Feministische Theoriewoche II: „Feminismus hasst Männer nicht“ vs. „Männlichkeit ist für alles Unglück dieser Welt verantwortlich“

Dieser Beitrag ist Teil der feministischen Theoriewoche Teil 2: Widersprüche im Feminsmus.

Das heutige Thema ist

„“Feminismus hasst Männer nicht“ vs. „Männlichkeit ist für alles Unglück dieser Welt verantwortlich““ 

Das Problem ist hinreichend bekannt: Dem Feminismus gelingt kaum eine Abgrenzung dazu, dass er sich einerseits dagegen wehrt, dass er Männer hassen soll, aber andererseits Männer als Unterdrücker der Frauen ansieht, die sich den Kuchen nehmen und den Frauen die Krummen lassen. Männliches Verhalten oder das Einnehmen hoher Positionen wird als Feindseligkeit gegen Frauen und Festhalten und Beitragen zu derer Unterdrückung angesehen und es gibt wohl kaum einen Mann, der von entsprechenden Verhalten ganz freigesprochen werden kann, allenfalls geht es um Abstufungen von fehlerhaften Verhalten.

Die Unterteilung in „Gute Männer“ ist eher eine Unterteilung in „weniger schlechte Männer“ bzw. „ich schau nicht so hin, weil er mein Freund/mein Vater/mein Bruder ist“.

Lässt sich der Widerspruch hier tatsächlich auflösen?

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48 Gedanken zu “Feministische Theoriewoche II: „Feminismus hasst Männer nicht“ vs. „Männlichkeit ist für alles Unglück dieser Welt verantwortlich“

  1. Für mich ist das eine Reinkanation der katholischen Kirche.

    Der Mann ist mit der Erbsünde Männlichkeit belastet. Er ist von Geburt an schuldig und kann sich vielleicht durch Taten als Ally reinwaschen.

  2. Feministen hassen Männer nicht. Sie hassen nur Männer die sich wie Männer benehmen.

    Aber wer Feministinnen kritisiert und kein/e Feminist/in sein will, hasst auf jeden Fall alle Frauen.

    • Ich habe das mal ähnlich ausgedrückt und gesagt, die hassen keine Männer per se, sondern Männlichkeit. Solange Männer ihre Männlichkeit definieren, wie es Feministen wollen, haben sie weniger Probleme mit ihnen.

    • „Aber wer Feministinnen kritisiert und kein/e Feminist/in sein will, hasst auf jeden Fall alle Frauen.“

      Moment – Frauenhasser kann man nur sein, wenn man Frauen mehr haßt als Frauen Frauen hassen. Und das ist verdammt noch mal nicht einfach!

      • Dieser Frauenhass ist besonders bei männlichen Feministen prominent, gegenüber Frauen, die nicht an den Feminismus glauben.
        Man schaue sich nur einmal dieses Video an:

        Kredo des Male Feminist:
        >Du bist dumm, hast keine Ahnung, lass mich dir erklären, wie du als Frau dich unterdrückt zu fühlen hast und was der Feminismus auch für dich tun kann

    • Der Spruch klingt echt gut – aber ich wäre hier doch vorsichtig.

      Nehmen wir an, daß Jesus jeden Menschen liebt. Nehmen wir ferner an, daß jeder Mensch ein Sünder ist. Aus diesen beiden Annahmen folgt sicher nicht, daß Jesus jeden Menschen als Sünder liebt.

      Ich bin zwar kein Theologe, aber ich wäre mir einigermaßen sicher, daß Jesus keinen Menschen als Sünder liebt.

      Wenn Jesus also die Sünder liebt, dann eher so wie ein Kleinkind, das einen Quantenphysiker liebt – nämlich als Papa, oder als Onkel oder als (verkleideten) Weihnachtsmann. Wenn Jesus die Sünder liebt, dann z. B. als Geschöpfe, die den göttlichen Funken in sich tragen, oder irgend so was.

      (Ähnlich muß man übrigens auch bei diesem Spruch denken: „Jeder liebt den Verrat – aber keiner liebt den Verräter“. Hier verschwindet die Pointe, wenn man nicht dazudenkt „… – aber keiner liebt den Verräter als Verräter“. Denn natürlich werden viele Verräter geliebt, z. B. als Ehemann oder als König.)

      So, und wenn wir jetzt zutreffender sagen: „… – aber liebt den Sünder (wenngleich nicht als Sünder, sondern als …)“, dann bildet diese Fortsetzung eben keinen Gegensatz mehr zu Deinem Vordersatz „Jesus hasst die Sünde …“, sondern ergänzt diesen Vordersatz einfach nur harmonisch. Das ist nicht falsch oder verkehrt, aber es verschwindet dann jene Pointe, die man mit solchen tollen Sprüchen eigentlich inszenieren will.

      Darum scheint mir die starke Wirkung Deines Spruches auf einem Mißverständnis zu beruhen.

      • „Darum scheint mir die starke Wirkung Deines Spruches…“

        Hätte ich eine Möglichkeit gehabt, die Wirkung des Spruches tatsächlich zu messen, hätte ich sie ergreifen mögen.

        Meine Assoziationen waren im Wesentlichen zweierlei:
        1) Für die meisten Feministinnen gibt es Personen mit Y-Chromosom, die sie mögen oder zumindest nicht hassen. Das ist die Ebene, auf die du anscheinend auch abzielst. Wenn die Eigenschaften als Person das Gift der toxischen Maskulinität in einem Individuum überwiegt – was oft vorkommt – dann kann nicht von Hass die Rede sein -> Feministin hasst nicht alle Männer, genauer: Personen, die ohne Eigenverschulden leider auch Mann sind.

        2) Jesus bekommt diese Grätsche hin, weil er Gott ist. Wer also bei dem Spruch ausruft: „Ja, GENAU! Ich auch.“ schätzt sich selbst gottgleich ein.
        Das fand ich im Zusammenhang mit Feministinnen lustig.

        • Ach so. Dann hab‘ ich Deinen Spruch oben völlig falsch verstanden. Sorry!

          Ich hab‘ gedacht, Du würdest das ganz einfach und ganz wörtlich meinen, sozusagen ohne Hintergedanken.

  3. Ich finde, nicht nur das Problem ist „hinreichend bekannt“. Der Feminismus ist hinreichend bekannt. Und fast hinreichend tot.
    Reicht es nicht, ein totes Pferd zu reiten? Muss man auch noch andere dazu ermuntern, mit aufzusteigen?
    Aber erzählt mal, wohin soll der Ritt denn gehen?

    • Hi Goldwaescher,
      na, was macht unser „guter männlicher Mann“?

      Also, neben dem Umstand, dass du uns – ähnlich wie der vorherrschende Feminismus, nur mit anderem Inhalt – bestimmte normative Geschlechtervorstellungen andrehen willst sowie deiner anti-linken Grundhaltung, die sich selbst gegen linke Männerrechtler richtet – bye the way, wolltest du die lächerliche Rezension nicht langsam mal löschen? Dann würde ich auch die andere löschen – fällt mir dein ideologischer Anti-Intellektualismus auf, dem es offenbar schwer fällt, nachzuvollziehen, dass Menschen ein Bedürfnis haben können sich tiefergehend intellektuell mit Dingen auseinanderzusetzen.
      (Ich meine nun tatsächlich ideologischen Anti-Intellektualismus und wollte dich nicht als dumm bezeichnen.)

      Es wäre vielleicht nicht schlecht, dir mal Gedanken darüber zu machen, dass Menschen in erster Linie Individuen sind und sich daher in ihren Interessen, Vorlieben, Abneigungen etc. deutlich unterscheiden können.
      Und daran – an der individuellen Persönlichkeit – scheitern deine Ratschläge, womit wir uns beschäftigen sollten und womit nicht – diese sind nämlich stets auf dich und deine Neigungen, Interessen etc. zugeschnitten, aber nicht unbedingt auf meine oder die anderer Leser hier.

      An der menschlichen Individualität zerschellen übrigens auch deine geschlechter-essentialistischen Ratschäge, wie der „wahre Mann“, der „gute männliche Mann“ usw. – zu sein hat.
      Was in deinem Konzept der „wahre Mann“, der „gute Mann“, der „männliche Mann“ etc. sein soll und was der so tun und lassen soll, hat nämlich oftmals wenig Relevanz für das konkrete Individuum, das vielleicht anders ist und eine andere Art der Selbstverwirklichung wünscht und braucht als dein eindimensionales Konzept es vorsieht.

      Ich teile da die Vorstellungen Arne Hoffmanns, dass jedes Individuum hinsichtlich seiner geschlechtsbezogenen Identität so sein und leben können soll, wie es ist und sein will, solange es dadurch die Rechte und Freiheiten anderer Menschen nicht verletzt:

      “Als Alternative sowohl zum Traditionalismus (“Männer müssen hart sein und dürfen nicht jammern”) als auch zum Genderismus (“Männlichkeit ist eine Art Krankheit, von der die Menschen geheilt werden müssen”) fordert linke emanzipatorische Männerpolitik den Respekt vor jedem Individuum, wie es ist und sein will, solange es andere Menschen dadurch nicht schädigt. Jeder Versuch, menschlichen Individuen ein autoritäres “Du sollst” bezüglich ihrer geschlechtsbezogenen Identität in den Kopf zu setzen wird von dieser linken Männerpolitik radikal abgelehnt: die traditionalistische Botschaft: “Sei ganz Mann” ebenso wie die genderistische Botschaft “Sei so wenig männlich, wie es geht”. Beide Botschaften sind zwei Seiten derselben Medaille, da beide die geschlechtsbezogenen Identitäten von Männern und Frauen gemäß bestimmter Rollenvorgaben strukturieren wollen. Erst jenseits solcher Dogmen beginnt die Freiheit. Nur wenn man über beide Ideologien hinausgeht, hat man es mit einem wirklich emanzipatorischen Ansatz zu tun. Denn Emanzipation bedeutet, sich von den Zwängen einer fremdbestimmten Männerrolle zu befreien.”

      (aus: Arne Hoffmann – Plädoyer für eine linke Männerpolitik, 3. Kapitel: Geschlechterrollen – Männer emanzipieren sich, S. 90 f.)

      Was mich persönlich angeht, so pfeife ich daher darauf, was mir irgendwer als die einzig angemessene Männlichkeit unterjubeln will und auch dein Slogan „How pussy are you?“ berührt mich nicht.
      Ich bin nicht hier um den „wahren“, „richtigen“, „guten“ Mann zu verwirklichen, weder den „traditionellen Mann“, noch den „neuen Mann“, nicht den „feministischen Mann“ und auch nicht deinen „guten männlichen Mann“- ich verwirkliche allein mich (hier verstanden im Sinne der humanistischen und existenziellen Psychologie, nicht in einem egoistischen Sinne).

      Vielleicht möchtest du dich ja mal ein bißchen mit Persönlichkeitspsychologie beschäftigen und versuchen eine bessere Kenntnis und größere Wertschätzung der Vielfalt menschlicher Persönlichkeiten zu gewinnen. Daher weise ich an dieser Stelle mal auf zwei Bücher hin, die ich diesbezüglich für hilfreich halte:

      1. John M. Oldham & Lois B. Morris – Ihr Persönlichkeits-Portrait
      Warum Sie genauso denken, lieben und sich verhalten, wie Sie es tun

      http://www.bol.de/shop/home/suche/?sq=Ihr+Pers%F6nlichkeits-Portrait&sswg=ANY&timestamp=1469007314528

      Bietet m.E. einen guten, fundierten und verständlichen Überblick über die verschiedenen Persönlichkeitsstile, die sich – in Abgrenzung von Persönlichkeitsstörungen – als die gesunden Varianten der jeweiligen Persönlichkeitsorganisationen verstehen lassen, von denen die Persönlichkeitsstörungen die pathologischen Varianten darstellen. Beides wird dargestellt, die Persönlichkeitsstörungen und die Persönlichkeitsstile, der Schwerpunkt des Buches liegt aber auf den Persönlichkeitsstilen, also den nicht-pathologischen Varianten der verschiedenen Persönlichkeitsorganisationen.

      2. David Keirsey & Marilyn Bates – Versteh Mich Bitte
      Charakter- und Temperament-Typen

      http://www.bol.de/shop/home/suchartikel/versteh_mich_bitte/david_keirsey/EAN9780960695447/ID6316821.html?jumpId=6934863&suchId=7af0f6d6-77cb-4594-9542-e0506fe1f410#descriptionToggle

      Das könnte für dich leichter zugänglich sein, da es sich um eine Weiterentwicklung der Persönlichkeitstypologie von Carl Gustav Jung handelt und auf den hast du dich ja schonmal in einem anderen Zusammenhang bezogen. Zwar besitzt die Übersetzung des Buches leider Schwächen und hinsichtlich der empirisch-wissenschaftlichen Fundierung des dargestellten Modells gibt es Kritikpunkte, aber m.E. trotzdem ein gutes Buch, das viele interessante und wertvolle Gedanken zur Vielfalt menschlicher Persönlichkeiten beinhaltet, die sich mit meinen Erfahrungen zum Teil gut decken.

      Nichts zu danken, Thomas.

    • Feminismus ist „fast hinreichend tot“? Wie kommst du denn auf dieses Schmale Brett?
      Auf Twitter wurde gerade eine anti-feministische persona non grata permanent gebannt.
      In den USA schickt sich eine Karrierefeministin an, Präsidentin zu werden.
      In der ganzen westlichen Welt werden „Neinheißtnein“-Gesetzgebungen umgesetzt oder mindestens auf höhster Ebene diskutiert.
      Das gleiche gilt für Frauenquoten.
      Gleichstellungsbeauftragte dürfen in Deutschland nur Frauen werden.
      Wagt es eine dieser Frauen, in ihrer Arbeit sich auch um Männer zu kümmern, wird sie gefeuert.
      Die Medien, insbesonders die linken, sind durch und durch feministisch unterwandert.
      An Universitäten werden „Safe Spaces“ für alles außer weiße, heterosexuelle Männer eingerichtet.
      Frauen können Männern das Leben zur Hölle machen, und das sogar noch als Abschlussarbeit verkaufen und werden dafür landesweit gefeiert.
      Feministen haben genug Macht, um Nobelpreisträger zu vernichten weil sie einen dummen Spruch über Frauen machten, der komplett aus dem Kontext gezogen wurde oder andere Wissenschaftler zu zwingen, sich unter Tränen bei allen Frauen dieser Welt für ein T-Shirt zu entschuldigen.
      An Schulen sollen Jungen feministisch umerzogen werden, ihnen soll schon im frühsten Kindesalter eingehämmert werden, dass sie und ihre Männlichkeit brutal und gefährlich ist.
      Es gibt tausende. staatlich finanzierte Frauenhäuser aber kaum eines für Männer, und das obwohl Männer so ziemlich überall häufiger Opfer werden als Frauen.
      Frauen werden fast überall milder bestraft als Männer für die gleichen Verbrechen, und keine Sau interessiert es.
      In New York können Männer verhaftet werden, weil sie in der Bahn ihre Knie nicht zusammen gehalten haben.
      In London wird Werbung verboten, wenn sie idealisierte Frauen in knapper Bekleidung zeigt, auch hier wird das besonders von den Grünen öfter diskutiert.
      Man könnte ewig so weiter machen. Der Feminismus ist alles andere als tot, im Gegenteil er ist – obwohl er immer noch gerne so tut – keine Grasswurzelbewegung mehr, sondern an den höchsten Positionen der Macht längst angekommen und etabliert.

      • Dem kann ich nur zustimmen; die Idee, dass die steigende Hysterie auf einen unkontrollierten Zusammenbruch des Feminismus hindeutet ist vor allem Wunschdenken von linken Männerrechtlern, die schon gar nicht mehr glauben können, dass man mit solcher Politik problem öffentliche Mehrheiten gewinnt.

        Sollte Hillary wirklich gewinnen (und danach sieht es leider aus), dann werden wir wohl noch ganz andere Sachen erleben.

        Durch die Menge an alleinerziehenden Müttern und Frauen, die aufgrund ihrer eigenen Hypergamie alleine bleiben bildet sich langsam aber stetig ein Reservoir an Frauen, das für radikalfeministische Rhetorik sehr anfällig ist. Wenn nur ein kleiner Teil davon die radikalfeministische Argumentation dann wirklich übernimmt, dann sind das trotzdem noch Millionen, die aktiv in die Gesetzgebung einwirken. Das sind Demographische Entwicklungen und nicht etwas, das grundsätzlich politisch bekämpft werden kann.

        • Als in letztens bei Arzt war, laß ich in einem Focus das überlegt wird den Eltern ein Stimmrecht für ihre Kinder bei wahlen zu geben. Weiß aber nicht wie alt der Focus war.

          Das der entsorgte Vater ein Stimmrecht für die Kinder bekommt scheint mir recht unwahrscheinlich, die getrennterziehende Mutter hingegen…

        • @toxic

          „Das sind Demographische Entwicklungen und nicht etwas, das grundsätzlich politisch bekämpft werden kann.“

          Ich dachte, Demographie spielt keine Rolle, weil wir alle nur Kosten sehen, unsere eigenen Gene zu replizieren. Wie paßt das zusammen?

        • @ Elmar

          Solange du Mehrheiten in einem politischen System gewinnst (und diese eben auch durch feministische Rhetorik ausnutzt), dann ist es demographisch sehr wohl der Fall, dass diese Verhältnisse eine Rolle spielen, solange wir in einer Demokratie leben.

          Alleinerziehende, wenn sie eine absolte Mehrheiten stellen sollten, werden z.B. immer mehr und mehr Transferleistungen von Männern fordern, bis dass der Sozialstaat unter den Ansprüchen zusammenbricht. Das ist trivialerweise z.B. in der schwarzen Community in Amerika bereits passiert; die Rechnung zahlen dort in der Regel, weisse verheiratete Männer.

          Zudem kennt der Mensch instinktiv die Kosten der genetischen Reproduktion nicht, sonst wären wir bereits ausgestorben. Kinder erfordern eine grosse Aufopferung, die du in der Regel nur auf dich nimmst, weil sich Sex gut angefühlt hat und weil du evolutionär darauf programmiert wurdest im Notfall dein Kind mit deinem Leben zu schützen, etwas was du für beliebig andere Kinder, die du nicht kennst, nicht tust.

  4. Feministen hassen Männer nicht. Sie glauben nur dass Männer ein Gesellschaftssystem errichtet haben und aufrechterhalten, welches Frauen unterdrückt und Männer bevorzugt.
    In diesem System werden Frauen systematisch schlechter bezahlt, ausgebeutet, sexuell erniedrigt und vergewaltigt, sowie verbal und physisch angegriffen.
    Fakten gibt es dafür keine.
    Aber Feministen hassen Männer nicht.

    • Ich kannte einmal einen netten schwulen Therapie-Zimmerkameraden,der mir versicherte, es gäbe keine schlimmeren Männerhasser als Lesben.

      Erst heute, 20 Jahre später, leuchtet mir das ein.

      Es gibt keine besseren Frauenversteher als nette Männer, oft mit Lesben verheiratet.

      Der perfekte Hausmann, tierlieb, devot, Samenspender …..

      Lesben müssen eigentlich Männer hassen, oder?

        • Nein?

          Darkrooms auch für Lesben???

          Sorry – Scherz um die Ecke …. 😉

          Ich war in einer Therapieeinrichtung für Psychosomatik.

          Mein Zimmergenosse war schwul und so haben wir viel über das Leben der Schwulen anno 1997 geredet, z.B. der Hass der Lesben auf die Männer, auch die Schwulen.

          Anderseits habe ich mehrere Freunde die mit Frauen verheiratet sind, die 1) sehr sehr dominant in der Beziehung sind und 2) eine auffällig öffentlich zur Schau getragene Sympathie für die Regenbogenforelle äh -fahne aufzeigen. Zwei davon haben sich lesbisch geoutet aber schon Kindlein gezeugt bevor der Partner von der lesbischen Veranlagung wusste.

          Da jenige aber so überaus nette 69iger Softies sind nehmen sie das so hin, einfach so ….. (Ironie an) echt schwul oder wass (Ironie aus)

      • Das kann schon stimmen das Lesben Männer hassen, schließlich nehmen wir Ihnen die potentiellen Partne Rinnen Weg, die blöden hetero Frauen kopulieren äh kolaborieren ständig mit dem Feind.

        Der Rest mit hausmann… kein Plan was du uns sagen willst.

  5. Wie gewöhnlich handelt es sich nicht um einen Widerspruch – die user dieses blogs fahren darin fort, nicht zwischen feministischer Theorie, Feminismus und feministischer Praxis zu differenzieren – sondern der Autor dieses postes pflegt seine Mißverständnisse:

    Feminismus ist das Kondensat derjenigen Struktur, die die historischen Aktivitäten der feministischen längs zweier Linien anordnet:

    (A) Feministische Theoriebildung analysiert und erklärt die Intuitionen und ihre Folgerungen. Dann geht demnach es nicht um die Frage, ob der Feminismus recht hat, sondern wie man sich erklären kann, daß er recht hat.

    (B) Feministische Theoriebildung begründet, daß die Realität wirklich so beschaffen ist, wie es der Feminismus behauptet.

    1) Verfolgt man (A), so hat die zweite Weile als metaphysische Antwort auf die feministische Frage nach der wahren Natur der sozialen Realität, ihren Ursachen, Prinzipien und Strukturen geantwortet:

    Die wahre Natur der sozialen Realität ist Geschlecht – dem stimmt der Biologismus ausdrücklich zu – und ihre Ursache ist die sexbessene, unmoralische und primitive Männlichkeit, ihre Prinzipien sind Gewalt und Vergewaltigung und ihre Strukturen sind die der Ungleichheit und der Macht. Das Geschlecht selbst ist noch biologisch gegeben.

    Insofern verlangt der Feminismus der zweiten Welle allen Männern gegenüber eine gerechte Revanche und wer das als ungerecht beurteilt, bezeichnet den Feminismus der zweiten Welle als Geschlechterrevanchismus.

    Vermutlich hat diese Rachsucht viele Feministen der zweiten Welle zu einem Hass auf Männer verleitet.

    2) Die analoge Antwort der dritten Welle ist anders, weil Geschlechter nicht mehr biologisch gegeben, sondern durch sexuelle Neigungen/Präferenzen selbstgewählt werden:

    Die wahre Natur der sozialen Realität ist sexuelles Begehren und ihre Prinzipien sind Heterosexualität, Sprachgewohnheiten und Normen für Geschlechterverhalten, ihre Ursache die Geschlechterdichotomie und ihre Strukturen sind die der Ungleichheit und der Macht. Das Geschlecht ergibt sich aus den sexuellen Präferenzen und wird durch Normen konstitutiert.

    Hier ist der Mann als Ziel eines Geschlechterrevanchismus tatsächlich verschwunden. „Böse“ ist nun, wer heterosexuell ist oder Heterosexualität präferiert. Heterosexuelle Frauen sind damit im Grunde auch Teil der Unterdrückung, doch weil sie im Vergleich zu den heterosexuellen Männern unterprivilegiert sind, kommt nach den Grundsätzen der Intersektionalität die Hauptverantwortung für die repressive, soziale Realität männlicher Heterosexualität zu.

    Männer können hier auch schon deshalb keine Objekte des Hasses sein, da die Idee der personalen Identität im poststrukturalistischen Feminismus sowieso Unsinn ist, da Subjekte durch arbiträre Sprachspiele im Sinne Wittgensteins und Austins festgelegt werden (Butler 1997).

    Doch da die meisten Männer heterosexuell sind und das auch gut finden, bringt das viele Feministen de facto gegen Männer in Harsch, weil wir uns nur schwer vorstellen können, wie man das Mannsein von seinen realisierten Eigenschaften trennen kann: Leibniz‘ Prinzip der Identität des Ununterscheidbaren geht schon auf Aristoteles zurück und ist im Laufe der Ideengeschichte fester Teil unseres Verständnisses geworden.

    • Feministische Theoriebildung analysiert und erklärt die Intuitionen und ihre Folgerungen. Dann geht demnach es nicht um die Frage, ob der Feminismus recht hat, sondern wie man sich erklären kann, daß er recht hat.

      Ganz genau. Und deswegen betreibt Feminismus weder Theoriebildung, noch Metaphysik. Denn das Ziel von Feminismus ist überhaupt nicht Erkenntnis und Erklärung der Welt, sondern allein Rechtfertigung weiblicher Triebe.

      • @lh

        Das halte ich für grundfalsch. Insbesondere der Feminismus hat keine Ahnung, von den strukturbildenden Konflikten, denen Frauen ausgesetzt sind.

        Das hat der Biologismus übrigens auch nicht: Konflikte kennt er nicht, nur Kosten, die eigenen Gene zu replizieren.

        • Sag ich doch. Es geht dem Feminismus nicht um Verständnis, sondern um die Durchsetzung der eigenen Triebe sowohl gegenüber der Umwelt, als auch dem eigenem Über-Ich. Feminismus ist der berühmte Hamster zur gesellschaftlichen Bewegung ausgewachsen.

          Der Biologismus beschäftigt sich deswegen nicht explizit mit Konflikten, weil aus einer biologistischen Perspektive sowieso alles Konflikt ist. Über so eine Banalität braucht man dann nicht mehr zu reden.
          Und Konflikte anhand ihrer Kosten zu betrachten bedeutet nur das, was Clausewitz über das Verhältnis von Krieg und Frieden geschrieben hat, ernst zu nehmen und in den Folgerungen davon zu denken.

        • „Der Biologismus beschäftigt sich deswegen nicht explizit mit Konflikten, weil aus einer biologistischen Perspektive sowieso alles Konflikt ist.“

          Aber ist nicht alles nur eine Konkurrenz vor dem Hintergrund des Selektionsdrucks? Mit „Konflikten“ meinte ich innere Konflikte, bei denen es echte Alternativen gibt.

          Was hat Clausewitz denn über Krieg und Frieden gesagt?

        • „Aber ist nicht alles nur eine Konkurrenz vor dem Hintergrund des Selektionsdrucks?“

          Der Selektionsdruck spielt bei tatsächlichen Entscheidungen und einzelnen Personen keine Rolle, nur ein Ergebnis des Selektionsdrucks in Hinblick auf eine mögliche Anpassung.

        • „Aber ist nicht alles nur eine Konkurrenz vor dem Hintergrund des Selektionsdrucks?“

          Der Selektionsdruck spielt bei tatsächlichen Entscheidungen und einzelnen Personen keine Rolle, nur ein Ergebnis des Selektionsdrucks in Hinblick auf eine mögliche Anpassung.

        • An der berühmten Stelle vom Krieg als Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln geht es eigentlich darum, dass sich Krieg nur dann lohnt, wenn das, was man zu erreichen erhofft, die Kosten dessen übersteigt, die für das Erreichen aufzubringen sind. Frieden ist nach Clausewitz der Zustand, der eintritt, wenn die Kosten den Nutzen des Krieges übersteigen.

          Aus einer biologistischen Perspektive geht es nicht nur um Selektionsdruck, sondern allgemein um Ressourcen. Die Welt hat nicht für jedes Lebewesen einen Platz und ein Gehege reserviert, es ist Aufgabe des Lebewesens, sich das selbst zu erobern.

          Gibt es echte innere Konflikte mit Alternativen überhaupt? Sind das nicht alles Internalisierungen äußerer Konflikte? Echte innere Alternativen setzen außerdem einen echten freien Willen (und zwar des bewussten Egos) voraus? Auch das scheint mir zweifelhaft.

        • @lh

          „Echte innere Alternativen setzen außerdem einen echten freien Willen (und zwar des bewussten Egos) voraus? Auch das scheint mir zweifelhaft.“

          Das ist wahr, ohne freien Willen sind innere Konflikte sinnlos. Doch gibt es keinen freien Willen, dann stellt sich die Frage, welcher Unterschied in den Naturgesetzen, uns einander ausschließende Thesen vertreten läßt, oder?

        • @elmar

          „Das ist wahr, ohne freien Willen sind innere Konflikte sinnlos.“

          Das hängt davon ab, wie man freien willen definiert.
          Nehmen wir zB an, dass ein Mensch aufgrund seines Selbsterhaltungstriebs Angst vor Verletzungen hat und gleichzeitig den biologisch angelegten Wunsch hat Status zu erlangen. Dann haben wir einen Konflikt wenn er zB auf eine gefährliche Weise Status erlangen kann. Dass er diesen Konflikt hat ergibt sich hier aus der Biologie, andere Lebensformen, etwa Wesen ohne Hierarchiesystem würden den Konflikt gar nicht bemerken. Die Bewertung der potentiellen Gewinne, aus denen sich die Entscheidung ergibt, kann dabei auch nicht schlicht durch logik erfolgen, sondern biologischen Gewichtungen folgen, etwa sagen wir mal dem Wunsch als Cool in der eigenen Clique oder vor einem für einen jungen Teenager interessanten Mädchen zu sein. Er kann sich hier natürlich gegen eine bestimmte Handlung entscheiden, die Frage ist aber wie schwer ihm das fällt und ob er die Risike korrekt bewertet, also die Entscheidung zwar frei ist, aber die Bewertung der Entscheidungsfaktoren eine bestimmte Entscheidung nahelegt (gerne unter „jugendlicher Leichtsinn“ gefasst)

        • Kein Unterschied in den Naturgesetzen, nur ein Unterschied in der Position in der Welt. Das Sein bestimmt das Bewusstsein.

    • Was hat „Leibniz‘ Prinzip der Identität des Ununterscheidbaren“ mit Mannsein, Heterosexualität und Feministen zu tun?

      Gar nichts. Es handelt sich dabei um ein ontologisches Prinzip, daß neutral ist gegenüber Feminismus, Sexualität, Männern, Frauen u.dgl. Siehe hierzu

      http://plato.stanford.edu/entries/identity-indiscernible/

      Das „Mannsein von seinen realisierten Eigenschaften“ zu „trennen“, dürfte nicht allzu schwierig sein. In der Ontologie unterscheidet man dafür z. B. zwischen
      – Eigenschaften: die sind abstrakt
      – Tropen / individuelle Momente: das sind konkrete Realisierungen der Eigenschaften in dem jeweiligen Individuum.

      Wenn bspw. ein bestimmter Mann vergeht (stirbt), dann vergeht mit ihm seine Männlichkeit als individuelles Moment – die abstrakte Eigenschaft der Männlichkeit bleibt dadurch aber unberührt: sie existiert weiter und wird realisiert in allen existenten Männern.

      Meine Männlichkeit als individuelles Moment ist verschiedenen von Deiner Männlichkeit als individuelles Moment. Die abstrakte Eigenschaft, an der sowohl Du als auch ich teilhaben, bleibt dabei das, was sie immer ist: sie selbst.

      • @JS

        „Was hat “Leibniz‘ Prinzip der Identität des Ununterscheidbaren” mit Mannsein, Heterosexualität und Feministen zu tun?“

        only_mee hat den Zusammenhang ebenfalls gesehen, als er schrieb, daß Jesus die Sünde hasse, aber die Sünder liebe.

        „Es handelt sich dabei um ein ontologisches Prinzip.“

        Stimmt auffallend.

        „Das “Mannsein von seinen realisierten Eigenschaften” zu “trennen”, dürfte nicht allzu schwierig sein.“

        Wirklich? Dann kannst du mir das ja bestimmt mal vormachen, nicht wahr? Leg los.

        „die abstrakte Eigenschaft der Männlichkeit bleibt dadurch aber unberührt: sie existiert weiter und wird realisiert in allen existenten Männern.“

        Ach so …. ja, mit diesem move habe ich nicht gerechnet. Aber das ist ja eigentlich ganz einfach: Wenn eine Tür kaputtgeht und geschreddert wird, dann vergeht sie ganz individuell, aber die Türheit selbst existiert auch weiterhin und bleibt immer sie selbst.

        Meine Frage in diesem Fall: Wenn ich nun eine neue Tür herstelle, wird die Türheit dann in Gestalt der Tür quasi wiedergeboren? Kann man von einer Wanderung von Türheiten durch Welten, quasi einer transtemporalen universellen Türigkeit sprechen, die interkulturell invariant die Türen in ihrem wahrgenommenen Sein zu Türen macht?

        • Aus postmoderner Sicht ist diese Frage doch gar nicht mehr relevant. Die Frage ist doch nur noch, was es überhaupt „reales“ gibt, was nicht menschlicher Begriff davon ist. Es mag eine objektive Realität geben, aber alle Eigenschaften, anhand derer wir konkretes benennen und beschreiben können, ist menschlicher Begriff davon. Das klassische Problem hat sich quasi komplett umgedreht.

          Und dann wird die Ontologie wieder sehr real, weil es nichts realeres mehr gibt.

  6. „Männlichkeit ist für alles Unglück dieser Welt verantwortlich“

    http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/erderwaermung-soziologisch-maenner-sind-schuld-am-klimawandel-a-517892.html

    http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/gewagte-theorie-maenner-sind-schuld-an-der-menopause-a-905533.html

    http://www.bsz-bw.de/depot/media/3400000/3421000/3421308/01_0386.html

    Dazu auch:

    „„Sirris Antwort: Wie jede andere religiöse Schrift müsse eben auch der Koran neu interpretiert werden. Sie wehrt sich gegen die weitverbreitete Ansicht, der Koran sei ein festes, unveränderliches Glaubenssystem. An frauenverachtenden Deutungen trügen allein männliche Interpreten die Schuld, nicht der Islam.“

    http://m.welt.de/kultur/article157071773/Wer-bestimmt-eigentlich-mein-Muslim-a-sein.html

    http://www.gutefrage.net/frage/warum-sind-immer-die-maenner-schuld-

  7. Ein starkes Misstrauen gegen die Moralität der Männer gibt es überall in unserer Gesellschaft, auch außerhalb des Feminismus und auch schon vor dem Feminismus. Prima Facie haben Männerhass und Feminismus nichts miteinander zu tun, aber wenn jemand ein moralisches Misstrauen gegen Männer hat, dann wird er sich am ehesten als Feminist identifizieren. Daher ist im Feminismus mehr Männerhass zu finden, als im restlichen Bevölkerungsdurchschnitt.

    Die Idee, dass der Mann an allem Leid der Welt Schuld ist, ist aber keine ursprünglich feministische, sondern kam im Zuge der Aufklärung auf. Sie findet sich bei Fichte, Sprengel, Pockels uvm. und wurde als ernstes Problem auch bei Hegel und Smith diskutiert. Diese These wurde nie ad acta gelegt und ist auch heute noch weit verbreitet. Viele, die sie vertreten, sind _obendrein_ noch Feministen, aber das war und ist optional. Nur ist es eben wahrscheinlicher, dass man sich dem Feminismus zuordnet, wenn man dieser (recht weit verbreiteten) Ansicht ist.

    Insofern würde ich sagen: Der Feminismus hasst Männer in der Tat nicht, aber es gibt unter den Feministen einen, im Vergleich zum übrigen Bevölkerungsdurchschnitt angehobenen Anteil an Menschen, die dieser überalterten Meinung anhängen (und sie erstaunlicher Weise für _revolutionär_ halten! Das ist das, was mich am meisten frappiert!).

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