Einige sehr allgemeine Tipps zu familienrechtlichen Verfahren

Hier mal ein paar ungeordnete Tipps

1. Nimm dir einen Rechtsanwalt

Selbst Rechtsanwälte nehmen sich in eigenen Familiensachen üblicherweise einen Rechtsanwalt, einfach, weil man in eigenen Sachen üblicherweise nicht objektiv ist. Für den Laien ist es um so wichtiger, weil das Familienrecht eine komplizierte Rechtsmaterie ist, bei der vieles nicht im Gesetz steht, sondern sich aus der Praxis ergibt. Es sich einfach mal schnell anzulesen oder sich dort als Laie einzulesen ist vollkommen sinnlos und wird nicht klappen. Um so mehr weil man neben der materiellen Rechtslage auch noch das Prozessrecht und die Art, wie man Schriftsätze schreibt, erlernen müsste.

Eine Ausnahme von diesem Rat wäre es, wenn die Scheidung bereits von der anderen Seite eingereicht ist, man außer der Scheidung nichts regeln will und man auch nichts gegen die Scheidung hat. Die Scheidung selbst ist ein Verfahren, für das nur der Antragssteller einen Rechtsanwalt braucht.

Wie findet man nun den passenden Rechtsanwalt?

Der reine Fachanwaltstitel sagt nicht so viel aus: Er erfordert die Teilnahme an einer Fortbildung von 120 Stunden (zuzüglich weiterer 15 Stunden pro Jahr), das Bestehen von einigen Klausuren, eine Zulassung als Rechtsanwalt seit drei Jahren und 120 bearbeitete Fälle. Wie gut diese bearbeitet wurden spielt dabei keine Rolle. Es ist also allenfalls ein Indiz.

Interessanter ist eher der Ruf. Es lohnt sich, sich umzuhören und sich nach den meisten Empfehlungen zu richten. Ein gutes Kriterium ist aus meiner Sicht auch, wie viele der Rechtsanwälte aus der Kanzlei Familienrecht machen. Wenn die Kanzlei zumindest zwei Rechtsanwälte hat, die überwiegend Familienrecht machen, dann ist das ein sehr gutes Zeichen, weil das dafür spricht, dass sie genug Mandate aus dem Bereich haben (was meistens mit einem guten Ruf in Verbindung steht). Zudem können sie sich untereinander helfen, wenn einer von beiden mal nicht weiter weiß oder einfach mal eine zweite Meinung braucht. Sicherer ist man meist bei dem Älteren, da dieser wahrscheinlich den guten Ruf ausgebaut hat. Ein weiterer Vorteil ist, dass man dann innerhalb der Kanzlei zur Not noch mal den Rechtsanwalt wechseln kann, ohne das es weitere Kosten auslöst, wenn man merkt, dass es aus irgendwelchen Gründen mit dem einen nicht passt.

Der Rechtsanwalt sollte dabei aus der gleichen Stadt sein. Es gibt immer wieder Gerüchte, dass die alle mit den Richtern unter einer Decke stecken, tatsächlich leben Rechtsanwälte aber von ihren Mandanten und ihren Ruf und nicht von dem Richter und in den Kreisen ist man sich bewusst, dass hartes Verhandeln nichts persönliches ist. Es ist zudem immer ein Vorteil den Richter, der den Fall auf dem Tisch hat zu kennen. Ein auswärtiger Rechtsanwalt kostet mehr, ist unpraktischer zu treffen und hat wenig davon, sich besonders ins Zeug zu legen: Die wenigsten Mandanten werden aus der auswärtigen Lage zu einem kommen, so dass aus dem Bereich wenig Folgemandate zu erwarten sind.

Etwas weiteres sollte man sich bewusst machen: Es ist relativ einfach im rechtlichen Zirkus für den Mandanten zu machen, also einfach alles ohne große Prüfungen an Problemen und Streitigkeiten zwischen den beiden in Schriftsätze zu diktieren, was den Richter aber gar nicht interessiert oder polternd Diskussionen mit dem Richter zu führen, die nichts bringen, weil die Rechtslage dazu auf eine bestimmte Weise fest ist. Es ist auch einfach, Verfahren loszutreten, wenn der Mandant das will. Wer einen „scharfen Hund“ will, der muss sich nicht wundern, wenn dann dreckige Wäsche gewaschen wird. Häufig ist das wenig sinnvoll, es kann sich lohnen, sachlich zu bleiben und Schmutzwäsche nur dann zu waschen, wenn es wirklich darauf ankommt, gerade, wenn man noch gemeinsam Eltern für Kinder sein muss.

Für die Zusammenarbeit ist es erst einmal wichtig, dem Rechtsanwalt zu vertrauen und ihn, wenn man etwas nicht versteht, erst einmal zu fragen, statt davon auszugehen, dass er es falsch macht. Vieles, was Mandanten vorgetragen haben wollen spielt schlicht keine Rolle und bringt den Fall nicht weiter. Frag ihn oder sie lieber, was tatsächlich gebraucht wird und welche Informationen und Unterlagen hilfreich sein können.

2. Der Richter ist üblicherweise nicht der Feind, jedenfalls sollte man ihn nicht so behandeln

Der Richter hat üblicherweise nichts gegen einen persönlich, man ist erst einmal nur eine Akte für ihn, die er gerne in seine Erledigungsliste eintragen würde.

Viele Leute neigen dazu, in dem Richter den Feind zu sehen, oft für Sachen, die schlicht eine Wiedergabe der üblichen Rechtsprechung oder ansonsten gängige Praxis ist oder die sich aus etwas ganz anderem als tatsächlicher Befangenheit ergeben.

Wo wir dabei sind: Befangenheitsanträge sind üblicherweise unbegründet und bringen absolut nichts. Sie ärgern den Richter auch nicht, es führt nur dazu, dass er die Akte erst einmal aus der Hand legen kann und sich nicht weiter mit ihr beschäftigen muss. Allenfalls sorgt es dafür, dass er einen gedanklich eher als Cholerika oder Querulanten einordnet, und zB dann wenn der Ex-Partner dreckige Wäsche wäscht eher das Gefühl hat, dass da was dran sein könnte.

Ein Beispiel, welches ich neulich las:

In einem Verfahren zum Umgangsrecht hatten beide Seiten umfangreich zu diversen Streitigkeiten vorgetragen, beide gingen im wesentlichen davon aus, dass der andere derjenige ist, der die Streitigkeiten anfängt und damit für sie verantwortlich ist.

Die eine Seite beschwerte sich: Der Richter hat sich gar nicht dafür interessiert, was die Ursachen für den Streit sind, auf meine Vorhalte hat er nur gesagt „Zum Streiten braucht man immer zwei“, das heißt der hat gar nicht erkannt, dass sie an allem Schuld ist! Der ist parteiisch, sonst wäre ja klar gewesen, dass sie an allem schuld ist!

Tatsächlich steckt ein anderer Mechanismus dahinter:

Richtern wird beigebracht bzw sie lernen es, dass das Austragen dieser Streitigkeiten schlicht nichts bringt, sondern die Gräben noch vertieft. Gerade in Streitigkeiten zum Umgangsrecht und Sorgerecht ist es viel wichtiger sich auf eine praktische Lösung zu konzentrieren, die oft genug unabhängig von der Schuld ist. Es ist insofern ein gutes Zeichen, wenn beide Parteien von diesen Streitigkeiten wegkommen können und sich auf die sogenannten „Elternebene“ konzentrieren. Das ist die Ebene, in der es darum geht, dass die beiden Partein als Eltern miteinander reden und sich verstehen können und sie ist abzugrenzen von der Beziehungsebene. Die Beziehungsebene ist gerade das, was der Richter nach Möglichkeit aus seinem Fall raushaben möchte. In den allermeisten Fällen haben auf der Beziehungsebene beide einen gewissen Anteil (nicht notwenigerweise das gleiche wie Schuld) daran, dass es nicht klappt. Auf Elternebene geht es nur darum anzuerkennen, dass das Kind damit nichts zu tun hat und das das Kind am liebsten beide Eltern hätte und sich wünscht, dass diese sich zumindest in seiner Gegenwart die Konflikte so wenig wie möglich zur Sprache bringen.

Wer das kann, der macht bei dem Richter schon einige Pluspunkte. Wer statt dessen auf den Richter losgeht, der legt eher die Vermutung nahe, dass an der Darstellung der Gegenseite etwas dran ist.

Ein schlauer Ausspruch dazu ist, dass es einem nichts bringt einen persönlichen Kampf gegen den Richter zu gewinnen, wenn man deswegen den Fall verliert. In vielen Fällen kämpft man dann am besten, wenn man im Gerichtssaal ruhig, überlegt, freundlich und sachlich auftritt, damit der Richter einen entsprechenden Eindruck von einem bekommt und die Erzählungen der Gegenseite damit nicht in Einklang bringen kann.

Das gilt gerade dann, wenn das Kind bei dem anderen lebt und man bestimmte Rechte wie Umgang oder Sorgerecht geltend machen will. Denn der mit dem Kind hat immer die stärkere Position und das Gericht wird eher die Rechte des anderen einschränken, weil das Kind ja nun einmal bei dem anderen wohnt. Es ist daher weit eher eine gute Strategie der anderen Seite, die passenden Knöpfe zu drücken, damit derjenige ausrastet und es gibt Extrapunkte, wenn er dabei noch den Richter unsachlich angreift. Man kämpft dann zwar subjektiv wacker, aber eigentlich gegen die eigene Position.

Etwas anderes, was man mitunter liest ist so etwas wie „Schon wieder ein Ordnungsgeld gegen mich, aber ich lasse mich nicht unterkriegen und zeige es dem Richter!!“ Wenn man dann aus einem weiteren Text noch liest, dass es um rechtskräftige Beschlüsse und deren Umsetzung geht oder das jemand gegen den Antrag der Gegenseite keinen Sachvortrag geliefert hat sondern allenfalls einen Befangenheitsantrag gegen den Richter, weil er ihm diesen unwahren Antrag auch noch zugestellt hat, statt einer sauberen Erwiderung, dann ist recht klar, dass derjenige sein Ziel aus den Augen verloren hat und nicht mehr für sein eigentliches Ziel kämpft, sondern gegen einen imaginären Feind, der diesen Kampf nur sehr eingeschränkt wahrnimmt: Einen Ordnungsgeldbeschluß zu machen ist für einen Richter keine große Arbeit und sein Prüfungsumfang ist häufig gering, trägt man noch nicht einmal etwas dagegen vor oder geht es um die Umsetzung eines rechtskräftigen Beschlusses, dann bleibt ihm auch nichts weiter übrig als entsprechend zu entscheiden, er nimmt seinen Standardvordruck raus, ergänzt ein paar persönliche Daten und das Ganze ist für ihn erledigt. Er erlebt das Verhalten der Gegenseite noch nicht einmal als wirklichen Widerstand und es prägt allenfalls sein Bild, dass derjenige streitsüchtig ist und die Realität aus den Augen verloren hat.

2. Verfahrenspfleger, Jugendamt oder Sachverständige

Auch hier sollte man seine Feindbilderkennung etwas runter stellen oder zumindest nicht nach dieser handeln. Der oberste Grundsatz sollte sein, dass die beste Strategie ist, dass diese einen Supereindruck von einem haben und das man sich gut mit ihnen versteht. Entgegen einer häufigen Meinung ist das Jugendamt nicht immer auf der Seite der Mutter, oft genug unterstützt es auch den Vater. Und alle drei haben einfach zu viel Einfluss auf das Verfahren als das man ihnen ein schlechtes, feindseliges, eher paranoides Bild liefern sollte. Sie müssen die jeweiligen Leute nicht mögen, aber es ist weitaus effektiver, ihnen eine positive Rolle vorzuspielen als gegen sie zu kämpfen. Wenn Verfahrensbeistand und Jugendamt beide einen Umgang befürworten, dann wird das Gericht dem meist folgen.

3. Die Kinder 

In einem Umgangs- und Sorgerechtsverfahren sollte man nicht aus den Augen verlieren, dass ab einem gewissen Alter der Kinder deren Meinung die maßgeblichste ist. Gegen den Willen der Kinder ist ein Umgang sehr schwierig zu erlangen, ebenso ein Aufenthaltsbestimmungsrecht.

Die Meinung des Kindes fließt in alle Wertungen, also insbesondere auch der Verfahrenspfleger und evtl des Sachverständigen ein. Wenn das Kind eine starke Bindung an den Elternteil hat und sich dort wohlfühlt, dann ist das der beste Weg. Häufig hat hier derjenige, der weniger im Alltag der Kinder präsent ist, die größeren Probleme. Dass sich die Kinder wohl bei einem fühlen und nicht das Gefühl haben, dass sie dort über den anderen Partner ausgehorcht werden, ist auch eine wichtige Sache.

Hier sollte man sich aber auch realistisch eingestehen, wo man steht: Wenn die Mutter beispielsweise bisher im wesentlichen die Kinderbetreuung übernommen hat und alle diesbezüglichen Arbeiten erledigt hat, dann ist deren Position durch den Vater schwer angreifbar.

Ich hatte hier schon einmal die Kriterien zitiert, die beim Sorgerecht üblicherweise berücksichtigt werden:

  • Gründe für die Aufhebung der gemeinsamen Sorge:
    • es besteht keine objektive Kooperationsfähigkeit der Eltern
    • es besteht keine subjektive Kooperationsbereitschaft der Eltern
    • Die Beweislast liegt bei demjenigen, der das alleinige Sorgerrecht haben will, Indiz für eine Kooperationsbereitschaft und -fähigkeit sind insbesondere, wenn die Eltern in Sorgerechtsangelegenheiten von erheblicher Bedeutung verständigungsbereits zusammenarbeiten können und wollen. Die Eltern trifft dabei die Pflicht zwischen der Partnerebene (also das Verhalten in Bezug auf einander) und der Elternebene (Verhalten in Bezug auf das Kind) zu unterscheiden.
  • Übertragung auf den Antragssteller  entspricht dem Kindeswohl
    • Förderprinzip: wer bietet dem Kind die besseren Entfaltungsmöglichkeiten, mehr Unterstützung für den Aufbau der Persönlichkeit, die stabilere und verlässlichere Bezugsperson sein. Dabei sind äußere Aspekte wie die Ausbildung des Elternteils und dessen soziale Stellung, die Möglichkeiten das Kind zu verpflegen etc, aber auch die erzieherische Eignung und die innere Bereitschaft, die Verantwortung für die Erziehung und Versorgung des Kindes zu übernehmen, zu berücksichtigen
    • Kontinuitätsprinzip: welcher Elternteil ist besser geeignet um eine möglichst einheitliche und gleichmäßige Erziehung des Kinders sicherzustellen. Dabei ist zu berücksichten, inwieweit eine Stabilität des Umfeldes gewährleistet werden kann, also der Personen, die das Kind umsorgen und der Personen, die sonst sein soziales Umfeld, etwa in Schule und Kindergarten, bilden.
    • Kindeswille: Mit steigenden Alter wird der eigene Wille des Kindes immer wichtiger.  Mit der Äußerung des Kindeswilles kann zum einen eine innere Zuneigung zu einem Elternteil deutlich werden, zum anderen soll ab einem bestimmten Alter auch eine Selbstbestimmung durch das Kind in den Vordergrund rücken. Um so älter das Kind ist um so stärker ist dieser zweite Punkt zu gewichten.
    • Bindung an Eltern und Geschwister: Hier ist zu prüfen, welcher Elternteil dem Kind bessere Möglichkeiten bietet die Bindung an Eltern, Geschwister und Dritte  zu erhalten. Hier spielt auch die Bindungstoleranz eine Rolle: Inwieweit läßt der Elternteil die Bindung an andere zu oder fördert diese sogar. Bei Geschwistern wird ein gemeinsames Aufwachsen als der Bindung förderlich angesehen.

Um so ehrlicher man sich hier Defizite eingesteht, um so besser kann man auch schauen, wie man sie ausgleichen kann. Und dazu sollte man dann seinem Rechtsanwalt etwas mitteilen.

Interessant kann dabei natürlich insbesondere der Kindeswille sein. Es soll schon Vätern gelungen sein, diesen entsprechend für sich einzunehmen, weil sie dem Kind einen sehr süßen Hund geschenkt haben, der allerdings eben beim Vater lebte. Wobei man das durch einen weiteren Hund seitens der Mutter lösen kann. Ein weniger ausschlaggebendes Argument wäre es hingegen, wenn das Kind angibt, dass es gerne beim Vater leben möchte, weil es bei der Mutter immer Hausarbeiten machen muss und für die Schule lernen soll, beim Vater aber nur Videospiele spielen darf. Ab dem Moment, wo einer der Elternteile mit dem Kind wegziehen will, sind deren Freunde oder der Fußballverein ideale Unterstützer, die ihn dazu bewegen können, eher dableiben zu wollen. Natürlich bringt das alles nicht, wenn man keinen Plan für die Betreuung des Kindes während der eigenen Arbeitszeiten hat. Hier kann man also einiges reinbringen und es kann wesentlich wichtiger sein als die Frage, wer wann wie zuerst mit den Streitigkeiten angefangen hat und warum. Es soll aber auch nicht verschwiegen werden, dass von den obigen Kriterien das Kontinuitätsprinzip wohl für viele Richter der ausschlaggebenste Grund ist

4. Unterhalt und Zugewinn

Unterhalt und Zugewinn werden üblicherweise um so sauberer bearbeitet um so besser sortiert man dem Rechtsanwalt Unterlagen zur Verfügung stellt und um so besser man sich selbst Gedanken dazu macht. Gerade das Anfangsvermögen im Zugewinn erfordert häufig etwas Detektivarbeit: Welche Bankunterlagen von der Zeit hat man noch, welchen Kilometerstand hatte das damalige Auto und was für ein Auto hatte man überhaupt? Im Anfangsvermögen kann man mit einiger Arbeit einiges finden, was dann bares Geld wert ist. Es kann nur jedem geraten werden, dass er seine finanzielle Situation am Tag der Heirat festhält und die Unterlagen dafür auch sammelt (ob man sich von den Eltern vorher noch etwas aufs Konto überweisen lässt, etwa Kosten für die kirchliche Hochzeit etwas später, was dann als Anfangsvermögen zählt ist eine andere Frage).

5. Scheidungsfolgenvereinbarungen

Wer noch keinen Ehevertrag gemacht hat, der sollte zumindest über eine Scheidungsfolgenvereinbarung nachdenken. Gerade wenn man danach noch Eltern zusammen sein will, dann ist das ein sehr guter Weg die Gräben nicht noch tiefer werden zu lassen. Auch sehr effektiv ist dieses Mittel, wenn der andere etwa wegen der Trennung und deren Umstände ein schlechtes Gewissen hat. Der Partner, der einen für die Jüngere verlässt oder die Partnerin, die bereits einen neuen hat und seit wann das der Fall ist ist etwas unklar, der ist in der „Schuldphase“ häufig zu erheblichen Zugeständnissen bereit. Am besten geht man hier zu einem Familienrechtsanwalt, der sich auch mit Notarverträgen auskennt (sei es, je nach Bundesland, weil er Rechtsanwalt und Notar ist oder weil er ansonsten in dem Bereich Erfahrungen gesammelt hat) und lasse sich einen entsprechenden weitgehenden Vertrag aufsetzen. Das kostet etwas mehr als diesen vom Notar entwerfen zu lassen, hat aber den Vorteil, dass der Rechtsanwalt wesentlich parteiischer sein kann als der Notar bei der Ermittlung dessen, was in den Vertrag kann. Die ideale Konstellation ist, dass die andere Seite den Vertrag akzeptiert ohne groß mit einem Rechtsanwalt gesprochen zu haben und sich so zu vergewissern, was ihre Rechte eigentlich genau sind. Zwar wird sie der Notar auf verschiedenes hinweisen müssen, er wird aber sicherlich nicht in die Feinheiten einer Zugewinnberechnung oder des Unterhalts hineingehen, wenn er nicht muss.

Das sind erst einmal sehr allgemeine Tipps, aber vielleicht helfen sie ja dem einen oder anderen.

Advertisements

39 Gedanken zu “Einige sehr allgemeine Tipps zu familienrechtlichen Verfahren

    • Der beste Tipp vor einem familienrechtlichen Verfahren ist aber: Stelle sicher, dass du nicht verheiratet oder schwul bist.

      An zweiter Stelle: Such dir ne vernünftige Frau.
      Mann muss keine Xanthippe nehmen, es gibt auch gute.

        • Apropos Ehevertrag: wie nützlich ist der eigentlich wenn es im Fall der Fälle dazu kommt? Kann er, je nachdem wie er formuliert ist, einfach so als ungültig erklärt werden?

          Etwas Offtopic, live miterlebt: Freundin eines Freundes, an sich nettes liebes Mädchen, aber ziemlich materialistisch, kommt in ihre gemeinsame Wohnung rein, die Stunde davor haben er und ich uns über Red Pill Themen unterhalten, es fiel auch das Thema Scheidungshäufgkeit, Gründe dazu und auch das Thema Ehevertrag, das er, nicht ich, in das Gespräch reinwarf und mir erzählte, dass er ohne sicher keine Ehe mit ihr eingehen würde, was mich wunderte. Dahingehend war erlaut eigenen Angaben redpilled worden.

          Als sie ihn fragte über was wir uns denn unterhalten würden, entgegnete er nicht ganz ernst und lachend, über Eheverträge. Ihr hättet ihr Gesicht sehen müssen: schockstarre. Das Einzige was ihr in der Situation einfiel war es zuerst einmal so eine sich langsam aufbauende Hysterie zu entwickeln, anfangs noch ein „es weglachen“, danach schon ein Fragen, ob man es denn ernst meine, bist hin zu „du spinnst, bis du behindert?“, „geht’s dir eh gut?“, das Zweifeln in ihr Vertrauen, das Zweifeln in die Beziehung. Grundsätzlich aber gar kein Argument von ihr.

          Er entgegnete ihr, dass sie kein gutes Bild von sich macht, er enttäuscht wäre, da die Vehemenz, die sie hinter ihre Angriffe auf seine Idee steckt, den Anschein erweckt, als sei sie eine geldgeile Schnitte, die die Beziehung nur deshalb hält.

          Darauf war sie zuerst einmal gusch. Umgedreht, in die Küche gegangen und lauthals angefangen zu weinen, was sofort seinen Beschützerinstinkt triggerte. Hingegangen, sich ausgesprochen, versprochen, dass es zu keinem Ehevertrag kommen wird. Mehr hab ich mir dann nicht geben können, musste nachhause (aber auch dieses betaisierte „ich muss es ihr recht machen“ kotzte mich ein klein wenig an, auch wenn ich sein Verhalten nachvollziehen konnte), jedoch weiß ich von ihm im Nachhinein, dass sie bis heute einen Groll gegen mich hegt, weil sie denkt, dass ich für diesen kurzzeitigen Sinneswandel bei ihm verantwortlich war, was teilweise auch stimmt, da ich das Thema und die Richtung angegeben habe hahahaha

          L’enfant terrible.

          • „Apropos Ehevertrag: wie nützlich ist der eigentlich wenn es im Fall der Fälle dazu kommt? Kann er, je nachdem wie er formuliert ist, einfach so als ungültig erklärt werden?“

            Nein, viele Varianten sind, ordentlich durchgeführt, sehr sicher. Man darf eben nicht zu gierig werden und man muss es dann auch leben. Wer also alles ausschließt und dann in der ehe vereinbart, dass sie aufhört zu arbeiten, weil man ja familie ist und die Ehe halten wird, dann bekommt man Probleme (sog. Ausübungskontrolle)

          • „Hingegangen, sich ausgesprochen, versprochen, dass es zu keinem Ehevertrag kommen wird.“

            Das ist eines der Probleme: Wir Männer trauen uns nicht. Würden alle Männer sich trauen, dann wäre es selbstverständlich und der einzelne Mann hätte keine Probleme es durchzusetzen. Es ist insofern in gewisser Weise eine Allmendentragik.

            interessanter wäre wohl, ob auch hier ein Pacte civil de solidarité (Pacs) soviel Popularität haben würde

        • Ich denke, so ein Romantik-würgender Vorschlag verengt die Auswahl noch mal immens. 😉

          Aus englischsprachigen Ländern hört man immer wieder, dass Prenuptials das Papier nicht wert sind, auf dem sie gedruckt sind. Ist das in Deutschland besser?

          • „Aus englischsprachigen Ländern hört man immer wieder, dass Prenuptials das Papier nicht wert sind, auf dem sie gedruckt sind. Ist das in Deutschland besser?“

            Die Sicherheit hängt davon ab, was man hereinschreibt.

            Ein Ehevertrag nur zum Zugewinn mit entweder Gütertrennung oder (wenn die ehe hält besser) modifizierten Zugewinn hat bisher meine ich immer gehalten (bei einem Abstellen auf den Inhalt, natürlich nicht, wenn er die konservative Hochschwangere eine Stunde vor der Hochzeit zum Notar schleppt, wo sie den Vertrag zum ersten Mal sieht und er sagt „unterschreib, sonst kannst du deinen Verwandten und Freunden erklären, warum du einen unehelichen Bastard im Leib hast und die Hochzeit abgesagt ist“)

            zur Wirksamkeit habe ich aber auch schon einiges im verlinkten Artikel geschrieben

        • @ Adrian

          „Hier wäre mal die Frage interessant: Heulen Frauen wirklich so leicht, oder ist das Berechnung?“

          So weit ich weiß beides. Und hilft beides, die instinktiven Dispositionen beider Geschlechter auszunutzen.

    • @ Adrian

      „Der beste Tipp in einem familienrechtlichen Verfahren ist allerdings immer noch: Stelle sicher, dass Du die Frau bist.“

      Sehr richtig! Wenn es passiert ist, scheint mir dieser Ratgeber

      http://trennungsfaq.com/

      wertvoll zu sein. Wie gut er juristisch gesehen ist, kann ich allerdingsnicht beurteilen. Klingt aber alles realistisch.

        • Huch!
          Wir sind einer Meinung?
          Da muss was schief gelaufen sein.

          Ich meinte die Empfehlungen von trennungsfaq, und Du?

          Ja, ich hab ziemlich identische Erfahrungen gemacht. Wenn man zahlreiche Fälle betreut, dann entdeckt man Muster und Wiederholungen.
          Auch Deine Empfehlungen sind, abgesehen von der sehr pauschalen zum anwaltlichen Rat, insgesamt ok.

          Das wichtigste ist, Schlammschlachten zu vermeiden, egal, ob er sich gegen die Ex, oder den Richter richtet.
          Es sei denn, das Ziel ist die Schlammschlacht selbst.

  1. Hier ein Feedback aus Twitter:

    Da würde mich der Hintergrund interessieren. Bei einem Umgangsrechtsverfahren mit allem drum und dran kostet der Rechtsanwalt dank gesetzlich vorgeschriebenen Gegenstandswert

    201 € x 2,5 + 20 € = 522,50 € zzgl Mehrwertsteuer = 621,77 €

    Inbegriffen sind alle Mandantentermine, Gerichtstermine und der gesamte gerichtliche Schriftverkehr. Je nach Verfahrenslänge nicht unbedingt etwas, mit dem man reich wird.

    • Kurz mal seine Timeline überflogen. Scheint ein normaler „Alles Scheiße, alles Lügner, außer ich“ zu sein.
      Kann man also nicht allzu ernst nehmen.
      Da ist auch Verschwörungstheorie angesagt, wenn die Mohnbrötchen alle sind.

  2. Alles falsch. Man rutscht eh in den Selbsbehalt und sieht die Kinder nicht mehr. Mit Anwälten etc. inszeniert man sich als moderner Don Quijote mit dem Anwalt als Sancho, der weiß, es wird nichts und nur an mein Geld will. Ex und Kinder werden zur Dulcinea von Toboso, die schon lange nicht mehr erreichbar sind und bei denen man nur einer Erinnerung nachhängt.
    Letztlich ist das System die greifbar gemachte Windmühle, wie der Fortschritt bei Quijote, wo man sich am Richter hochziehen kann, der hier aber auch nur Repräsentant ist. Wenn er weg ust, kommt der nächste. Alles in allem am besten nichts machen.

  3. „Alles in allem am besten nichts machen.“

    Eine Empfehlung, die genauso wertvoll ist, wie die, alles einem Anwalt vertrauensvoll in die Hände zu legen, besonders einem „ganz scharfem Hund“.

    • @carnofis

      Ich würde sagen, dass man sich zu den Erfolgsaussichten beraten lassen sollte, bevor man etwas macht. Der reine Karrierevater, der die Kinder vor lauter Überstunden nicht gesehen hat und die Hausfrau, die soweit ihren Job mit den Kindern gut macht – da wird man schlicht wenig aussicht auf Erfolg bezüglich des Aufenthaltsbestimmungsrechts haben

        • @truth

          Das sei ja auch ganz dir überlassen. Muss aber nicht der richtige Weg für andere sein, etwa solche, die Kinder haben und ein Haus und etwas angespart. Die werden sich zwangsläufig auseinandersetzen müssen und es sich auch nicht per se aussuchen können, ob es da ein verfahren gibt (weil der andere es betreibt)

      • „Ich würde sagen, dass man sich zu den Erfolgsaussichten beraten lassen sollte, bevor man etwas macht.“

        Kann ich nur ganz fett unterstreichen!
        Als Getroffener selbst sofort loszupreschen, ist wie in die offene Lanze des Gegners rennen.
        Nicht selbst Betroffene behalten in aller Regel (so sie ihren Job ernst nehmen und nicht selbst auf dem Kreuzzug sind) einen kühleren Kopf und argumentieren besonnener.

        „Ich finde man sollte da mit ALLEM abschließen und das Vergangene hinter sich lassen.“

        Wenn Du Kinder hast, KANNST Du nicht mit allem abschließen, die Zwerge werden Dich in die Nächte verfolgen, das garantier ich Dir. Sie sind den Rest Deines Lebens Gegenwart, nie Vergangenheit (außer, Du überlebst sie).

        Dein Fatalismus ist manchmal wirklich beunruhigend.

        • Fanatismus?? Bin ich gewalttätig etc? Ich bin eher passiv aussittend und akzeptierend. Würde meinen Kindern nichts tun, es aber im Sande verlaufen lassen. Gerade wenn ich mal ne neue Freundin will, ist das als Mann ha problematisch, da ich ja Papa für ihre Kinder spielen soll. Zwei Familien ist da eh echt übel. Daher einfach aussetzen und Öhrchen auf Durchzug.

        • „Fanatismus?? Bin ich gewalttätig etc?“

          Wohl dem, der Augen hat und lesen kann 😉

          Fatalismus ist deutlich was anderes, als Fanatismus.

    • @carnofis

      Ich würde sagen, dass man sich zu den Erfolgsaussichten beraten lassen sollte, bevor man etwas macht. Der reine Karrierevater, der die Kinder vor lauter Überstunden nicht gesehen hat und die Hausfrau, die soweit ihren Job mit den Kindern gut macht – da wird man schlicht wenig aussicht auf Erfolg bezüglich des Aufenthaltsbestimmungsrechts haben

  4. Pingback: Wie parteiisch oder politisch ist die Justiz im Familienrecht? | Alles Evolution

  5. Zugegeben, die Tendenz eher Mütterorientiert zu sein, ist beim Jugendamt und bei vielen Familienrichtern gegeben, aber so wie einige Männer dann dort auftreten, mit einer Attitüde die manchmal schon fast an Paranoia einer Feministin erinnert muss man sich auch nicht wundern, wenn sich an der tendentiell mütterorientierten Haltung in den Jugendämtern nichts geändert hat.
    Klar kann man sich darüber beklagen, dass man sich als Mann immer erst als gute Alternative beweisen muss, während es von den Müttern immer erstmal vorausgesetzt wird, das sie eine geeignete Bezugsperson für das Kind sind. Aber das ist leider nicht anders als ind er Arbeitswelt, wo Männer durchaus auch aufgrund ihres Potentiales befördert werden, wärend Frauen eher aufgrund ihrer Leitstung in Führungspositionen gehoben werden. Und oft benehmen sich Männer da nicht besser als jene Feministinnen, die sie selber scheisse finden.
    Ebenso wie viele Frauen sich lieber über gender Pay Gap beklagen, als sich als genauso wertvoller Mitarbeiter zu beweisen, und dann das gleiche Geld zu kassieren jammern viele diese Väter nur darüber, dass Jugendämter ihnen keinen roten Teppich ausrollen, anstatt zu demonstrieren, dass sie sich eine ebenso verantwortungsvolle Bezugsperson für das Kind sind. Und dass es ihnen nicht darum geht sich über ihre ex auszukotzen sondern für das Kind eine gedeiliche Lösung zu finden.
    Das ist es dann, ebenso wie bei den Netzfeministinnen, leider selbstverschuldetes Elend, wenn die Mitarbeiter vom Jugendamt oder die Familienrichter das Gefühl haben dass da zwei Eltern kein Interesse haben ihre Liebe zum Kind über den Hass auf den Ex-Partner zu stellen, dass sie lieber die Frau unterstützen.
    Klar werden Männer vom Gesetz diskriminiert, aber man kann sich jetzt hinsetzen und darüber weinen, oder man kann zusehen, dass man sich trotz der Diskriminierung durchsetzt. und ich kenne jetzt schon einige Männer die das mit langem Atem und vor allem einer deeskalierenden Haltung beim Jugendamt einiges an Unterstützung durchgesetzt haben.
    Wier leben nicht mehr zu zeiten meiner ersten Vaterschaftsanerkennung, wo mir der Jugendamtsmitarbeiter noch sagte: „Rechte haben sie mit der Unterschrift jetzt erstmal keine, denn wir gehen davon aus, dass jemand der die Mutter nicht heiratet es auich nicht wirklich ernst mit dem Kind meint“.

  6. Letztendlich wäre es am hilfreichsten, vor der Geburt des Kindes zu einer Väterberatung zu gehen, denn die meisten Fehler, die man für ein späteres Sorgerechtsverfahren macht, begeht man in den ersten Lebensjahren des Kindes.

      • – dass Männer sich immernoch gerne bereiterklären den Familienfinazierer zu spielen und dann ggf. auch noch Überstunden machen um das Einkommen der Mutter zu kompensieren.
        – dass Männer immer noch glauben das Frauen das Besser könnten und sich von verunsicherten Müttern in ihrer Erzieherrolle einschränken lassen (was im Extrem im Maternal Gatekeeping endet).

        Das wichtigste im Falle einer Trennung ist eine stabile Bindung zu den Kindern zu haben, welche nach der Trennung nicht einfach von der Mutter ersetzt werden kann.
        ich habe in den ersten Lebensjahren meines Sohnes zugesehen nicht mehr aus zwanzig bis 30 Stunden auswärts zu arbeiten und habe, als meine Tochter kam – auch bevor es Elterngeld gab – zwei Monate „freigenommen“ um für meinen Sohn da zu sein. Das hat eine Bindung aufgebaut, die mir beim Jugendamt und allen anderen Beratungsstellen, sehr viele Türen geöffnet hat.
        Durch diese Bindung war auch mein Sohn bereits mit 5 sehr klar darin seinen Wunsch zu äußern nicht auf mich verzichten zu wollen und zu mir nach Berlin zurück zu ziehen als die Mutter mit den Kindern nach Hamburg gezogen ist. Und das hat er auch gegenüber seiner Mutter vertreten,
        Hinzu kam sicherlich noch, dass ich von vornherein beim Jugendamt klar gemacht habe, dass es mir um meinen Sohn ging und nicht darum mich über meine Ex auszukotzen.

        • „Das wichtigste im Falle einer Trennung ist eine stabile Bindung zu den Kindern zu haben, welche nach der Trennung nicht einfach von der Mutter ersetzt werden kann.“

          Ja, das ist auf alle Fälle wichtig.

          „Hinzu kam sicherlich noch, dass ich von vornherein beim Jugendamt klar gemacht habe, dass es mir um meinen Sohn ging und nicht darum mich über meine Ex auszukotzen.“

          Leider steigern sich da einige rein und wollen dringend einen Privatkrieg darum, wer schuld ist führen. Und halten den Richter dann für parteiisch, wenn er das gar nicht hören will

        • @Fatherleft

          „– dass Männer sich immernoch gerne bereiterklären den Familienfinazierer zu spielen und dann ggf. auch noch Überstunden machen um das Einkommen der Mutter zu kompensieren.
          – dass Männer immer noch glauben das Frauen das Besser könnten und sich von verunsicherten Müttern in ihrer Erzieherrolle einschränken lassen (was im Extrem im Maternal Gatekeeping endet)“

          Interessanterweise erlebe ich da sozialen Druck auf Männer und Frauen, das genau so beizubehalten – ausgehend von den eigenen Eltern, ausgehend sogar vom Vorgesetzten(!).
          Der Mann hört ein „Lassen Sie mich aus Erfahrung sagen, mit Kindern sollte man nicht zu lange warten. Ihr Gehalt reicht auch für drei.“ – vom eigenen Chef anlässlich dier Hochzeit. Die Frau ein „Kinder brauchen ihre Mama! Warum bekommt man überhaupt Kinder, wenn man sie gleich wieder weggeben will?“ – von der Mutter ihres Partners angesichts des Plans, die Elternzeit zwischen beiden Eltern aufzuteilen und danach auf Fremdbetreuung zurückzugreifen. Das Leben ist schlimmer als jede Satire.

          Warum können nicht die Eltern gemeinsam und ergebnisoffen entscheiden, wie sie sich die Aufgabenteilung vorstellen? Was ist so schlimm daran, dass ein Mann einige Monate Elternzeit nimmt? Was kann er – abgesehen vom Stillen – nicht? Natürlich ist ein Mann schlechter in der Kinderpflege und – betreuung, wenn er das nie macht. Wie soll denn irgendwer ohne jegliche Übung zum Profi werden? Aber letztlich läuft es doch immer auf eins hinaus: Es ist das GEMEINSAME Kind, im Guten wie im Schlechten.

          • „Natürlich ist ein Mann schlechter in der Kinderpflege und – betreuung, wenn er das nie macht. Wie soll denn irgendwer ohne jegliche Übung zum Profi werden?“
            Aus eigener erfahrung sage ich mal, wenn man ihn lässt geht das ganz schnell. schließlich sind auch Frauen heutzutage, wo es keine Großfamilien mehr gibt in denen sie an kleinen Geschwistern oder den Kindern der großen Geschwistern üben können genau solche Dilletanten in der Kindeserziehung wie Männer es sind, wenn man sie das erste Mal auf ein Kind loslässt.
            Und wie hat das BGH mal in irgendeinem Verfahren gegen ein Jugendamt entschieden: Das Kind hat kein Anrecht auf perfekte Eltern.
            auch Eltern müssen sich da rein finden und das ist unabhängig davon, ob sie es gleich nach der Geburt machen, oder da erst mal für die finanzielle Absicherung sorgen. So wie das Familienrecht momentan aufgestellt ist muss man sich nicht wundern, wenn Chefs immer noch solche Sprüche bringen.

  7. Pingback: Warum man in gerichtlichen Verfahren so gut wie nie einen Befangenheitsantrag stellen sollte | Alles Evolution

  8. Pingback: Hass auf Rechtsanwälte und Richter | Alles Evolution

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s