. In der Gesamtbilanz wird wahrscheinlich ein erheblicher Teil der Hinterbliebenen -Rente an Frauen gehen, nicht an Männer

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