Homosexualität und Ausweichsexualität

Auf seiner Seite Schantall und Scharia führt der ohnehin für einige noch zu besprechende Texte gute Fabian Köhler aus, warum der Islam zwar einiges an Homophobie, aber gleichzeitig auch einiges an Offenheit für Homosexualität zu bieten hat. (Exkurs: Eine differenzierte Betrachtung von einem intersektionalen Feministen, man wünschte sie würden das auch mal auf andere Bereiche übertragen, etwa: „Warum Männlichkeit zwar viele schlechte, aber auch gute Seiten hat, aber das ist bei einer „Tätergruppe“ nicht zu erwarten).

Sein Fazit ist:

Homophobie hat etwas mit Islam zu tun. Zu dieser Feststellung gehört aber auch ihr Gegenteil: Auch heute noch ist es für einen Heranwachsenden in der islamischen Welt viel wahrscheinlicher gleichgeschlechtliche Erfahrungen zu machen als für seine Altersgenossen im vermeintlich liberalen Westen. Islam bedeutet Gruppenmasturbation und Oralsex mit den pubertierenden Kumpels. Islam, das sind Männer, die Hände haltend arabische Straßen entlanglaufen und sich mit Küsschen überschütten. Islam ist Hamam-Besuch – nicht zur zum Baden. Islam bedeutet für Millionen von Menschen eine gleichgeschlechtliche Intimität, die für die meisten christlich-westlichen Heteros unvorstellbar ist.

Das alles macht die Toten von Orlando nicht wieder lebendig. Und es ändert auch nichts an der Verfolgung von Homosexuellen in der islamischen Welt, nichts an dem religiös legitimierten Hass, den sexuelle Komplexen, den Vorurteilen. Es ändert nichts daran, dass es Menschen immer wieder schaffen werden, die Welt tiefschwarz erscheinen zu lassen. So schwarz wie die Fahne des IS, zu dem sich Omar Mateen bekannte. Aber es erinnert daran, dass sie damit nicht recht haben: Die Welt ist bunt wie die Regenbogenfahne. Auch die islamische.

Ich möchte dabei gar nicht über den Islam diskutieren, sondern eher der Frage nachgehen, wie es dazu kommt, dass bestimmte Gesellschaften oder Gruppen einen anderen Zugang zur Homosexualität entwickeln.

Das Thema ist schon deswegen interessant, weil es auch gerne als Gegenargument zu einer biologischen Grundlage des sexuellen Begehrens (siehe hier Punkt 5) angeführt wird: Andere Kulturen oder Gruppen in der Zeit hätten eben dieses Problem nicht gehabt und wären ganz selbstverständlich für Homosexualität als Bestandteil ihrer Sexualität offen gewesen. Die Unterdrückung dieser Homosexualität hin zu einer „Zwangsheterosexualität“ sei ein Zeichen der modernen westlichen Gesellschaft, die Homophobie fördere

Etwas in dieser Art kommt sehr häufig als Argument und auch als Beleg dafür, dass viele Menschen homosexuelle Neigungen haben. Übliche Argumente sind auch, dass Seeleute, Söldner, Gefangene oder andere Gruppen abseits des überwachenden Einflusses der Gesellschaft eben immer wieder eine Kultur entwickeln würden, bei dem Homosexualität gelebt wird. Auch die alten Griechen oder die afghanische Gesellschaft werden hier gerne angeführt.

Meine Vermutung zur Erklärung dieser Phänomene wäre eine andere:

  • Wir sind mit einer bestimmten Ausrichtung geboren, die zumeist Heterosexuell ist, aber auch Homosexuell oder andere Mischformen umfasst.
  • Wir finden gemäß dieser Ausrichtung Menschen attraktiv. Diese lässt sich nicht ändern.
  • Wir finden unabhängig davon Stimulationen unser Genitalien anregend und das gerade von einer anderen Person. Blasen oder Analverkehr oder lesbische Praktiken können dabei weitaus erregender sein als Selbstbefriedigung
  • In Gesellschaften, die einem die Ausübung unverbindlichen Sex stark erschweren wird es immer wieder zu Ausweichverhalten kommen. Das kann dadurch erfolgen, dass man sich selbst befriedigt, beispielsweise unter Zuhilfenahme von Pornos zur Reizerhöhung. Oder eben zu einem Ausweichen auf Gleichgeschlechtliche.

Folge wäre, dass solche Praktiken wie oben geschildert verstärkt in technisch rückständigeren Gesellschaften (kein Internet, wenig privater Zugriff auf einen Computer, verengte Lebensverhäktnisse) und in solchen Gesellschaften, die die Sexualität besonders einschränken auftreten müsste (ein Gruppenwichsen lohnt sich nicht, wenn man die Option hat, dass es ein sexuell interessanter Partner übernimmt, ist aber ganz klar, dass man dazu heiraten muss, wird es eine realere Option, ebenso dann, wenn man zB in einem Jungeninternat ist oder anderweitig der Kontakt zu Frauen stark eingeschränkt ist). Es bliebe dabei, dass die Anzahl der tatsächlich Homosexuellen relativ gering bleibt. Allgemeine homosexuelle Praktiken würden sich nach dieser Theorie in moderneren Gesellschaften eher nicht durchsetzen.

Evtl könnte ein solche Verhalten auch dadurch begünstigt werden, dass Homosexualität so verpönt ist, dass Signale wie „Händchenhalten“ damit nicht in Verbindung gebracht werden und evtl auch „Ausweichsexualität“ damit nicht in Verbindung gebracht wird, weil es aufgrund der Knappheit anderer sexueller Möglichkeiten eben nicht als Begehren des anderen, sondern nur als Sexualität angesehen wird (was beispielsweise zu dem Bild passt, dass in afghanischen Bergen der Lustknape durchaus noch eine Verbreitung hat, der Vorwurf der Homosexualität aber dennoch als Beleidigung angesehen wird).

Sehr starke patriarchale Gesellschaften, wie es viele islamische sind, und eine Betonung der Heterosexualität würden also evtl dieses Klima schaffen. Sexuelle Freiheiten hingegen würden die Heterosexualität fördern.

Hier auch noch ein interessanter Teil aus einem Buch über den Umgang mit Homosexualität im Islam:

“As with so much else in the sexual realm, Islamic norms differ profoundly from Western ones. The authors establish several points:

(1) Islam treats homosexuality far less harshly than does Judaism or Christianity.

(2) Sex between men results in part from the segregation of women and in part from the poetic and folk heritage holding that the penetration of a pretty boy is the ultimate in sexual delight.

(3) Sex between men is “frowned upon, but accepted” so long as the participants also marry and have children; and also if they keep quiet about this activity.

(4) The key distinction is not hetero vs. homosexual but active vs. passive; men are expected to seek penetration (with wives, prostitutes, other males, animals); the only real shame is attached to serving in the female role.

(5) Youths usually serve in the female role and can leave behind this shame by graduating to the male role.

(6) The great Muslim emphasis on family life renders homosexuality far less threatening to Muslim societies than to Western ones (Muslim men seeking formally to marry each other remains unimaginable).”

Die Betonung, dass man der „Aktive“ sein sollte spricht ebenfalls dafür, dass es nicht einfach eine Akzeptanz der Homosexualität ist, sondern eher eine Ausweichsexualität, bei der einer die Rolle der „Ersatzfrau“ übernehmen muss. Es wird schlicht als etwas gesehen, was man macht, um seinen Trieb auszuleben, nicht als etwas, was eine Beziehung zu einer Frau ersetzt. Eine höhere Offenheit aus dem Bereich mag auch dadurch entstanden sein, dass die Möglichkeit zur Vielehe eine Frauenknappheit begünstigt und damit Ersatzhandlungen attraktiver macht.

 

„Über Männer herzuziehen ist feministisches Virtue Signalling“

Genderama zitiert einen interessanten Text, den ich auch hier einmal zur Diskussion stellen möchte:

As a student at a women’s college, there is nothing more disturbing for me to see than the male-bashing pervasive throughout my campus culture. From jokes about the fragility of masculinity to giving trigger warnings for any mention of men, I see an absurd level of distrust, scorn and contempt towards men coming from my feminist peers.

While the male-bashing antics at my school may be exceptional, since I’m at a women’s college, this type of competitive male-bashing happens at other colleges too. At every institution, men are demonized while women are exalted.

This paradigm pervades society. Male bashing is sacrosanct to feminist virtue signaling. Feminists demonize men, particularly college men, to establish their own moral high ground. Nowhere is this more common than on college campuses.

This feminist war on college men must end. Not only is it unjust, but it is disastrous for gender harmony.

(…) According to contemporary feminism, the choice religion among female college students, men can’t do anything right. They manspread, they mansplain, they are all potentially violent, and they suffer from the incurable ailment of toxic, yet fragile, masculinity.

When college begins, males lose the inculpability that childhood confers just as their female compatriots discover feminism. Since children can do no wrong, boys aren’t problems in feminist parlance until they become men. Where do boys become men? Often, this happens on college campuses. As soon as they become men, they are under attack.

So, how can feminists end the disastrous war they’ve waged on college men?

First, to borrow an imperative from safe-space culture, feminists must assume good-intentions from men. The world will never be a safe space for men if feminists fail to uphold safe space guidelines with interacting with them. Failing to assume good intentions leads to an environment where male bashing becomes a competitive sport.

As Nahema Marchal wrote in Heat Street, „To use social justice terms, the only thing [male bashing] does is essentialize and alienate an entire demographic to the point of harming the very cause of progress.“

Indeed, this harms progress. Feminists should not promote rhetoric that casts men as a class in a negative light. Men’s Rights Activists would benefit their cause if they stopped denigrating women as a class, too.

(…) Second, feminists must support due process for men facing allegations of sexual misconduct. Since the release of the 2011 Dear Colleague Letter, there have been dozens of cases of men suspended from college without due process. Feminists have tarnished the public image of men to the point where men are often assumed to be guilty before they can even claim innocence. Due process ameliorates this unfortunate circumstance.

(…) Feminists can still support rape-victims while supporting due process. The two are not mutually exclusive.

Finally, feminists must adopt men’s causes as their own. These causes include poor male academic achievement, discrimination in the court and legal system, and many other issues. With this, men will stop being resentful that their interests have been forgotten by mainstream activism movements.

Feministische Theoriewoche II: „Feminismus hasst Männer nicht“ vs. „Männlichkeit ist für alles Unglück dieser Welt verantwortlich“

Dieser Beitrag ist Teil der feministischen Theoriewoche Teil 2: Widersprüche im Feminsmus.

Das heutige Thema ist

„“Feminismus hasst Männer nicht“ vs. „Männlichkeit ist für alles Unglück dieser Welt verantwortlich““ 

Das Problem ist hinreichend bekannt: Dem Feminismus gelingt kaum eine Abgrenzung dazu, dass er sich einerseits dagegen wehrt, dass er Männer hassen soll, aber andererseits Männer als Unterdrücker der Frauen ansieht, die sich den Kuchen nehmen und den Frauen die Krummen lassen. Männliches Verhalten oder das Einnehmen hoher Positionen wird als Feindseligkeit gegen Frauen und Festhalten und Beitragen zu derer Unterdrückung angesehen und es gibt wohl kaum einen Mann, der von entsprechenden Verhalten ganz freigesprochen werden kann, allenfalls geht es um Abstufungen von fehlerhaften Verhalten.

Die Unterteilung in „Gute Männer“ ist eher eine Unterteilung in „weniger schlechte Männer“ bzw. „ich schau nicht so hin, weil er mein Freund/mein Vater/mein Bruder ist“.

Lässt sich der Widerspruch hier tatsächlich auflösen?

Selbermach Samstag 196 (23.07.2016)

Welche Themen interessieren euch, welche Studien fandet ihr besonders interessant in der Woche, welche Neuigkeiten gibt es, die interessant für eine Diskussion wären und was beschäftigt euch gerade?

Welche interessanten Artikel gibt es auf euren Blogs? (Schamlose Eigenwerbung ist gerne gesehen!)

Welche Artikel fandet ihr in anderen Blogs besonders lesenswert?

Welches Thema sollte noch im Blog diskutiert werden?

Für das Flüchtlingsthema gibt es andere Blogs

Ich erinnere auch noch mal an Alles Evolution auf Twitter und auf Facebook.

Feministische Theoriewoche II: „Frauen werden in Geschlechterrollen gezwungen, die für sie schädlich sind vs. Wenn Frauen mehr beteiligt werden, dann wird ihr Anderssein eine Menge Vorteile bringen“

Dieser Beitrag ist Teil der feministischen Theoriewoche Teil 2: Widersprüche im Feminsmus.

Das heutige Thema ist

„“Frauen werden in Geschlechterrollen gezwungen, die für sie schädlich sind vs. Wenn Frauen mehr beteiligt werden, dann wird ihr Anderssein eine Menge Vorteile bringen“ 

 

Frauen sind gleichzeitig Opfer ihre Geschlechterrollen und Gleichzeitig sind diese ihre Stärke.

  • Mit Frauen gibt es keine Kriege, weil sie friedlicher sind (Sie wurden zu Geschlechterrollen erzogen, in denen sie Konflikte meiden und sich nicht durchsetzen)
  • Frauen sind komunikativer und persönlicher, sie setzen sich mehr für Mitmenschen ein (Frauen werden dazu erzogen die Carearbeit zu leisten und sich für alles verantwortlich zu fühlen)
  • Frauen gebären Leben und sind wie eine Mutter zu allen (Über die Mutterrolle werden Frauen unterdrückt)
  • Frauen sind frei von Statusstreben und Machoallüren (Frauen wird anerzogen genügsam zu sein und sie lernen nicht egoistisch oder durchsetzungsstark zu sein)

Ich denke anhand der Beispiele wird deutlich, was ich meine. Theoretisch versucht der Feminismus das wieder abzufangen, in dem er lediglich darauf abstellt, dass es dabei nur um Gruppenperspektiven geht und so Interessen von Frauen eher respektiert werden. Wenn diese dann aufgezählt werden, dann sind wir meist wieder darin, dass etwa diese „mehr Rücksicht auf die Kinderbetreuung nehmen“ während andererorts diese gleich wieder Mittel der Unterdrückung ist.

Lässt sich dieser Konflikt auflösen?

Feministische Theoriewoche II: „Rollenbilder führen zu schwachen Frauen“ vs. „Frauen sind genauso stark wie Männer, sie werden nur unterdrückt“

Dieser Beitrag ist Teil der feministischen Theoriewoche Teil 2: Widersprüche im Feminsmus.

Das heutige Thema ist

„“Die Erziehung der Frauen bewirkt, dass diese schwach sind vs. Frauen werden durch das Patriarchat gehindert, sind sonst aber genau so fähig und es ist reiner Sexismus, sie nicht nach oben zu lassen“ 

Der Feminismus leidet darunter, dass er Theorie eher als Versatzstück sieht und sie beliebig austauscht, solange es eine Unterdrückungsgeschichte rechtfertigt.

Dabei konkurrieren zwei Unterdrückungsgeschichten miteinander:

In der ersten werden bereits Mädchen so erzogen, dass sie später keine Chance haben. Hier wird alles verarbeitet, was Geschlechterunterschiede so hergeben: Mädchen spielen nicht mit dem richtigen Spielzeug, also können sie ihr räumliches Denken nicht trainieren, Jungen aber schon, deswegen sind sie später Physiker und Frauen nicht. Mädchen wird nichts zugetraut, Jungen aber schon, deswegen sind diese mutiger und experimentierfreudiger und entwickeln auch mehr Selbstvertrauen. Mädchen hören alle möglichen Vorurteile und sobald man sie daran erinnert, dass sie Mädchen oder später Frauen sind, fallen sie in sich zusammen und können gar nichts mehr, weil man ihnen beigebracht hat, dass Mädchen nichts können. Ihnen wurde beigebracht, dass Mädchen schlechter sind als Jungs, deshalb können sie als Frauen mit Männern nicht konkurrieren.

In der zweiten Unterdrückungsgeschichte haben wir hochkompetente Frauen, die in allen Bereichen genau so gut wären. Sie wären gute Führungspersönlichkeiten, sie wären in allen Punkten genau so gut wie Männer, aber das Netzwerk der Männer hält sie zurück und bösartige männliche Chefs (weiße heterosexuelle Männer allesamt) bremsen diese hochgradig fähigen Frauen aus, zum Nachteil der eigenen Firma und der Gesellschaft. Jeder Hinweis darauf, dass Frauen schlechter wären verbietet sich in dieser Geschichte. Natürlich würden Frauen gleich gut abschneiden, wenn sie nur die Gelegenheit hätten sich zu beweisen.

Das sich diese Geschichten ausschließen fällt dabei gar nicht auf. Wären die Frauen durch die Erziehung (die üblicherweise Frauen ausüben, aber das wäre ein weiterer Widerspruch) quasi „verkrüppelt“, dann bräuchte es keinen Sexismus, damit Männer die bessere Entscheidung wären. Die Männer wären dann tatsächlich besser. Die Generation derer, die nur mit Puppen, aber nicht mit Bauklötzen spielen durften, hätte bereits deswegen ein schlechteres räumliches Denken. Es wäre kein Sexismus zum Zeitpunkt des Studiums, dass sie keine Physiker werden, es wäre bereits weit vorher geschehen. Es wäre zu erwarten, dass Frauen in bestimmten Bereichen schlechter abschneiden, würden sie es nicht, dann wäre die Theorie, dass die frühe Erziehung ihnen den Weg verbaut widerlegt. Die Erziehung hätte dann keinen Einfluss. Wenn aber Frauen schlechter abschneiden, dann wäre es wiederum auch kein Sexismus, wenn man sie nicht einstellt. Es wäre vielmehr eine nachvollziehbare Entscheidung, dass man keine Person in diesen Positionen haben will, die sich als schlechter ansehen, wenn sie mit „Guten Tag Frau X“ begrüßt werden.

Das die Geschlechterrollen aber keinen Einfluss haben ist wiederum auch nicht denkbar im Feminimus. Man braucht also starke Frauen, die es aber den Geschlechterrollen nach nicht geben darf, denn diese erfordern ein Opfer.

Ist der Widerspruch auflösbar?

Feministische Theoriewoche II: „Das Private ist politisch“ vs. „Choice Feminismus“

Dieser Beitrag ist Teil der feministischen Theoriewoche Teil 2: Widersprüche im Feminsmus.

Das heutige Thema ist

„“Das Private ist politisch“ vs. „Choice Feminismus““ 

Dabei geht es darum, dass der Feminismus sich einerseits dafür ausspricht, dass jede Frau so handeln kann wie sie will und frei sein soll von Rollenzuweisungen, gleichzeitig aber bestimmte Verhaltensweisen anfordert und als richtig ansieht, weil sie einer Befreiung der Frau aus einer bestimmten Rolle dienen.

Ein entgegenstehendes Verhalten ist dann falsch, es darf kritisiert werden, es darf gefordert werden, dass man dieses Verhalten Frauen erschwert, weil ein anderes Verhalten richtig ist.

Und das gilt natürlich auch für Männer. Auch diese müssen sich daran halten, dass das private politisch ist und dürfen sich nicht so verhalten, wie sie wollen, sondern so, wie es richtig ist. Es gilt sogar noch mehr für sie.

Der Feminismus stellt sich einerseits als eine Ideologie dar, die von Verhaltenszwängen befreit, aber gleichzeitig fordert sie gewisse Verhaltensweisen, weil nur eine wirklich befreite und moralische Position ein bestimmtes Verhalten zeigen würde und jedes andere Verhalten ausschließen würde, weil es falsch ist. Allenfalls kann man den Zwang entkommen, wenn man bestimmte Verhaltensweisen ausdrücklich unter Hinweis darauf, dass man ihre unterdrückende Wirkung kennt, aber sie trotzdem, quasi als Wiederaneignung dieses Prozesses für die Frau an sich betreibt, um sie von ihrer unterdrückerischen Wirkung zu reinigen. Dann wieder kann eine befreite Frau auch Spass daran haben, zB im Sex der unterwürfige Sexsklave eines Mannes zu sein, soweit klar ist, dass sie das aus einer feministischen Position macht. Diese wiederum kann natürlich jede Feministin nach belieben anzweifeln und darauf abstellen, dass das private Politisch und so etwas zu unterlassen ist, da es nicht Ausdruck des freien Willens ist.

Beide Positionen scheinen mir unausweichlich in einem Dauerkonflikt zu liegen, der sich nie auflösen lässt. Kann in solchen Fällen eine klare Position gefunden werden?