Verfasst von: Christian - Alles Evolution | 22. August 2016

Berühren und vorher fragen

Ein Leser wies mich auf folgende Stelle aus dem Buch „Das Spielprinzip“ hin:
Der Kitzel des Berührtwerdens , soll sich ungezwungen , ohne weiteres Zutun einstellen. Das geht nicht auf Ansage. Der unsichere Mann zerstört die süße Illusion der fließenden Abenteuerlichkeit, wenn er sagt „Das hast du so süß gesagt. Ich muss dich jetzt einfach mal umarmen“. Der zaghafte Hänfling zerschmettert die Magie der Sekunde , wenn er, nach einer flüchtigen beiläufigen Liebkosung blödsinnig grinsend feststellt „Sorry! Das musste jetzt mal sein!“. Und der furchtsame Himbeerbubi macht wirklich alles kaputt, wenn er treudoof und irgendeinem pseudoromantischem Fair-Play folgend fragt: „Äh! Hast du vielleicht etwas dagegen, wenn ich mal deine Hand nehme?“ Mit derlei Fragen und Bemerkungen macht der kleinmütige Schisser – de facto – alles zunichte.
Vielleicht könnte man sagen: Jeder Zweifel an der Richtigkeit, jedes Gefühl, dass man das rechtfertigen muss und das es nicht etwas ganz normales sein könnte, kann dazu führen, dass zumindest unterbewusst, der „bin ich eine Schlampe, könnte mich jemand verurteilen?“-Analysevorgang aktiviert wird. Auch gefährlich: der „wenn er nicht glaubt, dass er der Richtige ist und das machen darf, ist er dann der richtige“-Analysevorgang. Und natürlich auch der Umstand, dass Männlichkeit und Selbstvertrauen sexy sind. Wahrscheinlich der Grund, warum für viele Frauen „es ist einfach so passiert“, als fießender, selbstverständlicher Prozess, ideal ist
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Responses

  1. Das wär ja mal was: Eine Feministin, die sich erst die Welt anschaut, dann gründlich prüft, ob sie Perspektiven übersehen hat und DANN erst überlegt, ob und wie man die Welt verbessern könnte.

    Aber wozu all die Arbeit, wenn „MIR geht es so, also müsst IHR ALLE anders sein“ so gut funktioniert.

  2. Tja dank feministischer Gesetzgebung wird in Zukunft nicht nur der Bubi sondern auch der Traumtyp vorher fragen müssen, damit es hinterher nicht sexuelle Belästigung heißt.

    • @st elmo

      1. feministische und konservative Gesetzgebung
      2. das Risiko, wegen sexuellen Belästigung angezeigt zu werden, wird nach wie vor sehr gering bleiben

      • Zitat: „das Risiko, wegen sexuellen Belästigung angezeigt zu werden, wird nach wie vor sehr gering bleiben“

        Nicht die juristischen Risiken sind hier relevant, sondern die mögliche soziale Ächtung:
        „Der hat mich ungefragt angefasst. Rape Culture!“

        • @peter

          Die soziale Ächtung hat sich aber nicht geändert.
          Und die Wahrscheinlichkeit, dass Leute die Begriffe „rape culture“ etc kennen ist auch sehr gering

        • Normalerweise lässt sich die Effizienz von solchen Änderungen sicherlich nicht an der Anzahl an Anzeigen ablesen (Sonst würde man ja auch sagen müssen, dass wenig Anzeigen/Meldungen wegen schlimmeren Verbrechen wie Mord, schwerer Körperveletzung eine Verschlechterung mit sich bringt. Die Wirkung solcher Verbote lebt von der Abschreckung. Dafür muss es nicht zehntausende von Urteilen geben und die Chance einer Verurteilung muss auch nicht gross sein.

          Was man wirklich messen müsste um da eine qualifizierte Aussage zu machen ist die Änderung im sozialen Verhalten von Männern. Das stelle ich mir aber ausladend schwierig vor. Ich glaube aber durchaus, dass einige Männer, die schon vorher eher ängstlich gewesen wären, jetzt sich einfach abwenden; auch wenn die Frau gegenüber ihn nie anzeigen würde.

          Es ist anzunehmen, dass die zunehmende Kriminalisierung männlicher Sexualität einen langfristigen Effekt haben wird; einfach nicht bei denen, die tatsächlich Grenzen überschreiten.

    • Nicht nur der Traumtyp wird fragen müssen.

      Wenn der Mann z.B. Fußball schauen möchte und die Frau gerade nicht die Priorität hat, dann gibt es ja so einige Frauen, die durch sexuelle Aufdringlichkeiten den Mann vom Fußballschauen abhalten . Künftig ist das eine Straftat, wenn die Partnerin nicht vorher fragt.

      Christian hat zwar recht, dass eine Strafanzeige wegen solchen Delikten auch künftig gering bleiben werden.

      Aber, was ist das für ein Rechtssystem, wo sich jeder quasi ständig strafbar macht, weil das Gesetz völlig an der echten Realität und Lebenswirklichkeit vorbeigeht und man sich diese Dinge als Druckmittel aufbewahren kann, um den Partner zu dressieren. Denn, wenn der Partner künftig nicht die Dinge tut, die man haben möchte, kann man ja wegen den zuvor noch nicht angezeigten Sexualstraftaten immer noch Strafanzeige stellen. Man hat ja in der Regel mindestens 3 Jahre Zeit für seine Strafanzeige.

  3. Ich bin Asperger Autist und deshalb ziemlich stumpf was soziale Situationen angeht. Trotzdem habe ich gelernt zu flirten, in einer Versuch und Irrtum Methode bekam ich heraus wie ich auf Frauen wirken kann.

    Eine der wichtigsten Grundsätze ist es unsicheres Auftreten zu vermeiden und Entscheidungen, bezogen auf den Flirtprozess, von der Frau fernzuhalten. Eine Frage wie „darf ich mich setzen?“ birgt einen binären Charackter. Die antwortet verpflichtet sie dazu sich mit dem Mann länger auseinander zu setzen. Sagt man hingegen „ich setz mich mal“, kann sie durch eine Nichtreaktion spielerisch die Nähe ausprobieren, jedoch jederzeit abbrechen.

    Wer fragt verliert. Man sollte in winzigen Schritten Grenzen überschreiten und sehr genau hinsehen wie sie auf Grenzüberschreitungen reagiert. Bei einer Ablehnung sofort die Grenzüberschreitung rückgängig machen.

    Statt zu fragen „darf ich Dich küssen“, sollte man sich, oder das funktioniert zumindest für mich, in langsamen Annäherungen dorthin arbeiten.

    Zuerst Smalltalk überwinden und über Themen sprechen die einen bewegen oder eine Humorebene finden.

    In die Intimdistanz kommen.

    Leichte Berührungen

    etc..

    Das lässt sich unmöglich absprechen,

  4. Also was das „zerstören des Momentes“ angeht: Was ich sage spielt meiner Erfahrung nach eher weniger eine Rolle. Wichtig ist, dass ich es aus Überzeugung tue und das spürt die Frau dann auch.
    Es wird ihr schon gefallen, wenn sie mich attraktiv findet.

    • >>> Es wird ihr schon gefallen,
      >>> wenn sie mich attraktiv findet.

      Blöd ist nur, wenn die Partnerin ein paar Monate später die Ansicht über Sie ändert, weil sie z.B. ihren Willen nicht durchgesetzt bekommt (z.B. weil sie gerne heiraten möchte oder Kinder möchte und Sie nicht).

      Dann könnte es nämlich sein, dass aus Frust in Bezug auf die nicht erfüllten einseitigen Erwartungshaltungen Rachegelüste werden und Ihre Partnerin sich daran erinnern könnte, dass sie das, was sie vor ein paar Monaten von Ihnen noch toll und einvernehmlich fand, plötzlich anders bewertet und zur Anzeige bringt.

      • Ich sage mal so: Ich gehe meist sehr zärtlich vor und achte auf die Signale der Frau. Wenn sie deutlich nein sagt, lasse ich von ihr ab.
        Letztendlich hätte ich sowiso schlechte Karten, egal ob sie ja gesagt hat oder ob ich gefragt habe oder nicht. Denn wenn sie mich anzeigt, dann habe ich erstmal ein Problem. Egal ob ich „gefragt“ habe oder nicht.
        Außer es gäbe Videoaufnahmen davon, die mich dann aufgrund ihres „Ja“ und meiner Fragerei ausdrücklich entlasten.
        An dieser Stelle ist meiner Meinung nach in Deiner Argumentation ein Denkfehler, denn auch wenn eigentlich im Zweifel für den Angeklagten gilt…. ich als Mann habe bei einer Anzeige wegen Vergewaltigung oder ähnlichem ein Problem.
        Sexuelle Belästigung etwa kommt aber dann nicht in Frage, wenn ich mit der Frau offiziell zusammen war, denn seine Freundin darf man ja anfassen.
        Es ist eher ein Problem bei einem One Night Stand oder Date mit komischer Frau.

        • „Sexuelle Belästigung etwa kommt aber dann nicht in Frage, wenn ich mit der Frau offiziell zusammen war, denn seine Freundin darf man ja anfassen.“

          Das wird dann die nächste Stufe im Gesetz 😀

  5. @Christian

    Die soziale Ächtung hat sich aber nicht geändert.
    Und die Wahrscheinlichkeit, dass Leute die Begriffe „rape culture“ etc kennen ist auch sehr gering.

    @Christian

    Die vielen Väter die um ihre Kinder kämpfen und die Falschanzeigen gerade zu diesem Zweck sind also alles nur Peanuts?

    Wir verdanken die grössten Kunstwerke der Menschheit verträumten, fantasievollen, intelligenten und sensiblen Menschen und oft ihrem sehr idealisierten Verhältnis zu Frauen.

    Ich finde es traurig, dass die sensible verständnisvolle Annäherung an Frauen so gedankenlos herabgewürdigt wird … ja f… die Alte mal so richtig durch, denn genau das will sie ja usw…. 50 Shades of Lobotomy etc….. PUA, nur ran an den Speck…

    wow, große Kunst und Lebenserfahrung ….

    Die Probleme vieler Männer einfach so wegzuwischen, Peanuts, ist einfach nicht die gelebte Realität, sind Schwesig und GottGibIhmHirnMaas unbekannt?

    Ich bin ja wirklich aufgeschlossen gegenüber PUA und mehr Aufklärung für die Jungs was die Geldgeilheit, Machtbesessenheit und Kälte vieler Frauen anbelangt, aber es gibt auch andere sensible, liebenswerte Frauen, ohne Dikatorenneurose die sich über all diese wundervollen, sensiblen, fantasievollen, intelligenten Männer freuen und nicht blöd angemacht werden wollen.


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